Soo, hier kommt das nächste Kapitel von Other Life. Mit einer zehnmonatigen Pause. Es tut mir so leid. Ehrlich. Das Kapitel lag auch schon halbfertig auf meinem Rechner 'rum, aber die blöde Muse wollte nicht, dass ich weiterschreibe. Jetzt habe ich sie gefeuert und eine neue eingestellt und schwupps, Kapitel innerhalb von 2 Tagen fertig.

Wie dem auch sei, das neue Kapitel ist fertig und kann gelesen werden. Dabei wünsche ich viel Spass (auch, wenn ich Streckenweise wie ein Erstklässler geschrieben habe. Ich entschuldige mich vielmals dafür, aber es wollte nicht besser werden.)!

Eine kleine Anmerkung noch: Zum Schluss habe ich eine kleine Überraschung.

Disclaimer (so viel Zeit muss sein): Leider nichts meins.


Kommt Zeit, kommt Vertrauen

Mit einem lauten Plopp apparierten Remus und Sirius vor dem kleinen Cottage außerhalb der Ortschaft. Sirius hielt Harry fest in seinen Armen, der nicht gerade glücklich aussah, wie Sirius bemerkte. „Andererseits," dachte er „Wer wäre nicht verwirrt, wenn er nicht ans apparieren gewöhnt ist und plötzlich an einem ganz anderen Ort ist." Dies stimmte ihn traurig. Ein Kind mit seinem Erbe sollte eigentlich im Alter von fünf keine Angst beim Seit-an-Seit Apparieren haben. Das war alles diesen verdammten Dursleys zu verdanken.

Harry hatte derweil mit anderen Problemen zu kämpfen. Zwar hatte die Transportmethode nicht wehgetan, aber es war schon seltsam, vom einen Wimpernschlag zum nächsten an einem anderen Ort zu sein. Er war verwirrt. Warum hatte dieser nette Mann das gemacht? War er doch nicht so nett, wie Harry gedacht hatte? Hatte er etwas mit diesem rotäugigen Glatzkopf zu tun, von dem Harry ab und zu träumte, bevor er aufwachte, weil ein grüner Blitz auf ihn zu kam? Ihm war nach Weinen, was er auch durch einen lauten Schluchzer ausdrückte, aber gleich wieder unterdrückte, da er von Tante Petunia immer fürs Weinen bestraft wurde.

Sirius bekam das natürlich mit und beeilte sich, mit seiner kostbaren Last in Remus Cottage zu kommen.

Als Sirius gerade Harry ins Wohnzimmer tragen wollte, fasste ihm Remus an die Schulter.

„Sirius, ich denke ich mache uns mal Kakao. Das wird Harry etwas beruhigen." Mit diesen Worten ging er dann in die Küche und Sirius trug Harry ins Wohnzimmer, wo er ihn auf die Couch setzte. Er selbst setzte sich auf den Boden davor und sah Harry nun mit einem Lächeln in die Augen.

Der arme Junge war verängstigt und hielt nur mit größter Mühe Tränen zurück. Sirius nahm Harrys Hand.

„Harry," sprach er mit sanfter Stimme „erinnerst du dich an das, was ich dir im Haus deiner Tante gesagt habe? Wer ich bin?"

Harry nickte. „Mein Pate." Entgegnete er leise. „Was ist ...," wollte er anfangen zu fragen, doch er unterbrach sich selbst und schlug sich seine freie Hand auf den Mund.

„Harry ... Harry, schau mich bitte an," sagte ein sehr besorgter Sirius. „Hier passiert dir nichts. Hier darfst du fragen. Hier sollst du fragen. Du wolltest wissen, was ein Pate ist, nicht wahr?"

„J... Ja."

„Also gut. Ein Pate ist derjenige, der auf dich aufpasst und für dich sorgt, wenn deine Eltern das nicht können. Deine Eltern haben mich zu deinem Paten gemacht. Jetzt bin ich für dich verantwortlich, Harry. Du wohnst hier bei Remus und mir und musst nie wieder zu den Dursleys zurück.

„Remus? Ist das..?" weiter kam Harry jedoch nicht.

„Wer fragt nach mir?" sagte Remus, als er mit 3 vor sich herschwebenden Tassen voller Kakao das Wohnzimmer betrat.

„Wenn man vom Werwolf spricht." Dafür fing Sirius von Remus einen sehr giftigen Blick ein. „Das Harry, ist Remus. Oder auch Moony."

Als Sirius Moony sagte, regte sich in Harry Augen etwas, dass sein Pate als Wiedererkennen deutete. Das verleitete ihn auch zu seinem nächsten Satz.

„Das ist sein Spitzname in der Schule gewesen. Ich bin Padfoot."

