Fade to black


Disclaimer: Sagen wir es wie die Musiker, die Skala gehört J.K. Rowling, und ich spiele eine Session drauf ;)

Also leute ich bin echt stiolz auf euch :) 13 Reviews innerhalb von 24 Stunden, echt klasse, soviel fleiß gehört belohnt, daher das neue chap sofort hinterher, aber gewöhnt euch nicht daran :P

Das nächste chap dauert wieder ein zwei Wochen okay?

Vielen Dank an alle Leser (auch die Schwarzleser) und an Lobarie, die wieder klasse gebetat hat!

Genug des gesülzes, viel Spass mit


34.Vollmond
Sie wanderten durch den tiefen Nebel, folgten den Geistern, doch keiner kannte das Ziel, obwohl sie alle wussten, wohin es ging.

Der Beschützer meditierte, hielt sich bereit, bereit seine Rolle zu spielen. Die Begleiter hatten sich selbst gesehen...Sie mussten sich selbst akzeptieren, von sich selbst anerkannt werden und die Reisenden blickten bange auf das, was kommen sollte und schon lange geschehen war.

Und der Beschützer kann die Gestalten des Nebels, die Wallungen des Vergessens vernichten. Die Begleiter haben selbst ihren Halt gefunden und werden ihn den Reisenden geben. Und die Führerin wird alles aufbewahren...für die, die noch kommen.

Ja, dachte Elisabeth, es war wie in der alten Legende von Beil und seiner Gattin, die vor Urzeiten eine wichtige Aufgabe zu erfüllen hatten und dafür auf eine geistige Odyssee gingen. Der mächtige Krieger Hanuk hatte sie begleitet, der Bote des Todes, wie er auch heute noch genannt wurde. Eine in sich zerrissene Begleiterin und ihr Gatte, der sich seiner selbst nicht sicher war. Und damals war die Führerin ein Mitglied eines Feindesstammes gewesen, die nicht mehr Feind sein wollte.

Es war erstaunlich wie sich die alte Legende heute wiederholte.

Harry und Hermine hatten etwas wichtiges zu tun. Derek war sicherlich ein Todesbote. Sara war in sich zerrissen und Ron sich seiner selbst nicht sicher. Und sie selbst, ja sie gehörte einst zu ihren Feinden und wollte dies nicht mehr sein...

Beils Geschichte wiederholte sich, so wie die Ältesten ihres Stammes es vorhergesehen hatten...wie sie es seit Generationen prophezeiten.

Diese Gedanken begleiteten die Schamanin, während sie den Geistern folgte, durch den dichtesten Nebel, den sie jemals gesehen hatte.

Das war ja nicht ihre erste Reise, doch bei weitem die Faszinierendste.

Nach langer Zeit erreichten sie eine Pforte.

Derek öffnete sie und lief voran in den Kopf von Harry oder Hermine...oder vielleicht von beiden, wenn das möglich war.

Sie fanden sich in der Kapelle von Little Whinging wieder...die Kapelle, die Harry, Derek und Hermine bereits kannten.

Doch im Gegensatz zu den anderen Köpfen in denen sie bisher waren, wurden sie hier nicht von einer geistigen Version des Besitzers erwartet...alles war leer und unnatürlich still.

„Und was nun?", fragte Derek, der sich fragend umsah.
Elisabeth sah sich um und deutete auf eine Tür hinter dem Altar.

„Wir müssen dorthin. Beschützer, du wirst uns den Weg freikämpfen müssen, doch bedenke, die Magie der Menschen wirkt nicht in dieser Sphäre. Nur der Körper...oder die Magie der älteren Geister."

Derek blickte Elisabeth an und grinste.

„Ich denke, ich verstehe."

„Was passiert nun?", fragte Sara nervös.

„Wir werden warten, bis der Beschützer seine Aufgabe erfüllt, denn die Erinnerungen werden sicherlich geschützt", erwiderte Elisabeth gelassen.

Derek schritt auf die Tür zu.

Je näher er kam, desto düsterer wurde es in der Kapelle.

„HALT!"

Die seltsam vertraute Stimme hallte durch die Kapelle, als Derek noch fünf Schritt von der Tür entfernt war.

Ein junger Mann erschien vor der Tür, scheinbar nutzte er partielle Magie, ähnlich wie Derek sie nutzen konnte.

