So, das nächste Kapitel!

Ich werde frühestens in 2 Wochen wieder updaten, hab nämlich Herbstferien und fahre weg! Hoffe, euch gefällt das Chapter! Ein kleines Review wäre sehr nett!

Eure Nelinett!

Disclamer: Die Figuren, Orte, etc. gehören nicht mir, ich benutze sie nur. Ich verdiene mit dieser Story kein Geld.

Kapitel 8: Verplappert!

HERMINE:

Ich war gerade erst aufgestanden, wollte nun frühstücken und mir danach einfach einen schönen Tag in Hogsmeade machen. Und versuchen nicht an Seamus zu denken. So viel zu meinen Vorsätzen für heute!

„Hermine, die haben den Ausflug nach Hogsmeade abgeblasen!", erzählte mir Ron aufgeregt auf dem Weg zum Frühstück.

„Was? Wieso? Woher weißt du das?"

„Es steht am schwarzen Brett im Gemeinschaftsraum!" War mir gar nicht aufgefallen. Mist! Wahrscheinlich hatte ich gerade an Seamus gedacht. Doppelter Mist!

„Sie haben es abgeblasen, weil in Hogsmeade ein Todesser gesehen worden ist. Es wurden Dementoren in das Dorf geschickt, um ihn zu fassen.", teilte mir Harry mit.

„Das gibt's doch nicht! Hoffentlich kriegen sie ihn wenigstens!"

„Ist ja wohl das Mindeste!", meinte Ron.

Am Frühstückstisch saß ich neben Seamus. Warum versuchten alle mich von meinem Vorsatz abzubringen? Warum sollte ich immer an Seamus denken?

„Hast du auch schon gelesen, dass der Ausflug wegen der Dementoren gecancelt wurde?", sprach Seamus mich von der Seite an. Selbst er versuchte es!

„Klar!" Mensch, Hermine, dachte ich. Reiß dich zusammen und sag irgendetwas Intelligentes!

„E-Echt doof!", stotterte ich.

„Ja, ich wäre so gerne in die Drei Besen gegangen."

„Was?"

„Wieso was? Ich..." Seamus nahm eine dunkelrote Farbe an, als er merkte, dass er sich verplappert hatte.

„Ich... also, ich...", stammelte er.

Da erhob sich Dumbledore von seinem Stuhl. „Dürfte ich um Ihre Aufmerksamkeit bitten!"

Sofort wurde es still in der Großen Halle.

„Ich erklär's dir später!", flüsterte Seamus mir schnell zu.

„Wie die meisten von euch sicherlich schon wissen, werdet ihr heute nicht nach Hogsmeade gehen. Es hängt ein Zettel in den Gemeinschaftsräumen, dort könnt ihr nachlesen, warum, für diejenigen, die es noch nicht wissen." Unser Schulleiter schmunzelte. „Aber der Ausflug wird selbstverständlich nachgeholt. Wir werden euch das genaue Datum noch mitteilen." Mit diesen Worten setzte er sich wieder.

Sofort sprang der Junge, an den ich heute eigentlich überhaupt nicht denken wollte, auf und verschwand. Den würde ich mir noch vorknöpfen! Ich wollte wissen, warum er mich angelogen hatte. Eigentlich konnte ich es mir schon denken: Weil er mit Ginny allein sein wollte in Hogsmeade. Aber warum hatte er mir das nicht einfach gesagt?

Ich erwischte Seamus im Gemeinschaftsraum, wo er saß und mit Ginny redete. Sollte ich da jetzt wirklich hingehen und einfach sagen: „Hey, Ginny, kann ich mir mal kurz deinen Freund ausleihen? Ich muss kurz was mit ihm besprechen!" ? Okay, beruhigte ich mich. Hermine, du machst das jetzt!

Zielstrebig ging ich durch den Raum zu Seamus und Ginny.

„Hallo!", begrüßte ich die beiden.

„Hi!" Ginny strahlte mich an. „Na, wie geht's dir denn so?"

„Gut." Jetzt! „Seamus, könnte ich kurz mit dir sprechen?"

„Nein!", sagte der Angesprochene schnell. Ginny runzelte die Stirn. Ihr Freund senkte den Blick. „Ja. Klar!"

„Draußen?", fragte Seamus und deutete auf das Porträtloch.

„Okay!" Ich zuckte mit den Achseln.

