So, liebe Leute, es geht wieder weiter. Das Kapitel wurde so lange, da hab ich es geteilt, damit ihr jetzt schon mal was zu lesen habt. Naraku ist ja so böse, der stellt eine Menge an. Hoffentlich ist es euch nicht zu grausam, aber der Kerl ist halt kein Softy. Wer weiß, welches Ende es mit dem noch nehmen wird.
Danke meine lieben Lesern für die Reviews!
Narakus Rache I
Ein Stein fiel Inu Yasha vom Herzen, als er Kagome durch die Büsche schreiten sah…an der Spitze einer Armee von Kriegern, die sie anführte, zurück zum Kampfplatz vor der Höhle. Schnell sprang er herunter vom dem Fels, auf dem er stand, und eilte ihr mit langen Schritten entgegen. Dann riss er sie in seine Arme, drückte sie fest. Sie zitterte, doch als er in ihr Gesicht blickte, fand er dort Erleichterung, sogar Freude vor. Noch einmal drückte er sie an sich.
„Komm, Inu Yasha, die Armee ist wieder vollständig. Lass uns gehen und unseren Feind bekämpfen!" Er nickte nur, vermutete, dass die vielen Menschen hinter ihr Schlimmes durchgemacht hatten. Aber noch war nicht klar ob, sie es schaffen würden, Naraku diesmal zu besiegen, oder ob er einen weitern, teuflischen Plan parat hatte.
Naraku tanzte immer noch unbehelligt in seiner Schutzblase vor dem Höhleneingang und schaute dem jungen Hundedämon und seiner Priesterfreundin spöttisch entgegen, als sie in seine Sichtweite kamen. Etwas verblüfft reagierte er jedoch, als die ihnen folgenden Krieger durch die Büsche brachen. Mit dieser Flut an Widersachern hatte er nicht gerechnet. Sie sollten doch deutlich dezimiert sein? Hatte sein Plan versagt? Waren die vielen Dämonen so erfolglos gewesen? Hatten sie keine größere Bresche in die Reihen seiner Gegner schlagen können?
Das blutunterlaufene Auge, das in der Mitte seines Körpers ruhte, begann zu blinzeln. Es gehörte einem mächtigen Monster, das er sich einverleibt hatte und das ihn befähigte, Gedanken zu lesen. Es war eine vortreffliche Gabe, die er sich mit der Aufnahme dieses Dämons angeeignet hatte. Viele Pläne waren gescheitert, Pläne, ihn zu vernichten und zu zerstören, da er die Gedanken seiner Gegner lesen und enttarnen konnte. Den Plan der kleinen Priesterin hatte er erkannt, bevor sie sich ihm genähert hatte. Und von wegen Überraschungsangriff: er hatte die Gedanken der vielen Krieger spüren können, bevor diese den Pass überwunden hatten. Er bestimmte die Schlacht, aber sollten seine Gegner nur weiter glauben, sie hätten die Fäden in der Hand. Umso köstlicher würde es werden, wenn sie erkannten, dass sie alle Spielball seiner raffinierten Taktik geworden waren, nur Marionetten in seinem Spiel.
Nur das Auftauchen der schon totgeglaubten Soldaten irritierte ihn. Woher kamen die nur? Er hatte sie sterben sehen. Warum standen hier wieder so viele Menschen bereit, einfache Dorfbewohner, Ritter und Fürsten? So wies er den Augendämon in sich an, hinauszusehen in die Köpfe, nach Gedanken zu suchen, die das seltsame Geschehen erklären konnten. Da, die kleine Priesterin sah Menschen wiederauferstehen, aber es war nicht zu erkennen, ob sie selbst die Tat vollbracht hatte. Immer im Spiel war anscheinend dieser arrogante, weißgekleidete Hundedämon, der langhaarigen Kerl mit den zwei Schwertern, aber er konnte nicht sehen, was genau der damit zu tun hatte. Er tauchte aber ständig in den Gedanken der jungen Miko auf. Naraku wollte Genaueres wissen und griff hinaus, um sich in den Geist des Dämonenlords einzuklinken…und prallte gegen eine Mauer. Der Geist dieses Kerls war eisenhart und für ihn undurchdringlich. Er vermochte nicht, auch nur den Hauch einer Erinnerung zu erfassen.
