Sorry, sorry, jetzt bin ich schon eine Woche überfällig…ich hatte so viel Arbeit, verzeiht mir den Aufschub. Dafür habt ich sie hier…die ultimative Beichte des Prince of Ice…
Hallo Liel: Sesshoumaru hat noch mehr als einen weichen Kern…jede Menge Zweifel nämlich. Was er noch erleben wird mit den Menschen??? Das wird noch heiß…Viel Spaß noch…Hi
Hi Geli: ja, echt kompliziert, wäre ja langweilig wenn's zu einfach wäre. Seelische Komplikationen eines Hundedämons…aber jetzt kommt's endgültig. Das Geständnis… Grüßli Hi-chan
Grüß dich Lara: echt, er hat sich verraten? Was meinst du denn womit??? Sag's doch mal…und hier eh gleich die Auflösung…Jaa matta Hi-chan
Servus Geli: jetzt hat das Warten ein Ende und du erfährst es ob er oder doch nicht
Willkommen Miro-Fan: Schön dass dir meine Story gefällt…nur hab ich leider nicht all zu viel mit Miroku drin…aber er kommt bald wieder vor. Und dann geht's rund. In der Original-Geschichte kommen er und Sango übrigens zusammen, total süß!!! Deine Stories werde ich auch mal lesen, ganz bestimmt…Grüße – Hi
Die gestohlene Nacht
Sesshoumaru sah ihr gedankenverloren nach, als sie den Raum verließ. Es war reine Gewohnheit für ihn gewesen, seine Gefühle unter einer ausdruckslosen Maske zu verbergen. Ja, er hatte sich ertappt gefühlt, als sie ihn so eindringlich ansah und von gestohlenen Gefühlen redete. Sie hatte ihn also doch erkannt in jener Nacht. Das hatte er befürchtet.
Es war ein Leichtes gewesen seinen Bruder im Schlaf zu betäuben und beiseite zu schaffen. Er hatte gehofft, dass er seine Ähnlichkeit mit ihm nutzen konnte um unentdeckt zu bleiben. Sein Bruder lag immer völlig unbekleidet bei der Priesterin im Bett und so konnte sie sie nicht einmal mehr an ihrer Kleidung unterscheiden. Sorgfältig hatte er darauf geachtet, dass seine langen, silbernen Haare sein Gesicht vor ihr verbargen. Und er hatte sie nie soweit erwachen lassen, dass sie sich seiner Gegenwart voll bewusst gewesen wäre. Sie war müde von ihrem anstrengenden Tag gewesen, das Nutzen ihrer Kräfte hatte sie erschöpft und er musste lediglich darauf achten, dass er sie aus ihrem Halbschlaf zwischen Träumen und Illusionen nicht zu sehr in die Gegenwart holte. Aber was suchte er nur dort? Was hatte ihn nur in ihr Bett getrieben? In ihre Arme? Ihn, den großen Lord des Westens, der Menschen und deren jämmerlichen Gefühle verachtete, der die Schwäche verurteilte, die meist das Resultat dieser Gefühle waren. Wie konnte er nur? Unwillig runzelte er die Stirn, schüttelte er den Kopf wobei die langen, seidig-weißen Strähnen sanft zu schwingen begannen. Er starrte auf seine schmalen Hände in seinem Schoß, betrachtete die dunklen Male an den Knöcheln…und musste bemerken, dass er unruhig mit seinen Fingern spielte. Hatte diese Frau ihm seine innere Ruhe geraubt die ihn doch sonst nie verließ? Was zog ihn nur so an? Warum hatte er das nur getan?
Er hatte die beiden schon öfter beobachtet, seinen kleinen, schwachen Bruder und das Menschenmädchen. Ihr Anblick, gerade wie er sie in ihrer ersten gemeinsamen Nacht im Schloss vorgefunden hatte, so entspannt, so gelassen und so liebevoll in den Körper des anderen verschlungen, hatte ihm einen Stich in seinem Herzen spüren lassen. Eine solche Hingabe und Liebe hatte er schon seit Jahrhunderten nicht mehr zu Gesicht bekommen. Und nun brachten sie sein kleiner Bruder und diese Priesterin in sein eigenes Haus.
Gedankenverloren hatte er die beiden betrachtet. Auch er hatte schon mit Frauen sein Lager geteilt. Und auch er meinte schon so geliebt worden zu sein wie sein Bruder von diesem Mädchen. Aber er war eines Besseren belehrt worden. Die Dämonenfrau, die er erwählt hatte, erwies sich über längere Zeit einzig an Titel und Macht interessiert, die sie erhalten würde, wenn er sie zu seiner Frau machen würde.
