Also liebe Leserchens...jetzt war ich eine ganze Woche weg, aber bei den Reviews hat sich fast nix getan, bei allen Geschichten nicht. Seid ihr denn auch alle in Urlaub? Dann wünsche ich euch viel Vergnügen, eine schöne Zeit und frohe Ostern! Und als kleines Ei im Nest gibt es ein neues Kapitel, diesmal wieder von Eskaria. Ich bin gespannt wie es mit ihrem Pärchen weitergeht, ich weiß es nämlich auch noch nicht.
Ich selbst war fleißig die letzten Wochen und habe einige Kapitel getippelt. Es geht voran, liebe Freunde...also bleibt dabei, für Nachschub ist gesorgt.
Navara-Baby: Inu kommt bald wieder, und mit Mordshunger, wird lustig. Nur Sir Iceberg lässt noch etwas auf sich warten...die arme Rin...aber kommt Zeit kommt Sess...
Julia: Na, Ephyra kann bestimmt Risse zuzaubern oder so...das hätte ich mir auch schon oft gewünscht. Ich als Bezaubenrde Jeanny (kennt ihr die noch?) die nur zu zwinkern braucht und alles ist erledegit -hach- Na, ich konnte mir das mit dem Flicken einfach nicht verkneifen. Immer hing Inus roter Mantel und sein Hemd in Fetzten runter, und immer war's in der nächsten Folge wieder in Ordnung...Hab mich immer gefragt wer das macht! Und wo Sess wohl reinigen lässt? Genug des schnöden Themas...weiter gehts ;o)
Hakureizan
Als Kagura das nächste Mal hochsah, stellte sie fest, dass sie sich ganz in der Nähe des Hakureizan befand, des Berges, der damals Schauplatz für all die schrecklichen Ereignisse gewesen war. Hier hatte die Priesterin Kikyou den Tod gefunden, genauso wie die legendären Shichinintai. Hier war es gewesen, dass Naraku wieder auferstanden war, in neuer Pracht und noch grausamerer Härte. Ohne weiter darüber nachzudenken, landete Kagura auf dem Gipfel des gespaltenen Berges. Öde Felsen, Schotter, nicht einmal der Hauch von Grün. Immer noch lagen Narakus giftige Dämpfe in der Luft. Ein unwirtlicher Ort. Die Menschen würden wohl sagen, ein gruseliger Ort. Das einzige Gruselige, das Kagura an diesem Ort fand, war, dass er Schauplatz von Narakus neuer Macht geworden war.
Mit einem Seufzer betrat sie den Spalt, der tiefer in den zerstörten Berg hineinführte. Sie wusste nicht, was sie leitete, aber es drängte sie danach die unbekannten Tiefen des Berges zu erforschen.
Schritt für Schritt setzte sie in die Dunkelheit bis sie beinahe nichts mehr erkennen konnte. Erst nach einiger Zeit zeigte sich ein schwacher Lichtschein in der Ferne und Kagura ging darauf zu. Eigentlich wollte sie nicht hier sein, aber ein innerer Drang ließ sie nicht umkehren. Leise seufzend betrat sie bald darauf die riesige Höhle, deren Decke zertrümmert war und die Licht hereinließ. Unsicher ließ die Windherrscherin ihren Blick wandern. Hier war sie nie gewesen. Solange die heilige Barriere des Mönchs noch gewesen war, hatte sie sich nicht weg bewegen können und gleich danach hatte Naraku ihr seinen neuesten Abkömmling aufgebürdet und sie weggeschickt. Doch dem Grad der Zerstörung nach zu urteilen musste das der Platz der Konfrontation zwischen Naraku und Inu Yasha gewesen. Sacht glitt sie zum Boden der Höhle und starrte auf die herumliegenden Felsbrocken, die teils von der Decke, teils von den Wänden gefallen waren. Nur ein einzelner Lichtstrahl gelangte bis in diese Tiefe und beleuchtete die unwirkliche und schaurige Szenerie. Nahezu gelangweilt ließ sie dann den Blick über den unebenen Grund gleiten, die abgebröckelten Felsen, den feuchten Sand. Plötzlich glaubte sie im Hintergrund etwas aufblitzen zu sehen.
Nun doch neugierig trat sie näher und beugte sich etwas hinab. Mit einem leichten Stoß ihres Fächers vertrieb sie den Staub und enthüllte so ein Stück hell schimmerndes Metall. Mit der Fußspitze tippte sie es vorsichtig an und sah dann wie es langsam umkippte. Mit einem leisen Klirren schlug es dann auf dem Boden auf – direkt neben einem menschlichen Totenschädel. Überrascht hob Kagura eine Augenbraue. Als sie nun genauer hinsah, stellte sie fest, dass der ganze Boden in dem Teil der Höhle mit menschlichen Knochen übersät war. Dazwischen schimmerte auch immer wieder ein Stück des hellen Eisens auf, das einmal Teil einer Waffe gewesen war – einer großen Waffe, wenn man den Unmengen an Metall Glauben schenken durfte. Mit einem eleganten Schwung des Fächers ließ sie ihre Macht frei und die Winde trugen das Metall und die Knochen auf einen Haufen zusammen. Kagura konnte nichts sagen, warum sie das tat. War es Langweile, Neugier?
