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SSSSSSS

Schattenprinz

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Kapitel 3

Das Duell

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Eine hochgewachsene Gestalt löste sich aus dem Kreis, trat vor den Dunklen Lord und verneigte sich leicht.

„Severus, du kennst Lucius Malfoy?"

Severus nickte knapp.

„Du wolltest eine Herausforderung. Hier ist sie. Lucius ist gut, wirklich gut. Ich möchte, dass ihr euch duelliert – aber keine gefährlichen oder gar tödlichen Flüche, hast du verstanden, Lucius?!"

Lucius nickte. Severus glaubte, kurz ein wütendes Funkeln in den grauen Augen zu sehen.

„Ihr haltet die Regeln ein, alle beide, Verbeugung, Pardon und so weiter. Es soll ein Kräftemessen werden, kein Kampf auf Leben und Tod. Ihr sollt versuchen, den anderen eurem Willen zu unterwerfen. Ihr könnt euch gegenseitig schwächen, auch mit schwarzmagischen Flüchen, aber ich will keine ernsthaften Verletzungen. Habt ihr das begriffen?"

Beide nickten.

„Gut. Dann begebt euch in Position."

Die beiden Kontrahenten schritten wortlos aufeinander zu und verbeugten sich brüsk. Diesmal war ein Irrtum ausgeschlossen: Lucius rauchte förmlich vor Wut. Unhörbar für alle anderen zischte er Severus zu: „Jetzt kriegst du, was dir zusteht! Niemand fordert mich ungestraft heraus!"

Doch Severus hatte keine Zeit, sich zu fragen, was Lucius so gegen ihn aufgebracht hatte.

„Zehn Schritte, jeder", kommandierte der Dunkle Lord.

Die Duellanten gehorchten. Am Ende ihrer Bahn angekommen, drehten sie sich abrupt um. Dann rissen sie die Zauberstäbe hoch und sprachen fast gleichzeitig ihren ersten Fluch aus.

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Lucius verplemperte keine Zeit mit Spielereien. „CRUCIO!", brüllte er.

Severus' Fluch war nur unwesentlich harmloser. „TUMULTUS!"

Während es Severus in letzter Sekunde gelang, dem heranrasenden Cruciatus seines Gegners auszuweichen, traf sein eigener Fluch Lucius mitten ins Gesicht. Augenblicklich war der Ältere in einer Wolke ohrenbetäubenden Lärms gefangen, so laut, dass es ihm wie mit Dolchen in die Ohren stach und seine Trommelfelle zu platzen drohten. „Silencio!", keuchte er über das irrsinnig laute Gedröhn hinweg – ohne Erfolg. „Protego", schrie Lucius, beide Hände fest auf seine schmerzenden Ohren gepresst. Doch Severus' Fluch ließ sich nicht vertreiben.

Lucius fühlte sich, als tobe ein Sturm in seinem Schädel. Der Lärm betäubte ihn und er wusste, wenn es ihm nicht in den nächsten Sekunden gelang, den Fluch abzuwehren, würde er entweder taub werden oder das Bewusstsein verlieren. Er brauchte all seine Willenskraft, all seinen Hass für diesen fettigen kleinen Bastard ... Lucius stellte sich vor, wie er Severus Stück für Stück auseinanderschneiden würde, er hörte seine verzweifelten Schreie ...

EXPECTO PATRONUM!" Mit einem Satz sprang ein riesiger Wolf aus Lucius' Zauberstab, brachte die Wolke aus unerträglichem Lärm zur Explosion und schoss mit atemberaubender Geschwindigkeit auf Severus zu.

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Protego!", schrie Severus entsetzt. Aber sein Schildzauber war nicht stark genug, Lucius' Patronus raste über ihn hinweg und schmetterte den Jungen zu Boden. Der Sturz presste ihm die Luft aus den Lungen. Mühsam rappelte er sich auf, nur um mit schreckgeweiteten Augen den silbrig schimmernden Riesenwolf erneut auf sich zustürzen zu sehen. Das Gesicht des Tieres war zu einer Grimasse der Mordlust verzerrt, bar jeder Ähnlichkeit mit einem wirklichen Wolf. Eine ungeheure Macht stand hinter Lucius' Patronus – und plötzlich wusste Severus, dass der andere ihn töten wollte. Verzweifelt konzentrierte er all seine magische Kraft in einer komplizierten, aber höchst effektiven Beschwörung des Dunkels:

Animus magnus, nox aeterna, audi! Animus magnus, nox aeterna, vidi! ANIMUS MAGNUS, NOX AETERNA, CAPE!"

