Hallo Leute, es geht weiter...und dem Ende zu. Aber vorher werden noch ein paar Mitstreiter rekrutiert und Splitter geborgen.

Julia: Dir vielen Dank fürs Beta-Lesen und dein Lob. Küsschen...

zorro & shadowangel4ever: Danke dass ihr so true meine Story lest. Das freut mich sehr wenn ich mal was von meinen Lesern höre und es macht doppelt so viel Spaß weiter zu schreiben.

Splitter

Totenstille herrschte im großen Saal. Nur wenige Personen waren hier versammelt, den vielen Bediensteten und auch den Gästen, die neugierig im Innehof herumlungerten, war der Zutritt verwehrt. Sie meisten wussten nur, dass hier ein weiteres Treffen stattfand, das was mit dem bevorstehenden Kampf zu tun hatte.

Die geplante Schlacht hatte sich schon überall herumgesprochen und es waren viele Wesen in das Schloß des großen Lords des Westens geströmt. Doch viele waren auch wieder gegangen:

Nur die großen, mächtigen Dämonenfürsten waren überhaupt noch unabhängig geblieben, leisteten keine Frondienste für den Halbdämon Naraku. Die schwächeren Geister waren meist versklavt oder trauten sich nicht, gegen den verschlagenen Hanyou anzutreten. Doch auch die mächtigen Herrscher waren nicht alle bereit, sich der Schlacht anzuschließen.Die Aussichten waren zu gering, dass die zusammengewürfelte Gruppe den Kampf gewinnen könnte. Naraku versammelte hunderte mächtiger Dämonen in seinem Körper, und er hatte Hilfe von vielen Seiten, von bestochenen Mächtigen wie auch unterdrückten Schwachen. Ihre Zahl war beinahe grenzenlos. Außerdem war die Macht der jungen Priesterin, die ihnen beistand, noch unausgereift und es war nicht sicher, ob sie Naraku auch wirklich bannen könnte.

Die Menschen, die Fürsten der Umgebung wie auch die einfachen Leute, die tapfer genug waren und ihre Unterstützung anboten, bedeuteten den Dämonen nicht viel. Sie hielten sie eher für störend als für eine Hilfe bei einem Krieg. So blieben am Ende nur die Wolfs- und die Hundedämonen. Immerhin ließen auch die Katzendämonen einen kleinen, wehrhaften Trupp zurück, aus Dank für die Befreiung von ihrem skrupellosen Herrn, den Sesshoumaru und Inu Yasha vor einiger Zeit besiegt hatten. Zusammen mit den weiter zuströmenden Menschen blieben aber doch etliche wehrhafte Männer auf dem Schloss.

Die neu gerichteten Räume waren schnell bezogen worden von Gästen, die immer noch im Herrenhaus eintrafen. Reiche und Arme, mächtige und einfache Leute, die alle ein Ziel hatten: dem bedrohten Herrscher bei seinem Krieg gegen einen furchtbaren Dämonen zu helfen. Wie in den frühreren Zeiten trafen sich die mächtigsten Dämonen und Menschen der Gegend wieder in den Räumen des Lord des Westens, um einen Krieg vorzubereiten gegen einen übermächtigen Gegner. Gemeinsam planten sie, gemeinsam mit der Preisterin, die mitten unter ihnen weilte und ihre magischen Kräfte dem Kampf zur Verfügung stellen wollte.

