Huhu ihr Lieben,
viel Spass mit einem weiteren kapitel.
Eure Sora
3. Kapitel
Zum Mittagessen gingen sie wieder ins Schloss. In der großen Halle war nur die Tafel für die Lehrer gedeckt. Sie nahmen platz und Harry bemerkte, dass Draco nicht anwesend war. Dafür allerdings Snape, der ihm mit hasserfüllten Blick zu zischte, dass Harry ihm gleich nach dem Essen in sein Büro folgen sollte.
Der Schwarzhaarige gab Lily in Rons und Hermines Hände und folgte den aufgebauschten Roben des Schulleiters. Letztendlich wusste er schon worum es ging und wurde auch nicht in seiner Annahme enttäuscht.
"Kannst du dich nicht mal kurze Zeit, mit Draco unterhalten ohne ihn zu beleidigen, Potter?" Fragte Snape sauer.
„Hat er das gesagt? Dann sollten sie auch wissen, dass er begonnen hat. Ich lasse nicht mein Privatleben und erst recht nicht meine Tochter von ihm angreifen. Es mag vielleicht kindisch klingen aber wenn er sich nicht zusammenreißt mache ich das auch nicht". sagte Harry und sah wie sich Snape kraftlos in seinen Stuhl zurücklehnte.
Er hatte Snape schon in vielen Situationen erlebt, aber noch nie so. Vom Cruciatus halb tot, wütend über Nevilles explodierende Kessel, rachedurstig gegenüber Sirius, hasserfüllt bei ihm selbst, aber noch nie geschlagen und absolut am Ende.
„Was ich dir jetzt sage, bleibt unter uns und verlässt unter keinen Umständen diesen Raum", begann Snape und verzauberte die Bilder, so dass sie sich nicht mehr bewegen konnten. Harry vermutete, dass sie nun auch kein Wort verstehen konnten. „Draco ist nicht wie alle damals angenommen hatten Todesser geworden oder untergetaucht. Er wurde entführt und verschleppt. Was sie dort mit ihm getan haben, werde ich nicht sagen und solltest du auch nur fragen, wird es sehr schmerzhaft für dich. Auf jeden Fall ist er erst vor zwei Jahren befreit worden."
„Zwei Jahren? Aber der Krieg ist schon seit 8 Jahren vorbei", wand Harry ein.
„Denkst du, das weiß ich nicht? Es ging den Leuten auch nicht um Voldemort, sondern eher um Lucius Malfoy. Sie wollten ihn damit treffen, wo es ihm am stärksten schmerzen würde. Narcissa, Dracos Mutter, wurde bereits nach ein paar Monaten getötet, aber an Draco hatten sie mehr Vergnügen. Es brauchte mich Jahre ihn zu finden, den ich war allein. Wie dir bekannt ist, glaubten alle, dass er dem Dunklen Lord angehörte."
„Was auch kein Wunder war, so wie er sich verhielt", unterbrach Harry ihn.
„Das weiß ich, Potter und ich erzähle dir das nicht, um Schuldgefühle zu wecken oder jemanden zu verurteilen. Wie auch immer, die letzten Beiden Jahre hatte er in einem alten Malfoyanwesen, welches nicht vom Ministerium beschlagnahmt worden war, verbracht und sich erholt. Ich fand es nun langsam an der Zeit ihn in die richtige Welt zurück zu holen."
„Es tut mir ja leid für ihn, aber wie soll ich mit ihm arbeiten, wenn er sich wie ein Arsch verhält? Und wieso lassen sie mich von jemanden kontrollieren, der wahrscheinlich keine Ahnung vom Unterrichten hat, geschweige denn eine Ahnung von Erziehung und Bildung von Kinder?" Harry behielt lieber für sich, dass das auch für Snape selbst galt.
„Du verstehst es wirklich nicht, oder Potter? Es geht nicht alles um dich. Ich habe Draco nicht an deine Seite gestellt, damit er dich überprüft. Er assistiert dir, damit er es lernt. Auch wenn es mir schwer fällt es zuzugeben, muss ich gestehen, dass du ein ausgezeichneter Lehrer bist. Die Kinder respektieren dich und lernen, weil sie es wollen und nicht weil es von ihnen erwartet wird." Ein Lob von Snape? War er taub geworden oder eher tot? Fragte sich Harry ungläubig.
