Ok, direkt mal Butter bei die Fische..ich hab quasi keine Ausrede warum ich nicht geupdated hab..und ich bitte höflichst nicht mit Sachen nach mir zu werfen, für den Fall das überhaupt jemand anwesend ist der sich noch für die Story interessiert.. 'Grillen zirpen' xD Wie auch immer, viel Spaß, und ich bin auch schon wieder weg xD
Überraschende Erkenntnisse
Als Xena und Gabrielle schließlich zu ihrem Lager zurückkehrten, fanden sie es zu ihrer Erleichterung genau so vor wie sie es verlassen hatten. Um ehrlich zu sein hatte Xena auch nicht erwartet das Callisto sich an ihren Sachen vergreifen würde; zum einen war sie verletzt und vermutlich nicht einmal aufgewacht während sie weg waren, zum anderen wäre es selbst für Callisto unlogisch gewesen sie zu verärgern, nachdem sie offensichtlich ihre Hilfe brauchte. Xena hatte sich mehr Sorgen wegen den Soldaten gemacht, die möglicherweise noch immer in der Gegend waren, ganz zu schweigen von den üblichen Wegelagerern und Dieben, die sich normalerweise in Wäldern wie diesen herumtrieben. Zum Glück hatte sich niemand in ihr Lager verirrt, denn Xena hatte heute Abend keinen Nerv mehr auch noch hinter ihren gestohlenen Sachen herzujagen.
Die nächsten paar Minuten herrschte völlige Stille, nur gelegentlich unterbrochen von leisem Klappern oder Rascheln, während Xena das Lager fertig herrichtete und Gabrielle das vorher zubereitete Essen noch einmal aufwärmte. Als sie Xena schließlich eine Schüssel reichte, nickte diese nur dankend und begann ebenso schweigend zu essen wie sie zuvor gearbeitet hatte. Gabrielle öffnete den Mund um etwas zu sagen, schwieg dann aber doch, unschlüssig wie sie das, was sie sagen wollte, zum Ausdruck bringen sollte. Es war ungewöhnlich für die Bardin sich nicht ausdrücken zu können, war es doch gerade die Fähigkeit ihre Empfindungen und Eindrücke stets in Worte fassen zu können, die sie auszeichnete. Anderseits waren die Umstände selbst für jemanden der mit Xena durch das Land zog nicht gerade als normal zu bezeichnen.
Schließlich holte sie tief Luft und schaute ihre Freundin an. „Xena..ich..also.." Sie seufzte leise. „Hast du eigentlich mal darüber nachgedacht was das bedeutet, dass du Callisto geholfen hast?" Xena seufzte tief und stellte ihre Schüssel beiseite. Sie hatte gewusst das diese Diskussion noch nicht ausgestanden war, aber sie hatte gehofft das Gabrielle wenigstens bis morgen warten würde. Vielleicht schaffte sie es sie auf morgen zu vertrösten, denn Xena wollte jetzt eigentlich nur noch ins Bett. „Gabrielle..lass uns das bitte morgen klären ja? Außerdem dachte ich, ich hätte dir meine Gründe eben einigermaßen verständlich machen können?" Gabrielle schüttelte den Kopf.
„Nein..also..doch..ich meine, du hast mir gesagt warum du ihr geholfen hast, und ich habe dir gesagt, dass ich deine Entscheidung toleriere. Ich bin nicht einverstanden, aber ich nehme es hin. Aber was ich eigentlich meine, ist...wie willst du mit ihr um dich herum leben? Du kannst ihr nicht trauen Xena, und das weißt genau so gut wie ich. Wie willst du ruhig schlafen? Soll einer von uns wach bleiben, Nacht für Nacht? Was wird passieren wenn wir angegriffen werden? Wenn wir abgelenkt sind? Wir werden unser Lager, unsere Sachen keine fünf Minuten aus den Augen lassen können, wir werden ihr niemals den Rücken zudrehen können...hast du auch darüber nachgedacht als du den glorreichen Entschluss gefasst hast ihr zu helfen?"
