So, heute kommt der letzte Streich! Mit diesem Kapitel ist der erste Teil meiner Geschichte beendet. Aber keine Angst…es geht weiter…und zwar mit bedeutend mehr Action!!! Kämpfe, Flüche, Macht und Freundschaften…und es gibt bald ein paar neue Pärchen. Ihr dürft noch raten welche…

Hallo Geli: Du hast fast geheult? Ehrlich? Ach, das ehrt mich aber wirklich. Und ich verspreche dir…es wird noch mehr über Sesshy geben…der hat noch einiges vor sich…da wird ihm selbst ganz anders bei ;o) Es freut mich sehr dass es dir sooo gut gefällt. Danke! Danke für dein großes Lob! Ich werde mir weiterhin große Mühe geben…und versuchen etwas schneller on zu stellen.

Eine Muse hab ich übrigens nicht. Ich habe einen sehr technischen Beruf, und es bereitet mir unsägliche Freude, mal was gaaaanz anders zu tun. Die Ideen kamen beim Anime-Gucken…die Formulierung in vielen langen Nachtstunden…oft arbeite ich auch ein fertiges Kapitel noch mal komplett um, wie ich eben gerade in Stimmung bin. Die Stimmung, die macht am meisten aus! Am PC in der Nacht, jetzt mit Weihnachtsbeleuchtung an, eine Tasse, Capuccino, ein bisschen Schokolade, ja, und viel gute Musik!!! Eskaria hat mir viel geholfen, wir haben den zweiten Teil dieser Geschichten teilweise zusammen entwickelt. Da ging's im Chat stundenlang hin und her…

Hi Lara: auch dir Danke für deine Geduld und dein Lob!!! Nö, verweichlichen werde ich Sesshoumaru auf keinen Fall. Wäre ja schade…endlich mal ein cooler Typ und keine Schwuchtel in einem Manga. Das wollen wir doch nicht kaputt machen!!!

Und Miro-Fan: nicht böse sein, ich kam einfach nicht dazu dir ein Rev zu schreiben. Ich tu's aber bald, versprochen!!! Ich hab deine Storys auf alle Fälle schon gelesen!!! Super Ideen…

Grüße an alle!!!!

Aufbruch

Kagome wollte wieder nach Hause. Sango und Miroku machten sich bestimmt schon große Sorgen um sie. Sie wollte nicht, dass sich ihre Freunde wegen ihrem langen Ausbleiben beunruhigten, auch wenn es ihr hier im Schloss ganz gut ging und sie die vielen Übungen brauchte, um ihre Fähigkeiten ausbauen zu können. Aber das konnte sie auch im Dorf bei Kaede tun.

Sesshoumaru hatte ihr die wichtigsten Anweisungen und Hilfen gegeben, die sie brauchte. Es war eh ihre Sache, auszuloten, welche Fähigkeiten sie nun wirklich besaß.

Inu Yasha war froh, wieder von seinem Bruder weg zu kommen. Ihm war seine schweigsame und gefühlskalte Art nicht ganz geheuer, er fühlte sich unwohl dabei, mit ihm zusammen sein zu müssen, wo er ihn zuvor doch immer nur damit gedroht hatte, ihn umbringen zu wollen. Kagome hatte ihn wieder und wieder beschwichtigt und Sesshoumaru hatte tatsächlich kein feindliches Verhalten mehr ihm gegenüber an den Tag gelegt. Aber so schnell konnte er die Schmähungen und die herablassende Haltung nicht vergessen, die er immer erlebt hatte, und entschuldigt hatte sich sein Bruder auch nie. Er war nur Kagome zuliebe geblieben.

Sie hatten sich lange bei Rin verabschiedet. Die Kleine war sehr traurig, dass sie wieder gehen wollten. Sie hatte schon ewig nicht mehr so viel Spaß und Unterhaltung gehabt wie mit Kagome und dem wilden Hundeonkel. Und seit Kagome mit Sesshoumaru geschimpft hatte, war der noch viel netter zu ihr geworden und sie durfte ihn sogar anfassen.

