So, da bin ich wieder, ich hab das Warten auf Kommis satt, ich update trotzdem!
Disclamer: Mir gehört gar nichts, außer die Handlung. Ich verdiene mit dieser Geschichte kein Geld.
Kapitel 5: Die Disco
HERMINE:
„Ich weiß gar nicht, warum wir so viel Zeit für irgendwelche Stylingaktionen kriegen. Wir brauchen doch keine drei, vier Stunden und mehr um uns für eine Disco fertig zu machen! Das macht doch kein Mensch!", sagte Ron ungläubig.
Die Jungs und ich blieben am Tisch sitzen, während die meisten anderen Schüler zur Eingangshalle drängelten, damit sie genug Zeit hatten, sich für die Party zurechtzumachen.
„Ron, Mädchen benötigen normalerweise mindestens drei Stunden, sonst haben sie das Gefühl einfach schrecklich auszusehen!", belehrte ich Ron und dachte dabei an Lavender und Parvarti, die jetzt sicherlich schon aufgeregt durch den Gryffindorturm liefen und „Wir haben keine Zeit mehr! Wir haben nur noch ein paar Stunden!" jammerten.
„Du nicht!"
„Warum ausgerechnet ich nicht?" Ich blitzte ihn gefährlich an.
„Du brauchst nie so lange, du..."
„Stopp!", rief Harry. "Aufhören! Fangt nicht schon wieder an zu streiten!"
„Ich geh dann mal!" Ich stand auf und stürmte aus der großen Halle. Ob alle so dachten wie Ron? Das ich einfach ein burschikoses Mädchen war, die nur zwei Jungs als Freunde hatte und sich nie richtig ins Zeug legte, um einem Jungen zu gefallen? Ich atmete tief durch. Ich wollte nicht anfangen zu weinen! Nicht wegen Ron!
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„Was soll ich denn nehmen?", hörte ich Parvarti schon kreischen, bevor ich die Tür zum Schlafsaal geöffnet hatte.
„Hermine!" Hysterisch fuchtelte Parvarti mit mindestens zehn verschiedenen Oberteilen in der Luft herum, als sie mich erblickte. „Was soll ich nehmen? Nun sag schon! Was soll ich denn bloß anziehen? Lavender meinte, dass Pinke hier würde mir gut stehen." Sie wedelte mit einem neonpinken Top, dass einen supertiefen Ausschnitt hatte. „Was sagst du Hermine? Soll ich das tragen? Mir persönlich gefällt eigentlich das Grüne besser!" Sie zeigte auf ein dunkelgrünes Samttop.
„Nehm doch einfach das Violette mit den Pailletten!", seufzte ich, als Parvarti Luft holte.
„Oh." Die Inderin schaute sich das Top an und überlegte anscheinend, ob sie auf meinen Rat hören sollte oder lieber nicht. „Klar! Natürlich! Das sieht super aus! Danke Hermine, danke!", kreischte sie dann plötzlich schrill wieder los.
Ich hoffte, dass ich nicht taub sein würde, wenn ich mit der Schule fertig wäre. Ich ließ mich auf mein Bett sinken und beobachtete Lavender, die vor dem Spiegel stand und einen Rock nach dem nächsten anprobierte.
Parvarti strahlte, als sie aus dem Bad kam. „Und, wie sehe ich aus?"
„Wow!", hauchte ihre Freundin. „Es sieht wunderschön aus!"
„Ja, es sieht wirklich gut aus.", stimmte ich zu.
Ich meinte es so, wie ich es sagte. Sie sah fantastisch aus!
„Möchtest du in deinen Schulklamotten zu einer Disco? Ich meine, da kannst du doch nicht mit den Klamotten hingehen! Das sieht, ehrlich gesagt, etwas uncool aus!", erklärte Parvarti mir, als ob ich das nicht selbst wüsste. „Du kannst dir gerne ein Top von mir leihen. Und einen Rock. Und Schuhe brauchst du auch. Kannst du überhaupt auf High-Heels laufen? Oder hast..."
„Ich gehe nicht!", rief ich völlig entnervt von dem schrillen Gekreische.
