Hallo Leute, der Sommer neigt sich dem Ende zu. Ich bin gerade von der Connichi zurückgekommen, der Anime-Convention in Kassel. War das cool!!! Es gab viele Inu Yashas und 3 süße Sesshoumarus zu sehen, und natürlich jede Menge Vorführungen und Action. Im nächsten Jahr fahr ich wieder hin…(Liel, da gibt es auch jede Menge DVDs!!!)
Ich merkt, ich bin zwar noch immer sehr viel unterwegs, aber jetzt bekommt ihr mal wieder was zu lesen. Das habt ihr vor allem Liel zu verdanken, die so nett geschrieben hat. Und natürlich auch Soobin…danke für eure Revs!!!
soobin: Danke meiner Stammleserin für die Treue!!! Da isser wieder, der Sesshy…es wird noch jede Menge (Spaß) mit ihm geben...er ändert sich…und sein Leben wird sich ändern, warte es nur ab! Liebe Grüße Hi
Liel: Das freut mich wenn dir meine Story gefällt, mir gefällt deine auch! Ich werde noch sehr viel vom Prince of Ice schreiben, und er wird noch schmelzen…Wegen den Filmen: ich weiß nicht, ob die im deutschen Handel zu bekommen sind, auf gibt es immerhin englische Versionen. Und es gibt im Internet einige Manga-Läden, die auch versenden. Du musst dich aber auf japanische Originale mit englischen Untertiteln einlassen, übersetzt sind nur die paar, die auf RTL2 liefen (und die schlecht…kennst du Sesshys Originalstimme??? –schmelz-). Die Serie soll übrigens dem Ende zugehen (mit 167 - Gerücht), in Japan lief gerade 166 im TV. Wenn du mehr wissen willst, dann schreib mir einfach mal. Jaa ne Hi-chan
Veränderungen
Wie so oft in den letzen Tagen saß Kagome mit Sesshoumaru zusammen und unterhielt sich. Sie saßen auf der Treppe der Veranda, die zum Garten hinunter führte in den letzten Strahlen der untergehenden Sonne. Inu Yasha tobte mit Rin im Garten herum, der grüne Zwerg Jaken erfüllte brummend irgendeine Aufgabe, und so hatten sie Zeit und Ruhe, sich zu unterhalten.
Seltsam, sie hätte nie gedacht, dass sie mit diesem mürrischen, zurückhaltenden Dämon, der ihr bis dahin in ihrem Leben nur feindlich gesonnen schien, jemals auch nur irgend einen Kontakt bekommen könnte. Und nun hatten sie schon so viele Stunden damit verbracht, mit ihm zu reden.
Welche Fortschritte sie nur in den letzten Tagen gemacht hatte, welche unerwarteten Fähigkeiten sie erlernt hatte. Sie war selbst erstaunt, hätte nie gedacht, dass dies alles in ihr geschlummert haben sollte. Sie hätte alleine nie genug Selbstvertrauen gehabt, um all diese Macht auch nur in sich zu vermuten, geschweige den sie so zu trainieren und zu beherrschen, wie sie es jetzt nach diesen Tagen tat. Sie hatte schon von Anfang an gemerkt, dass da etwas war, dass sie gerade in der Not Dinge tun konnte, die sie sich nicht erklären konnte. Damals schon, als sie in den Brunnen fiel, konnte sie sich die Tausendfüßlerin vom Leib halten mit diesem seltsamen, rosa Licht. Aber seit Inu Yasha sie beschütze, brauchte sie ihre Kräfte nur noch selten einzusetzen. Sie stand immer hinter ihm und zog nur im Notfall ihren Bogen, um ihn zu unterstützen. Er war so stark geworden, war immer für sie da, immer aufmerksam, immer schnell zur Stelle wenn sie in Bedrängnis kam, dass sie selbst fast nie in Not geriet. Sie lächelte bei dem Gedanken, wie sie inzwischen zusammen gewachsen waren, ein gutes und schnelles Team, beinahe unbesiegbar, voll Vertrauen ineinander.
