Danke für die Reviews an Eilantha und Nyarna!
Eilantha: Das beruhigt mich :)
Nyarna: Wegen der Legilimentik/Okklumentik-Sache: Wird in diesem Kapitel nochmal kurz erwähnt. Abgesehen davon hätte Sev Dumbledore ja dann auch belügen können, und dem hätte das letzten Kapitel seinen Sinn genommen.
Jeder Adrienne-Hasser wird in diesem Kapitel auf seine Kosten kommen ;)
Kapitel 12: Herzausfall
"No good deed goes unpunished
No act of charity goes unresented
No good deed goes unpunished
That's my new creed
My road of good intentions
Led where such roads always lead
No good deed goes unpunished."
Wicked – No good deed
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Und wenn ich Bellatrix so anschaue, dann wüsste sie ganz genau, was ich meine, wenn ich sie darauf ansprechen würde.
„Ist was?", fragt sie prompt, als sie meinen Blick spürt.
Ich bin nicht so dumm, sie offen nach Zweifeln ihrerseits zu fragen. Ihre Worte von vorhin haben so oder so mehr offenbart, als ich erwartet hatte, und launisch, wie sie heute Nacht ist, könnte sie genauso gut mit einem saftigen „Crucio" antworten wie mit einer ehrlichen Antwort.
„Nein, es ist nichts."
Wahrscheinlich hat sie meine Gedanken ohnehin schon erraten, doch sie unausgesprochen zu lassen, hat einen anderen Stellenwert.
So war es schon immer. Nicht nur zwischen Bellatrix und mir, sondern auch in unserer kleinen Gruppe. Jeder wusste, was Rodolphus von Evans „liberalen" Gedanken hielt, doch hätte er dies je laut ausgesprochen, wäre seine Nase heute nicht mehr so gerade.
Die unterschwellige Aggression zwischen Avery und Bellatrix war selten zum Ausdruck gekommen – und wenn, dann durch Taten, nicht durch Worte.
Es war offensichtlich, wie sehr Evan unter dem Druck litt, unter den Adrienne ihn setzte, und man hat ja gesehen, wozu es führte, als er es ihr tatsächlich sagte…
Und es war Adrienne, die ihren Hass auf ihre nicht vorhandene Konkurrenz nie formulierte und damit Leben ruiniert und beinahe ausgelöscht hätte.
Beinahe. So war es nur einer, der getötet wurde… und der hätte es ihr, trotz des Hasses, den er inzwischen erwiderte, nicht mal übel genommen.
Ich kann ein Seufzen nicht verkneifen. Nun ist es Bellatrix die mich interessiert anschaut.
„Was ist eigentlich passiert, dass aus unserer kleinen Gruppe die Menschen hervorgegangen sind, die wir jetzt sind?"
Sie lächelt spöttisch. „Du wirst ja sentimental."
„Und du hast dir mit Sicherheit auch schon Gedanken darüber gemacht", entgegne ich leise. „Ich meine, ernsthaft: Du und Rodolphus 14 Jahre in Askaban und – seit heute Nacht bin ich mir da sicher – psychisch instabil. Evan und Adrienne tot. Avery kriecht vor dem Ministerium und vor dem Dunklen Lord. Und-"
„Und du unterrichtest anderer Leute untalentierte Bälger." Sie grinst schief (die Berg- und Talfahrt ihrer Stimmung bestätigt mich im Bezug auf ihre psychische Stabilität). „Pardon – hast unterrichtet."
„Vielen Dank auch." Ich streiche resigniert über das helle Leinen des Betttuchs. Salz in meinen Wunden…
Aber sie hat ja Recht. Ich habe anderer Leute untalentierte Kinder unterrichtet. Bis ich meinen Arbeitgeber getötet habe, fliehen und mich bei ehemaligen Freunden verstecken muss, die praktischerweise selbst gesucht werden und mich wahrscheinlich sofort umbringen würden, wenn sie wüssten, warum ich wirklich hier bin. Und ansonsten habe ich nichts Besseres zu tun, als in alten Wunden zu stochern und mich in Gedanken zu verlieren, die ich eigentlich aus meinem Kopf verbannen sollte.
Hmm… diese Gedanken hätten eher zu Bellatrix' Cousin gepasst, als er sich nach seiner wieder gewonnenen Freiheit in seinem verhassten Elternhaus verstecken musste…
Aber vielleicht müssen es gerade die Momente sein, in denen man tief in der Bredouille steckt, in denen man sich solche Erinnerungen flüchtet.
Man hat ja sonst nichts mehr.
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Flashback
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Im Rückblick ist es natürlich kein Wunder, dass uns allen das Jahr 1980 vorkam wie ein paar Wochen. Die Zeit vergeht einfach viel schnellern, wenn man dauerhaft in Angst und Schrecken lebt und Stress zum Normalfaktor wird.