„Was?" Fassungslos starrten die beiden Freundinnen mich an.
„Warum denn das nicht? Parvarti hat doch gesagt, sie kann die Klamotten leihen und..."
„Ich muss bei Snape nachsitzen! Schon vergessen?"
„Uuuh!"
„Uuuh, jaah!", äffte ich sie nach. Eigentlich war das nicht meine Art, aber es ging mir auf den Keks: Die Streitereien mit Ron, die Frage, was man alles anzieht und was nicht...
„Hermine, ist...", setzte Parvarti an.
Da klopfte es an der Tür. Ginny steckte ihren roten Haarschopf durch die Tür. „Snape steht vor der fetten Dame. Er will dich und Seamus sprechen, Hermine. Kommst du?"
Ich nickte. Ging die Treppe runter, folgte dem kupfernem Haar. Vor dem Porträtloch stieß ich auf Seamus.
„Meinst du, wir können auch in die Disco?", fragte er mich leise.
Ich zuckte mit den Schultern. „Keine Ahnung. Vielleicht. Vielleicht nicht."
Snape wartete schon ungeduldig vor dem Porträt und fuhr sich dabei ständig durch das ohnehin schon fettige Haar. „Sie dürfen heute Abend mit in die Disco. Professor Dumbledore meinte, jeder solle das Geschenk Professor Sinistras nutzen. Aber Morgen geht es weiter. So lange, bis die Bibliothek aufgeräumt ist!" Er schaute uns böse an, ein dünnlippiges, gemeines Lächeln auf den Lippen.
Seamus wartete, bis Snape außer Sicht- und Hörweite war, dann jubelte er. „Ja! Ja, ja, ja!"
Ich schaute mir seinen Freudetanz mit an. Irgendwann stutze er und sah mich an. „Freust du dich nicht?"
„Disco ist nicht so mein Ding.", sagte ich einfach.
Er nickte, als ob er verstehen würde und sah mich mit seinen braunen Augen an. Mir lief ein Schauer über den Rücken.
„O-Okay! Ich geh mich dann mal fertig machen!" Er machte eine vage Handbewegung Richtung der fetten Dame. Er ging und ich stand alleine auf dem Korridor. Ich ließ mich an der Wand hinuntergleiten. Im Turm waren Parvarti und Lavender. Ich hatte keine Lust auf ihr Gekreische.
Doch wenn ich gedacht hatte, ich hätte nun meine Ruhe, da hatte ich mich gründlich geirrt. Meine Schlafsaalgenossinnen stürzten durch das Porträtloch auf mich zu. Lavender hatte Lockenwickler in den Haaren, Parvarti hatte nur ein geschminktes Auge und beide waren im Bademantel. Parvarti trug einen in babyrosa, Lavender hatte einen Babyblauen.
„Hermine, wo bleibst du? Du musst dich doch für die Disco fertigmachen! Du hast nur noch ein paar Stunden, da kannst d doch nicht hier hocken und Trübsal blasen oder was weiß ich, was du getan hast, komm!" Lavender zog mich auf die Beine und gemeinsam zerrten mich die Freundinnen in den Schlafsaal.
Während Lavender den ganzen Kleiderschrank nach Klamotten durchforstete, zog Parvarti mich aus. Gemeinsam begannen sie, mich für die Disco zu stylen. Zum Schluss zogen sie mich, völlig begeistert von meinem Aussehen, vor den Spiegel.
„Wow!", hauchte Lavender, wie sie es auch schon bei Parvarti gemacht hatte. „Du siehst himmlisch aus!"
„Wahnsinnig sexy!", stimmte Parvarti zu.
Ich musterte mich. Das Top war marineblau und ziemlich tief ausgeschnitten, der Rock war aus Jeansstoff und wahnsinnig kurz. Die High-Heels glitzerten in Silber, meine Haare fielen in wunderschönen Locken über meine Schultern, meine Augen waren mit tiefschwarzem Kajal umrandet und meine Lippen glänzten rosig. Ich fand selber, dass ich ziemlich gut aussah.
„Kommt ihr, Mädels? Die Disco fängt in zehn Minuten an! Beeilt euch!", rief Lavender hysterisch mit einem Blick auf die Uhr.