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Schon bei Severus' ersten Worten hatte sich die Geschwindigkeit von Lucius' Patronus deutlich verringert. Nach dem ersten Ausruf war er ganz zum Stehen gekommen, hatte den Kopf schief gelegt und lauschte nun aufmerksam. Erst als Severus so laut er konnte das letzte Wort der Zauberformel, cape!, nimm!, brüllte, schien dem Schutzgeist klar zu werden, was hier vor sich ging. Er stieß ein entsetztes Jaulen aus, als um Severus eine Wolke prickelnder Schwarzer Magie aufstieg, die den Jungen in Sekundenschnelle vollkommen einhüllte. Kleine blaue Blitze zuckten durch die Schwärze, sie breitete sich aus wie giftiger Nebel, formte sich zu einer riesenhaften Hand, die nach Lucius' vor Furcht zitterndem Patronus griff.

Ein entsetzter Schrei entwich dem jungen Mann. Severus versuchte, seinen Schutzgeist zu vernichten, mehr noch, ihn hinab in ein dämonisches Reich der Finsternis zu zerren, und mit seinem Patronus würde auch seine Seele hinabgerissen werden in die ewige Dunkelheit. Verzweifelt klammerte Lucius sich an seinen Schutzgeist, streckte seine mentalen Hände nach ihm aus, doch die böse Wolke senkte sich unaufhaltsam auf den winselnden Wolf herab. Lucius spürte, wie eine ungeahnte Kälte von ihm Besitz ergriff. Tödliche Stimmen begannen in seinem Kopf zu zischen, flüsterten, lachten, schrien ihm ihren Spott und ihre Verachtung entgegen.

Wir kriegen dich!, jubelten sie hämisch. Wir kriegen dich! Deine Seele gehört uns! Deine Seele gehört der Nacht! Dem Eis! Dem Feuer!

Nein!", schrie Lucius panisch. „NEIN!"

Und da, endlich, erhob sich eine andere Stimme über die allgemeine Verwirrung auf der Lichtung. „LUX NOCTEM VINCIT! LUX OMNIA VINCIT! PROTEGO MAXIMO!"

Ein blendendes Licht raste auf die schwarze Wolkenhand zu, traf mit einem ohrenbetäubenden Knall mit ihr zusammen. Die Finsternis explodierte in Tausenden winziger schwarzer Rußflocken, die funkenstiebend zur Erde sanken und sich in nichts auflösten.

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Ein Zustand der Erstarrung herrschte über der Waldlichtung. Die Fackeln waren erloschen. Die schwarzen Gestalten standen betäubt und schweigend. Nur die Stimmen der beiden Duellanten waren zu hören. Severus lag am Boden zusammengerollt und weinte wie ein kleines Kind, Lucius kniete vornübergesunken im Gras, sein Körper geschüttelt von heiserem Schluchzen.

„Höchst ... beeindruckend", sagte der Dunkle Lord leise. Nur er selbst merkte, dass seine Stimme zitterte. „Und das gilt für euch beide. Severus, du hast für einen Jungen deines Alters ein ... ungewöhnlich hohes schwarzmagisches Potential. Ich bin durchaus interessiert zu hören, wo du den Animus-Magnus-Zauber gelernt hast. Nicht in Hogwarts, nehme ich an. – Lucius, von dir wüsste ich gerne, wann und vor allem von wem du gelernt hast, deinen Patronus zu einer tödlichen Waffe umzuformen. Außerdem bin ich wirklich begierig zu hören, warum du meinen ausdrücklichen Befehl missachtet und versucht hast, Severus zu töten. Nun! Ich warte!"

Lucius richtete sich zitternd auf den Knien auf und sah den Dunklen Lord aus tränenblinden Augen an. „Ich ... ich war so ... furchtbar wütend ...", flüsterte er rau. „Er hätte ... er hätte Hraban ... fast getötet. Erst ... erst das ... und dann ... dann hat er mich ... auch noch ... herausgefordert ..." Er würgte sein Schluchzen hinunter. „Er ist erst sechzehn ... ein Halbblut ... und sowas wie ein Witz auf zwei Beinen ... Wie kann er es wagen, mich herauszufordern?"

