Elftes Kapitel

„Auge in Auge"

Legolas half Frodo auf die immer noch leicht wackligen Beine und durchtrennte mit seinem Dolch die Stricke an seinen Handgelenken, wobei er dem Hobbit einen bedeutungsvollen Blick zuwarf, als er die tiefen Schürfwunden daran erfasste. Mit einer abwehrenden Handbewegung versuchte Frodo diesen Umstand abzutun und forderte noch einmal, dass er umgehend Aragorn sprechen müsste. Legolas wies mit einem leichten Nicken in eine Richtung und Frodo erkannte die Gruppe Freunde, die sich nun langsam in Bewegung gesetzt hatte und auf sie zukam.
Legolas klopfte Arod anerkennend auf die Flanke, die immer noch die Hitze der Anstrengungen ausstrahlte und wandte sich dann an das immer noch schnaubende Tier, auf dem Frodo gesessen hatte und das nervös tänzelte. Er strich an Hals und Rücken entlang, tastete Beine und Fesseln ab und trat dann an die Hinterläufe, um diese nach Verletzungen zu untersuchen. Er stockte, als er die Ursache für den wilden Ritt der Stute erkannte und zog geräuschvoll die Luft ein, denn zwischen Rücken und Schweif hatte sich ein Armbrustbolzen in das Fleisch gegraben. Erst jetzt wurde dem Elben bewusst, welches Glück Frodo gehabt hatte – der Bolzen hätte auch genauso gut ihn treffen können!

Frodo gelangte außer Puste bei seinen Freunden an und ließ sich erschöpft auf einen kleinen Felsbrocken nieder, unfähig, auch nur einen Schritt weiter gehen zu können. Sam stürmte regelrecht auf ihn zu, murmelte Bestürzung und Freude beim Anblick des Freundes und zog ihn immer wieder in seine Arme, nur, um ihn dann wieder ein Stückchen von sich zu schieben um ihn nach ernsthaften Verletzungen abzusuchen. Als Aragorn jedoch neben die beiden Hobbits niederkniete, löste Frodo entschieden Sams Arme um seinen Hals und suchte nach den richtigen Worten.
"Sie haben Arwen!", platzte es plötzlich aus ihm heraus, denn sosehr er sich auch anstrengen würde, nichts konnte diesem Umstand den Schrecken nehmen und so war es besser, er behielt die Wahrheit nicht länger für sich. "Tanfalas und Enarâto haben sie und mich gefangen genommen und aus dem Palast verschleppt. Sie haben mich nur laufen lassen, damit ich dir ihre Bedingungen ausrichten kann. Sie sagen, wenn du Arwen noch einmal lebend wieder sehen möchtest, dann sollst du an die Mündungen des Anduin kommen und dich einem Kampf gegen Enarâto stellen..."
Frodo schluckte und suchte in Aragorns Gesicht nach den Spuren einer Regung in dessen Gesicht, doch seine Miene hatte sich in Stein verwandelt und er starrte stumm auf Frodo herab.
Nach unendlichen Minuten regte er sich erst und wandte sich mit entschlossenem Blick Brego zu, gefolgt von Legolas.
Frodo zögerte, denn eigentlich gab es noch eine wichtige Sache, von der er aber nicht wusste, ob er sie Aragorn nun sagen, oder verschweigen sollte und Arwens Worte hallten durch seinen Kopf. Wir werden einen Sohn bekommen...! Sollte er Aragorn erzählen, dass Arwen sein Kind unter dem Herzen trug? Einen Sohn, in dem sich ihr Fleisch und Blut vereinen würde und die Linie der Könige fortsetzen würde. Wenn er es ihm jetzt sagen würde, könnte es sein, dass diese zusätzliche Sorge Aragorn beim Kampf ablenken könnte, denn die Sorgen um Arwen alleine waren sicher schon groß genug und er wollte die Spannung in Aragorns Innerem nicht noch erhöhen. Der Kampf würde sich auch so schon schwierig genug erweisen, wenn Aragorn sich bewusst war, dass die ganze Zeit über ein Messer an Arwens Kehle liegen würde.
Aber was wäre, wenn hingegen aller Hoffnungen, die Frodo hegte, Aragorn im Kampf unterliegen würde? Wenn seine Kräfte nicht ausreichen würden? Sollte Frodo die Gefahr eingehen, dass Aragorn nie erfahren könnte, dass er bald Vater sein würde?
Selbst in Galadriels Spiegel war nicht zu erkennen gewesen, wie der Kampf zwischen Enarâto und Aragorn ausgehen würde. Arwen hatte nur sich mit dem Kind im Arm gesehen – Aragorn war nicht an ihrer Seite gewesen.
