So, jetzt muss ich erst mal was zu meiner Geschichte sagen. Im ersten Kapitel bin ich noch nicht dazu gekommen.
Mich haben zwei Dinge an dieser Serie immer gestört:
Das eine war, dass immer irgendwelche Zusammenhänge oder Möglichkeiten angedeutet, aber nicht aufgelöst wurden. Zwar werden sie langsam in den inzwischen über 137 Folgen und 3 Kinofilmen doch mal ans Licht gebracht (Frau Takahashi geht da wohl sehr bedächtig vor), aber mir war das zu langsam und so habe ich diese Geschichte(n) geschrieben.
Das zweite, was mich störte, war, dass Kagome, obwohl sie selbst große Fähigkeiten besitzt, sich immer hinter Inu Yashas Rücken versteckt. Das konnte ich so nicht stehen lassen. Also bekommt das Mädel bei mir eine ordentliche Ausbildung damit sie selbst handeln kann.
Ich hatte das große Glück, bei meiner Geschichte von Anfang an eine Lektorin zu haben, nämlich die liebe Lady Eskaria. Vielen Dank an dich für deine Hilfe und die vielen, guten Ratschläge!!! Und lest ihr nächstes Kapitel!!!
@Lady Rosha: Danke dass du gleich von Anfang an meine Geschichte liest. Der gute Inu Yasha ist Kagome auf der Spur und wird einige Kapitel später wieder auftauchen. Bis dahin muss sich Kagome mit ihrem Entführer auseinandersetzen *g*
@soobin: Danke für dein Lob! Mit dem Hänseln hast du recht. Ich dachte mir, dass Inu Yasha auch als kleiner Dämon schon sehr wild war und so manchen Mensch erschreckte, aber dann doch zu klein war, um für voll genommen zu werden.
Viel Spaß beim nächsten Kapitel!
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Im Schloss
Als sie wieder zu sich kam, war es schon hell. Sie lag in einem riesigen Zimmer auf einem Futon am Boden. Eine schöne, seidene Decke lag um sie gehüllt. Sie fuhr hoch, die Erinnerung an ihre Entführung kam ihr sofort wieder in den Sinn. Wo war sie?
Sesshoumaru musste sie betäubt haben. Sie konnte sich noch daran erinnern, dass sie sich gewehrt hatte, als er sie davon trug und sie dann ohnmächtig geworden war, nachdem er sie berührt hatte. Wohin hatte er sie gebracht?
Von der Größe des Raumes her zu schließen befand sie sich in einem Schloss. Sie stand schnell auf, ihre Uniform hatte sie noch an. Sie schob die dünnen Strohmatten beiseite, die als Türe dienten und kam auf eine lange Veranda hinaus. Die Sonne stand schon hoch am Himmel und schien kräftig in einen wunderschönen Innenhof mit Bäumen, Blumen und Vögeln. Am Ende der Veranda führte eine sonnen beschienene Treppe hinunter in den Hof.
Dort sah sie Sesshoumaru sitzen, der zu ihr herüber schaute, als sie aus der Tür trat. Sie ging wütend auf ihn zu. Er saß ruhig in der Sonne, die langen Beine über die Treppenstufen ausgestreckt. Er trug keine Rüstung, dafür glänzten seine seidenen Gewänder wie Metall in der Sonne. Er war vollkommen weiß gekleidet. Zusammen mit seinen langen, weißen Haaren umgab seine Gestallt ein Gleißen und Flirren, dass sie die Augen ein wenig schließen musste, um nicht geblendet zu werden.
Sie drehte sich zu ihm hin und fixierte ihn wütend. „Was willst du von mir?" , herrschte Kagome Sesshoumaru an. „Was soll das? Warum hast du mich entführt?"
„Du brauchst dich nicht zu fürchten, ich will nichts von dir - außer mich mit dir zu unterhalten." sagte er mit leiser Stimme. „Nimm Platz!" forderte er sie auf und deutete auf die Stelle neben ihm. Sie blieb jedoch mit den Händen in den Hüften gestützt stehen.
Das war ja neu! Reden wollte er, seit wann denn das? Bisher war er ihr und Inu Yasha immer nur feindlich gegenüber getreten, hatte vor allem seinen Bruder verhöhnt und verspottet. Warum sollte er auf einmal mit ihr reden wollen? Um sie wieder zu beleidigen?
Er schwieg lange und schaute nachdenklich in die Ferne bis er endlich zu reden begann.
„Ich habe mich die ganzen Jahre um die Entwicklung meines kleinen Bruders gekümmert…" „Was, das nennst du dich kümmern? Du hast ihn mehrmals beinahe umgebracht...", schnaubte sie empört und funkelte ihn mit wilden Augen an. Aber er schaute gar nicht zu ihr auf, sondern blickte weiter auf einen undefinierbaren Punkt im Garten.
„So, hab ich das? Hab ich es denn getan?" fragte er spöttisch. „Ich wäre dazu jederzeit in der Lage gewesen, aber ich habe ihm nie ernsthaft geschadet."
Kagome dachte nach. Auch Miroku hatte mal erwähnt, dass Sesshoumaru seinen Bruder schon längst hätte töten können und es doch nie getan hatte.
Die Begegnungen liefen immer auf Kämpfe hinaus. Inu Yasha stürmte inzwischen immer sofort mit gezogenem Schwert auf seinen Bruder los, wenn er ihn nur kommen sah. Aber tatsächlich hatte sich Inu Yasha von den Verletzungen, die er sich bei diesen Kämpfen zugezogen hatte, immer erholt, wenn sie auch noch so schwer gewesen waren. Jedoch Ddem eigenen Bruder mit der Faust durch den Körper zu stoßen war ja wohlaber trotz allem wirklich nicht gerade eine freundliche Geste gewesen. Die Wunde war mehrfach wieder aufgebrochen und hatte Inu Yasha damals in einige sehr gefährliche Situationen gebracht.