„Er hat dich nicht herausgefordert, Lucius", entgegnete der Dunkle Lord kalt. „Du hast ein erstaunlich kurzes Gedächtnis für einen so intelligenten jungen Mann, wie du es normalerweise bist. Ich habe dich für dieses Duell ausgewählt, genauso, wie ich Hraban ausgewählt habe, damit Severus seinen Trank an ihm testet. Stellst du etwa mein Urteilsvermögen in Frage?" Die rötlichen Augen waren gefährlich schmal geworden.

Lucius senkte hastig den Blick. „Natürlich nicht, mein Lord", murmelte er undeutlich. „Es ist nur ..."

Was ist nur! Sprich!", befahl der Dunkle Lord drohend.

Lucius warf einen hasserfüllten Blick auf Severus, der immer noch weinend im Gras lag. Dann sah er wieder seinen Herrn an. „Mein Lord, wir Malfoys sind eine der ältesten Zaubererfamilien Großbritanniens. Unser Blut ist über Jahrhunderte absolut rein geblieben. Das Gleiche gilt für Hrabans Familie, die Prydes." Ein fanatisches Glimmen stand in den Augen des jungen Mannes. Offensichtlich erwartete er Zustimmung, doch der Dunkle Lord nickte nur ungeduldig. Als Lucius fortfuhr, bebte seine Stimme vor Verachtung. „Severus Snape ist ein dreckiges kleines Halbblut. Er ist es nicht wert, dass ein Malfoy sich die Finger an ihm schmutzig macht oder dass ein Pryde seinetwegen stirbt. Er hat in unseren Reihen nichts verloren. Selbst Ihr, mein Lord, solltet nicht" –

„Du hast wohl den Verstand verloren!", zischte der Dunkle Lord. Eisige Wut lag in seinen Worten. „Willst du mir Befehle erteilen?! Was fällt dir ein! Crucio!"

Mit einem wilden, schmerzerfüllten Schrei kippte Lucius zur Seite. Zuckend wand er sich unter den Qualen des Cruciatus, den der Dunkle Lord mit vor Zorn funkelnden Augen aufrecht erhielt, bis der Gepeinigte das Bewusstsein verlor. Dann wandte der Schwarzmagier sich gleichgültig ab, schritt auf Severus zu und hob ihn mit festem Griff vom Boden auf. „Hör auf zu heulen", fuhr er den Jungen an.

Severus wischte sich schniefend mit dem Ärmel über die Nase und versuchte, sein unkontrolliertes Schluchzen in den Griff zu bekommen.

„Gibt es einen speziellen Grund für diese Tränen?" Der Dunkle Lord strich ihm mit kalten Fingern über die Wange. Severus schauderte leicht. „Du hast über Lucius gesiegt. Hätte ich nicht eingegriffen, wäre er jetzt tot. Dein Fluch war so ungewöhnlich stark, dass ich einen Gegenzauber verwenden musste, der so weißmagisch ist, dass mir schon schlecht wird, wenn ich nur an ihn denke."

Severus blinzelte verblüfft. Hatte der Dunkle Lord gerade einen Scherz gemacht? Unsicher sah er in die roten Augen, musterte das bleiche Gesicht. Ein kaum wahrnehmbares Lächeln kräuselte die schmalen Lippen.

Er hat wirklich einen Witz gemacht, dachte Severus perplex.

„Nun, Junge, wie sieht's aus? Ich warte immer noch auf deine Antwort, und ich warte nicht gerne."

Severus holte tief Luft und versuchte verkrampft, die richtigen Worte zu finden. „Mein Herr", hob er schließlich unsicher an, „es ist nur ... ich verstehe nicht, warum er mich so verachtet ... so hasst. So sehr, dass er mich töten will." Severus schluckte. „Ich meine ... ich hab ihm nie was getan ... nie ... aber ..." Er hatte plötzlich einen dicken Kloß im Hals. „Aber alle hassen mich! Alle!", schluchzte er heiser.

„So? Tatsächlich?", fragte der Dunkle Lord mit hochgezogenen Augenbrauen.

