Hallo liebe Leserchens,

erst mal eine schlimme Nachricht: Lady Eskaria hat sich den Arm gebrochen und mich gebeten, euch mitzuteilen, dass sie daher für einige Zeit ausfallen wird. Gute Besserung und schnelle Heilung, liebste Lady!!!!

Bei mir geht es wieder weiter. Und diesmal ist Sesshoumaru an der Reihe, etwas zu lernen. Ja, auch das gibt es. Lest selbst!

@soobin: Die Ähnlichkeit von Rin und Kagome ist mir auch erst aufgefallen, als ich das Video wieder mal angeschaut habe. Es freut mich, dass dir mein Sesshoumaru so gefällt. Er lernt zwar auch etwas dazu, aber so richtig ändern wird er sich nicht, er bleibt bei mir verschlossen und kühl…bis…nein, das kommt noch…bald, und später im 2. Teil meiner Geschichte…

@Matorif: Danke für dein wieder so üppiges Lob! Inu Yasha wird bald kommen mit einer ordentlichen Wut im Bauch. Was wohl dann passieren wird? Und Kagome wird noch mehr mit einem ausgezogenen Sesshoumaru erleben, oder doch nicht? Aber das kommt erst später…Bis dahin hat sie viel zu lernen und jede Menge zu entdecken. Sie muss ihre Kräfte trainieren damit sie besser werden. Kikyo wurde über die Zeit auch immer stärker.

@Eskaria: Ja, der Arm ist wieder dran! Was sie sich dabei wohl gedacht hat? Leider dauert es noch ein bisschen, bis Kouga erscheint, aber du weißt, ja, er kommt! Danke für die Hilfe!!

@Lady_Rosha: Danke meiner treuen Leserin für das erneute Review! Hoffentlich gefällt dir meine Geschichte auch weiterhin so gut!

@kagome und Swunz: ich hoffe, ihr lest die Geschichte auch noch …würde mich sehr freuen mal wieder etwas von euch zu hören!!

Mich würde es ja sehr interessieren, wie viele Leser sich überhaupt auf dieser Seite tummeln. 10? 15? Schreibt doch einfach ein Review, und wenn es nur ein Hallo ist. Dann könnte ich das mal herausfinden. *bittend guck*

Tenseiga

Am nächsten Morgen wachte Kagome von einem Rascheln auf. Rin lugte vorsichtig hinter der Schilftüre hervor um zu sehen, ob sie schon wach war. Kagome rief sie zu sich. Das Mädchen kam auch gleich strahlend zu ihr ins Zimmer gelaufen. Kagome war immer so nett und freundlich zu ihr. Sie wollten den Tag nutzen um diesmal durch die Wiesen und die angrenzenden Wälder zu streifen und dort nach kranken Tieren Ausschau zu halten. Rin war genau so erfreut wie Kagome über die neu entdeckten Fähigkeiten des Mädchens.

Sie waren schon mehrere Stunden unterwegs, als Sesshoumaru auf einmal auftauchte. Plötzlich stand er am Waldrand und kam langsam auf sie zu. „Komm mit!", meinte er nur knapp und befahl Rin noch kurz, auf der Lichtung zu bleiben bis er wieder kommen würde. Dann legte er Kagome einfach den Arm um die schmale Taille und flog mit ihr davon. „Was ist denn los?", fragte diese sehr erstaunt. „Wo willst du denn mit mir hin?" Er schaute auf das Mädchen an seiner Seite herab, sagte aber kein Wort.

Es war ein seltsames Gefühl für sie, so nah an seinem Körper zu sein. Sie spürte seine Muskeln durch seine Kleidung hindurch, wieder die weißen Gewänder aus Seide. Diesmal trug er auch seine Rüstung, die ihr leicht gegen die Seite drückte. Zwei Schwerter steckten in seinem Gürtel. Seine weiten Ärmel wehten um ihr Gesicht, die langen Haare hüllten sie ebenfalls ein, so dass sie kaum sehen konnte, wohin er sich mit ihr bewegte. Ein Blick auf die Erde hinunter ließ ihr fast den Atem stocken und sie klammerte sich an seinen Kleidern fest. Aber sein Körper war nah und warm und er hielt sie fest und sicher, und so fühlte sie sich doch beschützt, auch wenn sie hoch durch die Luft mit ihm segelte. Sie schienen sehr schnell voranzukommen.

Nach kurzer Zeit landeten sie auf einer Wiese vor einem Dorf. Schon von weitem hatte sie Rauch gerochen. Der Anblick, der sich ihr bot, war erschreckend. Das Dorf war vollkommen zerstört, die Hütten zerschlagen, viele brannten. Aber das Schlimmste waren die vielen Leichen, die überall auf den Straßen lagen. Kagome war sofort losgerannt um Überlebende zu suchen. Wer immer hier auch gewütet hatte, ob plündernde Soldaten oder Dämonen, sie hatten ganze Arbeit geleistet. Kagome konnte keine lebende Seele mehr im Dorf finden.

Niedergeschlagen kehrte sie zu Sesshoumaru zurück, der unbeweglich auf dem Platz in der Dorfmitte stand. „Warum hast du mich hierher gebracht?", fragte sie ihn mit traurigen Augen. „Ich kann hier niemanden mehr retten."

Anstatt zu antworten ergriff er langsam eines der beiden Schwerter in seinem Gürtel. Es hatte eine ähnliche Griffumwicklung wie Inu Yashas Tessaiga, nur dass diese noch vollkommen unbenutzt war. Er zog das Schwert wortlos aus der Scheide und reichte es ihr.

