AN:

Nach langer Zeit mal wieder ein Update. Das lag vor allem daran, dass mir selten gefiel, was ich so schrieb und wohin sich die Story dadurch entwickeln würde. Aber nun ist das neue Kapitel fertig. Ich hoffe ihr habt immer noch interesse an der Story *g*

Ich habe zudem noch die Jahreszahl der Prophezeiung abgeändert, da sie so besser in meine Story passt. Warum werdet ihr schon noch erfahren. Und nun viel Spaß beim Lesen des neuen Kapitels.

Sulvion


Kapitel 8 Ankunft mit Schrecken

Das Gesicht des alten Auroren schien wie eingefroren. Geschockt und entsetzt blickte er Harry an, während McGonagall und Lupin vollkommen überrascht schienen. Es war klar, dass die beiden nicht die geringste Ahnung hatten, worum es ging. Vermutlich nicht einmal, dass Moody eine Tochter hatte. McGonagall wollte die nun entstandene Stille soeben durchbrechen und fragen was vor sich ging, als Moodys zittrige Stimme erklang.

„Wo..Woher weißt du davon?"

„Ich habe meine Informanten und Quellen, lieber Alastor, doch ich bin nicht bereit sie preiszugeben. Fakt ist, ich weiß was vor vielen, vielen Jahren passiert ist und dass du und deine Tochter eine sehr lange Zeit keinen Kontakt hatten. Und ich weiß auch, dass du vor 4 Jahren angefangen hast nach ihr zu suchen. Und Alastor, was noch viel wichtiger ist: Sie hat dir verziehen!" Bei den letzten Worte schaute der Vampir dem Auroren tief in die Augen und konnte augenblicklich erhebliche Erleichterung im Gesicht des anderen feststellen.

„Wo ist sie?"

„Auf jeden Fall in Sicherheit, Alastor. Ich werde dich zu ihr führen, allerdings solltest du deine Einstellung gegenüber Vampiren überdenken und in uns etwas anderes sehen, als nur blutsaugende Monster. Wenn du bereit dazu bist und uns akzeptierst, werde ich dich zu ihr führen."

„Du wagst es Bedingungen zu stellen Potter, nach allem, was wir für dich getan haben?" schrie Moody augenblicklich los, nachdem Harry geendet hatte. Wieder war sein Zauberstab erhoben und zielte genau auf Harry. Doch dieser blickte Moody weiterhin gelassen an.

„Ja, ich wage es Bedingungen zu stellen, Alastor. Vampire sind Zauberwesen, genau wie du! Nicht jeder Vampir ist grundsätzlich ein schlechtes oder böses Wesen. Genau genommen habt ihr Menschen die Vampire zu dem gemacht, was sie heute sind. Ihr habt sie ausgestoßen und ins Exil getrieben, was sie verbittert gemacht hat und weswegen die meisten Vampire euch Menschen hassen..."

„Genug davon, Potter!" polterte Moody los und hob gleichzeitig seinen Zauberstab. „Stu..." Doch weiter kam Moody mit seinem Zauberspruch nicht, denn Harry war wie ein Blitz vorgeschnellt und rammte dem alten Auroren seine Faust in den Magen. Moody verdrehte kurz die Augen und fiel dann ohnmächtig hinten über. Ein dumpfes Geräusch war zu hören, als sein Körper auf den Boden traf, gefolgt von einem erschrockenem Schrei McGonagall's.

