Fade to black

9. P.E. 137

Die Nachricht das Chos Eltern bei einem Todesserüberfall ermordet worden waren erreichte den Rest der Schülerschaft am Montagmorgen, als nicht wenige Schüler den Tagespropheten bekamen.

Es überkam sie wie eine Flutwelle, die alles wegspülte Außer Verzweiflung und Kummer.

Harry und Hermine lasen sich den Artikel grimmig durch. Auch Ron konnte gefasst bleiben, da er es am Abend zuvor von Harry erfahren hatte.

Wie erwartet wurde Harry mit Fragen bestürmt. Nicht wenige erinnerten sich daran, das er und Cho im letzten Jahr kurz ein Paar gewesen waren.

Harry ignorierte es.

Überall in der Halle herrschte eine gedrückte Stimmung an diesem Morgen. Und sie hielt sich die ganze Woche, bis zum ersten Hogsmeade Wochenende, das zwei Wochen vor Halloween stattfand.

Keiner wusste wirklich warum der Termin vorverlegt worden war, doch niemand zweifelte daran, dass es wohl an den Verstärkten Todesseraktivitäten lag. Harry, Ron und Hermine hatten sich entschieden für alle Fälle gerüstet zu sein. Deshalb trugen sie Muggelsachen und Umhänge, was ihnen den ein oder anderen scheelen Blick, vor allen von Seiten der Slytherins einbrachte. Aber es fielen keine gemeinen Kommentare oder Beschimpfungen. Überhaupt, schienen die Slytherins in diesem Jahr sehr zurückhaltend zu sein. Es gab so gut wie keine Zwischenfälle mit ihnen. Nicht mal mit Malfoy.

Harry kam es schon fast unheimlich vor wie zurückhaltend die Slytherins waren.

Was viele Schüler zu ärgern schien, war die Tatsache das nicht wenige Lehrer sich ebenfalls auf den Weg nach Hogsmeade machten. Sie trafen auch Derek, der genau wie sie Muggelkleidung und einen Umhang trug.

„Sehr klug von euch.", kommentierte er ihre Aufmachung. „Damit seid ihr auf alle Fälle beweglich genug. Es freut mich zu sehen das einiges Hängen geblieben ist."

„Immer wachsam!", bellte Ron mit seiner besten und sehr naturgetreuen Moody Stimme.

Derek grinste.

„Genau! Seht euch mal um, ich glaube ihr werdet heute mehr als nur ein bekanntes Gesicht ekennen."

„Danke für die Warnung.", erwiderte Harry mit einem leichten Grinsen. Er konnte sich schon Denken, das viele Mitglieder des Phönixordens in Hogsmeade sein würden.

Derek tippte sich kurz mit den Finger an die Sonnenbrille und verschwand dann in Richtung Eberkopf.

„Was war das den eben?", fragte Sara, die sie begleitete neugierig.

„Nichts worüber du dir deinen Hübschen Kopf zerbrechen musst.", neckte Ron sie. Sara errötete heftig und sah zu Boden, während Ron diabolisch grinste.

„Nehmt euch ein Zimmer.", murmelte Harry belustigt und sie alle mussten lachen.

Sie kehrten in den drei Besen ein, wo Harry das eine oder andere Mitglied aus dem Phönixordens erkannte.

Weder er, noch Ron oder Hermine ließen sich etwas anmerken, aber Harry konnte in ihren Gesichtern erkennen, das sie es ebenfalls bemerkt hatten.

Sie tranken ein paar Butterbier und unterhielten sich mit vielen ihrer Mitschüler. Hermine und Ron mussten in ihrer Eigenschaft als Vertrauensschüler auch darauf achten, das sich niemand daneben benahm. Daher ließen sie des öfteren ihre Blicke scharf durch die Menge schweifen.

Harry störte das recht wenig, da auch er aufmerksam beobachtete. Todesser könnten jederzeit zuschlagen. Die Gelegenheit schien günstig und nicht zu ersten mal fragte Harry sich, warum die Hogsmeade Wochenenden nicht gestrichen worden waren. Doch er konnte nicht daran ändern, außer wachsam zu bleiben.

„Was ist eigentlich mit euch los?", fragte Sara ungehalten. „Ihr seht so aus, als würdet ihr damit rechnen das jeden Augenblick Todesser den Laden stürmen. Das ist so was von Paranoid."

„Das tun wir tatsächlich.", erwiderte Harry gerade heraus.

