Ein neues Kapitel! Ich wollte es eigentlich am Wochenende on stellen, hatte aber unsere Klassenreise vergessen, also kommt es jetzt ein wenig verspätet. Habt trotzdem Spaß an dme Chapter und hinterlasst ein kleines Review!

Disclamer: Alles, außer der Handlung, die gehört mir, gehört Joanne K. Rowling.

Kapitel 13: Zur Rede gestellt

HERMINE:

Seamus und ich gingen zusammen zurück in den Gemeinschaftsraum. Hand in Hand. Ich war unglaublich glücklich, endlich war ich mit Seamus zusammen. Er war auch in mich verliebt. Er war es tatsächlich!

Wir mussten die fette Dame wecken, als wir vor dem Porträt standen, da sie schon tief und fest schlief. Sie gähnte und steckte sich erst einmal, bevor sie schlecht gelaunt auf uns blickte und das Passwort verlangte. „Was macht ihr überhaupt hier? Ihr solltet schon längst in euren Betten liegen! Wenn das so weitergeht, sollte ich wirklich Albus Dumbledore Bescheid geben!", fügte sie noch hinzu.

Im Gemeinschaftsraum wartete eine böse Überraschung auf uns.

„Ron!", rief ich, halb erstaunt, halb verschreckt, als ich ihn in einem Sessel am Kamin sitzen sah. Grimmig blickte er uns entgegen.

„Hallo Hermine! Na, ist dein Date beendet?"

„Was..? Wie kommst du darauf, dass...?"

„Weil du eine unglaublich schlechte Lügnerin bist!", fuhr er mich wütend an. „Oder dachtest du wirklich, ich habe dir abgenommen, dass du zu Hagrid wolltest?"

Er hatte ja Recht. Trotzdem machte er mich wahnsinnig!

„Ron, eine Beziehung sollte aus Vertrauen bestehen, aber du... du vertraust mir kein Stück!"

„Ich habe also Recht, ja? Du-", Er deutete mit dem Zeigefinger auf mich, „-bist mit dem da-", er deutete auf Seamus, „-zusammen."

Etwas kleinlaut nickte ich. Ich war eiskalt erwischt worden.

Seamus schien die ganze Situation ziemlich unangenehm zu sein. Nervös schaute er überallhin, nur nicht zu mir und Ron.

Der Streit zwischen mir und Ron wurde ein richtiger Streit. Ein hässlicher, böser Streit. Voller Hass und Verachtung. Anders als sonst immer.

„Und feige ist dein neuer Freund auch noch! Er sagt kein Sterbenswörtchen!", brüllte Ron. Seamus zuckte zusammen.

„Er hat nichts damit zu tun! Das ist eine Sache zwischen dir und mir und nicht zwischen dir und ihm! Er muss sich nicht dafür interessieren, mit welchem Jungen oder Mädchen aus meinem Jahrgang ich mich streite!", fauchte ich.

„So! Erst war ich einer deiner besten Freunde, dann der Junge, mit dem du gehst und jetzt, wo alles vorbei ist, bin ich-", ein bitterböses Lächeln machte sich auf seinem Gesicht breit, „-nur noch ein Junge aus deinem Jahrgang. Ich denke das war's!", sagte er, nun ohne die Spur eines Lächelns. „Unsere Freundschaft können wir ja wohl vergessen!"

„Bitteschön, wenn du meinst!" Ich drehte mich auf dem Absatz um und ließ beide Jungen stehen. Das war's! Ron war nicht mehr länger mein Freund. Als ich das realisierte, mir wirklich klar wurde, dass ich soeben einen meiner besten Freunde verloren hatte, und zwar durch meine eigene Schuld, fing ich an zu weinen.

„Hermine?", hörte ich Lavenders Stimme leise aus einem der Nebenbetten. „Ist alles okay? Ich habe euch streiten hören..." Ich antwortete nicht und irgendwann gab sie es auf.

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Am nächsten Tag ging ich Ron aus dem Weg. Harry hatte wohl über Ron alles über den gestrigen Streit erfahren, er fragte jedenfalls nicht, als ich mit Seamus zusammen frühstückte.

„Weißt du, was wir auf jeden Fall noch machen müssen?", fragte dieser mich beim Frühstück.

„Hm?" Fragend schaute ich auf, ich war in meinen Tagespropheten vertieft gewesen.