„Harry!" Remus blickte ihn erschrocken an. Er wollte gerade seinen Zauberstab ziehen, als Harrys Stimme ertönte. „Lass den Stab stecken, Remus. Ich habe nicht vor, euch irgendwelchen Schaden zuzufügen." Harry sprach immer noch gelassen. „Wenn ich hier wäre, um euch zu schaden, hätte ich euch schon unten auf dem Gelände angegriffen. Ich werde gleich meinen Zauberstab auf den Schreibtisch legen, damit ihr mir endlich vertraut! Doch vorher werde ich Alastor hier in eine etwas bequemere Lage bringen, ihn allerdings nicht aufwecken, denn ich denke, das hat momentan wenig Sinn." Er schwang murmelnd seinen Stab, beschwor ein bequemes Sofa und beförderte Moody auf selbiges. Dann legte er seinen Stab auf den Direktorenschreibtisch, nahm wieder in seinem Sessel platz und sprach weiter. „So, nun bin ich bereit für eure Fragen, ich werde einiges beantworten, aber vieles weglassen müssen, bitte habt dafür Verständnis." Er blickte alle beide an und wartete auf ihre Fragen, doch es dauerte einige lange Minuten, bevor die erste gestellt wurde.

„Was in Merlins Namen ist mit dir passiert, Harry?" durchbrach Remus das Schweigen.

„Nun, diese Frage werde ich euch leider nur zum Teil beantworten können. Nun, wie du dich sicher erinnerst, Remus, waren wir am 1. August bei Gringotts, um die Notwendigkeiten meines Erbes zu regeln. Wie ich herausfand, bin ich, um es mal simpel auszudrücken, stinkreich. Mein Vermögen in meinem alten Verlies ist ein Klacks dagegen und ich besitze schlicht und ergreifend so viel Geld, dass ich damit um mich werfen könnte. Was ich aber nicht tun werde, schließlich bin ich kein protziger Malfoy, der jedem auf die Nase bindet, wie reich er sei. Aber ich habe heute, bevor ich zum Bahnhof kam, einige Investionen und Überweisungen getätigt, wie du sicher feststellen wirst, wenn du das nächste Mal in dein Verlies schaust, mein lieber Remus." Bevor der Werwolf protestierend den Mund öffnen konnte, sprach Harry eindringlich weiter. „Du wirst dieses Geld annehmen, keine Widerrede, du sturer Wolf. Es ist mir eine große Freude und Ehre, meinen Freunden etwas gutes zu tun. Falls du dennoch nicht einverstanden bist, sie es als Befehl, deines Ordensanführers, vielleicht kannst du damit besser leben." Bei den letzten Worten, zwinkerte Harry amüsiert und ein Lächeln schlich sich auf Remus Gesicht. Sogar McGonagalls Mundwinkel zuckten leicht.

„Nun, als ich also unser altes Familienverlies betrat, fand ich dort nicht nur Unmengen an Gold vor, sondern auch viele interessante Gegenstände. Alte Familienstücke, Bilder, Bücher. Aber auch diesen Ring" -er streckte bei diesen Worten seine rechte Hand in die Höhe, sodass Remus und McGonagall den Ring gut sehen konnten- „hier, der mich zu dem gemacht hat, was ich jetzt bin. Ja, ich bin ein Vampir, allerdings kein gewöhnlicher, sondern ein sogenannter Daywalker." Die beiden Lehrer blickten Harry nur verdutzt an, es war offensichtlich, dass beide noch nie etwas von Daywalkern gehört hatten.

„Lasst es mich am besten mal erklären. Ich fand also diesen Ring im Familienverlies. Zu diesem Ring, der von einem meiner Urahnen entdeckt wurde, gab es eine Prophezeiung, die eindeutig auf mich zutrifft, denn wer sonst hat den ''grünen Schrecken'' überlebt, damit konnte nur der Avada Kedavra Fluch gemeint sein. Also legte ich den Ring an und bereute es sofort, denn ich spürte plötzlich unheimliche Schmerzen, gegen die der Cruciatus Fluch fast wie ein sanftes Kitzeln scheint. Dann wurde ich ohnmächtig. Ich erwachte im Inneren des Ring und wurde von einem Vampir namens Kodóku erwartet, der mir sagte, dass ich durch das Anlegen des Ringes ein Siegel gebrochen hätte und nun unsere Seelen miteinander verschmelzen würden. Was dann auch geschah. Ich bin eins geworden mit diesem Vampir, aber ich bin immer noch Harry Potter. Mein physischen Eigenschaften habe sich zwar komplett verändert, doch meine Psyche ist die gleiche, bis auf den Fakt, dass quasi eine zweite Persönlichkeit in mir habe, nämlich diesen Kodóku, allerdings ist er nicht in der Lage mich zu übernehmen. Es ist schwer zu beschreiben, stellt es euch am besten so vor, als hättet ihr eine Stimme in euch, die euch mit Rat und Tat zur Seite steht.