Er trug eine extrem altmodisch wirkende Regulatorenuniform, hatte kurzgeschnittene braune Haare, einen ebenso braunen gepflegten Vollbart und stählerne blaue Augen.

Er kam Harry seltsam bekannt vor und fixierte den Regulatoren durchdringend.

„Dies ist Sperrgebiet. Niemand ist befugt hier einzutreten", sprach der junge Mann hart.

Plötzlich schlich sich die Erkenntnis in Harrys Geist.

„Dumbledore…Albus Dumbledore."

Hermine sah ihren Freund erschrocken an.

„Glaubst du wirklich, dass dies der Junge Dumbledore ist?", fragte sie entsetzt

„Ja doch...seht ihn euch an, diese Augen...er ist es! Glaubt es mir."

Sara machte ein ungläubiges Gesicht.

„Glaubt ihr etwa, dass es der Direktor war, der sich an eurem Geist zu schaffen gemacht hat?"

„Scheint ja so...sieht zumindest verdammt danach aus", erklärte Ron düster.

Derek indes ließ sich nicht beeindrucken.

„Wir sind gekommen um diese Tür zu durchschreiten. Und genau das werden wir auch tun."

„Das glaube ich nicht. Ab hier ist Endstation, tritt zurück!"

„Nein. Ich werde den Weg freiräumen, denn genau das ist meine Aufgabe hier!"

„Dann muss ich dich töten, du lässt mir keine andere Wahl, Eindringling."

Dumbledores jüngeres Ich begann sich ähnlich wie Kane in Dereks Erinnerung aufzulösen.

Derek schien seinen Gegner zu fixieren und begann zu sprechen.

„Ziel der Kategorie A erkannt, alle Bannsiegel aufheben!"

Auch Derek begann sich aufzulösen.

„Du beherrschst es auch?", hallte die Stimme des jungen Dumbledores durch die Kapelle.

Es folgte keine Antwort, stattdessen begann der gruseligste Kampf, den die Gruppe jemals gesehen hatte.

Die ganze Kapelle schien kalt zu werden, gerade so, als ob Dementoren hier hausen würden.

Gestalten von solch schrecklicher Gestalt, dass die Geschockten Schüler ihre Angst kaum beherrschen konnten, gingen aufeinander los und zerfetzten sich gegenseitig, nur damit aus ihren Fetzen noch schrecklichere Gestalten erwachen konnten.

Einen solchen Kampf hatte Harry noch nie gesehen, und plötzlich konnte er den Blick einfach nicht mehr abwenden...

Er konnte sehen, durch die Finsternis konnte er sehen.

Auch Ron betrachtete das Schauspiel mit einem seltsamen Gesichtsausdruck.

Harry konnte Dumbledore und Derek erkennen, die in der Finsternis hin und her schwebten, auf eine seltsame Weise.

So als seien sie halb hier und halb woanders.

Sie schienen ihre Diener nur mit der Kraft ihrer Gedanken zu steuern.

Nun erkannte Harry auch, was sie wirklich versuchten...die Schatten zerfetzten sich nicht gegenseitig, sie versuchten den Körper des Feindes in den Nebeln zu finden, denn obwohl man sie sehen konnte, waren sie nicht an dem Ort, an dem man sie sah.

Die Gesetze der Natur griffen in dieser Finsternis nicht, die von beiden Kämpfern ausging, sie manifestierten eine eigene Welt mit eigenen Gesetzen.

In Harrys Kopf machte es Klick und er verstand was partielle Magie war.

Auch in Rons Gesicht erschien so etwas wie Verständnis.

Harry sah sich um und erkannte die Schattengestalten...die Diener von denen Derek gesprochen hatte...sie waren überall, zu jeder Zeit.

Sie waren immer da, lauerten im Schatten und warteten...warteten darauf hervorzukommen.

Sie waren immer da, wenn man sie benötigte.

‚Kommt zu mir!', befahl Harry intuitiv in seinen Gedanken.

‚Ja Herr!', antworteten einige seltsam verzerrte Stimmen in seinem Geist.

Er konnte spüren wie sein Körper aus der normalen Welt gezogen wurde...und es war ein seltsam fremdes und zugleich sehr vertrautes Gefühl.

