Kapitel 3 Testamente

Im Gegensatz zu sonst kam erst gegen Mittag leben in das Haus am Grimauld Platz Nr.12, aber das war ja auch verständlich, schließlich hatte man ja auch bis früh in den Morgen gefeiert.

Als Harry aus der Dusche kam, lag Ginny noch im Bett und schlief noch. Er ging zu ihr und küsste sie sanft auf die Wange, worauf sie die Augen öffnete und ihn verträumt anblickte.

„Guten Morgen, Schatz!"

„Uaaahhh" gähnte Ginny, „morgen. Sag bloß du warst schon duschen?"

„Ja, deine Mutter hat vorhin angeklopft und gesagt wir sollen runter kommen, Professor McGonagall scheint da zu sein. Aber du sahst so süß aus im Schlaf, da wollte ich dich nicht wecken. Ich geh dann schon mal runter, ich will sie nicht noch länger warten lassen."

„In Ordnung, aber vorher will ich noch einen richtigen Guten Morgen Kuss!"

Sie versanken in einem langen, ausgiebigen Kuss. Danach ging Harry nach unten und Ginny ins Badezimmer, um sich zu duschen!

Als Harry in die Küche kam, saßen dort bereits Mrs Weasley, Hermine und Professor McGonagall.

„Ah, Mr Potter, auch wieder unter den Lebenden?" sagte Professor McGonagall in einem herzlichen Ton, der ungewohnt für sie war, kannte Harry sie doch nur als strenge Verwandlungslehrerin aus der Schule. Aber auch schon gestern war Harry aufgefallen, dass sie außerhalb der Schule wohl etwas lockerer war.

„Guten Morgen, Professor." grüßte er sie. „Was treibt Sie so früh schon hier her? Irgendwelche Ordensangelegenheiten?"

„Nicht ganz, Mr Potter. Ich werde es Ihnen und auch den anderen erklären, wenn alle betreffenden Personen anwesend sind. Wir warten noch auf Lupin, Moody und auch Hagrid."

Mit der Antwort musste er sich zufrieden geben und so setzte sich Harry an den Küchentisch und prompt tischte ihm Mrs Weasley ein üppiges Frühstück auf.

„Danke, Mrs Weasley, soviel wäre doch nicht nötig gewesen."

„Oh doch, mein Lieber, du bist schon wieder so dünn und außerdem hast du immer noch Geburtstag. Und nenn mich bitte Molly, schließlich gehörst eh schon fast zur Familie und dank Arthur hoffentlich auch irgendwann offiziell."

„In Ordnung, Molly."

Harry lief etwas rot an, begann dann aber zu essen. Eine halbe Stunde später kamen auch Ron und Ginny in die Küche, um zu frühstücken. Beide hatten noch etwas Schlaf in ihren Augen. Nach und nach füllte sich die Küche und als mit Remus und Tonks schließlich alle anwesend waren, begann Professor McGonagall zu sprechen.

„Ich habe euch heute alle hierher gebeten, weil...nun ich will gleich zur Sache kommen. Es geht um Albus Testament. In dem Brief, den er mir als Nachfolgerin hinterlassen hat, stand drin, dass ich euch alle versammeln, sobald Harry volljährig ist und dass er, Remus, Nymphadora, Alastor, Hagrid und ich anwesend sein sollen."

Es herrschte einige Augenblicke absolute Stille und Harry saß, wie auch der Rest total perplex da.

Als erstes fasste sich Molly.

„Nun, dann wollen wir nicht weiter stören." Und mit einem Blick an Hermine, Ron und Ginny gewandt. „Kommt ihr drei, wir gehen."

Bevor Ginny oder Ron protestieren konnten, ergriff jedoch wieder Professor McGonagall das Wort.

„Ich denke, ihr könnt hier bleiben, so wie ich Mr Potter kenne, werden es seine Freunde es später von ihm erfahren."

„Aber das geht uns doch nichts an, wenn Albus gewollt hätte, dass wir dabei wären, dann..."

„Molly" unterbrach sie Professor McGonagall, „Albus schrieb auch, dass er nichts dagegen hat, wenn Harrys Freunde anwesend sind und es auch nicht schaden kann, dass du als Mutter von zweien dieser Freunde auch da bist."

Dies raubte Molly nun entgültig die Stimme und sie setzte sich wieder auf ihren Platz.

„Da dies jetzt geklärt ist, will ich also fortfahren. Vielmehr hat Albus auch nicht geschrieben, nur das ich heute sein Denkarium mitbringen soll und die Erinnerung, die dem Brief beigefügt war."

