Und
auch hier geht es weiter, auch wenn es nur ein kleines Kapitel ist.
Aber das nächste ist schon in Arbeit und ich hoffe, dass es noch
diesen Monat fertig wird. Aber Versprechungen mache ich nicht mehr,
weil mir dann eh immer was dazwischen kommt.
Wünsche euch dennoch
viel Spaß beim Lesen, auch wenn es nur ein kurzes Kapitel ist.
Über
Kommentare und Reviews würde ich mich
freuen.
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Chapter six
Unerwartete
Rettung
Auch Draco hatte das helle Aufleuchten gesehen und
verwundert schaute er auf das dichte Buschwerk zu seiner linke Seite,
aus welchem genau in diesem Moment hoheitsvoll ein Einhorn
schritt.
Das helle Fell und strahlende Mähne hatte im spärlichen
Mondlicht geleuchtet und die Aufmerksamkeit des Slytherins auf sich
gezogen.
Für einen kurzen Moment musterten sich Draco und das
Einhorn eingehend, wobei der Blonde es ein wenig seltsam fand von
einem Einhorn gemustert zu werden. Doch dann zuckte der junge Malfoy
auch schon mit den Schultern und schloss resignierend die
Augen.
Dieses Einhorn konnte ihm ja auch nicht dabei helfen aus
dem Wald zu kommen und solange es sich nicht in Professor Snape oder
Blaise Zabini verwandelte und ihn endlich zu seinem Bett führte,
sollte dieses Pferd machen das es weiter kam. Im Moment hatte Draco
keinerlei Lust auf Gesellschaft die sich nicht für ihn nicht
vorteilhaft auswirkte. Und das würde diese hier mit Sicherheit nicht
sein…
Seufzend drehte er sich um und machte sich daran wieder weiterzugehen. Schließlich wollte er nicht die ganze Nacht hier verbringen… wer wusste schon, welche seltsamen Wesen hier hinter jeder Ecke lauerten.
Ein wütendes Knurren entkam
seiner Kehle, nun hatte dieses magische Geschöpf ihm seinen
Leckerbissen vor der Nase weggeschnappt. Dann musste wohl das Einhorn
für sein Abendmahl herhalten… selbst Schuld. Ihm war es ja egal,
wen oder was er fraß, Hauptsache er bekam etwas zwischen die Beißer.
Natürlich, der Junge wäre eine einfachere Mahlzeit gewesen und
hätte ihn weniger Arbeit gekostet, doch wenn dieses Einhorn
unbedingt auf seinem Teller landen wollte, würde er ja nicht
meckern.
Draco hatte derweil die nächste Weggabelung erreicht
und versuchte den richtigen Weg ausfindig zu machen. Natürlich… er
hatte keine Ahnung, in welche Richtung er gehen sollte, doch
vielleicht würde ihn gleich ein Geistesblitz treffen und er wusste
endlich wohin er zu gehen hatte.
Wie hieß es doch so schön…
die Hoffnung starb immer zuletzt.
Nicht mehr lange… gleich
konnte die Jagd beginnen. Das Einhorn drehte ihm gerade die Kehrseite
zu, schien nach dem Jungen zu schauen und das war der Augenblick, in
welchem der Jäger aufsprang und nach vorne preschte.
Erschrocken
scheute das Einhorn auf, hatte zwar geahnt, dass etwas nicht stimmte,
doch auf einen Angriff war es nicht vorbereitet gewesen.
Nun hieß
es so schnell wie möglich die Flucht ergreifen und schon rannte auch
das Einhorn davon, jedoch leider in dieselbe Richtung in die Draco
gerade eben gegangen war.
Zu spät registrierte Draco die
herannahende Gefahr als er auch schon zur Seite gestoßen wurde.
Verzweifelt versuchte er das Gleichgewicht zu halten, doch kaum war
das Einhorn an ihm vorbeigaloppiert, da war es auch schon um sein
Gleichgewicht geschehen. Leise schrie er auf, als er nach hinten viel
und rückwärts durch ein Gebüsch stolperte, nur um dann einen
Abhang hinunterzurollen.
Kleine Steine und Äste bohrten sich in
seine Haut und verursachten kleine Kratzer und Schürfwunden.
Er
versuchte sich irgendwo festzuhalten um seinen Sturz zu beenden, doch
zu seinem Leidwesen konnte er nichts erreichen, was ihm wirklich
half, bis er schließlich mit seinem Fuß in einer Wurzel hängen
blieb.
Jedoch war der Slytherin darüber nicht sonderlich
erfreut, als ein leises Knacken zu hören war und der blonde Zauberer
kurz danach aufheulte.
