Fade to black

8.Quidditch und Herzbegehren

Harry, Ron und Hermine hatten sich an ihre neue Art des Unterrichts gewöhnt.

Sie schafften es auch ihr gesondertes Kampf und Fitnesstraining in der Zeit unterzubringen. Ron und Harry wurden jedoch besonders gefordert, da die Quidditch Saison bald wieder anstand. Sie trainierten hart und besonders Harry als Kapitän ging mit gutem Beispiel voran.

Wenn er nicht dieses Psychotraining im Sommer absolviert hätte, wäre er wohl unter dem Druck zusammengebrochen. Plötzlich keimte in ihm Verständnis für Angelina und Wood, die immer sehr streng mit ihren Mannschaftskameraden gewesen waren.

Er war selbst ab und zu kurz davor gewesen zu explodieren, wenn etwas nicht so lief wie er es eigentlich geplant hatte

Ron war mittlerweile ein Routinierter Hüter und konnte Mühelos die Bälle Halten die, die Jägerinnen an ihm Vorbei bugsieren wollten.

Mit den Jägern war das so eine Sache gewesen. Katie Bell war die einzige Jägerin die ihnen geblieben war, da Alicia Spinett und Angelina Johnson im letztem Jahr ihren Abschluss gemacht hatten.

Sie hatten Auswahlspiele angesetzt und Ginny Weasley hatte sich als eine Spitzen Jägerin erwiesen. Sie hatte Harry im letzten Jahr als Sucher vertreten und dort bereits gezeigt wie gut sie mit einem Besen umgehen konnte. Während sie jedoch als Sucherin einfach nur gut gewesen war, so konnte man sie auf ihrer neuen Position mit Fug und Recht als Phänomenal bezeichnen.

Die zweite neue Jägerin war niemand anderes als ihre neue Mitschülerin Sara Spencer, die Harry erzählte das sie auch in Amerika an ihrer alten Schule in einer Mannschaft gespielt hatte. Man sah auf dem ersten Blick, das sie Routiniert mit dem Quaffel umzugehen Verstand und in Kombination mit Ginny und Katie schien sie kaum zu schlagen zu sein. Es sprach also für Rons Fähigkeiten als Hüter, das er dennoch jeden Ball hielt der auf seine Torringe abgefeuert wurde, auch wenn es ihn mehr als nur einmal fast vom Besen Gehauen hätte.

Da Rons Brüder Fred und George mit einem Spektakulären Auftritt aus Hogwarts geflohen waren, nachdem Umbridge die Macht ergriffen hatte, fehlten ihnen auch noch Fähige Treiber.

Obwohl man im letzten Jahr Notdürftigen Ersatz gefunden hatte, schrieb Harry diese Stellen neu aus in der Hoffnung neue Talente zu entdecken. Jack Sloper, der im letztem Jahr als Treiber gespielt hatte, schaffte es wieder sich zu Qualifizieren. Anscheinend hatte er im Sommer hart Trainiert, so das er nicht nur Passabel spielte, sondern es auch schaffte sich nicht noch einmal selbst mit seinem Schläger K.O. zu schlagen, wie es im letztem Jahr öfter passiert war.

Die Position des zweiten Treibers hatte für alle Überraschend Colin Creevy erobert. Harry erkannte, das er Talent hatte, auch wenn er kein zweiter Fred oder George Weasley war, spielte er sicher und Konstant, obwohl er hin und wieder ein wenig übereifrig zur Sache ging. Die Tatsache, das er mit Harry in einer Mannschaft spielte brachte ihn immer noch ein wenig aus dem Häuschen, auch wenn seine vollkommene Verehrung für Harry stark nachgelassen hatte, wofür dieser mehr als nur dankbar war.

Mit ein wenig Übung würde diese Mannschaft vielleicht das Niveau der letzten Jahre erreichen können. Harry konnte es noch nicht sagen. Das Training lief zwar hervorragend, aber er musste sehen wie sich seine Mitstreiter in einem echten Spiel verhielten.