Der Dunkle Lord war – milde ausgedrückt – in Rage, als ich ihm von der halben Prophezeiung berichtete, und entwickelte geradezu eine Besessenheit, herauszufinden, welchem Paar sein Widersacher geboren werden sollte.
Es war schieres Glück, dass er nach dieser Nachricht nicht mehr allzu tief in meinen Geist eindrang, sonst wäre er sehr schnell auf Erinnerungen gestoßen, in denen ich mit vor Anstrengung verzerrtem Gesicht und schmerzendem Kopf vor Albus Dumbledore stand.
Keine gute Vorraussetzung für einen treuen Diener.
Ich hatte erwartet, dass die Okklumentik ähnlich zu lernen sei wie die Legilimentik, doch ich musste feststellen, dass ich mit der Kunst, die ich nun von Dumbledore lernen sollte, weitaus größere Schwierigkeiten hatte.
Es ist ein großer Unterschied, selbst in einen Geist einzudringen, oder sich gegen eine solche Übernahme wehren zu müssen.
Letzteres erschien mir in den ersten paar Okklumentikstunden wie ein Höllentrip.
Schlimm genug, immer wieder all die Erinnerungen durchleben zu müssen. Die Bilder vor meinen Augen verschwinden zu lassen, war eine Sache, doch diese Barriere zu halten, wenn ich sie erst einmal aufgebaut hatte… Es war nicht kaum vergleichbar mit der Legilimentik.
Dumbledore jedoch war zufrieden mit den Fortschritten, die ich bei meinen Zusammentreffen mit dem Dunklen Lord jedoch kaum anwenden konnte – zu groß war die Gefahr, dass die schwächlichen Abwehrversuche Verdacht erregten.
Es war Evan, bei dem es mir zum ersten Mal gelang, die Barriere zu halten.
Mein bester Freund hatte versucht, auf Distanz zu gehen, um kein Misstrauen bei unserem Herrn zu erwecken, der natürlich auch bei Evan regelmäßige Legilimentikkontrollen durchführte, doch in einer kleinen Wohnung wie der unseren war es nicht einfach, Abstand zu halten.
Nachdem Gwen und ich ihn mit mehr oder minder sanfter Gewalt davon abhalten mussten, sich selbst einen Vergessenszauber aufzuhalsen, wurde es zu einer Regelmäßigkeit, dass ich meine Okklumentikkenntnisse – wenn man sie denn als solche bezeichnen konnte - an die beiden weitergab, wobei Gwen aufgrund ihres Mangels an Erfahrung mit mentaler Magie große Schwierigkeiten hatte.
Der Legilimentik sei Dank konnten Evan und ich uns gegenseitig in unseren Leistungen steigern, sodass wir schneller voran kamen und ich nach drei Monaten Dumbledore gegenüber meine geistige Barriere so weit halten konnte, um sie bei den Kontrollen durch den Dunklen Lord anzuwenden.
Je besser ich die Okklumentik beherrschte, desto nützlicher wurde ich für Dumbledore als Spion.
Hatte ich anfangs mein Wissen nur speichern, es aber nicht weitergeben können, war ich bald in der Lage, die Erinnerungen an die Treffen mit Dumbledore so weit zu verschließen, dass der Dunkle Lord sie nicht hervorholen konnte.
Evan nutzte seine Fortschritte, um unseren Herrn von den Zweifeln abzulenken, die er noch immer hegte. Den letzten Schritt, die Todesser tatsächlich zu verlassen, brachte er jedoch nicht über sich, da sein Onkel, Todesser der ersten Stunde, weiterhin Druck auf ihn ausübte.
Als wäre das nicht genug, wurde er auf anderer Seite immer häufiger von Adrienne um seine Anwesenheit auf dem Anwesen der Wilkes' gebeten.
Während ich seit dem Anschlag auf die Aurorenzentrale den Kontakt zu ihr vermieden hatte, so gut ich konnte, kam Evan nicht darum herum. Und mehr als einmal konnte ich, wenn ich in sein Zimmer spähte, beobachten, wie er sich geradezu wahnhaft in seine Arbeit flüchtete – Notenblätter und Kontrabässe forderten zwar ebenfalls seine Aufmerksamkeit, doch sie nahmen sie sich wenigstens nicht gewaltsam.
Auch im St. Mungo herrschte inzwischen Ausnahmezustand: Im Mai fragten Lily, ich uns Bellatrix uns, ob wir tatsächlich einmal als Laborbrauer und Hebamme dort angefangen hatten – die Zeit, in der wir unsere eigentlichen Arbeiten ausgeführt hatten, schien fernste Vergangenheit zu sein.
Wobei Bellatrix und ich uns natürlich einig waren (und James hätte uns diesmal sicher ausnahmsweise zugestimmt): In ihrem Zustand hätte Lily eigentlich überhaupt nicht mehr arbeiten sollen, doch weder sie noch der Krankenhausdirektor waren der Meinung, dass eine Schwangerschaft zu diesem Zeitpunkt Grund genug war, in Mutterschutz zu gehen.