Das hatte wirklich wehgetan. Sein Knöchel
brannte wie Feuer, zwar war sein Sturz abrupt beendet worden, doch
nun… nun war Draco sich nicht so sicher, ob er den Weg bis zum
Schloss überhaupt noch packen würde… vielleicht auf allen
vieren!
Keuchend richtete er sich auf, rang ein wenig nach
Atem ehe er sich mit zitternden Fingern daran machte, seinen Fuß aus
der Wurzel zu befreien. Fest biss er die Zähne zusammen, um nicht
noch einmal aufzuschreien, was leichter gesagt als getan war. Dieser
Knöchel war definitiv gebrochen… das hatte ihm gerade noch
gefehlt.
Wimmernd hielt er sein Bein, als er sich endlich von der
Wurzelschlinge gelöst hatte. Wie gerne würde er jetzt in seinem
Bett liegen und schlafen… wenn er Potter in die Finger bekam,
immerhin war der an dieser ganze Misere Schuld.
„Das… zahl ich
ihm… heim!" zischte Draco leise, kniff die Augen zusammen und
versuchte sich zu beruhigen. Es halb ihm jetzt auch nicht weiter, auf
Harry Potter sauer zu sein, immerhin war der nicht hier. Im
Augenblick war nur Draco hier und der sollte schleunigst versuchen
hier wegzukommen, denn wer wusste schon, welch seltsames Getier hier
unten nur darauf wartete, ihn zu verschlingen, jetzt, da er vom Weg
abgekommen war.
Er musste unbedingt weiter, er musste hier
raus…
Ganz langsam richtete er sich auf, stützte sich mit
einer Hand an einem Baumstamm ab und versuchte dabei den verletzten
Knöchel so wenig wie möglich zu belasten.
Und tatsächlich, nach
einigen gescheiterten Versuchen stand er, wenn auch etwas wackelig,
auf den Beinen.
Und jetzt.. jetzt musste nur noch das Laufen
funktionieren. Das konnte doch nicht so schwer sein…
Leider
hatte Draco sich da ein wenig verschätzt. Kaum dass er sich von dem
Baum abgestoßen hatte und nun aus eigener kraft wieder stehen musste
und er nun auch todesmutig einen ersten Schritt wagte, geriet der
junge Slytherin auch schon sogleich gefährlich ins Wanken.
Zwar
versuchte er sich noch irgendwo abzustützen oder festzuhalten, doch
vergebens, kaum auf den Beinen, lag Draco auch schon wieder mit dem
Gesicht voran auf dem Boden.
Wie war das Leben heute nur so gemein zu ihm…
Resignierend stöhnte er auf, hätte am Liebsten aufgeschrieen, doch mittlerweile war er wirklich erschöpft. Er mochte nicht mehr… er wollte einfach nur noch in sein Zimmer. Jedoch war er im Moment weiter davon entfernt als jemals zuvor. Dabei war er doch so müde…
Wie lange er hier lag, wusste er
nicht, doch er wusste, dass er so schnell nicht wieder aufstehen
würde. Er wollte nur schlafen und zwar hier und jetzt… wenigstens
war der Boden hier einigermaßen trocken.
Ein sanftes Stupsen an
seiner Schulter hielt ihn jedoch davon ab. Murrend versuchte er den
Störenfried mit seiner Hand wegzuscheuchen, doch wurde er wieder
angestupst und dieses Mal schnaubte ihm sogar etwas ins Ohr.
Nun
doch ein wenig beunruhigt drehte er sich vorsichtig um, verdrehte
dann jedoch die Augen, als er in das Gesicht des Einhorns blickte,
welches er vorhin schon getroffen hatte. Zumindest glaubte Draco,
dass es das selbe war.
Genervt setzte er sich hin und bedachte das
magische Wesen mit einem tödlichen Malfoyblick. Immerhin war dieses
Tier genauso an seinem Unglück Schuld wie dieser dämlich Potter und
keiner von beiden war ihm eine Hilfe.
Sollten sie ihn doch in Ruhe
lassen, er vertrug im Moment keine unnütze Gesellschaft und genau
das versuchte er dem Einhorn auch klar zu machen!
„Los, verschwinde. Geh wieder in den Wald und friss Gras oder so… mach halt was sinnvolles und nerv mich nicht. Du kannst mir ja sowieso nicht helfen!" Er drückte den Kopf des Einhorns zur Seite, wollte es gänzlich wegschieben, doch war das nun wirklich ein bisschen zu schwer für einen jungen Zauberer ohne Zauberstab. Zumal dieses Einhorn recht dickköpfig zu sein schien, immerhin machte es keinerlei Anstalten zu verschwinden, im Gegenteil. Es begann an Dracos Schulumhang herumzuzupfen. Merkte es denn nicht, das es störte? Draco würde es ihm nur zu gerne begreiflich machen!
