Gewünscht von: Suchi
Charaktere: Harry Potter und Charlie Weasley
Plot-entscheidende Worte: Buch, Lederjacke, Dunkelheit

A/N: Allgemein möchte ich hiermit festhalten, dass für mich Sonntag und Montag Ruhetag ist. Die verbleibende Woche versuche ich täglich eine Fanfiction zu schreiben.

Dies ist die erste, traurige Fanfiction von mir. Sie besitzt ein Happy End, aber nicht für alle Beteiligten :( Dafür ist sie – wie versprochen – länger (Glückliches Ende für den „Wünscher" also ;) ). Ich nehme mir für kommende Geschichten auch explizitere Schilderungen von sexuellen Handlungen vor. War einfach noch nicht der richtige Moment da. Wird's aber geben.

Rating: T / PG-13

Warnung: Sad/Happy Ending, Slash (nicht explizit, nur gedanklich)

Wünsch dir was! – Der Mann in Rumänien

Die Dunkelheit hüllte alles ein. Die Wiese, die Zäune, die Menschen.

Aus einem der größeren Zelte entwischte ein Lichtstrahl und ließ zwei dicht zusammensitzende Gestalten erkennen. Hätte sich ein Fremder vorsichtig dem Eingang genähert, so hätte er Harry Potter und Charlie Weasley, im Gespräch tief versunken, vorgefunden. Doch Stille lag über dem Lager und das Rauschen des Windes übertönte jedes Wort.

Harry hatte einem überraschten Charlie einen Besuch Rumäniens angekündigt. Einen Tag später war er da.

„Möchtest du noch eine Tasse Tee?"

„Ja, bitte." Harry schenkte Charlie ein müdes Lächeln. „Welches Teufelszeug hast du da beigemischt?"

Charlie blickte mit verschmitztem Grinsen zu ihm hinüber als er nach der blauen weißgepunkteten Kanne griff.

„Harry, es kann hier verdammt ungemütlich werden... und einsam."

Sie tranken schweigend ihren Tee weiter. Harry spürte wie die warme Flüssigkeit seinen Hals hinunterkroch und sich im ganzen Körper auszubreiten begann. Seltsame Empfindungen begannen seine Gedanken zu vernebeln.

„Wieso bist du hier?", wollte Charlie wissen, nachdem ein paar Minuten verstrichen waren.

„Ich weiß nicht, ob ich jetzt schon... ob ich hier darüber reden kann.", antwortete Harry unsicher.

„Wenn du nicht reden möchtest, dann vermag ich das nicht zu ändern. Doch es würde mir immens weiterhelfen, wenn ich weiß ob ich einen arbeitslosen Zauberer kurz vor dem Ruin oder einen liebeskranken Verlassenen mit Todessehnsüchten vor mir sitzen habe."

Charlie hatte mit seinen Worten einen Scherz machen wollen. Nichts weiter. Doch Harry spürte Stiche, viele kleine Stiche und der letzte, schmerzte besonders. Sein Gegenüber musste bemerkt haben, dass er in ihm einen Sturm ausgelöst hatte (allein seine versteinerte Miene und angespannte Haltung zeigten dies all zu deutlich), denn er fragte schnell: „Sie haben dich nicht rausgeschmissen, oder? Ich meine, du bist der verdammt noch mal Beste in diesem Job!"

„Nein", sagte Harry mit Grabesstimme, und bevor Charlie einen weiteren Gedanken fassen konnte, fuhr er fort: „Ginny ist mit Grant durchgebrannt."

„Nein", war es nun an Charlie zu sagen. Ungläubiges Innehalten. Dann lachte er laut auf. „Grant ist ein Spinner, Harry. Ginny würde nie ein Verhältnis mit ihm anfangen... Sie hat doch dich! Harry Potter! Ihre große Liebe!"

„Das war es auch, was sie sagte. Ihre große Liebe bin ich. Und die der restlichen Bevölkerung unserer Welt."

„Sie macht die Presse und die anhaltende Interesse für ihren Ehebruch verantwortlich?", Charlie wagte zunächst nicht, Harrys Schilderungen zu widersprechen. Aber Ginny war seine Schwester und er kannte sie sein Leben lang. „Nie im Leben hat sie das getan. Nie im Leben."

„Oh doch, ich habe sie beide bei frischer Tat ertappt, wenn man das so sagen will. Mitten hinein bin ich in ihr kleines Intermezzo im Büro gestolpert. Sie hatten mich nicht so früh erwartet – Ich hatte als Überraschung zum siebten Hochzeitstag ein wunderschönes WOCHENENDE FÜR UNS BEIDE GEPLANT!" Harry war mit jedem seiner Worte lauter geworden. Der Schmerz der in den letzten Tagen von seiner Reise übertüncht wurde, brach erneut vollends aus ihm heraus.

