Fade to black


Disclaimer: Alles was nicht mir gehört, gehört mir auch nicht ;)

Hihi, ich bin schon wieder da, aber gewöhnt euch nicht an die wöchentlichen updates, ich denke das nächste chap wird wieder ein zwe Wochen dauern und ich hoffe auf verständnis.

Sooooo, dann bedanke ich mich bei allen lesern (auch den schwarzlesern) und vor allem bei den acht leutchen, die mir ein Reviewchen dagelassen haben. Allen anderen sei gesagt, so n klitzekleines Review tut doch net weh, is bisher nur einer dran gestorben...oder zwei, keine ahnung mehr ;)

An dieser Stelle nochmal einen Dicken Gruß an meine Betaleserin Lobarie, die ich in dem letzten Kapitel vergessen habe zu erwähnen (schäm)

ohne viel weiteres Gesülze wünsche ich nun viel Spass mit


32. In deinem Kopf!


„Sehr schön meine Lieben, die seriellen Sprüche haben wir damit geschafft, als nächstes wenden wir uns einem interessanteren Feld der Zauberkunst zu, den kombinierten Sprüchen. Diese haben viele Vorteile in einem Duell, zum Beispiel, wenn man einen Schockfluch mit einer Ganzköperklammer kombiniert. Ich warne euch sofort am Anfang, kombinierte Sprüche sind schwer zu erlernen und umzusetzen. Daher bedienen wir uns einiger Gesetzmäßigkeiten, die ihr nun notieren solltet."

Professor Flitwick sah zufrieden zu, wie die Schüler ihre Federn bereithielten und befahl einem Kreidestück alles, was er sagte, an die Tafel zu schreiben.

„Das erste Gesetz der kombinierten Sprüche lautet: Kombiniere niemals Sprüche mit entgegengesetzten energetischen Phasen, weil diese, wie alle Arithmantiker unter Ihnen wissen, sich gegenseitig neutralisieren. Ein schönes Beispiel dafür sind immer Sprüche und Gegensprüche. Ein Stupor hat eine Energie-Amplitude von 92 Grad, ein Enervate besitzt eine Amplitude von 272 Grad, was genau entgegengesetzt wirkt und somit das Stupor neutralisiert. Ein Beispiel aus der anderen Richtung ist ein Lumos, welches eine Energieamplitude von 32 Grad besitzt, ein Lumos Maxima besitzt eine Ampliutude von 64 Grad, dadurch wird der Zauber nicht aufgehoben, sondern addiert sich geometrisch auf die erste Amplitude und verstärkt den Zauber. Ein Finite Incantatem erzeugt zu den meisten Zaubern die passende Gegenenergie, ein unaufhebbarer Zauber, wie zum Beispiel der Dauerklebefluch, erzeugt unterschiedlich viele Energiemodulationen, sodass man nie alle neutralisieren kann. So kommen wir zur nächsten Gesetzmäßigkeit: Zauber können nur dann miteinander kombiniert werden, wenn ihre Amplitude verschieden ist und höchstens eine Differenz von 179 Grad zueinander aufweisen, was natürlich bedeutet, dass man für das Kombinieren von Zaubern auch wissen muss, wie hoch die Amplitude der zu kombinierenden Zauber ist, was jedoch auch vom Zauberer selbst abhängig ist und..."

Harry notierte sich alles, was Professor Flitwick ihnen diktierte, doch er hatte sich bereits mit kombinierten Sprüchen und zwangsläufig auch mit den Grundlagen der Fluchphysik beschäftigt, daher enthielt diese Vorlesung keine Sensationen für ihn. Aber er musste den Schein wahren, auch wenn es auf Dauer etwas nervte, diese Dinge zu „wiederholen". Dennoch stieß man bei Professor Flitwick immer wieder auf neue Sachen, Abkürzungen, Tricks und Kniffe, die in keinem Buch zu finden waren. Immerhin war der kleine Professor eine der führenden Persönlichkeiten auf dem Gebiet der Zauberforschung und Entwicklung.

Dennoch konnte er sich nicht ganz auf den Unterricht konzentrieren, denn heute sollte die Schamanin eintreffen, die ihm und Hermine helfen sollte, die Zauber in ihren Köpfen zu brechen.

Diese Sache lag ihm immer schwerer im Magen und es wurde von Minute zu Minute schlimmer. Auch Hermine war heute unruhig und unkonzentriert.

Er machte sich Sorgen, weil er Lily schon seit einigen Tagen nicht gesehen hatte und in der Schülerschaft Gerüchte von einem dunklen Schatten kursierten, der an verschiedenen Orten aufkreuzte.

Es war schon hart für ihn in letzter Zeit, der ganzer Stress, dieses Wechselbad der Gefühle, das er dieses Jahr durchmachen musste, dies alles hatte stark an seinen Nerven gezehrt. Er war, wie Hermine so schön sagte, reif für die Insel.

Flitwick erging sich noch eine Weile über die verschiedenen Arten der Modulationen, die Zaubersprüche aufweisen konnten und hielt dies mit einer komplexen Folge von Diagrammen und Schaubildern fest.

Dann entließ er die Klasse und ermunterte sie zum Experimentieren mit einfachen Sprüchen.

Harry seufzte erleichtert auf, da Zauberkunst ihre letzte Vorlesung für heute war.

Er rieb sich den Nacken, der ein wenig steif geworden war und begab sich in seine Räume um sich für das Quidditchtraining umzuziehen.

Das Training war auch recht ergiebig und vor allem lenkte es ihn ab, zwar war es noch ein wenig kalt, doch seiner Mannschaft machte das nichts aus.

Nach einem zweistündigen Mördertraining nach Art des Hauses wanderte Harry zusammen mit Ron und Sara zum Schloss zurück und wurde von Derek abgefangen.

„Ah da bist du ja", sagte der große Regulator mit einem breiten Grinsen.

„Ist es schon soweit?", fragte Harry erschrocken.

„Jepp", erwiderte der Deutsche lässig.

Ron wandte sich an Harry und drückte ihm kräftig die Hand.

„Viel Glück Alter, melde dich wenn es vorbei ist."

„Das muss er nicht, die Schamanin trug mir auf, euch auszurichten, dass Harry und Hermine Begleiter brauchen. Und ich schätze, sie würden euch nehmen."

„Wofür denn Begleiter?", fragte Ron verwundert.