Aber sie hätte auch manche brenzlige Situation und vor allem viele Verletzungen Inu Yashas vermeiden können, wenn sie schon früher von ihren eigenen Fähigkeiten gewusst hätte. Er hatte sich immer ungerührt in jede Schlacht gestürzt, egal ob er dem Gegner gewachsen war oder nicht, vor allem wenn es darum galt, sie zu beschützen. Sein Körper heilte zwar schnell, aber wenn sie an all die vielen Wunden zurück dachte und auch an die grauenhaften Schmerzen, die er erleiden musste, dann schämte sie sich sogar, nicht früher an ihren Fähigkeiten gearbeitet zu haben.
Sie sah mit einem zufriedenen Gesichtsausdruck zu Sesshoumaru hinüber. Er hatte ihr wirklich geholfen, sich endlich weiter zu entwickeln. Ohne ihn hätte sie nie all das Wissen über ihre eigenen Fähigkeiten bekommen. Ob er es auch getan hatte, um damit wiederum seinen Bruder zu unterstützen, ihn vor Verletzungen zu schützen dadurch dass sie jetzt mächtiger war?
Sie war froh, dass sie gleich nach dem ersten Tag, als sie zu heilen gelernt hatte, ihm wieder seinen fehlenden Arm geschenkt hatte. Sie wusste damals noch nicht so recht, was sie von ihm halten sollte. Er hatte sie gerade entführt, sie wusste nicht, was er mit ihr vorhatte, und trotzdem hatte sie damals das Bedürfnis gehabt, ihn zu heilen. Als sie ihn am Abend mit seinem fehlenden Arm sah, konnte sie nicht anders. Er wusste sich auch ohne diesen Arm graziös zu bewegen, es fiel nie auf, dass ihm ein so wichtiges Körperteil fehlte. Und ihr stand auch die furchtbare Schlacht, bei der er ihn verloren hatte, noch klar vor Augen. Sie hatte sich damals so vor ihm gefürchtet, besonders als Inu Yasha ihr erklärte, dass sie keine Chance gegen ihn hätte und sie dieses Zusammentreffen nicht lebend überstehen würde. Sie war froh gewesen, als Inu Yasha den riesigen Hund mit diesem Treffer in die Flucht schlagen konnte. Und auch bei all den folgenden Zusammentreffen mit ihm war sie froh gewesen, dass er nur einen Arm hatte, weil sie nicht wusste, ob sie und Inu Yasha sonst je eine Chance gegen ihn gehabt hätten. Aber hatten sie die jemals gehabt? Inzwischen war ihr klar, dass Sesshoumaru sie schon immer mit Leichtigkeit hätte vernichten können, wenn er es nur gewollt hätte.
Sie war Sesshoumaru wirklich dankbar. Obwohl er sie erst gegen ihren Willen entführt hatte und sie ziemlich sauer deswegen war, hätte sie doch ohne ihn ihre Fähigkeiten nie entdeckt. Aber dass gerade er es war, der ihr all dies beigebracht hatte, nicht ihre Freunde, Miroku, Sango, oder doch eher Kaede, die Priesterin, konnte sie bis heute nicht fassen. Selbst Kaede schien nicht zu wissen, welche Macht sie tatsächlich hatte.
Sesshoumaru saß breitbeinig und gelassen auf den Stufen der hölzernen Treppe. Er saß zurückgelehnt und stütze sich mit beiden Ellbogen auf der höher liegenden Stufe ab.
Seine langen Haare fielen überall um ihn auf das Holz der Stufen und bedeckten auch einen Teil seiner schlanken Gestalt. Er trug wieder lockere, weiße Gewänder, die sich sanft ihm Wind bewegten und nur ab und zu die Konturen seines Körpers abzeichneten. Sein Oberteil war ein wenig geöffnet und gab den Blick auf seinen sehr muskulösen Oberkörper frei. Kagome, die direkt neben ihm saß, schaute zu ihm hinüber. Sie warf schnell einen heimlichen Blick auf seine teilweise sichtbare Brust. Sein Körperbau war dem Inu Yashas sehr ähnlich, nur dass Sesshoumaru größer war.