Kagome versprach, sie bald einmal wieder zu besuchen und ihr Spielsachen aus ihrer Welt mitzubringen. Und einen kleinen Freund hätte sie auch, der sich bestimmt freuen würde, mit ihr spielen zu dürfen. Kagome tat es wirklich leid, die Kleine verlassen zu müssen, aber der Gedanke, dass Sesshoumaru sich inzwischen wohl etwas liebevoller um sie kümmern würde, machte ihr den Abschied leichter.

Sie stand vor dem großen Dämon und schaute in sein ausdruckloses Gesicht. Inu Yasha zappelte neben ihr herum. Ihm war diese Abschiedsszene eindeutig unangenehm.

„Danke nochmals, für all das, was du mir beigebracht hast." Mit strahlendem Lächeln sah sie ihn an. „Vielleicht kann ich dir auch einmal helfen."

„Du hast schon geholfen!" entgegnete er nur mit dunkler, ruhiger Stimme.

„Ach komm, jetzt tu nicht so. Ich würde es gerne tun. Warum können wir denn nicht zusammen halten?" Sie ging spontan auf ihn zu und umarmte ihn kurz. Er schaute irritiert auf sie herunter, hob die Brauen und blieb stocksteif stehen. Keine Bewegung ging von ihm aus, er ließ die Umarmung einfach über sich ergehen, immerhin wehrte er sich nicht.

Kagome ließ ihn auch schon wieder los, schaute hinauf in sein Gesicht und grinste nur. „Ach, du Holzklotz!"

„Komm, wir gehen!" Kagome fasste Inu Yashas Hand und zog ihn mit sich. Der folgte ihr sofort und schaute nur kurz über die Schulter zurück zu seinem Bruder. „Bis zum nächsten Mal…", brummte er ihm zu.

Sie verließen das Schloss, marschierten gemächlich über die Wiesen, die das riesige Herrschaftsgebäude umgaben und machten sich auf den Weg Richtung Süden. Am Waldrand angekommen sprang Kagome wie gewohnt auf Inu Yashas Rücken wie sie es immer tat wenn ihnen eine lange Reise bevor stand. Inu Yasha wollte schon losspringen, als er ihr den Kopf zuwandte und sie fragend ansah. "Hey, Kagome? Du kannst jetzt doch fliegen! Warum soll ich dich dann noch schleppen?" „Ach ja, stimmt ja…hm, weil es so schön ist dich so nahe zu spüren?" Sie grinste frech, schmiegte dann ihre Wange an seinen Hals und blickte ihn mit klimpernden Wimpern einschmeichelnd an.

„Keh" kam es nur von ihm zurück, aber er setzte sie nicht ab sondern sprang mit ihr davon, den Freunden entgegen. Ein Lächeln lag auf seinen Lippen. Er hätte sie sehr vermisst wenn er sie nicht auf seinem Rücken hätte spüren können.

Endlos rannte er durch die Wälder, erklomm mit ihr auf dem Rücken steile Berge und machte endlich Rast an einem idyllischen Bergsee, wo sie in der klaren, lauen Luft die Vorräte aufaßen, die der grüne Zwerg Jaken ihnen mitgegeben hatte. Träumend saß das junge Mädchen am Ufer des Sees. Die Arme hatte sie nach hinten aufgestützt, ihr langes, dunkles Haar fiel ihr weit in den Nacken und berührte beinahe das weiche Gras, auf dem sie saß. Sie genoss die Einsamkeit und den betörenden Duft der vielen, weißen Lilien, die wie große Sterne das Ufer säumten und sanft hin und her im Takt des Windes schwangen.

Sie war lange weg gewesen von den Freunden, aber viel zusammen mit Inu Yasha. Sie blickte ihn schweigend an, musste die Lider senken da der gleißende Glanz seiner silbernen Haare, der ihn wie eine leuchtende Aura umgab, sie blendete. Völlig entspannt und gelassen saß er neben ihr. Die lange Reise, die nun schon den zweiten Tag dauerte, schien ihn doch langsam zu ermüden. Ganz nah saß er bei ihr und berührte sie immer wieder, streichelte sanft ihre Hand, ihr Gesicht, ihre Haare. Ob es das noch tun würde wenn sie wieder unter ihren Freunden waren? Nun, sie würde es sehen. Und wenn es ihm zu peinlich war, dann wollte sie ihn nicht drängen.