Nichts konnte einen Unerfahrenen Spieler auf die Reaktionen einer Zuschauermenge vorbereiten, wie Ron im letztem Jahr erfahren musste. Das Lied der Slytherins mit dem sie ihn geschmäht hatten, hatte ihn zutiefst verunsichert.

Doch nach dem letzen Spiel und auch nach diesem Sommer musste man schon härtere Geschütze auffahren um Ron noch einmal derart zu zusetzten. Er war absolut gelassen und cool. Er hatte sich sehr verändert und Harry mochte den neuen Ron genau so gerne wie den Alten, auch wenn er feststellen musste, das er die unkontrollierten Ausbrüche irgendwie vermisste.

Nach einem sehr Anstrengenden Training hatte Harry seine Spieler in der Umkleidekabine versammelt und analysierte ihre Fehler.

„Ihr Jägerinnen müsstet noch enger zusammenfliegen und Häufiger den Quaffel wechseln. Ansonsten war ich sehr zufrieden mit euch. Ron, mach so Weiter. Du bringst Glanzleistungen. Jack, Colin. Bei euch müssen wir einiges Verbessern. Ihr seid noch nicht Schnell genug bei den Klatschern und an eurer Zielsicherheit müssen wir auch noch arbeiten. Ich hab mir bereits etwas überlegt, aber das heben wir für das nächste Training auf."

Er schenkte seiner Mannschaft ein Lächeln ehe er sagte: „Das war's. Ab zum Abendessen, ihr habt es euch verdient."

Sie duschten und zogen sich um, ehe sie mit geschulterten Besen zum Schloss hinaufschlenderten.

Harry wandte sich an Ron und meinte: „Ich wollte nur noch mal anmerken, das ich echt erstaunt darüber bin, wie beweglich du mit dieser Körpergröße bist."

Ron grinste und erwiderte: „Jarod war bei meiner Ausbildung besonders darauf bedacht das ich meine Schnelligkeit nicht einbüße. Außerdem ist mir Aufgefallen, das es mir fast unglaublich leicht fällt zu erkennen von wo der Quaffel kommt."

„Ja, deine Reflexe wurden wahrscheinlich durch das Nahkampftraining erhöht. Mir geht es mit dem Schnatz genauso. Ich glaube nicht das ich ihn so schnell finden würde ohne dieses Training. Wir schulden Dumbledore ne Menge das er uns das hat machen lassen."

Ron grinste und meinte: „Wir sollten ihn ne Schachtel von diesen Muggel Bonbons schicken auf die er steht."

„Zitronenbonbons?", fragte Harry.

Ron grinste. „Genau die meine ich. Oder hast du sonst noch eine Idee?"

Harry musste unwillkürlich lachen. Er erinnerte sich an seine Unterhaltung mit Dumbledore aus dem ersten Jahr vor dem Spiegel Nerhegeb.

„Socken!"

Ron blinzelte und sah auf Harry herab. „Wie?"

„Wollsocken.", wiederholte Harry. „Dumbledore hat mir mal erzählt alle Leute würden ihm immer nur Bücher schenken und er wünschte sich zur Abwechslung mal Socken. Davon könne man nie genug haben."

Ron grinste und schüttelte den Kopf.

„Typisch Dumbledore.", meinte er gelassen.

Sie brachten ihre Besen in ihre Schlafsäle und gingen anschließend in die Große Halle zum Abendessen.

Sara war bereits Anwesend und hatte sich neben Hermine gesetzt, die ihnen Plätze freigehalten hatte.

Als sie sich zu ihnen setzten, bemerkten sie, das Hermine und Sara angeregt über eine Abhandlung in Geschichte diskutierten. Beide hatten das Fach gewählt. Eigentlich hatten Sara und Hermine jedes Fach gewählt in dem sie einen Zaubergrad erreicht hatten. Ihr Stundenplan war daher um einiges Umfangreicher als der von Harry oder Ron, da sie nur die Fächer belegt hatten die man brauchte um als Auror zugelassen zu werden. Und das waren nur vier.
Hermine hatte zwölf und Sara zehn Fächer belegt. Damit war Hermine die einzige Schülerin die in allen ihren Fächern am UTZ Kurs Teilnahm.