Charlie sah ihn an, sah ihn richtig, wahrhaftig, wie er Harry Jahre nicht mehr angesehen hatte – Die feinen Linien um Harrys Mundwinkel, die blitzenden Augen hinter den runden Gläsern, das scharf gezeichnete Gesicht, der Glanz in den rabenschwarzen Haaren, die feine Narbe... Charlie wusste, dass man sich an Menschen gewöhnte, wie sie aussahen, wie sie rochen, wie sie sich bewegten. Er hätte nie gedacht, dass dies ihm irgendwann mit Harry passieren könnte. Das ihm diese tief verschlossenen Bilder nicht mehr bewusst sein würden, die für Charlie aus Liebe bestanden. Liebe für ihn. Für Harry.

Harry war schön. Charlie malte sich sehr selten - er hoffte er würde es nie tun – aus, wie es wäre, wenn diese Schönheit nur für ihn geschaffen worden wäre. Damit er sie bewunderte.
Genauso stellte er sich Harrys Lachen als eines nur für ihn bestimmtes vor, das jeder sehnsuchtsvolle Blick allein ihm galt.

Harry liebte Ginny und hatte sie geheiratet. Sie hatten den unerschütterlichen Ruf als das Traumpaar der Zaubererwelt. Charlie war ein Einsiedler irgendwo in den Bergen über den dann und wann ein Zeitungsartikel zu lesen war. Meist trugen diese Werke Titel wie „Allein unter Drachen – Der Mann der ihre Liebe besitzt" oder „Sorgenfrei gen Osten – Charlie Weasley gibt Tipps zum Schutz vor wilden Drachen" oder (sein persönlicher Liebling und immer gern im Freundeskreis gezeigter 18-seitige Bericht) „Charlie Weasley. Der Drachenflüsterer."

„Es tut mir leid, Charlie, ich weiß gerade nicht recht wohin mit meinen Gefühlen."

„Harry, du weißt dass du mir vertrauen kannst.", Charlie griff nach Harrys Händen und umschloss sie mit den seinen, die voller Brandschwielen waren.
Wie zart und weich seine Hände sind. HÖR AUF! Du hast vor sieben Jahren diese Gefühle versiegelt, an dem Tag an dem deine Schwester den Mann heiratete, den du liebst.'

„Du musst aber auch verstehen, dass ich dir nicht sofort Glauben schenken kann. Ginny hat dich immer geliebt, mit ganzem Herzen, warum sollte sie dich hintergehen... Wenn sie doch dich hat. Du bist ein wundervoller Mensch, Harry, dem jeder Einzelne von uns nur Hochachtung und Liebe entgegen bringen sollte. Dich zu betrügen, heißt, uns alle zu betrügen."

Er bereute sofort was er einen Atemzug zuvor gesagt hatte. Zu viele seiner eigenen Gefühle steckten in seiner Rede. Es ist zu spät... Ich kann es nicht mehr aufhalten... Die Vergangenheit beginnt mich zu erdrücken.

Doch Harry schaute ihm nur fest in die Augen – Anders als sonst? – und sagte schließlich: „Danke. Du bist ein unglaublich guter und geduldiger Freund. Ich habe dich in England oft vermisst. Du bist älter als Ron und hast eine andere Sichtweise auf die Dinge als er, doch im Kern bist du ebenso wie er für mich."

Charlie wusste, dass Harry mit dieser Aussage ihm größtes Vertrauen und Liebe aussprach. Brüderliche Liebe. Der Junge der lebte wusste nicht, konnte nicht wissen, dass der Mann der die Drachen zähmte, sämtliche Angebote aus Großbritannien ausgeschlagen hatte, um sich nicht ständig in seiner Nähe zu befinden.

„Mir ist kalt", stellte Harry plötzlich fest und er erschauerte.

„Hier", sagte der Ältere schnell und reichte ihm seine Lederjacke.

„Danke. Was für Drachen habt ihr in diesem Jahr hier?" Der Themenwechsel kam natürlich. Sie waren Männer. Beide. Charlies Eingeweide zogen sich bei diesem Gedanken schmerzhaft zusammen.

„Ein Ungarischer Hornschwanz ist wieder dabei.", sagte er augenzwinkernd. „Ich habe lange Zeit mit dem Gedanken gespielt, eine Zucht für diese großartige Rasse zu beginnen."

„Oh ja, damit sich weitere leidgeplagte Champions ihre Zähne an ihnen ausbeißen können."

„Der letzte dem ich begegnet bin, ist ihnen einfach davon geflogen."

Sie lachten. Die Stimmung war fröhlich, das Gespräch wandte sich erfreulicheren Erlebnissen zu. Der Tee begann seinen Beitrag zu leisten.