Frodo schluckte und sah zu Aragorn, der sich jetzt umständlich in den Sattel schwang und sich mit Legolas beriet, seine Gesichtszüge ernst und die Augen dunkel und mit Entschlossenheit erfüllt. Frodo hörte, wie er von Legolas verlangte, Eomer und Faramir, sowie Gimli und Gandalf zu suchen und forderte den Elben auf, vor allem Faramir so schnell wie möglich zu ihm zu bringen.
"...er wird wissen müssen, was zu tun ist, wenn der Kampf nicht zu meinen Gunsten endet.", schloss Aragorn und begegnete ruhig Legolas entsetztem Blick.
"Aragorn – ich denke nicht..."
"Suche ihn, Legolas.", unterbrach Aragorn den Elben scharf und zog an Bregos Zügeln, um das Pferd in Richtung Anduin zu lenken.
"Aragorn! Warte!" Frodo sah seine letzte Chance verstreichen, Aragorn von seinem Sohn zu erzählen und er rief schon, als ihm selbst noch gar nicht bewusst war, dass er seinen Entschluss gefasst hatte. Er rannte zu ihm herüber, reckte den Blick zu Aragorn empor, der ihn fast neugierig musterte und flüsterte schließlich: "Du musst noch eine Sache wissen!"
Frodo hielt Aragorns Blick stand und holte tief Luft. "Arwen..., sie ist...; Du wirst Vater...!"
Aragorn glaubte, der Boden würde ihm unter den Füßen weggerissen und er sah auf den Hobbit herunter, ohne sich sicher zu sein, dass er Frodo richtig verstanden hatte und ein seltsames Gefühl machte sich in seinem Herzen breit und erfüllte es mit einer Wärme, die er schon für immer verloren geglaubt hatte.
"Ihr bekommt einen Sohn!", drang erneut Frodos Stimme an sein Ohr, dass einzige Geräusch, dass überhaupt noch um ihn herum herrschte, denn selbst der Kampflärm schien erloschen.
"Ist das wahr?", brachte er schließlich mit belegter Stimme hervor und schwankte, angesichts des Gefühlschaos, das in ihm tobte. Frodo nickte und wendete nicht einen Moment seine Augen von Aragorn, doch nach einer Weile löste sich Aragorn und trieb Brego die Absätze in die Flanken und der Hengst setzte sich in Bewegung, verfiel in leichten Trab und galoppierte schließlich über die Ebene.

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Die Freunde hatten sich nicht lange absprechen müssen, sondern waren geschlossen Aragorn gefolgt und standen nun im Halbkreis hinter ihm, während sich vor ihnen eine kleine Fläche im Schein von zwei Feuern erstreckte. Am gegenüberliegenden Rand des Lichtpegels standen Enarâtos kleines Gefolge, der Fürst selbst und an seiner Seite Tanfalas, die ihre Hand in Arwens Oberarm krallte und ein gefälliges Lächeln aufgesetzt hatte. Auf eine scharfe Bewegung von Enarâto hin, setzte sich ein Reiter in Bewegung, den Aragorn zweifellos als den Mann erkannte, der die Truppe seiner Entführer geleitet hatte. Ohne das Aragorn ein Zeichen gegeben hatte, setzte sich Faramir ebenfalls in Bewegung, wechselte mit regungsloser Mine Worte mit dem Mann, als sie sich in der Mitte des Kampfplatzes trafen und kehrte dann zu Aragorn zurück. So laut, dass alle es hören konnten, teilte er die Bedingungen des Kampfes mit, der Mann gegen Mann geführt werden sollte und der Gewinner, sollte auch als Sieger über Gondor und alleiniger Herrscher hervorgehen.
Aragorn stieg vom Pferd, entledigte sich seiner Kampfausrüstung und enthüllte damit den Verband, der unter seinem Hemd hindurchschien und durch den Blut sickerte und einen deutlichen Fleck auf dessen Schulter hinterließ. Er wandte nicht einen Augenblick seine Aufmerksamkeit von Enarâto ab, während Eomer eindringlich auf ihn einredete und er geistesabwesend nickte, zog dann sein Schwert und trat in den Lichtkegel.
Enarâto tat es ihm gleich und hob das Schwert, dass er in der Hand hielt, vor sich, dessen Klinge ein langes Funkeln von Stahl in der Nacht war und Aragorn zusammenzucken ließ. Anduril!
Aragorn unterdrückte den Impuls, zu Arwen hinüber zu sehen, was ihn zweifellos nur abgelenkt hätte und begann, wachsam um Enarâto herum zu schreiten und bewegte sich dabei mir äußerster Vorsicht. Die Vorteile seines jüngeren Alters, Kraft und Schnelligkeit waren angesichts seiner Wunde an der Schulter zunichte gemacht, die ihn langsamer und schwächer machen würde, desto länger der Kampf anhalten würde. Enarâto war schwer und langsam und es war schon lange her, dass er seine Kampfkünste hatte anwenden müssen, aber auch seine Muskeln spielten unter seiner Haut und seine Instinkte waren wach, was er beim ersten Streich mit Anduril bewies.