Harry murmelte nun etwas, das weder Sirius, noch Remus, der gerade die Tassen verteilte, verstand. Remus setzte sich neben Harry, der gerade den Tasseninhalt kritisch beäugte, beugte sich zu ihm und fragte ihn mit einem aufrichtigen Lächeln: „Was hast du gerade gesagt, Harry? Weißt du, Padfoot hat recht. Hier darfst du sagen und fragen, was du willst. Also, was liegt dir auf dem Herzen?"

Harry sah erst Remus und dann Sirius skeptisch an. Diese lächelten ihm zu. Er blickte dann sehr interessiert in seine Tasse, wackelte mit den Füßen und murmelte kaum hörbar: „Ich erinnere mich an einen Padfoot. Aber der war ein Hund. Tante Petunia hat gesagt, er war mit in dem Auto, in dem Mum und Dad gestorben sind."

Sirius sprang auf. „Was? Sind diese verdammten Muggel denn übergeschnappt?"

Harry, der sich vor Sirius plötzlichem Ausbruch erschrocken hatte, ließ seine Tasse auf den Boden fallen. Gerade, als er von Sofa rutschen wollte um die Scherben aufzusammeln, wurde er von einer sanften Hand daran gehindert.

„Harry, ist gut. Das macht nichts." Remus schwang daraufhin einmal mit dem Zauberstab, was dazu führte, dass die Tasse wieder ganz und voll mit Kakao war. „Und du Padfoot, beruhigst dich. Du kannst doch den armen Harry nicht so erschrecken."

Sirius sah Remus wie ein geprügelter Hund an, erwiderte darauf aber nichts. Zu Harry gewandt meinte Remus dann: „Harry, was meinst du? Möchtest du in dein Bett? Es war bestimmt ein anstrengender Tag für dich. Und außerdem ist es schon dunkel." Harry nickte und lief voraus.

Remus wartete einige Augenblicke, bis er Harry folgte und als er in den kleinen Hausflur trat, wunderte er sich wo Harry war. Er müsste doch eigentlich gehört haben, wie Harry die Treppe hinaufging. Kinder machten das nie leise. Gerade als er wieder ins Wohnzimmer gehen wollte um zu sehen, ob Harry nicht doch noch dort war, hörte er den Küchenschrank knarzen. Schnellen Schrittes ging er in die Küche, da er nicht wollte, dass Harry sich verletzte. Dort angekommen, glaubte Remus seinen Augen nicht trauen zu können. Unten im Küchenschrank, auf einem Stapel alter Lappen und zwischen Eimern und Besen saß Harry und versuchte, es sich gemütlich zu machen.

„Harry, was machst du im Schrank? Sirius, kommt bitte schnell in die Küche." Remus hatte sich kaum wieder zu Harry umgedreht, stand Sirius auch schon neben ihm.

Harry sah die beiden Männer, die ihn gerade von den Dursleys weggeholt hatten mit großen Augen an. Sie sahen ja ganz nett aus und hatten bisher auch ganz nett mit ihm geredet. Sie nannten ihn sogar Harry und nicht Junge oder Freak. Also fasste er sich ein Herz.

„Uhm, Sir? Ich sollte doch ins Bett. Und unter der Treppe ist kein Schrank. Und da dachte ich ..."

Remus und Sirius trauten ihrem Gehör nicht. Letzterer fühlte sogar, wie ihm Tränen in die Augen stiegen. Dieser verängstigte und verschüchterte Junge sollte der fröhliche Sohn seines verstorbenen besten Freundes sein? Sirius kniete sich nieder, angelte Harry aus dem Schrank und ging in Richtung Treppe.

„Kommst du, Remus?"

Als wäre das das Stichwort gewesen, schreckte der Angesprochene aus seinen Gedanken hoch und folgte Pate und Patenkind in das vorbereitete Zimmer.

Remus sah zu, wie Sirius Harry beim Umziehen half, ihn ins Bett legte, zudeckte und ihm zum Schluss noch einen Kuss auf die Stirn gab. Er war der geborene Vater. Der Gedanke daran, dass er die beiden die letzten 4 Jahre nicht so sehen konnte und es ihnen nicht vergönnt, versetzte ihm einen Stich im Herz. Als Sirius aus dem Zimmer ging, folgte Remus ihm, aber nicht ohne vorher das kleine Nachtlicht, das sie neben Harrys Zimmertür gestellt hatten anzuknipsen.

Wieder im Wohnzimmer, sagte Remus erst einmal gar nichts. Auch bemerkte er nicht, dass Sirius schon lange neben ihm saß und ihn fragend ansah.

„Moony, was ist los?"