Daher hatte sie genauso viel zu tun wie Harry und Ron mit Quidditch, doch noch bei weitem nicht soviel wie in ihrem dritten Jahr als sie mit einem Zeitumkehrer einige Stunden doppelt erlebt hatte um alle angebotenen Fächer zu belegen. In diesem Jahr war Hermine kurz davor gewesen mit einem Nervenzusammenbruch in der Krankenstation zu landen.

Harry begann sich ein wenig am Gespräch zu beteiligen, weil er wissen wollte wie Amy Unterrichtete.

Derek hatte ihm erzählt, das sie eine Muggel war, doch kein Schüler schien es bemerkt zu haben. (Außer Ron und Hermine die dieses Wissen ebenfalls besaßen.)

Sowohl Hermine als auch Sara schienen begeistert zu sein, so dass Harry es fast schade fand sich nicht für den Geschichtskurs eingetragen zu haben.

Nach dem Abendessen lernten sie noch im Gemeinschaftsraum.

Harry war sich nicht sicher warum er das Tat. Früher hatte er alles immer bis zur letzten Minute aufgeschoben und sich leicht über Hermine gewundert die immer mit Begeisterung neues Wissen erworben hatte.

Nun, es war nicht so dass es ausschließlich Spaß machte, aber er spürte ein schwer zu beschreibendes Gefühl in sich, dass ihn zum Lernen antrieb. Eine Art Dringlichkeit die er ab und zu wie einen Knoten in seiner Brust zu fühlen vermochte.

Er hatte sich mit Ron darüber unterhalten und dieser schien sich ähnlich zu fühlen. Aber auch er hatte keine Erklärung dafür.

Es wurde Später und der Gemeinschaftsraum leerte sich langsam.

Ron gähnte ausgelassen und verfügte sich nach einer Weile ins Bett.

Kurz darauf Wünschte ihnen auch Sara eine Gute Nacht.

Hermine war so vertieft in ihren Nachforschungen, das sie es gar nicht zu bemerken schien. Nachdem Sara verschwunden war, waren nur sie und Harry noch im Gemeinschaftsraum.

Er versuchte sich auf eine Abhandlung über verschiedene Zaubertrankzutaten zu Konzentrieren, doch irgendwie war er zu müde. Aber er hatte sich geschworen die Abhandlung noch Heute fertig zu stellen. So lieferten sich seine Sturheit und seine Müdigkeit einen erbitterten Kampf.

Am Ende schien es sogar der völlig in ihre Aufgaben versunkenen Hermine auf zu fallen.

„Harry? Ich glaube du solltest langsam ins Bett gehen. Du siehst Müde aus.", sagte sie sanft.

Harry schüttelte den Kopf und meinte: „Nein. Ich wollte diese Abhandlung heute noch fertig stellen, also werde ich sie heute fertig stellen."

Hermine kicherte.

„Noch immer so stur? Manche dinge ändern sich nie."

Harry musste unwillkürlich lächeln.

„Nun ja, man tut was man kann nicht wahr? Du solltest aber auch langsam schlafen gehen, meinst du nicht auch?"

Hermine lächelte und erwiderte: „Ich wollte meine Geschichtsabhandlung auch nur fertig schreiben. Außerdem ist es einfach zu interessant um jetzt aufzuhören."

„Worum geht es denn?", fragte Harry neugierig. Er dachte sich, wenn es ihm gelang sich selbst ein wenig abzulenken, könnte er sich später besser konzentrieren.

„Es geht um alte Magische Artefakte. Ich habe mich für ein Artefakt entschieden das du kennen müsstest."

Harrys Neugier steigerte sich.

„Jetzt hör auf mich auf die Folter zu spanne und sag schon welches!"

„Der Spiegel Nerhegeb."

Harry musste lächeln.

„Ja, denn kenne ich in der Tat ziemlich gut. Damals im ersten Jahr hat er mir gute Dienste geleistet."