So kam es, dass wir, anstatt nach neuen Heiltränken zu forschen, zwischen Labor und Notaufnahme pendelten, um die Patienten mit Murtlap-Essenz und Schmerzstillern versorgen zu können., während Bellatrix sich neben den Müttern und Kindern auf ihrer Station bevorzugt Folteropfern annahm und sich um verletzte Auroren kümmerte (muss ich erwähnen, dass gut die Hälfte von Letzteren trotzdem Probleme mit ihren Verletzungen hatten? Bellatrix jedenfalls schob die eher flüchtige Versorgung auf die Masse der Patienten.)
Je weiter das Jahr voranschritt, desto weniger war der Dunkle Lord daran interessiert, mögliche Zweifler oder Verräter aufzuspüren. Der Juli nahte und inzwischen hatte er - meine Befürchtung, dass Bellatrix durch ihre Arbeit in der Kinderstation des St. Mungo's dabei eine Rolle gespielt hatte, verstärkte sich – herausgefunden, dass genau zwei Paare in Frage kamen, die ihm drei Mal die Stirn geboten hatten und ein Kind erwarteten.
Für mich war es ein Schock, als ich es erfuhr: Die Longbottoms und die Potters.
Das Entsetzen auf Lilys Gesicht, als sie es erfuhr…
Und ich fragte mich immer wieder, ob Bellatrix tatsächlich ihre beste Freundin an ihren Herrn verkauft hatte.
Sie schien inzwischen zu so ziemlich allem fähig zu sein, der Dunkle Lord musste es bloß von ihr verlangen, und sie war bereit, es zu tun.
„Sie ist richtig unheimlich geworden", stellte Avery fest, als wir mit Rodolphus und Evan in der Küche von Lestrange Mansion saßen. „Es ist fast wie mit Adrienne, ihre Augen glühen richtig, sobald Er mit ihr spricht."
Evan schauderte sichtlich beim Gedanken an Adrienne, die trotz ihres Handicaps jeden Befehl des Dunklen Lords bis aufs i-Tüpelchen erfüllte.
„Das wird noch ziemlich übel enden", murmelte er düster.
Wir nickten voller Unbehagen, ohne auch nur zu ahnen, wie übel es tatsächlich enden würde.
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Flashback Ende
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„Sag mal, eins wollte ich dich schon seit Längerem fragen", setze ich an.
Bellatrix hebt die Augenbrauen.
„Hast du Lily an den Dunklen Lord verkauft?"
Sie starrt mich überrascht an. „Wie kommst du denn darauf?"
Ich lege den Kopf schief. „Nun ja, du hast deine große Liebe getötet, und du hast dich in ihrer Schwangerschaft um Lily gekümmert…"
Bellatrix schnaubt auf. „Interessant, wie du über mich denkst. Du vergisst, dass Lily den Verräter auf ihrer Seite hatte. Pettigrew ist zu unserem Herrn gelaufen, als er gehört hat, welche Paare in Frage kämen. Ich hätte Vieles getan, aber das hätte ich vermieden, so gut ich konnte. Und so weit musste ich glücklicherweise nicht gehen."
Ein spöttisches Lächeln legt sich auf meine Lippen. „Gut zu wissen."
Bellatrix beugt sich vor. „Aber verrate du mir doch mal was. Rod meinte, du hättest Vorahnungen gehabt, dass Evan und Adrienne sterben würden. Warum hast du nichts unternommen?"
Ihre Worte treffen mich wie ein Messerstich.
Dabei ist es bloß die halbe Wahrheit – aber soll ich ihr etwa sagen, dass ich eine erschreckend reale Vision von den beiden hatte, während sie starben und ich mit Albus, Lily und James beratschlagte, wie man sie am besten sichern könnte?
Ich antworte meinerseits mit einer halben Wahrheit:
„Du weißt genauso gut wie ich, dass Evan sterben wollte. Seine Pulsadern waren noch so gut wie offen, als es passiert ist. Und Adrienne – Merlin, für das, was sie getan hat, hat sie es verdammt noch mal verdient."
In Bellatrix' Augen spiegeln sich Zweifel wieder, die ich nur zu gut nachvollziehen kann. Wir hätten beide alles dafür getan, um Evan seinen Lebenswillen wiederzugeben.
Doch wir haben alle schon Freunde verraten, nicht wahr?
Und Evan hatte sich schon verraten gefühlt, als wir ihn beim ersten Versuch nicht sterben ließen, als wir ihn den Weg nicht gehen ließen und er im Krankenhaus aufwachte, mit einem geheilten Handgelenk und einem Herzen, das schon Monate zuvor aufgehört hatte, zu schlagen. Zumindest metaphorisch.
Oh Adrienne, wie konntest du nur?