Alle hörten das Klirren von Stahl auf Stahl, ebenso wie den Laut aus Aragorns Kehle, als sich die Wucht des Schlages von seinem Arm bis in seine Schulter fortsetzte, doch er biss die Zähne zusammen, schlug trotz der Schmerzen, die Klinge seines Gegners zur Seite und führte einen schnellen Streich aus. Aragorn stellte jedoch fest, dass Enarâtos schwere Bewegungen durchaus Vorteile hatten und war überrascht, als dieser weiter vorwärts stürmte, selbst nachdem er eine kleine Wunde an der Schulter davongetragen hatte. Ein heißer Schmerz an Aragorns Rippen war eine weitere Überraschung und als er sich fallen ließ und aus der Reichweite rollte, hörte er Arwen stöhnen, fast, als hätte sie es auch gespürt. Enarâtos Stiefel schoss vor und Aragorn unterdrückte ein Stöhnen über den Schmerz, der durch sein Handgelenk fuhr, widerstand dem Gefühl, den Knauf seines Schwertes loszulassen und sprang nach vorne. Dabei schwang er seine Waffe, bereit, Enarâto den Kopf abzuschlagen, doch der Fürst bewegte sich rechtzeitig und trug nur einen weiteren Schnitt am linken Arm davon.
"Alle werden sehen, wie ich dich töte, Elessar! Und dann werde ich deine Elbe lehren, dich in meinem Bett zu vergessen – so wie du sie im Bett meiner Tochter vergessen hast!", zischte Enarâto.
Aragorn verschwendete keinen Atem auf eine Antwort. Die Bewegungen hatten seine Schulter nicht besser werden lassen, wie er gehofft hatte und das Kampffieber, dass er auf dem Ritt hierher erfüllt hatte und das er seiner Müdigkeit hätte entgegenstellen können, war erloschen. Die Vorfreude hatte zusätzlich in seinen Adern gebrannt, doch nun spürte er, dass er sich an diesem langen Tag zu sehr verausgabt hatte und seine einzige Hoffnung bestand darin, dass er Enarâto ein schnelles Ende bereitete – wenn er konnte.
Der Fürst lachte, als würde er Aragorns Gedanken erraten. "Müde, Elessar?"
Ohne große Finesse, dafür aber mit großer Kraft stieß Enarâto zu und Aragorn sprang zur Seite und wieder klirrten die Klingen. Beide Kämpfer trieben kein elegantes Spiel miteinander und Aragorns Körper wurde durch seinen Schweiß in Kälte gehüllt, als er immer wieder auswich, parierte oder zustieß, sein Schwert nach Blut lechzend.
Sein rechter Arm wurde schnell schwer und machte es ihm beinahe unmöglich, sein Schwert zu heben und er hätte im Augenblick nicht auf seinen Sieg gewettet. Er hörte den rauen, keuchenden Atem seines Gegners, sah die Risse des Fürsten, die er ihm beigebracht hatte und aus denen Blut sickerte und doch schien Enarâto unerschöpfliche Ausdauer zu besitzen.
Aragorn schwang sein Schwert, als ein kräftiger Hieb auf ihn niedersauste und versuchte, seinem Feind die Beine unter dem Leib fortzuschlagen und die Spitze seiner Klinge bohrte sich in die Kniekehle, blitze auf, als und grub sich noch tiefer in das Fleisch, als Enarâto versuchte, sich zu befreien. Er stöhnte vor Schmerz und Aragorn riss die Klinge zurück und wollte in einem weiten Bogen nachschlagen, aber sein Arm wählte genau diesen Augenblick, um zu versagen. Sein Schwert glitt ihm aus der Hand, er verlor das Gleichgewicht und stürzte durch seinen eigenen Schwung hart auf die Knie.
"Ausgezeichnete Stellung!", höhnte Enarâto. "Die hättet ihr schon längst einnehmen sollen!"
Aragorn langte nach seinem Schwert, wobei er mit der linken seine rechte Hand umklammerte um die kraftlose so zu unterstützen. Der Fürst schnitt beinahe verächtlich in seinen Rücken, als er sich herumrollte und wieder auf die Füße kam, doch er spürte den neuen Riss, abgesehen von dem Blut, das sich mit dem Fluss aus seiner Schulter vermischte. Enarâto drang weiter auf ihn ein, lachte kurz und atemlos und verstärkte den Druck auf Aragorns Schwert, der verzweifelt versuchte, die Klingen beisammen zu halten. Vor Schmerz stöhnend, als die Wunde auf seiner Schulter unter der Spannung seiner Muskeln völlig aufriss, spürte Aragorn schließlich, wie sein Gegner nachgab und ins Gras taumelte.
