Hallo Leute…der Sommer ist da, wenn auch nicht immer mit dem besten Wetter. Ich bin ständig auf Achse, daher kommen meine Kapitel nur noch spärlich.

Diesmal wird es eher besinnlich und romantisch…

Einen lieben Gruß an alle meinen lieben Leserchens!!! Genießt die Sonne!!!

Erinnerungen

Rin war gekommen um ihnen mitzuteilen, dass warmes Wasser im Bad bereit stand und sie danach zum Essen kommen konnten. Sie waren beide lachend zu den Badehäusern gelaufen und fanden dort Eimer und ein riesiges Becken mit heißem Wasser vor. Inu Yasha ahnte, dass seinem Bruder ihr Geruch nicht gepasst hatte. Er grinste aber nur bei dem Gedanken und wusch Kagome sanft den Rücken. Als sie sich beide gegenseitig abgewaschen hatten, ließen sie sich in das herrlich warme Wasser des Beckens gleiten.

„Du Kagome?" „Hm?" „Hattest du eigentlich Angst vor mir gestern Abend?" „Du meinst als du dich in einen Dämon verwandelt hast?" fragte sie und schaute kurz zu ihm herüber. Er nickte schweigend.

„Ja, schon! Warum hast du das überhaupt getan?" Sie legte sanft eine Hand auf seinen Arm. „Ich hatte es gar nicht bemerkt", gab er leise zu. Es schien ihm wohl peinlich zu sein. „Ich wollte dich bestimmt nicht erschrecken. Es ist einfach…passiert." „Und wie hast du dich dabei gefühlt? Kannst du dich noch daran erinnern? Kannst du dich an deine Verwandlung mit Kouga erinnern?" Er nickte. „Es ist anders als früher. Ich behalte meinen Willen, ich bleibe jetzt, wer ich bin."

Kagome nickte langsam. „Und es ist auch das, was du immer sein wolltest, ein vollwertiger Dämon. Das war die ganze Zeit dein Wunsch, dein Ziel. Möchtest du es bleiben wenn du es einmal geworden bist?" Sie sah ihn eindringlich an. Wie oft hatte sie diesen Wunsch von ihm gehört? ‚Ich will ein voller Dämon werden!' Diesen Satz hatte er immer wieder vorgebracht. Deswegen hatte er den Juwel gestohlen, das war für ihn lange der einzige Grund gewesen zu helfen die Splitter einzusammeln. Wie er wohl jetzt darüber dachte?

„Es würde mir reichen es bei Bedarf sein zu können.", meinte er nur knapp. „Ich weiß, dass ich dir als Mensch am besten gefalle. Oder wenigstens als Hanyou." Er grinste sie dabei an und zog sie zu sich her in seine Arme. „Ich mag dich nun mal so sanft." flüstere sie ihm zu und  küsste ihn auf die Brust. „So? Ich bin dir sonst also zu wild?", fragte er mit einem frechen Grinsen im Gesicht und zog sie noch näher heran. Sie antwortete nicht, ließ sich dafür hinunter ins Wasser gleiten, tauchte dann plötzlich vor ihm wieder auf und zog ihn am Hals unter die Wasseroberfläche. Prustend und lachend tauchten beide wieder auf.

„Na warte…" knurrte er nur und eine wilde Hatz durch das Becken ging los. Viel Wasser platschte über den Rand, und statt einer besinnlichen Erholung wurde das Bad Schauplatz einer heftigen Rangelei, die wieder in stürmischen Umarmungen und Küssen endete.

Nach dem Bad rannten sie zu dem Raum, in dem Jaken das Essen aufgetragen hatte. Rin wartete dort schon. Inu Yasha stopfte sich sofort voll. Er hatte ja seit Tagen nichts mehr gegessen außer dem gegrillten Fisch vom Vortag. Rin sah entsetzt zu wie er Unmengen an Essen in sich hinein schlang. Ihr Onkel hatte ja gar keine Tischmanieren!

„Ich brauch keine Manieren, ich brauch was zu essen. Ich hab Hunger!", meinte er nur schmatzend und füllte sich erneut eine Schüssel. Auch Kagome langte kräftig zu, allerdings schaffte sie es, sich das Essen auf zivilisierte Weise einzuverleiben.

Später schlenderte Inu Yasha mit Kagome durch das Schloss. Er zeigt ihr seine früheren Lieblingsplätze, das Zimmer seiner Mutter, sein Zimmer, die Räume der Bediensteten, die Ställe. Sesshoumaru hatte für sich, Rin und Jaken nur wenige Zimmer in Benutzung. Im Stall stand nur A-Uhn, der Drache, den Sesshoumaru für Rin als Reittier besorgt hatte. Das Dach war für das seltsame Tier mit den 2 Köpfen extra angehoben worden.

Inu Yashas anfängliche Begeisterung legte sich bald, als er alle Räume verlassen vorfand, die meisten standen gänzlich leer. Geblieben waren ihm nur seine lange vergessenen Erinnerungen. Etwas wehmütig durchstreifte er weiter mit Kagome das große Schloss.

Kagome sah ihn erstaunt an, hatte sie doch gar nicht daran gedacht, das das vor langer Zeit sein Zuhause gewesen war, an dem er offensichtlich hing. Sie kannte ihn nur als heimatlosen Herumtreiber. Sie wusste, dass er sich bei Kaede in ihrer Hütte recht wohl fühlte und daher oft dort auf sie wartete. Und es gefiel ihm auch, in ihrem Haus von der Familie so herzlich aufgenommen worden zu sein. Kagome war es eh ein Rätsel, wie ihre Familie ohne jegliche Kommentare einen Halbdämonen unter sich duldete. Keinen hatte es gestört, dass Inu Yasha von Anfang an bei ihnen ein und ausging wie es ihm passte. Und bei seinem geringen Einfühlungsvermögen hätte er ein höfliches und offizielles Vorgehen auch nicht zustande gebracht. Vielleicht war ja Opas schrulliges Verhalten und das dauernde Erzählen von Dämonengeschichten der Grund, dass sich keiner daran stieß, dass ihr Freund Hundeohren und weiße Haare besaß. Und auch ihre Mutter hatte sich nie beschwert obwohl sie genau wusste, dass er über das  Fenster zu jeder Tages- und Nachtzeit unbemerkt in ihr Zimmer kommen konnte und dies auch tat. Ach, sie hatte schon eine nette, verständnisvolle Mama! Welche Erinnerungen Inu Yasha wohl von seiner Mutter hatte? Er war ja noch recht klein gewesen als sie gestorben war.

Er packte ihre Hand und führte sie hinaus in den Garten, der etwas verwildert aber immer noch sehr schön und voller Blüten war. Kagome kannte ihn schon von den Streifzügen mit Rin. Er führte sie weiter, ging mit ihr über eine kleine Brücke, die über einen See am hinteren Teil des Schlosses führte, weiter über einen Weg gesäumt von blau blühende Blumen zu einem Pavillon auf einer kleinen Halbinsel.

„Das war der Lieblingsplatz meiner Mutter.", erklärte er ihr mit verträumten Blick. Er stellte sich hinter sie und umschlang sie mit seinen Armen. „So hatte sie mich immer gehalten.", flüsterte er und legte seinen Kopf sanft auf Kagomes. Lange standen sie so da und schauten auf den See hinaus.