Und das neue Kapitel! Viel Spaß damit! Ein Review wäre sehr nett smile!

Disclamer: Alles, außer der Handlung, die gehört nämlich mir, gehört Joanne K. Rowling. Ich verdiene mit dieser Geschichte kein Geld.

Kapitel 11: Das Traumpaar?

HERMINE:

Als ich am Morgen in die Große Halle kam, saß Ron schon am Tisch. Mist! Ich war extra ein wenig früher aufgestanden, damit ich ihn vor der ersten Unterrichtsstunde garantiert nicht sehen musste. Ich hatte keine Ahnung, wie ich ihm gegenübertreten sollte. Ich versuchte es erstmal mit völliger Normalität, etwas anderes fiel mir einfach nicht ein.

„Morgen, Hermine!", begrüßte Ron mich und schaute mich verlegen an. Oh Gott, hilf mir, was sollte ich tun?

„Hallo, Ron!"

„Hast du meinen Brief bekommen?", fragte dieser. Was sollte ich antworten? Nein? Ja? Ich bekam erst einmal einen Hustenanfall, schließlich musste ich mir noch eine Antwort überlegen. Ich entschied mich für die Wahrheit. „Ja, habe ich."

„Und?"

„Was und?"

„Bist du... also, ich meine... ich... Bist du auch in mich verliebt?"

Ich wollte Ron nicht kränken. Wenn ich jetzt Nein sagte, würde unsere Freundschaft dann nicht zerbrechen? Plötzlich fiel mir ein Film ein... „Good advice" oder so ähnlich hieß er und irgendein Ratschlag daraus war: „Die beste Methode, um über einen Kerl hinwegzukommen ist, sich unter einen Neuen zu legen!". Das musste ich ja nicht wortwörtlich nehmen. Aber vielleicht hatte er ja Recht?

Ich sah einfach keinen anderen Ausweg und... nickte.

Eine merkwürdige Stille entstand. Keiner wusste, was er sagen sollte. Irgendwann, nach einer kleinen Ewigkeit beugte Ron sich zu mir rüber und küsste mich. Ich fand es total seltsam. Küssen –das hatte ich mir immer total romantisch und schön vorgestellt. Und das war es auch gewesen. Allerdings nur mit Seamus. Jetzt war es einfach nur seltsam. Keine Spur von Schmetterlingen im Bauch und einer romantischen Atmosphäre. Ich wollte einfach nur weg.

Schweigend aß ich weiter und machte mir diese Gedanken.

Ron ging, er meinte, er habe noch zu tun.

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Bis zum Mittagessen hatte es sich rumgesprochen, dass Ron und ich miteinander gingen. Während wir von Fach zu Fach, von Klassenraum zu Klassenraum gingen, hielt Ron meine Hand. Fast stolz wirkte er dann, als wollte er sagen: „Seht her, ich habe das tollste Mädchen abgekriegt, ich, Ronald Weasley!" Ich hätte sterben können, als Seamus uns sah. Und trotzdem, obwohl er um die Ecke bog, ließ ich Rons Hand nicht los. Seamus sah irgendwie ein bisschen entgeistert aus, es tat mir fast weh.

Harry war froh, dass Ron und ich nun zusammen waren. „Das hätte schon eher passieren sollen!", fand er.

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In Zauberei der Geschichte mussten Seamus und ich nur noch das Ende unseres Aufsatzes über den Koboldaufstand von 1674 schreiben, das hatten wir schnell erledigt.

Am Anfang dachte ich, er würde mich vielleicht anders behandeln als sonst, weil ich und Ron doch nun... er tat es nicht und meine Bedenken kamen mir da fast lächerlich vor. Wieso sollte er mich anders behandeln? Er war ja nicht verliebt in mich oder irgendwie so etwas.

Der Aufsatz war fertig und wir saßen in der Bücherei, ratlos, was wir jetzt tuen sollten.

