Kapitel 2 Das schönste Geschenk

Es war, als hätte ihm Arthur mit seinen Worten den Kopf einmal gründlich durchgepustet. Was war er, Harry Potter, der Junge der lebte, doch für ein Idiot! Er stand Voldemort sooft, wie wahrscheinlich sonst niemand gegenüber. Er wusste, dass Voldemort vor nichts und niemand halt macht. Er wusste, dass Ginny so oder so in Gefahr schwebt! Sicher würden Snape oder Malfoy Voldemort berichten, dass es jemanden in Harrys Leben gab, der ihm wichtiger als alles andere war!

Ja, Arthur hat ihm die Augen geöffnet, ihm quasi ins Gesicht gesagt, was er doch für ein Trottel war.

Tränen liefen ihm übers Gesicht und er vergrub den Kopf in seinen Händen.

„Ich war so dumm...Harry Potter du bist ein Idiot! Das wird sie mir nie verzeihen...Was soll ich denn jetzt tun?!" nuschelte er weinend in den leeren Raum und fiel vor Schreck fast vom Bett als ihm jemand antwortete.

„Wie wäre es, wenn du mich jetzt einfach küssen würdest?"

Harry blickte erschrocken auf die Ecke neben der Tür. Dort stand, sich den Tarnumhang abziehend niemand anders als Ginny Weasley. Er konnte sehen, dass auch sie geweint hat, denn noch immer lief eine einsame Träne an ihrer wunderschönen Wange hinab.

„Ginny, was...wie...seit wann?" Harry brachte vor lauter Gestammel keinen vernünftigen Satz zustande. Da stand sie, Ginny Weasley, das Mädchen seiner Träume. Er konnte es nicht fassen.

Dennoch zögerte er keine Sekunde. Er stand auf, rannte auf sie zu und schloß sie in seinem Arme.

„Es tut mir leid, ich war so dumm...Ginny, kannst du mir verzeihen, ich war ein Idiot, ich liebe dich doch, verzeih mir bitte, es tut mir so leid!" Tränen rannen dem Auserwählten bei diesen Worten übers Gesicht, er konnte sich nicht mehr zurückhalten.

„Ginny, ich will nur dich, will mit dir zusammen sein, ich war so blöd, bitte verzeih mir, ich hoffe du kannst mir verzei..."

Doch weiter kam Harry nicht, Ginny, die ebenfalls weinte, hatte sich aus seiner Umarmung gelöst und verschloß nun seinen Mund mit ihren Lippen. Harry war kurz überrascht, doch er erwiderte den Kuss, der erst endete, als sie beide Luft holen mussten.

Da standen sie nun, mit verheulten aber vor Freude strahlenden Augen und blickten sich tief in die selbigen. Es kam vor, als hätten sie eine halbe Ewigkeit so gestanden, bis Ginny die Stille durchbrach.

„Versprich mir, dass du sowas nie mehr machst, Harry Potter! Nie mehr, hörst du? Ich kann und will ohne dich nicht leben!"

„Nie mehr Ginny, nie mehr! Ich lass dich nicht mehr los, versprochen! Ich liebe dich!"

„Und ich liebe dich!"

Die beiden ließen sich aufs Bett fallen, kuschelten sich eng aneinander und genoßen einfach nur ihr Glück!

Sie wurden erst gestört, als Hermine um kurz vor Mitternacht in der Tür stand und Harry und Ginny hochschreckten, als sie sie bemerkten.

„Na ihr beiden Turteltauben?" grinste sie. „Hast du es endlich verstanden, Harry?"

„Danke, Mine! Und danke, Arthur, dass du mir die Augen geöffnet hast. Ich hätte beinahe den größten Fehler meines Lebens begangen."

Arthur, der kurz nach Hermine in der Tür erschienen war, grinste ebenfalls. „Na dann hat es sich ja gelohnt, dass wir Mad-Eye's Tarnumhang mitgenommen haben und das Risiko eingegangen sind, dass er uns gründlich druchhext, sollte er es merken, dass wir ihn für keine dienstliche Angelegenheit benutzt haben!"

Bei diesen Worten mussten alle vier Personen lachen.

„Nun lasst uns aber mal alle runter gehen, es wird Zeit." sagte Hermine mit einem Blick auf die Uhr.

Eine Minute vor Zwölf standen alle vier Zauberer abreisefertig im Flur des Ligusterwegs Nr. 4. Aus dem Wohnzimmer konnte Harry immer noch den Fernseher hören. Zu seiner Überraschung kam Tante Petunia aus der Küche auf ihn zu und drückte ihm eine kleine braune Schatulle in die Hand.