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Flashback
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Neville und Harry kamen nur zwei Tage hintereinander zur Welt.
Der Dunkle Lord war verärgert und zerbrach sich den Kopf, welcher der Jungen gefährlicher für ihn sein könnte, immerhin waren die Eltern beider außergewöhnlich gute Zauberer.
Ich tat mein Bestes, um ihn so wenig wie möglich über den Verbleib der beiden Familien wissen zu lassen, obwohl ich regelmäßig zu sehen bekam, dass beide Kinder sich prächtig entwickelten.
Wenigstens ein Lichtstreifen am Horizont.
Mein persönlicher Hoffnungsschimmer, Gwendoline, machte sich währenddessen Feinde, durch die ich in den Nächten, die sie nicht in unserer Wohnung verbrachte, kein Auge zutat. Dabei machte sie es ja nicht einmal mit Absicht. Nur teilweise.
So zum Beispiel, als sie Elisabeth Habsbourg in der Öffentlichkeit - vor einer ganzen Horde Heiler, als sie beide zufällig im St. Mungo's aufeinander trafen - durch Anspielungen mit jenem Gefangenenlager in Verbindung brachte, in dem sie damals verschwunden war. Den Hass in ihren Augen, der Schmerz, der verriet, was sie durchgemacht hatte… Bellatrix und ich mussten die beiden auseinander auseinanderzerren, nachdem Elisabeth auf Gwen losgegangen war.
„Was passiert, dass du sie so sehr hasst?", fragte ich Gwen später, meine Stirn gegen ihre gelehnt. Sie antwortete nicht mit Worten. Sie ließ mich in ihren Geist eindringen und Bilder auf mich einstürmen.
Dunkle, feuchte Zellen… Kälte… Unangenehmes Lachen… Schmieriges Grinsen… Männer, deren Augen durch ihre Masken aufblitzten… dieser Trank, der Menschen bei vollem Bewusstsein erstarren lässt, sodass sie sich gegen nichts wehren können, was mit ihnen getan wird… und immer wieder Elisabeth, die den Demütigungen zuschaute, die Gwen über sich ergehen lassen musste… Elisabeth, die sich nur einmal erhob, als ein Mann bis zum Äußersten gehen wollte, und sich wieder zurücklehnte, als der Kerl die zweitschlimmste Möglichkeit auswählte, die er hatte…
Das nächste, was ich bewusst wahrnahm, war Gwen, die die Augen zusammenkniff und deren Hände sich an meiner Schulter verkrampft hatten.
Sie konnte sich Elisabeth vom Leib halten – einer anderen Frau, deren Zielscheibe sie nur durch ihre erneute Zusammenarbeit mit Evan geworden war, konnte sie sich nicht entziehen.
Bei einer der seltenen Gelegenheiten, bei denen ich noch ein paar Worte mit Adrienne wechselte, erfuhr ich schließlich, warum sie Evan möglichst immer in ihrer Nähe wissen wollte: Sie behauptete, Amor hätte zugeschlagen, doch es hätte genauso die schlichte Eifersucht sein können.
Anders konnte ich es mir nicht erklären, dass sie die Schlinge noch dichter zog, nachdem sie erfuhr, dass Evan und Gwendoline wieder am selben Theater arbeiteten.
„Die beiden hatten noch nie ein rein platonisches Verhältnis zueinander", meinte sie mit einer Bitterkeit, die ich an ihr so durchdringend noch nie gehört hatte. „Das war schon damals in Slughorns Orchester so, und außerhalb von Hogwarts gibt es sogar etwas wie Privatsphäre."
Ich versuchte, den plötzlichen Stich der Eifersucht zu ignorieren, den ich bei diesen Worten spürte. Schon die Möglichkeit…
„Du wirst noch paranoid, Adrienne", entgegnete ich jedoch. „Glaub mir, wenn zwischen den beiden mehr wäre, hätte ich das bemerkt."
Adrienne hob nur zweifelnd die Augenbrauen und steigerte sich weiter in ihre Befürchtungen, was Evan so treiben könnte, wenn er nicht bei ihr war, hinein.
Als ich meinem besten Freund von diesem Gespräch berichtete, stöhnte er nur gequält auf. „Auch das noch… Wenn sie sich das weiterhin einredet, wird man irgendwann einen von uns tot in der Gosse finden. Du solltest mal hören, wie sie über Gwen redet, wenn sie richtig in Fahrt ist…"
Besagte Dame zeigte sich zwar beunruhigt über den Hass, den sie auf sich zog, sorgte sich aber viel eher um die Gesundheit von Evan.
Dabei war sie es, um deren Gesundheit ich immer mehr fürchtete – immerhin brach in dem Haus, in dem sie wohnte, kurz nach meinem letzten Gespräch mit Adrienne, ein Feuer aus – jedoch so gezielt, dass nur Gwens Wohnung komplett ausbrannte. Das erfuhr ich zumindest von Frank Longbottom, der das Dunkle Mal bemerkt hatte und verschwinden ließ, bevor die Muggelpolizei aufkreuzte.