„Geh
weg verdammt. Mach das du weg kommst. Das hier ist alles deine
Schuld… und… hör gefälligst auf so dumm zu schauen. So siehst
du fast aus wie Potter. Der kann auch so treudoof gucken, aber ihr
müsst nicht denken, dass ich darauf reinfalle… meine Güte, ich
werde verrückt. Jetzt rede ich schon mit einem Einhorn. Ich muss
hier weg, ich brauch meinen Schlaf und zwar dringend." Murmelte der
Malfoyspross und strich sich fahrig über die Stirn und ein paar
Haare zurück.
Vielleicht hatte der Sturz doch schlimmere Folgen
als nur den angeschlagenen Kopf… man konnte ja nie wissen. Morgen
früh sollte er unbedingt mit Severus reden, dass der ihn vielleicht
untersuchte. Denn dieser ollen Medihexe vertraute Draco keinen Meter
weit.
Da verließ sich ein junger Malfoy doch lieber auf seinen
Patenonkel… wozu war der denn Bitteschöne ein Meister der
Tränke?
Doch bevor Draco zu seinem Onkel gehen und ihm sein Leid klagen konnte, musste Draco Lucius Malfoy erst aus diesem Wald hinaus, womit sie wieder bei dem eigentlichen Problem waren, das Draco schon seit geraumer Zeit beschäftigte. Was musste dieser dumme Wald auch nur so dicht und verworren sein? Wieso stellte dieser Wildhüter denn keine Wegweiser auf? Konnte ja nicht so schwer sein… an dieser Schule wimmelte es einfach nur so vor inkompetenten Leuten… wie sollte man hier denn bitteschön etwas Sinnvolles fürs Leben lernen?
Vorerst musste er sich jedoch wohl weiterhin mit
diesem nervigen Einhorn rumschlagen, welches ihn gerade fragend
anblickte. Konnten das Einhörner überhaupt? War wohl ein seltsames
Tier, so wie Potter… nur das Potter halt kein Tier war. Aber
seltsam war er allemal.
Aber er sollte aufhören ständig an
Potter zu denken und ihn endlich aus seinem Kopf verbannen. Immerhin
wollte er mit dem Gryffindor ja nichts mehr zu tun haben, nachdem was
sich dieser geleistet hatte.
Solch ein Trottel… Idiot… wenn er
nur schon an ihn dachte bekam Draco unsägliche Mordgelüste.
„Sag
mal, nicht nur dass du schaust wie Potter, du scheinst mir auch so
begriffsstutzig zu sein. Also ich sags dir gerne nochmal.
VERSCHWINDE. Lass mich in Ruhe und hau ab. Ich hab auch schon genug
Probleme ohne dich und so was wie dich kann ich nicht brauchen. Du
hilfst mir ja auch nicht, zum Schloss zurückzukommen. Also hau ab
und lass mich endlich nachdenken oder schlafen…" versuchte er es
noch einmal, doch auch dieses Mal blieb das Einhorn an Ort und
Stelle, zupfte weiterhin an Dracos Umhang und schnaubte empört.
Verständnislos schaute Draco das edle Tier an, verstand nicht,
was es von ihm wollte. Doch vermutlich wollte Draco es sowieso nicht
wissen.
„Lass los… lass los und verschwinde endlich!" Er zog
nun ebenfalls an seinem Umhang, versuchte sich von dem Einhorn
loszureißen doch selbiges zog seinerseits nur noch fester, bis Draco
umkippte und erneut auf dem Boden lag. Irgendwie wurde das hier zur
Gewohnheit…
„Bist du jetzt zufrieden?" zischte er wütend
und richtete sich wieder auf, klopfte sich den Schmutz von den
Kleidern. „Was willst du verdammt nochmal? Ich verstehe nicht, was
du von mir willst… außerdem kannst du mir sowieso nicht
helfen…"
In eben diesem Moment stapfte das Einhorn mit dem Huf
auf den Boden und nickte aufgeregt.
Verwundert zog der
Malfoyspross eine Augenbraue nach oben und musterte das Pferd noch
einmal eingehend. „Helfen? DU… willst mir helfen?"
