Hallo Leute: Diesmal nur 2 Reviews...schade! Sind schon alle in den Ferien? Na, in Österreich ist es ja schon soweit, und viele der Stammleser hier sind aus Tirol, wie ich schon mitbekommen habe. Ich wünsche euch wunderschöne Ferien und viel faule Zeit. Lasst's euch gut gehen...und schaut dann mal wieder bei mir vorbei!
Vorbeischauen tun ja viele. Dank der neuen Statisik hab ich gesehen, das 40! Leute meine Geschichte gelesen haben. Mann -schluck- ich bin ganz baff! Sooo viele? Das freut mich gewaltig. Ich habe mit einer Leserschaft von vielleicht 12 Leuten gerechnet, aber so viele? Freu freu freu!
Dann schreib ich mal fleißig weiter...und würde mich trotzdem freuen, wenn ein paar mehr Leser mir ein Review hinterlassen würden, ob ihnen die Geschichte denn auch gefällt.
Mein besonderer Dank geht wieder an Azhura und Julia, der ich immer Tipps für ihre tollen Geschichten geben darf. Die beiden schreiben auch, schaut mal vorbei!
Schwäche
Sesshoumaru wanderte ziellos durch sein Schloss. Er konnte nicht schlafen, nicht ruhen, er konnte nicht aufhören an Rin zu denken, an seine Gefühle für sie.
Sie waren schon so lange zusammen, sie lebte bei ihm seit vielen Monaten. Er liebte sie über alles, er würde ohne zu zögern sein Leben für sie geben. Aber sie war immer ein Kind gewesen, ein kleines Mädchen mit der reinsten Seele, die man sich vorstellen konnte. Dieses Kind war das komplette Gegenteil von ihm. Sie war gütig und offen, kannte keine bösen Gedanken und war mitfühlend mit jedem lebenden Wesen. Und nun war sie auf einmal eine erwachsene Frau, die mit sehnsüchtigen Blicken an seinem Hals hing.
Bisher war es einfach gewesen mit ihr zusammen zu sein. Sie war bescheiden, anspruchslos und gehorchte ihm immer aufs Wort. Und trotzdem hing sie an ihm, ja, sie liebte ihn abgöttisch, war ihm für jede kleinste Tat endlos dankbar. Er konnte sie bedenkenlos überall hin mitnehmen. Aber wie sollte er sich nun ihr gegenüber verhalten?
Er liebte sie, aber bisher als Kind. Mit ihrer erwachsenen Gestalt kam er noch nicht zurecht, ihrer Leidenschaft, ihrem Begehren. Was aus ihnen werden würde, das würde sich noch zeigen. Er wusste nur, er liebte sie.
Aber offen zu Gefühlen zu stehen war eine Schwäche, die sich ein Dämon nicht leisten konnte. Schon sein Vater hatte für diese Schwäche mit dem Tod zahlen müsse, und sein kleiner Bruder Inu Yasha war dafür 50 Jahre an einen Baum gebannt worden. Nein, sie würden nur darauf warten, dass er sich eine Blöße gab. Wie oft war Rin schon entführt worden. Dieser miese Naraku wusste die schwachen Stellen zu finden und sie gnadenlos auszunutzen. Er plagte Menschen und Dämonen gleichermaßen, benutzte jede kleine Schwäche für seine Schachzüge. Ja, er hatte sich damals bei der ersten Entführung entschieden, nach Rin zu suchen und Naraku nicht weiter zu erfolgen. Naraku hatte nur höhnisch gelacht als er ihn daran erinnerte hatte, dass das Mädchen in Gefahr war. Er hatte damals nur noch Rin befreien wollen, Naraku war ihm in diesem Augenblick völlig egal gewesen.
Sie waren weit gekommen, sein Bruder und er, schon damals beim ersten Mal als Naraku Rin entführt hatte. Er war in Narakus Schloss eingedrungen, hatte seine Barriere überwunden und ihn mit seinem Schwert schwer verletzt, aber er hatte ihn nicht besiegen können. Er spürte seinen Bruder kommen, der es irgendwie geschafft hatte, ebenfalls die Barriere zu durchdringen und Naraku damit abzulenken. Er spürte ihn kommen mit Tessaiga, dem mächtigen Schwert, dass er inzwischen vollkommen beherrschte. Und er wusste, er würde zuschlagen ohne Rücksicht auf ihn, seinen Bruder. Das lag wohl in der Familie! Ein Grinsen stellte sich auf seinem Gesicht ein.
Also hatte er sich mit Narakus eigenem Fleisch geschützt, ließ sich unter den Fetzen begraben und diese Narr Naraku hatte noch gemeint, er könnte ihn absorbieren. Ein höhnisches Schnauben entfuhr dem nachdenklichen Hundedämon.