Gwen kommentierte diese Aktion mit jeder Menge wütenden Flüchen und Evans Worten: „Das kann nur übel enden…"
Hätten wir geahnt, wie weit Adrienne in ihrer Eifersucht tatsächlich gehen würde, hätten wir geahnt, dass sie ihren Hass an jemand anderem auslassen würde, als ihrer eigentlichen Zielscheibe… wir hätten so viel verhindern können…
Im Rückblick bin ich noch immer unschlüssig, wem ich die Schuld an dieser Katastrophe geben soll. Emilina Potter, weil sie damals den Fluch auf Adrienne abfeuerte? Bellatrix, die sich schließlich zu einem Ausweg überreden ließ, der nie in Erwägung hätte gezogen werden sollen? Gwendoline, weil sie der Grund für Adriennes ewige Eifersucht war? Oder Rodolphus, Avery und ich, weil wir nichts tun konnten, um Evan zu helfen?
Klar ist nur, dass wir viel zu spät bemerkt haben, in was für einer schlechten Verfassung Adrienne tatsächlich war, als wir, Avery, die Lestranges und ich, an jenem 2. Januar 1981 das Anwesen der Wilkes erreichten und unserer Freundin zum Einundzwanzigsten zu gratulierten.
Evan war natürlich schon da. Er hatte unsere Wohnung schon vormittags verlassen, und im Licht des Kamins im Salon wirke er erschöpfter denn je.
Adriennes Geburtstage waren immer etwas seltsam gewesen, schon in der Schule, und seitdem sie nicht mehr laufen konnte, erst recht, da sie den Rollstuhl nicht als Teil ihres Alltags akzeptieren wollte.
Wahrscheinlich war es mal wieder genau dieses Thema, bei dem sie in einen kleinen Streit mit Bellatrix geriet. Die Erfahrungen, die wir mit den beiden in Streitsituationen gemacht hatten, brachten uns dazu, unauffällig den Salon zu verlassen, und uns auf der Treppe in der Eingangshalle niederzulassen.
Avery atmete geräuschvoll aus. „Was habe ich gesagt? Die beiden sind unheimlich geworden, sogar im Umgang miteinander."
Ich schnaubte. „In dem Fall ist die Sache doch klar."
Avery und Rodolphus starrten mich erstaunt an, doch es war Evan, der antwortete.
„Sie hat gehofft, dass Bella und Sev, als Heiler sozusagen, eine Möglichkeit finden, um sie wieder auf die Beine zu bringen. Da die beiden vernünftig sind, haben sie ihr verschwiegen, dass man das durch unsere geliebten Dunklen Künste tatsächlich bewerkstelligen könnte."
Auf diese Worte folgte ein kurzes Schweigen. „Ähm – und warum lasst ihr sie zu einem Psycho werden, wenn es eine Möglichkeit gibt, sie aus diesem Rollstuhl herauszuholen?", verlangte Avery in seiner üblichen diplomatischen Art zu wissen.
„Weil sie dabei sterben könnte", antwortete ich leise.
Die Stimmen im Salon wurden lauter.
Evan vergrub das Gesicht in den Händen.
Rodolphus legte ihm eine Hand auf die Schulter. „Warum tust du dir das eigentlich an? Ich meine, sie vertraut dir mehr als uns anderen, aber…"
„Was soll ich denn machen? Sie ist eine meiner ältesten Freunde – soll ich sie im Stich lassen?"
„Du hast genug andere Probleme Du könntest ein bisschen mehr an dich denken", schlug ich zum wiederholten Male vor.
„Richtig. Und sie-" Rodolphus nickte zur Salontür hinüber. „heute Abend einfach mal sich selbst überlassen. Hast du nicht gesagt, du hättest eine Verabredung mit einer Kollegin?"
„Hatte. Aber wie ich Adrienne kenne, wird sie verhindern, dass ich rechtzeitig zu unserem Treffpunkt komme…Wahrscheinlich wird es wieder nichts werden." Er warf mir einen raschen Blick zu. Ich verstand, die Probe mit Gwen würde also erneut ins Wasser fallen. Typisch Adrienne…
Die Hoffnung, dass Adrienne nicht wusste, um wen es sich bei besagter Kollegin handelte, schwand.
Der laute Schrei, der aus dem Salon drang, verhinderte jegliches weitere Grübeln.
Wir sprangen auf, bewegten uns jedoch nicht von der Stelle. Unsere Mienen sprachen Bände – Wollten wir wirklich wissen, was dort drin vor sich ging?
„Adrienne…" Das war Bellatrix' Stimme.
„Oh… Evan… Evan, kommst du mal?"
Adriennes Stimme klang so euphorisch, dass Evan geradezu erschrocken die Augen aufriss. Zögernd ging er auf den Salon zu. Das Geräusch der ins Schloss fallenden Tür klang auf seltsame Weise endgültig.