Remus erschrak, aus seinen Gedanken gerissen. Er sah Sirius an und konnte nicht mehr anders. Er gab seinen Tränen nach. Es war so ungerecht. Und er hatte nichts machen können.

„Sirius, es tut mir so leid. Als ich Harry in dem Schrank gesehen habe. Was haben diese Muggel ihm angetan?"

„Ich weiß es nicht, Remus. Und ich will es eigentlich auch nicht wissen. Das beste ist, wenn wir versuchen Harry seine Kindheit so angenehm wie möglich zu machen"

Jetzt konnte Sirius seine Tränen auch nicht mehr zurückhalten. Tränen, die er seit jenem Halloween von 4 Jahren nicht mehr geweint hatte, da das die anderen Gefangenen nur noch aufgestachelt hätte und die Dementoren angelockt.

Die beiden Männer lagen sich gegenseitig in den Armen, wo einer den anderen tröstete. Es tat gut, seinen Gefühlen freien Lauf zu lassen.

Doch plötzlich passierte etwas, mit dem keiner der beiden gerechnet hatte. Als sich Remus und Sirius soweit beruhigt hatten, richteten sie sich auf und sahen sich dabei in die Augen. Die sturmgrauen Augen fesselten Remus, wie sie es schon in der Schule und danach getan hatten. Er konnte sich nicht mehr beherrschen. Er nahm Sirius Kopf in seine Hände und küsste ihn zärtlich. Sirius, zuerst etwas perplex, gab schließlich nach und ließ sich von Remus in einen leidenschaftlich Kuss ziehen, so leidenschaftlich, als hinge ihr Leben davon ab.

Nachdem sie schließlich voneinander abließen, stand Remus blitzschnell auf und murmelte, dass es ihm Leid täte, er nicht gedächte hätte, er habe nicht anders gekonnt.

Sirius lachte nur kurz zärtlich, stand ebenfalls auf und zog Remus in einen weiteren Kuss. Remus sah Sirius entgeistert an, als dieser den erneuten Kuss beendete.

„Aber ...?"

„Remus. Remmie. Ich habe in den Jahren in Azkaban nie vergessen, wie es war, dich zu küssen. Diese Erinnerung konnten die Dementoren mir nicht nehmen. Es war ein Fehler, dich für den Verräter zu halten und mich von dir zu trennen. Gibst du mir noch eine Chance, Moony? Bitte!"

Remus musste erst einmal schlucken. Er wusste, dass Sirius Black von tiefstem und mit ganzem Herzen liebte und sein Herz auf der Zunge trug. Etwas so ernstes sagte er nicht einfach so.

„Sirius. Du hast mich damals sehr verletzt. Es tut immer noch weh. Die Zeit wird zeigen, ob wir wieder zu einer Liebesbeziehung fähig sind, oder ob wir lieber auf der freundschaftlichen Schiene bleiben sollten."

Sirius setzte zum Protest an. „Remus, bitte, du musst mir eine Chance ... was?"

„Ich sagte, dass die Zeit zeigen wird, ob wir wieder zu einer Liebesbeziehung fähig sind, vor allem nach dem, was passiert ist, welche bösen Worte gefallen sind. Ich sagte dir bereits, dass ich dir vergeben habe, daran geglaubt zu haben, dass du der Mörder von James, Lily und Pete- Pettigrew warst. Ich gebe uns eine neue Chance. Aber es wird Zeit brauchen, falls es je wieder so sein sollte wie damals."

Sirius nickte. „Ich verstehe Moony. Und nun lass uns den Beginn unserer neuen Beziehung ein bisschen genießen. Die Küsse haben mir sehr gut gefallen. Und wenn ich recht gehört habe, dir auch."

Mit diesen Worten zog Sirius Remus in einen neuen Kuss. Oder zog Remus Sirius in diesen Kuss? Man kann es nicht genau sagen.

Etwas später saßen die beiden aneinander gekuschelt im Wohnzimmer. Harry schlief ruhig oben in seinem Zimmer uns sie hatten sich ein Glas Rotwein gegönnt.

„Weißt du Sirius," fing Remus an „Ich glaube das bekommen wir hin. Harry wird sich an uns gewöhnen und wir gewöhnen uns auch wieder aneinander."

Sirius lachte leicht auf.

„Wo ist mein Pessimist-Moony und was hast du mit ihm gemacht? Merlin, dir scheint zuviel Alkohol in kürzer Zeit nicht zu bekommen."


Fertig. Zumindest mit diesem Kapitel.

Mein Harry hat einen Schaden und meine Restmarauder hatten mal was miteinander und haben wieder was. Oh. Mein. Gott. Wie. Krank.

Bitte lasst doch ein kleines Review da, wenn es euch gefallen hat. Und wenn es euch nicht gefallen hat, dann auch ;)