Sara sah ihn bestürzt an und Ron meinte: „Es kann nicht schaden aufmerksam zu sein. Streng Logisch betrachtet ist das doch ne Prima Gelegenheit oder? Wir sitzen hier quasi auf dem Präsentierteller."

„Hier ist viel zuviel los. Ich glaube kaum das Todesser sich hier reintrauen."

„Man weiß nie.", murmelte Harry düster und nahm noch einen Schluck aus seinen Becher.

Sie blieben etwa eine Stunde und beim bezahlen, bemerkte Sara bestürzt, das sie ihren Geldbeutel im Schloss vergessen hatte. So entschlossen sie sich, kurz zurück zu gehen und ihn zu holen. Harry streckte das Geld für sie vor und gemeinsam machten sie sich auf den weg zurück zum Schloss, wobei Sara lautstark auf sich selbst schimpfte.

„Na, na. Das kann doch mal passieren.", tröstete Ron gut gelaunt.

Sara zog eine Schnute.

„Das passiert mir in letzter Zeit ständig. Ich bin so was von Schusselig geworden..."

Harry konnte es spüren. Dieses Vertraute Kribbeln Hochpotentieller Magie die gesammelt wurde. Kaum hatte er es realisiert, da reagierte er auch schon.

„RUNTER!", schrie er.

Hermine reagierte sofort und ließ sich fallen. Ron riss Sara mit nach unten und Harry hechtete zur Seite.

Sie waren gerade noch schnell genug um den Schwarzen Strahlen zu entgehen, die dicht an ihnen vorbeizischten.

Harry rollte sich geschickt ab und riss seinen Zauberstab aus seinem Halfter. Er richtete sich auf und beschwor einen starken Schild, der die nächste Salve von schwarzen Lichtstrahlen aufhielt.

Auch Ron und Hermine hatten instinktiv reagiert und Schilde beschworen um sich zu schützen. Sara lag geschockt auf dem Boden und schien unfähig zu sein sich zu Bewegen.

Harry war vollkommen konzentriert. Er war mit einer Instinktiven Leichtigkeit in diesen Zustand gekommen. Er wusste was zu tun war. Er hatte es Tausendfach geübt.

Sein Magisches Bewusstsein öffnete sich und er konnte seine Angreifer spüren ehe er sie visuell wahrnahm.

Es waren zehn vermummte Gestalten mit den Schwärzesten Auren die er je gespürt hatte.

Er vollführte eine schnelle Bewegung mit seinen Zauberstab und brüllte: „Exis!"

Er konnte Ron und Hermine hören, die ebenfalls diesen Zauber benutzten. Doch sie hatten nicht genug Kraft in die Zauber gelegt. Die schwarzen Strahlen die sich aus ihren Zauberstäben gelöst hatten, wurden von den Schilden der Todesser abgelenkt.

Harry fluchte innerlich und Konzentrierte sich auf seinen Schild, damit er eine weitere Folge von Flüchen abwehren konnte.

Er beschwor Murmelgroße Hartgummibälle um sich herum und feuerte sie auf seine Angreifer ab, die offenbar nicht mit Physischen Attacken gerechnet hatte. Sogar auf die Entfernung konnte er die Knochen krachen hören, die brachen wo die Kugeln auftrafen.

Aber die Kerle waren verdammt gut! Sie stellten sich innerhalb weniger Sekunden auf diese Angriffe ein und hatten entsprechende Schilde beschworen. Aber die Hartgummibälle die immer noch auf die Schilde eindroschen waren Ablenkend genug um den Schülern einen kleinen Vorteil zu sichern.

Drei Todesser hatte Harry erwischen können, doch sie rappelten sich bereits wieder auf.

Ron beschwor einen starken Windzauber und lies die Böen scharf auf die Angreifer zuschnellen. Es gelang ihm einige von ihnen von den Beinen zu fegen, aber das hielt sie nicht lange Auf.

Hermine schien sich darauf zu Konzentrieren mit ihrem Schild Sara zu schützen, die sich nun aufgerappelt hatte. Ihr Gesicht war Kreidebleich und Panisch. Sie kauerte hinter Hermine, die mit konzentriertem Gesicht ihren Schild aufrecht hielt.

Ron feuerte weiter mit seinen Windböen und Harry versuchte seine Energien zu Konzentrieren und stärker zu Bündeln um die Schilde der Angreifer zu durchbrechen.

Dann geschahen mehrere Dinge gleichzeitig.