Verwirrt näherten wir uns ebenfalls dem Salon, blieben jedoch vorsichtshalber vor der Tür stehen, durch die wir überraschend klar hören konnten, was drinnen gesprochen wurde.
„Was ist de-"
Auf Evans Stimme folgte ein kurzes Schweigen, dann ein verwirrtes „Bella?" seinerseits. „Bist du in Ordnung?"
-„Ja, alles okay…Adrienne?"
„…warte…" Ein leises Keuchen, ein knarrendes Geräusch und ein sehr leises „Oh Merlin…"
Vorsichtige Schritte. „Evan…"
„Du hast das… du hast es wirklich getan?"
Beim enthusiastischen Klang von Evans Stimme wechselten Rodolphus und ich einen beunruhigten Blick. Was ging da drin bloß vor?
„Es hat geklappt", antwortete eine müde, aber zufrieden klingende Bellatrix.
„Ja, hat es." Wir brauchten Adrienne nicht zu sehen, um zu wissen, dass sie strahlte. Aber wieso?
„Oh mein…", stammelte Evan. „Adrienne…"
-„Ja?"
„Das ist ja großartig!"
-„Ich weiß… es ist…"
„Das ändert alles!"
Evans Stimme klang geradezu ekstatisch. „Ich vermute mal, dass du meine Präsenz hier nicht mehr so dringend benötigst. Unter den Umständen hast du doch nichts dagegen, dass ich dich heute Abend ein bisschen früher verlasse?"
„Verlassen?", kam Adriennes perplexe Antwort.
„Warum ist er jetzt auf einmal bereit, abzuhauen?", wisperte Avery mit gerunzelter Stirn, erntete jedoch nur zwei aufgebrachte Rippenstöße.
„Ja", sagte Evans fröhliche Stimme. Wann hatte er das letzte Mal so glücklich geklungen? „Ich hab dir doch erzählt, dass ich noch eine Verabredung mit einer Kollegin habe. Ich kann es nicht nochmal verschieben. Das verstehst du doch, oder?"
Die Türklinke wurde nach unten gedrückt.
„Kollegin?" In Adriennes Stimme schwang Ärger mit. „Oh, ich weiß schon welche Kollegin du meinst…"
Mein Herzschlag beschleunigte sich. Das klang gar nicht gut…
Die Tür öffnete sich einen Spalt breit und eine blasse, erschöpfte Bellatrix, die gerade im Begriff war, den Raum zu verlassen, tauchte vor uns auf. Beim unheilsschwangeren Klang von Adriennes nächsten Worten hielt sie jedoch inne und drehte sich zu den beiden um.
„Eine Verabredung mit ihr… das werden wir ja sehen…"
„Adrienne, lass es gut sein", rief Bellatrix mit einem Anflug von Angst in der Stimme.
Wir drängten uns rasch dichter aneinander, um durch den Türspalt schauen zu können, doch Bellatrix versperrte uns die Sicht.
„Du glaubst nicht wirklich, dass ich zusehe, wie du mich im Stich lässt!" Nicht nur Adriennes wütende Stimme klang durch die offene Tür um einiges klarer – auch Evans markerschütternder Ausruf fuhr uns wie ein Messer ins Bewusstsein.
„Nein, komm nicht näher"
Hastige Schritte und Bellatrix knallte uns die Tür vor den entsetzten Gesichtern zu.
„Wir werden ja sehen, wo dein Herz schließlich hängen bleibt! Und wenn ich persönlich nachhelfen muss…" Wir hatten kaum Zeit, Adriennes zornige Worte zu begreifen, als sie einen Zauber auf die Tür abgab. „Obsero!"
Ein mehrstimmiges „Nein!" erklang, als sich der Schlüssel im Schloss der Tür umdrehte. Das Geräusch riss uns aus unserer Erstarrung. Avery rüttelte an der Türklinke, doch weder diverse „Alohomoras" noch rohe Gewalt zeigten eine Wirkung.
„Was hat sie vor?" Averys Stimme nahm einen hysterischen Ton an, als wir durch die Tür leises Gemurmel wahrnahmen. Nein, das konnte nicht sein… diese Beschwörungen… ich hatte sie erst einmal gehört, doch ich kannte sie… mein Herz klopfte panisch. Das würde sie nicht tun… Das konnte sie einfach nicht…
„Adrienne, nein!", schrie Bellatrix. „Nein, hör auf, lass-"
Ein Schmerzensschrei von Evan brachte sie zum Schweigen.
Rodolphus, Avery und ich wandten unsere vereinten magischen Kräfte gegen diese vermaledeite Tür an – erfolglos. Das passte zu Adrienne – wenn sie etwas machte, dann richtig, und wenn es nur ums Abschließen ging… hoffentlich war sie bei, was immer sie dort drinnen angestellt hatte, nicht auch so gründlich gewesen…
Ich schluckte hektisch und versuchte, meine Atmung wieder unter Kontrolle zu bekommen.
