Simsly: So soll es auch sein. Die Weasleys sind halt einfach ur gemütlich.
So, wie versprochen der 2. Teil heute. Viel Spaß beim Lesen, bis Mittwoch.
LG Mia0901 und Samanthas Mum
Kapitel 2 – Harry
Schon lange war er diesen Weg nicht mehr gegangen. Ein schmaler Pfad am Schloss vorbei, welches an Macht nicht verloren hatte. Wehmütig sah er hinüber zu dem dunklen See, dem verbotenen Wald, Hagrids Hütte. Harry hatte sich vorgenommen, noch einmal bei Hagrid vorbei zu sehen, ehe er das Gespräch mit dem Schulleiter führte. Schon auf dem einige Meter vor der kleinen Hütte roch er Hagrids berühmten Tee.
Seinen Mantel enger um sich ziehend klopfte er an. Die Spuren, die er im Schnee hinterlassen hatte, zeugten von einem erwachsenen Mann und doch kam er sich vor, als hätte er sich gerade aus dem Gryffindor-Gemeinschaftsraum geschlichen um seinen alten Freund zu besuchen. Fang bellte übermütig und zeigte Hagrid damit, dass Harry da war. Nur bei ihm war der Saurüde so übermütig. Selbst Ron oder Hermine wurden nicht so stürmisch begrüßt, wie der junge Mann.
„Bin schon unterwegs!", hörte er eine tiefe Stimme von drinnen. Harry grinste. Wahrscheinlich musste sich Hagrid gerade um eines seiner Schützlinge kümmern. Hoffentlich kein gefährliches Tier. Denn die Leidenschaft für gefährliche Lebewesen war in dem Halbriesen immer noch verankert. Die Tür öffnete sich und prompt wurde Harry feucht von Fang begrüßt.
„Weg, Fang! Lass Harry erst mal reinkommen!", knurrte der Halbriese. Doch davon lies sich der Saurüde nicht beirren. Weiterhin fleißig begrüßte er seinen liebsten Freund. Es war schließlich eine Ewigkeit her, seid dieser den jungen Zauberer gesehen hatte.
Kaum hatte Fang von ihm abgelassen, wurde Harry auch sofort in eine kräftige Umarmung gezogen, die ihm fast die Luft zum Atmen nahm.
„Hagrid lass mich los!", krächzte er verzweifelt.
„oh, tschuldige, tut mir leid.", grummelte der Halbriese. „Ich hab dich nur schon lange nicht mehr gesehen. Wie geht's, wie steht's? Was gibt's neues bei euch?"
„Vielleicht lässt du mich erst mal rein, dann erzähl ich dir alles, ok?", grinste der junge Zauberer.
„Oh, klar, hab ich vergessen."
Kaum in der warmen Hütte angelangt, wurde Harry auch schon ein riesiger Becher Tee in die Hand gedrückt.
„Ich hab auch Kekse gebacken. Sind nicht ganz so knusprig wie früher, aber Dumbledore meinte, die anderen wären zu hart gewesen. Das konnte ich ja nicht wissen. Möchtest du?" Endete der Redeschwall des Wildhüters.
„Gerne.", antwortete Harry brav. Selbst wenn es noch die Steinkekse gewesen wären, hätte er sie angenommen. Er wusste doch, wie sehr es seinen Gegenüber erfreute.
„Uns geht es gut. Ron ist verlobt, Hermine arbeitet daran und meine Frau wünscht sich endlich ein Baby, dabei will sie doch gar nicht auf die Arbeit verzichten. So wie es aussieht, werde ich dann wohl ein Jahr pausieren."
„Ein Baby? Das ist ja toll! So weit ich weiß, wird Ron doch auch bald Papa, oder?"
„Ja", antwortete Harry. „Noch einen Monat ungefähr. Aber du weißt ja, wie unpünktlich Kinder sein können." Hagrid nickte verstehend und lachte leise in seinen Bart.
„Wie die Zeit vergeht.", seufzte der Halbriese. „Ich erinner mich noch ganz genau, wie ich dich von dieser Insel und von deinen schrecklichen Verwandten weggeholt habe. Da ward ihr noch so klein. Und nun wird Ron bald Vater. Du bist verheiratet. Und die liebe kleine Hermine. Ich kann immer noch nicht verstehen, was sie an diesem Griesgram findet."
Harry lachte leise. Auch er hatte kein Verständnis für Hermines Entscheidung. Aber das war sie nun mal, ihre Entscheidung. Und sie schien ja glücklich zu sein. Das war alles, was zählt.
Den Tee bereits ausgetrunken und ein paar, wirklich leckere Kekse später, musste Harry sich auch schon wieder von Hagrid verabschieden.