Inu Yasha hatte Naraku mit der Macht seines Schwertes zerfetzt und er hatte ihm danach noch den Rest gegeben, aber der verdammte Mistkerl war nicht gestorben, er hatte sich in Rauch aufgeöst und war verschwunden. Damals hatte er sich verwandeln wollen als er sah, dass beide Brüder sonst keine Möglichkeit hatten, ihn endgültig zu erledigen. Und was hatte er wirklich getan? Er hatte die Chance ungenutzt verstreichen lassen um Rin zu suchen. Danach hatte Naraku sich neu zusammengesetzt aus den stärksten seiner Dämonenanteile, hatte an Macht gewonnen und war nun beinahe unbesiegbar geworden Und nun, nach der zweiten Entführung, wusste er auch, dass er jetzt selbst in seiner verwandelten Form nichts gegen diesen Schurken ausrichten konnte, keine Chance hatte, diesen Dämon ein für alle Mal zu besiegen. Sesshoumarus Gesicht wurde wutverzerrtes, seine Augen begannen rot zu leuchten. Er stöhnte auf. Warum war er nur so dumm gewesen? Warum hatte er die Gelegenheit nicht genutzt? Damals hätte er Naraku vielleicht noch vernichten können. Und was hatte er getan? Das Bild von den weinenden und verängstigten Rin war ihm nicht aus dem Kopf gegangen und er war sie lieber suchen und trösten gegangen als den Ursprung des ganzen Übels entgültig zu beseitigen. Was für ein Narr er nur gewesen war! Mitleid, Mitgefühl, diese verdammten, menschlichen Gefühle, die nur Unglück brachten. Warum sollte er Gefühle zulassen, die nur seinen Untergang heraufbeschworen?
Und was wohl jetzt gerade mit diesem verfluchten Naraku passierte? Ob er sich wieder irgendwo verborgen hatte um noch stärker wieder hervor zu kriechen? Er würde wieder kommen, dessen war er sich gewiss. Ob er dann noch irgend eine Chance hatte gegen ihn zu gewinnen? Wie sollte er ihn nur besiegen? Sesshoumaru setzte sich auf einen Mauervorsprung, seine Hand ballte sich zur Faust.
Er war verletzlich, war angreifbar geworden weil er ein Menschenmädchen, eine Frau beschütze. Sie war seine schwache Stelle! Der Gedanke, dass sie hätte sterben können, hatte ihn damals dazu getrieben, sein eigentliches Ziel, Naraku zu töten, aus den Augen zu verlieren. Er hätte es nicht ertragen ihren kleinen Körper tot vorzufinden, wollte sie nur beschützen, und das wusste Naraku genau. Gerade deswegen entführte er sie immer wieder, weidete sich daran ihn zu erniedrigen und zu provozieren indem er dem Mädchen immer wieder Leid antat, weil er wusste, dass er ihn, den mächtigen Lord damit mehr treffen konnte als mit einer direkten Konfrontation. Wie höhnisch er gelacht hatte als er sie mit seinem Fluch belegt hatte. Wenn Kagome nicht gewesen wäre, hätte sich Rin in seinen Armen in Asche aufgelöst. Der langhaarige Teufel hätte das Mädchen gerne vor seinen Augen zerfallen lassen, aber das war ihm zum Glück nicht gelungen. Ihm selbst war esdanach egal gewesen, dass er wohl Jahrhunderte seines Lebens eingebüßt hätte, er lebte lange genug um auf die Jahre verzichten zu können. Aber das kleine Mädchen, deren viel zu kurzes Leben so schnell verrann, dem hatte er immerhin die wichtigsten Jahre ihrer Jugend, ihres Erwachsenwerdens, gestohlen, obwohl der Fluch aufgehalten werden konnte. Dieser verdammte Naraku spielte mit ihm wie eine Katze mit ihrer Beute.
Sesshoumaru senkte den Kopf und sein langes, silbernens Haar berührte beinahe den Boden. Er war schwach wie sein Vater, schwach wie Inu Yasha! Bei der ersten Entführung hatte er nur an das Mädchen gedacht und sich von blinden Gefühlen leiten lassen anstatt einen kühlen Kopf zu bewahren. Und auch bei seiner letzten Verfolgung war er schon wieder nicht fähig gesesen, diesen Unhold zu vernichten. Obwohl er ihn hartnäckig verfolgt hatte, nicht aufgegeben hatte bis er ihn in den Tiefen der Erde aufgespührt hatte, alle seine Macht eingesetzt hatte, Naraku war ihm wieder entglitten. Keine seine Kräfte war ausreichend gewesen, diese Kreatur zu vernichten.
Er war zu schwach gewesen Naraku zu besiegen. Und er hatte verloren deswegen. Das durfte nicht noch einmal geschehen! Mit verbittertem Gesicht zog er die Augenbrauen hoch.
Er hatte schon den Vater verloren, der sich so zu Menschen hingezogen gefühlt hatte, er durfte nicht aus demselben Grund auch noch sein eigenes Leben verlieren. Schon immer wollte er Macht haben, Macht und Stärke, damit kein Feind ihn mehr besiegen konnte, es ihm nicht wie seinem Vater erging. Er wollte sich alleine gegen jeden Gegner zur Wehr setzen können. Er wollte diese Macht auch nutzen um Rin damit zu beschützen. Aber wenn ihn seine Gefühle zu ihr nur schwach und verletzbar machten, konnte er sie nicht mehr schützen. Und gerade das Mädchen und seine Schwäche zogen seinen Gegner an. Naraku würde sich immer wieder an ihr vergreifen um ihn zu provozieren., ihn heraus zu fordern. Er musste sie in Sicherheit bringen, weit weg von ihm. Ja, das war der einzige Weg!
Und dies so schnell wie möglich, bevor ihre Gefühle voll erwachten, bevor sie sich nicht mehr von ihm trennen konnte. Und er sich vielleicht nicht mehr von ihr.
Entschlossen brach er auf, machte sich auf den Weg zu ihrem Zimmer um es ihr mitzuteilen. Gleich morgen wollte er mit ihr aufbrechen, sie zu Kagome bringen. Sie sollte Rin mitnehmen, am besten mit in ihre Welt. Dort war sie sicher, dort gab es keine Feinde, keine Dämonen, dort würde es ihr gut gehen.
