Hallo, da bin ich wieder!
Eigentlich wollte ich schon viel früher updaten, aber vor ein paar Wochen hat die Schule wieder angefangen und es ist alles ziemlich stressig, so dass ich nichts dergleichen geschafft habe, tut mir Leid!
Dafür kommt das Update jetzt, ich hoffe auf ein paar Reviews, bedanke mich bei all denen, die schon reviewt haben und wünsche viel Spaß beim dritten Kapitel!
Orchidee: Könntest du mir vielleicht deine E-Mailadresse geben, damit ich deine Revies auch beantworten kann? Das wäre sehr nett!
Kapitel 3: Ein Unglück kommt selten allein
HERMINE
„HERMINE! WACH AUF!", schrie Parvarti.
Es drang zu mir durch wie durch einen Nebel... Eben war doch Seamus neben mir gewesen. Wo war er? Ich spürte eiskaltes Wasser über mein Gesicht fließen und schlug die Augen auf. Über mir stand Lavender, ein leeres Glas in der Hand.
„Endlich bist du wach! Du weißt schon, dass in zehn Minuten der Unterricht anfängt?"
„In zehn Minuten?", murmelte ich verschlafen. Überlegte fünf Sekunden. Und kam dann mit einem harten Aufprall auf den Boden der Tatsachen zurück. „IN ZEHN MINUTEN?"
Fassungslos starrte ich sie an. In zehn Minuten würde der Unterricht beginnen (wahrscheinlich waren es jetzt nur noch acht oder neun), ich war nicht angezogen, hatte mir die Zähne nicht geputzt und das Frühstück konnte ich nun auch vergessen.
Wie ein Wirbelwind fegte ich durch den ganzen Schlafsaal, suchte meine Sachen zusammen und begann schließlich in aller Eile mich anzuziehen und dabei halbwegs vernünftig meine Zähne zu putzen.
Lavender und Parvarti schauten mir etwas mitleidig dabei zu, tuschten sich die Wimpern und guckten ständig auf die Uhr. „Oh oh, wir haben noch drei Minuten."
„Fertig!", keuchte ich schließlich und stürmte dann mit meinen Klassenkameradinnen die Treppe runter.
Eine Minute nach acht standen wir vor der Kerkertür und klopften an. Snape öffnete uns die Tür mit einem gemeinen Grinsen im Gesicht, dass nichts Gutes verheißen konnte.
„So so, so spät...", sagte er leise. „Setzen!"
Er betonte jede Silbe dieses Wortes. „Nachsitzen!"
Lavender und Parvarti starrte ihn, wie immer, wenn sie zu spät kamen, was nun mal ziemlich oft vorkam, fassungslos an, sagten aber nicht.
Lavender versuchte es mit einem besonders verführerischen Augenaufschlag, setzte sich aber schnell an ihr Pult, als sie Snapes Gesicht sah.
„Nach der Stunde können sie drei ihre Strafarbeiten abholen. Ich werde Ihnen sagen, was zu tun ist.", sagte er und schaute mir direkt in die Augen. Schnell senkte ich den Blick.
Gerade schnitt ich das Fenchelgras klein, als die Kerkertür erneut aufschlug. Mein Herz drohte sofort auszusetzen. Sein Haar war verstrubbelt und sein Umhang nicht richtig zu, was mir die Hitze ins Gesicht steigen ließ.
„Finnigan, Sie sind schon der vierte, der heute zu spät zu meinem Unterricht erscheint. Und auch sie kriegen eine Strafarbeit!" Und mit einem hämischen Grinsen katapultierte er den armen Seamus auf seinen Platz. Er saß direkt vor mir.
Mir entschlüpfte ein geflüstertes „Mach dir nichts draus!". Ich wünschte mir, ich hätte es nicht gesagt. Aber da war es schon raus.
Der Angesprochene drehte sich um, immer Snape in den Augenwinkeln behaltend, um nicht eine weitere Strafarbeit aufgebrummt zu kriegen. Unsere Blicke trafen sich. Er wirkte irritiert.
„Und eine weitere Stunde Nachsitzen für Mr Finnigan und Miss Granger!" Snape.
Nachdem dieser kehrtgemacht hatte, flüsterte Ron mir zu: „Sag mal, wo hast du denn gesteckt heute morgen? Und was war das denn eben? Was ist heute bloß mit dir los? Hast du deine Tage oder so? Ginny meinte, dann werden so einige Mädchen launisch. Ich..."