Parvarti und Lavender liefen, so gut sie konnten, los, ihre Schuhe klackerten auf dem Boden. Ich versuchte hinterherzukommen und stolperte. Es war irgendwie schwieriger als ich gedacht hatte, mit solchen Schuhen zu laufen.
Als ich in der großen Halle ankam, hatte ich den Dreh langsam raus und geriet nicht mehr bei jedem zweiten Schritt ins Straucheln. Ich entdeckte Ron und Harry in der Eingangshalle und gesellte mich zu ihnen. Sie trugen beide T-Shirts und Jeans.
„Hi!", begrüßte ich sie.
Ron drehte sich gelangweilt zu mir um und machte den Mund auf, um etwas auf meine Begrüßung zu erwidern, als er mich sah. Ihm klappte die Kinnlade hinunter. Mit offenem Mund und großen Augen starrte mich nun auch Harry an.
„Du siehst wirklich... gut aus!", stammelte er.
„Wahnsinn!", flüsterte Ron. „Wahnsinn!"
In diesem Moment beschloss ich, den Streit von heute Morgen einfach zu vergessen.
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„Heute treten, wie auch beim Weihnachtsball letztes Jahr, die Schicksalsschwestern auf!", kündigte Dumbledore an.
Er stand auf einer kleinen Bühne an der rechten Seite der großen Halle. Links war ein Büffet aufgebaut worden, im hinteren Teil der Großen Halle standen Tische und Stühle und im vorderen Teil war die Tanzfläche.
„Viel Spaß!" Mit viel Applaus wurde er von der Bühne geleitet, doch noch mehr erscholl, als die Schicksalsschwestern auf die Bühne kamen, sich in Positur warfen, „Eins, zwei, drei, vier" anzählten und losrockten.
Die Menge kreischte und fing an zu tanzen und ich fühlte mich ziemlich verloren zwischen all diesen Leuten. Erfolglos versuchte ich, mir einen Weg zum Büffet zu bahnen. Und als auch noch Ron an meinen Klamotten zog, wobei ich hoffte, dass er nicht einen Blick unter meinen Rock oder in meinen Ausschnitt gewagt hatte, gab ich es auf. Ich seufzte ergeben und fing an mitzutanzen.
Beim Tanzen suchte ich nach Seamus. Er war sicherlich auch auf der Tanzfläche, er war so ein Typ. Ich suchte die Tanzfläche so gut ich konnte ab, doch ich konnte ihn nirgends entdecken. Gerade, als ich mich zum fünfzigsten Mal fragte, wo er war, tauchte er neben mir auf. Er grinste mir zu. Ich lächelte zurück. Ginny kam und das Lächeln verging mir. Sie tanzte Seamus an und er ging voll drauf ein.
Ich trat den Rückzug an und bahnte mir nun ziemlich brutal einen Weg durch die Menge. Ich holte mir eine Cola und setzte mich an einen der leeren Tische. Mir war zum Heulen zumute.
Ich beobachte die Scheinwerfer, die ab und zu durch den Raum zuckten. Beobachtete die Discokugel, ihr metallisches Glänzen. Die Schüler auf der Tanzfläche, die sich hin und herwiegten und schaute mir die vereinzelten Leute an den Tischen an. Hörte die Musik. Das Wummern.
Ich weiß nicht, wie lange ich da schon gesessen hatte, als ein ganz langsamer Song angespielt wurde. Viele schlossen sich zu Pärchen zusammen und tanzten eng miteinander. Lavender entdeckte ich mit Dean, Parvarti hatte sich Harry geschnappt. Er warf mir einen hilflosen Blick zu. Ron schien kein Mädchen gefunden zu haben, mit dem er zu diesem langsamen Lied tanzen konnte, auf jeden Fall kam er zu mir rüber.
„Lustig hier, oder?", sagte er schlecht gelaunt.
„Mhm. Wahnsinnig.", sagte ich, ebenso nicht enthusiastisch wie er.
„Soll ich dir noch eine Cola mitbringen oder ein Butterbier?"
„Butterbier, bitte!"