Hermine nickte lächelnd. Natürlich wusste sie wie Dumbledore in ihrem ersten Jahr den Spiegel präpariert hatte um den Stein der Weisen zu verbergen.

„Du hattest deine Familie gesehen als du zum ersten mal hineingeblickt hast. Dein tiefster Herzenswunsch, nicht wahr?"

Harry nickte und Hermine fragte weiter: „Und? Glaubst du, du würdest wieder das selbe sehen wie in deinem ersten Jahr?"

Das war eine sehr persönliche Frage. Doch da es Hermine war die sie stellte, beschloss er sie so ehrlich zu beantworten wie es ihm möglich war.

„Ich glaube nicht."

Hermine blinzelte überrascht.

„Was dann? Wie Voldemort besiegt wird? Oder vielleicht...", ihre Stimme wurde leiser. „...wie Sirius zurückkehrt?"

Harry sah ein wenig traurig aus.

„Ich glaube nicht Herm. Ich meine, ich hätte Sirius gerne wieder, aber wie ich meine Familie nie sehen werde, so ist mir auch klar das Sirius für immer gegangen ist."

Er sah nachdenklich aus und Hermine hätte sich Ohrfeigen können für diese Frage. Sie wollte gerade etwas erwidern als Harry fort fuhr: „Voldemort zu besiegen wäre die nächste logische Alternative. Aber wenn ich ehrlich bin ist es eher ein Ziel und kein Herzenswunsch. Nein. Was ich mir wirklich Wünsche ist...", er stockte kurz und wurde ein wenig rot. „Was ich mir wirklich mehr als alles andere Wünsche wäre...eine eigene Familie."

Hermine hielt den Atem an und Harry hatte das Gefühl sich erklären zu müssen.

„Du weißt schon Herm. Eine Frau und vielleicht ein Kind... Ach, vergiss es! Ich bin gerade mal sechzehn und sollte nicht über so etwas nachdenken. Noch nicht. Tut mir leid Herm. Ich glaube du hast recht. Ich sollte mich wirklich schlafen legen und aufhören so n' Schwachsinn zu labern. Gute Nacht"

Mit diesen Worten packte er seine Sachen zusammen und schlenderte die Treppe hoch.

Hermine sah ihn nachdenklich hinterher und fühlte sich ein wenig Schuldig das Thema zur Sprache gebracht zu haben. Aber sie hielt Harry nicht für dumm wegen diesem Wunsch. Es war nur natürlich das er sich eine eigene Familie wünschte.

Sie versuchte sich weiter auf ihre Aufgaben zu konzentrieren, doch es wollte ihr nicht gelingen. Etwas an Harrys Worten hatte eine Saite in ihr zum Klingen gebracht. Sie fühlte sich ein wenig Schuldig das er durch sie auf solch trübe Gedanken gekommen war.

‚Reis dich zusammen Granger. Du solltest diese Abhandlung wirklich fertig schreiben!', schalt sie sich selbst.

Aber es war zwecklos. Mit einem seufzen Packte sie ihre Sachen zusammen und ging in ihren Schlafsaal.

Doch auch im Bett gelang es nicht ihre Gedanken zu klären und ihren Geist frei zu machen.

‚Du bist nicht dumm Harry. Du bist viel reifer als die meisten Jungen deines Alters.', dachte sie.

Sie hörte den Regen, der draußen auf die Ländereien herab fiel und das gleichmäßige Trommeln wiegte sie in einen von Seltsamen Träumen begleiteten Schlaf.

„Was wollt ihr von uns?"

Die Stimme von Lee Chang klang verzweifelt.

Er blickte in diese Kalten distanzierten Augen die so unglaublich grün waren. Doch auch so Gnadenlos, so kalt und grausam.

Verzweifelt wünschte er sich nichts mehr als an seinen Zauberstab zu kommen. Doch der Junge Mann hatte ihn entwaffnet und wirbelte ihn zwischen seinen Fingern. Er war nicht zu erreichen. Außerdem waren drei Zauberstäbe auf ihn und seine Frau gerichtet, die dicht hinter ihm lag und verzweifelt schluchzte.