Also wie gesagt, innen drin, bin ich noch immer der Harry Potter, den ihr kannten, wenn auch reifer und erwachsener als vor einem Monat. Äußerlich gesehen bin ich ein Vampir, ein Daywalker. Dies bedeutet, ich habe die Stärken eines Vampirs, wie zum Beispiel erhöhte Kraft, mehr Ausdauer, eine sehr hohe Regenerationsfähigkeit und jede Menge andere Dinge, auf die ich nicht näher eingehen werde. Ich habe aber nicht die Schwächen eines Vampirs, wie zum Beispiel, die Empfindlichkeit bei Sonnenlicht, die unter anderem dafür sorgt, dass Vampire, die diesem ausgesetzt sind, physisch erheblich geschwächt werden. Allerdings muss ich im Gegensatz zu ''normalen'' Vampiren atmen. Und ich habe einen höheren Blutdurst, als sonst für Vampire üblich, doch ich brauch nicht zwangsläufig menschliches Blut. Schweine- oder Rinderblut tut es auch, wobei dies nicht so nahrhaft ist, wie menschliches, weshalb ich es öfter zu mir nehmen muss, als würde ich menschliches Blut trinken. Das heißt im Klartext, dass ich ungefähr einmal die Woche Blut zu mir nehmen muss, was aber kein Problem ist, denn ich habe einen großen Vorrat mitgebracht, der locker für ein Jahr reichen wird. Sollte ich mal menschliches Blut benötigen, weil ich zum Beispiel für längere Zeit unterwegs bin und meine Blutversorgung nicht gewährleistet ist, kann ich auf Blutkonserven zurückgreifen, so dass ich keinem Menschen schaden brauche. Zudem benötige ich weiterhin alles, was ein normaler Mensch auch benötigt, also Essen und Trinken.

Ihr seht also, abgesehen von dem Blutdurst, bringt das ganze nur positives mit sich."

„Wenn du ein Vampir bist, Harry, bist du dann unsterblich? Also lebst du dann länger als normale Menschen?"

„Das ist eine Frage, liebe Minerva, die ich dir wirklich nicht beantworten kann, nicht weil ich nicht will, sondern weil ich es einfach nicht weiß. Wäre ich ein normaler Vampir, dann hätte ich eine wesentlich höhere Lebensspanne, als ein Mensch. Wie es sich aber nun bei mir verhält, kann nur die Zeit zeigen."

„Und wo warst du nun? Du siehst aus, als wärst du eine Ewigkeit weg gewesen. Oder kommt das durch die Verschmelzung mit dem Vampir?"

„Und wieder eine Frage, die ich nur teilweise beantworten kann. Auch wenn nur einen Monat Zeit vergangen ist, war ich eigentlich gute 2 Jahre weg."

Wie auch schon bei Harrys Freunden, klappten auch hier die Kinnladen nach unten. Also begann Harry etwas mehr ins Detail zu gehen, ließ aber wie im Zug das aus, was er nicht preisgeben wollte und/oder durfte.

Als Harry geendet hat, grinste Remus ihn an. „Das heißt also, du bist so was wie ein Supermagier."

„Eher Supervampir" grinste Harry zurück. „Nun, ich will nicht angeben, aber ich denke momentan bin ich der stärkste Magier hier im Schloss. Aber das ist uninteressant, wichtig ist, dass ich stark genug bin, um Voldemort zu besiegen, denn er ist schließlich der Grund, warum ich das ganze überhaupt durchgezogen habe!"