„Ob du weißt, was wir heute unbedingt noch machen müssen?"

„Äh, nein. Was?" Hatte ich etwas verpasst?

Seamus grinste spitzbübisch. „Ginny zur Rede stellen."

Ich lächelte. Natürlich! „Auf jeden Fall!"

Aber das brauchten wir gar nicht. Sie hatte eben die Große Halle betreten und steuerte nun auf uns zu. Grinsend, wie immer.

„Hallo!", begrüßte sie uns fröhlich und setzte sich zu uns.

„Guten Morgen!", sagten Seamus und ich im Chor.

„Ihr seht sehr glücklich aus", meinte Ginny.

„Ginny, hast du uns etwas zu sagen?", fragte Seamus.

„Jaaa, könnte schon sein..." Sie lachte, wurde aber schnell wieder ernst: „Nein wirklich! Hermine, hättest du es ihm nicht ein bisschen...", Ginny suchte nach den richtigen Worten, „schonender beibringen können? Es freut mich ja auch, dass du und Seamus, dass ihr jetzt ein Paar seid. Ehrlich!", fügte sie noch hinzu, als ich sie ungläubig anguckte. „Aber es hat Ron ziemlich getroffen und irgendwie war das so nicht beabsichtigt gewesen. Ich weiß, ich habe auch ein bisschen Schuld an eurem... an... an dem Ende eurer Freundschaft... Ich... Ihr seid so lange... Ihr habt schon so viel erlebt... Das kann doch nicht jetzt alles vorbei sein, oder?" Ein bisschen traurig sah sie aus.

„Was soll sie denn machen?", fragte Seamus an meiner Stelle.

„Oh, fang nicht an eifersüchtig zu werden!", sagte Ginny und klang etwas gereizt. „Es wäre nur schön, wenn die beiden sich wieder vertragen. Sie soll nicht wieder seine feste Freundin werden, so war das nicht gemeint!"

„Ich habe keine Ahnung, wie das jemals wieder gut werden sollte.", gestand ich ehrlich.

„Aber es kann doch nicht alles in einer halben Stunde kaputtgehen, was über die Jahre hinweg aufgebaut wurde." Verzweifelt sah Ginny mich an. Ich zuckte nur mit den Achseln. Anscheinend schon!

Mit einem letzten Seitenblick auf mich verabschiedete sich Ginny. Seamus nahm meine Hand. „Wird schon irgendwie gehen, oder?", sagte er unbeholfen. Er war so süß. Ich würde ihn für Ron nicht aufgeben, niemals! Und schon gar nicht, nachdem Ron sich gestern so aufgeführt hatte. Selbst wenn es auch meine Schuld war. Meine Alleinige war es nicht!

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Ron und ich ignorierten uns gegenseitig, aber ich war froh, dass Harry sich, obwohl ich seinen besten Freund so hintergangen hatte, noch mit mir sprach. Und zwar, als wäre nichts passiert und so schwebte ich in den nächsten Tagen mit Seamus wie auf Wolke sieben.

Ich war total verliebt. Und das merkte man mir auch an. Es geschah während des Verwandlungs-Unterrichtes.

„Alle Schüler bringen ihre Aufsätze über die Verwandlung von dem Tisch in ein Tier zu mir!", sagte Professor McGonnagal. „Und zwar jetzt!"

Sieden heiß wurde mir. „Hatten wir etwas in Verwandlung aufgehabt?", fragte ich Seamus, der neben mir saß, den Kopf halb in seiner Tasche, nach seinem Aufsatz suchend. Ich hörte sein gedämpftes: „Klar!"

Ich hatte meine Hausaufgaben nicht. Ich hatte meine Hausaufgaben nicht!, dachte ich panisch. Das konnte doch nicht sein. Ich hatte in all den Jahren immer meine Hausaufgaben gemacht und jetzt... Was hatte ich gestern gemacht? Mit Seamus Schach gespielt und... ähm... geknutscht. Ich hatte die Hausaufgaben dabei völlig vergessen.

„Ah, hier ist es!" Seamus zog eine Pergamentrolle aus seiner Schultasche. Sein Lächeln verblasste, als er die Überschrift dieses Aufsatzes sah: Der Liebestrank und seine Tücken.

„Ich hab den Aufsatz völlig vergessen!", murmelte ich meinem Freund zu. „Tja, ich leider auch. Wird meiner Note nicht gerade gut tun.", lächelte er gequält.