Einer der Todesser sprang vor und belegte Hermine mit einem so mächtigen Cruciatus Fluch, das ihr Schild zerbarst. Der Fluch war mit solcher Kraft gesprochen worden, das sogar Sara Eine Hohe Menge der Fluchenergie abbekam.

Harry hörte die unmenschlichen Schreie der gefolterten Mädchen und brüllte wütend auf, ehe er einen so mächtigen Hochpotential Schockzauber abfeuerte, der die Schilde der Todesser zerfetzte und drei von ihnen Kampfunfähig machte. Einschließlich dem Todesser der Hermine folterte.

Nur eine Sekunde später wurden zwei weitere Todesser von tödlichen grünen Lichtstrahlen aus den eigenen Reihen getroffen.

Harry schaute ungläubig zu, wie sich einer der Todesser von der Gruppe löste und seine Kameraden mit tödlichen Flüchen eindeckte.

Harry und Ron gaben Deckung, dann wurden die Todesser von einer anderen Richtung Angegriffen.

Harry konnte Derek, Kingsley Shaklebolt, Tonks, Sturgis Podmore , Moody und einige ihm unbekannte Zauberer erkennen, die aus dem Dorf auf sie zustürmten.

Der Todesser der sich gegen seine Kameraden gewandt hatte, war nun zu ihnen Vorgestoßen.

Harry und Ron richteten ihre Zauberstäbe auf ihn.

„Entwaffnen bitte!", forderte eine Weibliche Stimme unter der Kapuze.

Harry war erst überrascht, verbannte den Gedanken aber sofort. Er konnte sich später wundern also hob er nur die linke Hand und sagte: „Accio Zauberstab!"

Er fing ihn geschickt auf und lies seine Augen zu den anderen Todessern schweifen, die nun vollkommen damit beschäftigt waren gegen die Ordensmitglieder zu kämpfen.

„Fesseln Bitte!", forderte die Unbekannte.

Ron schnippte mit den Fingern und Dünne Seile Schnürten die Unbekannte ein. Nur die Beine lies er frei, damit die laufen konnte.

„Verwundete einsammeln und Rückzug auf sicheres Terrain!", befahl die Unbekannte.

Harry hatte keine Zeit um ärgerlich über diesen befehlenden Tonfall zu sein.

Er steckte seinen Zauberstab weg und nahm die weinende Hermine in die Arme. Ron nahm Sara mit geradezu Spielerischer Leichtigkeit auf und zusammen mit der Unbekannten rannten sie auf die Ländereien von Hogwarts zu.

Sie wurden bereits von einer besorgt aussehenden Professor McGonnagal erwartet.

„Was ist passiert?", fragte sie knapp.

„Todesser. Wir wurden angegriffen.", erwiderte Harry schnell. „Hermine und Sara wurden vom Cruciatus Fluch getroffen."

Professor McGonnagal wurde bleich.

„In den Krankenflügel. Sofort!"

Das musste man Harry und Ron nicht zweimal sagen.

Schnell schritten sie zum Krankenflügel und wurden dabei von ihrer Professorin und der Todesserin begleitet. Viele Schüler sahen sie bestürzt an und Harry schaute nur grimmig zurück.

„Wer ist das?", fragte McGonnagal knapp und deutete auf die Todesserin.

„Sie hat uns geholfen und sich uns dann ergeben. Wir diskutieren das später.", keuchte Harry.

Als sie den Krankenflügel erreichten und Madame Pomfrey erklärten was geschehen war, schien sie einen Tobsuchtsanfall zu erleiden.

„Der Cruciatus Fluch? Wer benützt den Cruciatus Fluch gegen wehrlose Schülerinnen?"

Harry konnte sie verstehen, aber dafür war jetzt keine Zeit.

„Das ist jetzt egal. Bitte helfen sie ihnen."

Es dauerte nur einige Minuten und Madame Pomfrey hatte beide Mädchen untersucht und ihnen einen Starken Schlaftrank verabreicht.

Sie versicherte den aufgebrachten Jungen, dass sie sich erholen würden und nun Ruhe brauchten.

„Ich komme später wieder. Aber zunächst müssen wir uns um unseren Gast kümmern.", sagte Harry zu Madame Pomfrey, die erst jetzt auf die immer noch vermummte Todesserin aufmerksam wurde.

Gemeinsam mit Ron, McGonnagal und der Gefangenen verließ er die Krankenstation.

Auf dem Korridor blieb Harry stehen und wandte sich der Todesserin zu.