Gerade wollte Ron eine weitere Palette von Fragen preisgeben, als Professor Snape ihn scharf ansah.
„Wir reden in der Pause drüber!", beendete er seinen Redeschwall.
„Mr Weasley, zehn Punkte Abzug für unerlaubtes Reden im Unterricht. Und... ah ja, natürlich zehn Punkte Abzug für jeden der vier, weil Sie alle zu spät kamen."
Am Ende des Unterrichts gingen Lavender, Parvarti, Seamus und ich zu Snape nach vorne, während die restlichen Schüler ihre Sachen packten und nach und nach den Raum verließen. Malfoy sah mich feixend an, bevor er zu seinem nächsten Fachraum ging.
„Nun...", meinte Snape. „Kommen wir zu den Strafarbeiten. Sie, Miss Brown, können Mr Filch helfen, die Treppen, Flure und Korridore zu säubern. Sie, Miss Patil können ihrer Freundin bei dieser Arbeit helfen. Erscheinen Sie um 20°° Uhr bei dem Hausmeister. Und Sie Mr Finnigan und Miss Granger - die Bücher in einem bestimmten Raum dieser Gewölbe müssten dringend sortiert werden... Ebenfalls: Um 20°° Uhr vor diesem Unterrichtsraum hier. Sie können nun gehen..." Seine Lippen kräuselten sich.
Wir verließen so schnell wir konnten den Kerker.
In der Pause ließ Ron Worten Taten folgen. Er versuchte mich bis auf den letzten Tropfen auszuquetschen.
„Warum warst du so spät?"
„Ich hab einfach verschlafen, Ron!"
„Du verschläfst doch nie. Du hast noch nie verschlafen! Hat sie doch nicht, oder Harry?"
„Nein!", stimmte Harry ihm zu.
„Du..." Ron räusperte sich. „Du kannst es uns sagen, wenn du deine dingsda, na, du weißt schon was, hast. Wir.. wir können dich dann in Ruhe lassen!"
Ich verdrehte genervt die Augen. „Ron, mir wäre schon gedient, wenn du jetzt deine Klappe halten würdest!"
„Aber das ist komisch. Du verschläfst und was war denn das mit Seamus?"
„Was sollte da gewesen sein?", fragte ich und versuchte so unschuldig und ahnungslos wie möglich zu wirken, aber vermutlich wurde ich knallrot. Ron runzelte die Stirn.
„Ron, es ist nichts!", fuhr ich ihn ärgerlich an.
Er schien einen Moment zu überlegen. Er kam anscheinend zu einer Erkenntnis, denn er schaute mich mit offenem Mund an. Fassungslos. „Du bist schwanger! Schwangere Frauen sind immer merkwürdig, sagt Mum! Du bist müde, weil du schwanger bist. Und du baggerst Seamus an, um einen Vater für das Kind zu haben! Was ist den mit dem Leiblichen?"
Harry konnte nicht mehr an sich halten und prustete los. „Schwanger!", gluckste er. „Auf was für Ideen kommst du denn? Schwanger!"
„Könnte doch sein!", meinte Ron ein bisschen beleidigt.
„Klar! Und ich bin der Vater von Snape!"
„Und?" Ron wandte sich wieder mir zu und versuchte Harry zu ignorieren, der einen weiteren Lachanfall bekam.
„Was und?" Ich sah ihn verständnislos an.
„Bist du schwanger?"
„Quatsch!"
„Echt nicht?"
„Ron! Nein!"
Um 20:00 Uhr stand ich mit meinem Angebeteten vor der Kerkertür.
Ich hatte versucht, mir eine schöne Frisur zu machen, was aber kläglich gescheitert war, genauso wie der Versuch Make-up aufzulegen. Ich gab es schließlich auf, nachdem die Wimperntusche zum fünften Mal verwischt war, der Lipgloss auch beim dritten Versuch ihn aufzutragen auf den Teppich getropft war und mir die neuen Frisuren wieder und wieder nicht gefallen hatten.
Snape kam 20°² Uhr mit wehendem Umhang die Treppen hinunter. Wortlos, nur mit einer Geste, bedeutete er uns, ihm zu folgen. Er führte uns durch die Gänge mit ihren dicken Mauern. Nur die Fackeln erhellten die Finsternis. Alle schwiegen. Vor einer der vielen Türen, an denen wir vorbeigekommen waren, blieb er stehen.