„Keine Ahnung, ich erhielt die Anweisungen per Eule, Nachtlied wird in zehn Minuten hier eintreffen. Geht schon mal zu Hermine in den Raum von Firenze, die Schamanin bat uns einen Platz in der Natur zu finden und in den Verbotenen Wald können wir uns schließlich nicht hocken."

Die Jugendlichen nickten und begaben sich in den besagten Raum.

Sie legten ihre Quidditchsachen am Eingang ab und wanderten zu der Lichtung auf der Firenze zu unterrichten pflegte, wo sie bereits von Hermine erwartet wurden, die sichtlich nervös wirkte.

Sie setzten sich hin, nur Hermine wanderte auf und ab, so lange bis Ron die Nase voll hatte.

„Jetzt setz dich mal hin, Herm, du machst mich ganz hibbelig."

Hermine zuckte zusammen, fixierte Ron und erwiderte: „Tut mir leid…ich bin nur nervös, was sich so alles in meinem Kopf verbirgt…außerdem kann ich es kaum erwarten, eine richtige Zauberschamanin zu sehen, sie sind selten, wir können soviel lernen und…Ron?"

Der Angesprochene hatte sich nach hinten fallen gelassen und hielt sich den Kopf.

„Gott, wenn ich jemals laut dran gezweifelt habe, dass Hermine wieder vollkommen die Alte ist, nehme ich es hiermit offiziell zurück."

Die anderen sahen sich verdutzt an und lachten anschließend los.

Das lockerte die Spannung, die sich in der Zeit des Wartens angestaut hatte.

Derek kam zu der Gruppe und grinste nicht wie sonst, schlagartig verstummten sie.

„Ist was passiert?", fragte Hermine erschrocken.

Es kam selten vor das Derek sein selbstsicheres Grinsen nicht zur Schau stellte und meistens bedeutete dies großen Ärger.

„Wie man es nimmt", erwiderte Derek mit leichter Abscheu in der Stimme.

Die Jugendlichen sahen ihn fragend an, als eine Frau hinter Derek die Lichtung betrat und schon verstanden sie den Grund für seine Abscheu.

Sie trug Kleidung aus Leder, augenscheinlich handgearbeitet. Federn schmückten ihr feuerrotes Haar und ihre grünen Augen schimmerten skeptisch über die Szenerie.

„Nicht möglich", hauchte Hermine geschockt.

Ron und Harry sprangen auf, die Zauberstäbe in Anschlag, doch Derek erhob schlichtend die Hand.

„Sie hat noch keinerlei Aggression gezeigt. Klären wir erstmal die Fronten!"

Dann wandte er sich zu der jungen Frau um und fragte: „Welche Nummer hattest du?"

Die PE schaute ihn an und erwiderte: „03. Und du bist B.E.13."

Derek nickte düster als er die Les enfants terribles aus der P.E. Serie eingehend musterte.

„Du wärest wahrscheinlich nicht von der AAW gesandt worden, wenn du noch den alten Zielen folgen würdest, oder?"

Sie schüttelte den Kopf.

„Nummern und töten spielen in meinem Leben keine Rolle mehr, im Gegensatz zu deinem, wie mir scheint. Ich habe all dem für immer abgeschworen."

Die Gruppe schwieg betreten.

„Sie sind also die Schamanin?", fragte Hermine leise.

„Ja, das bin ich. Ihr scheint alle zu wissen, als was ich geboren wurde. Ihr müsst nichts befürchten, ich floh noch vor B.E.13 aus der Parzelle."

„Derek ist mein Name. Nummern spielen auch für mich keine Rolle mehr."

„Man erkennt dich auch jetzt noch, du warst schon immer anders als alle anderen. Nicht nur wegen der Größe."

„Das stimmt schon", erwiderte der Deutsche mit düsterem Unterton.

Die Schamanin schaute sich um und schwenkte ihre Hand.

Sofort erschien ein Lagerfeuer in der Mitte der Lichtung und einige Baumstämme, auf die man sich setzen konnte, was sie auch tat.

„Wir sollten uns auf das Wesentliche konzentrieren und uns erstmal kennen lernen. Nennt mich bitte Elisabeth, das ist mein Name. P.E. 03 ist tot und Nachtlied ist nur ein Name, der in meinem Stamm Bedeutung hat und hier im kalten Britannien keinem Zweck dient. Setzt euch bitte und ich erkläre euch erstmal, wie alles abläuft."

Die Jugendlichen hatten sich langsam entspannt und taten wie ihnen geheißen wurde. Auch Derek grinste wieder und setzte sich dazu.

„Wir werden vorgehen nach der Methode, die von dem Stamm, der mich adoptierte schon seit Urzeiten praktiziert wurde. Wir werden eine Reise antreten, in die Gedanken, die im Nebel liegen. Dazu benötigen wir einen Führer, das werde ich sein, einen Beschützer, das wird Derek sein, zwei Vertraute, das seid wohl ihr."

Sie deutete auf Ron und Sara und diese nickten.

„Und natürlich die Reisenden."

Sie schaute Harry und Hermine an.

„Ich fühle, dass euer Geist sich beschäftigt mit Nebeln, die in ihm nicht liegen dürften. Dementoren wurden davon angezogen…es ist eine enorme geistige Präsenz die von euch abstrahlt und sich ziellos in alle Richtungen verirrt."

Elisabeth öffnete einen kleinen Beutel, der an ihrem Gürtel hing und entnahm daraus ein Pulver.

Sie warf eine Prise in das Lagerfeuer, welches sich grün färbte und begann in einer unbekannten Sprache zu singen.

Die Jugendlichen und auch ihr Professor beobachteten den Vorgang skeptisch bis interessiert.

Ihr Gesang nahm an Intensität zu und sie alle spürten unbekannte Präsenzen um sie herum.

Derek richtete sich urplötzlich auf und hatte beide Zauberstäbe im Anschlag.

Sein Kopf zuckte hin und her, während Elisabeths Gesang den Höhepunkt erreichte.

Urplötzlich war es vorbei und auch der Regulator entspannte sich wieder.

„Die Geister haben eure Rollen bestätigt. Morgen können wir die Reise beginnen. Ich bin müde, führt mich bitte in meine Räume", sagte die Schamanin mit erschöpfter Stimme.

Derek stand auf und half der Schamanin, da diese scheinbar viel Kraft eingebüßt hatte. Diese wandte sich dem Jungen-der-lebt zu und sprach: „Harry….sag unserer kleinen Schwester, sie muss sich nicht verstecken und mich im Ziel halten. Ich bin keine Bedrohung für euch."

Nachdem sie geendet hatte, führte Derek sie aus Firenzes Klasse heraus zu ihren Räumen.