Als würde er apparieren und noch hier bleiben, als wäre er halb hier und halb dort, wo immer ‚dort' auch war.

Hermine und Sara keuchten erschrocken auf.

Auch Ron war in so einen Zustand übergegangen.

Derek hatte unterdessen irgendwie den richtigen Dumbledore erwischt.

Dieser löste sich aus der Halbwelt und fiel schwer verletzt zu Boden. Seine Diener wollten zu ihm und ihm helfen, ihn heilen, doch Dereks Diener hielten sie zurück, hielten sie fern von ihrem Herren..

Erst jetzt wurde der Regulator auf seine Schützlinge aufmerksam, die Schwierigkeiten hatten sich wieder zu lösen.

„Befehlt ihnen zu warten!", schallte Dereks Stimme durch den Raum.

‚Geht weg!', dachte Harry. ‚Wartet bis ihr gebraucht werdet!'

‚Unser Preis für unsere Dienste Herr! Gebt uns unseren Lohn!'

‚Ihr habt noch keinen Dienst geleistet! Ihr habt noch nichts verdient!', dachte Harry konzentriert.

‚Ja, Herr', erschallte die Antwort in seinem Kopf

Nun wurden die Stimmen leiser, waren aber immer noch da.

‚Wir sind hungrig...bitte, wir wollen...fressen...'

Derek manifestierte sich ebenfalls wieder in der Sphäre der Gedanken und schritt schnell auf Harry und Ron zu, während Dumbledores Diener geschlagen zu sein schienen, da auch sie sich zurückzogen.

Derek fasste Harrys und Rons Hände und murmelte eine komplizierte Beschwörung.

Plötzlich verstummten die Stimmen in seinem Kopf und Harry konnte die Schattengestalten auch nicht mehr sehen.

„Bannsiegel", erklärte der Regulator kurz angebunden, ehe er sich wieder dem jungen Dumbledore zuwandte.

„Du kennst die Regeln dieser Magie und weißt was nun kommt."

Der Verletzte grinste schwach.

„Natürlich...bring es hinter dich...wer mich besiegt, hat seine Gründe einzutreten...gib ihnen ihren Lohn..."

Derek grinste leicht, ehe eine Art Drachenkopf bestehend aus Finsternis aus seiner Schulter wuchs und den jungen Dumbledore gierig verschlang.

Die Mädchen wandten sich entsetzt ab, während Harry und Ron das Geschehen mit versteinerten Mienen verfolgten.

„Bannsiegel reaktivieren!", sprach Derek und wandte sich zu seinen Schülern um.

„Ihr habt sie begriffen...ihr musstet wohl einen wirklichen Kampf dafür erleben."

Harry war verwirrt und versuchte, das eben erlebte in Worte zu fassen.

„Versuch es erst gar nicht, Harry, das geht nicht...aber ihr beide habt die partielle Magie begriffen...Es überrascht mich und gleichzeitig wundert es mich nicht. Lernt sie zu beherrschen, aber ein anderes Mal, wir müssen weiter."

Ron und Harry nickten.

Die Mädchen schienen immer noch entsetzt von den Ereignissen.

Elisabeth dagegen wirkte von dem ganzen Geschehen seltsam unberührt.

Wie in Trance schritt sie auf die Tür zu und öffnete sie.

„Wir müssen es sehen...Jetzt", sprach sie mit seltsam monotoner Stimme, die Harry an seine Begegnung mit den Dementoren erinnerte.

Mit Unbehagen folgte die Gruppe der Schamanin durch die geöffnete Tür und fand sich erneut in der Kapelle wieder.

Der junge Harry saß vor seiner Nische, in der sich nun die junge Hermine kauerte.

Eine Stimme von draußen rief Hermines Namen.

Das Mädchen, welches ein extrem trauriges Gesicht zeigte, schritt auf den jungen Harry zu.

„Ich muss gehen...zu meiner Mum..."

Sie drückte ihm einen Kuss auf die Wage und in ihrer Hand leuchtete es kurz, ehe eine Lilie darin erschien.

Sie drückte sie dem Jungen in die Hand und lief schnell Richtung Tür.

„Warte!", rief der junge Harry ihr nach. Sie blieb stehen und drehte sich um.

„Wie heißt du?", fragte er sie.