Der Raum dahinter war genauso düster und trostlos wie alle anderen Räume auch, die im Kerkergewölbe lagen. Es war dunkel, staubig und schmutzig. Hunderte von Büchern lagen auf dem Boden. Moderig und mit Staub bedeckt. Hunderte Regale standen an den Wänden, genauso staubig. Schilder waren über den einzelnen Fächern angebracht. ´´Zaubertränke´´, ´´Flüche´´ oder ´´Kräuter´´ standen darauf. Befleckt, bei einigen kaum noch lesbar.
„Bis heute um 22°° Uhr sortieren Sie die Bücher nach Themen!"
„Alle?"
„Was Sie heute nicht schaffen, können Sie selbstverständlich auch morgen erledigen."
Seamus klappte die Kinnlade runter.
Mit einem letzten ruckartigen Nicken verschwand der schwarzhaarige Lehrer wie ein Schatten.
Sobald die Tür hinter Snape ins Schloss gefallen war stöhnte Seamus auf. „Das schaffen wir nie!"
Ich zuckte mit den Schultern. Stand einfach nur da. Schließlich nahm ich mir das erstbeste Buch. ´´Geheimwissenschaft der Tränke´´ war auf dem fleckigen Umschlag zu lesen. Ich suchte das Schild mit ´´Zaubertränke´´ am Regal und stellte das Buch dorthin. Seamus fing an mir zu helfen. Wir arbeiteten schweigend. Um 22°° Uhr holte Snape uns ab. Wir hatten kaum etwas geschafft.
SEAMUS
Schon wieder verschlafen heute Morgen. Diesmal war es aber weitaus schlimmer. Snape stand auf dem Stundenplan. Ich fluchte ziemlich laut, als ich so schnell wie möglich versuchte in meine Klamotten zu kommen. Ich konnte nur beten, dass Snape heute einen Rekordversuch im langen Duschen aufstellen wollte. Aber vielleicht war er deswegen auch extra früher aufgestanden, um eben nicht zu spät zu kommen.
Völlig abgehetzt und ungekämmt kam ich im Kerker an. Ich bekam zehn Punkte Abzug und Nachsitzen aufgebrummt. Snapes einzige Freude: Schüler ärgern. Oder war das schon wieder ein Wettbewerb? Wer ärgert am besten Schüler? Da würde Dumbledore haushoch verlieren.
Ich setzte mich still wie ein Mäuschen auf meinen Platz, als mich die Granger eine Reihe weiter hinten anquatschte.
„Mach dir nichts draus!", flüsterte sie.
Das irritierte mich ziemlich. Ich drehte mich zu ihr um. Sie hatte schon wieder zu viel Rouge genommen.
Ron schien das Verhalten seiner besten Freundin auch ziemlich zu verwirren, denn er fing sofort an, sie mit Fragen zu löchern: „Sag mal, wo hast du denn gesteckt heute morgen? Und was war das denn eben? Was ist heute bloß mit dir los? Hast du deine Tage oder so? Ginny meinte, dann werden so einige Mädchen launisch. Ich..."
Dafür zog Snape ihm auch zehn Punkte ab. Er wollte seinen tollen Schüler-ärgern-Wettbewerb wirklich gewinnen.
Nach der Stunde sagte uns Snape, was wir zu tun hatten, als Strafe dafür, dass wir zu spät gekommen waren. Wir sind Lavender, Parvarti, Hermine und ich. Parvarti und Lavender mussten schrubben, bis ihnen die Hände abfielen und ich und Hermine mussten Bücher sortieren, bis der Arzt kam. Auch nicht schlecht! Auch ziemlich schrecklich!
In der Pause suchte ich wie immer einen flammend roten Haarschopf, deren Besitzer ein weibliches Geschöpf war. Ich fand sie etwas abseits des Gedränges, ausnahmsweise mal nicht von Freunden umringt.
„Hi Seamus!", rief sie und startete die Windmühlen-Masche.
„Hey Ginny!", rief ich zurück und begann auch die Windmühle zu machen.
„Tschüß, Dean! Muss weg!" Grinsend zeigte ich mit meinen Windmühlenarmen Richtung Ginny.
Er grinste zurück. „Na dann! Lass deine Hände bei dir!"
Ginny war, wie meistens, gut gelaunt.
„Na?"