Die Jugendlichen blickten sich verwirrt an, fasziniert von dem gerade Erlebten, während sich Lily aus ihrem Schattendasein löste und skeptisch in die Richtung blickte, in der die beiden Erwachsenen verschwunden waren.

„Sie ist anders", sagte Lily leise und wandte den Blick nicht ab.

„Wie meinst du das?", fragte Hermine nach.

„Ich konnte ihre Aura spüren…sie ist nicht, wie die von Derek, mir oder den anderen, sie ist nicht so dunkel."

Harry, Hermine und Sara sahen Lily überrascht an.

Seit wann sprach sie nicht mehr in der dritten Person von sich?

Nur Ron war natürlich nicht überrascht.

„Und was heißt das nun im Klartext, denkst du wir können ihr trauen?", fragte der große Schüler das jüngere Mädchen.

„Das kann ich nicht sagen. Aber es zeigt, dass sie die Magie der Waffen sehr lange Zeit nicht benutzt hat…vielleicht hat sie mein Ziel schon erreicht, etwas anderes zu werden, als das, wofür man sie gemacht hat…"


Der nächste Tag war ein Samstag.

Alle Schüler erfreuten sich der Untätigkeit.

Nur drei Jungregulatoren waren damit beschäftigt ihre magische und körperliche Ausdauer weiter zu erhöhen.

Die Wand der Fluchkammer, welche sich im Raum der Wünschen manifestiert hatte, wurde bis an ihre Grenzen belastet, sodass Hermine sich genötigt fühlte, bald stärkere Simulationsfeldzauber zu recherchieren, um nicht irgendwann ein Panoramafenster in die Wand zu fluchen.

Nach dem Morgentraining duschten sie sich und trafen sich in der Großen Halle zum Frühstück.

Wie jeden Samstag verteilten sich die frühstückenden Schüler über den ganzen Morgen, so waren es nicht viele, die sich über die seltsam gekleidete Erwachsene wunderten, die mit am Lehrertisch saß, aber genug um Gerüchte zu schüren, die bald die gesamte Schülerschaft in Aufregung versetzten.

Das war so typisch für kleine Gemeinschaften, jeder äußere Einfluss glich einer Sensation, die dazu diente dem tristen Alltag in einer kleinen Runde des Diskutierens und Mutmaßens zu entkommen.

Nur wenige beteiligten sich nicht an derartigem Klatsch und Tratsch, darunter Hermine, Sara, Ron und Harry, welche von Derek erneut in Firenzes Raum gebeten wurden, als sie ihr Frühstück beendet hatten.

Sie wurden bereits von Elisabeth erwartet, die ein großes Zelt heraufbeschworen hatte, genau an der Stelle, wo eigentlich das Lagerfeuer sein sollte.

Derek musterte das Gebilde bereits interessiert und schnüffelte im wahrsten Sinne des Wortes herum.

Nun fiel auch Harry der exotische Kräuterduft auf, der die Luft schwängerte.

„Willkommen zum Beginn unserer Odyssee durch die Welten des Geistes...", sprach Elisabeth mit sanfter Stimme. "Dies ist eine Schwitzhütte, dort drinnen werden wir unsere spiriturielle Reise antreten. Nun zieht euch aus und geht hinein."

Die Jugendlichen sahen die Schamanin erschrocken an.

„Wir sollen was?", riefen sie wie aus einem Mund.

Die Schamanin grinste breit.

„Verzeiht mir, ich vergaß den Kulturkreis, in dem ich mich befinde. Ihr könnt eure Unterwäsche anlassen, doch die Haut muss atmen können, damit die Schwitzhütte ihren Zweck erfüllen kann."

„Seht es einfach so, als würdet ihr Badehosen tragen", sagte Derek, der bereits nur in einer mit roten Herzchen verzierten Boxershorts und seiner Sonnenbrille gekleidet vor ihnen stand.

Ron musste schallend lachen und erinnerte sich an die Klamotten, die er damals von Jay bekommen hatte, als der Aufbautrank seine verheerende Wirkung gezeigt hatte.

„Ich wollte dich schon seit ich damals so gewachsen bin fragen, was es mit dieser Boxershorts auf sich hat", gluckste Ron durch das Gekicher der anderen.

„Hab mal 'ne Wette gegen Jay verloren, die mich eidlich dazu zwingt, dass jede vierte Boxershorts, die ich anziehe so 'n Muster hat", gab Derek etwas angefressen zurück.

Das löste eine erneute Lachwelle bei den Jugendlichen aus.

„Können wir zum Punkt kommen?", fragte der Deutsche genervt.

Die Jugendlichen zogen sich zögerlich bis auf die Unterwäsche aus.

Elisabeth trug nun eine Art Bikini aus Leder, der dennoch etwas freizügiger war, als die Unterwäsche der Mädchen.

Nur konnte man jetzt auch erkennen, dass ihr Oberkörper ähnlich viele Narben aufwies wie Dereks, der zudem noch einige Tätowierungen trug, die man sonst nicht sehen konnte. Elisabeth trug nur das dunkle Mal auf dem Unterarm, welches aber seltsam blass schien.

Sie begaben sich in die Schwitzhütte, die ihren Namen zurecht trug.

Das Innere war mit Büffelfell ausgelegt und es herrschte eine hohe Temperatur und Luftfeuchtigkeit, begleitet von einem intensiven würzigen Geruch der vom Feuer auszugehen schien.

Rund um das Feuer waren Steine ausgelegt worden.

Elisabeth setzte sich im Schneidersitz auf die ausgelegten Felle und deutete den anderen an, es ihr gleich zu tun.

Als alle saßen, schöpfte sie eine Kelle grünlichen Wassers aus einem Bottich, der dicht neben ihr stand und goss die Flüssigkeit auf die erhitzten Steine, was eine dichte Dampfwolke hervorbrachte.

Harry fühlte sich benommen und seltsam leicht im Kopf.

Je länger ihm dieser würzige Duft in die Nase stieg, desto stärker wurde dieses Gefühl der Leichtigkeit in seinem Schädel.

Er schwitzte wie sonst nur beim Training mit den anderen, doch es machte ihm nichts aus.

Verschwommen drang Elisabeths Stimme an seine Ohren, die sanft zu ihnen sprach: „Nun werden wir eintauchen in die Welt der Geister. Sie werden sich uns offenbaren und in die Gedanken führen, die der Welt verschlossen liegen. Ich kann nicht bestimmen, wohin uns die Geister führen werden, wir werden es so lange machen, bis sich die Nebel im Kopf der Reisenden verzogen haben."