Kagome schaute ihn erstaunt an und fasste dann nach dem Schwert. Überrascht stellte sie fest, dass es sehr leicht und schmal war, genauso wie Tessaiga wenn es unverwandelt war. Das musste Tenseiga sein! Sie hielt die Klinge vor sich in die Höhe und schaute daran entlang. Ihr Blick fiel wieder auf die vielen toten Dorfbewohner, die Frauen, die mit Kindern im Arm auf  den Wegen lagen, Männer, die noch schützend den Arm um ihre Kinder gelegt hatten, als sie zusammen gebrochen und gestorben waren. Sie konnte den Anblick kaum ertragen.

Plötzlich fing Tenseiga an zu pulsieren, sie spürte die Vibration bis in den Griff des Schwertes hinein. Es pulsierte immer heftiger und begann dann, blau zu leuchten. Das Pulsen wurde stärker, ein blauer Nebel erschien um die Klinge und mit einem Mal hatte das Schwert sich verwandelt. Die Klinge war so groß wie die von Tessaiga, eben so lang und leicht gebogen, aber das Schwert war trotz seiner Größe federleicht. Kagome sah fragend zu Sesshoumaru hin, der erstaunt auf das Schwert blickte. Er hatte es noch nie geschafft, das Schwert zu seiner vollen Verwandlung zu bringen obwohl er wusste, dass es dazu fähig war.

„Zeige es mir!", forderte er sie leise auf. Kagome war verdutzt. Warum gab er ihr das Schwert? Warum verlangte er das? Wie sollte sie das machen? Sie hatte doch noch nie ein Schwert richtig benutzt. Ihre Waffe war der Bogen. Inu Yasha hatte sie immer mit seinem Schwert beschützt, aber sie konnte mit einem Schwert doch gar nicht umgehen.

Aber dies war das leben rettende Schwert Tenseiga. Toutousei, der Schmied des Schwertes, hatte ihr davon erzählt und er hatte auch gesagt, dass es mit einem Schwung hunderte Menschenleben retten könne. Bei den vielen Toten hier wünschte sie sich intensiv, diese Fähigkeit auch anwenden zu können.

‚Na, wenn die beiden Schwerter so gleich sind, dann muss man sie bestimmt auch gleich benutzen', dachte sie sich. Und zugesehen hatte sie nun wirklich schon oft.

Sie blickte wieder auf die toten Dorfbewohner. Das Schwert hüllte die Umgebung in feinen, blauen Nebel. Auf den Leichen konnte sie auf einmal kleine grüne Teufel erkennen, die sich überall zu schaffen machten.

„Verschwindet, ihr Biester!" schrie sie aufgebracht und rannte auf die Leichen los, die in ihrer Nähe lagen. Sie packte das Schwert mit beiden Händen und ließ es durch die widerlichen, kleinen Gnome zischen. Diese lösten sich im blauen Nebel auf und verschwanden. Aber auf den Körpern daneben krochen dafür schon die nächsten herum. Kagome rannte immer schneller von einer Leiche zur anderen, überall wimmelte es von den Geistern aus der Unterwelt. „Verschwindet, lasst sie in Ruhe, haut ab!" schrie sie wütend und holte zu einem großen Schwung aus.

Das Schwert fing an zu sirren als sie es durch die Luft zog, um die Klinge bildete sich ein Wirbel ähnlich wie bei Tessaiga, und als sie das Schwert in die Richtung der kleinen Dämonen hieb, löste sich der Wirbel und donnerte über den Weg mitten in die Dämonen hinein. Es blitzte und zischte, alles war in blauen Rauch gehüllt und sie konnte erkennen, wie die grünen Wesen auf den Leichen regelrecht zerplatzten.

„Ja, geht weg ihr Mistkerle, lasst den Toten ihre Seelen!" schrie sie und rannte den Weg weiter, das Schwert über ihren Kopf schwingend. Sie holte immer stärker aus und konnte mit den Wirbeln immer weiter entfernte Dämonen von den Leichen fegen. Dann holte sie zum letzten Schlag aus, mit aller Wut, mit aller Kraft. Das Schwert donnerte herab, hohe Wirbel peitschten nach allen Richtungen, fegten durch das Dorf, drangen in Hütten und Häuser ein, unter Bäume und Büsche und erreichten alle Toten, die in der Umgebung lagen.

Als sich ihre Wut und der Staub wieder gelegt hatten, sah sie sich vorsichtig um. Alle Totendämonen waren verschwunden, und die ersten Menschen regten sich schon wieder. Sie richteten sich langsam und verwirrt auf, riefen verwundert und erschreckt nach ihren Angehörigen. Viele hatten Angst, wimmerten noch in der entsetzlichen Erinnerung ihres eigenen Todes. Aber keiner war mehr verletzt.

Ungläubig setzten sich die vielen Menschen auf, standen langsam und zögernd auf und kümmerten sich um die noch um sie herum Liegenden. Die vielen Familien, die beieinander lagen, fielen sich glücklich in die Arme, Mütter nahmen ihre heulenden Kinder in den Arm, Väter umarmten weinend vor Freude ihre tot geglaubten Familien.

Kagome ließ die Klinge sinken und kehrte langsam zu Sesshoumaru zurück. Die Menschen um sie herum waren vollkommen mit sich selbst beschäftigt und registrierten sie überhaupt nicht. Sie reichte dem Dämon stumm sein Schwert, der ließ die inzwischen wieder schmale  Klinge in die Scheide gleiten.

„So geht das also!" meinte er nur.