Er starrte direkt in ihre Augen, die genauso grün wie die seinen waren. Der exakt gleiche Farbton. Aber sie waren kalt und distanziert.

„Ich werde dir nun die Maske abnehmen.", sagte Harry mit erzwungener Ruhe.

„Akzeptiert!", antwortete die Todesserin knapp.

Harry ergriff die Maske und konnte wie Ron und McGonnagal einen Überraschten Aufschrei nicht unterdrücken. Das war ja nur ein Mädchen! Etwa in ihrem Alter. Sie kam Harry unheimlich bekannt vor. Diese dunkelroten Haare, die Augen, die Gesichtszüge.

„Lily Evans.", hauchte Professor McGonnagal entsetzt.

Harry und Ron starrten ihre Professorin erstaunt an.

„Negativ!", erwiderte die Todesserin kalt.

Harry achtete nicht auf sie.

„Was sagten sie Professor?", seine Stimme verriet die Ungeheure Anspannung.

McGonnagal blinzelte ein paar mal und antwortete: „Bei Merlin. Dieses Mädchen sieht wie deine Mutter aus Harry."

„Positiv!", kommentierte das Objekt des Erstaunens.

Harry versuchte einen klaren Kopf zu behalten und wandte sich an die Gefangene.

„Wie ist dein Name?", fragte er harsch.

Das Mädchen zuckte nicht mal mit der Wimper als er sie so Anfuhr.

Sie antwortete mit einer erschreckend Monotonen Sprechweise: „Les a fant Terrible, P.E. 137!"

„Die schrecklichen Kinder?", fragte McGonnagal verwirrt.

„Positiv!"

Harry fand die Art dieses Mädchens ziemlich entnervend.

„Ich denke wir sollten zu Dumbledore gehen.", flüsterte Ron.

„Negativ! Erbitte Gespräch mit B.E.13. P.E.137 kann ihn spüren", sagte das Mädchen mit Nachdruck.

„Mit wem?", fragten Harry, Ron und McGonnagal wie aus einem Mund.

„Sie will mit mir sprechen.", antwortete eine tiefe knurrige Stimme, die Harry sofort als die von Derek erkannte.

„Positiv!", kam die antwort des Mädchens.

„Major Fischer? Was wird hier gespielt?", verlangte McGonnagal zu wissen.

„Können wir das später bequatschen? Wir haben ein Problem. Unsere Junge Freundin hier könnte ein erhebliches Sicherheitsrisiko darstellen.", erwiderte der Regulator mit Autoritärer Stimme.

McGonnagal schnaubte.

„Klären sie mich auf! Ich verlange zu wissen was hier gespielt wird!", erwiderte sie mit nicht minder Autoritärer Stimme.

„Bitte, holen sie einfach den Direktor! Ich werde sie so lange Befragen, schließlich will sie mit mir sprechen nicht wahr?"

McGonnagal blitzte den Deutschen aus ihren strengen Augen an. Anschließend schnaubte sie noch einmal und stapfte wütend davon.

Derek wandte sich nun dem Mädchen zu, das die Szene teilnahmslos verfolgt hatte.

„Identifizieren!", bellte er in einem Autoritären Tonfall.

„P.E. 137."

„Auftrag?"

„Primäres Ziel: Gefangennahme des Subjekts Sara Spencer, sechzehn, während des Ausfluges in das Dorf Hogsmeade. Sekundäre Ziele: Nicht vorhanden."

„Gedenkst du den Auftrag auszuführen?"

„Negativ!"

Harry und Ron betrachteten diese Befragung Interessiert. Derek machte den Eindruck, das ihm diese Art der knappen Unterhaltung bestens Vertraut war. Er wirkte, als würde er diese seltsamen Codes die das Mädchen ab und zu verwendete verstehen und wüsste sie zu deuten.

Der Große Regulator dachte ein wenig über die letzte antwort nach.

Anschließend forderte er: „Begründen!"

„Begründung: P.E. 137 hat versprochen bei erster Gelegenheit nach Hogwarts zu fliehen und sich zu ergeben."

Derek runzelte die Stirn.

„ Wem hast du versprochen nach Hogwarts zu gehen und dich zu ergeben?"

Das erste Mal seid Harry ihn kannte, wirkte Derek verunsichert.

Das Mädchen antwortete bereitwillig. Harry fiel auf das sie die Worte diesmal schwach betonte, ehe der Schock ihn betäubte.