Nun begann sie wieder mit ihrem beschwörenden, rhythmischen Gesang.

Das Gefühl der Leichtigkeit übermannte Harry.

Er hatte das Gefühl, als würde sein Geist den Körper hinter sich lassen, als würde er schweben.

Er sah nur Nebel, dichten milchigen Nebel.

Ein weißer Wolf manifestierte sich vor ihm und blickte Harry in die Augen.

Der Schwarzhaarige erwiderte den intensiven Blick aus den blauen Augen des Wolfes. Für eine Sekunde verschmolzen ihre Blicke miteinander, ehe das Tier sich abwandte und losmarschierte.

Harry folgte dem Wolf, als würde er magisch von ihm angezogen und folgte ihm eine halbe Ewigkeit lang. Nichts war zu sehen, außer dem Nebel und dem Wolf, obwohl Harry sich nicht sicher war, wo das eine anfing und das andere aufhörte.

Als er eine Ewigkeit lang gewandert war, stieß er auf eine Lichtung.

Sie war umgeben von Wäldern und ein Lagerfeuer prasselte in der Mitte. Alles dort schien frei vom Nebel.

Derek, Ron, Sara und Elisabeth erwarteten ihn bereits.

Auch sie wurden von Tieren begleitet.

Neben Ron saß ein Fuchs und beobachtete die Umgebung aufmerksam. Auf Saras Schulter thronte ein Wanderfalke. Derek streichelte einen großen dunklen Hund, der Sirius in seiner Animagusform ähnlich war, während Elisabeth neben einem prächtigen Hirsch stand, der Krone unheimlich ähnelte.

„Der erste Reisende wurde von den Geistern hier her geführt", sprach Elisabeth.

Ihre Stimme wirkte merkwürdig hohl und leer, ganz so, als wäre diese Sphäre nicht für Worte gemacht worden, als würden sie nicht hier her gehören.

„Wenn die andere eintrifft, können wir gehen, doch ich werde nicht wissen, wohin uns die Geister führen", fuhr sie fort, als auch schon eine weiße Eule herangeschwebt kam, gefolgt von einer zweiten, die sich in Hermine verwandelte. Die anderen wirkten erstaunt und Harry strahlte seine Freundin an.

„Klappt es also endlich mit dem Fliegen? Das ging ja schnell."

Hermine wurde rot vor Stolz und erwiderte: „Es war leichter als ich dachte...ich wusste nicht, wie ich sonst Schritt halten sollte."

Elisabeth lächelte sie an und sprach: „Es wird Zeit für die erste Etappe unserer Reise. Ich frage die Geister, wer wird uns führen?"

Dereks schwarzer Hund erhob sich und trottete voran.

Die Gruppe folgte dem Tier auf seinem Weg durch die Nebel.

Ein Ewigkeit liefen sie durch den unwirklichen Dunst, während Elisabeth einige Details erklärte zu dem, was sie erwartete.

„Dies ist der Durchgang zu den Welten des Geistes. Wenn wir angelangt sind, werden wir die Tür zu den Gedanken erreichen. Dort werden wir auf die Erinnerungen stoßen oder auf die Fragen, die den Reisenden am Herzen liegen. All dies ist nötig um zum Kernproblem zu gelangen, denn der Weg ist in diesem Fall das Ziel."

„Wie wird man denn eine Zaubererschamanin?", fragte Sara interessiert.

„Man benötigt dafür eine seltene angeborene Gabe, die von den Mitgliedern der Stämme hoch geschätzt wird, die Gabe reiner Telepathie, etwas anderes als Okkulumentik."

„Du bist eine Telepathin?", fragte Derek skeptisch.

„Ja, das war ich schon immer, einer der Gründe, weshalb ich floh. Ich konnte alles sehen."

Sie wirkte leicht verträumt, als sie sprach.

Überhaupt war sie anders als alle anderen Les enfants terribles, die sie bisher erlebt hatten. Alle, von Derek über Jay bis hin zu Lily und Alexander machten den Eindruck vollkommen in der Gegenwart zu verweilen und nur für den Augenblick zu existieren. Elisabeth dagegen schien, ähnlich wie Luna, nie bei dem zu sein, was sie tat. Ihre Gedanken schienen stets anderen Dingen zugewandt.

„Wir sind an der ersten Etappe angekommen", sprach Elisabeth und deutete auf eine Tür aus dunklem Holz, welche einfach im Nebel stand.

Der Hund öffnete sie mit einer Pfote und trat ein.

Zögerlich folgte die Gruppe dem Tier und stand in Dunkelheit, die sich langsam lichtete.

Ein Raum bildete sich um sie herum, er war geradezu klinisch sauber und weiß gefliest. Gynäkologische Stühle aus Edelstahl standen Reihe um Reihe nebeneinander und die ganze Umgebung wirkte steril und bedrohlich. Unausgesprochener Schrecken lag in der Luft.

Derek sah sich um.

„Ist dies mein Kopf oder deiner Elisabeth?", fragte er kalt.

„Deiner, ich weiß nie wohin die Reise führt, doch nie in die Gedanken des Führers."

„Das ist keine gute Idee. Das sollte niemand ertragen müssen", rief Derek erbost aus.

Es war das erste Mal, dass er sauer war, ohne dass es eine Entführung oder Ähnliches gab.

„Beschwere dich bei Harry und Hermine. Dass wir hier sind, liegt alleine bei ihnen. Sie haben wohl den Wunsch, dich zu verstehen."

„Das ist nicht gut", wiederholte Derek gepresst.

„Was ist das?", fragte Ron und besah die gynäkologische Einrichtung mit Unbehagen.

„Parzelle eins...Brüterraum...", erwiderte Derek und Abscheu lag in seiner Stimme.

„Du lebst hier", sagte Elisabeth und wandte sich zu einem Torbogen, in dem ein Junge erschien.

So wie es aussah war es der junge Derek...nein, B.E. 13.

Er marschierte in militärischer Art auf Derek zu und sah zu ihm hinauf.

Der Junge schien nicht älter als elf, war aber schon circa einen Meter achtzig groß.

Seine verschiedenen Augen blitzten sein Alter Ego kalt an.

Er trug tiefschwarze Roben und eine rote Armbinde, auf der auf weißem Grund ein dunkles Mal und ein Hackenkreuz abgebildet waren.

Ein silberner Anstecker mit der Nummer dreizehn prangte neben dem SS Totenkopf auf seiner Brust.

