2. Mr. Zabini aus dem Norden
Lasst mich mit dem ersten Kapitel ganz von vorne beginnen, nicht bei meiner Geburt, nein.
Es war ein schöner Tag, nicht zu warm nicht zu kalt, etwas schwül vielleicht, aber es war zu ertragen.
Nach den vielen Regentagen war es angenehm doch mal wieder etwas Sonnenschein abzubekommen.
Ich meine den Tag, als Mrs. Weasly mit Mr. Weasly sprach, sie sprach mit ihm über Netherfield und seinem neuen Besitzer.
Ginny lief über das Feld, wo die Blumen schon in voller Pracht standen, wo die Bäume einen Atem beraubenden Anblick boten. Es war wie in einem Bilderbuch.
Schon so oft hatte sie sich ihrer erfreute, doch genauso oft hatte sie den Bäumen ihren Blick verschmäht. Nicht etwa weil sie die Bäume und Blumen nicht mehr an sehen mochte. Nein, so war es ganz bestimmt nicht. Sie hatte sich nur immer anderen Dingen zu gewandt.
Zum Beispiel Büchern. So auch dieses Mal, doch das Buch fesselte sie nicht wo wie das letzte. Es war ein dicker Roman, in dunklem Leder gebunden. Nicht sehr groß, oder schwer.
Die Geschichte ging, wie so viele andere auch über die Liebe, Ginny war gerade an eine Stelle im Buch an gekommen die sie anödete. So wie die Gefühle in diesem Roman auf gereiht waren, hatte sie es noch nie gelesen.
Ihr waren schon öfter die Worte, kribbeln im Bauch, unglaubliches Glück oder trunken vor Seeligkeit unter die Augen gekommen. Doch hier, hier stand etwas von Verwirrt sein, glücklich sein, aber zu gleich auch von Trauer und Hass die Rede.
Wie konnte das stimmen? Zu gleich verliebt sein und doch Hass in sich spüren, traurig und glücklich sein, ging das?
Ginny schüttelte den Kopf. Sicher nicht!´, beschloss sie, das war ein totaler Widerspruch. Das konnte nicht stimmen, es war einfach nur ein lausiger Autor.
Sie schlug das Buch zu, als sie über den schmalen Weg über den kleinen Bach am Hause lief. Die Wäsche hing draußen und die Schweine quiekten so laut, das Ginny sie schon von hier aus hören konnte.
Sie ging an den Leuten vorbei die sich um alle Tiere am Hof kümmerten und grüßte sie freundlich mit einem Knicks, sie zog ihren Rocksaum vom Kleid dabei etwas höher um ihn nicht in der nassen Erde versinken zu lassen, da es in letzter Zeit sehr viel geregnet hatte. Dann ging sie weiter, gerade Wegs ins Haus hinein.
Mit einem Mal war die Ruhe, die sie umgeben hatte verschwunden. Myrte war laut und schief am Klavier spielen und Parvati und Padma rannten fast die arme Hermione um, die sich gerade noch mit einem Satz zur Seite vor ihnen retten konnte.
Ginny kam zu ihr und nahm ihr etwas aus dem Arm ab, der voll mit Schleifen, Rüschen und Bändern belegt war. Hermione liebte es zu nähen, etwas das sie nur zu gut konnte.
„Na, sind die beiden wieder am spielen?", erkundigte sich Ginny.
„Ja, sie spielen lasst uns Mutter und Vater aushorchen.", Hermione seufzte. „Irgend wann machen sie sicher etwas unvernünftiges."
Auch Ginny seufzte, schnell ging sie den jungen Geschwistern nach. Es war kaum zu glauben sie waren tatsächlich an der Tür der Eltern und lauschten.
„Parvati, Padma, was hatten wir noch mal zum Thema lauschen´ gesagt?.", fragte Ginny und versuchte Parvati weg zu ziehen.
„Ist doch egal.", meinte Parvati nur und schlug ihre Hand weg. „Wenn Mr. Zabini endlich aus dem Norden kommt, macht das auch nichts."
„Wer ist Mr. Zabini?", fragte Hermione, die so eben auch gekommen war.
„Ein reicher, junger Mann, der Netherfield Park gekauft hat.", informierte sie Padma.
„Das schöne Haus hier in der Gegend?"
„Ja.", kam es zwei stimmig von Padma und Parvati. „Er bekommt fünftausend Pfund im Jahr!" (A/N: Im 18. Jahrhundert ist das etwa so viel wie heute ein Chefarzt im Jahr verdient. Ich meine so ein richtig hohes Tier.)
Hermione keuchte und auch Ginny schluckte schwer, während Parvati und Padma kaum aufhören konnten zu kichern, wobei ihre Korkenzieher Locken zu wippen begannen.
„Und das beste ist, er ist ledig.", kreischte Parvati.
Wieder begannen die zwei lachen. Nun kam auch noch Myrte.
„Wer ist ledig?"
„Ein gewisser Mr. Zabini.", antwortete Ginny.