Aragorn keuchte, jeder Atemstoß ein feuriger Schmerz und es war ihm unmöglich, das Gewicht seines Schwertes noch länger zu halten, ließ es fallen und langte nach seinem Stiefelmesser. Bevor er es jedoch aus seinem Schaft ziehen konnte, umschlossen kräftige Finger sein Handgelenk und zerrten seinen Arm zurück und rissen ihn beinahe aus seiner verletzten Schulter. Plötzlich durchzuckte ihn die Gewissheit, dass er ohnmächtig zu werden drohte und entwand sich mit letzter Kraft der Umklammerung. Er versetzte dem Fürsten dabei einen Tritt gegen das verletzte Knie und dieser stöhnte vor Schmerz, als er wieder mühsam und schwankend auf die Füße kam, während ihm das Blut am Bein herunter lief. Aragorn griff nach seinem zweiten Messer, doch als Lohn für seine Mühen, traf ihn ein harter Tritt in die Rippen und sein Körper krümmte sich qualvoll zusammen, sein Atem blieb ihm in der Kehle stecken und zum ersten Mal packte ihn die Erkenntnis, dass er tatsächlich sterben könnte.
Enarâto ragte über ihm auf, Anduril wieder ergriffen, dessen Griff in den flackernden Feuern rotgolden leuchtete und der anderen Hand eines seiner Messer. In Aragorns Ohren begann es plötzlich zu dröhnen, seine Lippen waren salzig und in seinem Mund schmeckte er Blut, als ihm Frodos Worte durch den Sinn schossen. Ihr bekommt einen Sohn!
Endlich packte ihn der Zorn und eine mörderische Wut, die nichts mit einem ehrlichen Kampf oder dem Rachegefühl gemein hatten, dass ihn erfüllt hatte. Mein Sohn! Im Rhythmus seines pulsierenden Herzschlags hallten die Worte in seinem Inneren wider: mein Sohn!
"Bettel um Gnade!", brüllte Enarâto, die Stimme belegt von Hass. "Knie nieder und bettelt um Gnade – für dich und dein Elbenweib!"
Aragorn bewegte sich langsam, richtete sich auf, umfasste mit einer Hand seine Rippen und mit der anderen tastete er, nach Halt suchend, nach dem feuchten Gras. Mein Sohn! Er wurde von Hitze erfüllt, aber seine Hand fühlte etwas Kaltes, das er umklammerte und dessen Gewicht er leicht in seiner Handfläche ausbalancierte. Einen Fuß unter sich, schwer auf das andere Knie gestützt, blickte er durch den schwarzen Nebel der vor seinen Augen aufzog zu Enarâto empor, der siegessicher lächelte.
Er lächelte auch noch, als Aragorn aufsprang und das Messer, obwohl er es kaum noch halten konnte, in das Fleisch an dessen Kehle trieb. Die lange Klinge durchbohrte den Hals, doch selbst im Todeskampf, den Blick starr vor Entsetzen auf Aragorn gerichtet, senkte sich Enarâtos Dolchklinge in Aragorns Seite. Aragorn nahm nicht das Geringste wahr. Nicht, dass der Schmerz sich von seinen Rippen ausbreitete, Enarâto in seinen Armen zu Boden sank und durch sein Gewicht die Klinge in seiner Seite am Schaft abbrach und auch nicht, dass sich seine Hände langsam von seinem Gegner lösten, um ihm dabei zuzusehen, wie er auf die Seite sank. Er sah ihn fallen, wusste, dass Enarâto tot war, die Augen noch immer ungläubig aufgerissen und die Mundwinkel zu einem erstarrten Lächeln verzogen. Mein Sohn! – und dann kam ihm das blutdurchtränkte Gras entgegen und er wusste nichts mehr...

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Niemand der Umstehenden wagte es, in den Kreis einzudringen, den das Licht um die beiden leblosen Körper bildete, stumm und reglos verharrten sie und starrten auf das Unfassbare, das geschehen war. Arwen riss sich nach endlosen Minuten von Tanfalas los, als sie die Ungewissheit nicht länger ertragen konnte, stolperte mit gefesselten Händen auf den schlanken Körper zu, der zusammengekrümmt im Gras lag und auf dessen Haar der Glanz des Feuers tanzte. Arwen sank neben Aragorn nieder und streckte zitternd die Hände nach seiner Brust aus, denn im Schein des Feuers war es ihr unmöglich, die Bewegung eines Atems zu erkennen. Er lebte! Blut hüllte ihn wie einen Umhang an Schultern und Rücken ein, aber er lebte!
Unwillkürlich richtete sie den Blick auf Enarâto und sah in seine toten Augen. Aragorns Messer steckte in seiner Kehle und seine Lippen waren zu einem Lächeln verzogen, so, als ob er selbst im Tod noch Spott empfand und Arwen lief ein Schauer über den Rücken.