Warum reizte Sesshoumaru seinen Bruder auch immer so? Warum tat er ihm das an?
„Was hast du eigentlich gegen ihn? Warum verfolgst du ihn mit deiner Verachtung?", herrschte sie ihn an.
„Er ist nun mal mit seiner Schwäche die Schande der Familie. Er muss mit seinem halbmenschlichen Körper leben und kann seine wachsenden Kräfte nur langsam einsetzen. Immer wieder musste ich ihm zeigen, zu was er eigentlich fähig ist. Er war nicht mal in der Lage, das Schwert zu meistern, das mein Vater ihm hinterlassen hat. Ich wusste, welche Macht es besitzt und musste mit ansehen, wie dieses Kind damit herumspielte und seiner nicht würdig war." „Ha, und deswegen wolltest du es haben?" „Ja, damit es bei mir seine vollen Kräfte entfalten konnte." meinte er nur ruhig.
„Das wurde ja wohl nichts, da ein so ehrenhafter Youkai wie du es einfach nicht anfassen kann. Das können nun mal nur Hanyous und Menschen" meinte Kagome spöttisch. „Und das Schwert hat er auch schneller beherrscht als dir wohl lieb war!" meinte sie und deutete auf seinen fehlenden linken Arm. Er blickte nur kurz zu ihr hoch und meinte dann ganz ruhig: „Ja, da hab ich ihn gewaltig unterschätzt. Das war mein Fehler…".
Seltsam, dachte sie, da hat er seinen Arm eingebüßt und ist deswegen nicht mal sauer. Ich dachte, das wäre ein Grund gewesen, warum er seinen Bruder immer voller Hass verfolgt hatte.
„Inzwischen beherrscht er Tessaiga voll und ganz, er hat es sogar verwandelt, dass es Barrieren durchbrechen kann. Und er kann beherrscht auch die ultimative Technik, mit der er selbst stärkste Dämonen vernichten kann.", meinte Kagome stolz.
„Ja, er hat sich entwickelt und hat die Macht, die in ihm liegt, genutzt um stärker und schneller zu werden. Aber was ist mit dir?" Sesshoumaru drehte langsam sein Gesicht zu ihr und sah sie lange an.
„Hä? Was soll mit mir schon sein? Ich bin doch nur ein Schulmädchen, das hilft die Scherben einzusammeln. Ich kann sie halt sehen, dass ist alles.", meinte sie nur knapp.
„So, das meinst du wirklich? Du bist noch viel dümmer und schwächer als ich geglaubt habe, Weib" Er schnaufte enttäuscht und schaute sie dann mit unbeweglichem Ausdruck an. Kagome war es unangenehm, wie er sie so musterte, aber es ärgerte sie auch gewaltig, dass er sie dumm nannte. Sie zog schmollend die Lippen hoch.
„Nun setz dich doch endlich!" Er quittierte ihr stures Verhalten mit einem spöttischen Lächeln und wies nochmals auf den Platz neben sich. Langsam und zögernd setzte sich Kagome auf die Stufe neben ihn. Was wollte er nur von ihr? Warum sollte sie sich neben ihn setzten und sich ausfragen lassen?
„Was denkst du denn, warum du die Scherben sehen kannst?" begann er das Gespräch wieder.
Kagome sah ihn kurz an. Warum wollte er das wissen? Warum interessierte ihn das überhaupt? Was ging ihn das an?
„Na, ich habe irgendwelche Fähigkeiten, weil ich doch auch den Juwel in mir hatte. Kaede meinte ja, ich sei Kikyos Wiedergeburt.", patzte sie heraus. Sie stütze einen Arm auf ihr Knie und legte ihr Kinn in die Handfläche, die Lippen immer noch unwillig verzogen.
„Und was meinst du?" fragte er sie vorsichtig aber nicht unfreundlich und sah sie dabei immer noch eindringlich an. Irritiert und nervös erwiderte sie kurz seinen Blick. Warum war er so hartnäckig? Auf was wollte er denn hinaus?
„Hmm, mir ist das Ganze ziemlich unheimlich. Ich weiß nicht so recht, was ich davon halten soll. Aber ich gebe mein Bestes, ich habe den Juwel ja schließlich kaputt gemacht. Und ich muss doch mithelfen die Splitter zu sammeln bevor üble Dämonen oder böse Menschen sie die Finger bekommen."
Er sah ihr weiterhin unbewegt ins Gesicht „Nun, dein Pflichtgefühl ehrt dich. Du hast wenigstens deine Verantwortung nie vergessen."
Kagome rutschte schon ganz unbehaglich auf ihrem Platz hin und her. Es machte sie nervös, dass er sie so lange ansah. Noch nie hatte sie sich mit diesem gefühlskalten Dämon unterhalten. Was wollte er überhaupt von ihr? Warum fragte er sie solche Dinge, die sie doch selbst nicht so richtig wusste?
Er wandte den Blick wieder von ihr ab, eine lange Pause entstand.
„Du bist eine Miko! Und eine sehr schlechte dazu, da du deine Kräfte weder kennst noch richtig einzusetzen weißt. Mein Bruder hat sich weiter entwickelt, aber du weißt überhaupt nichts von dir!" Seine kühle Stimme klang etwas höhnisch.
„Ach, aber du kennst dich aus, was?" Kagome schaute ihn verärgert an..
„Ja!" meinte er nur herablassend und starrte wieder schweigend in den Himmel.
„So, und woher kennst du denn die Fähigkeiten von Priesterinnen?" schnaubte sie ihn an.
„Von meiner Mutter", entgegnete er leise. „Meine Mutter war eine Miko".
