Danke, Leute, für eure Reviews, und besonders dir, Eskaria, dass du wieder dabei bist -freu-
Klar hab ich noch einige Verwicklungen vor, jetzt, wo Rin 'groß' ist. Lasst euch überraschen...das kommt noch. Erst mal gilt es den bösen Naraku zu strafen.Ob das gelingt?
Verfolgung
Sango kam herbeigeeilt und stütze Kagome, die gerade zusammen brach. Sie nahm ihre Freundin in die Arme und blickte dabei auf die am Boden liegende Frau. Diese trug den viel zu kleinen, orange-gelb gemusterten Seidenkimono, den Rin gerade noch angehabt hatte. Sie blickte in die Züge der bewusstlosen Frau und ihre Augen weiteten sich erschrocken. Diese Frau war Rin! Sie blickte zu Sesshoumaru, der wie erstarrt neben dem Mädchen kniete. Sein Blick war auf Rin geheftet, seine Züge, die sie sonst immer nur ausdruckslos und unbeteiligt kennen gelernt hatte, waren schmerzhaft verzerrt.
„Was ist geschehen?" Er blickte kurz zu ihr hoch, hatte er ihre Anwesenheit doch gar nicht bemerkt. Miroku kam ebenfalls daher gerannt und beugte sich schwer atmend über die Gruppe. Er sah die bewusstlose Kagome in Sangos Armen liegen. „Kagome-sama! Was ist los? Was ist passiert?" Beide kümmerten sich nun um Kagome, klopften ihr sanft ins Gesicht, fühlten ihre Stirn. Das Mädchen glühte und lag in einer tiefen Bewusstlosigkeit.
Miroku schaute auf die erwachsene Rin am Boden, auch in seinem Blick standen Erstaunen und Schreck. „Ist das Rin? Was hat Naraku mit ihr gemacht?"
Sesshoumaru löste sich schweigend aus seiner Erstarrung. Sein Blick wurde finster, ein Grollen stieg aus seiner Kehle. Er stand langsam auf, richtete seinen Körper zur vollen Größe auf und drehte den Kopf in Narakus Richtung. Seine Hände verkrampften sich, seine krallenförmigen Nägel schnitten in seine Handinnenfläche, die Knöchel traten weiß hervor. Seine Augen fingen an rot zu leuchten. Der kühle Lord des Westens verwandelte sich in eine Gestalt voll Wut und Zorn, durchdrungen von seinen Rachegefühlen und dem Schmerz, den er bei dem gerade noch einmal abgewandeten Verlust des einzigen Wesens empfand, dass er liebte.
Erschrocken blickten Miroku und Sango zu dem erzürnten Youkai hinüber. Obwohl sie ihn in diese Schlacht begleitet hatten, war er ihnen unheimlich. In seinem Groll sah er noch dämonischer aus. Das sonst so schöne, bleiche Gesicht war verzerrt von Wut und Hass, seine große Gestalt stand jedoch vollkommen ruhig da, nur der Wind fuhr durch seine langen Haare und spielte an seiner Kleidung.
Sesshoumaru sah zu seinem Bruder hinüber, der auf der Wiese stand und der violetten Wolke nachstarrte, die sich gerade in die Lüfte erhob. Das gewaltige Schwert Tessaiga hielt er noch mit beiden Händen fest. Gerade hatte er zum letzen Schlag ausgeholt, der den verhassten Naraku endgültig zerstückelt und zerfetzt hatte. Und doch sammelten sich seine verbleibenden Reste schon wieder in einem violetten Strudel, der sich langsam unter dem gehässigen Gelächter des widerlichen Dämons erhob und über dem Berg verschwand.
Sesshoumaru schüttelte sich vor Zorn. Dieser Teufel sollte nicht wieder entkommen! Schon einmal war er ihm entwischt und hatte sich in einen Luftwirbel davongemacht. Damals hatte er von seiner Verfolgung abgelassen um nach Rin zu suchen. Diesmal würde er nicht entkommen. Er sollte dafür bezahlen was er dem Mädchen angetan hatte.
Ein tiefes, wütendes Knurren drang aus seiner Kehle. Ein Brausen begann und umfing ihn, ein einsetzender Wirbel zerrte an seinen langen Haaren und riss sie in die Höhe. Sango und Miroku starrten zu dem Dämonen hinüber und sahen, wie sein Gesicht sich verwandelte. Die Augen glänzten blutrot, sein Mund war aufgerissen und lange Fangzähne wurden sichtbar, die weit aus dem Mund ragten. Sein Mund selbst verformte sich zu einer Schnauze, die Zähne darin wurden messerscharf. Dann hüllte eine Wolke den Dämon ein, umgab ihn und wurde immer größer. Wie ein Wirbelsturm erhob sich diese Wolke und bewegte sich blitzschnell von ihnen weg, erreichte mit einem langen Trichter neben seinem Halbbruder im Tal wieder die Erde. Aus den Wirbeln und roten Blitzen zeichneten sich langsam die Konturen eines riesigen, weißen Hundes ab. Das Tier war mehr als baumhoch, sein weißes Fell war lockig, ein riesiger Kopf mit weit geöffnetem Maul und scharfen Fangzähnen blickten der entschwindenden Wolke mit Narakus Überresten nach. Um seine Brust wehte das Fell wie eine Mähne im Wind, die riesigen Tatzen ließen den neben ihm stehenden Inu Yasha winzig klein erscheinen. Sein langer Kopf war mit Streifen an seinem Maul und einen tiefblauen Halbmond auf der Stirn geschmückt. Das Grollend des Tieres ließ das Tal erbeben.