Plötzlicher Tumult lenkte ihre Aufmerksamkeit auf die Umstehenden und umgehend verwandelte sich der Schauer, der sie eben noch bis auf die Knochen hatte frieren lassen, in ein warnendes Prickeln in ihrem Nacken. Ein Schrei zerriss die Stille und Arwen erblickte Tanfalas, die mit irrem Blick auf sie zustürmte, einen Arm in der Luft, die Hände um ein Schwert geklammert, dass sich jeden Moment auf Arwen herabsenken würde.
Wieder erklang ein Geräusch, diesmal zischend und schnell, dass in einem seltsamen dumpfen Aufprall unterging, und Tanfalas brach kurz vor Arwen zusammen und fiel neben ihrem Vater auf den Boden – aus ihrer Brust ragte ein gefiederter Pfeil.
Legolas nickte ihr nur kurz zu, als ihre Blicke sich trafen und ließ seinen Bogen sinken.
"Geht es dir gut, Arwen? Bist du verletzt?", fragte er, als er neben ihr stand.
"Es ist nicht wichtig, wie es mir geht!", fuhr Arwen ihn an. "Es ist Aragorn, der dich braucht!"
Legolas ignorierte ihren barschen Ton mit der Gewissheit, dass es die Sorge um Aragorn war, die ihrer Stimme die Schärfe verlieh. Arwen nickte ihm zu und ganz vorsichtig hob er seinen Freund hoch und trug ihn näher an das Feuer heran, wo er begann, die Wunden von Aragorn zu untersuchen. Er hatte nichts bei sich, keine Salben oder mildernde Kräuter, sondern nur einen Schlauch Wein, den Faramir ihm reichte, der mit den übrigen Freunden zu ihnen geeilt war. Legolas wusch erst das Blut mit Wasser ab, dass Gandalf aus seiner Satteltasche gezogen hatte und hob dann sacht Aragorns Kopf an und flößte ihm den Wein ein. Eomer ritt zum Schlachtfeld zurück, um alles nötige zu holen, was sie brauchten, um ihren König notdürftig zu versorgen und ins Lager zu bringen, während Faramir mit Eowyn und Gimli dafür sorgten, dass Enarâtos Truppen keinen Schaden anrichteten oder die Flucht ergriffen.
Es dauerte lange, bis Legolas einigermaßen zufrieden feststellte, dass Aragorn keine ernsthaften Verletzungen davongetragen hatte, soweit er dies im Schein des Feuers beurteilen konnte. Die Blutung der Schulterwunde hatte er gestoppt und er konnte ansonsten nur kleinere Schnitte, Schrammen und Prellungen entdecken, schloss auch auf die eine oder andere gebrochene Rippe, denn Aragorns linke Seite schien extrem schmerzempfindlich auf den leichtesten Druck zu sein. Er hatte die Augen noch nicht wieder geöffnet, aber sein Atem ging ruhig, wenn auch etwas flach und Legolas' geübtes Auge sah, dass der Bewusstlosigkeit ein tiefer Schlaf gefolgt war.
Einige Zeit verstrich, bis Eomer schließlich mit einer Gruppe Reiter und einer Bahre zu ihnen zurückkehrte. Sie betteten Aragorn auf die Trage und Faramir und Eomer hoben sie an und machten sich auf den Weg ins Lager, sorgsam darauf bedacht, nicht zu stolpern und unnötige Erschütterungen zu vermeiden. Eowyn schloss Arwen in ihre Arme, befreite sie dann von den Fesseln und musterte sie prüfend. Blaue Flecke hatten sich an Handgelenken und Oberarmen gebildet, ihre Lippe war aufgesprungen und sie war sehr blass, aber ansonsten schien sie unversehrt – von ihrer inneren Anspannung einmal abgesehen. Einen Augenblick schwankte sie leicht, als Eowyn ihr auf die Füße half, doch dann fing sie sich und versuchte ein zuversichtliches Lächeln. "Es ist vorbei!", flüsterte sie, doch dabei rannen ihr Tränen über die Wangen.

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Das Licht der flackernden Fackel beleuchtete nur spärlich das Innere des Zeltes und zuckte bei jedem Windhauch, sodass der Eindruck entstand, jeder Gegenstand sei lebendig und bewege sich in einem nur ihm bekannten Rhythmus. Die Schatten tanzten um Arwen herum, die bereits den ganzen Tag damit zugebracht hatte, an Aragorns Seite zu verweilen und seine Hand zu halten, doch auch jetzt, da die Nacht langsam hereinbrach, zeigte sich nicht das kleinste Anzeichen dafür, dass er bald die Augen öffnen würde.