Dann musterte sie das rätselhaft, schöne Gesicht mit den exotischen Malen. Er schien vollkommen entspannt zu sein. Selbst Inu Yashas Anwesenheit beargwöhnte er nicht mehr, er schien es zu akzeptieren dass sein Bruder in seinem Schloss verweilte. Er beobachtete ihn und Rin, wie sie miteinander im Garten spielten. Bei manchen wilden Spielen, wenn Rin vor Vergnügen quietschte, schlich sich sogar ein Lächeln auf seine Lippen.
Aber im Augenblick sah er wieder wie so oft unbeteiligt in die Ferne. Bei ihm wusste sie nie, woran sie eigentlich war. Er entzog sich jeglicher Berührung, jeder gefühlsmäßigen Kontaktaufnahme. Obwohl sie solange zusammen waren, hatte sie kaum eine Vorstellung, was in ihm eigentlich vorging. Sie vermutete jede Menge Verletzungen und Enttäuschungen, so dass er sich in seine Macht verschanzt hatte um niemanden an sich heran zu lassen. Dabei konnte er durchaus gütig sein. Aber es zeigte nie Gefühle, nie konnte man in seinem Gesicht irgendwelche heftigeren Ausbrüche erkennen. Das einzige, was sie schon erlebt hatte, war Wut, Wut, die ihn zum Kochen brachte, die seine Augen rot werden ließen.
Aber auch er hatte gelernt. Seit sie zusammen waren, zeigte er immer mehr Offenheit und Zärtlichkeit im Umgang mit Rin. Erst hatte er sie nur begleitet, wenn sie Rin abends ins Bett gebracht hatte. Sie konnte es nicht mit ansehen, wie das kleine Mädchen so folgsam alleine zum Schlafen ging. Sie hatte sie an der Hand genommen und sie in ihr Zimmer begleitet, ihr beim Waschen und Umziehen geholfen, sie zugedeckt und mit ihr noch über den vergangenen Tag geredet, so wie sie es auch oft mit ihrem kleinen Bruder tat. Rin hatte so gestrahlt, sich so über diese ungewohnte Geste gefreut.
Sesshoumaru hatte sie nur fragend angeschaut, als sie ihn aufforderte, er solle das mit Rin immer so machen. Auf ihre Vorwürfe hin, dass er doch ein Menschenmädchen nicht so kalt behandeln könne, kam er abends dann immerhin mit und schaute Kagome am Türrahmen lehnend zu.
Oder als er zum ersten Mal Rin die Hand reichte: sie hatte mit Rin wie so oft draußen gespielt als er kam um sie zum Essen zu holen. Rin rannte sofort zu ihm hin und trottete dann wie immer folgsam neben ihm her. Er sah zu ihr hinunter und reichte ihr auf einmal seine Hand. Das schien er vorher noch nie gemacht zu haben, denn Rin sah völlig überrascht zu ihm auf. Kagome war eh aufgefallen, dass Rin zwar total an Sesshoumaru hing, ihn aber nie berührte. Anscheinend war jede Berührung bei den beiden bis dahin tabu gewesen und sie hatte sich wohl tapfer daran gehalten. Rin hatte lange abwechselnd auf die angebotene Hand und in sein Gesicht geblickt, bis sie sich endlich traute, sie zögernd zu fassen. Als sie sie dann ergriffen hatte und stolz mit Sesshoumaru zusammen zum Schloss zurückging, sah sie immer wieder mit einem so selig strahlenden Lächeln zu Kagome zurück, dass diese fast geweint hätte vor Freude.