„Wir wollen Informationen Dr. Chang. Informationen die ihnen in ihrer Eigenschaft als Unsäglicher bestimmt zur Verfügung stehen."

Lee starrte die verhüllte Gestalt an. Die Stimme klang so jung und dennoch so kalt das ihm bei ihrem Klang ein Schauer über den Rücken glitt.

„Was? Was wollt ihr wissen?"

„Das Projekt Viva! Ich will alle Informationen die sie darüber haben."

Lees Gedanken überschlugen sich. Ja, er arbeitete an dem Projekt Viva, doch er konnte absolut nicht sagen warum sie gerade diese Informationen wollten.

„W-warum? Was wollen sie mit diesen Informationen? Ich kann mir nicht vorstellen was das den Unnennbaren nützen sollte."

„Unsere Gründe gehen sie nichts an. Wo sind die Informationen?", fragte der Junge Todesser mit seiner kalten Stimme.

„In Ordnung. Alle meine Aufzeichnungen sind in meinem Schreibtisch im ersten Stock. Nehmt sie, doch verschont unser Leben, oder zumindest das meiner Frau. Ich werde alles sagen wenn sie am Leben bleibt!"

„Wir werden sehen.", erwiderte der Todesser Kalt und schnippte kurz mit seinen behandschuhten Fingern.

Eine der vermummten Gestalten löste sich Wortlos aus der Gruppe und begab sich in den ersten Stock. Er kehrte nach einigen Minuten mit den Aufzeichnungen wieder.

„Wir sind ihnen zu tiefstem Dank verpflichtet Doktor Chang.", erklärte der Anführer süßlich.

Er lies seinen Zauberstab sinken und drehte sich um. Als er die Tür erreichte sagte er: „Beseitigt sie!"

Die Angst die Lee bereits die ganze Zeit gespürt hatte verstärkte sich exponential. Gemischt mit dem Schmerz der plötzlich entstand als mit unnachgiebiger Magischer Kraft an seinen Armen und seinen Beinen gezerrt wurde.

Der Druck verstärkte sich mit dem Schmerz von Millisekunde zu Millisekunde die jede für sich ein eigenes Universum zu bilden schienen. Er spürte wie seine Knochen barsten und schrie unmenschlich laut. Seiner Frau erging es wie ihm.

Er hörte, spürte und erkannte wie seine Haut zeriss und nur wenige Augenblicke später wurden alle seine Gliedmaßen vom Körper abgerissen.

Er hatte keine Arme und Beine mehr. Er spürte nur noch schmerzen während das Blut aus ihm heraus Spritzte, unnachgiebig von seinem Rasenden Herzen gepumpt, das ihn nun nicht länger das Leben schenkte sondern es aus ihm heraus saugte. Rote Nebel tanzten vor seinen Augen. Er konnte fühlen wie die kalte Klaue des Todes langsam nach seiner Seele griff.

Dann wurde alles dunkel und wie eine Gnade verklang der Schmerz im Nichts...

Frisch geduscht und umgezogen schlenderte Harry an diesem Sonntag Morgen hinunter in die Große Halle.

Er war einer der ersten beim Frühstück.

Ron hatte sich nach ihren Morgentraining noch mal aufs Ohr gehauen, während Hermine irgendetwas für ihre Hausaufgaben Recherchieren wollte, die sie gestern nicht beendet hatte.

Er schlenderte lässig in die Große Halle und setzte sich an den Gryffindor Tisch, an dem nur ein paar Drittklässler saßen, die Harry nicht kannte.

An den anderen Tischen war auch nicht viel los.

Zwei Siebtklässler aus Slytherin unterhielten sich an ihren Tisch. Einige Hufflepuffs, von denen Harry wusste, das sie in irgendeinen Koboldstein Klub waren hatten die Köpfe zusammengesteckt und am Ravenclaw Tisch saß die Hausmannschaft. Sie hatten wohl gleich Training.

Harry erkannte Cho Chang, die in diesem Jahr Roger Davies als Kapitän abgelöst hatte, da er seinen Abschluss gemacht hatte.