„Hermine Granger", war die leise Antwort.

„Kann ich dich mal wieder sehen...Ich glaube, du brauchst einen Freund."

Hermine lächelte leicht, was in seltsamem Kontrast zu ihren traurigen Augen stand.

„Ja...wenn du möchtest...ich möchte es", erwiderte sie.

Die Erinnerung verblasste und erstand wieder neu.

Dieses Mal waren sie nicht in der Kapelle, sondern auf dem Spielplatz von Little Whinging.

Hermine lachte gerade herzhaft über Harry, der seinen Onkel Vernon imitierte.

Wieder verschwamm die Erinnerung und erstand neu, zeigte die beiden beim Fangen spielen im nahen Park.

Immer mehr Erinnerungen kamen, die zeigten wie Harry und Hermine als Kinder oft miteinander gespielt hatten.

„Das...das glaube ich nicht", stotterte Harry. „...ich...ich war glücklich als Kind...warum hat man mir das weggenommen..?"

Auch Hermine schien vollkommen bestürzt.

„Ich habe in Little Whinging gewohnt?"

Immer mehr und mehr glückliche Kindheitserinnerungen wurden offenbart, bis es schließlich düster wurde.

Der junge Harry stand schützend vor einer weinenden Hermine.

Ihnen gegenüber stand ein bedrohlich aussehender Mann.

Er war groß, muskulös und hatte schwarze Haare.

Seine gelben Augen glitzerten manisch, als er die Kinder fixierte und das breite Grinsen entblößte, seine scharf geschliffenen und gelb angelaufenen Zähne.

„Willst du mich aufhalten, kleiner Junge?"

Er kicherte hämisch und stieß ein tiefes unzufriedenes Knurren aus.

„Ich mag Kinder gerne..." Er grinste erneut und die geschärften Zähne blitzten widerlich gelb im Licht des fast schon vollen Mondes. „...und die Schwester dieser kleinen Schönheit gehört mir schon...was willst du dagegen tun, Junge...wie willst du mich aufhalten, häh?"

Nun lachte er hämisch...ein hundeartiges heulendes Lachen.

„Na was willst du tun, Junge? Verrate es mir schon!"

„Das ist doch...Fenrir...Fenrir Greyback", stieß Derek überrascht aus..

„Der berüchtigte Werwolf?", fragten Ron und Sara gleichzeitig.

„Ja, ich kenne die alten Fahndungsfotos...Er interessierte mich deshalb, weil er plötzlich verschwand...keiner wusste warum", erwiderte der Regulator.

„Hmmmm, du riechst gut Junge, Zeit für 'n kleinen Snack", grinste Greyback mit Begeisterung in seiner Stimme.

Der Werwolf setzte zum Sprung an, wollte Harry anscheinend in Fetzen reißen.

Doch die junge Hermiene schrie panisch auf.

Eine Welle silbernen Lichtes ging von ihr aus und schleuderte Greyback von Harry weg.

„Ein unkörperlicher Patronus?", fragte Derek erstaunt.

Der junge Harry sah das Mädchen an, welches nun seltsam glühte.

„Hermine...wie machst du das?", fragte er perplex.

„...I...i...ich weiß nicht...", erwiderte Hermine verwirrt und am Rande der Panik.

„Harry, hilf mir...", flüsterte die ältere Hermine monoton, als auch ihr jüngeres Gegenstück anfing zu schreien.

„Harry hilf mir!...es...es...es tut so weh...Harry hilf mir bitte!"

Eine weitere Welle ging von dem Mädchen aus, und noch eine und noch eine, jedes Mal begleitet von einem markerschütternden Schmerzensschrei Hermines.

Fenrir Greyback heulte ebenfalls jedes mal vor Schmerz auf, wenn das silberne Licht ihn traf.

Seine Haut war verkohlt und schälte sich von seinem Fleisch. Für den Bruchteil einer Sekunde spürte Harry so etwas wie Mitleid für den Werwolf, doch wirklich nur für eine Sekunde.

„ICH...ICH KANN ES NICHT STOPPEN!", kreischte die junge Hermine verzweifelt.

Immer noch ging Welle um Welle des silbernen Lichtes von dem Mädchen aus, das jedes Mal schrie vor Schmerzen.