Nun, egal, was sollten diese paar räudigen Menschen schon ausrichten können, die jetzt wieder am Leben waren? Er hatte noch mehr auf Lager und noch mehr mächtige Helfer im Hintergrund. Noch musste er sich seine Hände nicht schmutzig machen in diesem lächerlichen Krieg. Er würde seinen Gegnern empfindliche Opfer abverlangen, persönliche Opfer.
Wieder hob er sich etwas in die Höhe und gab den Höhleneingang frei. Erneut hörte man ein unheimliches Rascheln und Schaben in den Tiefen des Gesteins, ein seltsames Kratzen von harten Krallen auf dem Steinboden, das Surren von Flügeln, dann strömten auch schon die Dämonen ins Freie. Eine riesige Schar von abscheulichen Monstern brach hervor, gefolgt von einem großen Schwarm der Giftbienen und einer Gruppe Gottesanbeterinnen, die zielgerichtet auf die große Katze Kirara und ihre Begleiter zuhielten, die am Rande der Lichtung aufgetaucht waren. Dann folgte eine große Gruppe riesiger Greifvögel, die sofort begannen, die flinken Wölfe zu verfolgen, die zwischen den vielen Menschen herumstreunten. Weitere Riesendämonen folgten, Bären, Wiesel und Affen, dazu ein paar grässliche Teufel, groß und buckelig, mit langen Zotteln, Schwänzen, Hörnern und Krallen, die den Kampf mit den verbleibenden Taiyoukais aufnahmen. Dann folgte eine weitere Flut niedriger Wesen, die auf die Menschen losstürzten und deren fliegender Anteil in ihrer stattlichen Zahl den Himmel verdunkelten. Und zum Schluss erschien die Windbraut Kagura auf ihrer Feder.
Mit einem zufriedenen Lächeln lehnte sich Naraku zurück und betrachtete sich die Brut, die er losgeschickt hatte, wobei er dirigierend und lenkend eingriff, um sich den Spaß zu vergrößern, den diese Horden ihm bereiten sollten.
Kagura war ihm damals nur widerwillig gefolgt, aber die Drohung, ihren neuen Untergebenen zu vernichten, hatte sie aufgeben lassen. Naraku hatte ihr nie verziehen und sich ihre Strafe bis zum Schluss aufgehoben. Er wusste, wie sehr sie sich gesehnt hatte, ihren Herren zu vernichten, um endlich frei zu sein. Und nun sollte sie das Heer zerstören, das ihn vernichten wollte. Er hatte ihr Herz fest in seinen Händen und drückte es unerbittlich. So musste sie hinauf steigen in die Lüfte und ihre Macht über den Wind benutzen, um die Krieger unter ihr zu töten. Er spürte, wie sie sich auflehnte, als sie sah, wie ihre Windsicheln die Krieger zerfetzte, die sie doch ihrem lang gehegten Ziel näher bringen sollten, und er genoss ihre Wut und Scham, dass sie an diesem Krieg auf der falschen Seite teilnehmen musste. Mit immer härterem Griff zwang er sie, ihre Gaben zu nutzen und die gegnerischen Kämpfer unter ihr zu schwächen.
