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Teil 2
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Keine Viertelstunde später war es Severus gelungen, Remus Lupin aus den „drei Besen" hinauszulocken.
Lupin war offensichtlich froh gewesen, von der Haremsdame wegzukommen und der Trank hatte ein Übriges getan. Er hatte sogar schüchtern gelächelt, als Severus beim Hinausgehen seine Hand tiefer auf seinen Hintern hatte rutschen lassen.
Mit dieser Hand dirigierte er nun Lupin in den Hinterhof der „drei Besen" der nur von einer verdreckten Laterne schummrig beleuchtet wurde. Severus lehnte sich an eine kalte Ziegelsteinmauer und zog Lupin an sich.
„Mmmmh, du gehst aber ran", raunte der Werwolf ihm zu, bevor er seinen Unterleib gegen Severus' Oberschenkel rieb.
„Sehr zurückhaltend bist du auch nicht gerade", flüsterte Severus mit berechnend rauer Stimme, die ihre Wirkung auf Lupin nicht verfehlte. Eine beginnende Erektion drückte nun gegen sein Bein und eine warme Hand suchte und fand einen Weg unter sein Kostüm um sich an dem Verschluss seiner Hose zu schaffen zu machen.
Severus gelangte zu der Erkenntnis, dass Lupin nicht zum ersten Mal einen anderen Mann wichste. Seine Hand mit den etwas schwieligen Fingern fühlte sich unglaublich gut an und es dauerte nicht lang, bis sich das Blut in Severus' unteren Körperregionen staute. Er fühlte, wie sein Glied anfing, sich zu versteifen und es fühlte sich verdammt gut an.
Das war einfacher gewesen und lief besser, als Severus es sich ausgemalt hatte. Als Lupin jedoch mit seiner anderen Hand nach seiner Maske griff, drehte er den Kopf zur Seite.
„Nicht...", sagte er und sah im fahlen Licht der Laterne Lupin's gerunzelte Stirn. Er suchte fieberhaft nach einer Erklärung. „Ist so doch viel aufregender", flüsterte er schließlich und zu seiner Erleichterung zuckte Lupin mit den Schultern.
„Wie du meinst... aber ich finde es eigentlich schon aufregend genug." Er kratzte leicht mit seinen Fingernägeln über Severus' Hoden und ging vor ihm auf die Knie.
Etwas ungläubig sah Severus zu, wie Lupin erst mit der Zunge langsam über seine Härte leckte um dann seine heißen Lippen um sie zu schließen. Severus schloss seine Augen und ließ seinen Kopf gegen die kalte Mauer sinken, an der er lehnte und um die er jetzt sehr dankbar war.
Merlin... er hätte das nie für möglich gehalten, aber Lupin blies sogar noch besser als Regulus...
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Unter Lupin's gekonnten Zungen- und Lippenspiel dauerte es nicht lange, bis Severus seine Finger in dessen Haare grub. Er hielt den Kopf des Werwolfs fest, während er seinen Ständer einige Male tief in diesen wundervollen Mund stieß. Viel zu schnell verkrampfte sich sein Körper und mit einem heiseren Röcheln spritze er ab. Undeutlich bemerkte er, dass Lupin gierig schluckte und über seine erschlaffende Erektion leckte.
In der Gasse vor dem Hinterhof waren Schritte zu hören und eine hochgewachsene Gestalt erschien in Severus' Blickfeld.
Das wurde ja immer besser! Jetzt würde er nicht nur Remus Lupin, sondern auch noch Sirius Black mit seiner Demaskierung schocken können. Irgendjemand meinte es heute doch noch verdammt gut mit ihm.
„Remus, bist du hier irgendwo?", rief Black in den Hinterhof hinein und schritt schließlich mit langen Schritten an der schummrigen Laterne vorbei auf Severus und Lupin zu. „Jamie und Peter wollen noch..." Black verstummte. Offensichtlich hatte er erst jetzt erkannt, dass es sich bei der knienden Person um seinen Freund handelte und nicht etwa umgekehrt. „Remus?", keuchte er unsicher, doch dann war für Zweifel kein Raum mehr übrig, denn der Werwolf wandte ihm sein Gesicht zu. „Remus!", rief Black in einer Mischung aus Entsetzen und Zorn.
Lupin's einzige Reaktion bestand in einem leisen Seufzen.
„Sirius…"
Sirius war noch näher gekommen und hatte die Situation wohl mittlerweile völlig erfasst, denn er krächzte: „Remus... was machst du denn da..."