Ein Teil dieser Vorbereitungen fand gerade im großen Saal des Schlosses statt, abgeschirmt vor den Augen der neugierigen Zuschauer. Nur Sango und Miroku waren anwesend, Inu Yasha und sein Bruder Sesshoumaru, der Herr des Anwesens, und die junge Priesterin. Diese kniete am Boden, einen Arm um die Schulter einer schmalen Gestalt gelegt, die vor ihr auf dem Boden saß. Es war der endlich wiedergefundene Kohaku, der kleine Burder der Dämonenjägerin Sango. Er war bei völlig klarem Verstand, erkannte seine Schwester wie auch deren Freunde, wobei die Scham über die begangenen Gräueltaten ihn still und schweigsam bleiben ließ. Sango kniete ebenfalls nieder und hielt die Hand ihres Bruders. Sie wusste um sein schlechtes Gewissen. Es nagte an der jungen Seele, denn nun, da Naraku verschwunden war, war die Macht des Splitters in der Schulter ihres Bruders erloschen. So dämpften keine Nebel die grässlichen Erinnerungen an die Blutbäder, die der junge Dämonenjäger mit seiner grausamen Sichel unter so vielen Menschen auf Geheiß seines Herrn angerichtet hatte. Die Bilder von zerfetzten Körpern, auch denen von Frauen und Kindern, die seine Opfer geworden waren, plagten seine Seele. Trotzdem hielt der Junge geduldig still.Wenn alles gut ging, dann sollte die kommende Aktion ihn endlich von seinem Skalvenleben befreien. Die Priesterin wollte ihm den Splitter entnehmen und diesen sofort reinigen, der große Dämonenlord sollte ihn mit seinem lebensrettenden Schwert vor dem sicheren Tod bewahren. Er wusste nicht, ob der Plan aufgehen würde, abe es war ihm auch egal. Er hatte den Tod tausendfach verdient. Er hatte seinen eigenen Vater getötet, hatte der großen Schwester die Sichel ins Kreuz geschlagen, selbst der anwesenden Priesterin hatte er schon nach dem Leben getrachtet. Nur die Gnade der Anwesenden hatte ihm am Leben erhalten. Der junge Halbdämon Inu Yasha hatte ihn verschont, sogar der große, weißhaarige Dämonenlord hatte ihn nicht getötet, obwohl er das kleine Mädchen angegriffen hatte, das nun erwachsen und seine Herrin geworden war. Und doch wollte diese Gruppe ihn retten. Wenn es nicht gelingen sollte, das magische Schwert seinen Dienst versagte oder der Herr sich doch anders entscheiden sollte, er konnte es verstehen, aber es war ihm völlig gleichgültig. Er wollte nur befreit werden von seinem grausigen Frondienst, egal ob er dabei sein Leben lassen musste oder nicht. Die Gnade, die ihm hier gewährt wurde, hatte er eh nicht verdient. Ergeben senkte er den Kopf und gab die Schulter frei, die die Priesterin inzwischen entkleidet hatte.

Die junge Frau hatte einen konzentrierten Ausdruck im Gesicht als sie ihre warme Hand auf sein Schulterbaltt legte. Er drückte leicht die Finger seiner Schwester, die ihn tröstend hielten. Er wusste nicht, wie es der Miko gelingen sollte, den Splitter, der tief in seiner Haut steckte, herauszuholen, aber er meinte ein Leuchten um ihre Hand zu erhaschen und spürte, wie der Kristall sich bewegte, jedoch ohne Schmerzen zu verursachen. Dann ging alles ganz schnell, die Sinne schwanden ihm, er spürte, wie Dunkelheit ihn ergriff, und als er wieder zu sich kam, lag er in den Armen seiner Schwester, die neben ihm kniete. Tränen standen in ihren Augen, aber ihr Gesicht war überzogen von Erleichterung und Freude. Der große Lord hielt noch sein Schwert in der Hand, das von einem bläulichen Glanz umgeben war. Schweigend steckte er die Waffe zu der anderen, die in seinem Gürtel steckte. Er sagte kein Wort, als Kohaku zu ihm aufsah und ihm dankbar zunickte. Es schien tatsächlich geklappt zu haben. Sango drückte ihn immer wieder fest an sich, konnte es kaum fassen, den geliebten Bruder endlich vom Fluch Narakus befreit und am Leben zu wissen. Miroku strahlte und half dem Jungen aufzustehen. Die Priesterin stand ebenfalls auf und drehte sich um, den hell glänzenden Juwelensplitter in den Händen.

„Sango, geh mit ihm in eure Räume. Er soll sich erholen." Sango nickte dankbar und zog sich mit dem Jungen zurück. Der junge Mönch begleitete sie beide.

Kagome lächelte. Die Anspannung der letzen Minuten fiel endlich von ihr ab und sie schaute erfreut auf den reinen Splitter in ihrer Hand. „Hier haben wir den ersten. Und die beiden anderen kommen gleich dazu. Kouga ist ja bereits eingetroffen, und er wartet nur darauf, seinen Beitrag leisten zu können. Ich werde noch Pfeile brauchen, die ich präparieren kann, dann können wir losschlagen."

Sesshoumaru nickte. Es war an der Zeit die Gespräche zu beenden und zum Handeln überzugehen. Die Streitkäfte der großen Dämonen waren eingetroffen und warteten ungeduldig darauf losschlagen zu können. Die Wolfsrudel durchstreiften schon ungeduldig die Gegend, die Katzendämonen fingen an sich zu streiten. Auch die langsamen Menschen aus Kagomes Dorf waren inzwischen angekommen. Alle waren gerüstet und bereit loszuschlagen. Nur das Opfer fehlte noch. Keiner hatte von Naraku gehört, niemand wusste wo er war.