„Na?"
„Und? Wie war der Unterricht bis jetzt?"
„Wir hatten Snape!"
„Ach so, verstehe. Irgendwas Besonderes passiert?"
„Schön wär's! Nichts ist passiert, außer dass ich heute Abend Bücher sortieren darf!" Ich zog eine Fratze.
„Wieso denn das?"
„Verschlafen. Ich kam höchstens zehn Minuten zu spät, aber du kennst ja Snape. Er hat mir sofort eine Strafarbeit aufgebrummt."
Ginny seufzte. „Der Typ ist unmöglich. Der war doch bestimmt auch nicht immer pünktlich, als er Schüler war!"
„Ja ja, die guten alten Zeiten!"
„Das ist Filchs Spruch! Die guten alten Zeiten in denen Filch noch seine Schüler foltern konnte..." Ginny kicherte.
„Hör auf!"
Wir lachten beide los und verabredeten uns für die Mittagspause im Gryffindorturm zum Schachspielen. Sie wollte sehen, wie gut ich war.
Ich gewann alle Spiele. Nach drei Partien ergab Ginny sich und wir aßen Schokofrösche und alberten rum und quatschten.
„Im Schach bin ich unschlagbar!"
„Werd bloß nicht hochnäsig!"
„Ich doch nicht!" Ich tat gespielt erschrocken.
Ginny lächelte und sah mich an. Mit ihren Mandelaugen. Wurde sie rot oder hatte Hermine ihr den Tipp gegeben, sich so viel Rouge auf die Wangen zu schmieren?
Um 20°° Uhr war ich, wie Snape es befohlen hatte, bei der Kerkertür. Hermine und ich standen uns die Beine in den Bauch (na ja, okay, wenn man's genau nimmt, standen wir nicht sonderlich lange da). Auf jeden Fall entschieden zu lange, denn ich entdeckte, dass Hermine sich auch noch die Wimpern tuschte.
Ihre Wimpern waren ziemlich lang und dicht. Richtig hübsch. Von Natur aus sind doch Wimpern nicht so. Oder?
Ich beschloss, mich nicht weiter darum zu kümmern, besser gesagt: Ich versuchte es!
Snape kam genau im richtigen Augenblick um mich von meiner Mitschülerin abzulenken. Er führte und durch dutzende Gange und Biegungen und nach etlichen, langen Minuten standen wir vor einer knorrigen alten Tür mit noch knorrigeren und älteren Regalen in dem Raum, der dahinter lag. Mal ganz zu schweigen von den befleckten, jahrtausende alten Büchern, die auf dem Boden lagen. Überall verstreut.
„Das schaffen wir nie!", stöhnte ich, nachdem Snape die Fliege gemacht hatte.
Vielleicht wollte er sich notieren, wie oft er heute seine Schüler gequält hatte, um morgen am Frühstückstisch damit angeben zu können.
Hermine begann irgendwann, nach einer kleinen Ewigkeit, in der ich immer wieder staunte, wie lange Wimpern solche Tusche doch machte, die Bücher zu sortieren. Ich half ihr. Keiner von uns redete. Ich schaute mir nur manchmal ihre Wimpern an.
Am Abend sah der Kerker auch nicht viel anders aus. Immer noch lagen die Bücher, wo sie gerade hingeschmissen worden waren. Die Regale waren nur kläglich gefüllt.
Bevor ich an diesem Abend einschlief, kamen mir Hermines Wimpern in den Sinn. Ich fragte mich, warum mir diese Megawimpern nicht früher aufgefallen waren.
Diese Nacht träumte ich von Hermine. Und von Ginny. Sie standen sich gegenüber, ich stand zwischen ihnen.
„Seamus, du musst dich entscheiden!", sagte Ginny und sah mich auffordernd an.
„Ja, du kannst uns nicht beide haben! Vielleicht hast du dir das so gedacht, aber..." Hermine schüttelte den Kopf. Unmerklich und traurig.
„Entscheide dich!", fauchte Ginny. Sie schaute mich an, ihr rotes Haar glänzend wie Kupfer in der Sonne. Dann drehte sie sich um und ging über den Rasen davon. Hermine und ich schauten ihr hinterher, bis sie nur noch ein kleiner Punkt am Horizont war.
„Hör auf dein Herz!", wisperte Hermine mir zu. Sie nahm meine Hand und drückte sie kurz. Dann ging auch sie.