„Mr. Potter...Harry, ich denke wir alle müssen mindestens eine Nacht darüber schlafen. Was halten Sie...Argh...Was hälst du davon, wenn wir uns morgen Abend mit dem Orden zusammen setzen und unser weiteres Vorgehen planen? Immerhin hat Albus dich zum Anführer gemacht. Den letzten Monat über hat Alastor alles übernommen, aber nun sollte auch geklärt werden, wer welche Ressourcenbereiche übernimmt. Und vor allem solltet ihr eure..äähhh Differenzen klären."

„Ich denke du hast Recht, liebe Minerva. Vor allem trudeln in nicht allzu ferner Zeit die Schüler wieder ein. Das mit dem Ordentreffen ist eine gute Idee. Bitte informiere doch alle, ich habe noch keine Ahnung, wer überhaupt alles zu uns gehört. Und was Alastor betrifft...Es liegt nicht an mir, sondern daran, dass ich ein Vampir bin. Aber ich denke er ist Profi genug, um sich durch so was nicht in seiner Arbeit für den Orden behindern zu lassen. Ich für meinen Teil kann euch nur anbieten, dass ihr mir jederzeit Fragen stellen könnt. Ich werde zu euch so offen wie möglich sein. Nur akzeptiert bitte weiterhin, dass ich euch manche Dinge einfach nicht erzählen kann und darf."

„Das werden wir, Harry, sei dir da gewiss. Was machst du in der Zeit bis zur Ankunft der restlichen Schüler? Du wirst doch hier bleiben, oder?"

„Ja, ich werde hier bleiben. Und ich werde auch ganz normal am Unterricht teilnehmen, auch wenn mich der Stoff des siebten Schuljahres nun wirklich nicht mehr fordert. Aber ich habe meine Freunde hier und möchte soweit es mir möglich ist auch ein teilweise normales Leben führen. Es kann und wird allerdings vorkommen, dass ich mal verschwinden muss. Wegen den Horkruxen, oder anderen Dingen, die Voldemort und den Krieg betreffen. Diesbezüglich sollten wir uns für die anderen Schüler auch noch was einfallen lassen. Aber das können wir alles morgen Abend bereden. Ich habe noch eine Kleinigkeit zu erledigen, bevor das Abendessen beginnt." Harry streckte seinen Arm aus und lies seinen Stab in seine Hand schweben. „Ich hoffe ihr gewöhnt euch bald an meine Art zu reisen. Bis später." Harry grinste bei diesen Worten, bevor ihn wieder eine Wolke aus Dunkelheit umgab und er verschwand.

Nachdem einen Moment lang Schweigen herrschte wandte sich Professor McGonegall an Remus. „Was hälst du davon?"

Remus lachte kurz auf. „Was ich davon halte? Du kannst Fragen stellen...Ich weiß nur eines genau. Auch wenn er sich verändert hat, er ist Harry, James Sohn, und ich vertraue ihm. Alles andere sehen wir morgen." Remus stand auf und ging zur Tür. „Und nun sollten wir die letzten Vorkehrungen treffen, bevor die Schüler eintreffen...Und wir sollten Alastor aufwecken." Remus musste grinsen als er dies sagte, während er die Tür öffnete und langsam die Treppen runterschlenderte.

Als Harry wieder im Zugabteil erschien, welches er kurz zuvor verlassen hatte, funkelten ihn 3 Augenpaare zornig an. „Harry James Potter" fing Ginny direkt an „hättest du vielleicht die Güte diese verfluchte Abteiltür zu öffnen, damit wir endlich auch wieder hinaus können?! Ron hatte Hermine beinahe überredet eine Toilette hier im Abteil zu beschwören!"

Nachdem Harry einen Moment verdutzt geschaut hatte, brach er in schallendes Gelächter aus, was nicht grade dafür sorgte, dass die Augenpaare weniger zornig funkelten. Allerdings bewegte er währenddessen die Hand und die Tür sprang auf. Sofort eilten die drei anderen aus dem Abteil, um schnellstmöglich die Toiletten auszusuchen. Harry setzte sich immer noch stark grinsend ans Fenster und genoss die Aussicht, die sich ihm bot.