"B.E.13 meldet, alles zur Inspektion bereit, Sir!"

Mit diesen Worte streckte er die rechte Hand zum Hitlergruß empor.

Dereks Gesicht verzog sich.

Der Hund, der teilnahmslos an seiner Seite gesessen hatte, erhob sich und schlenderte zum Torbogen aus dem der Junge B.E.13 gekommen war.

Der Junge drehte sich ruckartig um und folgte dem Tier.

„Wir müssen ihnen folgen", sprach Elisabeth mit sanfter Stimme.

Die Gruppe verließ den Eingangsbereich zu Dereks Geist und wanderte in den nächsten Raum, der ebenfalls dunkel war.

Plötzlich flackerte Licht auf und die Jungendlichen sahen sich um.

Vierzig Kinder standen dort Reihe um Reihe und schienen Kampfsport zu trainieren. Dementoren schwebten umher und einige Männer in schwarzen Roben der Todesser schienen das Ganze zu überwachen.

„Was ist das?", fragte Ron und musterte das alles skeptisch.

Die Mädchen schienen entsetzt und Derek sah sich alles teilnahmslos an.

„Tägliches Traning der Les enfants terribles. Dort in der Reihe stehe ich, da hinten Derek", erwiderte Elisabeth verträumt.

Die Kinder standen nach Serie und Nummern geordnet in der Reihe und vollführten die komplexen Bewegungen der Kampfkunst vollkommen synchron.

Derek ragte aus der Menge heraus, da er alle anderen um zwei Köpfe überragte, was einen Bruch in der Reihe erzeugte.

„Halt!", brüllte einer der Todesser.

„B.E.13! Vortreten!"

Der Junge trat hervor und blieb vor dem Todesser stehen, der sich die Maske herunternahm.

Die Jugendlichen erschraken als sie einen jüngeren Lucius Malfoy erkannten.

„Du unterbrichst die Reihe mit deiner abnormen Größe, Schlammblut! Crucio!"

Der Junge ging in die Knie und wurde von Krämpfen geschüttelt, doch kein Laut kam über seine Lippen.

Die Todesser lachten darüber bis Malfoy den Fluch aufhob.

„Zurück in die Reihe!"

B.E.13 erhob sich und streckte den Arm zum Hitlergruß.

„Jawohl, Sir."

Er trat zurück in die Reihe und sie fuhren mit den Übungen fort, als wäre nie etwas gewesen.

„Das ist ja schrecklich", wisperte Hermine.

Sara standen Tränen in den Augen, während Harrys und Rons Mienen versteinert waren.

„Tja, Willkommen im meinem alten Leben...Ihr solltet das nicht sehen."

Die Szenerie wurde wieder düster und erschien erneut.

Die Reihen der Kinder waren anders. Sie waren älter, so um die dreizehn. Viele Jüngere waren hinzugekommen und die Reihen der Älteren hatten sich gelichtet. Einige P.E's fehlten, darunter auch Elisabeth.

Malfoy kam auf die Trainierenden zugeschritten und rief: „Stop!. B.E.13! L.E. 09! Meldet euch im Brüterraum!"

Die Angesprochenen lösten sich aus der Reihe und schritten davon. Die Gruppe folgte ihnen durch die Festung, bis sie in den Raum kamen, den sie zu Anfang schon besucht hatten.

Jedoch gab es einen Unterschied.

Die gynäkologischen Stühle waren belegt von vielen Frauen, die ausgehärmt wirkten und glasig vor sich hin starrten, alle eindeutig unter dem Imperius Fluch.

Ein Großteil der Frauen war schwanger und Notizen waren an den Stühlen befestigt.

B.E.13 und L.E.09 schritten die Reihen ab und gingen auf einen Mann zu, der mit dem Zauberstab eine der Frauen, die nicht schwanger war, untersuchte.

Sie alle erschraken, als sie den Mann sahen.

Er wirkte ähnlich wie Voldemort, schlangenähnlich mit schuppiger Haut und rot glühenden Augen, doch er war relativ dick, im Gegensatz zu dem großen dunklen Lord.

„Das ist Grindelwald Junior", kommentierte Derek die Erscheinung, die sich nun an die beiden Les enfants terribles wandte.

„Sehr gut, die Fehlkonstruktionen. Begebt euch in Labor eins, nehmt Brüter 18 mit."

Mit diesen Worten löste er sich in Luft auf.

Die beiden taten, wie ihnen geheißen.

Der Junge Jarod löste die Fesseln der Frau und Derek dirigierte sie mit dem Zauberstab in einen Nebenraum, der mit einer großen Eins beschriftet war.

Der Raum glich einem Zaubertränkelabor.

Glaskolben und Reagenzgläser reihten sich aneinander. Seltsame magische Apparaturen brummten oder summten.

An einem Ende des Raumes gab es eine Reihe mit Liegen, auf denen viele Männer und Frauen lagen, deren Blick vollkommen leer war.

Die Klone...

Harry konnte seine Eltern, Sirius und Remus erkennen, in vielfacher Ausgabe.

Es war einfach schrecklich, diese sterile Umgebung, die Frauen die Klone...Hermine und Sara schienen kurz vor dem Zusammenbruch und auch Harry wirkte relativ blass.

Nur Ron schien das ganze einigermaßen gut aufzunehmen.

Grindelwald kam mit einem Mann, der einen weißen Kittel trug herein.

„...vielleicht finden wir so die Ursache. Du kannst die Fehlkonstruktionen hier behalten und sie weiter untersuchen. Ich will wissen, wo der Fehler lag, verstanden?"

„Jawohl, mein Lord Grindelwald!", erwiderte der Mann.

„Ich werde nun die andere Parzelle aufsuchen, wenn etwas passiert, will ich unterrichtet werden."

„Jawohl, mein Lord."

Grindelwald disapparierte und der Mann blieb nachdenklich zurück.

Sie sahen eine Weile zu, wie er von Dereks jüngerem Ich und der Frau Blut abnahm und es untersuchte.

„Sie taten das oft...uns untersuchen, um zu erfahren, warum Jay und ich so anders waren. Sie haben es nie herausgefunden...", erklärte Derek leise.

„Heute ist der Tag...ich weiß es, das ist der Tag..."

Das Bild verschwamm und schärfte sich wieder.

Es herrschte nun gedämpftes Licht im Raum. Dereks und Jays jüngere Ich's standen stramm im Raum, während die Frau sich zu regen begann.