Bellatrix' besorgte Stimme… „Evan?"
„Mein… mein Herz…" Ein fürchterliches Röcheln. „Ich glaube, es…" Ein undefinierbares Geräusch folgte, das uns in unseren Bemühungen innehalten ließ.
„Evan? Verdammt, Adrienne, was hast du gemacht?!"
- „Oh nein…" Ein dumpfes Poltern. „Es war zu viel…scheiße! Bella, tu irgendwas…"
„Ich muss einen anderen Zauber finden, bevor es zu spät ist…" Bellatrix' Stimme klang ungewohnt hoch und angstvoll. „Verflucht, was hast du dir nur dabei gedacht?"
„Das… das… auch dein Fehler… ich habe den Fluch von dir-"
„WAG es nicht, mir die Schuld für das hier unterzuschieben." Das war das letzte, was wir verstehen konnten. Es folgten leise Beschwörungen aus Bellatrix' Mund und unruhige Schritte.
Wer ging dort eigentlich umher? Adriennes Stimme war gewandert, aber das übliche Quietschen des Rollstuhls hatte gefehlt…
Ich ließ mich gegen den Türrahmen sinken, als eine Ahnung mich beschlich. Oh nein, Bellatrix, das KANNST du einfach nicht…
Schließlich ein leises Ausatmen. „Er schläft", sagte Bellatrix leise.
„Was ist mit seinem Herz?", fragte Adrienne besorgt, aber sie erhielt keine Antwort.
In Rodolphus Augen stand die reine Angst geschrieben. Auch er hatte Adriennes Fluch erkannt, da war ich mir sicher. „Das kann sie nicht gemacht haben… sie würde doch nicht…"
Die Tür öffnete sich und Bellatrix trat aus dem Raum. „Du entschuldigst mich – ich muss zurück ins St. Mungo." Mühsam hielt sie ihre Stimme unter Kontrolle, doch ihr ganzer Körper zitterte. Rodolphus streckte den Arm nach ihr aus, doch sie drängte sich an uns vorbei.
„Bellatrix, warte-", rief Adrienne.
„Nein", erwiderte Bellatrix und drehte sich aufgebracht zu ihr um. „Ich habe alles getan was ich konnte. Es war nicht genug, und es wird auch nie genug sein. Und du kannst Gift drauf nehmen, dass Evan dir das gleiche sagen würde."
Mit diesen Worten und Tränen in den Augen disapparierte sie an Ort und Stelle.
Einen Moment lang tauschten wir beunruhigte Blicke aus, dann stürmten wir in den Salon.
Hatte mein Herz vor wenigen Sekunden noch rasend schnell geschlagen, so blieb es bei dem Anblick, der sich mir in dem Raum bot, für einen Moment stehen.
Das konnte nicht sein… !
Adrienne stand das Gesicht in den Händen, an eine Kommode gelehnt. Der Rollstuhl stand, gut fünf Meter entfernt, vor dem Fenster.
Oh Bellatrix, nein… wir haben uns doch geschworen, sie nicht mit schwarzer Magie auf die Beine zu bringen...
Und Evan…
Evan lag reglos vor dem Kamin; Bellatrix hatte ihm notdürftig eine Decke übergelegt. Sein Gesicht war leichenblass und für einen Moment war ich mir nicht einmal sicher, ob er noch atmete.
Die Beschwörung…
„Adrienne", stieß ich hervor. „Was… du hast nicht wirklich…"
„Ich wollte es nicht", flüsterte sie mit weit aufgerissenen Augen, doch mir klangen ihre Worte wie ein Echo im Kopf. „Wir werden ja sehen, wo dein Herz schließlich hängen bleibt!"
„Was hast du nur getan?" Rodolphus, seinen Zauberstab auf sie gerichtet, sah aus, als würde er im nächsten Moment auf sie losgehen.
Dazu kam es jedoch nicht, ein leises Stöhnen brachte uns alle dazu, herumzufahren. Avery hockte neben Evan, der sich langsam aufsetzte.
Wir stürzten auf die beiden zu.
„Wie fühlst du dich?", fragte Avery leise.
Evan schüttelte mit gerunzelter Stirn den Kopf. „Ich… weiß nicht… leer irgendwie…" Er schaute zu Rodolphus und mir auf. Die Verzweiflung in seinen Augen brannte sich in mein Gedächtnis ein – der Inbegriff für diesen furchtbaren Tag.
„Ich fühle gar nichts…"
Und dabei blieb es. Zumindest beinahe.