Sie schlenderte um den kleinen Berg herum, blieb dann plötzlich stehen und kniff die Augen ein wenig zusammen. Ihr Verstand fing an zu arbeiten, als sie vor dem Griff der Waffe zu stehen kam. Sie hatte ihn schon einmal gesehen. Ein leichtes Interesse leuchtete in ihren Augen auf, als sie den Blick nun etwas hektischer über die Knochen gleiten ließ. Ja, er war es! Es war dieser Mensch, der Anführer der Söldner! Sie erkannte die Waffe wieder – es handelte sich um diese riesige Hellebarde, bei der sie sich schon gewundert hatte, dass er sie überhaupt tragen konnte. Nun lag sie also zerstört hier und auch ihr Besitzer hatte sein – erneutes – Ende gefunden. Wieder sah sie den Mann vor sich. Er war relativ groß gewesen, sein dichtes, schwarzes Haar hatte er zu einem Zopf gebändigt gehabt. Die Waffe, beinahe gleich groß wie er, hatte er geschultert getragen, ganz so als würde es sich um ein Schwert handeln. Mit seinen blauen Augen hatte er sie kurz gemustert, ehe er kommentarlos an ihr vorbeigegangen war. Sie hatte gespürt, welche Kraft von ihm ausgegangen war und war sich nicht sicher gewesen, wer in einem Zweikampf den Sieg davon tragen würde – er oder Inu Yasha. Nun, es war wohl klar, wer der Sieger gewesen war. Nachdenklich sah sie auf den schwarz schimmernden Splitter, den sie immer noch in Händen hielt. Was wäre wenn…? Ein Gedanke begann sich in ihrem Kopf zu formen, wurde immer fester, immer realer. Aus einer Idee wurde eine Vorstellung und ein leichtes Lächeln huschte über die sonst so ernstern Züge der Windherrscherin. Ja, warum nicht? Sollte es misslingen, konnte sie es immer noch rückgängig machen.
Wieder schwang sie ihren Fächer, wieder erhoben sich die Winde, wirbelten Staub auf, nahmen die Knochen hoch, warfen sie scheinbar chaotisch durch die Luft. Doch als sich der Dreck wieder legte, lagen sie schön geordnet da, gerade so, als wäre der Mensch an eben dieser Stelle gestorben – ohne Kampf. Mit einem prüfenden Blick stellte Kagura fest, dass das Skelett vollständig war. Vom Kopf bis zum kleinsten Zehenknochen – eine wirklich glückliche Fügung. Ein letztes Mal schaute sie nachdenklich auf den Splitter, dann trat sie entschlossen näher, nahm ihn zwischen zwei Finger und presste ihn dann dicht unterhalb des knöchernen Kinns auf die Wirbelsäule. Kaum dass die Scherbe den Knochen berührt hatte, schien es Kagura als würde sie sich daran festsaugen. Schnell trat sie dann einen Schritt zurück und beobachtete das Schauspiel fasziniert. Von der Stelle an er der Splitter nun dem Knochen anhaftete, begannen sich blau graue Wirbel zu bilden. Sie hüllten bald das gesamte Knochengerüst ein. Wie dicker Nebel lagen sie auf dem Skelett. Als sie sich langsam auflösten, kam helle Haut darunter zum Vorschein. Erst konnte Kagura eine muskulöse Brust sehen, dann einen kräftigen Hals und bald darauf auch das friedliche Gesicht. Tatsächlich war es der Mensch, den sie als Anführer der Shichinintai in Erinnerung hatte. Seine vollen, schwarzen Haare umrahmten das markante Gesicht, die Lider über die mitternachtsblauen Augen gesenkt, war das satt violette Kreuz auf seiner Stirn der einzige Farbfleck. Es schien ganz so als würde er schlafen und Kagura begann sich zu wundern, ob es denn überhaupt funktioniert hatte. War nur Naraku in der Lage Tote wieder auferstehen zu lassen?
Suchend glitt ihr Blick zu seiner Brust. Atmete er? Einen Augenblick wurde sie von seinen festen Bauchmuskeln abgelenkt, ihr Blick wanderte noch etwas tiefer und im nächsten Moment wurde ihr klar, dass der Mann nackt vor ihr lag. Erschrocken riss sie den Kopf wieder hoch, starrte krampfhaft in sein Gesicht und versuchte das Brennen auf ihren Wangen zu ignorieren. Eines konnte sie jetzt schon sagen – er war ÜBERALL gut gebaut!
Während sie innerlich noch mit dem beschäftigt war, was sie gesehen hatte, riss ein leises Stöhnen sie aus ihren Gedanken. Ihre Augen richteten sich wieder auf das Gesicht des Mannes und sie konnte sehen, wie er langsam und fast unter Qualen die Lider hob. Dann setzte er sich – immer noch unter ihrem beobachtenden Blick – auf und schüttelte leicht den Kopf. Die schwarzen Haare schwangen dabei um seine nackten Schultern. Erst dann schien er zu bemerken, dass er nicht alleine war, denn der unsichere Ausdruck in seinen Augen verschwand, machte einem mutigen, fordernden Platz und er stierte sie an. Die Tatsache, dass er nackt vor ihr saß, schien ihn weitaus weniger zu stören als sie. Er öffnete den Mund, wollte etwas sagen, aber nur ein raues Krächzen entrang sich ihm. Nachdem er einige Male geschluckt hatte, startete er einen neuen Versuch.
„Wo bin ich?"