„Die gehörte Lily...Ich will nicht, dass irgendetwas in diesem Haus bleibt, was mit ihr zu tun hat, jetzt da du gehst."

Sie drehte sich auf der Stelle wieder um und verschwand im Wohnzimmer, ohne ein weiteres Worte zu sagen. Harry blickte ihr überrascht hinterher. Was war denn das jetzt?

Doch weit kam er mit seinen Gedanken nicht, denn Ginny schloß ihn in die Arme, küsste ihn und strahlte ihn daraufhin an.

„Happy Birtthday, Schatz!" Es war Mitternacht und Harry war nun 17 Jahre alt und somit volljährig.

Auch Hermine umarmte ihn und wünschte ihm alles Gute. Arthur reichte ihm mit den Worten „Mein Geschenk habe ich dir ja schon mitgebracht!" gratulierend die Hand und wünschte ihm auch alles Gute. „Und dein Geschenk ist das schönste Geschenk, Arthur!" Alle mussten grinsen. Dann öffnete Arthur die Tür und Harrys Kinnlade nahm beinahe wieder Bodenkontakt auf.

Draußen auf der Straße standen bestimmt 50 Zauberer, unter ihnen Tonks, Lupin, Moody, Professor McGonagall, Hagrid und noch ein paar andere bekannte Gesichter. Den Großteil kannte Harry allerdings nicht. Im Vorgarten stand Ron, der nun freudig strahlend auf Harry zu kam, ihn freudig umarmte und ihm auch alles Gute zum Geburtstag wünschte. Dann drehte er sich um und deutete mit einer ausschweifenden Armbewegung auf all die Leute hinter ihm!

„Darf ich dir, oh großer Harry Potter, oh Auserwählter, dem Jungen der lebt, deine Leibgarde vorstellen." Kaum hatte er seine Worte beendete prustete er los und auch Harry konnte sich vor Lachen kaum auf den Beinen halten.

Als er sich wieder gefasst hatte, wandte sich Harry an Arthur.

„Ähm...Ist das nicht ein wenig übertrieben? Ich meine, was ist mit dem Geheimhaltungsabkommen?"

„Darum kümmert sich das Ministerium schon. Immerhin besteht ein Großteil deiner Leibgarde aus Ministeriumszauberern. Scrimgeour möchte doch den Jungen der lebt in Sicherheit wissen."

Und nun bemerkte Harry auch den Minister für Zauberei, der festen Schrittes, flankiert von 4 Auroren auf ihn zu kam. Mit freundlicher Miene sprach er ihn an.

„Hallo Harry, schön sie wiederzusehen. Ich nehme an es freut sie, dass wir so um ihre Sicherheit besorgt sind."

„Hallo Minister. Ich bin etwas verwundert, dass sie soviele Auroren zu meiner Sicherheit abkommandieren. Sollten sie nicht lieber unterwegs sein und Todesser jagen?"

Sofort wurde der Minster wieder ernst, während Arthur und die anderen ein wenig schockiert schauten, angesichts der Tatsache, wie Harry mit Scrimgeour sprach.

„Aber, aber. Immerhin sind sie der Auserwählte. Ich als Minster kann es doch nicht riskieren, dass ihnen irgendetwas geschieht. Es ist mir und meinen Männern eine Ehre sie zu eskortieren und an einen sicheren Ort zu bringen, bis die Schule wieder losgeht. Außerdem wollte ich die Gelegenheit nutzen, um sie um ein Gespräch zu bitten."

„Wenn es bei dem Gespräch um die Dinge gehen soll, die Sie mich schon an Weihnachten und Dumbledores Beerdigung gefragt haben, dann vergessen Sie es. Meine Antwort hat sich nicht geändert. Was ist mit Stan Shunpike? Sitzt der immerhin zu Unrecht in Askaban?"

Harry Stimme klang leicht säuerlich und seine Freunde machten einen noch schockierten Eindruck.

Scrimgeour hingegen blieb so ernst wie zuvor, auch wenn sich in seinen Augen ein leichter Anfall von Wut widerspiegelte.

„Das geht sie nichts an Mr Potter. Das sind ministeriumsinterne Angelegenheiten. Wie auch immer. Ich würde gerne einige Dinge mit Ihnen besprechen, unter vier Augen. Kann ich mit Ihnen rechnen?"