Mit diesen Worten, holte sie das Denkarium, welches Harry schon so oft benutzt hatte, hervor und fügte den Inhalt einer kleinen, verkorkten Flasche, offenbar die Erinnerung, hinein. Harry konnte trotz mehrfacher Anwendung immer noch nicht bestimmen, ob Erinnerungen nun flüssig oder gasförmig waren, oder gar keines von beiden. Professor McGonagall fuhr mit ihrem Zauberstab in das Denkarium und wirbelte ihn umher. Sofort begann die Erinnerung zu leuchten und es erschien vor ihnen, der nach Harrys Meinung größte Zauberer, der je gelebt hat, Albus Dumbledore, oder vielmehr eine Erinnerung an ihn.

Diejenigen in der Gruppe, die noch nie ein Denkarium benutzt hatten, waren vollkommen baff von dieser Erscheinung und brauchten einen Moment, um zu realisieren, das diese kleine Version von Dumbledore nicht echt war. Hermine murmelte irgendwas von „wie ein Hologramm", ein Begriff den Harry mit der Muggelwelt in Verbindung brachte. Nach einem kurzen Moment begann der kleine Dumbledore zu sprechen.

„Willkommen liebe Anwesenden zur feierlichen Testamentseröffnung von Albus Percival Wulfric Brian Dumbledore, mir, Schuleiter der Hogwartsschule für Hexerei und Zauberei, Großmeister des Zaubergamots, Besitzer des Orden des Merlin 1.Klasse, Gründer des Phönixordens und fanatischen Liebhaber von Zitronendrops." beendete er den Satz mit einem lauten Glucksen und für ihn typischen Funkeln in den Augen.

Während Professor McGonagall so aussah, als wäre sie kurz davor in Ohnmacht zu fallen, konnte sich Harry kaum zurückhalten laut loszulachen. Die restlichen Versammelten saßen einfach nur geschockt auf ihren Plätzen. Dies war so typisch für Harrys Mentor, der nach einer kurzen Pause weitersprach.

„Ich hoffe, meine kleinen Eröffnungsworte haben euch nicht zu sehr geschockt, obwohl ich nur allzu gerne Minervas Gesicht gesehen hätte." Die Angesprochene lief prompt leicht rötlich an. „Wenn ihr diese Aufzeichnung meiner Erinnerung hört, dann bedeutet das, dass ich euch allen einen Schritt vorraus bin, denn dann bin ich weitergegangen in das nächste große Abenteuer. Aber seid nicht traurig meine Freunde, meine Zeit war und ist abgelaufen und mein Tod unvermeidbar.

Aber nun zum Wesentlichen. Ich nehme an, dass alle, die ich in meinem Schreiben an Minerva erwähnte anwesend sind, wie ich doch hoffe in etwaiger Begleitung ihrer Lebensgefährten, besten Freunde oder Eltern. Ja ich hoffe doch, dass auch du, liebe Molly, anwesend bist, denn du fällst in die Kategorie „Elternteil", in dem Fall von Mr Ron Weasley, bekannt als der beste Freund von Harry und natürlich auch von Ms Ginerva Weasley, wie ich erst kürzlich feststellen musste, mehr als nur eine gute Freundin von Harry und ich hoffe doch er war nicht so töricht, irgendetwas an diesem Zustand zu ändern." Harry verschluckte sich an dem Schluck Kürbissaft, den er grade zu sich nahm und Ginny klopfte ihm mit einem Grinsen auf den Rücken.

„Es geht, wie bereits erwähnt, um mein Testament. Deshalb wende ich mich als erstes den schulischen Angelegenheiten zu. Natürlich sollst du liebe Minerva meinen Posten, als Schulleiter übernehmen, denn du bist meine Stellvertreterin und ich kann mir niemand besseren für diesen Posten vorstellen." Wieder nahm Professor McGonagalls Gesichtsfarbe einen leichten Hauch von rot an. „Das bedeutet natürlich auch, dass die Schule weiterhin geöffnet bleiben soll, aber ich denke, dass habt ihr bereits in die Wege geleitet. Nun zu euch Nymphadora, Remus und Alastor, mein alter Freund. Ich möchte, dass ihr die freien Lehrerposten übernehmt, ich denke, der Posten für VgddK muss neu besetzt werden und Minervas Stelle wird ja nun auch frei. Remus und Alastor sollen sich den Posten für VgddK teilen, Remus für die Klassenstufen 1-4 und Alastor für die Klassenstufen 5-7, zudem soll die DA neu ins Leben gerufen werden, die wie ihr wisst eine Art Duellkurs war, der in Harrys 5.Schuljahr von ihm ins Leben gerufen wurde. Diesen Kurs sollt ihr drei leiten. Nymphadora, ich weiß, dass du als Auror im Ministerium beschäftigt bist, dennoch würde ich mich freuen, wenn du die Stelle als Lehrerin für Verwandlung annehmen würdest. Natürlich steht es dir frei, abzulehnen, dennoch ist in diesem Moment ein Brief unterwegs, indem ich dem Minister meinen Vorschlag unterbreite.