Das Gedrängel an der Tür wurde immer mehr.
„…Arthur, du musst ihn besuchen, denk doch mal an unsere Mädchen!", kam es von drinnen.
„Was haben unsere Mädchen damit zu tun?", fragte Mr. Weasly, wie immer äußerst ruhig.
„Ach , Arthur, wenn er hier hin kommt wird er eine von ihnen vielleicht heiraten. Du weißt, das sie welche der schönsten Mädchen sind.", drängte Mrs. Weasly weiter.
„Meinst du er hat sich hier nur Niedergelassen um eine von ihnen zu heiraten?" Mr. Weasly ging zu Tür und öffnete sie. Abrupt blieb er stehen und sah das alle seine fünf Töchter vor ihm standen. Alle fünf machten sofort einen Anstandsknicks als er an ihnen vorbei ging.
Mrs. Weasly folgte ihm unverzüglich und ihr folgten wiederum die Mädchen, Parvati und Padma neben einander springend, Hermione führte Ginny, und Myrte ging wie immer als Schlusslicht, wie immer hatte sie noch nicht ganz verstanden worum es ging.
„ Du musst ihn aufsuchen. Ehe du nicht bei ihm warst dürfen wir ihn nicht auf suchen.", begann Mrs. Weasly und folgte ihm weiter durch die Küche ins Wohnzimmer. „Wie du sehr wohl weißt, Arthur."
„Ach bitte, Papa.", unterbrach sie Parvati.
„Hörst du, Papa. Du musst, Papa", meinte nun auch Padma. „Nie hörst du zu."
Alle zusammen waren nun im Wohnzimmer angekommen, als sich Mr. Weasly gemütlich auf einen Stuhl setzt und sie alle an sah. „Ich muss nicht, da ich schon war."
Eine Erleichterung war definitiv im Raum zu spüren, was Ginny wenig kümmerte, sie lies sich ganz undamenhaft auf das Sofa ihrem Vater gegen über plumpsen.
Mrs. Weasly fand das gar nicht komisch. „Arthur, was musst du schon wieder meine Nerven so ärgern, hast du den gar keinen Respekt vor meinen armen Nerven?"
Mr. Weasly lächelte ruhig. "Oh, ich respektiere sie ganz und gar, Molly. Ich lebe schon über zwanzig Jahre lang mit ihnen zusammen."
Hermione und Ginny kicherten und auch Padma konnte sich das lachen nicht verkneifen. Parvati hatte im Moment kein Interesse daran. Sie hatte andere Sorgen. „Und Papa? Wie ist er so?"
„Wer?", kam es von Myrte.
„Ist er liebenswert?", fragte Mrs. Weasly, die ihre Nerven wieder vergessen hatte.
„Wer?"
„Ist er hübsch?", fragte Parvati.
Padma nahm ihr Kleid in die Hände und begann sich im Kreis durch den Raum zu drehen.
„Bestimmt ist er wunderbar."
„Bei fünftausend im Jahr, könnte er Warzen im Gesicht haben und ein Lüstling sein.", warf Ginny ein.
„Wer hat Warzen im Gesicht?", fragte Myrte.
Parvati und Padma hielten sich gegenseitig die Hände und schauten Mr. Weasly an der wieder anfing zu sprechen.
„Er hat mein ganzes Wohl wollen, egal welche meiner Töchter er zu ehelichen gedenkt.", meinte er mit einem lächeln.
Parvatis Neugierde war noch nicht befriedig und so fragte sie: „Wird er zum Ball morgen Abend kommen?"
Eine kurze Stille trat ein bevor Mr. Weasly „Das will ich doch meinen." Sagte.
Dann brach das Chaos aus. Parvati und Padma tanzten um Hermione herum.
„Krieg ich dein gepunktetes Kleid, Hermione?", fragte Parvati.
„Nein, gib es mir, Hermione.", meinte Padma.
Mrs. Weasly umarmte Mr. Weasly stürmisch.
"Ich brauche es um bedingt, Hermione.", rief Parvati.
„Mit den grünen Schuhen.", forderte Padma. „Dann mache ich eine Woche lang deine Wascharbeit."
Parvati drehte Hermione zu sich. „Ich bestick dir deine neue Haube wenn du mir noch die weißen Bänder gibst."
Hermione konnte nicht anders als zu lächeln und mit offenen Augen ihre Freude auf dem kommenden Ball gar nicht mehr verdeutlichen.
Ginny lehnte sich halb über das Sofa und lachte. Sie kicherte bei dem Anblick wie Parvati und Padma um Hermione herum schwirrten und sie um ihre Sachen baten und wie sie Hermione kannte würde sie ihnen alles geben.
Keiner der Töchter der Weasly wusste etwas von dem anderen Besucher der morgen auf dem Ball da sein würde.
A/N:
Na, nicht schlecht, was? Bitte, flehe um Rückmeldungen, also büde. Dann schreib ich auch schnell weiter.