Wir gingen durch das Porträtloch, auf den Gang und in ein leeres Klassenzimmer. Eine Weile schwiegen wir uns an. Was sollte ich sagen? Einfach fragen, warum er mich angelogen hatte? Ich entschied mich dafür und hoffte, dass ich das richtige tat. Und dass er mich nicht noch einmal anlog.

„Warum?", durchbrach ich also die Stille. „Warum hast du mich angelogen?"

„Ich habe dich nicht angelogen!" Er schaute auf und unsere Blicke trafen sich. Schnell schaute ich weg.

„Weil... ich wollte gerne mit Ginny alleine sein.", sagte Seamus schließlich leise.

„Das hättest du mir auch sagen können!"

„Ich dachte du wärst dann beleidigt oder so..."

„Nicht beleidigter, als wenn man mich anlügt.", sagte ich schnippisch.

„Ja, das... das war nicht okay."

Er blickte auf und schaute mir in die Augen. Er meinte das ehrlich. Wirklich ehrlich. Ich sah es in seinen Augen. Lange sahen wir uns an. Die Schmetterlinge in meinem Bauch flatterten hin und her. Immer schneller und schneller. Mir wurde schwindelig. Und dann... dann wurde ein Traum wahr! Mal abgesehen von der Schulhymne, die der Kopflose Nick summte, als er in das Klassenzimmer schwebte.

Seamus und ich fuhren auseinander.

Erst da bemerkte der Geist, dass er nicht alleine war.

„Oh, Entschuldigung. Störe ich?"

Wie auf Kommando schüttelten wir die Köpfe.

„Na dann!", meinte Nick. „Hogwarts, Hogwarts, warzenschweiniges Hogwarts..." summend glitt er lautlos durch die Wand.

Die Stille, die danach folgte war... gespenstisch könnte man sagen. Seamus starrte mich verstört an.

„Ich muss noch Hausaufgaben machen!", murmelte er und flüchtete aus dem Raum. Und vor mir wahrscheinlich auch. Das war schon das zweite Mal an diesem Tag.

Oh mein Gott, dachte ich sofort danach. Du hast Seamus geküsst und machst dir nun Gedanken darüber, das wievielte Mal er an diesem Tag schon vor dir weggerannt ist? Er hat mich geküsst. Er hat mich geküsst! Ich konnte es einfach nicht glauben.

Sofort meldete sich mein schlechtes Gewissen: Seamus war in festen Händen und zwar in denen von Ginny, die eine gute Freundin von mir war. Sollte ich ihr etwas erzählen? Oder Seamus erneut zur Rede stellen? Sollte ich so tun, als wäre nichts gewesen? Oder sollte ich...?

SEAMUS:

Als ich heute Morgen am schwarzen Brett las, dass es keinen Ausflug nach Hogsmeade geben würde, wusste ich nicht, ob ich erleichtert oder sauer sein sollte. Immerhin musste ich mich in Hogsmeade nun nicht mehr vor Hermine verstecken, andererseits... So ein Tag nur mit Ginny... Ich sah uns an einer Straßenecke stehen. Wir knutschten heftigst. Ginnys Haar fiel in brauen Locken die Schultern hinab... HERMINE, dachte ich. Hau endlich aus meinen Gedanken ab!

Beim Frühstück wartete schon Ginny auf mich.

„Hi Seamus!", begrüßte sie mich und gab mir einen Kuss.

„Morgen!"

„Schade, dass wir nicht nach Hogsmeade gehen."

„Mhm..." Ich schüttete die Cornflakes in meine Schüssel.

„Dafür musst du aber den ganzen Tag mit mir verbringen. Gerade weil wir nicht nach Hogsmeade gehen können!" Ginny grinste.

Ich grinste zurück. „Klar!"

Ginnys Grinsen verwandelte sich in ein Lächeln. Ein wunderschönes Lächeln, mit dem sie glatt die Miss-Wahl gewonnen hätte.

In diesem Moment setzte sich Hermine neben mich.

Und genau in dem Moment, in dem ich sie sah, verspürte ich so ein merkwürdiges Kribbeln in meiner Bauchgegend. Wie tausend Ameisen, die in meinem Magen rumkrabbelten.

Igitt, Ameisen im Magen! Eklige Vorstellung!

Ich wollte irgendetwas zu Hermine sagen.

Warum eigentlich? Wer war ich? Ich wollte schließlich nicht den Baggert-Hermine-Granger-an-Wettbewerb oder so etwas Ähnliches gewinnen.

Mensch, war mir heiß! Hermine musste eine Heizung bei sich tragen!