Hagrid, du sollst neben deiner Tätigkeit als Lehrer für Pflege magischer Geschöpfe den Posten des Hauslehrers für Gryffindor übernehmen. Die Schüler vertrauen dir und du vereinst zwei der wichtigsten Eigenschaften des Hauses, nämlich Mut und Kameradschaft in dir."

Er setzte einen kurzen Moment aus, vermutlich damit die angesprochenen Person das eben gehörte verdauen konnten. Hagrid war den Tränen nahe, wobei Harry nicht definitiv sagen konnte, ob aus Trauer oder aus Freude, weil ihm solch eine Ehre zuteil wurde. Er vermutete es war eine Mischung aus beidem!

„Nun kommen wir zum Orden des Phönix." fuhr Dumbledore fort. „Da ich euch als Anführer nicht mehr zur Verfügung stehe wird ein neuer gebraucht, wobei ich denke, dass sich diesen Posten 2 Leute teilen sollten, da er viel Arbeit beinhaltet und keiner von euch die Möglichkeiten zur Verfügung hat, die ich hatte. Deshalb möchte ich, dass du Alastor, als mein Stellvertreter einen dieser Posten übernimmst. Du bist seit Anfang an dabei und kennst die Mitglieder nach mir am besten.

Den zweiten Posten, soll niemand anders als" er machte eine kurze Pause. Harry war sich sicher, dass Professor McGonagall den Posten übernehmen sollte. Er nahm gerade sein Glas zur Hand und begann zu trinken, als Dumbledore fortfuhr. „niemand anders als Harry Potter übernehmen!"

ROMMS. KLIRR. Dies waren die ersten Geräusche, die den Raum erfüllten, nachdem Dumbledore dies verkündet hat. Minerva McGonagall und Molly Weasley waren vom Stuhl und in Ohnmacht gefallen, Harry Potter hatte sein Glas fallen lassen und prustete den Kürbissaft, den er im Mund hatte, quer über den Tisch.

Das war das letzte, womit er gerechnet hat. Er soll Anführer des Phönixordens werden? Er war doch bis jetzt noch nichtmal einfaches Mitglied. Außerdem ging er doch noch zur Schule. Was hat sich Dumbledore dabei nur gedacht. Nein! Das konnte er wirklich nicht machen, er würde natürlich ablehnen und den Posten an die Schulleiterin übergeben.

„Ich...nein...kann...wie...warum...unmöglich!" waren die einzigen Worte, die Harry herausbrachte. Während Remus und Alastor die beiden Ohnmächtigen mit einem Enervarte aufweckten, sprach Dumbledore ruhig, aber nun mit einem Nachdruck, der keine Widerworte zuließ, weiter.

„Ich weiß, damit habe ich euch und vor allem dir, Harry, den größten Schock versetzt. Aber ich meine es vollkommen ernst und im Gegensatz zu den anderen, wirst du dieses Angebot nicht ablehnen können, denn wie ich vermute, wirst du mir an diesem Abend, an dem ich diese Aufzeichnung mache, das Versprechen geben, alles zu tun, was ich von dir verlange und ich denke, dass dieses Versprechen auch nach meinem Tod noch wirksam sein sollte!

Du wirst dich sicherlich fragen, warum ich dir diesen Posten übertrage, doch ich denke, wenn du den Anwesenden dein Wissen über Voldemort mitteilst, wozu ich dir hiermit die Erlaubnis gebe, dann wird sich die Frage fast von selbst beantworten. Versprech mir nur, dass du es ansonsten niemandem erzählst, das gleiche gilt für euch alle. Natürlich darf und soll der nicht anwesende Teil der Familie Weasley auch informiert werden!