Seamus und ich waren die Einzigen, die die Hausaufgabe nicht hatte. Wir kriegten einen strengen Blick von McGonnagal und die belustigten der anderen Schüler, die ahnten, dass wir alles vor lauter Verliebtheit vergessen hatten.

Das Gedränge war, wie immer, riesig, als die Glocke zum Mittagessen läutete. Ich verlor Seamus schnell aus den Augen, nur Dean sah ich vor mir. Ein kleiner Post it!-Zettel flatterte zu Boden. Er musste ihn verloren haben. Schnell (nun, soweit das in dem Gedränge möglich war) hob ich ihn auf und warf einen Blick darauf. Und was dort stand, ließ mir das Blut in den Adern gefrieren.

SEAMUS:

Hermine und ich kehrten ziemlich spät in den Gryffindor-Turm zurück. Wir schlichen dieses Mal nur. Halb rennen ist schwierig, wenn man noch eine Person an der Hand hat, besonders, wenn der eine dann losrennt und der andere weiterschleichen will.

Also, wir schlichen also zurück, hatten wieder Glück und begegneten keinem, ich hatte keine Halluzinationen mehr (falls es welche waren), aber der schlimmste Part stand uns noch bevor: Als wir nämlich im Gemeinschaftsraum ankamen, wartete da schon eine gewisse Person, der ich einen gewissen „Rat" erteilt hatte. Richtig geraten, es war Ron! Super, das war jetzt genau das, was eine junge Liebe brauchen konnte: Den eifersüchtigen Ex! Nun gut, Ron wusste noch nicht, dass er der Ex war, also konnte man auch sagen: Der eifersüchtige Noch-Freund, der bald ein Ex-Freund sein wird. Mhm, klingt schon besser!

Gut, nun eher nicht, denn Ron sah ziemlich sauer aus.

„Ron!" Hermine hatte ihn früher als ich im Halbdunkeln auf einem Sessel sitzend ausmachen können.

„Hallo Hermine! Na, ist dein Date beendet?" Ähm, hatte ich schon erwähnt, dass ich solche Situationen verdammt unangenehm fand?

„Was..? Wie kommst du darauf, dass...?"

„Weil du eine unglaublich schlechte Lügnerin bist! Oder dachtest du wirklich, ich habe dir abgenommen, dass du zu Hagrid wolltest?", fuhr er ihr dazwischen, bevor sie eine vernünftige Frage formulieren konnte. Gar nicht gentlemanlike, Ron! Du hast noch eine Menge zu lernen. Okay, dies war ein Streit! Ich nahm alles zurück!

„Ron, eine Beziehung sollte aus Vertrauen bestehen, aber du... du vertraust mir kein Stück!" Sie hatte Recht. Ja, ihr Satz war richtig. Aber Ron hatte ja auch gar nicht so Unrecht mit seinem Nichtvertrauen, oder? Andererseits: Was konnte sie dafür, wenn Ginny uns verkuppelte ohne Ron vorher Bescheid zu sagen?

„Ich habe also Recht, ja? Du-", er zeigte auf Hermine, „-bist mit dem da-", er zeigte nun auf mich, „-zusammen."

Hermine war ein ehrlicher Mensch und deshalb nickte sie. Allerdings muss ich zugeben, dass ich das nur aus den Augenwinkeln sah, denn, wie schon erwähnt, fand ich das alles ziemlich unangenehm und schaute möglichst weder in Hermines noch in Rons Richtung. Weasley hätte sich garantiert nur angegriffen gefühlt und mir eine reingehauen und auf ein blaues Auge konnte ich echt verzichten, fand ich zumindestens.

Hermine und Ron stritten noch eine ganze Weile und wurden dabei immer lauter und aggressiver.

Bestimmt lagen alle schon hellwach in ihren Schlafsälen und lauschten dem Streit. Jedenfalls konnte ich mir das gut vorstellen, dachte ich gerade, als Ron nun beschloss, auch mich zu erwähnen.

„Und feige ist dein neuer Freund auch noch! Er sagt kein Sterbenswörtchen!" Ich zuckte zusammen wie ein Kaninchen bei einem Gewehrschuss und... hielt meine Klappe. Das Reden übernahm Hermine für mich. Danke, Hermine!