„P.E. 137 hat Sirius Black Versprochen nach Hogwarts zu fliehen. P.E 137 mag Sirius Black."

„Sirius Black ist tot!", erwiderte Derek mit schärfe in der Stimme.

„Negativ!"

„Das...", sagte Dumbledores ruhige Stimme. „ ...ist wirklich eine sehr interessante Aussage."

Harry drehte sich um und erkannte Dumbledore, der mit wehender Robe auf sie zuschritt. Neben ihm eine vollkommen perplex wirkende Professor McGonnagal.

Harry hörte ein Rascheln und drehte sich rasch um. Er war etwas erstaunt als er zum ersten mal eine Emotion im Gesicht des Mädchens erkennen konnte.

Sie blickte Dumbledore mit purer Angst in den Augen an.

„Was hast du?", fragte Derek irritiert.

„P.E. 137 empfindet große Furcht. Der Teufel ist gekommen um ihre Seele zu holen.", erwiderte sie mit eindeutig Ängstlicher Stimme.

Sie wirkte Plötzlich so verloren wie ein kleines Kind.

Derek runzelte die Stirn.

„Er ist nicht der Teufel. Er wird dir nichts tun kleine Schwester."

Harry und Ron klappte der Kiefer herunter. ‚Kleine Schwester?'

Doch noch bevor sie etwas einwerfen konnten, fragte das Mädchen mit zitternder Stimme:

„Versprochen?"

Derek schenkte ihr ein beruhigendes Lächeln.

„Versprochen."

Dumbledore betrachtete die Szenerie mit einem freundlichen Lächeln.

„Minerva? Wären sie so Freundlich mit Unterstützung von Mr. Weasley die Vollzähligkeit ihrer Schüler zu überprüfen? Und bitte Informieren sie die anderen Hauslehrer über die Situation."

McGonnagal nickte knapp und zog mit einem Enttäuschten Ron Weasley im Schlepptau von dannen.

Dumbledore wandte sich an Derek: „Würdest du mich bitte mit Harry und unserem faszinierenden Gast in mein Büro begleiten? Und bitte entferne diese Fesseln. Ich glaube nicht das sie weiterhin notwendig sind."

Derek richtete sich kurz auf und schwang seinen Zauberstab über die Fesseln des Mädchens, die sofort verschwanden.

Sie begaben sich zu Dumbledores Büro.

Harry stellte fest, das sich das Verhalten von P.E.137 mit dem erscheinen von Dumbledore drastisch geändert hatte.
Es sah so aus, als würde sie tatsächlich panische Angst vor ihm haben. Sie schien sich hinter Derek zu verstecken und hielt sich an seinem Umhang fest. Das war absolut verwirrend, schließlich hatte er sie vorher im Kampf beobachtet.

Sie hatte mächtige Flüche gesprochen. Ihre Aura war tief schwarz und mächtig. Und vor Dumbledores eintreffen schien sie vollkommen Kalt und diszipliniert zu sein. Aber nachdem er erschienen war, verwandelte sie sich sofort in ein Ängstliches kleines Mädchen. Das war schon seltsam.

Doch ehe Harry noch mehr Grübeln konnte, hatten sie auch schon Dumbledores Büro erreicht.

Dieser lies sich hinter seinen Schreibtisch fallen und legte die Fingerkuppen aneinander.

Harry setzte sich in einen der bequemen Sessel. Derek tat es ihm gleich, doch das Mädchen wollte sich scheinbar nicht hinsetzen.

Mit unverhohlener Angst in den Augen fixierte sie den Schulleiter und versteckte sich weiter hinter Derek.

„Ich habe es dir versprochen und ich halte meine Versprechen. Er wird dir nichts tun.", wisperte Derek ihr zu.

Dumbledore schien von der Situation ein wenig amüsiert zu sein und wandte sich an die Todesserin.

„Du brauchst mich nicht vor mir zu fürchten meine Liebe."

Die Angst in ihren Augen schien sich noch zu steigern als Dumbledore sie so direkt ansprach.

„P.E. 137 ergibt sich. Bitte zerstören sie ihre Seele nicht."

Ihre Stimme zitterte merklich. Gerade so als würde sie sich zu Tode Fürchten.

Dumbledore runzelte leicht die Brauen.

„Warum sollte ich deine Seele zerstören wollen?", fragte er verwundert aber das Mädchen schien ihn gar nicht mehr wahrzunehmen sondern zu sich selbst zu sprechen.