Ja, er war mächtig. Er hatte von seinem Vater einen großen Titel geerbt, aber nur wenige kannten die Macht, die in dieser Familie lag. Nicht einmal sein Bruder Inu Yasha dürfte genau wissen, aus welchem Hause er eigentlich stammte. Er war damals, als sein Vater noch lebte, zu klein gewesen um es zu begreifen, und von seiner Mutter hatte es wohl nie genau erfahren, da sie es selbst nie genau gewusst hatte. Sie hatte seinen Vater um seiner selbst willen geliebt, ihr waren Macht und Reichtum egal gewesen, sie wollte nur bei ihm sein, eine Eigenschaft, die er bisher nur bei Menschen erlebt hatte. Die machtbesessenen Dämonen dagegen waren in ihrem Denken und Handeln immer von Berechnung erfüllt gewesen.
Wie sehr hatte ihn es damals geschmerzt, dass die Dämonenfrau, der sein Herz gehörte, es nur auf den Titel abgesehen hatte. Er hatte sich geschworen, dass er eine solche Verletzung nie mehr erfahren würde und hatte sein Herz verschlossen. Nie mehr hatte er geliebt, nie mehr hatte er Gefühle für die Frauen empfunden, mit denen er später sein Lager geteilt hatte, im Gegenzug dazu war er nie mehr verletzt worden. Er meinte, auf die Liebe gänzlich verzichten zu können, da er über Jahrhunderte ohne sie ausgekommen war.
Aber er sehnte sich, er wusste nicht genau wonach und wusste nicht woher es kam, aber es ließ ihm keine Ruhe. War es das Blut seines Vaters, das so fordernd durch seine Adern floss? War dessen Liebe für die Menschen, die ihm doch nur den Tod gebracht hatte, auch ein Teil von ihm, gegen den er sich nicht erwehren konnte? Oder waren Menschen doch die einzigen Wesen, die unschuldig aus vollem Herzen lieben konnten? War es einfach das, was schon seinen Vater so an ihnen fasziniert hatte? Es schien so zu sein. Dämonen besaßen eine Kälte in ihrem Herzen, die ihn schaudern ließ.
Nie zuvor hatte er diese Liebe erlebt, die Rin ihm nun entgegenbrachte, unschuldig und rein, oder die dieses Mädchen Kagome wohl für seinen Bruder empfand, ohne Berechnung, ohne Hintergedanken, ohne Eigennutz. Als er sie erblickte wie sie seinen Bruder umfing, fühlte er nur noch den Neid in seinem Herzen und den sehnlichsten Wunsch zu spüren wie es sein möge, so berührt, so gehalten zu werden von einem Menschen voller Liebe mit reinen Gefühlen.
Er wusste dass Rin ihn so liebte, aber sie war ein kleines Mädchen. Wie sich ihre Gefühle entwickeln würden wenn sie zur Frau reifen würde, konnte er nicht vorhersagen, aber er wünschte sich, dass sie ihn als Mann lieben könnte. Die Zeit würde zeigen ob es so sein sollte. Er hatte Zeit, er konnte warten, würde geduldig ausharren und sehen, zu was ihre Gefühle reifen würden. Er würde sie gehen lassen wenn sich herausstellen sollte, dass er nur ein Vater für sie gewesen war und ihr Herz für einen anderen schlug, einen Menschen vielleicht. Aber längst hatte sich in ihm der stille Wunsch gebildet, dass sie ihn weiter lieben könnte als der, der er war.
Aber was konnte er ihr bieten? Er, ein Dämon, kalt, berechnend, zu wenigen Gefühlen fähig? Wie würde er sich selbst entwickeln? Würde er dem Mädchen entgegenbringen können, was sie verdient hatte? Die tiefe Liebe, die er ihr wünschte?
Er hatte so lange jegliche Gefühle tief in sich verborgen, sie nie mehr ans Tageslicht gelassen um sich selbst zu schützen. Rins reine Anwesenheit hatte ihn gerührt, hatte etwas tief in seiner Seele zum Schwingen gebracht. Ihr grenzenloses Vertrauen war ihm unbegreiflich gewesen und als sie ihm folgen wollte, wusste er keine Einsprüche zu erheben, er ließ sie einfach gewähren. Jaken war der einzige, der Zeuge seines seltsamen Verhaltens gewesen war, und vor ihm brauchte er sich nicht zu rechtfertigen. Er hätte auch keine Erklärung gehabt, er wusste damals selbst nicht, warum er es tat. Aber er hatte sich längst an ihre Anwesenheit gewöhnt, sie tat ihm gut.