Der junge Harry hatte sich in ihre Arme geworfen und schüttelte sie.

„HERMINE, BERUHIGE DICH! ER IST TOT, ER IST SCHON TOT!"

Tatsächlich lag der Werwolf regungslos am Boden, vollkommen verbrannt.

„Silbervergiftung...", flüsterte Derek und musterte das junge Mädchen, das immer noch Welle um Welle silbernen Lichtes in die Nacht sandte.

„Ein vollkommen reiner unkörperlicher Patronus...so was habe ich noch niemals sehen dürfen."

Die Stimme des Regulatoren klang ehrfürchtig als er diese Worte sagte.

Die junge Hermine schrie immer noch vor Verzweiflung und Schmerzen, ehe sie zusammenbrach und das silberne Licht erlosch.

Stille brach herein und wirkte so unnatürlich, nur um im nächsten Moment vom Ploppen vieler apparierender Personen wieder gebrochen zu werden.

Auroren, Leute vom Magischen Katastrophenschutz, Heiler und Vergissmichs erschienen aus dem Nichts.

ES IST GREYBACK...ER IST TOT, SILBERVERGIFTUNG", schrie einer der Auroren seinen Kollegen zu, als er den Leichnam des Werwolfs fand.

Andere entdeckten Harry und Hermine.

„Das sind ja nur Kinder und...meine Güte...es ist Harry Potter, Leute!"

Der junge Harry hatte sich wieder schützend vor Hermine gestellt, die Arme ausgebreitet und ein entschlossenes Gesicht zur Schau stellend.

„Harry...?", erklang eine fragende Stimme, die alle kannten.

„Wer sind Sie?", fragte der junge Harry aggressiv, als Albus Dumbledore die Szene betrat.

„Keine Sorge, Harry, wir sind Freunde...ihr habt nichts mehr zu befürchten."

Dumbledore sah seinen Schützling durchdringend an und erklärte: „Ich denke, es wird das Beste sein, wenn keiner der hier Anwesenden noch länger hiervon Kenntnis behält...Morgan, wir müssen einige Maßnahmen besprechen!"

Die Szenerie wurde wieder düster und leer.

„Dumbledore..."

Harrys Worte verklangen in der düsteren Leere.

„Evelyn...Greyback...", flüsterte Hermine traurig.

"Wir wurden wieder betrogen…Um Wissen…um Erinnerungen…schon wieder."

Harrys Stimme war eindeutig wütend.

SCHON WIEDER! WARUM TUST DU DAS, ALTER MANN!"

Dereks Stimme erhob sich und ihr Klang war stählern.

„Alle sind wir nur Schachfiguren...in einem Spiel der Großmeister, ahnungslos und entbehrlich."

Die Kapelle erschien wieder und Elisabeth stand an der Pforte.

„Wir müssen gehen, die Reise ist zuende."

Sie traten wieder heraus und bemerkten als erstes, dass die Nebel verschwunden waren. Die Luft wirkte klar und frisch, selbst diese unwirkliche Stimmung die immer in der Sphäre der Gedanken geherrscht hatte, war einfach verschwunden.

„Es ist Zeit zu erwachen..."

Das Bild verschwamm und Harry schlug seine Augen auf.

Er war wieder in der Schwitzhütte.

Seine Glieder waren steif und schmerzten. Er hatte fürchterlichen Durst...so, als würde er schon ewig hier sitzen.

„Die Reise war ungewöhnlich lang", ließ sich Elisabeth vernehmen.

„Fuck...wir waren einen ganzen Tag weg?", rief Derek erstaunt aus.

„Woher weißt du das?", fragte Ron irritiert.

"Schau mal raus, wir haben Vollmond, doch als wir uns hier hinein gesetzt haben war er noch nicht ganz voll...ich hab den Kalender im Kopf."

„Ein ganzer Tag?", fragte Sara erstaunt.

„Trinkt erstmal davon, das kompensiert den Flüssigkeitsmangel", sprach Elisabeth mit verträumter Stimme.

Sie reichte einen Lederbeutel herum, der mit einer seltsam würzigen Flüssigkeit gefüllt war, von der jeder einen Schluck trank. Anschließend fühlten sich alle besser.