Wenige Minuten später kam er mit zwei Krügen Butterbier an meinen Tisch.
„Hast du Harry schon gesehen?" Mit einem Grinsen im Gesicht schaute er kurz zu Harry und Parvarti hinüber. „Klammeraffe Patil hat sich ihn geholt. Sieht ziemlich verzweifelt aus, der Arme!"
„Nun, Dean scheint auch nicht gerade glücklich zu sein. Guck mal, er versucht Lavender abzuwimmeln!"
„Schafft er nicht. Lavender ist erbarmungslos."
Wir kicherten und machten uns noch über das ein oder andere Paar lustig. Über den genervten Draco Malfoy und die verliebt aussehende Pansy Parkinson. Über Millicent Bulstrode, die Neville, wortwörtlich, fest im Griff hatte.
„Hast du eigentlich Ginny irgendwo gesehen?", fragte mich Ron.
Ich schüttelte den Kopf. „Aber Fred und George. Mit Katie und Angelina!"
Der Schmusesong verklang und es wurde wieder rockig, so dass auch Ron wieder die Tanzfläche stürmte, wo Harry ihn glücklich empfing.
Ich entschied mich etwas frische Luft zu schnappen. Das war immer noch besser, als hier rumzusitzen. Ich stöckelte mit meinen hohen Schuhen in die Eingangshalle. Sie war leer. Fast leer. Am Anfang der Treppe konnte ich zwei Menschen ausmachen, die heftigst miteinander beschäftigt waren. Als ich näher kam, erkannte ich sie: Ginny und Seamus! Mir blieb die Luft weg.
So schnell ich konnte, rannte ich mit hinaus in die Nacht. Ich ließ mich auf eine Bank fallen. Die Tränen konnte ich nicht länger zurückhalten.
SEAMUS:
„Irgendeine krieg ich auch noch rum!", meinte Dean grinsend, während er sich vor dem Spiegel des Waschraums eine weitere handvoll Gel in die Haare klatschte. Mein Freund zupfte und zippelte an seiner Frisur herum und nahm immer mehr und mehr Gel.
„Meinst du nicht, das reicht für heute?", fragte ich entnervt, nachdem er schon fast mehr als eine halbe Tube verbraucht hatte.
„Was reicht für heute?", fragte er abwesend und zupfte sich eine Haarsträhne ins Gesicht.
Wortlos nahm ich ihm das Gel weg, als er schon wieder danach griff. Vielleicht war heute sein Ich-will-schlimmer-aussehen-als-die-Freunde-von-Malfoy-Tag. Das würde alles erklären.
„Hey!", beschwerte er sich, nun voll anwesend. „Gib mein Shockwaves-Gel her! Das war teuer!"
„Warum verbrauchst du es dann so schnell?"
„Gib's her!"
„Warte doch mal! Hier steht Extrastrong . Da brauchst du nicht so viel nehmen!"
„Gib-mir-so-fort-mein-Haar-gel-zurück!", sagte er langsam.
„Wieso sollte ich?", fragte ich ihn herausfordernd.
Er entriss mir die Tube unsanft und stellte sich wieder vor den Spiegel.
„Viel Spaß dann noch!"
Dean reagierte nicht. Wahrscheinlich war er beleidigt.
Als ich die Treppe zum Gemeinschaftsraum hinunterkam, lief dort ein aufgeregter Neville von Ecke zu Ecke.
„Seamus! Hat jemand Seamus gesehen?", rief er. „Wo steckt..."
„Hier, Neville! Was ist?", brüllte ich quer durch den ganzen Raum.
Manchmal hatte ich nämlich das Gefühl, er wäre schwerhörig. Vielleicht hatte er ja einen unsichtbaren M-p-3-Player, der ständig und immer laute Musik spielte. Dann wäre es kein Wunder, wenn er uns nicht hörte. Aber ich verwarf meine Theorie sofort, denn
1.) Wir würden die Musik ja auch hören.
Und 2.) Neville hört eigentlich gar nicht so gerne Musik.
„Snape wartet draußen auf dem Korridor auf dich.", erklärte mir mein Klassenkamerad.