Da gab es noch einen anderes Ziel seiner Rache: den abtrünnigen Sklaven Kohaku mit seinen Begleitern. Auch an ihm würde er sich grausam rächen. Noch hielt er die Bienen versteckt hinter einigen Büschen. Erst wollte er den eitlen Mönch herausfordern. Mit einer Flut von Dämonen verfolgte er ihn, den abtrünnigen Kohaku und die Dämonenjägerin Sango. Doch der Junge war von seinem dunklen Juwelenbruchteil befreit, das hatte er schnell gespürt. Das Hinausgreifen mit seiner Macht, um den Splitter in der Schulter zu aktivieren, war erfolglos verlaufen. Nun, er würde ihn auf andere Weise verletzen können. Da war ja noch seine kämpferische Schwester. Eifrig warf sie ihren großen Kampfbumerang hinaus und mähte damit Scharen seiner Mosterbrut hinweg. Naraku lächtelte grimmig und dirigierte einige Dämonen mit klebriger Haut zu der kleinen Kämpferin und sah mit unverhohlener Freude zu, wie der riesige wieder Bumerang geworfen wurde, aber nicht mehr zu seiner Herrin zurückkehrte. Sie war nun wehrlos in der Luft auf ihrer dämlichen Feuerkatze, und dirigierte daher wie erwartet das große Vieh zu Boden, um dort mit ihrem Schwert an der Seite ihres Bruders weiter zu kämpfen.
Narakus Aufmerksamkeit wurde von einem anderen Ereignis abgelenkt: Kagura begehrte immer wieder auf und so musste Naraku seine Gedanken wieder vermehrt ihr widmen. Sie war nicht mehr so willig wie früher, machte nur noch Ärger. Wenn er genug Spaß mit ihr gehabt hatte, würde er sie abservieren. Jetzt verstärkte er erst mal weiter den Druck auf ihr Herz und führte ihr den Arm bei dem Schmettern ihrer Windsicheln mitten in ihre Gegner. Ihre Wirbelstürme pflügten durch ihre Feinde und mähten alle nieder. Nur die mächtigeren Dämonen konnten geschickt ausweichen, die hilflosen Menschen blieben sterbend am Boden liegen. Doch auch denen gönnte er keine Ruhe. Er ließ die Toten vom Boden hochziehen und wie an unsichtbaren Seilen im Wind tanzen, wie Kagura es so oft mit ihren Feinden gemacht hatte. Aber irgendwie wurde er den Veracht nicht los, das die Zahl der Gefallenen sich immer wieder verminderte, sobald er seine Aufmerksamkeit in eine andere Richting lenkte. Es schien, als ob sie von den Toten wieder auferstehen würden, um sich erneut dem Kampf zu stellen. Er hatte keine Zeit die Ursache hierfür erneut zu erkunden. Nun, so würde er immerhin noch länger seinen Spaß haben.
Endlich erblickte er den, den er so lange gesucht hatte. Der Söldner, der ihm schon gedient hatte und den Kagura sich wieder erweckt hatte, erschien vor dem Höhleneingang. Auch er schien keinen Splitter mehr zu besitzen, durch den er ihn hätte lenken können. Wieso er trotzdem am Leben war, war ihm ein Rätsel, aber er würde auch so für seine Zwecke nützlich sein. Wenn sein feines Liebespärchen auch weiter zueinander stand, stand ihm jetzt eine wunderbare Vorstellung bevor.
Auch Kagura hatte den Söldner erkannt, er konnte es am Schlag ihres Herzens erkennen. Sofort befahl er ihr, ihre Angriffe auf diesen Krieger zu konzentrieren und wartete gespannt auf ihre Reaktion.