Aber mit dieser Erkenntnis, die natürlich totaler Blödsinn war, welcher Mensch schleppte schon ´ne Heizung mit sich rum, kam auch keine Erleuchtung. Was sollte ich denn nun zu ihr sagen?

Mein Gehirn arbeitete auf Hochtouren und weil es –zumindestens manchmal- so bescheuert war, fragte ich sie: „Hast du auch schon gelesen, dass der Ausflug wegen der Dementoren gecancelt wurde?"

„Klar! E-Echt doof!" Klar! Hätte ich mir ja denken können! Natürlich wusste sie das. Wieso hätte sie das nicht wissen sollen? Und wieso war mir nichts Besseres eingefallen?

Mein Gehirn machte sich mal wieder selbstständig und bemühte sich und rackerte sich ab um irgendeinen intelligenten Satz zu finden.

„Ja, ich wäre so gerne in die Drei Besen gegangen."

„Was?"

Wieso was, dachte ich und: „Wieso was?", fragte ich auch. „Ich.."

Die Erkenntnis kam zu spät. Du Scheißgehirn, dachte ich wütend. Jetzt wusste sie es. Jetzt wusste sie, dass ich sie angelogen hatte. Dass ich ein verdammter Lügner war. Mist!

Ich spürte, wie ich knallrot wurde. Ich hätte locker den Apfelbäckchen-Wettbewerb gewinnen können.

Aber im Moment war das ziemlich egal, denn ich musste Hermine irgendetwas sagen.

„Ich... also, ich...", stammelte ich blöd rum und suchte verzweifelt nach einer Ausrede, als sich Dumbledore von seinem Stuhl erhob. Danke dafür, dass ich so einen Schulleiter hatte! Danke, danke, danke! So konnte ich Hermine erst einmal mit einem „Ich erklär's dir später!" abwimmeln.

Dumbledore sagte allerdings nichts Interessantes. Eben nur, dass der Ausflug nach Hogsmeade nicht stattfinden konnte und so weiter und so fort. Erst als er sagte, der Ausflug werde nachgeholt, horchte ich auf. Und sobald er sich wieder setzte, rannte ich, als wäre der Teufel mit einem Matorratt oder wie diese Muggeldinger heißen, hinter mir her. Ich wollte Hermine nicht schon jetzt Rede und Antwort stehen. Ginny kam mir, als würde sie der Teufel sein, der mich auf dem Matorratt jagte, hinterher gerannt.

Im Gemeinschaftsraum ließen wir uns keuchend auf das Sofa fallen.

„Seamus, was ist los?", fragte meine Freundin mich, als sie wieder einigermaßen gut Luft bekam.

„Was soll los sein?", röchelte ich.

Ginny seufzte. „Ist auch egal", meinte sie und rutschte ganz nah an mich heran.

Meine Mutter liebte Kitschromane, weil die ja „sooo romantisch sind!". Einmal hatte sie mir die allerromantischte Passage aus so einem Roman vorgelesen. Boah, ist mir übel geworden!

Doch genau wie in diesem Kitschroman passierte es: Ich sah Ginny tief in die Augen, unsere Lippen kamen sich immer näher und wir küssten uns.

In dem Roman dachte die Titelheldin noch irgend so etwas wie: „Hach, was habe ich für Schmetterlinge im Bauch!" Warum hatte ich jetzt keine Schmetterlinge im Bauch? Ob die bei mir durch Ameisen ersetzt wurden? Wenn ja, dann bedeutete das... Ruckartig setzte ich mich auf, bevor ich den Gedanken zu Ende denken konnte. Dabei stieß ich unglücklicherweise mit meinem Kinn voll an Ginnys Stirn. Autsch!

„Au!" Meine Freundin rieb sich mit schmerzverzerrtem Gesicht die Stirn. „Jetzt will ich aber doch wissen, was los ist."

„Sorry! Ist nichts los, ich hab nur nachgedacht!"

„Ja, ja...", sagte Ginny und lächelte. „Seamus, der große Denker."

Ich zuckte mit den Achseln. „Könnte doch sein." Ja, stimmt! Könnte doch sein, dass ich ein sehr nachdenklicher Mensch war. Mal davon abgesehen, dass das früher nie so war, dass ich früher nie besonders viel nachgedacht hatte... Mal davon abgesehen, könnte es natürlich sein.

„Hallo!", hörte ich plötzlich eine Stimme neben mir und sah auf. Es war Hermine. Flucht zwecklos!