Xena grinste leicht und setzte zu sprechen an, doch Gabrielle stand auf und lief hin und her, ohne sie zu Wort kommen zu lassen. „Sie wird uns nicht helfen, sie wird uns nicht unterstützen. Sie wird uns nur zur Last fallen! Wer weiß was wir uns mit ihr eingebrockt haben, weißt du denn wovor sie auf der Flucht ist? Es wird nichts Geringes sein wenn Callisto, Callisto! um Hilfe bittet. Wir werden keine ruhige Minute mehr haben...wir werden…" Sie tigerte weiter wütend hin und her. Xena lächelte einen Moment in sich hinein und stand dann auf. Sie wartete einen Moment bis Gabrielle erneut vorbei kam und hielt sie dann am Arm fest. „Gabrielle..Gabrielle!" Die Bardin reagierte nicht, sondern brabbelte weiter wütend vor sich hin. Xena schaute sie einen Moment ratlos an, und tat dann das Erstbeste das ihr in den Sinn kam; hätte sie darüber nachgedacht hätte sie vermutlich niemals den Mut dazu aufgebracht, doch für einen Augenblick dachte sie nur daran Gabrielle zum Schweigen zu bringen. Sie lehnte sich vor und küsste ihre Bardin sanft.
Vollkommen überrumpelt verstummte Gabrielle und war einen Moment unfähig sich zu rühren, geschweigen denn den Kuss zu erwidern. Sie hatte das Gefühl, als träfe sie ein Blitz, ein sehr angenehmer Blitz, der durch ihren Körper wanderte und eine wohlige Wärme hinterließ. Unwillkürlich hatte sie die Augen geschlossen, doch in dem Moment in dem sie aus ihrer Starre erwachte und den Kuss erwidern wollte, ihrer Kriegerin zeigen wollte was in ihr vorging, löste sich Xena von ihr. Gabrielle stand einige Sekunden regungslos da, während sie versuchte die Erinnerung an das Gefühl von Xenas Lippen auf ihren eigenen festzuhalten. Als sie schließlich die Augen wieder öffnete, schaute sie direkt in ein Paar eisblauer Augen, die schnell den Blick abwandten als sie den Blickkontakt bemerkten.
„Ich hatte niemals vor sie länger bei uns zu behalten. Sobald sie wieder einigermaßen auf den Beinen ist, verschwinden wir von hier...ohne sie." Xena wagte einen kurzen Blick zu ihrer Gefährtin, und wandte sich dann der Hütte zu. „Ich..ähm…schau noch einmal nach ihr. Du kannst ja schon mal ins Bett gehen." Mit diesen Worten verschwand sie in der kleinen Hütte. Gabrielle schaute ihr einen Moment verwirrt nach, und es dauerte einige Augenblicke, bis sie den Sinn ihrer Worte überhaupt verstand. Schließlich breitete sich jedoch ein Lächeln auf ihrem Gesicht aus, das sich schnell in ein Strahlen verwandelte. Mit einer fließenden Bewegung streifte sie die Schuhe von den Füßen und kuschelte sich anschließend in ihr, wenn auch etwas improvisiertes, Bett. Sanft strich sie mit ihren Fingern über ihre Lippen. Xena hatte sie geküsst…sicher hatte sie sich danach schnell abgewandt als wäre nichts geschehen, aber es hätte sie auch überrascht wenn ihre Kriegerin anders reagiert hätte, schließlich war sie noch nie der Typ für große Gefühle. Erneut schlich sich ein Strahlen auf das Gesicht der Bardin. Auch wenn Xena den Kuss unterbrochen hatte…auch wenn sie so tat als wäre nichts…sie hatte sie geküsst. Vielleicht bedeutete sie ihrer Freundin doch mehr als sie gedacht hatte…vielleicht empfand Xena doch ebenso wie sie. Vielleicht gab es Hoffnung ihre Freundin nicht zu verlieren wenn sie ihr die Wahrheit sagte.