Kagura sah über den Rand ihrer Feder. Sie hatte gerade eine Kehre gemacht, um sich abzuwenden von der Stelle, wo der Hundelord Sesshoumaru die Gefallenen mit seinem Schwert wiederbelebte. Ihr verhasster Herr sollte dies nicht sehen, auch nicht durch ihre Augen oder Gedanken. Sie erhoffte sich immer noch den Sieg über den Hanyou, auch wenn die angreifende Armee schon vernichtend geschlagen worden war. Aber durch die Möglichkeiten des Schwertes, die Toten wieder zu erwecken und die starken, verbündeten Taiyoukais bestand immer noch die Chance, dass Naraku vernichtet werden konnte. Sie konnte gegen seine Macht nicht angehen und musste seinen Befehlen folgen, wenn sie auch versuchte, so geringen Schaden wie möglich anzurichten. Aber er presste ihr Herz so sehr, dass sie vor Schmerzen kaum noch atmen konnte, und lenkte ihren Arm, wenn sie nicht willig war. Notgedrungen musste sie gehorchen, aber sie hoffte ihn damit auch vom Kampfgeschehen ablenken zu können, so dass die Gegner doch den einen oder anderen gezielten Schlag realisieren konnten. Doch sie befürchtete, dass es für sie noch schlimmer kommen würde. Und als sie unter sich den blauschwarzen, langen Zopf eines Kriegers fliegen sah, da wusste sie, dass es soweit war. Ihr Herz setzte für einen Schlag aus, ohne dass Naraku Schuld daran gewesen wäre. Da war er: Bankotsu. Er hatte sich also dem Heer angeschlossen. Und er kämpfte wie ein wilder Derwisch. Die Waffe schimmerte in der Sonne, seine schlanke Gestalt hetzte von Gegner zu Gegner, immer auf dem Sprung, immer gefasst darauf einen Angriff zu parieren oder einem hinterlistigen Schlag auszuweichen. Und da kam, was sie befürchtet hatte: der Befehl ihres Herrn diesen Gegner zu vernichten. Sie spürte Narakus Hohn, sie spürte die eiskalte Hand um ihr wild pochendes Herz. Und ohne zu überlegen wusste sie sofort: diesen Befehl würde sie nicht ausführen!
Bankotsu hatte sie erblickt, hoch oben auf ihrer Feder. Ihre Blicke trafen sich, einen kurzen Moment, doch der schien länger zu sein als all die Zeit, die vergangen war seit sie getrennt worden waren. Er erkannte den Schmerz in ihren Augen, bestimmt verursacht von ihrem Gebieter, der sie zwang an der Schlacht teilzunehmen. Denn freiwillig war sie nicht hier, das war ihm sofort klar. Doch da war noch ein anderer Schmerz, den er nicht deuten konnte. Er lächelte sie an, erfreut sie zu sehen auch wenn sie auf der anderen Seite mitkämpfte, kämpfen musste. Doch sie erwiderte sein Lächeln nicht, blickte ihn nur traurig an. Ein kurzer Aufschrei war von ihr zu hören, sonst nichts, als sie von ihrer Feder stürzte und mit zunehmender Geschwindigkeit dem Erdboden entgegen raste. Ihm erschien es endlos lange, eine Zeit, in der er wie festgenangelt auf der Erde stand und vollkommen hilflos ihrem fallenden Körper entgegenstarrte, der sich ihm immer mehr näherte. Refelxartig hob er die Arme hoch, wollte ihn auffangen, diesen schönen Körper, diese schlanke, geschmeidige Gestalt, die er so oft in den Armen gehalten hatte, aber es riss ihm nur die ausgebreiteten Hände mit einem gewaltigen Schmerz nach unten. Die Wucht war viel zu groß als dass er eine Chance gehabt hätte, den furchtbaren Aufprall abzufangen. Kagura krachte direkt vor ihm leblos auf dem Boden auf. Erschrocken bückte er sich zu dem zerschmetterten Körper, barg sie in seinen Armen und zob ihren seitlich liegenden Kopf zu sich her. Ihre Augen waren geschlossen, und um den Mund spielte sogar ein Lächeln. War sie freiwillig gesprungen? War es ihre eigene Tat gewesen oder hatte ihr grausamer Meister sie in den Tod getrieben? Er betrachete ihr immer noch hübsches Gesicht als er sah, wie ihr Blut aus dem Mund lief. Eines ihrer inneren Organe musste zerstört worden sein.