Nachdem sie spät in der vergangenen Nacht das Lager erreicht hatten, hatte Legolas alle Wunden gründlich gereinigt, Kräutersalben darauf verrieben und feste Verbände angelegt, die dazu beitragen sollten, die Wundränder zusammen zu pressen, damit sie sich schneller schlossen. Die Wunden waren ungefährlich, ernst, aber auf keinen Fall lebensbedrohlich, obwohl er viel Blut verloren hatte, doch selbst dieser Umstand erklärte noch nicht, warum Aragorn noch nicht wieder erwacht war. Den ganzen Tag über hatte ein Gefährte nach dem anderen den Kopf durch die Klappen des Eingangs gesteckt, um sich nach seinem Zustand zu erkundigen, oder um Arwen eine Kleinigkeit zu Essen zu bringen und ihr anzubieten, sie eine Weile abzulösen, doch alles hatte Arwen abgelehnt. Sie wollte bei ihm sein, wenn er erwachte.
Frodo hatte ihr berichtet, dass er Aragorn von ihrer Schwangerschaft erzählt hatte und inzwischen wussten es auch all ihre Freunde, die sich mit Arwen gefreut hatten, aber richtige Freude sollte erst dann ihre Gemüter erfüllen, wenn auch Aragorn endlich an dieser Freude teilnehmen konnte.
Seufzend strich sie ihm über die eingefallene Wange und berührte dann mit den Fingerspitzen seine Lippen, die dann und wann ein gedämpftes Stöhnen abgaben, wenn er sich leicht bewegte. Sein anfangs ruhiger Schlaf, war merklich unruhiger geworden und Arwens Sorge wuchs mit jedem keuchendem Stoß seines Atems.
Träumte er wieder? Suchten ihn die schrecklichen Visionen oder Bilder seiner Gefangenschaft wieder heim? Arwen konnte sich nur zu gut vorstellen, was das für Qualen in ihm hervorrufen würde, denn sie selbst konnte nicht vergessen, was sie in Galadriels Spiegel gesehen hatte.
Sie drückte sacht seine Hand und einem plötzlichen Impuls folgend, erhob sie sich und legte sich vorsichtig neben ihn, bettete ihren Kopf an seine Schulter und schob eine Hand unter die Decke auf seine Brust. Seine Haut war wider Erwarten kühl, fast schon erschreckend und sie rutschte noch ein Stück näher, schlüpfte unter die Decke, um ihm so einen Teil ihrer Wärme abzugeben und ihm ihre Gegenwart zu zeigen. Sie hoffte, dass sie ihm so auch etwas Trost spenden könnte und die schrecklichen Träume vertreiben könnte – sicher würde er sie an seiner Seite spüren.
Sie lauschte dem schnellen Schlag seines Herzen und obwohl sie wach bleiben wollte, übermannte sie schließlich der Schlaf.

Der Morgen graute, als Arwen erschreckt hochfuhr, geweckt durch das Scheppern von Zinnbechern, die polternd zu Boden fielen und ihren Inhalt auf dem Boden verteilten. Sie brauchte einige Augenblicke, um vollständig zu erwachen, blickte in das erschreckte Gesicht von Pippin, der entschuldigend die Schultern hochzog und verlegen von einem Fuß auf den anderen trat und schließlich murmelte: "Ich wollte dich nicht wecken – nicht so jedenfalls!"
Arwen nahm den dampfenden, wohltuenden Geruch von Tee wahr, der sich allmählich ausbreitete und lächelte Pippin müde an.
"Der gute Wille ist es, der zählt! Mach dir keine Gedanken!"
"Wie geht es ihm?", fragte Pippin und stellte das Tablett beiseite.
Arwen wandte sich bei dieser Frage Aragorn zu und im nächsten Moment wurde sie von Angst gepackt. Er lag auf der Seite, den Rücken zu ihr gedreht, doch sie konnte sein Gesicht sehen, dass von Schmerz verzogen war. Seine Haut glänzte feucht und als sie ihm die Hand auf die Stirn legte, durchfuhr sie die Hitze, wie ein Schlag und er stöhnte auf.
"Pippin! Hol Legolas! Rasch!"
Ihr alarmierender Tonfall zeigte sofort seine Wirkung und Pippin stürzte aus den Zelt. Arwen rollte Aragorn vorsichtig herum und versuchte, seinen zitternden Leib zu beruhigen, der förmlich zu glühen schien, seine Lider waren zusammengepresst, seine halboffenen Lippen schienen mühsam irgendwelche Worte zu formen.
"Aragorn! Aragorn!" Arwen versuchte ihn alleine durch den Klang seines Namens wieder zu Bewusstsein zu holen, doch er reagierte nicht mit dem kleinsten Zeichen einer erkennbaren Regung. Wieder und wieder versuchte sie es und es kam ihr unendlich lang vor, bis Legolas, begleitet von Gandalf endlich in das Zelt gerannt kamen.