Severus Snape wählte diesen Moment um sich die Maske abzunehmen und Sirius Black ein sehr befriedigtes Lächeln zu zeigen. Mit seiner anderen Hand griff er unbemerkt nach seinem Zauberstab.
„Wonach sieht es denn aus?", bemerkte Severus mit samtweicher Stimme. Ein Seitenblick auf Lupin, der immer noch vor ihm kniete, brachte ihn zu der verblüffenden Erkenntnis, dass dieser seine Bemerkung mit einem Grinsen quittierte und keinesfalls mit dem geschockten Aufschrei, den er erwartet hatte.
„DU?!", fauchte Black, als er den Slytherin erkannte, doch fast sofort wandte er seine Aufmerksamkeit wieder seinem ehemaligen Klassenkameraden zu. „Remus... du... du hast… mit IHM?!" Anklagend, zornig und ungläubig stach er mit seinem Finger in Severus' Richtung. In dem schummrigen Licht wirkte Black's Gesichtsfarbe plötzlich grünlich.
Severus' Hand mit dem Zauberstab zuckte leicht nach vorne, doch er erkannte, dass Black wohl zu aufgebracht war um an seinen Zauberstab zu denken, denn die Hände des Gryffindors waren leer.
„Sirius, ich kann dir das...", versuchte Lupin – immer noch auf seinen Knien - seinen Freund zu beruhigen.
Doch Black ließ ihn nicht ausreden.
„Mich lässt du die ganze Zeit nicht ran und dann treibst du es ausgerechnet mit Snape?!", schrie er so laut, dass Lupin schmerzhaft das Gesicht verzog und stürmte dann ohne ein weiteres Wort davon.
Severus' Augenbrauen hoben sich bei dieser Aussage.
Ach – Black war selbst an Lupin interessiert? Und diesen hatte das kalt gelassen? Oder hatte er da etwas falsch verstanden? Möglich wäre es schon – nach dem verdammt besten Blowjob seines Lebens. Die ganze Angelegenheit wurde immer unverständlicher. Severus hatte nun eigentlich erwartet, dass Lupin seinem Freund sofort nacheilen würde, doch diese Nacht war reich an Überraschungen, denn Lupin stand lediglich langsam und umständlich auf und klopfte sich die Hosenbeine an den Knien sauber.
„Oje", seufzte er leise und sah Severus mit einem entschuldigenden Lächeln an.
„Du wusstest, dass ich es bin?", konnte sich Severus nicht verkneifen zu fragen, während er so unauffällig wie möglich seine Hose wieder schloss.
„Ja, natürlich. Hey, hältst du mich für jemanden, der mit jedem x-beliebigen mitgeht?", fragte Lupin gutgelaunt.
Er hatte es gewusst? Und war trotzdem bereitwillig mitgegangen und hatte… Severus verstand nun gar nichts mehr.
„Aber woher...", fing er an und biss sich gleich wieder auf die Zunge. Warum stand er einfach noch hier und redete mit Lupin? Okay, er hatte ihn nicht schockiert, wie er sich das eigentlich erhofft hatte, aber zumindest hatte er es Sirius Black heimgezahlt und so wie sich Dinge entwickelt hatten, wohl in mehr als einer Hinsicht einen Keil zwischen die selige Gryffindor-Freundschaft getrieben. Sein Plan war also nicht völlig schief gelaufen. Warum ging er dann jetzt nicht einfach?
Lupin betrachtete ihn amüsiert.
„Hätte nicht gedacht, dass ich dir das erklären muss." Er tippte sich an die Nase. „Werwolf. Abgesehen davon habe ich deine Stimme erkannt."
Äußerlich versuchte Severus ruhig zu bleiben, innerlich jedoch schlug er sich mit der flachen Hand wiederholt an die Stirn.
Natürlich – er hatte ihn gerochen… dass er daran nicht gedacht hatte. Aber damit blieb noch die elementarste aller Fragen übrig.
Severus räusperte sich nervös.
„Aber, wenn du die ganze Zeit wusstest, dass ich es bin... warum..."
„Weil ich es wollte", erwiderte Lupin, als ob es die natürlichste Sache der Welt wäre. „Und ich hoffe sehr, dass es keine einmalige Sache war."