Kommen wir nun zu einem weiteren immens wichtigen Punkt. Vielleicht kommst du Harry auf den Gedanken, Hogwarts zu verlassen, um dich auf die Suche zu begeben, aber das werde ich nicht zulassen. Natürlich wirst du deinen Abschluß machen und nach Hogwarts zurückkehren. Einmal abgesehen von dem Punkt, dass es keinen besseren Ort gibt, als sich auf das Kommende vorzubereiten, gibt es schließlich auch noch ein Leben nach dem Krieg, nach Voldemort.

Der Orden soll dich in deinem Vorhaben unterstützen, wo es nur geht, natürlich unter der Bedingung, dass nur die Anwesenden vom Geheimnis von Tom Riddle erfahren.

Denk daran, Harry, du bist nicht allein! Du wirst nie alleine sein, deine Freunde sind immer bei dir, ohne sie wirst du scheitern!" Dumbledore lächelte bei diesen Worten!

„So und nun ist es Zeit, mich von euch zu verabschieden! Seid nicht traurig meine Freunde, wir alle werden uns eines Tages wiedersehen, doch ich hoffe, dass dieser Zeitpunkt sehr weit in der Zukunft liegen wird! Sei das Licht mit euch!

Das Testament meiner Besitztümer habe ich schriftlich verfasst und bei Bedarf immer wieder erweitert, denn ehrlich gesagt, habe ich den Überblick verloren, was ich alles besitze.

Ach und auch wenn ich denke, dass Minerva die gleiche Entscheindung treffen wird. Herzlichen Glückwunsch Ms Granger zum Amt der Schulsprecherin.

Und dir Harry, alles Gute zum Geburtstag!"

Mit diesen Worten verschwand die kleine nebelige Gestalt von Albus Dumbledore wieder im Denkarium und hinterließ eine Gruppe verwirrt und nachdenklich wirkenden Zauberer.

Für annähernd zehn Minuten herrschte Schweigen in der Küche. Erst dann ergriff Professor McGonagall das Wort.

„Ähm...Wo soll ich anfangen? Ich glaube, ich bin nicht die einzige, die das alles erst einmal richtig verarbeiten muss." Mit einem Blick auf Harry, der unter Schock zu stehen schien und aussah als hätte man ihn gezwungen mit Hagrids Knallrümpfigen Krötern in einem Bett zu schlafen, fuhr sie fort. „Mr Potter verstehen Sie, was da gerade vorgefallen ist? Haben Sie eine Erklärung für das alles? Albus erwähnte ein Geheimnis, dass Sie mit uns teilen sollen. Vielleicht erklärt das, warum er Sie zum Anführer ernannt hat!"

McGonagalls Worte ließen Molly wieder in die fürsorgliche Mutterrolle verfallen. „Minerva, du kannst nicht zulassen, dass dies geschieht. Harry im Orden? Und dann noch als Anführer? Er ist doch noch fast ein Kind, wir können doch nicht unsere Kinder in diesen Kampf hinein ziehen."

„Vielleicht sollten wir uns erstmal von Harry erklären lassen, was Dumbledore eigentlich meinte." warf Remus ein. „Offensichtlich scheint er dieses Geheimnis zu kennen! Also Harry, was meinte er damit, was sollst du tun?"

Harry war immer noch vollkommen perplex, aber dass Remus ihn ansprach, riss ihn aus seinen Gedanken. Er blickte in das Gesicht jedes einzelnen und überlegte, ob er es ihnen wirklich sagten konnte. Nach ein paar Minuten allerdings wusste er, dass er fast keine Wahl hatte, denn Dumbledore hatte recht, wie eigentlich immer, alleine war seine Mission eigentlich nicht zu bewältigen, selbst wenn Ron und Hermine ihm helfen würden.

Also erzählte er ihnen alles was er wusste, von der Prophezeihung, von den Horkruxen, von Dumbledores Spekulationen, einfach alles.

Nachdem er geendet hatte, blickte er in eine Menge geschockter Mienen. Molly schien kurz vor der nächsten Ohnmacht, Professor McGonagall sah vollkommen entsetzt aus, in Remus, Tonks und Hagrids Gesichtern konnte man einen Anflug von Sorgen erkennen, während Moody hingegen grimmig wie immer dreinblickte. Hermine und Ron wussten natürlich alles, deswegen waren sie nicht überrascht. Die größten Sorgen schien sich allerdings Ginny zu machen. Sie schien den Tränen nah, allerdings fasste sie sich nach einer Minute, kam auf Harry zu und umarmte ihn einfach.