Rin hatte inzwischen schon so viele Gefühle in ihm geweckt, Gefühle, die er dachte längst verloren zu haben. Er liebte dieses Kind aus vollstem Herzen. Daher war er auch bereit gewesen, auf Kagomes Vorschläge einzugehen, ihr die Berührung und Zärtlichkeit zu schenken, die sie als Menschenmädchen brauchte. Ihr kleines, strahlendes Gesicht hatte ihm sein Herz erhellt und als er daran dachte, wie lange er ihr diese Berührung aus tief innewohnender Scheu und angelernter Unnahbarkeit vorenthalten hatte, erfasste ihn einerseits Trauer als auch Dankbarkeit gegenüber der Priesterin, die ihn sanft aber bestimmt den Weg wies.
Es würde ihm schwer fallen wenn Rin eines Tages wirklich gehen würde, aber er hatte es sich geschworen, sie zu nichts zu zwingen. Auch er brauchte Zeit um sich an sie zu gewöhnen und sich die Gefühle zu erlauben, die sie verdient hatte. Er wusste nicht einmal, ob er dazu fähig war, eine Menschenfrau wirklich zu lieben, ob er über seine eigenen Vorbehalte und Ängste hinwegkommen könnte und seinen eigenen Gefühlen soweit trauen würde. Aber er wusste auch, dass er sie nur bei sich halten könnte, wenn er dazu in der Lage war. Aber er hatte Zeit, sie war noch so jung und es würden bestimmt zehn Jahre ins Land gehen bis diese Entscheidung vor ihnen stand.
Nun war aber diese Frau in seinem Haus, und er sah ihre Liebe, spürte dieses Gefühl, dass sie ausstrahlte und war erfasst von der Sehnsucht, einmal von einer solchen Hand berührt zu werden, durchdrungen von so viel Zärtlichkeit. Als er sie sah in der Nacht war der Wunsch übermächtig gewesen, einen Hauch dieses Gefühls zu erhaschen, nach so vielen Jahrhunderten der Einsamkeit die Berührung einer liebenden Hand auf seinem Körper zu spüren. Er wusste selbst nicht mehr wie es ich zugetragen hatte, als er sich plötzlich selbst seines Bruders statt neben ihr auf ihrem Lager wieder fand.
Er hatte die Augen geschlossen, als sie nach ihm griff und sein Gesicht berührte. Er wusste, dass nicht er gemeint war, als sie sanft seine Schläfen erfasst und ihn zu sich herunter gezogen hatte. Ein Schauer hatte ihn durchlaufen, als sie ihn geküsst hatte. So war er noch nie geküsst worden, noch nie in seinem ganzen Leben, aber er wusste auch genau, dass es nicht ihm gegolten hatte und Trauer hatte ihn erfasst. Er hatte sich zurückgehalten, auch wenn sie ihn weiter liebevoll berührt hatte. Aber er hatte sich auch magisch angezogen gefühlt, sie zu betasten, zu spüren, wie es sich anfühlte, die zarte Haut ihres Körpers zu berühren, ihre weiblichen Formen zu umfangen. Er hatte sich nicht erwehren können, ihre Küsse zu erwidern und sie zu streicheln, auch wenn ihm jede Berührung wie ein Diebstahl vorkam. Immer wieder war sie vor Müdigkeit eingeschlafen und er hatte einfach ihre reine Anwesenheit neben sich genossen, ihre regelmäßigen Atemzüge und ihre Wärme. Es war die kurze Aussicht auf einen Traum, den er seit vielen Jahrzehnten tief in seinem Herzen barg und er hatte in diesem Augenblick erkannt, wie sehr er sich danach sehnte
Sie war immer wieder erwacht, hatte ihn weiterhin liebevoll berührt und er sah sich einfach nicht in der Lage, sich von dieser wundervollen Begegnung trennen können. Erst als sie im fahlen Mondschein wohl doch sein Gesicht erkannt hatte, hatte er sie erschrocken betäubt und überstürzt ihr Bett verlassen.
Zwiespältig saß er nun da, den Kopf gedankenverloren gesenkt und die Ellbogen auf seine angewinkelten Beine gestützt. Einerseits erfüllte ihn dieses Erlebnis mit einer Wärme, die er nie mehr missen wollte, andererseits war ihm klar, dass er sie betrogen hatte, sie ausgenutzt hatte um seinen eigenen Sehnsüchten nachzugehen. Aber er wusste nicht, wie er damit umgehen sollte, ob er sich trauen sollte, ihr dies zu gestehen oder das Ganze ohne weiteren Kommentar übergehen sollte, mit der Hoffnung, dass ihr nicht bewusst war, ob er real oder nicht doch Teil eines Traumes gewesen war. So ließ er sie ziehen, ließ ihren fragenden Blick unbeantwortet und ihre Zweifel an seinem undurchsichtigen Blick abprallen.
