Puuuh, auch hier ein neues Kapitel...
Tut mir echt leid, dass ich so wenig Zeit dafür gefunden habe... Ausreden kann man auch in meinem Livejournal finden g
Sora
7. Kapitel
Mit einem Blick auf die Uhr stellte er fest, daß er das Mittagessen verpasst hatte und in fünf Minuten seine nächste Stunde unterrichten musste. Er beeilte sich und erreichte gerade noch rechtzeitig seinen Klassenraum. Diesmal war Draco dabei, aber Harry ließ sich davon nicht mehr stören. Er hatte beschlossen seine Gefühle zu unterdrücken und wollte für Liliana versuchen mit ihm auszukommen. Was konnte es schon Schaden, mit seiner Tochter und ihrem anderen Vater etwas zu unternehmen? Innerlich kannte er die Antwort darauf, aber er konnte und wollte nicht sein Glück über das seiner Lily stellen. Immerhin konnte sie doch nichts dafür, daß ihr Dad ein Freak war, nicht wahr.
"Harry, können wir reden?" Fragte Draco in der Pause.
"Sicher. Nur vergiss Hermines Worte. Sie ist nur etwas zu besorgt um mich, aber mir geht es wieder gut. Wir können von mir aus gerne dieses Wochenende was mit Lily unternehmen. Ich dachte vielleicht an einen Besuch in London. Sie wollte schon immer in den Zoo dort, aber wir sind nie dazu gekommen. Wenn es dir zu Muggel ist, dann sag es ruhig. In Irland ist ein Zaubervergnügungspark. Ich war zwar mit ihr schon ein paar mal da, aber..."
"Darum geht es nicht, aber wir können gerne in den Zoo. Ich habe nur über Grangers Worte über deinen..."
"Hör zu, Draco. Ich möchte nicht darüber mit dir reden. Wie gesagt, mir geht es sehr gut. Ich habe etwas nachgedacht, und mir ist klar gewesen, wie dumm ich mich verhalten habe. Lass es uns also dabei belassen, okay? Ich sag Lily wegen Samstag Bescheid, Zeit können wir ja später ausmachen", sagte Harry noch und ließ ihn stehen.
Als er sich wenig später mit seinem Besen in Richtung Quidditchfeld aufmachte, beglückwünschte er sich schon fast selbst. Aber nur fast, denn er fragte sich ernsthaft, wie er den Samstag überstehen sollte. Draco, Lily und er selbst auf 'Familienausflug'. Innerlich schrie es in ihm vor Schmerzen auf, aber er zwang sich selbst sich für seine Tochter zusammenzureißen.
Das Wochenende kam schneller, als er es sich gewünscht hätte. Lily hatte die ganze Zeit bis dahin nur davon gesprochen. Die Freude mit ihren beiden Daddys was zu unternehmen und dann noch in einen Muggelzoo zu gehen, machte sie hibbelig. Was besonders Harry an diesem Morgen spüren konnte, den ein quietschendes Etwas sprang auf seinem Bett, während er versuchte noch ein paar Stunden schlaf zu bekommen.
"Daddy, aufstehen. Wir gehen in den Zoo." Sie quiekte vor Freude, und Harry steckte seinen Kopf unter sein Kissen. "Komm schon, ich will noch Papa wecken."
"Ich halte dich nicht auf', muffelte Harry unter seinem 'Versteck'. Er wusste, dass es unfair war, aber grinste dennoch teuflisch, als seine Tochter vom Bett hüpfte und sein Zimmer verließ.
Das Ergebnis sah er dann, nachdem er nur in einem Handtuch bekleidet aus dem
Badezimmer kam. Da seine Schlafzimmertür offen stand, erkannte er einen ziemlich müde wirkenden Draco Malfoy auf seiner Couch und eine munter springende Liliana vor diesem.
Noch bevor er seine Tür zum Umziehen schließen konnte, entdeckte ihn seine Tochter.
"Du bist wach, können wir los? Ich will gleich erste sein. Wie fahren wir hin? Nehmen wir den fahrenden Ritter? Oder einen Portschlüssel? Ich mag aber keine Portschlüssel, als bitte den Bus, ja? Können wir dann noch in die Winkelgasse? Papa hat mir gestern ein Haustier versprochen, wenn du nichts dagegen hast. Und einen neuen Besen sollen die auch haben, den will ich sehen! Und dann", brabbelte sie gleich los und rannte zu Harry.
"Süße, wir machen gar nichts davon, wenn ich nicht dazu komme mich anzuziehen. Ruf doch bitte Dobby und bestell uns ein Frühstück, ja?" Sagte Harry und bemerkte nicht, wie Draco nach dem ersten Satz blitzschnell aufsah. Er sah nur seine Tochter, die brav nickte und lauthals nach dem Hauself schrie, ehe er die Tür schloss.