Als Xena schließlich wieder aus der Hütte trat, war Gabrielle längst in Morpheus' Reich hinübergeglitten. Sie hatte die eigentlich nur wenige Minuten dauernde Untersuchung absichtlich in die Länge gezogen, in der Hoffnung, dass Gabrielle dann bereits schlafen würde wenn sie wiederkam; sie wollte ein Gespräch um jeden Preis vermeiden. Erleichtert setzte sie sich ans Feuer, nachdem sie sich vergewissert hatte, dass ihre Freundin tief und fest schlief. Sie wusste, dass sie über das, was gerade eben geschehen war reden mussten, doch nicht heute Abend, nicht wenn noch immer ein solches Gefühlschaos in ihr tobte. Während das Feuer langsam herunterbrannte, beobachtete Xena ihre Bardin liebevoll und nachdenklich zugleich. Mit den Augen folgte sie den zuckenden Schatten, die das Feuer auf ihre Haut warf, und sie in einem matten Bronzeton schimmern ließ. Es gab nichts auf der Welt das Xena jetzt lieber getan hätte, als hinüberzugehen und mit den Fingern sanft über ihre Haut zu streichen, ihre Bardin in den Arm zu nehmen und ihr zu sagen, wie sehr sie sie liebte.
Es waren nur wenige Schritte die sie voneinander trennten, und doch war es gleichzeitig eine unüberwindbare Kluft. Sie wusste, dass sie ihr niemals sagen konnte was sie wirklich empfand. Es gab für sie keine Chance, ihre Bardin jemals anders als freundschaftlich in den Arm zu nehmen. Würde sie Gabrielle die Wahrheit sagen…würde sie sie für immer verlieren. Sie hatte ihrer Freundin heute bereits viel zu viel von sich preisgegeben, hatte ihr unabsichtlich einen tieferen Blick in ihre Seele gewährt als sie gewollt hatte. Langsam strich sie mit ihren Fingern über ihre Lippen. Sie hatte das Gefühl, noch immer Gabrielles Lippen auf ihren spüren zu können; eine wunderschöne Erinnerung, und eine Erinnerung musste es bleiben. So etwas durfte nie wieder geschehen; dieses Mal konnte sie sich gerade noch rechtzeitig losreißen, doch das nächste Mal würde sie die Kontrolle verlieren und sie so küssen, wie sie es in ihren Träumen bereits tat, und das durfte sie nicht zulassen. Mit ihrer Kontrolle würde sie ihre Seele verlieren, sie würde, ebenso wie ihr Herz, mit der blonden jungen Frau vor ihr verschwinden.
Xena seufzte leise und krabbelte lautlos in das Bett neben der schlafenden Bardin. Vielleicht hatte Gabrielle nicht gemerkt was wirklich in ihr vorgegangen war…vielleicht hatte sie den Kuss rein freundschaftlich aufgenommen. Vielleicht gab es Hoffnung ihre Freundin nicht zu verlieren wenn sie ihr die Wahrheit verschwieg.
Als Gabrielle am nächsten Morgen erwachte, war die Sonne bereits aufgegangen und tauchte die kleine Lichtung in gleißendes Morgenlicht. Verschlafen blinzelte die Bardin in das Licht, dann tauchte sie unter ihre Decke um das Aufstehen noch ein wenig hinauszuzögern. Sie hatte bereits die Augen wieder geschlossen, das Gesicht im Kissen vergraben und war gerade dabei wieder in einen leichten Schlaf hinüberzugleiten, als sie etwas stutzen ließ. Sie schob die Decke wieder von sich und richtete sich halb auf; das Camp um sie herum war in eine friedliche Stille getaucht, und weder Mensch noch Tier störte die morgendliche Idylle. Was sie jedoch vollends aus dem Schlaf gerissen hatte, war keineswegs ein verdächtiges Geräusch gewesen; es war vielmehr das völlige Fehlen eines Geräusches und die Stille um sie herum, die Gabrielle stutzig gemacht hatte. Mit einem kurzen Blick vergewisserte sie sich, dass die Schlafstatt neben ihr leer war; das war nicht ungewöhnlich, stand Xena doch für gewöhnlich immer früher auf als sie. Normalerweise begann sie dann allerdings das Camp aufzuräumen und ihre Sachen zusammenzupacken, um einen möglichst raschen Aufbruch zu gewährleisten; an das Frühstück wagte sich Xena nach einem einzigen, aber katastrophalen Versuch nicht mehr, das überließ sie Gabrielle. Heute jedoch war kein Zeichen von Xena zu sehen oder zu hören.