„Wir sehen uns Weihnachten?" Es war nur eine rhetorische Frage von Harry, doch das Leuchten in Hagrids Augen bestätigte ihm, dass der Halbriese es kaum mehr erwarten konnte. Es waren ja nur noch 20 Tage.
Es war bereits dunkel, als Harry sich auf den Weg zum Schloss machte. Der Mond beleuchtete den Weg hinauf und zeigte Hogwarts in einem romantischen Licht. Es war eisig kalt und der Weg war beschwerlich und doch ging er ihn gerne. Es erinnerte ihn an die aufregendste Zeit in seinem Leben.
Der Gang vom Eingangsportal zum Büro des Direktors war mit Erinnerungen geschmückt. Viele Jahre hatte er in Hogwarts verbracht. Vor dem Wasserspeier machte endlich halt.
„Sieh an, der junge Potter. Was führt sie her? Sie mussten doch schon lange nicht mehr in das Büro des Direktors.", sprach der Wasserspeier.
„Über 8 Jahre ist es her, kurz vor meinem Abschluss war ich das letzte mal hier. Ich möchte zu Albus, ich bin verabredet."
„Ja, der Direktor informierte mich bereits. Treten sie ein. Aber lassen Sie mir noch meinen Spaß und beantworten sie mir mein Rätsel. An welcher Nascherei hat der Direktor sein Lust verloren?"
Harry grinste, er konnte sich noch gut an das Gespräch in seinem ersten Jahr hier in Hogwarts erinnern.
„Berti Botts Bohnen in sämtlichen Geschmacksrichtungen. Er hatte als Kind mal eins mit Erbrochenen erwischt."
Ein majestätisches Nicken von der Steinfigur folgte, ehe Harry den Weg in das Büro fortsetzen konnte.
Kräftig klopfte er an die schwere Eichentür.
„Herein", kam es von drin und man merkte jetzt schon das Dumbledore hocherfreut war.
Als Harry eintrat fühlte er sich als ob jemand die Zeit zurückgedreht hätte. Alles stand noch an Ort und Stelle. Der Raum hatte nichts von seiner Gemütlichkeit verloren. Es roch auch noch so wie damals. Zitronenbonbons und Kaminfeuer.
Ein Flügelrauschen war zu hören und Sekunden später fühlte Harry die Krallen von Fawkes auf seiner Schulter.
Harry drehte seinen Kopf ein wenig und schaute direkt in die schwarzen Augen des Phönix.
„Hallo alter Junge, du siehst gut aus. Wie alt bist du jetzt eigentlich?"
„Er müsste bald brennen", kam es von weiter hinten im Raum, aus einem großen Schatten.
„Dann sehen wir ihn Weihnachten ja in voller Schönheit."
„Ja das werdet ihr mit Sicherheit", sagte Albus Dumbledore und trat aus dem Schatten eines der vielen Bücherregale.
„Harry es ist schön dich wiederzusehen, nimm platz mein Junge." Und deutete auf zwei gemütliche Sessel vor dem prasselnden Kaminfeuer.
„Ich bin schon lange kein Junge mehr, schließlich bin ich bereits 25, Albus.", grinste Harry und setze sich Albus gegenüber.
„Jeder der seinen hundertsten Geburtstag noch nicht gefeiert hat, wird für mich ein Junge bleiben.", sagte Albus und seine Augen glitzerten vergnügt. „Zitronenbonbon?"
Dankend nahm Harry an. Was auch immer in diesen Bonbons war, es schmeckte und machte ihn glücklich. Doch eigentlich wollte er es gar nicht wissen. (A/N: Wir ahnen es.)
„Ich wollte nur wissen, ob wir uns Weihnachten sehen?"
„Aber sicher doch. So etwas lasse ich mir doch nicht entgehen. Wer wird denn alles da sein?"
„Lass dich überraschen, Albus. Aber ich denke, du wirst viele alte Gesichter sehen und auch neue.", grinste Harry.
„Du weißt, dass ich Überraschungen liebe.", kicherte Albus vergnügt.
„Dann sehen wir uns am 24.?"
„Natürlich. Ich freu mich schon drauf. Endlich mal wieder ein richtiges Weihnachten."
Ein paar „harmlose" Zitronenbonbons später verabschiedete sich Harry von seinem Mentor. Auf dem Weg zum Ausgang grüßte er Phineas Nigellus. Wehmütig sah er auf dieses Bild. Der Onkel von Sirius, seinem Paten. Harry bedauerte es zutiefst, wieder ein Weihnachten ohne ihn feiern zu müssen, doch er würde mit Sicherheit an ihn denken. Und wie jedes Jahr eine Kerze für ihn entzünden.
Ende Teil 2
