mit einem Tag Verspätung, ich hoffe, ihr verzeiht uns das. Hier das neue Kapitel. Morgen geht es wie gewohnt weiter.

Kapitel 3 – Hermine

Hermine saß vor einem riesigen Berg Kisten und atmete erst einmal tief durch. Der Geruch von Zimt, Orangen und Nadeln durchflutete bereits den Raum. Endlich hatte sie es geschafft, die Kisten von Dachboden zu holen. Es wurde auch Zeit, dass das Haus weihnachtlich geschmückt wurde. Schließlich war heute bereits Nikolaus. Und ihr Partner hatte fluchtartig vor einer halben Stunde das Haus verlassen. Wie immer, wenn sie versuchte, das Haus neu zu dekorieren. Und immer wieder musste sie über seine Ausreden schmunzeln. Einfallslos war er definitiv nicht.

„Ist nicht bald Valentinstag? Ich brauch doch noch ein Geschenk für dich." oder „Ich muss die Blumen draußen noch gießen!" und das mitten im Dezember. Aber die beste Ausrede war immer noch „Ich sollte Potter mal wieder besuchen." Gerade er, der seinen Hass gegen ihren besten Freund immer noch nicht abgelegt hatte.

Immer wenn er mit so einer Ausrede das Haus verließ, bekam Hermine, sobald die Tür ins Schloss viel, einen Lachanfall. Dieses mal meinte er „Ich brauch unbedingt mal wieder neue Socken." Dabei wusste er noch nicht einmal, welche er trug.

Noch immer vor sich hinschmunzelnd packte sie den ersten Karton aus und begann, die Sachen nach Räumen zu sortieren. Nur sein Arbeitszimmer blieb davon verschont. Letztes Jahr hatte sie versucht auch da einen Strumpf an den Kamin zu hängen, leider kam sie nicht über die Türschwelle, da ihr Schatz sein Arbeitszimmer verflucht hatte. Eine Woche musste sie mit Engelsflügeln rumlaufen. Wenn schon ein Fluch, dann ein weihnachtlicher.

Seit dem bezeichnete er sie immer als seinen Engel. Das wiederum fand sie einfach nur süß.

So in Gedanken, hatte sie bereits alle Kisten sortiert und besah sich ihrer Weihnachtssachen. Es gab kleine Elfen, goldene Engel, Pulverschnee aus der Tüte, kleine Schneemänner, einen Lichterbogen, viele Kerzenhalter und auch Mistelzweige. Der Mistelzweig hatte für Hermine eine besondere Bedeutung.

In ihrem letzten Schuljahr zu Weihnachten war sie mit ihm am Eingangsportal der großen Halle in einander geprallt. Zu spät sahen sie, dass sie unter einen magischen Mistelzweig landeten. Da sie sich aber partout nicht küssen wollten, wurden sie den halben Tag an den Händen zusammen geklebt. Es war Gott sei Dank ein Samstag gewesen, da Hermine sonst mit ihm den Schultag verbringen musste. Den ganzen Tag hatten sie in der großen Halle verbracht. Die junge Frau hatte sich geweigert, mit in die Kerker zu kommen, er wollte aber auf keinen Fall zu den nervigen Gryffindors. Erst nach dem Abendessen, welches sie neben ihm einnehmen musste, hatte er sich erbarmt und sie geküsst. Auch wenn es aus einem dringenden Bedürfnis heraus geschah, sprang der Funke bei beiden über.

Gerne erinnerte sie sich daran zurück. Albus war sogar so lieb gewesen und hatte ihr den Zauberspruch verraten, mit dem er die Mistelzweige verhext hatte. Dieser Zauber lag nun auch auf ihren Mistelzweigen. Und jedes Jahr hatte sie mindestens einmal das Glück, ihm unter einem Mistelzweig zu begegnen. Er war halt doch ein Romantiker, auch wenn er es immer wieder abstritt.

Hermine hatte mittlerweile die besagten Mistelzweige zum Schweben gebracht. Auch wenn sie gern nach Muggelart schmückte, hatte sie sich doch angewöhnt, an Orte, an die sie nicht rankam einen Zauber zu benutzen. ‚Mal sehen, ob ich dieses Jahr ihn wieder dazu bekomme, einen Weihnachtsbaum zu besorgen' dachte sie sehnsüchtig und packte die Christbaumkugeln beiseite.

Ganz vorsichtig holte Hermine ist silbernen Kerzenhalter, von ihrer Großmutter aus einem der vielen Kartons. Sie liebte diese Kerzenhalter. Schon früher als kleines Kind hatte sie diese immer haben wollen. Nach ihrem Abschluss hatte ihre Großmutter sie ihr dann geschenkt unter der Bedingung das Hermine sie immer zu Weihnachten aufstellen musste. Und das tat diese sehr gern sogar. Die Kerzenhalter waren mit kleinen Mustern versehen die rötlich glänzten. Wegen diesem rötlichen Glanzes hasste ihr Freund diese Kerzenhalter und versuchte sie jedes Jahr aufs neue zu verstecken.

Als Hermine die Kerzenhalter auf dem Esstisch platziert hatte, wo man sie auch sehr gut sehen konnte, fing sie an die anderen Kartons zu leeren. Die weißen Engel wurden auf dem schönen großen Kamin platziert und die Socken hing sie an die kleinen Harken.

Nach und nach wurde das Wohnzimmer und die anderen Zimmer immer Festlicher. Zum Schluss schmückte sie den Adventskranz der auf dem Couchtisch stand, mit Orangenscheiben , Zimtstangen, Engelshaar und den vier Kerzen, die rot waren. Als Hermine damit fertig war stand sie mit einem zufrieden Lächeln in der Mitte des Wohnzimmer und freute sich schon auf das Gesicht ihres Freundes wenn dieser denn von seinem „Sockeneinkauf" wieder kam.

Teil 3 Ende