Harry setzte den Beutel ab und verließ die Schwitzhütte mit entschlossenen Schritten. Die anderen folgten ihm und erkannten, dass er sich mit einem Schlenker seiner Hand wieder angezogen hatte.

„Harry? Was hast du vor?", fragte Derek vorsichtig.

„Ich gehe zu Dumbledore…der hat viel zu erklären", erwiderte Harry grimmig.

„Harry, wir sollten erst mal…", begann Ron, doch der Schwarzhaarige hörte nicht auf ihn.

„Die Zeit der Ausreden ist vorbei!", zischte Harry mit bedrohlicher Stimme.

Dann begann er sich in schwarzen Nebel aufzulösen und sah seinen eigenen Körper fasziniert dabei an.

„Er hat sie wirklich verstanden….", meinte Derek mit einem Grinsen.

„Wie kannst du dich darüber freuen? Er wird sich in große Schwierigkeiten bringen", schimpfte Hermine.

„Das wird schon, er weiß, was er tut. Doch nun etwas anderes, Sara, Ron?"

Die Angesprochenen sahen den Regulatoren verwundert an.

„Sara…wir wissen es jetzt, akzeptiere das…und Ron, bitte entbinde Jay von seinem Eid. Ich weiß, er hat etwas herausgefunden und ich weiß, es hängt mit Sara zusammen, doch er darf nichts sagen, das macht ihn fertig."

Ron nickte verstehend und erwiderte: „Lass mich das mit Sara erst mal in Ruhe besprechen, ja?"

Derek nickte leicht.

„Damit nähert sich meine Aufgabe hier dem Ende", sprach die verträumte Stimme von Elisabeth.

„Sieht so aus, Schwesterherz. Auf alle Fälle erstmal Danke", sagte Derek und schenkte ihr zum ersten Mal ein aufrichtiges Lächeln…


Es war faszinierend als Nebel durch das Schloss zu reisen, zwar recht Kräfte zehrend, aber immerhin kam er extrem schnell voran.

Er brauchte vielleicht zehn Sekunden um zum Büro des Schulleiters zu gelangen.

Der Einfachheit halber nahm er seine körperliche Form erst wieder hinter dem Wasserspeier an…ihm stand nicht der Sinn danach, Passwörter zu erraten, was er wollte waren Antworten! Und er wollte sie jetzt, nicht irgendwann.

Entschlossen schritt er die Treppe hoch und klopfte kräftig an der Tür zum Schulleiterbüro.

„Herein", ertönte es gedämpft.

Harry öffnete die Tür und trat energisch ein.

Dumbledore saß an seinem Schreibtisch und hatte die Fingerkuppen aneinander gelegt.

Er sah Harry mit einer Ruhe an, die den Schüler ahnen ließ, dass er bereits erwartet wurde.

„Das hat ja ein wenig gedauert, Harry. Waren die Ausflüge in den Geist deiner Begleiter so langwierig? Denn dass Derek so lange gebraucht hat, meine Schutzzauber zu brechen glaube ich nicht, dafür waren sie zu alt und zu sehr angegriffen von dir."

Diese Worte hatten Harrys Wut nur weiter angefacht.

Er wusste es also…und er wusste, dass sie dahinter kommen würden. Er hatte sie alle gespielt wie eine Geige, so wie ihm der Sinn stand…und anscheinend bereute er es nicht, nicht im geringsten.

„Sie haben einiges zu erklären….", presste Harry zwischen zusammengebissenen Zähnen hervor.

„Ist das so?", fragte Dumbledore ruhig.

Er wirkte ernst, kein Glitzern, kein Funkeln in den Augen. Nein, der Direktor wirkte einfach nur ernst.

„Sie haben meinen Geist manipuliert!", rief Harry erbost aus.

„Oh ja, das streite ich nicht ab. Und nicht nur deinen, auch den von Miss Granger und ihrer Familie…ihrer ganzen Familie, ihrem Freundeskreis, die Eingreiftruppe des Ministeriums, das halbe Ministerium, das Kenntnis davon hatte. Das war eine Menge Arbeit kann ich dir versichern, besonders da du ein extrem hohen Widerstand gegen Gedächtniszauber aufweist."

Harry war fassungslos.

Dumbledore bereute es nicht im geringsten.

„Warum machen Sie das? Warum manipulieren Sie uns?"