„Diese verfluchten Gryffindors!", brach es plötzlich aus Severus heraus. „Potter, Black, Lupin, Pettigrew ... Ich hasse sie! Sie können sich alles erlauben in Hogwarts! Sie können mich ... mit mir ... Dumbledore schützt sie immer ... immer!"

Der Dunkle Lord sah den Jungen durchdringend an. Severus hatte das Gefühl, dass der Blick bis in die Tiefen seiner Seele reichte und dort Dinge fand, von denen er selbst nichts ahnte. „In Hogwarts wirst du keine Gerechtigkeit bekommen, Severus. Nicht als Slytherin. Wir müssen uns auf andere Weise zu unserem Recht verhelfen", sagte der Schwarzmagier eindringlich. „Verstehst du mich, Junge? Wir haben unsere eigenen Mittel und Wege."

Severus nickte stumm. Ja, er verstand.

„Nach dem, was ich gehört habe, war auch dein Familienleben nicht besonders ... glücklich. Dein Muggelvater hat deine Mutter getötet, als du zehn Jahre alt warst?"

Severus starrte zu Boden. Er konnte den forschenden Blick plötzlich nicht mehr ertragen. Doch der Dunkle Lord fasste sein Kinn und zwang ihn, aufzusehen.

Endlich nickte Severus. „Ja." Wütend kämpfte er gegen die erneut aufsteigenden Tränen, gegen das eisige Gefühl in der Magengegend, gegen die Bilder, die sich in seinem Geist formten. Seine Mutter ... Das Blut ... Alles war rot, alles ... So viel Blut ...

„Auch meine Mutter wurde von einem dreckigen Muggel ermordet, Severus", hauchte der Dunkle Lord, so leise, dass nur Severus ihn hören konnte. „Aber ich habe mich gerächt. Er ist tot." Er sah Severus gerade in die Augen, und Severus spürte, wie sich etwas in ihm ... verschob. Er konnte es nicht in Worte fassen, aber er wusste, dass sich gerade etwas Entscheidendes in ihm für immer verändert hatte.

Dann sprach der Dunkle Lord für alle vernehmlich weiter: „Severus, willst du immer noch in den Dunklen Orden eintreten? Nach allem, was heute Nacht geschehen ist?"

Severus nickte wortlos. Er konnte sich nichts anderes mehr vorstellen.

„Aus Angst vor dem Tod, der dich bei einer Weigerung erwartet, oder aus Überzeugung?"

Severus atmete tief durch. „Aus Überzeugung", sagte er fest.

Der intensive Blick ruhte weiter auf ihm, erforschte den Grund seiner Seele. Schließlich nickte der Dunkle Lord. „Es ist gut. Ich akzeptierte dein Ersuchen."

Er senkte die Stimme wieder so weit, dass niemand außer Severus ihn hören konnte. „Ich werde dich stark machen, Severus, noch stärker, als du jetzt schon bist. Denn ich werde dich frei machen, frei von allen Banden, die dich jetzt noch fesseln und klein halten. Du wirst deine Rache bekommen – sei unbesorgt."

Ein unbekanntes Gefühl der Wärme und Sicherheit durchflutete Severus. Er lächelte. Es war das erste echte Lächeln, das er seit dem Tod seiner Mutter zu Stande brachte.

Der Dunkle Lord winkte seinen Leuten. „Kommt her!" Mit einer beiläufigen Geste entzündete er die Fackeln neu.

Rasch formten die Todesser wieder einen Kreis um die Lichtung. Auch Lucius hatte sich inzwischen hochgekämpft und nahm schwankend und bleich seinen Platz im Zirkel ein. Ein paar Meter weiter stand Hraban, auch er noch immer sehr blass, aber er lächelte seinen Beinahe-Mörder offen an.

„Praktischerweise", flüsterte der Dunkle Lord Severus zu, „bist du schon auf deinen Knien, so dass dieser Teil meiner Ansprache heute entfällt."

Laut und zu allen sagte er: „Wir sind in diesem Kreis zusammengetreten, um ein neues Mitglied in den Dunklen Orden aufzunehmen. Severus Snape, Sohn von Eileen Prince, bittet um Aufnahme. Ich habe ihn geprüft und für würdig befunden."

Dann wandte er sich wieder an Severus. „Severus Snape, bist du bereit, mir mit all deiner Kraft zu dienen?"

„Ja, Herr", sagte Severus fest.