„Ich hab gehört, du bist jetzt mit Ron zusammen. Ah, ich hab's ja gesehen!", fügte er noch schnell hinzu. Ja, das hatte er. Er hatte uns Händchen haltend gesehen. Und ich hätte mich am liebsten von Ron losgerissen.

„Ja, wir sind jetzt zusammen.", sprach ich ihm nach.

„Schön."

„Mhm."

Wieder herrschte Schweigen. Oh, ich wollte Seamus so viel sagen. Wäre er mein Freund gewesen, hätte ich mich vielleicht getraut, ihm diese Dinge zu sagen. Aber so... ich ließ es lieber.

„Das freut mich wirklich", meinte Seamus, aber er sah dabei nicht besonders glücklich aus. Gedankenverloren starrte er auf den Tisch.

„Ähm... ist alles okay?", fragte ich ihn. Er hob den Kopf und sah mich an. Mit seinen wunderschönen Augen. Ich erinnerte mich, wie das beim letzten Mal ausgegangen war –mit einem Kuss, der viele Probleme nach sich gezogen hatte. Schnell schaute ich in eine andere Richtung.

„Klar!", antworte Seamus. „Alles ist okay. Wirklich. Alles okay!" Sarkastisch und fast... verbittert klangen die letzten Worte. Ich hatte nicht den Mut weiterzufragen. Auch weil Ron und Harry gerade in diesem Moment hinter einem Regal auftauchte und Ron mich mit einem Kuss und einem „Hi" begrüßte.

„Seid ihr auch schon fertig?", fragte Harry.

„Ja, das...", setzte ich gerade zu einer längeren Erzählung an, als Seamus mich aprubt unterbrach: „Ja, wir sind fertig." Seamus machte wirklich kein Geheimnis daraus, dass er so richtig schlechte Laune hatte. Ron runzelte die Stirn, sagte aber nichts, wofür ich ihm wirklich dankbar war. Vielleicht hätte das nur wieder einen Streit gegeben.

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„Wie bist du bloß mit Ron zusammengekommen?", empfingen mich Lavender und Parvartis Fragen schon, als ich den Schlafsaal betrat. Vorher hatten sie keine Gelegenheit gehabt, mich auszuquetschen, da ich mich immer versteckt hatte, sobald ich auch nur Eine von ihnen auf mich zukommen sah.

„War der Brief gestern... von Ron?", kombinierte Parvarti „messerscharf".

Ich nickte ergeben.

„Wow, ein Liebesbrief, wie romantisch!", sagte Lavender schwärmerisch.

„Apropos Liebesbrief, schaut mal zum Fenster hin. Ich glaube, da kommt gerade noch einer", meinte ihre Freundin mit einem verschmitzen Lächeln.

Tatsächlich: Eine Eule pickte gegen das Fenster. Ich ließ sie herein. Hermine stand auf der Pergamentrolle.

„Wieder für dich", hauchte Lavender, die über meine Schulter geschaut hatte, da sie unbedingt wissen wollte, ob der Brief wieder an mich war.

Ich entrollte das Pergament und las. Dort stand, ich solle heute Abend noch um Mitternacht vor das Schlossportal kommen, dort könnte ich den großen Unbekannten, den Absender des Briefes, treffen. Er bat regelrecht um mein Erscheinen.

Leider hatte ich nicht bemerkt, dass Lavender und Parvarti mitgelesen hatte, ich war zu beschäftigt mit dem Pergament gewesen.

Ich merkte es erst, als Lavender „Da musst du hin!" sagte und auch Parvarti meinte, das könne ich mir nicht entgehen lassen. „Es ist bestimmt von Ron, garantiert!"

Ich war mir nicht sicher, das war eigentlich nicht seine Schrift, aber vielleicht hatte er ja jemanden anderen für sich schreiben lassen. Und da meine Zimmergenossinnen es gar nicht anders zuließen, machte ich mich kurz vor Mitternacht tatsächlich auf den Weg.