Im letzten Schuljahr war Harry noch in Cho verknallt gewesen. Aber diese Gefühle waren mit Sirius gestorben. So ging es ihn mit vielem was er vor diesem Zwischenfall gewollt hatte. Auch wenn er es langsam akzeptiert hatte, war da immer noch ein Loch in seinem Herzen wo Sirius einst gewesen war. Es würde nicht aufhören zu schmerzen, aber er hatte es nun akzeptiert. Er würde damit Leben müssen, wie er mit so vielem Leben musste.

Er wandte seinen Blick von Cho ab und begann zu Frühstücken.

Er trank gerade seinen dritten Kaffee, als ihn irgendein merkwürdiges Gefühl beschlich.

Eine Vorahnung. Irgendetwas war falsch, er konnte es förmlich Riechen, auch wenn er dieses Gefühl nicht wirklich in Worte fassen konnte.

Seine Befürchtungen wurden bestätigt, als eine sehr Bleicher Professor Flittwick die Große Halle betrat. Er sah sehr ernst aus, was schon beunruhigend war, schließlich war der kleine Professor immer fröhlich. Dieser Ausdruck passte einfach nicht zu seinem Wesen und das war erschreckend anzusehen.

Harry versteifte sich. Dieses beklemmende Gefühl steigerte sich als Flittwick direkt zu Cho trat.

Alle Die in der Großen Halle versammelt waren sahen zu ihnen.

Flittwick schien sich nicht gerade wohl in seiner Haut zu fühlen, als er mit beherrschter Stimme sagte: „Miss Chang, bitte begleiten sie mich"

„Was ist los Professor?", fragte Cho. Sie war kreidebleich geworden. Auch alle anderen in der Halle schienen bestürzt zu sein.

„Nicht hier Miss Chang. Kommen sie bitte mit mir mit. Ich werde alles erklären."

Cho nickte und erhob sich. Harry war bestürzt als er bemerkte wie steif ihre Bewegungen waren. Ansonsten war sie immer so anmutig gewesen.

Sie verließen die Halle, und kaum waren sie draußen ging auch schon das Getuschel los. Besonders am Tisch der Ravenclaws.

Harrys ungutes Gefühl steigerte sich zu einer solchen Intensität, das er nicht ruhig sitzen bleiben konnte.

Er musste einfach herausfinden was das zu bedeuten hatte.

Er verließ die Große Halle und rannte genau in die Arme von Professor McGonnagal.

„Mr. Potter, wie Gut das ich sie treffe. Der Schulleiter wünscht sie zu sprechen. Er erwartet sie in seinem Büro. Das Passwort ist Yorkshire Pudding."

Harry registrierte leicht belustigt, das Professor McGonnagal missbilligend die Augen zusammen kniff als sie das Passwort nannte.

„Danke Professor.", sagte er freundlich als er sich zur Treppe wandte und sich mit einem zügigen Schritt zu Dumbledores Büro begab.

Seine Gedanken wirbelten durcheinander. Warum wollte Dumbledore ihn sehen? Hatte das etwas mit dem zu tun was Professor Flittwick Cho mitteilen wollte?

Ehe er sich zu viele Gedanken machen konnte, hatte er auch schon den Wasserspeier erreicht, der den Durchgang zu Dumbledores Büro beschützte.

Harry nannte das Passwort und der Wasserspeier sprang zur Seite.

Harry schritt zügig die Treppe empor und klopfte an Dumbledores Tür.

Sofort hörte er Dumbledores Stimme die ihn Herein rief.

Entschlossen betrat Harry das Büro und sagte: „Sie wollten mich sehen Herr Direktor?"

„Ah, Harry. Es freut mich dich wieder hier begrüßen zu dürfen. Aber leider sind die Umstände ein wenig ungünstig."

Ein Schatten huschte über Dumbledores Gesicht. Er wurde ungewöhnlich ernst und bedeutete Harry sich zu setzen. Dieser empfand den Mangel an Überschwänglichkeit als äußerst beunruhigend.