Beunruhigt setzte sich Gabrielle auf und blickte sich prüfend um; es gab jedoch keinerlei Anzeichen eines Kampfes, und auch Xenas Waffen und ihre Rüstung lagen noch immer neben ihrem zerwühlten Bett. Sie beschloss die Angelegenheit für den Moment auf sich beruhen zu lassen und sich lieber dem Frühstück zu widmen; in all den Jahren hatte sie gelernt Xena zu vertrauen und ihre Eigenheiten hinzunehmen, und wenn es der Kriegerprinzessin einfiel einen Morgenspaziergang zu machen, aus welchen Gründen auch immer, dann war das eben so.
Gähnend krabbelte Gabrielle aus dem Bett und begann das Frühstück zuzubereiten; sie war sich ziemlich sicher das Xena jeden Moment auftauchen würde, und dann wollte sie wahrscheinlich etwas zu essen haben. Bei dem Gedanken an ihre Kriegerin und vor allem die letzte Nacht klopfte ihr Herz schneller; einerseits sehnte sie sich Xenas Auftauchen herbei, andererseits fürchtete sie sich davor ihr gegenüberzustehen. Bevor sie jedoch weiter darüber nachdenken konnte, trat Xena aus den Büschen vor ihr, nur mit ihrem ledernen Unterkleid bekleidet und mit nassen Haaren. Gabrielle schenkte ihr ein schüchternes und etwas unsicheres Lächeln und wandte sich dann schnell wieder dem Essen zu, um sich ihre Nervosität nicht anmerken zu lassen. Als sie schließlich sprach, tat sie es ohne sich zu ihrer Freundin umzudrehen, wohl wissend dass diese sich gerade abtrocknete und das sie bei diesem Anblick kein Wort mehr herausbringen würde.
„Du warst baden?" Xena schaute kurz zu ihr hinüber, doch Gabrielle hatte ihr den Rücken zugewandt. „Ja..es war die Nacht ziemlich heiß...also...ich meine...unter der Decke…mit der Decke…und...es war ziemlich warm, deswegen dachte ich, ich nehme schnell ein Bad…" Sie brach ab und gab sich eine mentale Ohrfeige für ihr albernes Rumgestammel. Sie war noch nie gut mit Worten gewesen, aber gerade hatte sie sich wirklich selbst übertroffen; wenn sie hatte erreichen wollen dass Gabrielle die gestrige Aktion wirklich nur als Freundschaftsakt sah, hatte sie sich gerade gründlich entgegengearbeitet. Sie räusperte sich kurz. „Na ja, wie gesagt, ich dachte ein erfrischendes Bad am Morgen kann ja nicht schaden." Es war die Nacht tatsächlich sehr warm gewesen, beinahe schwül, doch das war keineswegs der Grund warum sie heute Morgen verschwunden war. Vielmehr hatte sie darüber nachdenken wollen, wie sie Gabrielle möglichst beiläufig klarmachen konnte, dass der Kuss gestern rein gar nichts zu bedeuten hatte, und das möglichst ohne sich wieder zum totalen Deppen zu machen so wie gerade eben. Leider war ihr auch nach einer Runde um den kleinen See und einem ausgedehnten Bad keine auch nur halbwegs akzeptable Lösung eingefallen, von den richtigen Worten ganz zu schweigen.
Auf Gabrielles Lippen hatte sich während Xenas Erklärungsversuch ein kleines Lächeln geschlichen; es war immer wieder süß wenn ihre Kriegerin nach den richtigen Worten suchte…und scheiterte. Nachdem die peinliche Stille lange genug angedauert hatte, beschloss sie ihre Freundin zu erlösen. Sie drehte sich halb zu ihr herum und nickte leicht. „Du hast Recht, es war die Nacht wirklich warm…aber du hättest mich doch wecken können, ich wäre auch gerne eine Runde schwimmen gegangen." Xena grinste leicht und fand wieder zu ihrer alten Selbstsicherheit zurück. „Um ein Kissen ins Gesicht zu bekommen, weil es ja noch `viel zu früh zum aufstehen` wäre?" Sie lachte leise als Gabrielle ihr leicht mit dem Kochlöffel drohte. „Als würde ich so reagieren wenn du mich weckst…" Grinsend ging sie hinüber zu Xena und gab ihr einen leichten Klaps auf die Schulter, was diese mit einem leichten Stupser ihres Fußes quittierte. Was sie dabei jedoch nicht bedacht hatte war, dass Gabrielles Knöchel noch immer nicht vollständig wiederhergestellt war, was zur Folge hatte das die Bardin wieder einmal in Xenas Armen landete.