„Minister, nochmals, meine Antwort bezüglich der bereits angesprochenen Punkte bleibt die selbe. Dennoch bin ich gerne bereit, mit Ihnen zu sprechen. Aber nicht jetzt. Den Zeitpunkt bestimme ich. Außerdem dürften Sie mit ihrer Aktion hier erstmal ein wenig positive Presse bekommen. Und wenn Sie mich jetzt entschuldigen würden, ich möchte mit meinen Freunden nun meinen Geburtstag feiern."

Scrimgeour starrte ihn mit einer Mischung aus Erstaunen und leichter Mißgunst an. Offenbar hatte er nicht damit gerechnet, dass ein Siebzehnjähriger so mit ihm sprach. Dennoch lächelte er bei seinen folgenden Worten, wenn auch etwas krampfhaft.

„Gewiß doch, Harry, man wird schließlich nur einmal siebzehn, nicht wahr? Und bevor ich es vergesse. Herzlichen Glückwunsch."

„Danke, Minister, aber wenn Sie mich nun entschuldigen." Zu den Weasleys und Hermine gewandt sprach er weiter. „Können wir dann?"

Durch diese Worte löste sich Arthur aus seinem perplexen Zustand, den er während des Gesprächs zwischen Harry und seinem Chef inne hatte.

„Ähh...Klar doch. Nun Kinder, allerdings brauche ich ein wenig Hilfe, denn mit euch drei kann ich nicht apparieren. Remus, Mad-Eye, könntet ihr mir helfen?"

Die zwei Angesprochenen kamen herüber, jeder der Jugendlichen berühte einen der Erwachsen, außer Hermine, die ihre Apparierprüfung ja schon im letzten Schuljahr bestanden hat. Auf Kommando von Remus disapparierten die Sieben nun und ließen einer immer noch leicht perplexen Zaubereiminister zurück.

Als Harry wieder festen Boden unter den Füßen spürte und die Augen öffnete, bemerkte er, dass sie in Sirius Haus, nein, sein Haus am Grimauld Platz Nr.12 appariert sind. Eigentlich hatte Harry nie mehr hier hin gewollt, doch er hat seine Meinung während des Sommers geändert. Es wäre lächerlich das Haus nicht zu betreten, dadurch würde sich an Sirius Tod nichts ändern und er hatte es ihm bestimmt nicht vererbt, damit er es nie mehr betritt. Außerdem stellte Harry nun fest, dass sich hier einiges seit seinem letzten Besuch geändert hat, offensichtlich war der Orden mit den Aufräumarbeiten sehr gut voran gekommen. Sie befanden sich in der Eingangshalle des Hauses und alles wirkte wesentlich heller, als noch vor 2 Jahren, als er das Haus das erste Mal betrat. Auch stellte er überrascht fest, dass das Portät von Sirius Mutter nicht mehr da war.

Bevor Harry allerdings Remus fragen konnte, wie sie es geschafft haben, befand er sich in einem Schraubstock, genauer gesagt in einer von Mrs Weasley berüchtigten Umarmungen.

„Herzlichen Glückwunsch und alles Gute zum Geburtstag lieber Harry. Ich bin ja so froh, dass alles glatt gegangen ist und offensichtlich niemand verletzt wurde. Oder Remus?" Und bei diesen Worten sah sie den Werwolf fragend an.

„Nein, niemand wurde verletzt, keine Sorge, Molly."

Erleichtert atmete Mrs Weasley auf. Dann wandte sie sich an die ganze Gruppe und deutete ihnen allen an, ihr in die Küche zu folgen, wo, wie Harry vermutete, bestimmt der ganze Tisch voll mit Essen war. Und tatsächlich, als sie die Küche betraten, fand Harry den ganzen Tisch voller leckerer Speißen und nicht nur das. Der gesamte Orden schien anwesend zu sein und als Harry den Raum betrat, begannen alle aus voller Kehle „Happy Birthday" zu singen. Harry war so gerührt, dass ihm eine Freudenträne die Wange hinunter lief. Nach und nach kam jeder nach vorne, um ihm zu gratulieren und Geschenke zu übereichen.

Von Hermine bekam er, wie sollte es anders sein, ein Buch, allerdings ein sehr interessantes, denn der Titel lautete „Quidditsch – Taktiken und Tipps" geschrieben von Viktor Krum. Von Ron bekam er das „Best of Zahntod"-Paket aus dem Honigtopf, doch als Harry mit dem Auspacken weiter machen wollte unterbrach ihn Professor McGonagall.