„Der Teufel spricht mit P.E 137. Warum tut er das? Sie hat sich doch ergeben! Bitte! Der Teufel darf sie nicht berühren. P.E. 137 will ihre Seele nicht das ihre Seele zerstört wird..."

Dumbledore seufzte und sagte: „Derek? Wärst du so freundlich mir die Hand zu reichen um unseren Gast zu zeigen das es ungefährlich ist?"

Derek lächelte.

„Selbstverständlich."

Doch kaum das Derek die Hand erhob um sie Dumbledores zu ergreifen, vernahmen sie alle einen spitzen Schrei.

P.E. 137 war hinter dem Stuhl vorgestürzt, hatte Dereks Arm ergriffen und von Dumbledores weggezerrt.

„Nicht berühren! B.E. 13 wird seine Seele verlieren wenn er den Teufel berührt."

Derek lächelte leicht und erwiderte: „Ich hab dir doch gesagt, das er nicht der Teufel ist. Bitte sieh hin."

Damit reichte er Dumbledore blitzschnell die andere Hand.

Die Todesserin schrie auf und warf sich in Deckung, als erwarte sie eine Explosion.

Doch Derek blieb vollkommen ruhig.

„Siehst du? Meine Seele ist immer noch dort wo sie sein soll. Albus Dumbledore ist nicht der Teufel. Probier es doch selbst."

Das Mädchen war kreidebleich und lugte vorsichtig hinter dem Sessel hervor.

Wenn Harry nicht gesehen hätte, wie sie Kaltblütig sie im Kampf agiert hatte, würde ihn diese Naivität belustigen. Aber im Augenblick war er eigentlich nur Verwirrt.

Mit Argusaugen beobachtete er, wie sie sich zögernd zu Dumbledore wagte, und seine Ausgestreckte Hand schnell mit einem Finger Anstubste und dabei die Augen zukniff. Schließlich schien sie sicherer zu werden und Dumbledores Hand ein wenig länger zu berühren, der den Vorgang mit schiefen Amüsement über sich ergehen lies.

Schließlich schien die Todesserin sehr konfus.

„P.E. 137 hat den Teufel berührt, doch ihre Seele ist intakt. Sie fragt sich wie das möglich ist?"

Derek schenkte ihr ein Lächeln und sagte: „Ich hatte es dir doch versprochen kleine Schwester. Du kannst uns Vertrauen. Wir tun dir nichts."

Das Mädchen runzelte die Stirn.

„P.E. 137 hat von Vertrauen gehört. Sirius Black hat ihr davon erzählt."

Diese Worte bewirkten, das Harry ein Klumpen Eis in den Magen glitt. Sie sprach wieder von Sirius. Aber er war fort! Tot! Nicht wieder zu bringen!

Dumbledore jedoch lächelte unbeirrt weiter und sagte sanft: „Du hast schon einmal von Sirius gesprochen meine Liebe. Aber er wurde vor einigen Monaten im Kampf getötet. Wie ist es also möglich das du dich mit ihm unterhalten hast?"

P.E. 137 sah Dumbledore immer noch Ängstlich an. Doch ihre Stimme zitterte nicht mehr so stark wie vorher, als sie ihm Antwortete

„P.E. 137 musste vor zwei Monaten auf die Klone ihrer Parzelle aufpassen. Dabei bemerkte sie durch Zufall das einer der Klone sich von selbst bewegte. Er ergriff P.E. 137 und hielt sie ruhig. Dann sprach er zu ihr. P.E. 137 war verwirrt. Klone haben keine Seele. Wie konnte der Klon sprechen? Der Klon erklärte P.E. 137 er sei Sirius Black und wolle ihr nichts tun. P.E. 137 weiß nicht wieso, aber sie mag Sirius Black. Sirius Black war sehr nett zu P.E. 137, deshalb half sie ihm. Sie gab ihm zu essen und zu trinken. Aber er tat weiterhin so als sei er ein Klon. Dann wurde P.E. 137 in ein Zugriffsteam beordert. Sie musste Sirius Black versprechen zu fliehen wenn sich die Gelegenheit bot. Sie solle nach Hogwarts gehen um mit dem Teufel zu sprechen. Aber P.E. 137 wollte nicht mit dem Teufel sprechen. Sie hat große angst vor dem Teufel. Deshalb sagte er sie könne zu B.E. 13 gehen und mit ihm sprechen."

„Faszinierend.", sagte Dumbledore. Und sah sie nachdenklich an.

„Nun meine Liebe, weißt du wie Sirius in deine Parzelle gekommen ist?"