„Bist du bereit, all meinen Befehlen Folge zu leisten ohne zu fragen und ohne zu zweifeln?"

„Ja, Herr."

„Bist du bereit, dich mir zu überantworten mit allem, was du bist, mit Körper, Geist und Seele?"

„Ja, Herr."

„Dann strecke deinen linken Arm aus."

Severus gehorchte ohne Angst. Er fühlte sich vollkommen sicher in der Gegenwart des Dunklen Lords. Hier war das erste Mal in seinem Leben ein Mensch, der Vertrauen in ihn und seine Fähigkeiten setzte, der auf seiner Seite stand und ihn so akzeptierte, wie er war. Es gab keine Zweifel mehr in Severus Snape.

Der Dunkle Lord umfasste sein Handgelenk, drehte die Handfläche nach oben und setzte die Spitze seines Zauberstabes auf den Unterarm des Jungen. „Das wird weh tun", warnte er leise, und Severus glaubte, etwas wie Bedauern in der kühlen Stimme zu hören. Der Junge lächelte leicht, und der Dunkle Lord nickte.

Morsmordre!"

Es tat weh, es tat sogar verdammt weh. Der Schmerz war wie ein scharfes Messer, das sich tief in seine Haut schnitt bis hinunter auf die Knochen. Severus wurde blass und biss knirschend die Zähne zusammen, aber er gab keinen Laut von sich.

Schließlich zog der Dunkle Lord seinen Zauberstab zurück und nickte seinem neuen Todesser anerkennend zu. Er hob den Arm des Jungen in die Höhe und Severus sah das erste Mal in seinem Leben das Dunkle Mal auf seiner Haut. Noch war es blutrot und leuchtete magisch in der Dunkelheit, doch das geheimnisvolle Glimmen verblasste rasch.

„Meine Todesser! Heißt unser neues Mitglied willkommen! Ein Hoch auf Severus Snape!"

Ein lauter Hochruf brandete durch den Kreis. Severus sah, dass selbst Lucius Malfoy mit einfiel. Wieder durchflutete ihn Wärme vom Kopf bis zu den Zehen und er wusste: Hier war sein Platz. Er war endlich zu Hause.

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Es war nicht Greyback, der Severus nach Abschluss des Ordenstreffens durch den Verbotenen Wald zurück nach Hogwarts geleitete, sondern der fremde Todesser, der ihn auf die Lichtung gewinkt und ihn vorm Gedankenlesen des Werwolfs gewarnt hatte. Sicheren und raschen Schrittes führte er Severus durch den nächtlichen Wald.

„Sir?", fragte der Junge vorsichtig, nachdem sie bereits zehn Minuten schweigend durchs Unterholz geeilt waren.

„Aemilius", korrigierte sein Gegenüber freundlich. „Mein Name ist Aemilius. Lucius Abraxas Aemilius Malfoy, um genau zu sein. Aber das blendende Strahlen überlasse ich lieber meinem Sohn. Der eignet sich besser dafür."

Ein eisiger Klumpen bildete sich in Severus' Magengegend. Lucius' Vater. Er war allein im Verbotenen Wald mit dem Mann, dessen Sohn er mit Sicherheit getötet hätte, hätte der Dunkle Lord nicht im letzten Moment eingegriffen.

„Sir ... Es ... es tut mir leid. Ich wollte Ihren Sohn nicht verletzen."

„Aemilius", wiederholte der Todesser ungeduldig.

„Was?", fragte Severus irritiert und nicht sehr höflich.

„Mein Name ist Aemilius, nicht Sir. Wir sind beide im Orden, das hebt gesellschaftliche Schranken bis zu einem gewissen Grad auf."

„Aber" –

„Lucius", fiel ihm Aemilius zornig ins Wort, „hat einen direkten Befehl des Dunklen Lords missachtet. Er kann sich glücklich schätzen, noch am Leben zu sein. Wer angegriffen wird, hat das Recht, sich zu verteidigen. Also keine Entschuldigungen von dir, junger Mann, verstanden?"

Severus nickte perplex.

„Ich hätte nicht erwartet, dass der Dunkle Lord Lucius so billig davonkommen lässt. Aber mein Sohn wird noch bezahlen für seine Unverschämtheit und für diese Besudelung unseres guten Namens. Das verspreche ich dir."

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