„M...mein...mein Kind...", stöhnte sie.

Dann brach sie in Tränen aus.

„M...mei...mein Sohn..."

B.E.13 wandte den Kopf zu ihr.

Plötzlich erhellte sich der Raum und der Mann mit dem weißen Kittel trat gefolgt von zwei Todessern ein.

„Verdammt noch mal! Wie kann verdammter Muggeldreck den Imperius Fluch brechen!", brüllte er wütend.

„Bitte...meine Kinder...will nicht."

„Schnauze! Crucio!"

Die Augenbrauen des jungen B.E. 13 zogen sich zusammen.

Einer der Todesser schritt auf ihn zu.

„Was glotzt du so?"

B.E.13 sah kurz zu dem Todesser auf und blickte dann wieder zu der Frau, die immer noch gefoltert wurde.

„Sieh mich an, wenn ich mit dir rede, Kreatur!"

Der Todesser schlug B.E.13 mit der flachen Hand ins Gesicht.

Als dieser nicht reagierte, schlug er erneut zu.

Beim dritten Mal, fing der Les enfants terribles den Schlag ab.

„Ungehorsam wird bestraft! Crucio!"

B.E.13 schüttelte sich vor Krämpfen. In diesem Augenblick bewegte sich L.E.09.

Er richtete den Zauberstab auf den Todesser, der Derek folterte und führte eine schnelle Bewegung aus, die den Brustkorb seines Gegners zertrümmerte.

B.E.13 richtete sich schnell auf und griff den anderen Todesser mit bloßen Händen an, während L.E. 09 den Mann im weißen Kittel mit einigen Flüchen in Stücke riss.

Die Mädchen schrien auf und auch die Jungen waren entsetzt von dem, was sie sahen.

Derek ballte die Hände zu Fäusten und schien das Geschehen starr anzublicken.

„Die Geburt von Derek Fischer und Jarod Sommer", hauchte der große Regulator.

Die Frau, richtete sich weinend auf.

„Meine...Kinder...bitte."

L.E.09 und B.E.13 sahen sich an und nickten.

Zusammen packten sie die Frau und disapparierten.

Wieder verblasste die Umgebung und veränderte sich.

Als sie wieder scharfe Konturen annahm, standen sie mitten in einem Dschungel.

Die Jungen und Derek und Jay liefen ruhig mit den Zauberstäben in Anschlag vor der Frau, die sie in der Parzelle gesehen hatten….Dereks leibliche Mutter, wie Harry vermutete, da sie eine relativ große Frau war.

Sie hörten den panischen Schrei eines Mädchens und eine männliche Stimme, die brüllte: "Nein! Warte, du gottverdammter Hurensohn! Sie kriegst du nicht! Sie nicht!"

Derek und Jay rannten lautlos auf die Stimmen zu, dicht gefolgt von Dereks Mutter, die nun etwas besser genährt und nicht so verstört wirkte.

Jay schoss einen Todesfluch in den Dschungel ohne seinen Lauf zu unterbrechen.

Dann blieben die beiden stehen und den Besuchern der Erinnerung wurde ein schreckliches Bild offenbart.

Sie standen auf einer kleinen Lichtung.

Ein vollkommen verstörtes Mädchen lag zwischen den Überresten einer Frau. Ein Mann, dem man den Kopf abgerissen hatte, lag am anderen Ende der Lichtung.

Derek und Jay blickten auf einen Mann herab, dem die Beine abgetrennt worden waren und der langsam verblutete….ein toter P.E. lag nahe bei ihnen.

"Na toll, ihr Bastarde streitet euch wohl um die Beute", sagte der Mann gerade mit schwacher Stimme.

Dereks Mutter schob die beiden weg und beugte sich zu dem sterbenden Mann herunter.

"Keine Sorge, wir sind hier um Ihnen zu helfen. Jarod, Derek, könnt ihr noch etwas für ihn tun?"

„Nein", erwiderten die beiden.

„Können wir ihnen noch einen letzten Wunsch erfüllen?", fragte Dereks Mutter sanft.

Der liegenden Mann schien alle seine Kräfte zu sammeln um seine letzten Worte zu sprechen.

"Bitte,... um Amy...kümmern...sie sich um meine..."

Damit wich das Leben aus seinen Augen und der Mann war tot.

Der junge Derek schritt auf das Mädchen zu, welches immer noch weinend bei den Überresten ihrer Mutter kniete.

Als er vor ihr stand, wich sie schnell zurück und der junge Derek runzelte die Stirn.

Wieder trat er einen Schritt auf sie zu und wieder robbte sie von ihm weg. Das Ganze wiederholte sich zweimal und schien den jungen Derek sehr zu verwirren.

„Lass den Mist, Derek, du erschreckst das Mädchen ja zu Tode!", rief seine Mutter aus.

Der junge Mann trat zwei Schritte zurück und wirkte noch verwirrter, während seine Mutter sich behutsam dem Mädchen nährte.

„Keine Angst, Kleine….du bist Amy, oder? Wir werden dir nichts tun…"

Hermine sah sich das Mädchen an.

„Amy…das ist wirklich Amy."

„Ja", erwiderte der erwachsene Derek.

Er besah sich die Szene und lächelte leicht.

„Macht 'n guten Eindruck beim ersten Treffen was? Ich war damals verwirrt, weil ich mich von ihr angezogen wirkte, eine Menge Empfindungen, die ich noch nicht kannte. Von diesem Tag an begleitete Amy uns…sie hatte ja auch niemanden mehr, zu dem sie konnte."

Dereks Mutter hielt das weinende Mädchen im Arm, während Jay wie eine Raubkatze herumschlich und der junge Derek seltsam verwirrt umherblickte.

Die ganze Szene wurde wieder blass und veränderte sich.

Sie standen wieder mitten in der Parzelle.

Explosionen erschütterten die Luft und die Jugendlichen schauten sich erschrocken um…Es war eine Schlacht.

Überall lagen junge Les enfants terribles, alle waren tot. Einige Todesser und zerfetzte Dementoren verteilten sich in den Trümmern und Feuer waren ausgebrochen.

Dann erkannte man zwei finstere Schemen, die mit unglaublicher Geschwindigkeit von einem Punkt zum anderen apparierten und die verbliebenden Les enfants terribles unter Beschuss nahmen, die Älteren.

Es war das erste Mal, dass sie alle sahen, wie diese Kinder kämpfen konnten, ohne irgendwelche Fesseln oder Beschränkungen.

Flüche schossen umher, prallten von Mauern ab oder streckten Leute nieder.