Harry fehlten fast die Worte um seiner Wut Ausdruck zu verleihen.

„Sage mir Harry…hast du jemals daran gedacht, dass ich eventuell Gründe für mein Handeln habe? Dass ich Gründe habe, die alles rechtfertigen, die ich aber niemanden darzulegen habe? Wir haben viel gemeinsam, wir beide und trotzdem habe ich weit mehr Erfahrung als du. Ich kämpfe schon seit mehr als siebzig Jahren gegen dunkle Mächte. Ich habe bereits Dinge gesehen und erlebt, die du dir nicht mal ansatzweise vorstellen kannst. Und jetzt sage mir, Harry: Warum sollte ich mich rechtfertigen müssen?"

WIR SIND KEINE VERDAMMTEN SCHACHFIGUREN!", brüllte Harry vor Wut.

„Und gerade da irrst du dich, Harry."

Der Schwarzhaarige stockte.

Was ging nur in dem Kopf dieses Manipulators vor?

„Wir alle sind Schachfiguren in einem ewigen Spiel. Ich genauso wie du. Auch ich war einst ein Bauer, so wie du es nun bist. Im Laufe der Zeit wurde ich mehr. Tom Riddle hat Pläne um die Welt zu beherrschen…und im Gegensatz zu allen anderen vor ihm, besitzt er sowohl das Wissen, als auch die Möglichkeiten, dies zu erreichen. Und ich bin der Einzige, der dies weiß. Ich bin das Einzige, was im Moment zwischen Riddle und der Weltherrschaft steht. Alle Probleme, die er noch hat, wird er bald gelöst haben und hättest du ihn nicht aufgehalten damals, wäre er schon soweit, dessen bin ich mir sicher. Meine Aufgabe ist es, ihn aufzuhalten, nicht weil ich es so wollte, nicht weil es mir so großen Spaß macht, sondern einfach weil ich es kann. Wir sind an einem Schlüsselpunkt angelangt, Harry. Hier laufen alle Fäden zusammen, die vor Urzeiten geknüpft wurden. Ja, ich habe dich manipuliert und so viele andere. Damit du die Möglichkeit bekommst deine Gaben zu nutzen, damit du mir einst nachfolgen kannst. Und ich habe auch zugelassen, dass deine Zeit als Marionette bald endet."

„Was bedeutet das alles…reden Sie endlich einmal Klartext!", forderte Harry mit Härte in der Stimme.

„Dunkele Kräfte, die versuchen alles zu beherrschen hat es zu jeder Zeit gegeben, Harry. Und zu jeder Zeit gab es Menschen, die dagegen etwas unternommen haben und so wird es zu jeder Zeit sein. Meine Zeit läuft ab, Harry. Dein Vater hätte mir nachfolgen sollen, doch er starb zu früh. Dann warst nur noch du da, der meinen Anforderungen entsprach. Du musstest geformt werden. Doch durch den Zwischenfall mit Greyback erlangtest du zu schnell Kenntnis von Magie, das musste ich verhindern. Alles was bisher geschah, deine Kindheit bei den Dursleys, alle Aufgaben und Hindernisse, die du bisher zu bestehen hattest, dienten dazu, den jungen Mann zu formen der du nun bist…jemand, dem ich meine Nachfolge anvertrauen kann. Du fühlst dich manipuliert? Nun, hart ausgesprochen kann man das so nennen, doch ich würde sagen, ich habe dich geformt. Ich weiß, dass ich Voldemort nicht aufhalten kann….insbesondere, da ich ohne den Stein der Weisen schon nicht mehr leben würde…"

Harry stockte.

Was hatte er gesagt?

„Du hast richtig gehört, Harry, ohne die Hilfe von Nicholas wäre ich schon vor zwanzig Jahren gestorben. Doch ich konnte die Welt nicht einem Irren überlassen. Ich kann diese Welt erst dann verlassen, wenn ich weiß, dass ich sie in guten Händen zurücklasse…und diese Zeit ist nahe. Ich bin eigentlich schon tot, verstehst du? Alles was ich noch tun konnte und kann, ist der nachfolgenden Generation die Mittel zu geben um sich wehren zu können. Willst du mich deswegen verurteilen?"

Der junge Mann war fassungslos. Das konnte doch nicht wahr sein!