„Ich bin bei dir, was auch immer geschieht, ich werde an deiner Seite sein und wenn nötig mit dir kämpfen!" Tränen liefen ihre Wangen hinab und Harry drückte sie einfach nur fest an sich!

Ginny's Worte allerdings ließen Molly aus ihrer Trance erwachen.

„Oh nein, mein Fräulein, das wirst du nicht! Von wegen kämpfen! Und Harry, Hermine und Ron auch nicht! Das werde ich nicht zulassen, dass ist nichts für euch, das ist eine Angelegenheit des Ordens und des Ministeriums, ihr habt euch schon oft genug in Gefahr begeben!"

Molly wollte gerade fortfahren, als ihr jemand dazwischen fuhr.

„Molly, sei jetzt bitte mal einen Moment lang still." Wieder einmal war es Arthur, der, wie bereits im Ligusterweg, mit seinen Worten für geschockte Gesichter sorgte.

„Tut mir leid, dass ich einfach so dazwischen fahre, aber ich habe draußen vor der Tür gestanden, als Harry seine Geschichte erzählt hat und wollte nicht einfach so reinplatzen.

Du hast es doch bereits gesagt, Schatz. Es ist eine Angelegenheit des Ordens und da Harry jetzt einer der Anführer ist, wirst du ihn nicht davon abhalten können, genauso wenig wie Ron und Hermine, die, wie Harry übrigens auch, volljährig sind! Und auch wenn Ginny noch minderjährig ist, so wirst du sie kaum davon abhalten können bei Harry zu sein, immerhin ist sie eine Weasley und kommt zudem noch sehr nach dir, was das Temprament betrifft. Sie würde alles dafür tun, um bei Harry zu sein und weder du, noch ich, werden sie davon abhalten können.

Anscheinend scheint das Schicksal es so zu wollen, dass unsere Hoffnungen auf den Schulter von Harry und seinen Freunden liegen und ich werde alles tun, um sie zu unterstützen. Und du, ihr alle, solltet das auch tun. Harry scheint wirklich „Dumbledore's Mann durch und durch" zu sein, wie der Minister immer vor sich hingrummelt. Und ich habe Albus immer vertraut und werde es auch nach seinem Tod tun. Und Albus hat Harry immer vertraut, also sollten auch wir ihm vertrauen.

Ich und ich glaube Harry noch viel mehr, wünschte die Situation wäre anders. Aber das ist sie nicht, also müssen wir zusehen, dass wir das Beste daraus machen."

Schweigen beherrschte den Raum für einige Minuten, Molly sah zwar so aus, als wollte sie etwas sagen, doch anscheinend fehlten ihr die Worte.

Es war schließlich Prof. McGonagall die als erstes ihre Stimme wiederfand.

„Ich denke, wir sollten das ganze erstmal sacken lassen und richtig realisieren, was hier grade passiert ist. Wir werden für Freitag ein Ordenstreffen einberufen, oder Alastor? Da wird sich sicherlich einiges klären."

„Einverstanden, Minerva, ich werde allen Bescheid geben. Also dann wir sollten uns wieder an die Arbeit machen, schließlich sind wir im Krieg! Bis in 2 Tagen."

Daraufhin verließ Alastor zusammen mit Prof McGonagall, Hagrid und Tonks die Küche.

„Molly-Schatz" fing Arthur an, „ich glaube wir sollten uns mal unterhalten, kommst du mit nach Hause?"

„Ich denke das sollten wir tun...Was ist mit den Kinder?"

„Keine Sorge, Molly, ich bin ja noch hier und die vier sind sicherlich alles andere als Kinder." beruhigte Remus sie.

So verließen auch Arthur und Molly die Küche. Remus, Ron, Hermine, Ginny und Harry waren alleine. Harry hielt Ginny immer noch fest im Arm.

„Was machen wir jetzt?" fragte Hermine.

„Nun, ich denke wir sollten jetzt nach Gringotts aufbrechen!" sagte Remus.

„Nach Gringotts? Was wollen wir denn da?" fragte Harry.

Remus schaute ihn verwundert an. „Du bist ab heute volljährig Harry, du wirst das Erbe deiner Eltern antreten!"

„Aber ich habe gedacht, das hätte ich damals vor dem ersten Schuljahr schon getan?!"

„Oh nein, vor dem ersten Schuljahr hast du nur etwas...nun ja nennen wir es Starthilfe bekommen, um in der Zaubererwelt klar zu kommen. Das was in deinem Verließ ist ist nur ein Teil davon, was Lily und James besaßen.