Inzwischen durfte Rin auf Sesshoumarus Schoß sitzen wenn sie gemeinsam zusammen saßen. Er hatte zwar erst sehr grimmig geschaut, als Kagome ihm Rin einmal einfach auf die Beine gesetzt hatte. Aber Rin hatte den ganzen Tag schon abwechselnd auf Kagomes und Inu Yashas Rücken oder Schoß verbracht, und Inu Yasha blaffte seinen Bruder nur kurz an, er solle sich nicht so anstellen und das kleine Mädchen das bräuchten. Rin schaute erst etwas verunsichert, hing dann aber freudestrahlend an Sesshoumarus Hals, als er ihr es gestattete zu bleiben. Seither hatte Kagome ihn öfter dabei beobachtet, dass er das Mädchen auf dem Arm trug.
Als Kagome ihn aufforderte, Rins Zimmer doch schöner zu gestalten, schickte er sie mit Rin und Jaken in eine nahe gelegene Stadt, um dort auf dem Markt einzukaufen, was ihr gefiel. Sie hatte viele bunte Stoffe und Decken ausgewählt, Kissen, Möbel, Truhen und natürlich Spielsachen, die sie dann voll Freude nach hause gebracht und damit Rins Zimmer in ein wunderschönes, kleines Paradies verwandelt hatten. Rin hatte Sesshoumaru herbeigeschleppt um ihm ihr neues Zimmer zu zeigen. Ihr strahlendes Lachen und ihre Begeisterung hatten auch ihm ein Lächeln entlocken können. Ob ihm das Zimmer so gefiel wusste Kagome nicht. Er selbst lebte ja in völlig kargen Räumen ohne Schmuck, nur die Größe des Schlosses und der Garten mit all den wunderbaren Blumen wiesen auf eine gewisse Eleganz hin.
Tja, viel war passiert seit sie hier im Schloss waren. Ihr aller Leben hatte sich drastisch verändert. Sogar bei Inu Yasha hatten die Veränderungen nicht halt gemacht. Er hatte zwar kein besonderes Verhältnis zu seinem Bruder aufgebaut, mehr als ein gegenseitiges Akzeptieren und ein paar Worte ab und zu waren es nicht, aber immerhin hatten sie, seit sie bei ihrem ersten Angriff die beiden Schwerter entmachtet hatte, keinen tätlichen Auseinadersetzungen mehr gehabt.
Kagome wusste inzwischen eh nicht mehr genau, ob die ständigen Attacken Sesshoumarus in der Vergangenheit nur wirklich Angriffe waren oder nur Tests um herauszufinden, wie stark sein Bruder in der Zwischenzeit geworden war und diesen auch ein wenig zu reizen.
Aber Inu Yasha scheute sich hier nicht, seine Verbundenheit zu Kagome offen zuzugeben. Normalerweise achtete er sehr darauf, dass keiner was von ihrer Beziehung mitbekam. Selbst vor Miroku und Sango und auch der alten Kaede war er scheu. Doch seltsamerweise verhielt er sich hier in diesem Schloss völlig unbefangen, auch seinem Bruder gegenüber. Er nahm sie bei der Hand, hielt sie im Arm und wehrte sie auch nicht ab, wenn sie ihn umarmte und jemand zuschaute. Und er schlief ja von Anfang an in ihrem Zimmer.
War es weil es sein altes Zuhause war? Hatte er zu Sesshoumaru doch eine tief liegende, familiäre Vertrautheit, die sich auch über die vielen Jahre und die vielen Streits doch noch erhalten hatte? Oder wollte er den Bruder gar nur ärgern?
Ach, ihr war es fast egal, wenn er nur woanders auch so sein könnte. Sie war es leid, ihre Gefühle und jegliche Berührung vor anderen immer vermeiden zu müssen. Insofern genoss sie den Aufenthalt im Schloss richtig. Es gab regelmäßig leckeres Essen, ein Dach über dem Kopf, ein herrliches Badehaus und einen bequemen Platz zum Schlafen, den sie auch noch mit dem Halbdämonen teilen konnte. Rin war so glücklich über ihre Gesellschaft und sie selbst lernte rasend schnell so viel von ihrer verborgenen Macht kennen. Nur der Gedanke an ihre Freunde, die sich um sie Sorgen machten und die so lange versäumte Schule trübten ihre Gedanken. Nicht mehr lange, und sie würden aufbrechen müssen.