Wir brachten ihn sofort ins St. Mungo's, wo die Heiler entsetzt über seinen Zustand waren und versuchten, zu retten, was zu retten war. Uns blieb nichts anderes übrig, als auf dem Flur auf eine Nachricht zu warten und zu versuchen, unsere Panik zu ersticken. Ich wollte selbst ins Labor und nach einem Gegenmittel suchen, oh, diese Ruhelosigkeit und der Drang, etwas zu tun, irgendetwas, um meinem besten Freund zu helfen, aber diverse Kollegen zwangen mich, neben Rodolphus sitzen zu bleiben.
Irgendwann gelang es mir trotzdem, mich abzukapseln. Ich suchte den Aufenthaltsraum der Heiler auf und fand dort, wie erwartet, Bellatrix. Sie saß zusammengekauert auf einem Stuhl, eine Tasse Kaffee zitterte in ihrer Hand. Als sie aufblickte, sah ich ihre roten Augen.
„Es ist meine Schuld", wisperte sie mit gebrochener Stimme. „Ich hätte diesen Zauber nicht bei Adrienne anwenden dürfen…Das hat sie nur auf dumme Gedanken gebracht…"
Wie lange wir warteten, bis ein Chefheiler uns ansprach, weiß ich nicht mehr. Es kam uns vor wie eine Ewigkeit.
„Ich weiß nicht, was mit Mr Rosier geschehen ist, aber da war übelste schwarze Magie im Spiel," erklärte er mit ernster Miene. „Seine Aufnahmefähigkeit, was Gefühle angeht, ist beinahe gänzlich zerstört worden. Wir haben versucht, sie wieder herzustellen, aber… Er wird wohl nie mehr so werden, wie vor diesem… Vorfall."
Wie recht er hatte, wurde offensichtlich, als wir Evans Krankenzimmer betraten. Seine Augen waren leer und sein Blick stumpf.
„Wo ist Adrienne?", fragte er ohne jegliche Emotionen in der Stimme.
„Sie… wollte kommen, sobald sie ihren Eltern erklärt hat, warum sie wieder laufen kann", erklärte Avery zögernd.
Evan schüttelte den Kopf. „Falls sie auftaucht, tut mir einen Gefallen und lasst sie nicht hier rein. Ich bezweifle, dass ich mich im Zaum halten kann, wenn sie nahe genug ist, um sie zu erwürgen."
Die Gefühllosigkeit in seiner Stimme war einem Hass gewichen, den ich noch nie gehört hatte und der mich mehr erschreckte als alles, was an diesem Tag geschehen war.
Und dieser Hass würde bleiben. Je länger ich Evan musterte, desto klarer wurde es. Gab es noch etwas Positives mehr, das er zu fühlen imstande war? Zumindest im Moment war da nur noch Hass, Zorn und gleichzeitig eine Resignation vor allem, gegen das sich der Evan, den ich seit zehn Jahren kannte, gesträubt hätte.
Oh Adrienne, was hast du bloß getan?
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Flashback Ende
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„Vielleicht hast du recht", reißt mich Bellatrix aus meinen Gedanken.
„Womit?"
„Dass Adrienne den Tod verdient hatte. Zumindest für das, was sie mit Evan gemacht hat. Allerdings-"
Ich schnaube höhnisch. „Falls dir das noch nicht reicht: Sie hätte auch um ein Haar meine Mutter umgebracht, und – falls du dich daran erinnerst – sie hatte Igors Bruder auf dem Gewissen."
Die Stimme in meinem Kopf, die mich freundlicherweise darauf aufmerksam macht, dass eine Person, die mir sehr nahe stand, Igor selbst nach Askaban brachte, ignoriere ich.
Sie zieht die Augenbrauen hoch.
„Ich wollte nur sagen, dass ich niemandem von uns wirklich den Tod wünschen kann. Nicht mal Avery."
„Beim Barte des Merlin – sie hat freundliche Worte für Avery übrig." Mein Grinsen ist an Falschheit nicht zu übertreffen.
Sie schüttelt lächelnd den Kopf. „Nicht in diesem Leben, mein Lieber. Aber du, Rod, Avery, Evan… Adrienne… ihr seid... oder wart… einfach meine ältesten und besten Freunde. Meine Familie. Wir haben einfach zu viel zusammen durchgemacht."
Ach Bellatrix…
Irgendwie tut es gut zu wissen, dass sie keinem von uns den Tod wünschen würde. Theoretisch. In der Realität hat sie allerdings auch gelacht, als sie die Liebe ihres Lebens in den Tod geschickt hat.
Was würde mir durch den Kopf gehen, wenn ich sie in einem Duell töten müsste? Oder Rodolphus? Oder Avery?
Vielleicht würde ich beten, dass es für unser Sammelsurium an schwarzen Seelen einen Ort der Ruhe gibt.
Wahrscheinlich aber würde mir wieder dieses „Ich wünsche dir alles Gute" durch den Kopf gehen, wie bei Albus.
Seltsam, dass es mir dieser Gedanke nicht einmal schwer fällt…
Dieses Haus hat definitiv einen schlechten Einfluss auf mich.