Er folgte Dumbledores Aufforderung und setzte sich in einen der bequemen Sessel die vor dem Schreibtisch des Schulleiters standen.

Dumbledore musterte ihn über seine Halbmondförmige Brille hinweg. Harry hielt den Blick aus diesen Unglaublich blauen Augen und stellte bestürzt fest das sie nicht zwinkerten oder glänzten.

„Harry, ich habe dich rufen lassen, weil es mein Wunsch ist dich besser zu Informieren. Du erinnerst dich bestimmt an das Gespräch das wir am Ende des letzten Schuljahres hatten. Ich möchte dich nicht länger im dunkeln tappen lassen, daher komme ich auch gleich zum Punkt. Es gab einige Überfälle von Voldemorts Anhängern."

Harry war nicht wirklich überrascht. Er hatte mit etwas in der Art gerechnet. Sofort zählte er zwei und zwei zusammen und kam zum logischen Schluss.

„Cho Changs Familie. Sie wurden angegriffen oder?"

Dumbledore nickte grimmig.

„Wie ich sehe hat Derek gute Arbeit geleistet. Du scheinst die Zusammenhänge schnell zu begreifen. Es stimmt. Miss Changs Eltern wurden Gestern auf Brutalste Art ermordet. Sie waren die letzten in einer ganzen Reihe von Morden, die sich über den ganzen Erdball ziehen. Sie scheinen es vor allem auf Unsägliche Abgesehen zu haben. Chos Vater war unsäglicher des Chinesischen Ministeriums und arbeitete hier an einem mir unbekannten Projekt, zusammen mit anderen Namhaften Unsäglichen aus aller Herren Länder. Wir wissen nicht was Voldemort damit bezweckt, aber ich wollte, dass du es von uns erfährst und nicht aus der Presse. Fudge wollte diese Informationen unterdrücken damit es nicht zu einer Panik kommt, doch das ist nicht länger möglich, da die Ausländische Presse das Thema bereits veröffentlicht hat. Außerdem ist der Ruf des Ministeriums in dieser Hinsicht bereits stark angeschlagen und Fudge will keine weitere negative Publicity."

Harry nickte resigniert.

„Wer untersucht die Morde? Wird der Phönixorden sich beteiligen?", fragte er so ruhig er konnte.

Dumbledore lächelte leicht.

„In gewisser Weise. Kingsley ist der Leitende Auror in Britannien. Die IVZ hat ihren Nachrichtendienst und die Regulatoren eingeschaltet, die glücklicherweise Inoffiziell mit dem Orden zusammenarbeiten. Jarod Sommer hat die Ermittlungen übernommen. Wenn ich es Richtig verstanden habe, leitet sein Stellvertreter die offiziellen Ermittlungen während Mr. Sommer sich in den Untergrund begeben hat."

„Und? Haben sie schon irgendetwas herausgefunden?"

Dumbledore seufzte schwer und sah plötzlich erschreckend Alt und Müde aus.

„Es tut mir wirklich leid Harry. Ich würde es dir gerne Mitteilen, allerdings möchte die Mehrzahl der Verantwortlichen nicht das du zu diesem Zeitpunkt darüber aufgeklärt wirst."

Harry nickte bedächtig.

„Verstehe. Ich danke ihnen trotzdem für diese Informationen Herr Direktor."

Dumbledore lächelte ihn an.

„Und Harry. Wenn du irgendwelche Probleme hast oder einfach einen Rat brauchst, sei dir stets bewusst das meine Tür dir immer offen steht."

Harry nickte Dumbledore zu, der wieder sehr nachdenklich und abwesend aussah und verlies das Büro.

Er hatte es befürchtet. Voldemort war bereits aktiv. Er wusste, das er keinen Einfluss auf Voldemorts Grausamkeiten hatte. Aber dennoch fühlte Harry sich irgendwie verantwortlich. Er wünschte es niemanden seine Eltern zu verlieren. Vor allem nicht Cho, auch nach all dem was im letzten Jahr passiert war. Und es war indirekt seine Schuld. Es war sein Blut gewesen das Voldemort zu neuer Stärke verholfen hatte. Erst wurde ihr Cedric genommen und nun ihre Eltern.