Diese hatte ihre Freundin geistesgegenwärtig aufgefangen, und fand sich einmal mehr dem Blick aus klaren, grünen Augen ausgesetzt. Xena spürte erneut wie ihr Herz mit ihrem Verstand um die Oberhand rang; einerseits wünschte sie sich nichts sehnlicher als ihre Bardin in den Armen zu halten und zu küssen, andererseits spürte sie den unwiderstehlichen Drang wegzulaufen um nichts Dummes zu tun, um Gabrielle nicht zu verlieren. Gerade als sie spürte dass ihr Verstand im Begriff war zu verlieren, wurden sie glücklicherweise aus unterbrochen. Simultan wandten sie die Köpfe zu der kleinen Hütte, aus der ein lautes Scheppern ertönt war, auf welches ein unterdrückter Fluch folgte. Nur Sekunden später schwang die Tür auf und Callisto erschien im Türrahmen, die Hand an ihrem verbundenen Oberarm.
Zum allerersten Mal in ihrem Leben war Xena froh ihre Erzfeindin zu sehen, bot sie ihr doch die ideale Entschuldigung sich von Gabrielle zu entfernen. Sie stand rasch auf und trat bis auf ein paar Schritte an Callisto heran. „Wie geht's dir? Alles in Ordnung mit deinem Arm?" In ihrer Stimme schwang mehr Freundlichkeit mit als sie geplant hatte, vermutlich weil sie ihr dankbar für ihr plötzliches Auftauchen war. Ein Blick in Callistos Augen zeigte ihr jedoch, dass sie von ihr nicht das Gleiche erwarten konnte; ihre braunen Augen blickten sie kalt an. „Ich wüsste nicht was dich das angeht; außerdem war es sowieso nur ein Kratzer, ich hätte deine Hilfe nicht gebraucht!" Die Stimme der Blonden war kalt, fast schon ein wenig überheblich, aber Xena beschloss sie vorerst nicht daran zu erinnern dass sie gestern um genau diese gebeten hatte. Stattdessen zog sie nur eine Braue hoch und bedeutete ihr anschließend sich an das Feuer zu setzen.
Einen Augenblick blieb Callisto noch stehen und durchbohrte die Kriegerin mit ihrem Blick, bevor sie sich, wenn auch widerwillig, auf den Stamm in der Nähe des Feuers setzte, derselbe der gestern schon Gabrielle als Bank gedient hatte.
Für einige Sekunden herrschte Schweigen im Lager, während sich die drei unfreiwilligen Gefährtinnen unsicher, kalt und in Gabrielles Fall wütend ansahen. Als sich auch nach einer guten halben Minute noch niemand rührte, seufzte Xena innerlich und ging an ihrer offensichtlich zu Stein erstarrten Freundin vorbei zu der Feuerstelle. Gabrielle war offenbar noch nicht bereit Callisto in irgendeiner Form entgegenzukommen – nicht das Xena das nicht verstanden hätte – also musste sie wohl selbst den Anfang machen. Schweigend nahm die Kriegerin eine Schüssel und füllte etwas von dem undefinierbaren Brei aus dem Topf hinein; sie wusste nicht genau was es war, aber die vergangenen Jahre hatten ihr gezeigt das man kochtechnisch mit Gabrielle immer auf der sicheren oder vielmehr wohlschmeckenden Seite war. Ihre Erzfeindin beäugte die ihr angebotene Schüssel argwöhnisch und schien darüber nachzudenken ob sie sie annehmen oder Xena lieber ins Gesicht werfen sollte. Schließlich entschied sie sich jedoch für Ersteres, verzichtete jedoch auf ein Wort des Dankes. Xena hatte nichts anderes erwartet.