"Wie lange hat er das Fieber schon?", fragte Legolas knapp, bereits dabei, die Verbände um Aragorns Brustkorb zu lösen.
"Ich weiß es nicht!", stieß Arwen verzweifelt hervor. "Ich bin eingeschlafen und als Pippin mich geweckt hat, habe ich es erst bemerkt!"
Legolas löste den letzten Knoten der Stoffbinden und Gandalf zog geräuschvoll die Luft ein, als er die Bahn zur Seite zog. Die Schulterwunde, die Legolas als Ursache für den Zustand von Aragorn als verantwortlich vermutet hatte, war sauber geschlossen und mit einer deutlichen Kruste versehen, die auf die beginnende Heilung hindeutete, aber die linke Seite, an der Legolas nur einen kurzen, tiefen Schnitt vorgefunden hatte, war dunkel verfärbt und um den Schnitt angeschwollen. Wundwasser und gelbe, zähe Flüssigkeit quollen bei leichtem Druck daraus hervor und Aragorn stöhnte schmerzerfüllt auf und wand sich unter den Händen des Elben, den die Hitze der Entzündung fast verbrannte. Dennoch begann er, Aragorns Seite nun gründlicher abzutasten, fuhr an den Rippen des Freundes entlang, übte an der ein oder anderen Stelle etwas mehr Druck aus und tastete suchend um den Einschnitt herum, bis Aragorn kurz aufschrie und seine Hände in die Laken grub.

Legolas wechselte einen besorgten Blick mit Gandalf, der Arwen jedoch nicht entging und sie fixierte den Elben durchdringend.
„Was, Legolas? Was ist die Ursache für seinen Zustand?"
Legolas sah noch einmal kurz zu Gandalf auf, doch dann straffte er die Schultern und richtete sich an Arwen. Es war sinnlos ihr etwas zu verheimlichen. Es war schließlich offensichtlich, dass diese Verletzung sich schlimm entzündet hatte und es dafür eine Erklärung geben musste.
„Soweit ich es richtig ertastet habe, steckt etwas in der Wunde. Es hat sie verschlossen, sodass die Verletzung nicht stark geblutet hat, doch sie hindert sie auch daran, zu heilen..."
„Und was bedeutet das? Was müssen wir tun?" Arwen merkte, wie sich ihr die Kehle zuzog. Legolas schien mit seiner Antwort zu zögern und das war kein gutes Zeichen, dafür kannte sie ihn lange genug. Sie legte Legolas die Hand auf den Arm und atmete tief ein, um so ihrer Stimme die nötige Ruhe zu geben.
„Die Wahrheit, Legolas! Sag mir die Wahrheit!"
Legolas sah Arwen an, die ihm entschlossen und gefasst gegenüber auf dem Rand des Lagers saß und auf eine Antwort wartete, die er ihr schuldig war, doch er selbst wollte immer noch nicht glauben, was er schon wusste. Es gab nur eine Möglichkeit, um Aragorn zu helfen, doch diese trug auch ein großes Risiko. Was, wenn der Gegenstand in Aragorns Seite tiefere Verletzungen verursacht hatte, die durch ihn selbst verschlossen wurden? Beim Herausschneiden könnte so eine starke Blutung entstehen, die Legolas nicht stillen konnte, oder die Lunge könnte verletzt sein. Legolas kamen noch mehr Gedanken in diese Richtung, doch er wusste, dass er Arwen gegenüber nicht länger schweigen durfte.
Als er zu sprechen begann, redete er schnell, um diese unliebsame Aufgabe rasch hinter sich zu bringen und war erleichtert, als er enden konnte.

Aragorns keuchende Atemstöße waren lauter, als jedes andere Geräusch im Zimmer, als Legolas geendet hatte und Arwen abwartend ansah. Ihre Wangen waren noch farbloser geworden, wenn dies überhaupt möglich gewesen war und sie richtete ihre Aufmerksamkeit nun auf Aragorn, der wieder in die Kissen zurück gesunken war, nachdem Legolas seine Untersuchung abgeschlossen hatte. Sie musterte ihn eindringlich, nahm jeden seiner erschöpften und schmerzverzerrten Züge wahr und fasste einen Entschluss.
„Tu, was getan werden muss!"

Langsam, unter größter Kraftanstrengung, öffnete Aragorn die fieberschweren Lider, schaffte es aber nur, sie einen kurzen Moment zu heben und schloss sie erschöpft wieder. Ein schwaches Lächeln zuckte in seinen Mundwinkeln und er suchte Arwens Hand mit der seinen und drückte sie kaum merklich.
„Arwen..."
Arwen beugte sich über ihm herab und verschloss seine Lippen kurz und sanft mit ihren, bevor sie ihm beschwörend ins Ohr murmelte.
„Scht...! Schone deine Kräfte. Du wirst sie noch brauchen..."