Was sollte ihr noch angetan werden?

Wut wallte sich in Harry auf. Wut gegen Voldemort und seine Anhänger die ein Leben nach dem anderen Zerstörten. Aber was sollte er den schon tun können? Na gut, er hatte gelernt sich zu Verteidigen, aber er war noch lange nicht mächtig genug um es mit Voldemort aufnehmen zu können. Er musste mehr lernen, mehr trainieren! Es musste doch einen Weg geben um stark genug zu werden! Dumbledore hatte es doch auch geschafft!

Harry war so in seine Gedanken versunken, das er gar nicht wahrnahm, wo er hinlief. Er bog um eine Ecke und spürte einen Schmerzhaften zusammenprall.

Bücher fielen auf den Boden und Harry schaute auf.

Hermine rieb sich den Kopf und schaute ihn Verlegen an.

„Tut mir leid Harry. Ich war ganz in Gedanken. Ich hab dich weder gesehen noch gehört."

„Du musst dich nicht entschuldigen. Ich war selber nicht ganz anwesend."

Mit einem Schwung seines Zauberstabes fügte er die Bücher zu einem ordentlichen Stapel zusammen und lies sie in Hermines Arme Schweben.

„Danke.", murmelte sie. Plötzlich veränderte sich etwas in ihren Zügen, als sie ihn genauer musterte.

„Ist etwas passiert?", fragte sie mit besorgter Stimme.

Er blickte gequält. War es so offensichtlich das ihn etwas beschäftigte? Er musste dringend sein Pokerface verbessern.

„Es...es geht um Cho."

Harry wunderte sich als sich ein Schatten auf Hermines Züge legte. Aber bevor er sich dessen sicher war, war es auch schon wieder Verschwunden. Daher fuhr er bedrückt fort: „Nicht um Cho direkt, sondern um ihre Eltern."

Hermine zog die Brauen zusammen und sah ihn Nachdenklich an. Dann entfuhr ihr ein Keuchen und die Bücher fielen erneut zu Boden als sie die Hände vor den Mund Schluck. Die schreckliche Erkenntnis schien regelrecht aus ihren Rehbraunen Augen zu Springen als sie ihn entsetzt ansah.

„Oh Harry, es tut mir leid.", sagte sie verzweifelt und ihre Augen schimmerten.

Er nickte düster.

„Flittwick kam heute Morgen in die Große Halle und nahm sie mit. Kurz darauf wurde ich von McGonnagal zu Dumbledore geschickt. Er hat es mir dann erzählt."

Harry senkte resigniert den Kopf. „Wir können nichts für sie tun. Ich fühle mich ein wenig schuldig wegen ihr."

„Aber Harry, du kannst doch nichts dafür.", sagte Hermine sanft. Tränen liefen nun aus ihren Augen.

„Ich weiß. Aber verstehst du? Ich war bei Cedric als Voldemort ihn ermordet hat. Es war mein Blut das ihn zu einem neuen Körper verholfen hat. Ich weiß das ich nichts dagegen tun konnte und trotzdem fühle ich mich für seine Taten Verantwortlich."

„Sag das nicht! Du kannst nichts dagegen tun! Er hat dich entführt um an dein Blut zu kommen! Er ist es! Voldemort ist es der das tut, nicht du Harry!" Hermine klang verzweifelt. Irgendetwas an ihren Tonfall besänftigte Harry in seinen Zorn auf sich selbst.

„Du hast Recht Hermine, aber trotzdem fühle ich Schuld. Das ist nichts was ich einfach abstellen kann! Wie viele müssen noch sterben ehe wir in der Lage sind ihn aufzuhalten?"

„Ich weiß es nicht. Aber mit dir haben wir noch Hoffnung. Ich weiß es. Ich weiß es einfach das du derjenige bist der ihn bezwingen kann.", flüsterte sie und sah ihn direkt in die Augen...