Statt sich jedoch selbst etwas zu nehmen setzte sie sich in einigem Abstand vor Callisto, Gabrielle mit sich hinunterziehend, die bis dato immer noch damit beschäftigt gewesen war die Blonde mit ihrem Blick zu erdolchen.
Bevor Xena jedoch zum Sprechen ansetzen konnte um endlich einmal die Frage anzuschneiden, was um der Götter Willen eben jene Blonde bei ihnen zu suchen hatte, meldete sich Gabrielle zu Wort, die es wohl endlich für nötig befand sich in das nicht vorhandene Gespräch einzuklinken. „Du trägst immer noch das Shirt von gestern."
Sie erntete von beiden Kriegerinnen einen ungläubigen Blick, auch wenn Callistos Augen eher spöttisch als ungläubig schauten. „Tatsächlich..wäre mir beinahe entgangen, danke Gabrielle." Ihre Stimme triefte geradezu vor geheuchelter Überraschung, während sie die Bardin zuckersüß anlächelte. Die verschränkte beinahe trotzig die Arme. „Im Haus lagen frische Sachen und du hast eine neue Hose an, aber das Shirt hast du nicht gewechselt." In ihrer Stimme schwang bereits ein wütender Unterton mit, während sie das Oberteil taxierte, so als sei dieses Stück Stoff Schuld an allem. „Ja und? Verbessere mich wenn ich mich täusche, aber bisher war ich der Annahme das es immer noch meine Sache sei, was ich wann und wo trage!" Die falsche Freundlichkeit die sie gerade noch an den Tag gelegt hatte war wie weggezaubert, und ihre Stimme nahm eine bedenklich leise Tonlage an. Währenddessen saß Xena zwischen den beiden und bedachte mal die eine, mal die andere mit einem verwirrten Blick, während sie sich fragte ob sie den offenbar entscheidenden Punkt dieses Gesprächs verpasst hatte, denn sie hatte keine Ahnung worum es eigentlich ging. Sicher, Callisto hatte das alte Oberteil anbehalten obwohl in der Hütte auch frische Sachen bereitlagen, aber sie verstand nicht warum die beiden gerade so ein Theater darum machten…es war schließlich nur ein Oberteil, bei Zeus.
Als Gabrielle sich erhob wandte Xena den Kopf zu ihr, doch bevor sie reagieren konnte war ihre Freundin auch schon an ihr vorbei zu Callisto gestürmt. „Es ist dreckig, es ist verschlissen und es stinkt! In der Hütte liegen frische Sachen, also zieh sie gefälligst an! Oder sind sie nicht gut genug für die Dame? Sind unsere Sachen nicht fein genug für dich?" Sie zerrte an dem Oberteil und funkelte Callisto wutentbrannt an. „Du kommst hierher, flehst uns an dir zu helfen, lässt dich von uns behandeln, und unser Essen ist gut genug für dich aber nicht unsere Sachen? Was willst du eigentlich?" Mittlerweile schrie sie die Blonde an, die, statt die Bardin einfach zu Boden zu schlagen, vor ihr zurückgezuckt war und reflexartig die Arme um sich gelegt hatte, so als wollte sie sich schützen.
Xena saß immer noch wie angewurzelt auf ihrem Platz und beobachtete die Szene verwirrt. Zum einen war ihr immer noch nicht klar, was genau es eigentlich mit diesem ominösen Oberteil auf sich hatte, zum anderen, und das war viel wichtiger, war sie schlicht verblüfft von Callistos Reaktion. Offensichtlich war das überhebliche Verhalten von eben, dass sie eigentlich von ihr gewöhnt war, nur gespielt gewesen, und mehr denn je brannte ihr die Frage unter den Nägeln, was in aller Welt Callisto so erschreckt haben könnte, dass sie sogar vor Gabrielle zurückzuckte.