Zur gleichen Zeit fing der schwebende, schlaksige Naraku in seiner Schutzblase schallend zu lachen an. Er hatte zwar eine mächtige Kämpferin auf seiner Seite verloren, da sie sich geweigert hatte, ihren Liebsten zu töten. Dafür hatte sie ihren Tod in Kauf genommen, den er ihr mit Freuden beschert hatte. Er hatte ihr Herz platzen lassen. Es zerpritzte regelrecht zwischen seinen kraftvollen Fingern. Tief hatte er in dem blutenden Fleisch gewühlt, es genüsslich zwischen seinen triefenden Fingern zerrieben. Dann aber noch das Entsetzen über ihr Opfer bei seinem Feind zu sehen war die Krönung der ganzen Aktion. Der Triumpf war voll auf seiner Seite. Dafür verzichtete er gerne auf eine eh so widerspenstige Untergebene.
Zufrieden wandte er sich ab und überließ den Söldner seinem tiefen Schmerz. Um so mehr freute sich der Hanyou nun auf seinen nächsten Anschlag. Die großen Krieger der feindlichen Streitmacht waren Dank seines geistigen Eingreifens immer noch mit den Dämonen beschäftigt, die er ihnen auf den Hals hetzte und so konnte er uneingeschränkt seine Sinne auf sein erstes Ziel lenken: die Dämonenjägerin und seinen untreuen, früheren Sklaven. Die beiden waren vertieft in eine Schlacht gegen seine heranstürmenden Dämonenschar, wobei sie ihre Kräfte nur halb einsetzten, weil sie ständig den mitkämpfenden, schwachen Menschen zu Hilfe kamen, die von der Flut der Gegner bedrängt wurden.
Gezielt machte er ein weiteres Geschwader dienstbarer Geister in der Höhle aktiv, um sie geballt auf die Gruppe loszuschicken. Die Bienen hieß er weiterhin versteckt in den Büschen auf seine Befehle warten, die Gottesanbeterinnen mit ihren dornenbesetzten Beinen lauerten oben in den Bäumen. Die Menschen schrieen auf, als der Himmel sich über ihnen wieder verdunkelte, und keiner kam ihnen zu Hilfe, da er auch die Angreifer bei den anderen Kämpfenden vermehrte, um sie zu beschäftigen. Einer nach dem anderen fiel dem Gewürm zum Opfer, dem lächerlichen Priester gingen die Bannzettel aus, die Dämonenjägerin war ohne ihren Bumerang nur halb so erfolgreich, nur der Junge warf seine Sichel immer noch mit großem Erfolg. Ja, er war auch ihm ein erfolgreicher Diener gewesen, der mit seiner Waffe sehr effektiv gearbeitet hatte. Und er hatte hinzugelernt, da er in seinen Diensten viel Gelegenheit zum Üben gehabt hatte. Und nun würde er zu spüren bekommen wie es ist, wenn man aufsässig gegen seinen alten Herren ist. Ärgerlich befehligte er einen der großen Krebse herbei, deren dicke Panzer am ganzen Körper von dem geschwungenen Metall der Sichel nicht durchdrungen werden konnte. Der staksende Krebs tauchte seitlich laufend zwischen einem Gebüsch auf und hielt auf Kohaku zu. Schnell warf der Junge wieder seine Sichel, doch sie prallte vom glatten Panzer ab. Der Krebs riss seine scherenbewehrte Klaue in die Höhe und erfasste die Kette, an der die scharfe Klinge befestigt war. Ein kurzes Knipsen, und die Kette war durchtrennt.
So, du kleiner Verräter, jetzt hast du keine Waffe mehr. Naraku war mehr als zufrieden mit seiner Aktion.