Sie wollten gerade den Raum verlassen, als sie aufmerksam wurden auf Rufe und hektische Bewegungen vor der Türe. Und bevor sie nachsehen konnten, was los sei, hob sich die Reisstrohmatte an der Türe und ein Mann mit einer gewaltigen Waffe schritt mit energischem Schritt herein, unbeirrt von den Versuchen der Bediensteten, ihn vom Betreten des Raumes abzuhalten.

Schwungvoll nahm der die riesige Hellebarde von der Schulter, stemmte sie in den glatten Holzboden und lehnte sich mit betont lockerer Geste über deren Griff. Er wandte den Kopf um die noch anwesenden Personen zu betrachten, wobei sein langer, schwarzer Zopf auf seinem Rücken tanzte. Inu Yashas Blick verdunkelte sich, als er den arrogant wirkenden Krieger erkannte.

„Was willt du denn hier? Ich dachte, du wärst tot?" „War ich auch!", konterte Bankotsu frech. „Aber jetzt bin ich wieder da. Und ich würde gern mitmachen bei eurem netten Krieg." Überrascht starrten Kagome und Inu Yasha den Söldner an, nur Sesshoumarus Gesicht blieb wie immer unbewegt. „Was hat dich denn geritten dass du Naraku an den Kragen willst? Du hast doch bisher für ihn gearbeitet? Was er dir ja wohl auch toll gedankt hat." Inu Yasha musste an den schmählichen Tod im Berg Hakureizan denken, wo Naraku den Krieger, den er verschont hatte, so zum Spaß getötet hatte. Eigentlich konnte er verstehen, dass der Mann nach Rache sann. Er war ein schwerer Gegner gewesen, und wenn er nun auf ihrer Seite kämpfen würde, könnten sie seine Schlagkraft mit der Hellebarde gut gebrauchen. Wenn man ihm nur trauen konnte…

Kagome sagte kein Wort, starrte dafür auf die Kehle des hereingeschneiten Gastes. „Woher hast du den?", fragte sie kühl und deutete auf den Splitter, den sie im Hals des Mannes erkennen konnte. „Hat dir Naraku wieder das Leben geschenkt damit du uns bespitzeln und hereinlegen kannst?" Inu Yasha stutzte. Kagome sah also einen Splitter in seiner Kehle. Natürlich, der Mann war vor seinen Augen gestorben. Es musste etwas geben, was ihn wieder zum Leben erweckt hatte.

Bankotsu zögerte. Er hätte nicht gedacht, dass die Priesterin so schnell seinen Splitter sehen würde. Aber egal, er hatte nichts zu verbergen und er konnte nur sein Ziel erreichen, wenn diese Leute ihm vertrauen würden.

„Ich habe ihn von Kagura bekommen, um Naraku zu bespitzeln und hereinzulegen.", gab er offen zu. Verblüfft schauten Kagome und Inu Yasha ihn an. „Kagura? Warum sollte sie gegen ihren eigenen Schöpfer vorgehen wollen?" Die junge Miko sah Bankotsu misstrauisch an. „Kagura hat immer gegen uns gehandelt, hat uns bekämpft, uns betrogen und verraten. Warum sollten wir jemanden aufnehmen, der mit ihr zu tun hat?"

„Weil Kagura eine von Narakus hartnäckigsten Gegnern ist." Sesshoumarau hatte überraschend gesprochen. Die Blicke alle Anwesenden wandten sich ihm zu, neugierig zu erfahren wie er zu dieser Meinung kam. Kagome wollte mehr wissen. „Woher weißt du das?"

„Sie hat Verbündete gesucht um sich von Naraku zu befreien. Sie hat mich mehrmals angesprochen, um Hilfe gebeten und versucht zu handeln." „Und du hast natürlich abgelehnt, wie ich dich kenne…", frotzelte Inu Yahssa gegen seinen Bruder. „Natürlich!" Die Antwort kam wie immer ruhig und kühl.

„Und wo ist Kagura jetzt?" Kagome sah Bankotsu fragend an. Ein Stich durchfuhr den stolzen Krieger, bevor er relativ kleinlaut die Frage beantworete. „Ich weiss es nicht. Er hat sie erpresst und mitgenommen." Und dann erzählte er von der Begegnung in den Bergen. Seine Gefühle zu Kagura vermied er zu erwähnen, und er war froh, dass keiner der Anwesenden genauer danach fragte, wie er zu der hübschen Winddämonin stand. Die Aussage des weisshaargen Anführers schien zu genügen um seine Erzählung abzusichern.