In Jeans und einfachem T-Shirt betrat er sein Wohnzimmer. In der Hand hielt er einen warmen Pullover, welchen er auf der Sofalehne für später ablegte. Der Couchtisch war etwas vergrößert worden und ein reichhaltiges Frühstück breitete sich darauf aus. Draco hielt sich bereits an einer Tasse wahrscheinlich mit starkem Kaffee gefüllt, fest und schaute böse zu Harry. Dieser achtete natürlich nicht darauf, denn ein brummiger Drache war für ihn nichts neues. Er setzte sich auf dem Fußboden, da ihm der Tisch zu niedrig war, um wie Lily und Draco auf dem Sofa zu sitzen.
"Daddy, du hast noch nichts wegen einem Haustier gesagt", erinnerte ihn Lily.
"Bist du nicht noch ein wenig jung für die Verantwortung? Und was für ein Tier möchtest du überhaupt?" Fragte Harry.
"Aber ich werde doch bald acht", sagte sie schmollend. "Und ich weiß noch nicht was, eine Eule oder Schlange."
"Schlange?" Draco verschluckte sich an seinem Kaffee. "Ist das nicht etwas gefährlich?"
"Das meine ich aber auch. Was passiert, wenn sie dir mal entwischt? Du kannst nicht den ganzen Tag auf sie aufpassen", gab Harry zu bedenken.
"Das wird sie schon nicht, dafür sorge ich. Bitte Dad", bettelte sie.
"Ich glaube ihr beide vergesst hier was ganz entscheidendes", warf Draco blass ein.
"Genau, Lily was ist, wenn du bei deinem Papa bist? Außerdem scheint er Schlangen nicht besonders zu mögen", sagte Harry.
"Ihm passiert schon nichts, dafür sorge ich", sagte das Mädchen mit fester Stimme.
"Halloho", unterbrach Draco die Unterhaltung der Potters. "So meinte ich das nicht, was ist, wenn dieses Vieh Lily beißt oder würgt? Man weiß doch nie, was diese Monster vor haben. Schlangen sind hinterhältig." Harry musste bei der Doppeldeutigkeit auflachen und überließ es Lily sich zu erklären.
"Aber Papa, ich kann doch mit Schlangen sprechen", sagte sie leichthin und gab ein paar zischende Laute von sich. Harry hörte bei den zischenden Lauten auf und lächelte liebevoll zu seiner Tochter.
"Was hast du gerade gesagt?" Fragte Draco noch etwas benommen von der Information. Er hatte gar nicht mehr daran gedacht, dass Harry ein Parselmund war und dies eine Eigenschaft war, die weitervererbt wurde.
"Sie sagte, dass sie uns beide lieb hat", antwortete Harry für seine Tochter, die jedem ihrer Väter einen Kuss auf die Wange drückte und sich dann bei Harry ankuschelte.
Das Frühstück war beendet und der kleine Wirbelwind drängte ihre Väter zur Tat bzw. zum Aufstehen und Losfahren, doch beide tranken noch gemütlich ihren Kaffee.
"Daaaad, Paaaa", bettelte sie und sah mit Hundeblick auf beide. Draco, der noch keine Immunität aufgebaut hatte, schluckte schnell den Inhalt seiner Tasse hinunter und wollte aufstehen. Harry dagegen, kannte seine Tochter viel zu gut und sah sie statt dessen von Kopf bis Fuß an.
"Du hast weder Schuhe, noch einen Pullover an. Deine Haare sehen aus, wie nach einem Hurrikane. Ich verspreche, dass wir noch vor dir fertig sein werden", sagte er. Sofort rannte sie aus dem Zimmer. Der Schwarzhaarige trank in Ruhe seinen Kaffee zu Ende und ließ das restliche Essen und Geschirr verschwinden. Als nächstes stand eine lieb schauende Siebenjährige mit Bürste, diversen Spangen und Haargummis vor ihm.
"Wieso nur ich?" sagte Harry gespielt theatralisch und ließ sich nach hinten fallen. In Wirklichkeit liebte er es, ihr die Haare zu machen. So früh am Morgen erzählte sie ihm dann ihre Geheimnisse und Geschichten aus der Schule. Das giggelnde Mädchen machte es sich auf seinen Beinen bequem und ließ ihre Sachen auf Harrys Oberkörper fallen.