„Mr Potter, Ihre Geschenke sollten Sie später auspacken, jetzt ist eher die Zeit zum Feiern, immerhin haben wir in diesen dunklen Zeiten, selten genug die Gelegenheit dafür, denken Sie nicht auch?"

Harry war überrascht sowas von seiner Lehrerin zu hören, doch er stimmte ihr zu.

Professor McGonagall wandte sich allen zu und gebot ihnen aufzustehen. Sie hob ihr Glas und drehte sich wieder zu Harry.

„Auf Harry Potter!"

„AUF HARRY POTTER!" schallte es im Raum wieder.

Was nun folgte, war nun wirklich die beste Geburtstagsparty, die Harry je hatte. Es wurde gefeiert, gelacht, ja einige tanzten sogar, denn Fred und George hatten in der Eingangshalle eine kleine Anlage aufgebaut. Harry tanzte mit Hermine, Tonks, sogar mit Professor McGonagall, aber vor allem tanzte er mit Ginny.

Die ausgelassene Party endete erst um 5 Uhr morgens, als Mrs Weasley alle ins Bett schickte.

„Dein Gepäck ist schon oben, Harry Schatz, ihr habt die gleichen Zimmer, wie letztes Mal, du schläfst bei Ron und Hermine und Ginny schlafen ein Stockwerk höher."

„Oh nein, Mum, das machen wir nicht." sagte auf einmal Ginny. „Ich schlafe bei Harry und Ron schläft bei Hermine."

Harry war knallrot, als sie dies sagte, genau wie Ron und Hermine.

„Wie war das? Das kommt überhaupt nicht in Frage, Ginny, du bist erst 15, du schläfst bei Hermine. Außerdem dachte ich, dass du und Harry nicht mehr..."

„Mum, ich bin fast 16!" unterbrach ihre Tochter Mrs Weasley. Harry war schockiert, dass Ginny ihrer Mutter solche Widerworte gab. „Und sind Harry und ich wieder zusammen, dank Hermine und Dad. Und ich werde bei Harry schlafen, da wird mich keiner von abbringen, auch du nicht Mum. Keine Sorge, wir werden nichts schlimmes anstellen, dazu bin ich eh viel zu müde! Und ich lasse nicht mit mir reden!" Ginnys Augen funkelten angriffslustig, dass sogar Mrs Weasley einen Moment sprachlos war.

Dann allerdings wollte sie grade loslegen, als ihr Mann sie unterbrach. „Lass die Kinder, Molly, die Vier sind verantwortungsbewußter, als du denkst und das weißt du auch. Harry, Hermine und Ron sind volljährig und Ginny ist ihrem Alter vorraus. Außerdem" fügte er mit einem Zwinkern in Richtung des Schwarzhaarigen hinzu, „soweit ich mich erinnere ist das hier Harrys Haus und schließlich waren wir auch mal jung, sogar noch jünger, wenn ich mich recht entsinne."

Mit diesen Worten deutete Arthur ihnen nach oben zu gehen, bevor Mrs Weasley ihre Stimme wiederfand, die sie bei den Worten ihres Mannes irgendwie verloren zu haben schien. Die Vier hörten allerdings noch, dass Mrs Weasley ihren Mann anfuhr.

„Arthur, was soll das heißen? Sie sind doch noch Kinder!"

„Molly, sie sind erwachsener als du sie machst."

„Ach ja? Na von mir aus, aber erklär mir doch mal was das heißen soll, Harry und Ginny sind dank dir und Hermine wieder zusammen? Sag mir jetzt bloß nicht, dass sie dich und Hermine begleitet hat, während ich dachte, sie ruht sich nur ein wenig auf ihrem Zimmer aus?"

„Ähm, nun ja, Molly, da...das ist so..."

Bevor Mrs Weasley einen ihrer berühmt berüchtigen Anfälle bekam, verschwanden Harry und die anderen nach oben und somit außer Hörweite. Vor Harrys Schlafzimmer angekommen, erklärte Ginny, dass sie eben noch ihre Sachen von oben holen wolle und Ron doch bitte seine Sachen nach oben bringen soll.

Während Ron dabei war seine überall im Zimmer verteilten Sachen zusammenzupacken, räumte Harry seinen Schrank ein. Immer wieder warf er einen unsicheren Blick auf seinen besten Freund. Er wusste, dass Ron einen sehr hohen Beschützerinstinkt hat, vor allem wenn es um seine kleine Schwester geht. Aber Ron kümmerte sich nur darum, so schnell wie möglich alles einzupacken. Offenbar konnte er es kaum erwarten zu Hermine zu kommen. Nach ein paar Minuten beharlichen Schweigens konnte Harry die Stille nicht mehr ertragen und sprach somit das Thema an.