„Oh oh, was hast du verbrochen Seamus?"
Fred und George, die Weasley-Zwillinge tauchten neben mir auf.
„Warst du nicht artig?"
„Böser Junge!"
Sie zwinkerten mir zu.
Ich traf Hermine am Porträtloch.
„Meinst du, wir können auch in die Disco?", fragte ich sie.
„Keine Ahnung. Vielleicht. Vielleicht nicht.", war ihre mürrische Antwort. Danke, hätte ich mir ja schenken können! Sie zu fragen, meine ich.
Die überdimensionale Fledermaus wartete tatsächlich noch auf dem Korridor. Ohne Begrüßung oder sonstigen Schnickschnack legte er los: „Sie dürfen heute Abend mit in die Disco. Professor Dumbledore meinte, jeder solle das Geschenk Professor Sinistras nutzen. Aber Morgen geht es weiter. So lange, bis die Bibliothek aufgeräumt ist!" Konnte er sich nicht verkneifen, auch wenn ihn der erste Teil seiner Rede sichtlich Mühe gekostet hatte. So etwas Nettes auszusprechen lag ihm einfach nicht.
Und ich musste mich ziemlich zusammenreißen, um erst nachdem er weg war „Ja! Ja, ja, ja!" zu jubeln. Hätte mir bestimmt wieder eine Strafarbeit eingebracht. Grund wäre ´´Rumhüpfen auf den Fluren´´ gewesen.
Na ja, ich hüpfte also da rum und freute mich und was machte Hermine? Richtig: Stumpf in die Gegend starren, stocksteif, wie ein Brett.
„Freust du dich nicht?" Ich sah sie mit gerunzelter Stirn an.
„Disco ist nicht so mein Ding.", antwortete sie.
Es sah ihr ähnlich. Streber feiern nicht gerne! Und Streber mit schönen Wimpern anscheinend auch nicht. Ob Streber mit wunderschönen Wimpern und noch schöneren braunen Augen auch nicht gerne feierten? Hermines Augen waren so. So schön. So...
„O-Okay! Ich geh mich dann mal fertig... machen!"
Ich hatte gestottert! Ich hatte gestottert! Auf dem ganzen Weg hoch zu unserem Schlafsaal überlegte ich, warum ich bloß gestottert hatte. Es war doch nur Hermine! Oder?
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„Heute treten, wie auch beim Weihnachtsball letztes Jahr, die Schicksalsschwestern auf!", kündigte Dumbledore an.
Ich freute mich. Ich stand auf ihre Musik. Wirklich nur auf ihre Musik. Sonst wäre ich ja nicht scharf auf Ginny!
„Viel Spaß!", meine unser Schulleiter noch, aber in dem Gejubel, als die Schwestern auf die Bühne kamen, ging es ziemlich unter.
Die Band rockte los und wir mit ihnen. Ich tanzte als erstes ziemlich am Rand der Tanzfläche, die aufgebaut worden war. Selbstverständlich tanzte ich mit Ginny. Sie sah ziemlich gut aus, mit ihrem schwarzen Minikleid und dem tiefen Ausschnitt. Rattenscharf!
Dann guckte ich einmal, wie weit Dean mit seinen Aufreißversuchen war, aber zu seinem Bedauern fand er kein Mädchen, dass heiß genug für ihn war. Er meinte das jedenfalls. Ich glaube eher, er fand kein Mädchen, dass ihn heiß genug fand, was angesichts seiner schrecklichen Frisur auch kein Wunder war.
Während ich zurück zu Ginny ging und mich durch die tanzenden Massen schob, sah ich auch Hermine. Sie sah fantastisch aus! Das Top, dass sie trug war mindestens so weit ausgeschnitten wie Ginnys Kleid. Ich bemerkte erst da, wie viel Busen Hermine eigentlich hatte. Ihre Dinger waren ziemlich groß.
Sie tanzte halb mit Ron, halb allein und schien auch nur so halb bei der Sache zu sein, wie sie sich bewegte. Hermine schenkte mir ein kleines Lächeln. Als Ginny kam, tanzte ich mit ihr weiter.