„Du solltest unbedingt ein Buch schreiben, Charlie. Du hast unglaubliche Erfahrung. Gab es da nicht einmal eine Anfrage von einem angesehenen Verleger?", fragte Harry. „Warum hast du diese einmalige Chance nicht genutzt?", hakte er nach.

Peng! Da war es wieder. Nein, er wusste was er zu antworten hatte.

„Ich war zu diesem Zeitpunkt nicht bereit. Ich wollte bei den Drachen bleiben, meinen Job machen und mich nicht mit irgendwelchen Autoren gleichstellen. Das ist eine andere Branche."

„Du schätzt doch jede Herausforderung. Es wäre eine Erfahrung!" Harrys Augen glänzten voller Unternehmungsgeist. „Ich habe es! Du kommst zu mir nach London, für einen Monat oder so. Ich helfe dir bei deinem Buch. Wir werden eine geniale Zeit miteinander verbringen." ‚Ja, und ein Potter und ein Weasley schmeißen wieder gemeinsam den Haushalt', dachte Charlie erbittert.

Aber der Jüngere schien von der Idee des Zusammenlebens auf Zeit begeistert. „Wir könnten endlich wieder unser altes Quidditch-Team aufstellen. Wie damals, als wir in Amateurkreisen für unseren Teamzusammenhalt berüchtigt waren."

„Wir sind aber nur zu fünft", unterbracht Charlie Harrys Überlegungen.

„Aber wieso?", fragte dieser vollkommen verwirrt.

„Ginny."

„Oh.", sagte Harry, „Oh."

„Komm, steh' auf. Es ist weit nach Mitternacht. Wir sollten zu Bett gehen."

„Ich bin auch weiterhin von meinen Plänen für dich begeistert.", meinte Harry während er sich aus seinem Stuhl erhob.

„Du bist ein verrücktgewordener bebrillter Zwerg.", attestierte ihm Charlie.

„Du...", Harry wollte seinem Freund daraufhin einen leichten Schlag auf den Arm verpassen, wurde jedoch stattdessen in eine Umarmung gezogen. Er fühlte sich auf einmal beschützt, vollkommen sicher. Der Fluss der Zeit der alles mit sich riss, war von einem Augenblick auf den anderen langsamer, weniger gefahrvoll geworden.

„Harry, was auch immer geschieht, ich bin für dich da, wo auch immer du bist und wo auch immer ich bin."

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1. August 2007
Traumpaar stand kurz vor der Trennung – Jetzt die ersehnte Aussöhnung
Exklusiver Bericht von Rita Kimmkorn

London. Das bekannte und beliebte Ehepaar Harry und Ginevra Potter hat nach einer kurzzeitigen Trennung (wir berichteten) wieder zueinander gefunden. Ausgelöst wurde dies durch eine einfühlsame Rede von Mrs. Potter zum Jubiläum ihres Fünf-Sterne Restaurants „The Clad" am gestrigen Tage, der es nicht an Dramatik und reichlichem Tränenfluss fehlte.

Das Paar kennt sich seit Kindertagen und war lange Zeit von der Öffentlichkeit unbemerkt miteinander ausgegangen.

Die legendäre Hochzeit, im engsten Familien- und Freundeskreis, fand am 3. Mai 2000 statt. Die Gründe für die plötzlich auftretenden Differenzen nach sieben Jahren scheinbar harmonischer Ehe, sind trotz intensiver Nachfrage nicht an die Öffentlichkeit gedrungen.

Es wurde jedoch über das Hexengamot verfügt, dass keine Fotographien von beiden Beteiligten als Privatpersonen gemacht werden dürfen. Außerdem wurde diese Zeitung darum gebeten, von etwaigen Spezialausgaben und Fotostrecken rund um das Eheleben von Harry und Ginny abzusehen.

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Manchmal findet man Rückhalt und Liebe an Orten, an denen man sie nicht erwartet.

.- Ende -.

Reviews:

MondblumenTanz: Vielen vielen Dank strahl Jo, ich bin die Caro (von mallaldeon.de) ;)

Ron Herm: Dafür brauchst du dich doch nicht zu entschuldigen. Hast doch trotzdem deine Geschichte bekommen – Und ich habe es wirklich gern geschrieben :)

Lunniluna: Oh, ich werde mir natürlich verdammt viel Mühe geben ;) Danke auch dir für dieses tolle Kompliment!

Crimegirl: Who's bad? Who's bad? lol Danke :) Und ja, ich konnte ihn einfach nicht netter machen ;)

Wer die Gesellschaftskritik („öffentliche" Beziehungen gehen an Paparazzi usw. kaputt) wahrgenommen hat – Danke für die Aufmerksamkeit :)

Und in der nächsten Geschichte lest ihr von Harry Potter und Hermine Granger

mit

Wecker, Tesafilm und Türgriff