Nächstes und letztes Chap, der Epilog ist gleich hinten dran! Viel Spaß!
Disclamer: Nichts gehört mir, außer der Handlung, die habe ich mir ausgedacht. Ich verdiene mit dieser Story kein Geld.
Kapitel 15: Ende gut, alles gut?
HERMINE:
„Eine Prügelei?", vermutete Madame Pomfrey, nachdem sie einen Blick auf die beiden Jungs geworfen hatte.
Ich nickte.
„Kinder, was macht ihr bloß immer!", schüttelte die Krankenschwester den Kopf und holte sogleich ihren Zauberstab, um Seamus und Dean zu verarzten.
Mit einem Schlenker brachte sie Seamus Nase und Deans Auge, das den Weg zum Krankenflügel immer blauer geworden war, wieder in Ordnung.
„Kopfschmerzen? Übelkeit?", fragte sie noch. Seamus hatte Kopfschmerzen, Dean war ein bisschen übel. Madame Pomfrey seufzte: „Dann bleibt ihr für eine Nacht zur Beobachtung hier, wer weiß, ob noch irgendwelche inneren Verletzungen vorhanden sind."
Damit scheuchte sie uns „Besucher" hinaus und die beiden Verletzen in die Betten hinein.
Schweigend gingen Harry, Ron, Ginny und ich die Gänge entlang und in den Gemeinschafstraum der Gryffindors. Dort war der Tumult groß. Alle kamen auf uns zugestürmt und wollten den weiteren Verlauf der Dinge hören. Ich flüchtete so schnell ich konnte in den Mädchenschlafsaal, wo leider Gottes aber schon Lavender und Parvarti lauerten und mich mit Fragen bombardierten.
„Ist noch irgendetwas passiert?"
„Hat Seamus Dean noch eine reingehauen?"
„Was hat Madame Pomfrey gesagt?"
„Wo sind die Jungs überhaupt?"
„Noch im Krankenflügel?"
„Sind sie schwer verletzt?"
„Hermine, jetzt sag doch mal was!"
„Sie sind noch im Krankenflügel. Zur Beobachtung.", sagte ich mit schwacher Stimme. „Und jetzt mache ich meine Hausaufgaben und dann geh ich zu Bett."
„Kannst du uns nicht noch etwas erzählen?", bettelte Parvarti, aber ich ging gar nicht darauf ein, sondern holte Pergament, Tinte und das Verwandlungs-Buch aus meiner Schultasche.
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Am nächsten Morgen, der zum Glück ein Samstag war, frühstückte ich mit Ginny. Es war noch recht früh und an den Tischen saßen nur vereinzelt Schüler.
„Gehst du heute Seamus noch besuchen?", fragte Ginny mich.
„Nein", antwortete ich.
Ginny verdrehte die Augen. „Ihr müsst doch miteinander reden, wieder Vertrauen aufbauen. Erinnerst du dich nicht mehr, was du zu Ron gesagt hast? Dass eine Beziehung vertrauen braucht, er dir aber kein Stück vertraue?"
„Was?" Überrascht schaute ich sie an. Woher wusste sie das?
Ginny grinste. „Du willst wissen, warum ich das weiß, hm? Hermine, ihr habt so laut gestritten, dass die Hälfte der Gryffindors aufgewacht ist!", erklärte sie mir, halb belustigt, halb mitleidig.
„Oh Gott", murmelte ich. Alle hatten uns gehört. Wie peinlich!
„Mach dir nichts draus!"
Plötzlich fiel mir noch etwas ein. Etwas, was ich sie schon die ganze Zeit fragen wollte. Unter vier Augen.
„Ginny, warum willst du eigentlich so unbedingt, dass Seamus und ich zusammenkommen? Du... Ich meine, er hat mich wegen dir doch verlassen."
„Schon... aber... ich weiß auch nicht." Etwas hilflos zuckte sie mit den Achseln. „Ihr seid so ein schönes Paar und ich denke... ich war auch nicht wirklich in ihn verliebt. Vielleicht verknallt. Er war mir nach ein paar Tagen einfach egal. Es war mir egal, dass er in dich verliebt ist."
„Ist er? Das klang auf dem Zettel aber ganz anders!", sagte ich mit ironischem Unterton.
„Der Zettel ist alt, Hermine! Überleg doch mal: Hast du Seamus irgendwann mal einen Post it!-Zettel schreiben sehen, der für Dean gewesen sein könnte?"
Irgendetwas in meinen Gehirn sagte unmissverständlich Ja. Ein verschwommenes Bild machte sich vor meinen Augen breit: Seamus, wie er in der Bibliothek saß, mir gegenüber, und irgendetwas auf einen Zettel kritzelte.