Sie schüttelte hastig den Kopf. Es war ihr wohl immer noch unangenehm das Dumbledore sie direkt ansprach.

Derek tätschelte ihre Hand und fragte: „Kannst du uns erklären wo deine Parzelle ist?"

„P.E. 137 kommt aus Parzelle 80. Sie befindet sich in Sibirien."

Dann gab sie ihnen einige Koordinaten, die Harry nicht verstand. Dumbledore notierte sie und nickte Derek zu.

„Ich denke wir sollten eine Befreiungsaktion versuchen. Kannst du uns noch Informationen über die Stärke der Wachmannschaft geben meine Liebe?"

„Die Parzelle hat minimale Belegschaft. Nur Wissenschaftler, acht Wachen und vier Dementoren. Die anderen sind alle im Einsatz."

„Ideal.", sagte Derek. „Ich werde Jos Informieren und ihm die Situation schildern. Zum Glück konnten wir die Angreifer alle unschädlich machen ehe sie sich zurückziehen konnten. So kann niemand von ihrem Verrat wissen. Ich werde mich sofort mit ihm in Verbindung setzten. Mit deiner Erlaubnis werde ich die Befreiungsaktion Anführen Albus."

Dieser nickte bedächtig und seine Augen zwinkerten.

„Und was machen wir mit unserem Gast?"

Derek lächelte.

„Wenn du erlaubst werden ich sie behalten. Ich gebe Amy Bescheid. Sie hat bereits Erfahrung mit den Les a Fant Terrible wie du weißt."

Dumbledore nickte.

„Ich sehe da keine Probleme. Du kannst meinen Kamin benutzen."

Derek erhob sich und nahm etwas Flohpulver aus einem Silbernen Döschen, welches auf dem Kaminsims stand und warf es in die Flammen.

„Amy Fischer!", sagte er. Anschließend steckte er seinen Kopf in die Flammen und begann mit ihr auf Deutsch zu sprechen.

Dumbledore wandte sich unterdessen der Jungen Frau zu, die ihn immer noch Ängstlich musterte.

„Hast du auch einen richtigen Namen oder nur deine Bezeichnung?", fragte er Freundlich.

Sie zuckte zusammen und fixierte Dumbledore.

„P.E 137 hat auch einen Namen. Sirius nannte sie immer Lilly."

Harry versteifte sich. Er bezweifelte, dass er noch viel mehr Ertragen konnte. Nach allem was er heute gehört hatte, schwirrte ihm der Kopf.

Dumbledore lächelte ihn an und seine blauen Augen zwinkerten ihm zu.

„Harry? Du solltest lieber gehen und Miss Granger auf der Krankenstation besuchen. Du kannst mit Derek darüber Reden wenn er wieder da ist. Aber du solltest wissen, das wir nun Hoffen dürfen Sirius wieder zu bekommen."

Harry nickte steif und erhob sich träge.

Er verabschiedete sich kurz und begab sich auf direkten Weg in die Krankenstation. Sein Kopf war überfüllt. Gedanken wirbelten wild und Sinnlos darin umher. Es gelang ihm einfach nicht sie zu ordnen.

Klone. Sie hatte etwas von Klonen erzählt. Derek nannte sie kleine Schwester und sie schien keinerlei Selbstwertgefühl zu besitzen. Sie hatte nie das Wort ‚Ich' benutzt wenn sie über sich sprach sondern gebrauchte immer die dritte Person. Gerade so als wäre sie nur ein Gegenstand. Etwas über das man redete und nicht damit. Was für ein trauriges Leben musste sie gehabt haben? Sie sprach und verhielt sich wie ein Hauself. Und dann diese geradezu Kindlich Naive Angst vor Dumbledore, den sie für den Teufel Persönlich zu halten schien. Sie war ein Werkzeug Voldemorts. Und sie sah aus wie seine Mutter in Jungen Jahren. So Alt konnte sie noch nicht sein. Höchstens so alt wie er. Was hatte das alles zu bedeuten? Und vor allem, was waren das für Bezeichnungen. B.E. 13? P.E. 137?

Harry seufzte resigniert und öffnete die Tür zur Krankenstation.

Ron saß mit einem grimmigen Ausdruck auf einem Stuhl zwischen den Betten von Sara und Hermine.

„Wie sieht es aus?", fragte Harry.

„Madame Pomfrey meint sie würden die Nachwirkungen noch eine Zeit lang spüren. Es sei aber Halb so Wild. Was sie nun brauchten sei Ruhe."