„Und wieso dann nicht Hermine?"
„Weil es ihm nichts bringen würde. Niemals würde er sich etwas von einer Muggelgeborenen sagen lassen."
„Aber von mir, oder was? Falls sie es noch nicht bemerkt haben, wir hassen uns."
„Aber nicht so sehr, dass ihr nicht eine gemeinsame Tochter habt, nicht wahr?" Entsetzt blickte ihn Harry an. Das Hermine es wusste, war nicht schlimm oder verwunderlich, aber Snape?
„Woher wissen sie das?"
„Meinst du, ich erkenne die typischen Malfoyaugen nicht, wenn ich sie sehe? Lucius und auch Draco waren schon immer stolz auf ihre seltene und ungewöhnliche Augenfarbe", sagte Snape mit erhobener Augenbraue, aber wurde dann ernst. „Sag mir, Potter, wenn du eine Beziehung mit Draco gehabt hast, wieso hast du nicht nach ihm gesucht?"
„Vielleicht sollten sie ihn das fragen und nicht mich. Nur so viel, an unserem letzten Treffen hat er sich verabschiedet mit den Worten ‚Leb wohl oder besser einen schönen Tod wünsche ich'. Sie können sich sicher vorstellen, dass ich keine Lust und erst recht Verlangen danach hatte ihn zu suchen. Außerdem hat er mir unmissverständlich zu verstehen gegeben, dass es ihm egal wäre, wenn er zu Voldemort gehöre", erklärte Harry.
„Okay Potter, er war nicht gerade ein Hufflepuff als Schüler, aber er hat in den letzten Jahren viel durchgemacht. Gib ihm eine Chance und behandle ich wenigstens freundlich."
„Ich soll also beide Wangen hinhalten? Es zulassen, dass er mich und die Menschen beleidigt, die mir etwas bedeuten? Und das nur, weil er eine schwere Zeit hinter sich hatte? Was ist mit mir? War mein Leben nicht beschissen? Dennoch haben sie mich wie Dreck behandelt. Gut, ich werde höflich zu Draco sein, aber erwarten sie nicht, dass ich alles hinnehme. Auch möchte ich nicht, dass sie ihm von Lily erzählen. Ich werde es, wenn überhaupt tun", sagte Harry mit fester Stimme. Wenn er mit sich ehrlich war, dann war er sich sicher, dass der Blonde niemals erfahren würde, dass er Vater war. Harry erkannte auf dem Gesicht des Schulleiters Unmut darüber, aber dieser nickte.
Harry verließ die Räume und ging zurück zu seinen Freunden. Innerlich über die Worte des Tränkemeisters nachdenkend. Er fragte sich, wie schlimm es für den Blonden in Gefangenschaft wohl gewesen sein musste. Folter und Nahrungsentbehrungen hatte er sicher erleiden müssen. Der Schwarzhaarige wunderte sich nicht wirklich, dass er auf alles und jeden wütend erschien, immerhin hatte doch keiner außer Snape an ihn geglaubt. Aber war es denn ein Wunder? Snape selbst gab zu, dass Draco dies mit seinem verhalten ausgelöst hatte.
Dennoch bemitleidete Harry ihn, auch wenn er es ihm niemals sagen würde. Draco würde es wahrscheinlich auch nicht annehmen, denn er hasste Harry wie die Pest, was bei dem ehemaligen Gryffindor ein schmerzhaftes Ziehen in der Brust hervor rief.
Es zeigte sich, dass Draco allen in den letzten Tagen vor Schulbeginn aus dem Weg ging. Harry nutzte manchmal seine Karte des Rumtreibers und fand ihn jedes Mal in Snapes Räumen, wobei er dort ein Tränkelabor vermutete.
Seine vorbereiteten Unterlagen für den Unterricht hatte er bei Snape abgegeben, da er nicht wollte, dass Draco unvorbereitet in seinem Unterricht erschien.