Die Todesser waren alle tot und auch die Les enfants terribles fielen Derek und Jay zum Opfer, welche die apparierenden Schemen waren.

Sie nutzten ein seltsames Angriffskonzept mit ständig wechselndem Muster, was ihre Geschwister scheinbar sehr verwirrte.

Einzig einige P.E. Modelle schienen sich nicht beeindrucken zu lassen.

Es dauerte eine Weile, bis Derek und Jay diese ebenfalls getötet hatten und weiter zogen in Richtung Brüterraum.

„Der Sturm von Parzelle eins", erklärte Derek während sie seinem jüngeren Alter Ego folgten, das bereits an die sechzehn Jahre alt war.

„Wir hatten eine Gruppe angegriffen, welche ein Massaker in Brasilien angerichtet hatten und Brüter einsammelte. Wir wurden von Amy und meiner Mutter getrennt, sie wurden verschleppt wie andere Frauen. Jay und ich waren zunächst orientierungslos….nie waren wir vollkommen auf uns alleine gestellt. Das hatte uns verwirrt. Nach einer Weile kamen wir zu dem Schluss, dass es nicht akzeptabel sei, uns die ‚Vorgesetzten' wegzunehmen und wir entschlossen uns, sie wieder zu holen. Wir dachten nie an Konsequenzen, wir taten es einfach. Und so kamen wir hierher um es zu tun…."

Sie ereichten den Brüterraum, in dem sich noch einige Todesser aufhielten, die scheinbar dabei waren, alle Brüter zu töten.

Derek und Jay hatten sie schnell überwältigt und gelangten zu Amy und Dereks Mutter, die unter dem Imperius Fluch standen.

Derek und Jay musterten die beiden.

„Derek stellt Imperius Fluch fest….Situation inakzeptabel", sprach die junge Version des Deutschen.

„Verstanden…Fluch Ursache dunkler Lord Grindelwald…Beseitigung erforderlich", erwiderte Jay nüchtern.

„Attentäter Mission angemessen…Derek wird die Zielpersonen schützen, Jarod sollte die Fluch Ursache beseitigen."

„Absprache akzeptiert, beginne mit suchen und zerstören."

Der junge Jay wandte sich ab und ging in Richtung der Labore. Derek nahm eine wachende Position ein, die an Lily erinnerte, als sie über Hermine gewacht hatte.

„Jay ging los und beseitigte Grindelwald… er wurde echt fies verletzt dabei, doch er schaffte es… suchen und zerstören war immer eine Spezialität von ihm und ich kriege gleich meine eigenen Probleme…"

Kaum hatte er ausgesprochen, als auch schon ein Fluch auf seine jüngere Version zueilte.

Diese blockte ihn geschickt und Lucius Malfoy erschien auf der Bildfläche.

„Verräterischer Abschaum….ihr wagt es, uns anzugreifen….ihr werdet es bereuen", zischte Malfoy, was vom jüngeren Derek nicht mal mit einer Reaktion gewürdigt wurde.

Sie begannen ein Duell mit den schwärzesten der Dunklen Künste.

Harry war wirklich verwundert, wie stark Malfoy zu sein schien. Er blockte Dereks Flüche teilweise mit der bloßen Hand oder ließ Sachen in den Weg schweben, unter anderem auch einige der noch lebenden Brüter, welche teilnahmslos in ihren Liegen lagen.

Doch das kümmerte den jungen Kämpfer wenig, er war ebenso kalt und skrupellos wie sein Gegner.

Unschuldige Leben interessierten ihn einen Dreck, das war deutlich zu spüren und auch Malfoy schien davon irritiert.

Scheinbar hatte er damit gerechnet, dass B.E.13 nach seiner Befreiung so etwas wie ein ethisches Verständnis aufgebaut hatte, doch da lag er falsch.

Malfoy kam langsam in Bedrängnis, da der junge Zauberer begann, ein intensives Sperrfeuer zu erstellen.

Das raubte Malfoy die Bewegungsfreiheit und er war so beschäftigt, Brüter zu seinem Schutz in die Fluchbahnen schweben zu lassen, dass er nicht mehr angreifen konnte.

Plötzlich lachte der Blonde auf und ließ Amy und Dereks Mutter in den Weg fliegen.

Derek brach sein Sperrfeuer ab, doch er blieb bereit.

„Er hatte meine Schwäche gefunden", kommentierte die ältere Ausgabe den Verlauf des Kampfes.

Der junge Derek hob immer wieder seinen Zauberstab, doch Malfoy reagierte sofort und schob die Geiseln zwischen ihn und seinen Angreifer.

Der fies grinsende Blonde nutzte das Dilemma des Jungen aus und sandte immer wieder Schneidflüche in seine Richtung, die ihm die Haut aufschnitten.

B.E. 13 ließ dies teilnahmslos und ohne einen Laut über sich ergehen, bis er eine Lücke fand und diese sofort ausnutzte.

Malfoy wurde von dem gut platzierten Stoßfluch zurückgeschleudert.

B.E.13 ließ die beiden Frauen zu ihren Liegen zurückschweben, als Malfoy sich wieder rührte.

Der junge Regulator drehte sich blitzschnell um, doch zu spät, Lucius hatte einen Fluch in seine Richtung geschleudert.

Derek zog seinen Kopf aus der Schusslinie, doch der Fluch streifte ihn und zerfetzte sein rechtes Auge.

Der Junge antwortete mit einem gut platzierten Todesfluch, doch Malfoy war disappariert, ehe dieser traf.

Amy und Dereks Mutter schienen aus ihrer Trance zu erwachen, genau wie die restlichen lebenden Brüter.

Alle waren vollkommen entsetzt und desorientiert.

Die beiden Frauen stürmten zu Derek, der versuchte seine Verletzung zu heilen.

Jarod torkelte blutüberströmt aus den Durchgängen zu den Laboren in den Raum, ehe er bewusstlos zusammenbrach.

Derek schaffte es, das Auge notdürftig zu flicken, doch ehe der Zauber vollkommen war, brach auch er zusammen und die Szenerie wurde schlagartig in Schwarz getaucht.

„Ich hoffe, das war's", erschallte Dereks Stimme aus der Dunkelheit, doch es wurde wieder hell und sie waren in einem anderen Raum.

Die jüngeren Ausgaben von Amy, Jay und Derek, der eine Augenklappe trug, saßen in einer Art Verhörraum. Kane und Albus Dumbledore hörten dem Bericht von Dereks Mutter zu, der gerade zu enden schien.