Als die drei nach einigen Minuten wieder kamen, sahen sie doch um einiges entspannter aus. Nur Ginny funkelte ihn immernoch an, aber bei weitem nicht mehr so zornig, wie eben noch. Alle drei setzten sich wieder auf ihre Plätze, wobei Ginny sich einfach auf Harrys Schoß setze.

„Warum bist du nun doch wieder hier? Du sagtest doch, wir würden uns erst wieder in Hogwarts sehen." fing sie auch direkt an.

„Soll ich wieder gehen, mein Engel?"antwortete Harry hier, was ihm sofort einen leichten Schlag auf den Hinterkopf einbrachte. „Nun, auf der einen Seite fiel mir ein, dass ich die Tür noch versiegelt hatte. Vor allem aber hat sich das Gespräch, welches ich führen wollte, doch wesentlich kürzer gestaltet als erwartet."

„Welches Gespräch denn?" wollte Hermine wissen.

„Ich wollte eigentlich mit Alastor über den Orden sprechen. Allerdings hat er auf mein neues Ich, den Vampir in mir, ganz so reagiert, wie ich es befürchtet habe. Da musste ich ihn leider schlafen schicken und das Gespräch hatte sich erledigt."

„Du hast Mad-Eye geschockt?" rief Hermine entsetzt.

„Nein, niedergeschlagen trifft es wohl eher. Ein gezielter Schlag in den Magen, welcher in ausknockte. Zu meiner Verteidigung muss ich sagen, dass er kurz davor war mich zu schocken, den Zauberstab bereits erhoben und die Formel im Mund hatte." Wiederum sahen ihn 3 Augenpaare an, dieses Mal allerdings nicht zornig, sondern ganz und gar entsetzt.

„Ich mache ihm da keine Vorwürfe. Wenn ihr die Fakten kennen würdet, die ich kenne, würdet ihr ihn auch verstehen. Er hat in mir nur noch den Vampir gesehen. Mehr kann ich euch leider nicht verraten. Und nun lasst uns das Thema wechseln und uns einfach wie normale Teenager aufführen." Harry grinste bei dem letzten Satz und forderte Ron zu einer Partie Zaubererschach heraus, die er wie immer verlor, allerdings war der Sieg des Rotschopfs bei weitem nicht so deutlich, wie vor Harrys Ausbildung. Natürlich wurde er nicht nur im Kampf selbst, sondern auch in Taktik und Strategie ausgebildet. Und das sehr gut. Dass er dennoch gegen Ron verlor machte ihm deutlich, dass er einem Meisterstrategen gegenüber saß. Mittlerweile erkannte Harry auch, wie weit Ron seine Züge im Voraus plant. Was Harry aber noch viel mehr erstaunte war die Ruhe, die Ron beim Schach an den Tag legte. Zwar feuerte er seine Figuren an und war immer lautstark dabei, allerdings war sein Spielstil von unglaublicher Ruhe geprägt. Er plante, er spielte durchdacht und wurde nie hektisch. Das krasse Gegenteil zu dem Ron, den man ansonsten kennt.

Den Rest der Zugfahrt verbrachten die Freunde Schach spielend oder quatschend in ihrem Abteil.

Als der Zug im Bahnhof von Hogsmeade einfuhr war es bereits dunkel und der Mond stand sichelförmig am Himmel und spiegelte sich im ruhigen Wasser des großen Sees.

Wie immer waren die Schüler in großer Hektik, kramten ihre Sachen im Abteil zusammen, zogen sich noch rasch ihre Hogwartsumhänge über, falls sie dies noch nicht getan hatten und drängten sich mitsamt ihrem Gepäck auf den engen Gang des Zuges. Ron, Hermine und Ginny waren da keine Ausnahme. Nur Harry schien das alles recht wenig zu interessieren. Er saß gemütlich auf seinem Sitz und schaute den anderen bei ihrer Hektik zu.