Das erste Mal, dass Harry den Blonden in der Halle sah, war bei dem Willkommensfest der Schüler. Harry lächelte den eintretenden Jungen und Mädchen zu, die fast schon panisch auf den Platz in der Mitte der Tafel sahen. Snape als Schulleiter? Die Ravenclaws krausten die Stirn, die Hufflepuffs waren verängstigt und die Gryffindors fluchten so laut, dass sogar Harry sie hören konnte. Die Slytherins dagegen sahen mehr als nur zufrieden und glücklich aus, denn immerhin war er ihr Hauslehrer gewesen.
Die Plätze waren eingenommen und ein gezwungenes „Willkommen zurück", erschallte von Snape durch den Raum. Die Einteilung der Erstklässler war schnell erledigt und das Essen erschien auf den Tischen.
Harry beobachtete Draco aus den Augenwinkeln. Der junge Mann ließ seine kalten Blicke durch die Halle wandern und aß sein Essen. Na ja, er pickte viel mehr auf dem Teller herum. Etwas was Harry bereits von Lily kannte, wenn sie nervös war.
Diese aber verputze munter ihr Mahl und winkte ab und zu einigen Schülern zu. Sie schloss schnell neue Freundschaften, was Harry an ihr beneidete. Dafür war er selbst einfach zu misstrauisch geworden, was man auch verstehen konnte.
Als alle gesättigt waren, erhob sich der neue Schulleiter und Blicke erwartungsvoll und mit Furcht gefüllt landeten auf ihm.
„Wie ihnen allen inzwischen aufgefallen sein müsste, ist Albus Dumbledore, der bisherige Schulleiter in Ruhestand gegangen und hat mich als Nachfolger bestimmt, da auch Professor McGonnagl die Schule verlassen hat. Demnach gebe ich ihnen heute einige Änderungen bekannt.
„Den Unterricht für Verwandlungen übernimmt nun vollends Professor Granger, die die meisten unter ihnen bereits als Assistentin von Professor McGonagall kennen. Den Posten als Hauslehrer Gryffindors bekommt Professor Potter und…" ein Klatschen und besonders viel Jubel von den Gryffindors hinderte den neuen Schulleiter am weiterreden. Es bedarf mehrerer tödlicher Blick, um wieder etwas Ruhe rein zu bringen.
„In Zaubertränke werden sie in der ersten Zeit noch mit mir vorlieb nehmen müssen", fuhr er fort und man konnte ein Gestöhne und Aufseufzen von den meisten Schülern und verhaltenes Geklatsche der Slytherins vernehmen. „Dann übernimmt Professor Draco Malfoy die Arbeit, allerdings habe ich ihn bereits mit sofortiger Wirkung zum Hauslehrer der Slytherins ernennt." Harry sah in vielen Gesichtern der Kinder, dass ihnen Malfoy nicht ‚gefiel'. Zu viele Nachrichten gab es zu den Zeiten des Krieges und auch jetzt noch sprach man nichts gutes über die Familie Malfoy. Es war allgemein bekannt, dass Malfoy in der schlimmsten Zeit aller Kämpfe, der Seite des Lichts den Rücken zugekehrt hatte, um sich zu verstecken und feige den Schwanz einzuziehen oder vielleicht nur, um das Dunkle Mal anzunehmen. Keiner der Gründe oder Möglichkeiten sagte ihnen allen zu. So oder so, gab es ihnen nur zu verstehen, dass Draco Malfoy kein guter Mensch war.
Natürlich waren auch einige wenige begeistert. Ihre Eltern hatten sich immerhin noch nach den alten Werten der Reinblüter erzogen und waren die Malfoys nicht mit dem reinsten Zauberblut gesegnet.
„Für die Slytherins wird es eine weitere Neuheit geben. Ich habe die Gemeinschafts- und Schlafräume aus den Kerkern verlegen lassen. Ich denke nicht, dass ich meine Gründe dazu offen legen muss. Professor Malfoy wird sie gleich zu ihnen führen", endete Snape schließlich. Keinen Wunsch für eine Gute Nacht, was Harry auch überrascht hätte, kam über seine Lippen.
tbc.