„Ähm...Ron?"

„Ja, Harry?"

„Geht das für dich wirklich in Ordnung, dass Ginny bei mir schläft?"

Dem Rothaarigen schien die Frage etwas unangenehm zu sein, wusste er doch worauf sein bester Freund hinaus wollt.

„Harry hör zu. Du weißt, dass ich im Bezug auf Ginny sehr schnell über reagiere, ich will da immer sehr fürsorglich sein...Das habe ich wohl von Mum. Wenn jemand anders an deiner Stelle wäre, würde ich vielleicht anders reagieren. Doch ich kenne dich jetzt schon fast 6 Jahre, du bist der beste Freund, den ich je hatte! Ich vertraue dir. Du würdest meiner Schwester nie weh tun, denn ich weiß, wie sehr du sie liebst. Außerdem sind wir keine Kinder mehr, Hermine, du und ich sind jetzt erwachsen und Ginny ist, wie Dad schon sagte, ihrem Alter weit vorraus, vermutlich ist sie sogar reifer als ich es bin. Und ich weiß auch sehr gut, was du mit mir machen würdest sollte ich Hermine weh tun. Du und Ginny, ihr beide habt meinen Segen für alles was ihr tut!"

Harry war erstaunt, war so eine Rede doch wirklich untypisch für Ron. Offenbar hat nicht nur er einen großen Schritt in Richtung des Erwachenwerdens getan. Und Hermines Einfluß scheint Ron in gewisser Hinsicht auch gut zu tun.

Der Schwarzhaarige grinste den Roten an. „Danke" sagte er und schloß ihn in eine herzliche Umarmung.

„Hey Harry, lass ihn besser los, sonst werde ich noch eifersüchtig." Ginny stand in der Tür und die drei Teenager mussten bei diesen Worten lachen. „Und du Ron gehst jetzt besser nach oben, Hermine wartet schon sehnsüchtig auf dich!" fügte sie mit einem schelmischen Grinsen hinzu.

Ron lief rot an, schnappte sich daraufhin seine Sachen, wünschte den beiden eine Gute Nacht und ging nach oben zu seiner Freundin.

Ginny schloß die Tür hinter ihm ab, stellte ihr Sachen erstmal in die Ecke und ging auf Harry zu. Ihre braunen Augen schienen vor Glück beinahe zu explodieren und Harry wusste, bei ihm war es nicht anders. Sie versanken in einem tiefen und innigen Kuss. Als sie den Kuss lösten, packte Ginny, zu Harrys Überraschung, sein T-Shirt und bevor er reagieren konnte hatte sie es im auch schon ausgezogen. Harry spürte, dass er rot wurde.

„Du siehst süß aus, wenn du verlegen bist." Daraufhin glühte Harry noch mehr. „Und nun komm, zieh deine Hose und deine Socken aus und lass uns schlafen, ich bin hundemüde. Meine Schlafsachen habe ich unterm Umhang." Mit diesen Worten legte seine Freundin den Umhang ab und Harry sah, dass sie nur ein Nachthemd, oder viel mehr ein Hauch von Nichts, trug.

„Wow!" war das einzige was er noch hervorbrachte. Er stand vollkommen bewegungsunfähig da, was Ginny dazu brachte, auf ihn zuzugehen, ihn zu küssen und ihm dabei auch noch seine Hose zu öffnen. Nun war es vollkommen um Harry geschehen, sein Kopf glühte nur noch und das einzige woran er jetzt noch denken konnte war Ginny. Ihr Kuss schien eine Ewigkeit zu dauern und als sie sich lösten, zog Harry seine Hose und seine Socken aus und kroch zu Ginny, die während dessen ins Bett geschlüpft war. Nun lagen sie da, sie hatte ihren Kopf auf seiner Brust und war einfach nur glücklich.

„Harry, ich will, dass du mich festhälst und nie mehr los lässt!"

„Nie mehr, Ginny, nie mehr!" Mit einer kurzer Zauberstabbewegung löschte er das Licht und legte diesen wieder auf den Nachttisch.

„Schlaf schön, mein Schatz. Ich liebe dich!"

„Ich liebe dich auch Harry Potter!"

Es dauerte nicht lange und beide waren ins Reich der Träume entschlummert.