„Ist dir auch so heiß wie mir?", brüllte mir Ginny nach einiger Zeit zu.
„Was?", brüllte ich zurück, um gleich darauf den Sinn ihrer Worte zu kapieren.
Doch da hatte Ginny schon längst reagiert und mich von der Tanzfläche gezogen, in die Eingangshalle und nach draußen.
„Mensch ist das erfrischend!", sagte sie aufatmend, während sie tief die kühle Nachtluft einatmete.
Es war eine klare Nacht, die Sterne am Himmel schienen hell, als wollten sie sagen, dass wir auch ruhig draußen hätten feiern können. Aber das war Quatsch! Sterne redeten nicht.
„Tolle Disco, oder?" Ginny sah mich an.
"Finde ich auch!"
„Hast du Durst?"
„Nein, eigentlich nicht. Aber ich kann dir was zu trinken holen, wenn du Durst hast !"
„Oh, nein, danke, Seamus, das brauchst du... also du musst das nicht... Du musst das nicht machen!" Sie wurde rot wie der Lippenstift, den meine Mutter immer benutzte. Der war auch so rot. Rotrosa. Rosarot.
Ginny griff schüchtern nach meiner Hand. Seit wann war sie schüchtern? Ich schien wohl ziemlich verwirrt geguckt zu haben, denn Ginny ließ meine Hand schnell los und japste: „'Tschuldigung!" als hätte sie Asthma.
„Schon okay!", sagte ich und griff etwas grob nach ihrer Hand. Verlegen guckte sie in eine andere Richtung. So würde das nie was werden! Ich wollte mit ihr knutschen, und zwar schnellstmöglichst!
Ich lief also zu den Rosenbüschen, riss schnell eine der Blumen ab, wobei ich mich natürlich an den Stacheln piekste und rannte schnell wieder zu ihr zurück. Beziehungsweise, ich wollte zu ihr zurückrennen. Sie war weg.
Ich fand sie in der leeren Eingangshalle, wo sie auf der Treppe saß und ziemlich nervöswirkend den Boden mit ihren Fingerknöcheln bearbeitete.
„Hey Ginny, da bist du ja!" Ich wedelte mit den Armen -die Windmühlen-Nummer beherrschte ich inzwischen ganz gut- und setzte mich neben sie.
„Hab ich für dich gepflückt!" Ich hielt ihr die rote Rose unter die Nase. Ginny nahm sofort, wie ein Chamäleon, ihre Farbe an.
„Oh, d-danke! Ich dachte schon, du wärst abgehauen, ich wusste nicht... also..."
„Schöne Mädchen lasse ich nie sitzen!" Was war ich doch für ein charmanter Kerl!
Wir würden uns küssen, gleich war sie bereit. Sie fiel mir um den Hals, noch die Rose in der einen Hand haltend, die mir prompt den Hals zerstach. Und dann küsste sie mich. Ich bekam wieder so ein Koks-LSD-Gefühl.
Wir knutschten ziemlich lange und ausdauernd durch. Irgendwann hörte ich Schritte und riss die Augen auf. Dann musste ich eben mit offenen Augen weiterküssen!
Die Schritte gehörten Hermine. Sie sah mich. Ich sah sie: ihren Blick! Die braunen Augen blickten zu mir, verletzt. Dann rannte sie weg. Ihr Blick gab mir einen Stich. Mir verging alle Lust am Küssen und ich ließ Ginny, mit der Ausrede müde zu sein, sitzen.
„Müde? Seamus, wir sind vielleicht gerade mal ´ne halbe Stunde beschäftigt!" Ginny schaute mich komisch an, doch ich ignorierte es.
Im Schlafsaal warf ich mich auf min Himmelbett und fragte mich, wieso ich ausgerechnet bei Hermine stammelte und stotterte und es mich auch noch in irgendeiner Art und Weise verletzte, dass sie verletzt war. Ich stotterte bei Ginny doch auch nicht! Und ich war schließlich in Ginny verknallt. Den Gedanken, dass ich mich eben selbst angelogen hatte, verwarf ich so schnell es ging wieder.
Ich seh gerade, dass dieses Kapitel 9 ½ Seiten hat. Wow...