„Du wolltest es?", stieß Severus perplex hervor – sein Vorhaben, sich nicht von seiner wachsenden Verwirrung anmerken zu lassen, war vorläufig in Vergessenheit geraten. Lupin hatte es gewollt? Nicht einmal Regulus wollte es mit ihm… außer, wenn er ein bisschen besoffen war. Dann allerdings war er total scharf darauf.
„Ja… ich… wollte es eigentlich schon während unserer Schulzeit… aber…" Lupin zuckte etwas hilflos die Schultern. „Ich habe mich nie getraut und dann… dann hat Sirius wohl bemerkt, dass ich dich angesehen habe. Oder, besser gesagt: wie ich dich angesehen habe. Ich hatte gedacht, er wäre einfach nur sauer weil du ein Slytherin bist und dich nicht gerade gut mit uns verstanden hast… aber… aber er war wohl eifersüchtig."
Severus stutzte. Dann hatte er vorher doch richtig gehört. Black war scharf auf Lupin und dieser… dieser hatte unverständlicher Weise ihn vorgezogen.
„Du erwartest von mir, dass ich das glaube?", schnaubte Severus verächtlich, um seine Unsicherheit zu kaschieren.
Lupin schenkte ihm einen langen Blick.
„Er hat dich in dieser Vollmondnacht aus Eifersucht zur heulenden Hütte geschickt. Er hat darauf gesetzt, dass du mich…" Lupin schluckte und fuhr dann leiser fort, „…wie Abschaum behandeln würdest, sobald du wüsstest was ich bin, damit ich endlich begreifen würde, dass nur er – Sirius – mich lieben würde." Lupin machte eine hilflose Geste. „Oder so etwas in der Art. Wenn Sirius eifersüchtig ist, denkt er nicht immer ganz logisch. Allerdings hatte er zum Teil Recht – du hast mich von da an wirklich wie Abschaum behandelt – bis heute Abend. Und darüber bin ich sehr froh."
Lupin legte leicht den Kopf schief und zwinkerte – kokett, wie es Severus vorkam.
Dann küsste er ihn.
Es war ein leichter Kuss, fast nur ein flüchtiges Lippenstupsen, das beendet war, bevor Severus in irgendeiner Form darauf hatte reagieren können. Und das Seltsamste war, dass er auf diesen zweiten Kuss, den er an diesem Abend erhalten hatte, sehr gerne reagiert hätte. Dieser Gedanke verwirrte Severus noch zusätzlich.
„Ich hoffe doch, dass du dich das nächste Mal bei mir revanchieren wirst", raunte Lupin ihm zu. „Lass mich nicht zu lange warten." Er drückte ihm einen Zettel zwischen seine willenlosen Finger und wandte sich von ihm ab.
Severus blieb reglos stehen und sah Lupin zu, der in leichten Laufschritt verfiel und aus dem Hinterhof hinaus in Richtung Hauptstrasse lief – zweifellos um Sirius Black nun doch von irgendeiner Dummheit abzuhalten.
Ja... es wäre verdammt schade, wenn es nur bei diesem einen Mal bleiben würde...
Für eine kleine Weile gab sich Severus seinen geheimsten Phantasien hin, doch dann rief er sich selbst zur Ordnung.
Es ging einfach nicht. Lupin wiederzusehen war gefährlich... viel zu gefährlich. Bei den Pflichten und Aufgaben, die er sich durch seine Beichte bei Dumbledore und den Schwur an Lily aufgeladen hatte, käme es einem glatten Selbstmord gleich, wenn er sich in Lupin verliebte – und er befürchtete, dass dieser Fall ganz sicher eintreten würde, wenn sie sich öfter treffen würden.
Alles, was Severus in seinem einundzwanzigjährigen Leben je über Liebe gehört, erfahren oder erlebt hatte, bestätigte ihn in der Annahme, dass dieses Gefühl eines der gefährlichsten war... denn es machte schwach – so schrecklich schwach – und Schwäche konnte er sich nun wirklich nicht leisten. Nicht, wenn er vorhatte, diesen ganzen Irrsinn zu überleben. Und das hatte er sich fest vorgenommen.
Er warf einen flüchtigen Blick auf den Zettel, den Lupin ihm gegeben hatte. Es war seine Adresse. Unschlüssig starrte er eine Zeitlang auf die akkurate Schrift, dann steckte er den Zettel ein.
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Einige Monate später...
James Potter öffnete Sirius Black die Tür zu seinem Haus in Godric's Hollow.
„Und?", fragte er seinen Freund. „Hast du mit Dumbledore gesprochen?"