SEAMUS:

„Erzähl mal!", drängelte Dean beim Frühstück. „Warum hast du mit Ginny Schluss gemacht? Und wie?"

Ich hatte ihm nichts erzählt und hielt jetzt auch weiterhin meinen Mund. Dean ist zwar mein Freund, aber der würde sich doch totlachen, wenn ich ihm erzählte, dass ich wegen Hermine nicht mehr mit Ginny zusammen sein wollte, oder? Nein, ich sage nichts!

„Ich geb's auf!", seufzte mein bester Freund nun. „Aus dir ist ja doch nichts rauszukriegen."

„Richtig!", bestätigte ich.

„Was ist richtig?"

„Es ist richtig, dass du aus mir nichts rauskriegen wirst."

„Wieso eigentlich nicht? Ich bin doch dein bester Freund!" Aaah, das Argument hatte mir gerade noch gefehlt. Das ist das Mir-fällt-nichts-mehr-ein-deswegen-versuch-ich-es-jetzt-so-Argument. Erpresserisch! Ich hasste es!

Aber was sollte ich darauf antworten? Richtig: Gar nichts! Der Kandidat kriegt hundert Punkte! Auf so ein bescheuertes Argument antwortete man nicht!

Das war allerdings nicht das, was meine Laune auf den Nullpunkt sinken ließ. Das war etwas anderes. Etwas weitaus Schlimmeres.

Es passierte, als ich zur ersten Stunde ging. Ich hatte Deans Ich-bin-doch-dein-bester-Freund-Satz schon wieder vergessen, wir machten Witze und lachten, bogen in den Gang ein, auf dem das Klassenzimmer für Verwandlung lag, und dann sah ich sie. Und mit sie ist nicht bloß Hermine gemeint, nein, mit sie sind Hermine und Ron gemeint. Händchenhaltend. Ihr könnt euch sicherlich vorstellen, wie entgeistert ich da war!

Der Plan war aufgegangen, Ron und Hermine waren zusammen. Zusammen! Ich hatte verloren! Plopp, machte es und mein Traum zerplatzte wie eine schillernde Seifenblase. Hörte sich kitschig an, aber genau so empfand ich es.

„Danke!", flüsterte Ron mir im Vorbeigehen zu. Ich lächelte ihn gequält an und hätte ihn am liebsten erwürgt. Aber Mordgedanken behielt man besser für sich. Man wusste ja nie... Wenn Ron nun plötzlich tot wäre, wäre ich der Hauptverdächtige, wenn ich diesen Mordgedanken geäußert hätte. Hermine bekam von all dem nichts mit. Von dem Danke und von den Gedanken natürlich auch nicht. Aber sie wusste, dass ich es wusste. Dass sie mit Ron zusammen war. Weil ich ihr direkt in die Augen geguckt hatte, als ich um die Ecke gebogen war.

Leider war es nicht so, dass ich Hermine nie mehr sehen musste oder zumindestens nie mehr mit ihr sprechen musste, denn da gab es noch einen gewissen Geschichte der Zauberei-Aufsatz. Hermine und ich mussten den heute noch zu Ende schreiben und dabei ließ sich das Sprechen schlecht vermeiden.

Was sollte ich also tun? Ich beschloss, mich einfach völlig, wirklich supernormal zu benehmen. Als würde mich das alles gar nicht stören. Als würde ich es gut finden, dass Ron und sie ein Paar waren. Das war sicherlich das Beste! Die besten Ideen vom Besten! Ähm... eigentlich blödesten Gehirn.

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Hermine und ich waren schnell fertig mit dem Aufsatz, uns hatten nur noch ein paar Schlusssätze gefehlt („Die aber auch sehr wichtig sind!", meinte Hermine mal).

Stumm saßen wir voreinander in der Bibliothek. Nun musste ich ran: ich musste Hermine schließlich verklickern, dass ich es toll fand, dass sie mit Ron zusammen war. Schließlich sollte sie nicht denken, dass ich irgendwie eifersüchtig war. Auch wenn ich rasend eifersüchtig undmeine Laune dementsprechend schlecht war!!!