Immer enger rottete sich die bedrohte Gruppe zusammen und Naraku konzentrierte seine Angriffe immer stärker auf sie. Nur noch wenige waren übrig, aber der Mönch und die Dämonenjäger schienen nicht aufgeben zu wollen. Der Junge und seine Schwester nutzten nun die langen Dolche, die an ihren Kampfanzügen befestigt waren und kämpften unermüdlich weiter. Als das Mädchen endlich strauchelte und vor dem Mönch zu Boden fiel, richtete sich dieser schützend über sie auf und entblößte seine Hand. Darauf hatte Naraku die ganze Zeit gewartet. Der Mönch benutzte das Mal nur noch selten, da es sich in den vielen Kämpfen schon so sehr erweitert hatte, dass er fürchten musste, von ihm selbst verschlungen zu werden und damit dem traurigen Schicksal zu folgen, das auch seinem eigener Vater auferlegt gewesen war. Ausserdem hatte Naraku bei seinen Hinterhalten immer die Bienen parat, deren Gift den Mönch umbringen würde, wenn er das Kazaana benutzen würde. So musste er meist verärgert die Hand wieder umhüllen und konnte seinen größten Trumpf nicht einsetzten. Nur in höchster Not benutzte er es noch. Und so öffnete Miroku es nun, das schwarze Loch, das Kazaana, und sog die angreifenden Dämonen augenblicklich auf. Das war das Stichwort für die wartenden Gottesanbeterinnen und Bienen, die jetzt in großer Zahl aus dem Gebüsch und aus den Bäumen aufstiegen und sich auf Befehl ihres Herrn wütend und stechend in das Loch in der Hand stürzten. Die grünen Insekten rissen mit den Stacheln an ihren Beinen lange Risse in die Öffnung in Narakus Hand, bevor sie verschluckt wurden, die Bienen ließen ihr Gift ausströmen, stachen wie wild um sich. Sie waren alle verloren, wurden aufgesaugt ins Nichts, aber ihre letzte Tat war die Wunde in der Hand des Mönches zu vergrößern und ihn mit ihrem Gift zu schwächen. Das Ende, der Tag, an dem das Loch seinen Träger auffraß, war gekommen.
„Nein! Nicht!" ,schrie die kleine Dämonenjägerin hilflos. Und Naraku lachte wieder. Denn er wusste, dass der dumme Mönch nicht aufhören und sein Leben opfern würde für seine Gefährtin und den Jungen. Wie erwartet, vergrößerte sich die Öffnung in der Handfläche des dunkel gekleideten Mannes. Der wurde hin- und hergerissen, die Wucht des Soges nahm immer mehr zu und riss ihn beinahe von den Beinen. Schnell nahm er die andere Hand zu Hilfe, um den zunehmenden Wirbel aus der sich ständig vergrößernden Wunde standzuhalten. Aber Naraku schickte weitere Dämonen nach, um die Bedrohung aufrecht zu erhalten. Entweder würde das Kazaana den Mönch selbst verschlingen oder das Gift der Bienen würde ihn umbringen. Sein Tod war sicher, und damit die Rache an dieser verhassten Gruppe. Überraschend sprang Kohaku, der nichtsnutzige kleine Dämonenjäger auf. Er klammerte sich verzweifelt am schwankenden Körper des Mönches fest. Dessen wallende Gewänder verdeckten sein Gesicht und er musste kämpfen, um sich langsam bis zu dem hin- und herschlagenden Arm vorzuarbeiten. Als er es endlich geschafft hatte, umschlang er die Hand des Mönches mit der baumelnden Gebetskette. Aber auch diese Rettung kam zu spät. Die Menge an Gift, die er von dem Bienenschwarm aufgenommen hatte, würde dieser nicht überleben. Und so lachte Naraku schallend auf, als der Mönch sterbend über seiner kleinen Freundin zusammenbrach. Um den kleinen Nichtsnutz würde er sich später noch kümmern…denn im Augenblick spürte er eine andere gute Gelegenheit, die sich ihm bot, seine Rache zu vervollständigen.