Aragorn spürte, wie ihn die Schwärze der Bewusstlosigkeit lockte, sich wieder in sie zurück zu ziehen, um den Schmerzen und Träumen zu entfliehen, doch er kämpfte sich entschieden an die Oberfläche seiner Wahrnehmung zurück und versuchte sich auf Arwens Stimme und ihre Berührungen zu konzentrieren und langsam löste sich der schwarze Nebel um ihn auf und wich dem Licht und der Härte. Diesmal erfasste er Arwens Gesicht, doch mit ihrem Antlitz wurde er auch den anderen Dingen gewahr, die einzelnen Verletzungen, die jede leicht unter dem Schlag seines Herzen schmerzhaft pulsierten und zu einer einzigen Qual verschmolzen. Dennoch verzog er seine Mundwinkel zu einem schwachen Lächeln, als eine Erinnerung ihn von seinen Schmerzen ablenkte, die so durchdringend war, dass jede Schmerzattacke neben ihr verblasste. Mein Sohn!
Wieder hob er die Hand, diesmal jedoch nicht, um ihr Gesicht zu berühren, sondern ließ sie sacht über ihren Bauch gleiten, wo sie schließlich verharrte und warm und schwer liegen blieb und Arwen unmissverständlich zeigte, woran er dachte. Sie hielt seinen Blick fest und umschloss seine Hand mit ihrer.
„Du wirst ihn in deinen Armen halten – ganz sicher!", flüsterte sie bestimmt.
Aragorns Augen schlossen sich ganz langsam wieder, der sanfte Druck auf ihrem Bauch wurde schwerer, als er sich wieder Trost suchend in die Dunkelheit flüchtete und den Schmerzen entfloh – diesmal jedoch, um zu kämpfen und nicht, um sich auf immer in ihr zu versinken...

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Legolas saß Gandalf in dem leeren Zelt an Aragorns Arbeitstisch gegenüber und trommelte unruhig mit den Fingerkuppen auf die Oberfläche des Tisches, die glatt und glänzend vor ihm lag, ein Zeichen, dass sie im Laufe des Jahres viel genutzt worden war. Gandalf folgte den rhythmischen Bewegungen und dem monotonen Klopfen, bis es ihm schließlich in den Ohren dröhnte und er dem Elben einen vielsagenden Blick zuwarf, der ihn sogleich mitten in der Bewegung verharren ließ. Vorübergehend kehrte Ruhe ein, doch dann schob Legolas seinen Stuhl zurück und begann hin und her zu wandern. Er konnte einfach nicht still halten! Ebenso wenig, wie seine Gedanken sich nun schon die ganze Zeit in Bewegung waren, musste sich auch sein Körper bewegen, ansonsten wäre er verrückt geworden.
Weder Gandalf, noch er hatten etwas gesagt, nachdem sie Arwen mit Aragorn alleine gelassen hatten, doch Legolas wusste, dass Gandalf die gleichen Gedanken hatte wie er.
Die Stimme des Zauberers erklang so plötzlich, dass Legolas zusammenzuckte, doch sie war in diesem unerträglichen Schweigen auch wie eine Erlösung.
„Wir müssen es riskieren, Legolas! Alles ist besser, als sich neben sein Bett zu setzen und zu warten, bis sein Schicksal ihn ereilt. Dieser Kampf wäre lang und schmerzvoll und würde doch umsonst sein, dass weißt du ebenso gut wie ich! Aber wenn wir etwas unternehmen, könnte er eine Chance haben! Arwen kennt die Risiken und doch hat sie eine Entscheidung gefällt – eine, die auch Aragorn für sich treffen würde!"
Legolas' Kopf fuhr herum. „Und ich soll derjenige sein, der diese Entscheidung tragen soll?"
Einen Moment flackerte Rebellion in seinen Augen auf, doch sie erlosch auch sofort wieder und er wirkte verängstigt und müde.
„Ich kann diese Last nicht tragen, Gandalf! Das ist keine Schlacht, wie ich sie sonst führe! Ich habe schon vielen Kreaturen und auch Menschen den Tod gebracht, aber ich könnte es nicht ertragen, wenn Aragorn durch meine Hand den Tod finden würde! Ein falscher Schnitt – eine falsche Handbewegung..."
„Schweig!" Gandalfs Stimme war von Macht erfüllt. „Du bist der Einzige, der das nötige Wissen besitzt und die Zeit drängt! Wir können ihn nicht nach Minas Tirith bringen und warten, bis Elrond oder ein anderer Elb mit euren Kenntnissen eintrifft! Wir müssen handeln – und zwar schnell! Also liegt es an dir!"
Gandalf machte eine absichtliche Pause. „Aragorn würde um dich kämpfen und sich nicht hinter seiner Angst verstecken! Denke daran, mellon nin!"
Er stand auf und ließ Legolas alleine mit seinen trüben Gedanken zurück.