„Anstatt da grinsend zu sitzen, könntest du uns lieber helfen, Kumpel!" kam von Ron.

„Aber ich genieße eure Hektik doch so furchtbar." grinste Harry zurück. „Und wenn ich bedenke, dass ich vor einem Jahr noch mit dabei war, muss ich noch viel mehr grinsen." Harry lachte bei diesen Worten und die anderen drei schauten in kurz gespielt böse an.

„Aber mal ehrlich. Wir sind Zauberer. Sowas kann man doch mit einer Handbewegung erledigen." schmunzelte Harry und bewegte kurz seine rechte Hand. Sofort begannen Sachen wild durcheinander zu fliegen und sich in die jeweiligen Koffer zu sortieren. Rons Hogwartsrobe flog auf ihn zu und begann sich selbständig an ihren Träger anzukleiden. Nach nicht mal einer Minute war alles in den richtigen Koffern, Ron mittlerweile komplett angezogen und fertig zum aussteigen.

„Ich finde es zwar gut, dass wir Zauberer nicht in jeder Situation Zauber einsetzen und somit von Ihnen abhängig werden, aber manchmal ist es so wesentlich besser. Außerdem konnte ich so sehen, dass sich Ginny offensichtlich einen schwarzen Spitzen-BH von Hermine geliehen hatte, oder ihn versehentlich in ihrem Koffer hatte, denn der Zauber sortiert alles dem jeweiligen Besitzer zu." grinste Harry und auf zwei „Harry!" Aufschreie folgten 2 Schläge auf den Hinterkopf für den Vampir.

„Was ist eigentlich mit deinen Hogwartsroben, Harry?" fragte Hermine. „Du hast kein Gepäck, also auch keine Roben, das wird Ärger geben!" stellte sie fest.

„Ich habe keine Schulrobe dieses Jahr, so einfach ist das. Ich werde auch keine tragen. Und wenn ich es mir nicht noch anders überlege, dann werde ich auch keine Illusion erschaffen, damit es so aussieht. Die Zaubererwelt will mich als ihren Retter? Sie wollen mich als Helden, als was Besonderes? Dann werde ich das nun auch mal ausnutzen, dass ich ihr Held bin. Ich denke, das habe ich mir auch mal verdient. Zudem werde ich einen Teufel tun und diesen Mantel ablegen. Jedenfalls nicht außerhalb meiner Gemächer oder gesicherten Umgebungen. Der Mantel ist aus bestem Drachenleder und ich habe in ihm meine wichtigsten Utensilien immer bei mir. Die Taschen sind allerdings nicht magisch vergrößert, denn die Vergrößerung reduziert leider nicht das Gewicht. Allerdings sind sie so verzaubert, dass ich immer das bekomme, was ich suche, sofern sich dieser Gegenstand in einem bestimmten Raum im Hauptquartier befindet." Harry stoppte hier kurz. „Sorry Freunde, ich rede eigentlich schon viel zu viel. Allerdings will ich euch noch kurz was zeigen, da ihr früher oder später eh durch Zufall drauf stoßen würdet." Harry versiegelte die Abteiltür, wie schon ein paar Stunden zuvor und murmelte einen weiteren Zauber, worauf hin zwei Pistolen, die jeweils rechts und links an seiner Hüfte waren sichtbar wurden. Harry nahm beide Pistolen in die Hand und blickte seine Freunde an. Hermine war total geschockt, Ron und Ginny mehr oder weniger ratlos, denn beide wussten trotz ihres Vaters relativ wenig von der Muggelwelt.

„Si...si...sind die echt?" stotterte Hermine. „Jabb, diese beiden Babys sind echt." antwortete Harry.