„Ich konnte nichts planen Harry, allerdings konnte ich dich lenken. Und nun? Sage mir, Harry, wie sieht es bei dir aus? Kannst du dunkle Mächte bekämpfen? Hast du Erfahrung im Umgang mit dunklen Kräften? Weißt du nun, was du tun kannst um zu helfen? Bist du nicht glücklich so wie du nun bist?"

„Warum sollte ich! Alle Welt bürdet mir ihre Last auf. Ich muss immer kämpfen und alles Glück, was ich besaß haben Sie mir genommen! Warum sollte ich glücklich sein?"

Harry war zutiefst verwirrt...was wollte Dumbledore von ihm?

Doch der alte Mann lachte nur.

Harry wusste nicht was er fühlen sollte...Wut, Resignation, Enttäuschung, Trauer...all dies mischte irgendwie mit.

„Du hast es immer noch nicht verstanden, Junge...du kannst kämpfen nicht wahr? Du kannst gut kämpfen...nenne mir den Grund! Ich bin sicher, Derek hat dir dazu etwas gesagt."

Harry stockte und eine Erinnerung wallte sich auf...Dereks Stimme, die einen Satz sprach, der ihm tatsächlich schon einmal viele Kopfschmerzen bereitet hatte...

„...man ist nur gut in etwas, das man gerne macht...", wiederholte der junge Mann leise.

„Richtig. Du kannst die dunklen Kräfte nicht nur sehr effektiv bekämpfen, nein, du hast dies auch stets aus deinem eigenen freien Willen getan. Ich habe dir die Türen nur geöffnet, hindurchgeschritten bist du immer von selbst. Der Gedächtniszauber war ein einmaliger Eingriff von mir. Nicht nur wegen dir, auch wegen Miss Granger. Eine Hexe, die in so jungen Jahren einen vollkommen reinen unkörperlichen Patronus erschaffen kann, hätte eine Sensation gegeben. Man hätte sie nicht in Ruhe gelassen. Warum also sollte ich mich schämen oder gar Reue zeigen? Natürlich, du hast deine schönen Erinnerungen verloren, und dennoch war es die einzige Möglichkeit, euch beide zu schützen. Und nun sage mir, Harry...ist dies ein guter Grund?"

Harry schluckte schwer...ihm fiel nichts ein, was er erwidern konnte.

„Sage mir, habe ich richtig entschieden? Hast du die Konsequenzen vorhergesehen? Hast du alles bedacht? Sieh es als Lektion an, Harry...Nichts ist, wie es scheint und nichts scheint, wie es ist. Verurteile mich wenn du willst, sei wütend, doch bedenke immer, dass alle meine Entscheidungen nicht alleine für mich sind, sondern für alle. So war es mein ganzes Leben lang und so wird es bleiben bis das Elixier seine Wirkung verliert, was nicht mehr allzu fern ist. Und wenn der Tag gekommen ist, dann stehst du alleine mit deinen Freunden, so wie ich immer alleine mit meinen Freunden stand. Und nun geh...wir reden ein anderes Mal darüber, wenn du endlich weißt, was du eigentlich willst."

Damit ließ Dumbledore einen zutiefst verwirrten Jungen stehen und verschwand in einer Seitentür...

Harry wandte sich ab und verließ das Büro.

Wut spielte keine Rolle mehr. Immer noch hallten die Worte des alten Zauberers durch seinen Kopf...und auch die wiedererlangten Erinnerungen.

Er schritt zu seinen Räumen, wo er schon von Hermine erwartet wurde, die ihn mit einem seltsamen Lächeln ansah.

Sie zog den verwirrten Jungen ihn in eine feste Umarmung und flüsterte: „Du warst immer für mich da...du hast mir öfter das Leben gerettet, als ich es zählen könnte...du hast mir immer geholfen. Wenn diese neuen, alten Erinnerungen zu etwas gut sind, dann zu einer Frage, die ich mir schon lange stelle...nun ist es endlich klar...Du warst immer für mich da und wirst es immer sein...und ich will auch immer für dich da sein...Harry...Ich liebe dich...egal, was war und sein wird..."


Oh ja, der bööööse böse Albus mal wieder hihi.

Bin gespannt was ihr dazu meint, nur zu, geigt mir die Meinung.

Gruß
Z.