4. Sein sehnlichster Gedanke

Balthasar schlief unruhig und wälzte sich in dem dreckigen Bett hin und her. Seit einiger Zeit hatte er ständig diese Alpträume. Eine Stimme rief ständig nach ihm. Erst konnte er sich nicht daran erinnern was die Stimme ihm sagte, doch je öfter er diese Träume hatte, desto mehr blieb in seinem Gedächtnis haften. Eine Gruppe Kinder lachte ihn aus. Er sei kein Zauberer, er würde nicht mal die einfachsten Dinge hinbekommen, kein Wunder bei den Eltern. Immer deutlicher wurden die Hänseleien, und immer deutlicher erkannte er die Personen. Breit grinste ihn die Fratze von dieser verhassten Lily Potter an.

Sie war schuld das sein Lehrmeister letztes Jahr bei seiner nahenden Auferstehung doch vernichtet wurde. Das würde er ihr und ihren Freunden nie verzeihen. Immer deutlicher formten sich die Gedanken zu einem Wunsch. Ja er musste etwas tun, wenn er die trüben Gedanken an die Potters loswerden wollte. Er musste unbedingt etwas tun.

Die Sonne bahnte sich nur schwer ihren weg durch das schmutzige Fenster ins Zimmer. Ein paar Fliegen schwirrten umher. Langsam wachte Balthasar auf. Mit einer Handbewegung, so als ob er die trüben Gedanken wegwischen wollte, strich er sich über das Gesicht.

„Es wird Zeit zum handeln. Ich muss diese verfluchten Potters vernichten, dann kann mich niemand mehr aufhalten." Er presste diese Worte zähneknirschend heraus. Ja jetzt war die Zeit gekommen. „Avada Kedavra!" Ein grünes sirrendes Licht schoss auf die Fliegen zu, dann war es ruhig.

Selbstzufrieden zog er sich an und verließ das Haus. Draußen war es sonnig und warm, doch das bemerkte er nicht. Er hatte wichtigeres zu tun, als sich um das Wetter zu kümmern.

Kurz bevor Voldemort von Balthasars Großcousine Lily vernichtet wurde, hat dieser einen grossteil seiner Fähigkeiten an Balthasar weiter gegeben. Daraufhin akzeptierten die Todesser ohne Widerrede seinen Führungsanspruch, jetzt wollte er seine Todesser rufen um ihnen seinen Plan zu offenbaren.

Er bog in eine verlassene Seitengasse und mit einem Plopp war er verschwunden.

Eine dunkel gekleidete Gestalt mit einem langen schwarzen Umhang trat aus dem Schatten eines Hauseingangs und verzog sein Gesicht zu einem zufriedenen Lächeln. Er murmelte etwas in einer fremden Sprache und eilte dann die Straße hinunter.

Kaum war Balthasar in dem großen verfallenem Fabrikgebäude angekommen fasste er sich auch schon mit dem Finger auf das Mal, das er seit Voldemorts Vernichtung trug. Auf seinem linken Unterarm prangte nun wie eine Tätowierung ein schwarzer Totenkopf aus dessen Mund sich eine Schlange wand. Wie er das hasste. Ein stechender Schmerz breitete sich in seinem Arm aus, und er glaubte der Arm würde verbrennen. Wie hatte das Voldemort bloß ausgehalten fragte er sich in Gedanken versunken, doch war es die schnellste Möglichkeit seine Todesser zu rufen. Tatsächlich füllte sich die Halle schnell mit vielen vermummten Gestalten.

„Todesser! Kammeraden." Richtete Balthasar das Wort an seine Gefolgsleute, nachdem er sich vergewissert hatte, dass alle erschienen waren. „Lange mussten wir auf eine Gelegenheit zur Revanche warten, nachdem unser Meister von uns gegangen war. Mit Freude kann ich nun verkünden, dass es nicht mehr lange dauert, bis wir unsere Rache bekommen."

Ein erwartungsfrohes Raunen ging durch die Reihen. Offen zeigten die Todesser ihre Zustimmung durch lautstarken Applaus. Balthasar stand mit weit ausgebreiteten Armen da und genoss die ihm entgegen gebrachte Begeisterung. Nachdem die Todesser verstummt waren setzt er seine Rede fort.

„Es ist mir gelungen einen Spion in den engsten Kreis unserer Feinde einzuschleusen. Er wird uns über jedes Vorkommen informieren und uns zu gegebener Zeit Einlass in Hogwarts gewähren. Dann werden wir ein für alle mal aufräumen."

„Frank und Gerry, ihr bleibt noch, ich hab einen speziellen Auftrag für euch", ordnete Balthasar an. Langsam leerte sich die Halle, einige Todesser verließen den Versammlungsort durch die Tür und andere disapparierten. Einige Kerzen wurden von den beiden zurückgebliebenen Anhängern gelöscht und die Halle wurde nur noch spärlich beleuchtet. Dunkle unheimliche Schatten zeichneten sich an den Wänden ab, die den dunklen Machenschaften von Balthasar entsprachen. „Und nun geht und bereitet alles vor, wie ich es euch aufgetragen habe." Erst als Balthasar seine Unterredung mit Frank und Gerry beendet hatte löschte der letzte Todesser die verbliebenen Kerzen. Die Schatten verschwanden und es wurde dunkel. Schnell verschwand auch er durch die Tür.