„Er hat nichts damit zu tun! Das ist eine Sache zwischen dir und mir und nicht zwischen dir und ihm! Er muss sich nicht dafür interessieren, mit welchem Jungen oder Mädchen aus meinem Jahrgang ich mich streite!", fauchte sie ihren Ex-Freund (Und das war er jetzt ja wohl wirklich, stimmt's?) an.

„So! Erst war ich einer deiner besten Freunde, dann der Junge, mit dem du gehst und jetzt, wo alles vorbei ist, bin ich nur noch ein Junge aus deinem Jahrgang. Ich denke das war's!", meinte Ron und funkelte seine, äh, Ex-Freundin dabei wütend an. „Unsere Freundschaft können wir ja wohl vergessen!"

„Bitteschön, wenn du meinst!" Hermine rannte die Treppen zu ihrem Schlafsaal hoch und ließ mich und Ron stehen.

Mein erster Impuls war, ihr nachzurennen, aber ich erinnerte mich noch rechtzeitig, was Ron einmal passiert war.

„Und du verschwindest besser, wenn du morgen kein blaues Auge und eine gebrochene Nase haben willst!", zischte Ron. Ich glaube, er hatte vergessen, dass wir im selben Raum schliefen. Trotzdem ging ich schnell nach oben.

„Ist es endlich vorbei?", gähnte Neville Longbottom, als ich die Tür aufriss. Er saß, wie die anderen auch, in seinem Bett. Keiner schlief.

Ich nickte und machte, dass ich schnell in mein Bett kam, bevor Ron diesen Raum betrat.

Als dieser reinkam, schliefen alle schon wieder. Oder sie taten zumindestens so. Wer wollte schon Ärger mit ihm kriegen, in seiner Situation und mitten in der Nacht?

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Am nächsten Tag frühstückten Hermine und ich das erste Mal als richtiges Paar zusammen. Nicht nur als Freunde, als Pärchen!

„Weißt du, was wir auf jeden Fall noch machen müssen?", fragte ich sie und hatte nicht bedacht, dass sie ihren Propheten las und mir überhaupt nicht zugehört hatte. Sofort kam auch gleich das: „Hm?"

„Ob du weißt, was wir heute unbedingt noch machen müssen?"

„Äh, nein. Was?" Verwirrt sah sie mich an. Selbst dabei sah sie gut aus!

„Ginny zur Rede stellen."

„Auf jeden Fall!", lächelte Hermine. Ginny konnte den Sieg bei den Miss-Wahlen vergessen, wenn Hermine dabei war. Ähm, falls Ginny irgendwann mal bei den Miss-Wahlen mitmachen würde.

Als hätte ihr jemand Bescheid gesagt, dass sie gerade verlangt wurde, kam sie kurze Zeit später schon in die Große Halle und kam nun auf mich und Hermine zu.

„Hallo!", rief sie fröhlich und setzte sich schwungvoll neben mich. Links von mir befand sich Hermine, rechts von mir war nun Ginny.

„Guten Morgen!", sagten wir.

„Ihr seht sehr glücklich aus", meinte Ginny.

„Ginny, hast du uns etwas zu sagen?" Ich grinste sie an. Den Ich-bin-so-unwiderstehlich-Blick, um sie zu überzeugen uns die Wahrheit zu sagen, ließ ich lieber. Nachher dachte noch irgendjemand etwas Falsches!

„Jaaa, könnte schon sein..." Sie lachte, wurde aber schnell wieder ernst: „Nein wirklich! Hermine, hättest du es ihm nicht ein bisschen... schonender beibringen können? Es freut mich ja auch, dass du und Seamus, dass ihr jetzt ein Paar seid. Ehrlich!" Ich war froh, dass sie nicht mehr sauer auf mich und Hermine war und dass sie sich freute, fand ich auch klasse. Das war richtig... nett!

Ginny erzählte weiter: „Aber es hat Ron ziemlich getroffen und irgendwie war das so nicht beabsichtigt gewesen. Ich weiß, ich habe auch ein bisschen Schuld an eurem... an... an dem Ende eurer Freundschaft... Ich... Ihr seid so lange... Ihr habt schon so viel erlebt... Das kann doch nicht jetzt alles vorbei sein, oder?"

„Was soll sie denn machen?", fragte ich, bevor Hermine den Mund aufmachen konnte. Ich hatte Recht, widersprecht mir nicht! Was sollte Hermine machen? Zu Ron gehen und sagen: „Hey du, es tut mir Leid, dass ich dich betrogen habe, können wir wieder Freunde sein?" Das wäre einfach nur dumm!