Ein reißendes Geräusch riss sie aus ihren Gedanken und die darauf folgende, nach dem Geschrei wenige Sekunden vorher unnatürlich anmutende Stille ließ Xena alarmiert aufblicken, beinahe davon überzeugt eine der beiden blutend am Boden zu sehen. Stattdessen sah sie jedoch nur die erstarrten Figuren der beiden Streithähne vor sich, und da Gabrielle halb vor Callisto stand, verdeckte sie Xena die Sicht auf das, was die beiden offensichtlich hatte erstarren lassen. Sie konnte nur erkennen, dass Gabrielle auf etwas starrte, das sich ungefähr auf Bauchhöhe von Callisto befand, während diese mit einem entsetzen Gesichtsausdruck geradeaus schaute. Es dauerte nur wenige Sekunden bis sich Callistos Gesicht wieder in eine ausdruckslose Maske verwandelte, doch statt aufzufahren blickte sie nur zur Seite, so als wollte sie Blickkontakt vermeiden. Noch immer herrschte absolute Stille auf der Lichtung, und noch immer verharrte Gabrielle in der Position in der sie erstarrt war, die eine Hand an Callistos Oberteil und mit der anderen das Handgelenk ihres Gegenübers umklammernd, offensichtlich zu geschockt um auch nur einen Muskel zu rühren.
Als sich nach einer halben Minute immer noch keiner der beiden bewegt hatte, begann Xena sich Sorgen zu machen. „Gabrielle?" Keine Reaktion. Anmutig sprang die Kriegerin auf und überbrückte die Entfernung mit wenigen, schnellen Schritten. „Gabrielle was ist los?" Sanft legte sie eine Hand auf die Schulter ihrer Freundin, die immer noch mit offenem Mund und sichtbar geschockt auf Callisto starrte. „Gabrielle, bei den Göttern, was ist los? Du fängst an mir Angst einzujagen, was ist den bitte so…" Sie brach abrupt ab, und nun fiel auch ihr die Kinnlade herunter. Sie hatte den Blick von Gabrielle zu Callisto schweifen lassen um zu sehen was ihre Seelenverwandte so geschockt haben konnte, und nun da die Erkenntnis langsam in ihr Gehirn sickerte, konnte sie nicht anders als es Gabrielle gleichzutun.
Nach wenigen Sekunden hatte sie sich allerdings so weit gefasst, dass sie einige Schritte zurücktrat und Gabrielle mit sich zog, die dadurch endlich das Shirt losließ und langsam wieder in die Realität fand, denn sie schloss den Mund und räusperte sich leise. Callisto blickte noch immer scheinbar desinteressiert in eine andere Richtung, aber jetzt wurde Xena klar dass sie es vermied einem von ihnen in die Augen zu sehen.
Noch einmal wanderte ihr Blick nach unten an die Stelle, an der Gabrielle in ihrer Wut das Shirt aufgerissen hatte, so dass es jetzt in Fetzen herunterhing und einen Großteil ihres Oberkörpers freigab. Nur das der keineswegs so war wie sie ihn erwartet hätte.
Der flache und durchtrainierte Bauch, den Xena von ihrer Erzfeindin gewöhnt war, war nicht mehr flach; vielmehr wölbte er sich sanft nach vorne und bildete eine, wenn auch noch recht kleine, Rundung.
Jetzt machte alles einen Sinn; dass Callisto sie daran gehindert hatte ihren Bauch zu untersuchen, und auch dass sie sich geweigert hatte ein neues Oberteil anzuziehen; die beiden Shirts, die in der Hütte lagen, waren nämlich eng geschnitten und hätten sie sofort verraten.
„Du bist schwanger." Gabrielle hatte endlich ihre Sprache wiedergefunden. Der Zorn von eben war daraus verschwunden, und hatte einer tiefen Ungläubigkeit Platz gemacht. Nun endlich wandte Callisto den Kopf zu ihnen und zog eine Augenbraue hoch. „Treffend beobachtet du Blitzmerker." Sie verfehlte den beißenden Spott, den sie vermutlich in ihre Worte legen wollte, um Haaresbreite. Für einen Moment wallte Mitleid in Xena auf; so wie Callisto da saß, die Arme wieder schützend um den Oberkörper geschlungen, sah sie unglaublich zerbrechlich aus. Dennoch blieb Xena stehen wo sie war und verschränkte die Arme.
„Ich denke du hast uns einiges zu erklären, meinst du nicht auch?"
Überrascht? xD Wenn ja sagts mir, wenn nicht sagts mir einfach auch..xD