Ginny wartete auf eine Antwort.
„Ich glaube... ja, könnte sein", sagte ich nach einer halben Ewigkeit und wusste nicht, ob der Film, der sich vor meinen Augen abgespielt hatte, wahr war oder meiner Fantasie entsprungen war.
Rons Schwester ließ sich das nicht zweimal sagen und zerrte mich zum Krankenflügel, um Seamus dort abzuholen.
Die beiden Jungen wurden gerade entlassen.
„Und das ihr mir nicht noch mal solche Dummheiten macht!", mahnte Madame Pomfrey sie, aber es klang ehr mütterlich besorgt, als streng.
„Hallo!", begrüßte ich Seamus schüchtern. Ob er sauer auf mich war, weil ich ihm nicht geglaubt hatte? Ob es überhaupt richtig war, ihm zu glauben?
„Hi!", erwiderte er meine Begrüßung und schien auch ein bisschen verlegen zu sein.
„Seamus, könnte ich mit dir reden?"
Er warf einen unsicheren Blick zu Dean hinüber, dieser nickte.
Seamus und ich gingen auf die Ländereien, dort war es ungestörter als in den Gängen, wo uns viele, besonders seit der Prügelei gestern, neugierige Blicke verfolgten.
„Warum habt ihr euch geprügelt?", war meine erste Frage.
„Es ging, na ja, man könnte sagen es ging um dich."
„In wie fern?"
„Er war eifersüchtig, weil ich mich ständig mit dir getroffen habe und ihn... ein wenig vergessen habe. Und da fiel ihm der Zettel ein, den er noch in seiner Tasche hatte und er hat ihn... hm... sozusagen präpariert, also im richtigen Augenblick fallen lassen. Als ich gestern zu ihm ging, um ihm zu erzählen, dass du mir nicht glaubst, habe ich das rausgefunden. Wir haben uns gestritten und irgendwann wurde dann eine Schlägerei daraus."
Ich musste das alles erst einmal verarbeiten und so schwiegen wir beide eine Weile.
„Habt ihr euch wieder vertragen?"
„Ja, gestern noch, im Krankenflügel. Also mindestens einen Abend in der Woche musst du dich selbst beschäftigen!", grinste er. „Falls du mir glaubst und mich überhaupt noch willst. Der Zettel ist nämlich wirklich schon alt.", fügte er hinzu und dann: „Ich liebe dich doch, Hermine."
Ich glaubte ihm. „Ich liebe dich auch, Seamus.", sagte ich langsam. Es war seltsam, diese Worte aus seinem eigenen Mund zu hören. In den Filmen kam das immer zum Schluss, aber nun sagte man selber die magischen Worte: Ich liebe dich!
Ich war so glücklich, dass zwischen uns nun alles wieder geklärt war und mit einem Kuss besiegelt wurde.
SEAMUS:
Madame Pomfrey hatte einen sechsten Sinn was Schüler und Verletzungen angeht, warum, das wusste ich auch nicht, aber sie hatte ihn. Ihr erster Tipp war gleich richtig: „Eine Prügelei?"
Hermine nickte.
„Kinder, was macht ihr bloß immer!", meine die Krankenschwester und holte sofort ihren Zauberstab hervor, damit sie uns verarzten konnte. Schnell brachte sie meine Nase und Deans blaues Auge (Haha, das geschah ihm Recht!) in Ordnung.
Prüfend musterte sie uns und fragte dann: „Kopfschmerzen? Übelkeit?"
Die Kopfschmerzen hatte ich, übel war Dean und so meinte Madame Pomfrey, wir beide müssten noch eine Nacht zur Beobachtung hier bleiben, für den Fall, dass wir irgendwelche inneren Verletzungen hatte.
„Gut, dann geht ihr jetzt ins Bett, der Rest muss gehen!", meinte Hogwarts Krankenschwester und schob Hermine, Harry, Ron und Ginny aus dem Krankenflügel. Sie selber ging wieder in ihr Büro zurück.
Nun lagen wir da also, dem anderen feindlich gesinnt (Oh, man merkte, dass ich Kopfschmerzen hatte, sonst würde ich doch nicht so salbungsvoll sprechen! Aah, schon wieder!). Mir wurde ziemlich schnell langweilig und irgendwann schlief ich ein.