„Oh, fang nicht an eifersüchtig zu werden!", sagte Ginny gereizt. Hey, ich war nicht eifersüchtig! Höchstens ein bisschen. „Es wäre nur schön, wenn die beiden sich wieder vertragen. Sie soll nicht wieder seine feste Freundin werden, so war das nicht gemeint!"

„Ich habe keine Ahnung, wie das jemals wieder gut werden sollte.", meinte Hermine.

„Aber es kann doch nicht alles in einer halben Stunde kaputtgehen, was über die Jahre hinweg aufgebaut wurde.", sagte Rons Schwester und es klang regelrecht verzweifelt. Hatte Ron wohl ziemlich zugesetzt, sonst würde sie sich doch nicht so aufführen, oder?

Ginny ging.

Aber An Hermine war es anscheinend auch nicht alles spurlos vorbeigegangen, sie sah nachdenklich und auch ein bisschen traurig aus.

Ich nahm ihre Hand und versuchte sie ein wenig zu trösten: „Wird schon irgendwie gehen, oder?"

Hermine zuckte mit den Achseln. Dann nickte sie.

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Die nächsten Tage verbrachte ich fast nur mit Hermine und je mehr ich sie kennenlernte, desto sicherer war ich: Sie war es! Nein, vielleicht nicht die große Liebe, da habt ihr etwas falsch verstanden, aber zumindestens eine sehr große Verliebtheits-Liebe. Klang ziemlich kitschig, war aber so!

Ich vergaß noch öfter als sonst meine Hausaufgaben, was die Lehrer mir nicht gerade positiv anmerkten. Und selbst Hermine passierte das einmal. Es schien sie völlig aus der Fassung zu bringen, dass sie das allererste Mal in ihrer Schullaufbahn ihre Hausaufgaben nicht hatte.

Mit Ron redete sie die ganze Woche kein Wort. Ich... nun, ich redete fast kein Wort mit ihm. Zwischen zwei Stunden zog er mich zur Seite und sagte wütend, aber trotzdem so leise, dass es keiner außer mir hören konnte: „Danke für deinen wirklich tollen Rat!"

„Welchen Rat?", fragte ich und war ehrlich verwirrt.

Sei einfach nett zu ihr! Stimm ihr zu, bevor ihr euch wieder streitet!", äffte er mich nach und da wusste ich natürlich, welchen Rat er meinte.

„Ich hab es Harry erzählt.", meinte Ron weiter.

„Und?", fragte ich betont lässig.

„Er konnte sich vor Lachen kaum noch halten und meinte, das klinge wie diese Ratschläge aus irgendwelchen Frauenzeitschriften, die seine Tante immer liest! Du wolltest mich nur aus dem Weg räumen, stimmt's?"

Nun, das konnte man doch wirklich nicht so sagen, oder? Doch konnte man wohl, ihr habt Recht. Genau so war es gewesen. Wollte mir Ron eigentlich auch unterstellen, dass ich Frauenzeitschriften lese?

„Mein Gott, reg dich doch nicht so auf!", sagte ich etwas unwirsch.

„Ach nein? Ich reg mich aber auf und wie!"

Schön, verstand ich ja auch, aber ich sollte jetzt wirklich schleunigst verschwinden, bevor er sich so sehr aufregte, dass ich morgen ein blaues Auge hatte!

„Ich geh dann jetzt mal! Um dich abzureagieren brauchst du mich ja nicht! Mein Tipp: Ein Punching-Ball!"

„Den Tipp kannst du dir sonst wohin stecken!", brüllte Ron, so dass es jetzt alle hören konnten. Ein paar Erstklässer zuckten ängstlich zusammen. „Und ich fand dich immer ganz nett! Das hab ich nun davon!"

Ich hatte Ron auch immer ganz nett gefunden. Ich hatte.

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Als ich am Gryffindor-Tisch saß, dachte ich noch einmal über mein „Gespräch" mit Ron nach.

Ich wartete auf Hermine, mit der ich Mittag essen wollte und die ich im üblichen Gedränge aus den Augen verloren hatte.

Sie betrat die Große Halle weiß wie eine Wand. Was war denn mit ihr los? Ziemlich besorgt beobachtete ich, wie sie zu mir kam. Aber statt sich hinzusetzten blieb sie vor mir stehen.