Wieder
nickte das Einhorn, zog erneut an Dracos Umhang als wollte es ihn zum
Aufstehen bewegen. Zwar war es dem jungen Zauberer zuwider sich von
einem Einhorn herumkommandieren zu lassen, doch da es nicht locker
lassen wollte, startete Draco einen erneuten Versuch um auf die Beine
zu kommen. Was ihm schließlich sogar, wenn auch mehr schlecht als
recht, gelang. Zwar musste er sich an dem großen weißen Pferd
festhalten, doch zumindest war er auf den Beinen. Nur Laufen… das
würde er wohl nicht können.
Erschöpft lehnte er den Kopf gegen den Rücken des Einhorns und seufzte leise auf. Sie hatten es ja wenigstens versucht, jetzt würde Draco aber wieder darauf warten, dass sein Verschwinden bemerkt und endlich nach ihm gesucht wurde. So lange würde das ja nun auch nicht mehr dauern… das hoffte er zumindest.
Dracos ‚Begleitung' schien da jedoch anderer Meinung zu sein und als sich der Junge noch immer nicht weiterbewegte, war es wieder an dem Einhorn, dem Slytherin Beine zu machen. Das Zauberer aber auch manchmal so begriffsstutzig sein mussten.
„Hey… hey was soll das. Lass das gefälligst!"
schrie er empört auf, als er plötzlich an der Hose ein wenig nach
oben gezogen wurde. „Was soll das… du kannst mich so nicht tragen
verdammt, also hör auf damit und lass mich gefälligst los!" Was
fiel diesem dummen Tier denn ein… so würden sie nie hier
wegkommen.
Doch dann endlich, kam dem blonden Zauberer die
Erleuchtung, als das Einhorn nicht den Eindruck erweckte, von Dracos
Hosenbund abzulassen.
„Du willst das ich aufsteige, oder?" Ein
Wiehern und ein aufgeregtes Nicken waren Antwort genug und der
Slytherin machte sich daran, auf den Pferderücken zu klettern, was
mit einem gebrochenen Knöchel natürlich alles andere als einfach
war.
Nach unzähligen Versuchen, Abstürzen und Flüchen jedoch
saß Draco Lucius Malfoy auf dem Rücken des Einhorns und hielt sich
ein wenig unsicher an dessen Mähne fest.
Ihm war klar, dass
Einhörner es normalerweise nicht duldeten, wenn man auf ihnen ritt
und Draco war sich nicht sicher, was er nun davon halten sollte.
Das
Einhorn hingegen schien damit weniger Probleme zuhaben, denn kaum
dass der junge Zauberer sicher saß, trottete es auch schon
schnurstracks los, ließ sich durch nichts auf dem Weg beirren. Es
schien als wüsste es genau, wohin es musste und Draco konnte nichts
weiter tun, als sich zu bücken, wenn ein Ast zu tief hing und sich
umzuschauen, ob er vielleicht irgendetwas wieder erkannte.
Der
Weg schien endlos zu sein und erneut ergriff die Müdigkeit Besitz
von Dracos Körper, auch wenn er sich dagegen zu wehren versuchte.
Dennoch fielen ihm immer wieder die Augen zu, bis er irgendwann
tatsächlich eingeschlafen war und sich nicht mehr auf dem
Pferderücken halten konnte.
So war es kaum verwunderlich dass
Draco schon kurze Zeit später wieder auf dem Boden lag, mit dem
Ergebnis, dass sein Knöchel noch mehr schmerzte, der Slytherin dafür
aber auch wieder hellwach war.
Leise fluchte er auf, rieb sich
den Hinterkopf, den er sich zu allem Unglück auch noch angeschlagen
hatte und schaute, kaum dass er sich wieder hingesetzt hatte direkt
in das Gesicht des Einhorns. Wenn er genau hinschaute, konnte er da
etwa ein wenig Schalk in dessen Augen sehen? Lachte ihn dieses Tier
etwa… aus?
„Hör auf zu lachen, das ist nicht lustig!"
brummelte Draco und zog einen kleinen Schmollmund. Er wollte mal
sehen, wie lustig das Einhorn es fand, wenn es zum x-ten Mal an einem
Tag unsanft auf dem Boden landete.
Er versuchte wieder
aufzustehen, doch kam er dieses Mal nicht wieder auf die Beine. Nun
tat sein Knöchel zu sehr weh und auch das Zähnezusammenbeißen half
auch nicht mehr.
Mit zitternden Fingern schob er das Hosenbein
ein wenig nach oben und betrachtete sich die geschwollene Stelle so
gut ihm das im Dunkeln möglich war, folglich ertastete er sie
eher!