Sie schaute ihn strahlend an, war glücklich, so vollkommen glücklich. Sie hatte seine Nähe und seine Zärtlichkeiten so genossen. Diese herrlichen zwei Wochen, die sie Tag und Nacht mit ihm zusammen gewesen war, die sie in seinen Armen gelegen hatte. Kein Streit hatte die Stimmung beeinträchtigt, keine Rücksichtnahme auf die Freunde hatte sie davor abgehalten, sich ihre Liebe zu zeigen. Sesshoumaru hatte sich oft genug zurückgezogen und das kleine Mädchen mitgenommen, so dass sie immer wieder ungestört gewesen waren. Auch das wildeste Spiel mit ihren neu gewonnen Freunden hatte Rin nicht davon abbringen können, immer nach ihrem verehrten Dämon Ausschau zu halten und ihm sofort zu folgen, wenn er wieder verschwand.

Kagome hob ihre Arme und legte sie dem Jungen neben ihr um den Hals. Sie zog ihn sanft zu sich herüber und wühlte sich durch die seidige Pracht seiner Haare zu der weichen Haut seines Nackens durch. Ihre Finger stießen auf die glatten Holzperlen der Kette, die um seinen Hals lag. Diese Kette, die ihn band, ihn unter ihren Befehl zwang, auf den Boden und in den Schmutz warf wann immer sie den Befehl dazu gab. Kaede hatte ihr erzählt dass ihre Schwester Kikyo die Kette gefädelt und die Perlen beschworen hatte um die große Macht des Halbdämons zügeln zu können…sie ihm aber nie umgelegt hatte. Sie hatte ihm vertraut, hatte ihn geliebt so wie Kagome es jetzt tat. Sie hatten ihm die Kette übergestreift als er gefährlich und wild war, Kagome angreifen wollte und nichts anderes im Kopf hatte als ihr den Juwel der Vier Seelen zu stehlen um seine volle Macht zu entfalten. Er wäre über ihre Leiche gegangen, das glaubte sie zumindest damals. Aber nun? Beschämt musste sie daran denken wie oft sie die Macht der Kette missbraucht hatte um Inu Yasha zu strafen, um ihre Wut an ihm auszulassen. Meist war er selbst schuld daran gewesen dass sie so explodierte, aber war es gerechtfertig den armen Jungen wieder und wieder vor sich in den Dreck zu zwingen? Riesige Krater hatte sie mit seinem Körper in den Boden gerissen, da sie vor Zorn und Groll manchmal nicht mehr aufhören konnte, ihn mit noch einem weiteren ‚Sitz' immer tiefer in den Grund zu rammen. Wie erniedrigend das für ihn gewesen sein musste. Wie konnte sie ihn nur so behandeln? Kikyo hatte ihm die Kette nicht einmal angelegt, geschweigedem jemals benutzt…

Sie blickte in das vertraute Gesicht, das sich so nahe vor dem ihren befand. Sie spürte seinen Atem auf ihrem Gesicht, seine Lippen, die über ihre Wangen tasteten…und sie fasste einen Entschluss.

„Die brauchen wir jetzt nicht mehr!" meinte sie nur und streifte Inu Yasha vorsichtig die Kette vom Hals. Behutsam zog sie sie durch seine langen Haare und warf sie dann achtlos in das Wasser hinter sich. Leise klatschte sie auf die spiegelglatte Oberfläche, durchbrach diese in einem Trichter sanfter Wellen, den ihr Aufschlag erzeugte. Langsam sank sie dem tiefen Grund des kristallklaren Bergsees entgegen, glitt die langen, schwankenden Blätter einer Pflanze entlang und verbarg sich in deren Wurzelwerk. Bald lag der See wieder unbewegt und glatt vor ihnen und verbarg still sein Geheimnis, dass er in seinen Tiefen bewahrte.

Inu Yasha sah sie verblüfft an. „Was war das denn?" „Denk bloß nicht ich sei ohne sie hilflos!" grinste Kagome frech zurück. „Ich kann dich jederzeit in einen Menschen verwandeln!" „Hä?? Kein ‚Sitz' mehr, Kagome?" „Nein, nie mehr!"