„Dann ist er also schon wieder aufgetaucht. Er wird nicht lange auf sich warten lassen. Wir sollten uns so schnell wie möglich bereit machen." Sesshoumaru wollte mit diesen Worten bereits den Raum verlassen als Kagome ihn sanft am Ärmel seines weißen Gewandes zurück hielt. Das schmale Gesicht der Hundelords wandte sich fragend an die Priesterin, die mit einem kurzen Nicken ihres Kinns auf die Kehle des Mannes wies.

„Ist er es wert? Kann man ihm vertrauen?" Eine steile Falte erschien auf seinen Zügen, die tiefblaue Mondsichel erschien auf seiner Stirn, als er unwillig die weissen Haare aus dem Gesicht schüttelte.

Bankotsu hatte nicht verstanden, was dieses Nicken der Priesterin bedeuten sollte. Trotzdem wusste er, dass seine Loyalität angezweifelt wurde. „Ich will mich an Naraku rächen, mich und meine Waffenbrüder, er hat uns alle betrogen. Und ich will Kagura befreien. Erlaubt dass ich euch begeleite. Alleine schaffe ich es nicht. Ich habe überall von euren Vorbereitungen gehört, dass der junge Hundedämon hier daran teilnimmt ebenso wie sein mächtiger Bruder." Er senkte leicht den Kopf als er Inu Yasha und Sesshoumaru anblickte. Immer noch ungläubig starrte ihn der rotgekleidete Hundedämon misstrauisch an. War es Ehrerbeiteung, die Bankotsu da zur Schau stellte? Oder war es ein Trick? Sesshoumarus Züge waren weiterhin feindselig. Bankotsu berfürchtete schon hier doch keine Aufnahem zu erhalten als das Mädchen sich ihm zuwandte. „Es ist wegen Kagura, nicht wahr? Ich denke, wir können ihm vertrauen. Wenn Kagura wirklich so um ihre Freiheit kämpfte und Naraku ihr Feind war, dann steht er auf derselben Seite." „Und woher weißt du das?" Inu Yasha schaute seine Partnerin etwas gereizt an. „Vertrau mir, ich spüre es." Bankotsu lief rot an. Ihm war klar, dass diese Frau seine Gefühle durchschaut hatte. Es war ihm peinlich, vor allem, weil er selbst überrascht feststellen musste, dass diese Gefühle wirklich da waren. Ja, er liebte diese Frau und würde alles dafür tun, sie aus den Klauen ihres Herrn zu befreien, auch wenn er dafür sterben sollte. Er war selbst erstaunt über die Heftigkeit, mit der diese Emotionen in ihm hochkamen, aber waurm sollte er nicht dazu stehen? Seine Glaubwürdigkeit hing davon ab dass er dazu stand.

Kagome nickte nur, als er entschlossen und herausfordernd in die Runde schaute.

„Dieselbe Prozedur?" Sesshoumarus fragte knapp die Priesterin, konnte er ihre Gedanken doch beinahe lesen und wusste, was sie wohl als nächstes von ihm wollte. Er hatte eh kaum Bedenken gegen den Eingriff. Der junge Kerl hier war doch nur ein Mensch. Was konnte er schon ausrichten, auch wenn er eine mächtige Waffe schwang? Und je eher der Splitter aus diesem Körper verschwand, umso schneller war er vor einem möglichen Einwirken Narakus sicher.

Also zog er langsam Tenseiga wieder aus seinem Gürtel. Bankotsu erstarrte und wollte schon seine Hellebarde ergreifen. Kagome lächtelte und beruhigte ihn. Sie erklärte ihm, dass sie in der Lage seinen, den Splitter zu entfernern und ihn dabei am Leben zu lassen.

„Das ist möglich? Es wäre mir eine große Hilfe von dieser Schwachstelle befreit zu werden. Aber ich wusste nicht, dass jemand die Macht besitzt, es zu vollbringen." „Es sind auch 2 Personen dazu nötig. Ich kann den Splitter entfernen und reinigen, aber deswegen stirbst du trotzdem." Die Worte aus dem Mund der Miko trugen nicht gerdade zur Erheiterung des Söldners bei. „Na schön, wenn es sein muss. Verwende den Splitter sinnvoll, dann gebe ich ihn dir gerne, mitsamt meinem Leben." „Nur nicht so ungeduldig, ich hab doch gerade gesagt, dass noch eine zweite Person beteiligt ist. Lord Sesshoumarus Schwert Tenseiga ist in der Lage, Tote wiederzubeleben. Mit ihm können wir dich wieder ins Leben zurückholen."

Bankotsu starrte das Schwert an, das der Lord auf ihn gerichtert hielt. Und er hatte gedacht, er wollte ihn angreifen. „Und wie geht das?"