Als ich wieder aufwachte, war es schon dunkel, mal abgesehen von dem Mondlicht. Mein Kopf hatte aufgehört zu schmerzen und wenn ich nicht aus Vorsicht, dass ich Madame Pomfrey aufwecken könnte, im Bett geblieben wäre, hätte ich sicherlich ein paar Sit-ups gemacht. Okay, ihr habt Recht: Vielleicht doch nicht. Aber ich fühlte mich wieder ziemlich fit und fand, ich könnte auch jetzt gleich wieder in meinen eigenen Schlafsaal übersiedeln. Obwohl: Da spekulierten sie wahrscheinlich gerade über uns: Was war genau passiert? Warum war es passiert? Wer hat Recht, wer Unrecht? Und so weiter und so fort!
Während ich darüber nachdachte merkte ich, wie sich im Nebenbett Dean bewegte. Er setzte sich aufrecht hin und auch ihm schien es nicht mehr so schlecht zu gehen. Gekotzt hatte er übrigens gar nicht, also ging's ihm wohl vorher auch nicht sooo schlecht.
„Seamus, bist du wach?", flüsterte er in die Dunkelheit hinein und klang dabei noch ziemlich verschlafen.
„Ja", knurrte ich. „Leider bin ich wach."
„Wieso leider?" Man merkte, dass er gerade eben erst aufgewacht war, sonst würde er nicht so blöde Fragen stellen!
„Wenn ich jetzt noch schlafen würde, müsste ich nicht mit dir reden", erklärte ich ihm freundlicherweise.
„Oh, stimmt, wir haben ja Streit", murmelte er. Das war ihm tatsächlich eben erst wieder eingefallen. Typisch noch nicht ganz wache Teenies!
„Richtig!", sagte ich und meine Stimme triefte vor Sarkasmus. „Und weißt du auch noch, warum wir Streit haben?"
Dean grummelte irgendetwas in seinen nicht vorhandenen Bart und meinte dann zerknirscht und immer noch grummelnd: „Es tut mir Leid!"
„Wie bitte?", fragte ich, als ob ich ein alter, schwerhöriger Opa wäre.
„Es tut mir Leid!", sagte mein fast schon wieder bester Freund nun klar und deutlich.
„So so!", meinte ich nur und wusste irgendwie nicht so Recht, ob es jetzt besser wäre, ihm zu verzeihen oder lieber nicht? Oh mann, für solche Sachen bräuchte man jetzt ein Mädchen, die können so etwas entscheiden. Dafür haben Jungs einfach nicht den richtigen Riecher.
„Es war mehr so eine Kurzschlussreaktion!", sagte Dean.
„Heißt?"
„Das wollte ich eigentlich gar nicht."
„Aber du hast es gemacht."
„Ja, hab ich! Ich..."
„Red einfach das nächste Mal mit mir, okay? Statt einen... Kurzschluss zu kriegen."
Selbst im Dunkeln sah ich, dass Dean grinste. „Okay!"
Tja, das ist eine Sache, die Jungs einfach besser können: Verzeihen! Statt dass wir stundenlang rumzicken sagen wir: „Hey, nicht noch einmal! Und jetzt ist alles wieder okay!"
Plötzlich hörte ich meinen Magen grummeln.
„Ich hab gar kein Abendbrot gekriegt", fiel es mir prompt wieder ein.
„Ich auch nicht und deshalb hab ich jetzt einen Bärenhunger!", sagte Dean gequält.
„Ich glaub, ich habe da eine Idee", grinste ich und keine zehn Minuten später schlichen wir durch die Gänge, um zur Küche zu kommen.
„Mensch, warum gibt es in Hogwarts bloß keine Fußbodenheizung!", jammerte Dean leise.
„Eine was?", wisperte ich.
„Vergiss es!", flüsterte Dean. Er glaubte immer, dass ich den ganzen Muggelkram sowieso nicht kapierte und das stimmte meistens auch. Ich verstand zum Beispiel einfach nicht, was die Muggel so toll an Fossball (hieß doch so, oder?) fanden, wo es doch Quidditch gab. Dean war übrigens anderer Meinung als ich. „Fossball ist einfach klasse!", war seine Meinung. Am tollsten fand er Beckelhem oder so. Auf den waren alle Muggel vor kurzem (okay, ist vielleicht schon ein bisschen länger her) echt sauer, weil er seine Frau betrogen hatte.
In der Küche schlugen Dean und ich uns die Bäuche voll. Auch wenn die Hauselfen nicht gerade begeistert über unseren Besuch waren: Hungrig ins Bett lassen, wollten sie uns auch nicht.
Nach dem Festmahl (und ein paar Butterbier) machten wir uns auf den Rückweg in den Krankenflügel.
Natürlich begegneten wir ausgerechnet- Quatsch, doch nicht Peeves! Es war Filch.
„Was macht ihr denn hier?", herrschte er uns an.