"Papa kann das nicht", sagte sie und versuchte ihren Vater an der Kleidung aufzurichten. Harry wusste, daß sie recht hatte. Draco war sehr eitel und stolz auf sein Aussehen und seine Haare, aber von geflochtenen Zöpfen und anderen Mädchenfrisuren hatte er keine Ahnung. Harrys Wissen kam allerdings auch nur von Hermine und Ginny. Er hatte zwangsläufig diese 'Kunst' lernen müssen, wenn er nicht jeden morgen vor Hermines Tür stehen wollte.
"Hey, so schlecht bin ich nicht", verteidigte sich Draco vom Sofa. Beide Potters lachten und erwiderten gemeinsam 'Oh doch'.
"Was meinst du, wieso ich sie zur Schule bringe? Wir machen unterwegs noch ihre Haare", sagte Harry grinsend. Er fühlte sich im Moment sehr wohl, auch wenn ihm der Schmerz in seinem Herzen nicht entging.
Draco ging zu seinen Räumen, um sein Geld zu holen, während Harry Lilys Haare kämmte. "Kann es immer so sein, Daddy?" Fragte die Schwarzhaarige.
"Was meinst du, Schatz?" Harry brauchte eigentlich nicht fragen, denn er kannte ihre Antwort schon.
"Wir drei. Also, wie eine richtige Familie. So wie Onkel Bill, Tante Fleur und Briane oder Tante Ginny, Onkel Neville und Alice", fragte sie.
"Nicht alle Kinder haben Eltern, die ein Paar sind", wich Harry aus.
"Wieso nicht?"
"Weil nicht alle Eltern sich verstehen, oder lieb haben."
"Aber du hast doch Papa lieb, oder? Immerhin habt ihr doch mich bekommen und Tante Hermine stimmt mir zu, dass ihr ein hübsches Paar seid", sagte sie altklug. Harry küsste sie auf den gekämmten Schopf und begann den französischen Zopf.
"Lily, wenn alles so einfach wäre. Nicht alles geschieht so wie man es sich wünscht", sagte er nur.
"Aber es wäre doch toll, Papa könnte bei uns wohnen, wir würden jeden Tag zusammen sein und ich bekäme vielleicht noch ein Geschwisterchen", sagte sie enthusiastisch. Er versuchte verzweifelt seine Ohren zu versperren, war es doch das, was er sich auch wünschte. Gewünscht hatte, redete er sich ein.
"Sicher wäre es das. Aber du hast nur etwas vergessen, Liebling. Die Entscheidung liegt nicht bei dir", sagte Harry und stand mit ihr auf dem Arm auf. Etwas entsetzt erkannte er Draco im Türrahmen und fragte sich, was dieser wohl mit angehört hatte. Aber was kümmerte es ihn? Es war ja nicht so, dass es den Blonden interessierte, oder?
Zur Freude Lilys und zum Horror für Draco reisten sie mit dem Fahrenden Ritter. Stan, der Schaffner, begrüßte die beiden Schwarzhaarigen erfreut und nickte Draco etwas verängstigt zu, als Harry für sie alle zahlte. Die Malfoy's waren und würde immer bekannt sein und Draco's Herkunft konnte er bei den Haaren nun einmal nicht verstecken. Draco's Pech war nur, daß sein Vater kein netter Mann war, sondern ein Mörder. Wenn man ihn vor seinem Tod noch fürchtete und verängstigt Respekt zollte, so war er jetzt für alle ein Schlächter. Und wenn es nach der öffentlichen Meinung ging, war der Spross dieses Mannes um keinen Deut besser.
Harry sah die Gesichter von Stan und Ernie und war mit einem Mal erleichtert, daß sie einen Muggelort ausgesucht hatten. Niemand kannte dort die Malfoy's und sie würden ihre Ruhe haben. Er setzte sich mit beiden nach hinten und sah sich erst dann im Bus um. Nicht viele waren unterwegs, aber er wusste ja auch nicht, wer in den oberen Etagen noch steckte. Anwesend waren außer dem Fahrer, Schaffner und ihnen natürlich nur noch eine ältere Dame, der etwas unwohl war und ein junges Paar, daß küssend auf einer Bank saß.
Auf das offensichtliche vorbereitet legte er einen Arm um Lily, wie einen Autogurt und schon fuhren sie los. Das Mädchen wurde etwas nach vorne geschleudert, aber von Harry erfolgreich festgehalten. Draco hatte nicht so viel Glück. Er knallte mit der Schulter gegen den scheinbar festgeschraubten Stuhl vor ihm.
"Ich hasse dieses Höllengefährt", meckerte er.
"Aber es macht so einen Spaß", quietschte Lily und wurde an Harry geschleudert, als sie eine Kurve nahmen. "Besser als Achterbahnfahren." Nach der Fahrt war Lily noch aufgedrehter und hibbliger und Draco wahrscheinlich um einige blaue Flecken reicher.
bis hoffentlich bald
eure Sora