Sirius zog seine Lederjacke aus, schüttelte einige Regentropfen ab und warf sie dann in eine Ecke des Flurs auf den Boden.
„Ja", erwiderte er. „Er hält auch den Fidelius-Zauber für die beste Idee und er begrüßt eure Entscheidung, mich zum Geheimnisverwahrer zu machen", schloss Sirius mit einem etwas unglücklichen Gesichtsausdruck.
„Hey, was ist los mit dir, Tatze?", wollte James beunruhigt wissen und boxte Sirius leicht gegen die Schulter. „Letzte Woche, als Lily und ich dich gefragt haben, warst du noch total begeistert davon."
Sirius nagte an seiner Unterlippe.
„Wo ist Lily?", fragte er dann.
„Oben – bei Harry... baden, füttern, wickeln... irgendwas in der Art. Warum? Was ist los?", wollte James ungeduldig wissen.
Sirius bedeutete James, ihm ins Wohnzimmer zu folgen.
„Mach die Tür hinter dir zu", wies er seinen Freund an und fläzte sich in einen der Sessel. „Ich will das zuerst mit dir allein besprechen."
James tat, wie ihm geheißen und nahm schließlich in dem Sessel gegenüber Sirius Platz.
„Also...", bemerkte er ungehalten.
Sirius holte tief Luft und sagte dann: „Ich denke, dass es zu offensichtlich ist, wenn ihr mich zu eurem Geheimnisverwahrer macht." Sirius bemerkte James' gerunzelte Stirn. „Nein! Ich ziehe nicht plötzlich den Schwanz ein! Es ist eine große Ehre für mich", stellte Sirius richtig. „Aber ich denke einfach, dass jeder Depp vermuten wird, dass ich als euer Trauzeuge und Harry's Pate auch euer Geheimnisverwahrer bin."
James nickte widerstrebend.
„Da ist was dran..."
„Eben." Sirius nickte heftig. „Deshalb schlage ich vor, dass ihr jemand anderen nehmt und wir niemandem etwas davon erzählen. Nicht einmal Dumbledore."
„Einverstanden, aber ich muss es dennoch erst mit Lily besprechen. Für mich klingt es allerdings nach einem verdammt guten Plan. Wir nehmen also Remus als unseren Geheimnisverwahrer", sagte James und lehnte sich entspannt in seinem Sessel zurück.
Sirius fuhr sich durch die Haare.
„Das halte ich nicht unbedingt für die beste Idee...", äußerte Sirius zögernd. „Er ist immerhin ein Werwolf, das könnte Probleme geben..."
„Das ist jetzt nicht dein Ernst!", stieß James ungläubig hervor.
„Ja, okay, ist es nicht", gab Sirius zu. „Es ist nur... ich habe ihn ein paar Mal mit jemandem gesehen..." Er biss sich nervös auf die Unterlippe. „Und dieser Jemand könnte durchaus einer von Voldemort's Gefolgsleuten sein."
„Du hältst Remus für einen Verräter?", brauste James auf. „Er ist unser Freund! Und wer soll überhaupt dieser geheimnisvolle Jemand sein?!"
„Snape", erwiderte Sirius mit einem seltsamen Tonfall.
„Snape?", wiederholte James.
Sirius nickte.
„Der ist zumindest alles andere als vertrauenswürdig", murmelte James halb zu sich selbst. „Und Remus trifft sich mit ihm? Ich meine..." Er machte eine vage Handbewegung und Sirius nickte wieder.
„Mist", fluchte James mit zusammengebissenen Zähnen. „Okay, dann musst du mir aber versprechen, dass das unter uns bleibt. Ich will nicht, dass Lily etwas davon erfährt. Sie hat sich immer so gut mit Remus verstanden. Es könnte ja auch sein, dass gar nichts weiter dran ist und dann regt sie sich nur unnötig auf."
„Wenn du meinst", erwiderte Sirius – aber es klang nicht sehr überzeugt.
„Wir nehmen also Peter", stellte James fest.
„Ja", stimmte Sirius zu. „Niemand wird darauf kommen, dass ausgerechnet der nette, unbeholfene, kleine Peter euer Geheimnisverwahrer ist. Er ist die perfekte Wahl."
„Danke, Sirius", seufzte James, stand auf und legte Sirius eine Hand auf die Schulter. „Wenn wir dich nicht hätten - du bist ein echter Freund."
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ENDE
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