„Wir gehen spazieren!", erzählte ich ihm. Hoffentlich war ich ein guter Lügner.
„Jap!", bestätigte Dean mit einem Nicken. „Verordnung von Madame Pomfrey!"
„Wir sollten jetzt aber wirklich wieder in den Krankenflügel!", meinte ich und wir drehten uns schnell um und gingen.
„Ja, macht bloß, dass ihr wegkommt, bevor ich euch noch die Gänge putzen lasse!", rief Filch uns hinterher.
Wir kamen heil wieder in unseren Betten an, ohne von unserer Krankenschwester entdeckt zu
werden. Sie hatte einfach zu fest geschlafen um irgendetwas zu bemerken!
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Mit den Worten: „Und das ihr mir nicht noch mal solche Dummheiten macht!", entließ uns Madame Pomfrey am nächsten Morgen. Es war Wochenende, trotzdem hatte sie uns um sieben Uhr aus den Betten gekippt und noch mal gefragt, wie es uns ginge. Sie war eine elende Frühaufsteherin! Hermine auch, fiel es mir ein, aber bei ihr machte das nicht so viel. Hermine war eben... Hermine, sie durfte das ruhig.
Apropos: Da kam sie gerade mit Ginny, direkt auf mich und -oh nee, der Esel nennt immer sich selbst zuerst, also noch mal: Da kam sie gerade mit Ginny, direkt auf Dean und mich zu.
„Hallo!", begrüßte mich Hermine fast schüchtern. Sofort fing mein Herz an zu pochen. Ich war wirklich in sie verliebt!
„Hi!", sagte ich und stellte erschrocken fest, dass meine Stimme auch ein bisschen schüchtern und verlegen klang.
„Seamus, könnte ich mit dir reden?" Ja!, wollte ich schreien, aber da fiel mir Deans Kurzschluss ein und ich guckte ihn erst einmal an, bevor ich mich entschied. Er nickte mir zu. Geh ruhig, sollte das heißen.
Hermine und ich gingen und zwar nach draußen, auf die Ländereien und ihre erste Frage war: „Warum habt ihr euch geprügelt?"
„Es ging, na ja, man könnte sagen es ging um dich.", antwortete ich ihr.
„In wie fern?"
„Er war eifersüchtig, weil ich mich ständig mit dir getroffen habe und ihn... ein wenig vergessen habe. Und da fiel ihm der Zettel ein, den er noch in seiner Tasche hatte und er hat ihn... hm... sozusagen präpariert, also im richtigen Augenblick fallen lassen. Als ich gestern zu ihm ging, um ihm zu erzählen, dass du mir nicht glaubst, habe ich das rausgefunden. Wir haben uns gestritten und irgendwann wurde dann eine Schlägerei daraus.", erklärte ich.
Sie schwieg. Kein Ton sagte sie. Hielt sie das alles für eine Lüge oder glaubte sie mir nun endlich? Nach fast einer Ewigkeit fragte sie: „Habt ihr euch wieder vertragen?"
„Ja, gestern noch, im Krankenflügel. Also mindestens einen Abend in der Woche musst du dich selbst beschäftigen!" Ich grinste sie an, als mir wieder einfiel, dass ich gar nicht wusste, ob wir überhaupt noch zusammen waren. Mein Grinsen wurde mir vom Gesicht gewischt wie ein Schmutzfleck mit dem Lappen (und einem wahnsinnigen, murmelnden Filch: „Oh, wenn ich an die alten Zeiten denke, wo wir die Schüler noch foltern konnten. Oh, ich hätte ihn foltern lassen, diesen Schüler, der so viel Dreck mit in die Schule bringt!").
„Falls du mir glaubst und mich überhaupt noch willst. Der Zettel ist nämlich wirklich schon alt.", fügte ich deshalb leise hinzu. Und dann... Es überkam mich einfach, ich musste es sagen: „Ich liebe dich doch, Hermine."
Ich sah, wie ihre Wangen sich rot verfärbten. Sie blieb stehen, sah mir in die Augen und erwiderte: „Ich liebe dich auch, Seamus."
Wir küssten uns wie in einem kitschigen Film, aber in diesem Moment fand ich das alles höchst romantisch.
Romantisch? Früher fand ich nie irgendetwas romantisch! Was die Liebe doch aus einem machte... Verrückt!
Ja ja... Jeder Mensch war irgendwie wie eine Wäscheklammer. Aber manchmal müssen Wäscheklammern nicht nur große Taten und Versprechen halten beziehungsweise festhalten, sondern manchmal müssen Wäscheklammern auch einander halten.
Ich war ein Poet!