„Hi! Na, wie geht's dir denn so?", begrüßte Ginny sie. Die Windmühle machte sie natürlich nicht, Hermine stand schließlich genau vor ihr.

„Gut!", antwortete diese.

Jetzt kommt das Unvermeidliche, dachte ich und bemerkte schon wieder die Ameisen.

„Seamus, könnte ich kurz mit dir sprechen?"

Nein, dachte ich. Laut.

Ginny runzelte die Stirn, denn das war ihr jetzt entschieden zu merkwürdig, dass ich, so überhaupt nicht Gentleman-like, so einfach schnell mal Nein sagte.

„Ja. Klar!", sagte ich darum schnell. „Draußen?"

Ich wollte nicht vor Ginny mit Hermine reden. Wirklich nicht. Darum gingen wir auf den Gang und in ein leeres Klassenzimmer.

Ich wusste nicht, was ich sagen sollte. Sollte ich ihr eine Ausrede auftischen oder lieber die Wahrheit sagen?

„Warum?", fragte mich Hermine nach einer kleinen Ewigkeit und schaute mich mit ihren braunen Augen an. Wie schnell können Ameisen eigentlich werden?

„Warum hast du mich angelogen?"

„Ich habe dich nicht angelogen!", widersprach ich schnell. Ich wollte ihr nicht die Wahrheit sagen, ich wollte sie nicht verletzten, ich wollte... sie andererseits aber auch nicht anlügen.

„Weil... ich wollte gerne mit Ginny alleine sein."

„Das hättest du mir auch sagen können!", meinte Hermine vorwurfsvoll. Ja, das hätte ich.

„Ich dachte, du wärst dann beleidigt oder so.." Ich wich ihrem Blick aus. Der hätte mich nur wieder schwach gemacht. Hermines Blicke machten mich schwach? War ich krank? Nein, ich war...

„Nicht beleidigter, als wenn man mich anlügt.", unterbrach Hermine meine Gedanken, bevor ich das Letzte zu Ende denken konnte.

„Ja, das... das war nicht okay." Echt nicht. Hermine hatte ja Recht. Ich schaute auf und sah genau in ihren haselnussbraunen Augen.

Meine Mutter schaute auch gerne Kitschfilme. Sie hatte eine Freundin, die ein Muggel war. Genau diese Freundin versuchte mir ständig etwas über die Muggelwelt zu erzählen, ich hörte ihr einfach nicht zu. Genau diese Freundin hatte meiner Mutter auch in die Welt der Kitschfilme eingeführt. Und wie im Film lief das jetzt ab: Wir schauten uns lange an und, ehrlich, ich konnte nichts dagegen machen! Wie in Zeitlupe sah ich ihren Kopf immer näher kommen. Ich fühlte ihre weichen Lippen auf meinen. Unsere Münder öffneten sich und...

„Hogwarts, Hogwarts, warzenschweiniges Hogwarts...", hörte ich plötzlich jemanden summen.

Was machte ich da, schoss es mir durch den Kopf. Was hatte ich getan?

Zum Glück war es nur der Fast kopflose Nick, der Hermine und mich gestört hatte. Man stellte sich vor, es wäre Ginny gewesen!

„Oh. Entschuldigung. Störe ich?", fragte der Geist. Schnell schüttelten wir die Köpfe.

Nein, dachte ich, du hast mich gerettet!

„Na dann!" Der fast kopflose Nick schwebte aus dem Raum, immer noch die Schulhmyne summend.

Ich konnte einfach nicht glauben, was ich da getan hatte. Ich konnte es einfach nicht fassen. Ich hatte Hermine Granger geküsst. Verstört guckte ich sie an. Sie war hübsch. Und wie!

„Ich muss noch Hausaufgaben machen!", murmelte ich schnell und rannte davon. Meine Gedanken rasten, genau wie ich. Aber wohin sollte ich? Zurück in den Gemeinschaftsraum zu Ginny? Ihr, nachdem ich eine Andere geküsst hatte, sofort wieder unter die Augen treten.?

So viele Gedanken schossen mir durch den Kopf. Und irgendwann auch die Frage: Warum hatte ich Hermine eigentlich geküsst? Und bevor ich den Gedanken verhindern konnte, bevor ich verhindern konnte, dass er sich zu einem richtigen, wahren Gedanken formte, da war er schon da: Ich hatte Hermine geküsst, weil ich in sie verliebt war.