So kam er nicht mehr hoch und das schien auch das Einhorn zu bemerken. Langsam aber dennoch elegant senkte es seinen Kopf und strich mit der Hornspitze über den Fuß und sofort spürte Draco ein wohliges Kribbeln. Ein sanftes silbernes Licht erhellte sein Bein und der Slytherin merkte, wie der Bruch langsam ausheilte. Zwar schmerzte es noch immer, doch es wurde von Sekunde zu Sekunde weniger und vermutlich wäre der Bruch sogar vollkommen ausgeheilt worden, jedoch unterbrach ein lautes Aufheulen den Heilungsprozess.
Unruhig schauten Draco als auch das magische Wesen in die Richtung, aus welcher der gefährliche Laut zu kommen schien und zumindest dem Einhorn war sofort klar, dass der Jäger seine Jagd noch nicht aufgegeben hatte. Unruhig scharrte es mit den Hufen, stupste Draco ungeduldig an und versuchte ihn zur Eile zu bewegen. Sie musste hier weg, unbedingt!
Dieses Mal schien jedoch auch Draco unruhig geworden zu sein, denn er beeilte sich auf die Beine und auf den Rücken des Einhorns zu kommen. Was auch immer im Wald war, es klang außerordentlich gefährlich und Draco hatte keine Lust, nähere Bekanntschaft mit diesem Wesen zu schließen.
Schneller als zuvor preschten sie durch den Wald,
Draco kniff des kalten Windes wegen die Augen zusammen und krallte
sich in der hellen, weichen Mähne fest.
Er traute sich nicht,
sich umzusehen, denn er wusste nicht, ob dieses gefährliche Tier
noch immer hinter ihnen herwar. Und er wollte es wohl auch lieber
nicht wissen… hoffentlich waren sie bald hier draußen.
Und kaum dass Draco diesen Gedanken zu Ende gedacht hatte, durchbrachen sie auch schon das Dickicht und das helle Mondlicht empfing sie, als sie auf die Wiesen Hogwarts traten. Der junge Slytherin konnte sein Glück kaum fassen, als das Schloss auf dem Hügel endlich in Sicht kam und er musste sich eingestehen, dass es noch nie so verlockend ausgesehen hatte. Endlich war er seinem Zimmer und seinem bett so nah… Am liebsten hätte er vor Glück aufgelacht, doch statt dessen war er noch weiter damit beschäftigt, sich festzuhalten, solange, bis sie den Eingang des Schlosses erreicht hatten.
Etwas
ungeschickt rutschte Draco vom Rücken seines Retters hinab und kam
nicht umhin, den Hals des Einhorns zu umschlingen und diesem durch
die Mähne zu streichen. „Danke, vielen lieben Dank. Ohne dich wäre
ich nie da rausgekommen! Hast was gut bei mir…" erklärte er mit
einem breiten Lächeln auf den Lippen. Okay, das war sicherlich keine
Slytherin-Manier aber hey, es hatte ja niemand gesehen. Zudem hatte
ihm das Einhorn vermutlich das Leben gerettet. Da durfte man schon
ein wenig Dankbarkeit zeigen! Er durfte dieses dankbare Getue nur
nicht zur Gewohnheit werden lassen, doch das würde ihm sicher nicht
geschehen…
Er drehte sich um und machte sich daran, langsam die
Treppen zu erklimmen, sein Knöchel war noch immer nicht geheilt…
ob ihm das Einhorn da wohl auch noch helfen konnte?
Er drehte
sich um, doch zu seiner Verwunderung war das magische Geschöpf schon
verschwunden. Seltsames Tier… doch Draco war ihm unglaublich
dankbar, vermutlich würde er sonst noch immer im verbotenen Wald
herumsitzen.
Er seufzte leise auf, erleichtert und froh, endlich ins Bett zu kommen und genau dahin begab er sich nun.
Wie
lange er bis zu seinem Zimmer brauchte wusste er gar nicht mehr und
wie er letztlich sogar dort ankam, war ihm auch ein gänzliches
Rätsel. Alles, an was er denken konnte waren die weichen Laken in
welche er sich nun sinken ließ.
„So weich…warm… schön…"
Er hatte nicht einmal die Gelegenheit, sich aus seinen Kleidern zu
befreien, denn kaum dass sein Körper das Bett berührte, war er auch
schon eingeschlafen. Er wusste nichts von dem kleinen Suchtrupp,
welcher ihn noch immer im verbotenen Wald aufzuspüren versuchte,
noch was das hilfsbereite Einhorn nun tat und eigentlich war ihm das
im Moment auch vollkommen egal.
Er war in seine Träume
entschwunden und von dort würde er so schnell nicht zurückkehren…