„Ich hab gehört, du bist jetzt mit Ron zusammen.", sagte ich lässig. Äh ja, sie wusste ja, dass ich das schon wusste. „Ah, ich hab's ja gesehen!", fügte ich noch hinzu. Hörte sich einfach total bekloppt an.

„Ja, wir sind jetzt zusammen.", bestätigte sie. Da. Jetzt hatte ich es sozusagen amtlich. Hermine liebte mich nicht... Moment mal, sie dachte ja auch, ich liebte sie nicht, weil ich sie... angelogen hatte! Ich verfluchte mich schon wieder dafür. Hätte ich ihr das nur gesagt. Hätte ich doch nur! Aber das sagte ich natürlich nicht laut, ich meinte einfach nur: „Schön."

„Mhm."

Ich wollte sie küssen, ich wollte, dass sie meine Freundin war und nicht die von Weasley! Sie war so hübsch, so süß, so klug und... intelligent. Das war zweimal das Gleiche, aber war ja auch egal. Sie würde es eh nicht hören.

„Das freut mich wirklich", sagte ich. Klang ziemlich lasch. Ich schaute sie dabei auch nicht an. Hätt ich nicht über mich gebracht, echt nicht.

„Ähm... ist alles okay?", fragte sie mich vorsichtig. Ich guckte sie nun doch an. Ihre schönen braunen Augen mit den wunderschönen Wimpern... Hätte sie nicht in dem Moment weggeschaut, hätten wir uns sicherlich wieder geküsst. Oder? Bildete ich mir das nur ein, dass unsere Köpfe sich schon ein bisschen genähert hatten? Wahrscheinlich. Ich sollte aufhören, mir irgendwelche Illusionen zu machen, was aber gar nicht so leicht war, wie ich gerade feststellte.

„Klar!", antworte ich. „Alles ist okay. Wirklich. Alles okay!" Ich klang dabei wie ein verbitterter, alter Witwer, der gerade seine Frau verloren hatte und nun einsam und allein in einer Berghütte im Wald lebte.

„Hi!" Ron und Harry kamen auf unseren Tisch zu und mitten vor meinen Augen küsste Ron seine Neue, und hoffentlich auch bald Ex, dachte ich wütend, auf den Mund.

„Seid ihr auch schon fertig?", fragte Harry gutgelaunt in die Runde. Heute war ein Scheißtag! Alle waren gut drauf, nur ich nicht. Gestatten –Seamus, der Loser! Argh!

„Ja, das..." Es klang, als wollte Hermine gleich ausführlich über unser „tolles" Thema berichten, also unterbrach ich sie schnell und ziemlich ruppig: „Ja, wir sind fertig." Ich hatte ja gar nichts mehr zu verlieren! Weder bei Hermine noch bei sonst wem.

Einer, besser gesagt: Eine, schien das aber ganz anders zu sehen. Ich kam in den Schlafsaal, fertig mit meinen Hausaufgaben und sowieso total fertig, und dann lag da diese Pergamentrolle auf meinem Bett.

Sie war von einer gewissen Unbekannten, die mich anflehte ich solle sie unbedingt heute noch treffen, um Mitternacht, vor dem Schlossportal.

Völlig bekloppte Idee, dachte ich als erstes. Aber... dann kam mir ein Gedanke. Vielleicht könnte ich mit dieser Unbekannten kurzzeitig zusammenkommen und vielleicht... also, vielleicht würde Hermine ja eifersüchtig werden??? Ich schöpfte neue Hoffnung und beschloss, dass die Sache zumindestens einen Versuch wert war.

Ich würde heute Abend noch eine große Unbekannte treffen, die hoffentlich halbwegs gut aussah und mit der ich Hermine klar machen konnte, dass sie eigentlich in mich verliebt war und nicht in Ron.