Harry nickte kurz. Und beschwor für sich selbst einen Stuhl. Er setzte sich Ron gegenüber, der ihn gespannt ansah.

„Was war jetzt mit dir und Dumbledore? Und was ist das für ein Mädchen? Warum hat Derek sie ‚kleine Schwester' genannt? Und vor allem, warum hatte sie so eine Scheißangst vor Dumbledore? Ich meine, du hast gesehen wie stark sie ist. Sie hat zwei Todesser getötet. Sie schien vollkommen skrupellos und dann so was!"

Harry seufzte.

„Ich weiß es nicht. Alles was ich weiß ist das sie ihn wohl für den Teufel Persönlich gehalten hat."

Schnell schilderte er seinem großen Freund alles was sich in Dumbledores Büro abgespielt hatte.

Ron wich die Farbe aus dem Gesicht.

„Sie behauptet also, Sirius sei in ihrem Parzellendingsda. Und Derek will eine Befreiungsaktion starten? Na schön, akzeptiert. Aber was zum Teufel soll ein Klon sein?"

„Klone sind Kopien von Menschen die man aus den Genen des Originals herstellt. Aber ich weiß nicht sonderlich viel darüber. Die Muggel glauben man könne einen Menschen aus seinen Zellen neu erschaffen. Aber das ist nur Theorie. Was mir wirklich zu schaffen macht ist die Tatsache, das sie wirklich wie meine Mutter aussieht als sie in diesem Alter war. Mann, wenn das so weitergeht wird mir noch der Schädel explodieren."

Ron nickte.

„Ich kann das zwar nicht wirklich nachvollziehen, aber du packst dass. Nach all der Scheiße die du schon erlebt hast, wirst du auch damit fertig."

Harry setzte seine Brille ab und rieb sich müde die Augen.

„Weißt du Ron, ich hab die Schnauze voll. Immer wenn ich gerade denke, das es mir gut geht, passiert irgendetwas , das mein Leben auf den Kopf stellt. Die einzigen Konstanten die ich bisher hatte waren du und Hermine. Dafür möchte ich dir danken. Aber was wird nun? Ich habe das Gefühl, das mein Leben wieder einmal umgekrempelt wird, und es stinkt mir, das ich nichts dagegen tun kann. Das schlimmste ist, das Sirius mit hoher Wahrscheinlichkeit wirklich noch lebt. Dieses Mädchen hatte keine Okkulumentik Schilde aufgebaut. Und ich konnte spüren das sie die Wahrheit sagt. Aber wie soll ich damit nur umgehen? Natürlich freue ich mich das er noch lebt. Aber es jagt mir trotzdem eine Scheißangst ein! Außerdem Glaube ich, das noch einiges mehr an der Sache dran ist als ich bisher weiß."

Ron nickte.

„Du wirst das schon schaffen. Und wenn du Hilfe brauchst, weißt du das Hermine und ich dir immer helfen werden. Du kannst dich voll auf uns verlassen. Zusammen werden wir es Packen, egal was kommt."

„Aber Heute wäre es fast schief gegangen.", flüsterte Harry.

Ron knurrte.

„Verdammte Scheiße! Hör endlich auf dich immer für alles Verantwortlich zu fühlen! Wir wissen ganz genau was wir tun wenn wir uns mit dir einlassen Verstanden? Außerdem hast du es gehört! Sie waren nicht hinter dir, sondern hinter Sara her. Warum weiß der Teufel! Aber wage es ja nicht, dich dafür Verantwortlich zu fühlen!"

Harry sah betreten zu Boden. Er wollte gerade etwas harsches erwidern, als sie plötzlich Hermines Stimme vernahmen, die etwas im Schlaf murmelte.

„...Familie..."

Dieses eine Wort nahm Harry irgendwie den Wind aus den Segeln.

„Ich weiß.", murmelte er, auch wenn sie ihn nicht hören konnte. Sie schlief friedlich weiter.

Ron sah Harry aus unergründlichen Augen an.

„Und? Was willst du nun tun?"

Harry seufzte.

„Den Dingen ihren Lauf lassen und akzeptieren was kommt. Mehr kann ich nicht tun."

„Denk nur daran das du nicht allein bist. Du hast uns. Du hast eine Familie, wenn auch nur im Geiste."

Harry lächelte leicht.

„Danke."

Ron verzog das Gesicht zu einem Grinsen.

„Wofür denn?"