„Das ist geradezu unglaublich", sagte Dumbledore gerade.

„Aber es ist die reine Wahrheit", beteuerte Dereks Mutter.

„Das glauben wir Ihnen auch", erwiderte Dumbledore. „Die Frage, die sich mir nun stellt ist, was fangen wir mit zwei zu schwarzmagischen Waffen erzogenen Kindern an?"

„Ich hätte eine Idee, Albus", sagte der Vampir und ein freudiges Grinsen erschien auf seinem Gesicht, was ihn bedrohlicher erscheinen ließ.

„Würdige Gegner…Wenn sie gegen mich bestehen, sollten wir sie nehmen…Wir haben gerade eine Knappheit an guten Vollstreckern…alles nur mittelmäßige Idioten, die nicht im Stande sind, Großes zu leisten. Sie könnten dafür eine Lösung sein..."

„Kane, halte dich zurück", warnte Albus, doch der Vampir kicherte fies, während ein Simulationsfeldzauber aufleuchtete.

„Kane, lass das!"

Die Stimme Dumbledores wirkte streng und ließ keinen Widerspruch zu, doch der Vampir ließ sich nicht einschüchtern, während die jugendlichen Beobachter dieser Erinnerung zusammenzuckten.

„Lass mir meinen Spaß, Albus…ich hatte seit einer Ewigkeit keine Gegner mehr, die meiner würdig waren…ich will sie testen. Steht auf und kämpft ihr Waffen…Kämpft! Kämpft! KÄMPFT!"

Derek und Jay standen auf, während Amy und Dereks Mutter vollkommen verstört wirkten.

Kein Wunder bei Kanes Anblick, die roten Augen lugten über die Sonnenbrille, welche bis zu Nasenspitze gerutscht war, Finsternis schien von ihm zu strahlen, während seine Kleidung durch magische Macht um ihn herum in Bewegung kam.

Seine spitzen Eckzähne waren deutlich zu erkennen, während er ein psychopathisches Lachen ausstieß, irgendwo zwischen Wahn und Freude.

„KANE! NEIN!", brüllte Dumbledore, doch niemand konnte den sich anbahnenden Kampf noch stoppen.

„Ziele der Kategorie A, alle Bannsiegel aufheben", sprach Kane und die Macht, die er ausstrahlte vervielfachte sich um einiges.

Derek und Jay gingen in Kampfposition.

„Vampire nutzen Bannsiegel um ihre Macht zu zähmen, wenn sie nicht benötigt wird….würden sie das nicht tun, würde der Blutdurst sie vollkommen verzehren", erklärte der ältere Derek und klang dabei wie in einer Unterrichtsstunde.

Die jungen Les enfants terribles griffen Kane an, der nur höhnisch lachte, während die Flüche der beiden seinen Körper in Fetzen rissen.

Die Fetzen wurden zu Dunkelheit, die sich im ganzen Raum ausbreitete.

Dereks jüngeres Ich schien zu erstarren und sah sich irritiert um.

Jay kämpfte einfach weiter gegen die Gestalten, die sich aus der Dunkelheit bildeten, während Kanes freudige Stimme brüllte: „Los doch! Kämpft mit allen Mitteln…Kämpft weiter genau So!"

Jay vernichtete alle Schattengestalten, doch aus ihren Trümmern bildeten sich neue.

Dereks jüngeres Ich tat etwas, dass er noch nie getan hatte, seit sie in diesen Erinnerungen waren. Er grinste…dieses höhnische selbstsichere Halbgrinsen, welches er immer zur Schau trug, seit sie den Deutschen kannten.

„Der Moment des Begreifens…ja, das war er, ich erinnere mich", sagte der ältere Derek und auch bei ihm kehrte das Grinsen zurück…es war verschwunden seit er in seinen eigenen Erinnerungen gefangen war.

Der junge Derek begann sich in Finsternis aufzulösen.

„Wie ist das möglich?", schrie Kane erst erschrocken wie es schien, ehe sich sein Lachen bis zur vollkommenen Extase steigerte.

Der Vampir erschien wieder, nur sein Gesicht war zu sehen, der Rest war Finsternis. Der junge Derek nahm eine ähnliche Form an und ihre Schatten begannen sich zu bekämpfen.

Jarod half seinem Bruder mit konventioneller schwarzer Magie und Kane schien vollkommen aus dem Häuschen.

FANTASTISCH! SEIT EWIGKEITEN HATTE ICH KEINEN SO GUTEN KAMPF MEHR! FANTASTISCH MUAHAHAHAHAHA!"

Plötzlich war alles vorbei und Kane stand dort in seiner Ursprungsform.

Die Les enfants terribles stellten den Kampf irritiert ein.

Der junge Derek hatte ein wenig Schwierigkeiten, die partielle Magie wieder zu beherrschen und sich aus dem Schattendasein zu lösen.

„Bannsiegel reaktivieren! Ziel erfüllt, ich weiß, was ich wissen wollte."

Kane grinste breit.

„Unsere neuen Vollstrecker…."

Wieder wurde das Bild schwarz und erstand neu, sie waren wieder im Brüterraum und der Falke erwartete sie.

„Dies ist das Ende dieser Etappe der Reise, die nächste steht uns bevor", erklärte Elisabeth und deutete zum Falken.

„Na endlich", brummte Derek ungehalten.

„Wie kommt es, dass du die Vampirmagie kannst?", fragte Hermine.

Derek, der Richtung Tür schritt, hielt inne.

„Partielle Magie ist Illusion und Realität, sie entstammt der Hölle selbst. Der Vampir beschwört seine Diener, er regeneriert seinen Körper damit, stürzt seine Opfer in Panik oder vernichtet sie und zollt sie mit dem Blut, welches er trinkt. Partielle Magie kann man nicht lernen, nur erkennen und begreifen. Mann muss sie sehen und es verstehen, um sie nutzen zu können. Ich verstand. Man kann es nicht erklären, nur verstehen oder nicht und ich verstehe sie einfach."

„Wie bezahlst du deine Diener?", fragte Sara leise

„Wie bitte?"

„Du sagtest der Vampir zollt seinen Dienern das Blut, welches er trinkt, wie bezahlst du deine Diener?"

„Mit den Körpern meiner Opfer…", erwiderte Derek und schritt durch die Tür…


Na, das wars dann für heute.

So ihr alle wisst was jetzt kommt, geigt mir eure Meinung und drückt unten links auf go ;)

Bis zum nächsten Update

So long
Zerengeb