Aus der Wolke war wieder ein hämisches Gelächter zu hören. „Du kannst mir nichts anhaben. Ich bin unsterblich." Ein tiefes, böses Knurren drang aus der Kehle des Hundes hervor, dass Sango und Miroku erschaudern ließ. Im gleichen Augenblick stürmte er in die Luft davon, der Wolke hinterher, die sich schon weit in die Lüfte erhoben hatte.
Obwohl Sango und Miroku es schon mit vielen Dämonen zu tun gehabt hatten, war Sesshoumaru wohl außer Naraku der mächtigste, der ihnen jemals begegnet war. Sein Anblick war Furcht einflößend und sie waren froh, ihn nicht als Gegner zu haben.
Inu Yasha hatte die Verwandlung seines Bruders beobachtet und sah ihn nun den Feind verfolgen. „Hey, warte doch!" Er steckte verärgert Tessaiga in die Scheide und warf den Kopf herum um mit Blicken nach seinen Freunden zu suchen. Er sah Miroku und Sango neben Kagome knien, Sango hielt das Mädchen schützend in den Armen. Und auch Rin konnte er erkennen, wenn auch irgendetwas mit ihr nicht zu stimmen schien. Aber er wollte keine Zeit vergeuden. „Passt auf Kagome auf, ich gehe ihm nach!" Er brüllte ihnen noch kurz seine Mitteilung zu, dann wandte er schon wieder das Gesicht ab und blickte hinauf in den Himmel. Dort war die riesige Gestalt seines Bruders zu erkennen, die in großen Sprüngen der sich schnell entfernenden violetten Wolke hinterher setzte.
Ein leichtes Brausen begann und seine Haare fingen an sich in einem aufkommenden Energiewirbel zu bewegen. Er begann sich ebenfalls zu verwandeln. Die Augen liefen blutrot an und auch sein Mund verformte sich. Dunkle Streifen erschienen auf seinen Wangen, die Augen blitzen gefährlich und ein drohendes Knurren war zu hören.
Sango und Miroku blickten erschrocken zu ihm hinüber. Sie kannten diese Verwandlung schon. Der Hanyou verwandelte sich dadurch zu einem vollen Dämon, der mit unglaublicher Kraft und zerstörerischer Wut seine Feinde zerfetzte. Lange Krallen schossen aus seinen Fingern, die Reißzähne in seinem weit aufgerissenen Mund schoben sich vor und gaben seinem Gesicht das Furcht erregende Aussehen, das die beiden schon öfter an ihm gesehen hatten. Doch was war das?
Sie trauten ihren Augen nicht. Früher war die menschliche Gestalt Inu Yashas immer erhalten geblieben. Er wurde zwar etwas größer und viel muskulöser, aber er blieb immerhin ein Mensch. Diesmal ging die Verwandlung jedoch weiter. Auch sein Gesicht verformte sich, der Mund wurde zu einem Maul mit immer schärferen Zähnen, die Augen funkelten blutrot. Und der immer stärker aufkommende Wind fing an, an seinen Haaren zu zerren. Wie vorher schon Sesshoumaru hüllte er sich in eine Wolke ein, die ihn brausend umfing. Aus der Wolke wurde ein hoher Wirbel, innerhalb dessen Blitze zuckten. Als sich der Staub wieder legte und die Sicht frei gab, stand nun ebenfalls ein riesiger, weißer Hund vor ihnen.
Sie hatten bisher nur aus Kagomes Erzählungen gehört, dass sich Inu Yasha inzwischen auch verwandeln konnte. Sie sahen ihn nun zum ersten Mal in dieser Form. Miroku sah sprachlos zu dem großen Tier hoch, Sango drückte instinktiv die in ihren Armen liegende Kagome enger an sich. Inu Yasha sah beeindruckend aus. Sie hätte nie gedacht, dass der ewig nörgelnde, hitzköpfige, junge Hanyou eine solche Macht haben könnte. Er war in seiner Hundegestalt schon dem vorauseilenden Bruder hinterher gesprungen. Die beiden Körper verloren sich in den Weiten des Himmels.