„Dies sind zwei Pistolen des Types Desert Eagle, welche ein wenig modiziert worden sind. Zum Beispiel ein verlängerter Lauf und ein verzaubertes Magazin, die Munition fühlt sich immer von selbst auf. Außerdem haben diese hier wesentlich mehr Durchschlagskraft, als das herkömmliche Modell." „Sind das Waffen?" fragte Ron etwas ungläubig. „Ja, das sind sie. Zwar nicht so tödlich wie der Todesfluch, wenn man getroffen wird, allerdings kann ein normaler Mensch den Kugeln nicht bewusst ausweichen, da sie einfach zu schnell sind. Zudem warnt dich kein gleißend grünes Licht vor Gefahr." Nun waren auch Ginny und Ron geschockt. „Wozu brauchst du die? Willst du jemanden umbringen?" fragte Hermine, die sich nun ein wenig gefangen hatte. „Freunde, ich weiß, das wird nicht einfach für euch sein, aber wir befinden uns im Krieg. Die dunkle Seite mordet willkürlich, da können wir uns nicht nur mit Schockern wehren. Ich bin zwar immer noch Harry Potter, aber ich bin nicht mehr der hilflose Schüler Harry Potter, sondern der Vampir und Kämpfer Harry Potter. Ich werde nicht willkürlich töten, aber wenn ein Gegner seine Waffe gegen mich erhebt, dann werde ich mich wehren. Wenn es sein muss, auch mit tödlichen Mitteln. Auch wenn ich versuche sie zu umgehen, so werden sie doch manchmal unvermeidbar sein. Und ich töte lieber ein Dutzend Feinde, bevor auch nur einer von Ihnen meinen Freunden etwas antut!" Harry Blick war fest und aufrichtig bei seinen Worten. Seine Freunde wussten um die Wahrheit seiner Worte, dennoch war es schwer für sie zu akzeptieren.

„Für euch bin ich immer noch der gleiche Harry, egal was im Kampf geschieht, egal was ich dort tue, egal was ihr sehen werdet, wenn ich kämpfe. Dieser Krieg wird grausam werden. So wie es Kriege immer sind. Das was wir bisher erlebt haben war nur ein simples Vorgeplänkel. Ein austesten der beiden Seiten. Nun, durch Dumbledores Tod wird Voldemort bald seine Todesser aussenden und einen offenen Kampf provozieren. Er hat Vorteile, denn er weiß, wer seine Feinde sind. Etwas was wir nicht wissen. Wir wissen weder genau wer alles dazu gehört, noch wie viele es sind. Aber das wird sich bald ändern, denn die dunkle Seite fühlt sich überlegen und bald werden viele Karten aufgedeckt werden." Harry seufzte. „Glaubt mir Freunde, ich bin vermutlich froher als jeder andere, wenn dieser Scheiß hier vorbei ist. Ich für meinen Teil habe eigentlich genug vom kämpfen. Doch meine Kindheit ist eh gelaufen und so will ich wenigstens für die nächste Generation kämpfen, sodass sie nicht das gleiche durchleben muss wie wir."

Harry bewegte kurz die Hand und die Abteiltür glitt auf. „Kommt Freunde, lasst uns rausgehen, der Zug hat mittlerweile angehalten." Harry schnippte kurz mit den Fingern und das Gepäck seiner Freunde schwebte hinter ihm her, als er aus dem Abteil schritt. Die anderen drei zögerten einen Moment, doch dann folgten sie ihm, jeder mit seinen eigenen Gedanken zu ihrem Freund beschäftigt.

In dem üblichen Gedränge was herrschte, wenn die Schüler den Zug verließen, hätten die drei eigentlich Probleme haben müssen Harry und ihrem Gepäck zu folgen, doch er fiel doch schon ziemlich auf mit seinem Ledermantel. Zudem hielten die anderen Schüler doch etwas Abstand, vermutlich war er Ihnen nicht ganz geheuer, zumindest den Jüngeren.

Harry manövrierte gerade das Gepäck in eine freie Kutsche, als der Abendhimmel über Hogsmeade hell erleuchtet wurde. Alle Augen waren auf das hell leuchtende Symbol gerichtet, was nun hoch über dem Zentrum von Hogsmeade prankte. Es war das dunkle Mal.