Die Priesterin befahl ihm niederzuknieen, die Hellebarde wurde zur Seite gelegt. Der Krieger gehorchte, und so hatte Kagome kurze Zeit später den Splitter entfernt. Aber anders als bei dem kleinen Kohaku brach der Körper des schlanken Mannes augenblicklich zusammen und begann zu zerfallen. Kagome erschrak, als sich die Haut unter ihren Händen sofort zu verändern begann. Bei dem Jungen zuvor war nichts geschehen, er war nur wie bewusstlos in ihre Arme gesackt. Aber bei Bankotsu war alles anders. Seine Augen hatten sich noch kurz entsetzt geweitet, gleich darauf war sein Hals abgeknickt, sein Kopf zur Seite gefallen wie bei einem Tier mit gebrochenen Nacken. Sie kniete sich schnell nieder und stützte den Körper, dessen rasenden Zerfall sie jetzt aus nächster Nähe beobachten wie auch spüren musste. Ihr Herz pochte heftig, und nach dem ersten Schreck jagten die Gedanken durch ihren Kopf. Er war ja schon lange Zeit tot und wurde nur wieder in den Zustand überführt, in dem er sich eigentlich befand. Darum löste sich sein Körper von einer Sekunde auf die andere auf. Kagome befürchtete, dass ihnen nicht mehr die Zeit bleiben würde, ihn überhaupt noch wieder erwecken zu können. Er war schon zu lange nicht mehr von dieser Welt und die Geister der Unterwelt hatten vielleicht schon vor langer Zeit seine Seele in die Hölle gezerrt. Entschlossen ließ sie den Splitter fallen und bettete dann den Körper sachte auf den Boden. Schnell bereitete sie ihre Hände mit gespreizten Fingern über der Leiche aus. Augenblicklich ging ein violettes Leuchten von ihnen aus, und der rasende Zerfall wurde aufgehalten, ähnlich wie sie die Alterung Rins damals hatte bremsen können.

Sesshoumaru blickte gebannt auf die Szene zu seinen Füßen. Damit hatte er nicht gerechnet, und noch mehr lähmte ihn, dass ihm alles wie ein Déjà-vu vorkam. Augenblicklich sah er wieder Rins grauenhafte Verwandlung vor sich, erinnerte sich, wie er um ihr Leben gebangt und befürchtet hatte, sie für immer zu verlieren. Fast den gleichen Ablauf konnte er hier verfolgen.

Da begann das Schwert in seiner Hand zu pulsieren und verdrängte seine Erinnerungen. Sein Blick wurde wieder klar, und er erkannte die große Anstrenung auf dem Gesicht der jungen Miko. Lange würde es nicht mehr dauern, bis auch mit ihrem Zutun der Mann nur noch Staub und Asche sein würde. So beeilte er sich und packte das Schwert fester. Die wagen Umrisse von ein paar grünlich schimmernden Totengeistern erschienen auf der toten Hülle des liegenden Mannes, die er mit dem leuchtenden Schwert hinwegfegte. Dann lag Stille im Raum.

Alle beobachteten gebannt die fast zerfallene Leiche des Kriegers, die vor ihnen auf dem Fußboden lag. Die Haut war wie Leder, die Knochen zeichneten sich unter der Kleidung ab, ragten teilweise aus den Gliedmaßen heraus. Aber der Streich des Zauberschwertes zeigte Wirkung. Wenn auch nur langsam, so füllte doch Fleisch wieder die leere Hülle, kam Glätte in die Haut und Glanz in die langen, blauschwarzen Haare, die immer noch im Zopf geflochten an seiner Seite herabhingen. Die Muskeln schwollen wieder an, Spannkraft und Stärke strömten in den eigentlich jungen Körper zurück. Kagome hielt immer noch den Atem an und starrte gebannt auf ihn hinab. In ihren Armen spürte sie, dass er sich langsam wieder zu bewegen begann. Erst da fiel die Anspannung von ihr ab und sie atmete tief und mit einem Seufzer ein. Er stöhnte und schien Schmerzen zu haben als das Leben wieder von ihm Besitz ergriff. Wie lange ihm dieses erhalten bleiben würde, konnte keiner sagen, aber es war nicht mehr abhängig von einem Juwelensplitter. Als der wiedererweckte Krieger wieder selbsständig sitzen konnte, packte Kagome das dunkle Kristallbruchstück, das sie auf dem Boden abgelegt hatte, und verbarg es in ihren Händen. Wieder erstrahlte der violette Schimmer, der ihre Hände schon vorher umgeben hatte, und als die Schein erlosch und sie die Finger wieder öffnete, glänzte der Kristall in hellem Licht, ein vierter Splitter, den sie nun zur Steigerung ihrer Macht nutzen konnte.