Um ehrlich zu sein...James hat mir mal erzählt, dass die Potters einiges an Besitztümern haben, allerdings hat er nie damit geprahlt, dass die Potters reich sind."

„Reich?!" Harry schaute verwirrt aus. „Was kommt denn heute noch alles...Als nächstes kommt noch Scrimgeour rein und ernennt mich zum Zaubereiminister."

Alle mussten bei dieser Bemerkung lachen.

„Ich kann dir selbst nicht sagen, was jetzt auf dich zukommt, James selbst hat sich auch nie dafür interessiert, was seine Familie alles besitzt. Er hat alles einem Verwalterkobold überlassen.

Kommt, wir flohen in den Tropfenden Kessel, näher kommen wir aufgrund der Sicherheitsvorkehrungen nicht an die Winkelgasse heran."

Und so traten sie nach und nach mit Flohpulver in der Hand in den Kamin des Blackhauses und riefen deutlich „Tropfender Kessel".

Harry stolperte aus dem Kamin und musste von Ron aufgefangen werden, damit er nicht hinfiel. Er hasste diese Art zu reisen, Besen waren seiner Meinung nach die einzig wahre Art zu reisen.

Die fünf mussten sich haufenweise Sicherheitstest unterziehen, u.a. wurde geprüft, ob sie auch wirklich die waren, für die sie sich ausgaben und nicht vielsafttrankbenutztende Todesser. Nachdem sie alle Tests bestanden, oder vielmehr überstanden hatten, bekam jeder von Ihnen ein Passwort, damit sie beim nächsten Besuch nur noch den Test auf Vielsafttrank über sich ergehen lassen mussten.

Als sie schließlich die Winkelgasse betraten, fiel ihnen sofort auf, dass hier wesentlich mehr Betrieb war, als letztes Jahr, anscheinend vertraute die Zaubergemeinschaft auf das Sicherheitssystem des Ministeriums.

„Wir haben den ganzen Tag Zeit." sagte Remus. „aber als erstes gehen wir zu Gringotts, danach könnt ihr machen was ihr wollt. Ich nehme an Harry, du hast absolut nichts dagegen, wenn deine Freunde dich begleiten. So sparst du dir die Zeit, es ihnen später zu erzählen." Remus grinste.

„Klar kommen sie mit, ich habe keine Geheimnisse vor ihnen!" antwortete ihm Harry.

Auf dem Weg zu Gringotts betrachteten sie die verschiedenen Auslagen der Geschäfte und jeder schien sich gedanklich Notizen zu machen, welche Läden sie nachher besuchen wollten und was sie dort erwerben wollten.

Es war mittlerweile kurz vor Zwei, als Harry und seine Begleiter die Zaubererbank betraten.

Lupin ging auf einen der Kobolde zu und sprach ihn an. „Guten Tag, mein Name ist Remus Lupin, wir hatten heute um zwei Uhr einen Termin bei Mr Griphook bezüglich des Potter Erbes."

Der Kobold wies die Gruppe an ihm zu folgen und so betraten sie eine Art Warteraum im hinteren Teil der Bank. Auf die Minute pünktlich erschien der Kobold Griphook und Harry erkannte, dass es der gleiche Kobold war, der ihn vor seinem ersten Schuljahr zu seinem Verließ geführt hat.

„Ah Mr Potter, schön sie wiederzusehen." Harry stand auf und schüttelte dem kleinen Kobold die Hand. „Wenn sie mir dann bitte folgen wollen." Alle standen auf, um dem Kobold zu folgen, doch dieser sagte: „Tut mir leid, aber nur Mr Potter ist berechtigt mir zu folgen, da er der einzige Erbe ist." Harry wollte protestieren, doch Griphook reagierte schneller. „Tut mir wirklich leid, Mr Potter, aber so sind die Vorschriften, solange keiner der Anwesenden mit Ihnen verwandt oder verheiratet ist, muss ich sie bitten, hier draußen zu warten. Außerdem steht es im Testament Ihrer Eltern, dass nur Sie anwesend seien sollen, Mr Potter. Wenn Sie mir dann folgen wollen." Griphook betrat das Zimmer, aus dem er gekommen war, doch Harry bleib stehen und sah seine Freunde hilflos an. Ginny kam auf ihn zu undf umarmte ihn, während sie ihm ins Ohr flüsterte. „Geh schon, wir warten hier draußen auf dich und sind in Gedanken bei dir."