Zweites Kapitel

Harry stand an seinem Fenster und rauchte noch eine. Es war ein heisser Tag gewesen, dieser letzte Ferientag, doch irgendwie war es Harry den ganzen Tag über merkwürdig kalt gewesen.
Von dem Stoff, den er gekauft hatte, war nicht mehr viel übrig, doch das war nicht so schlimm. Er musste nur aufpassen, dass noch ein kleiner Rest in der Tüte war, wenn er in Hogwarts ankam, dann konnte er sie einfach mit einem Zauberspruch wieder auffüllen.
Als er fertig geraucht hatte, kehrte die Wärme in seinen Körper zurück. Er legte sich auf sein Bett und dachte an Hogwarts.
Er hatte in den letzten Tagen ziemlich viel verraucht, doch wenn er erst einmal wieder in Hogwarts sein würde, dann würde er wieder etwas leiser treten. Das war ja auch eigentlich gar kein Problem.

Harry war sehr glücklich als er am nächsten Tag seine Freunde wiedersah und während der ganzen Zugfahrt dachte er kein einziges Mal an die kleine Tüte, die ordentlich verpackt in einer von Onkel Vernons alten Socken ganz unten in seinem Koffer lag.
« Du bist so still und so blass, Harry », sagte Ginny, die mit ihm, Neville, Luna, Ron und Hermine im Abteil saß. « Ist dir nicht gut ? »
« Ich bin ein bisschen krank, das ist alles », sagte er ausweichend.
« Wenn wir erst einmal in Hogwarts sind wird sich das legen, da bin ich mir sicher. Ein gutes Festessen hatt noch niemandem geschadet, nicht wahr ? », sagte Ron glücklich.
« Wofür brauchtest du eigentlich das Geld, das ich dir geschickt habe, Harry ? », fragte Hermine. « Ich hatte es dich auch schon in meinem Brief gefragt, doch du hast nicht mehr geantwortet. »
« Achja…das hatte ich ganz vergessen, entschuldige bitte. Ich…ich hatte Dudleys neue Playstation aus versehen runtergeschmissen, und die Dursleys zwangen mich, es selbst zu bezahlen…jedenfalls vielen Dank nochmal. », sagte er nervös.
« Kein Problem », sagte Hermine, betrachtete Harry dabei jedoch ziemlich misstrauisch.

Harry war den ganzen weiteren Tag über noch so schweigsam und mit der Zeit wurde er auch zusehends nervöser.
Beim Festessen aß er nicht viel, er hatte keinen Appetit. Dort standen die besten Speisen vor ihm ausgebreitet, doch er liess sie stehen, was er den andern mit deiner angeblichen Krankheit erklärte.
« Vielleicht solltest du mal zu Madam Pomfrey gehen, Harry », meinte Ginny, die ihm schräg gegenüber saß.
« Nein nein, so schlimm ist es auch wieder nicht…da geh ich nur hin wenn ich mal keine Knochen mehr in 'nem Arm hab oder so… », erwiderte Harry und versuchte zu lächeln, was ihm allerdings nicht richtig gelang.
Er erwartete nur noch sehnlichst das Ende dieser Veranstaltung.

Kaum war das Festmahl aufgehoben, so lief der inzwischen kreidebleiche Harry in seinen Schlafsaal, nahm das Päckchen mit dem Heroin aus seinem Koffer (wobei er achtlos alles andere aus seinem Koffer auf den Boden warf) und sprach schnell den Zauberspruch, der das kleine Päckchen wieder auffüllte. Schnell fischte er noch seinen Tarnumhang aus dem Durcheinander, legte ihn um und lief wie ein Getriebener aus dem Gemeinschaftsraum.

Endlich hatte er sein Ziel erreicht : Den Astronomie-Turm. Er schlug die Tür auf und trat hinaus in die warme Sommerluft, die er nicht spürte.
Erst als er mit seinem Zauberstab den Joint angezündet und ein paar Züge genommen hatte, kehrte die Wärme wieder in seinen Körper zurück. Es ging ihm wieder gut und er war wieder in Einklang mit der Welt.