Ganz heißen Dank an Azhura und dieses oberliebe Rev. Das tut so gut zu sehen, dass tasächlich noch jemand meine Story liest. Vielen, vielen Dank für deine liebe Aufmunterung. Ich hoffe auch bald wieder was von dir lesen zu können. Drück
Und natürlich meiner liebstel Liel auch tausend Dank fürs Beta-Lesen und für ihre tatkräftige Hilfe. HDGDL
Vielleicht kommt euch ein paar meiner Beschreibungen hier bekannt vor..erkennt ihr das worauf ich anspiele? Eines ist leicht, aber ein anderes doch unbekannter...mal sehen wer es errät.
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Der dunkle Kristall
Kagome schaute dem Pfeil nach, den sie gerade auf Naraku abgeschossen hatte. „Triff!", sandte sie ihm ihren Wunsch nach und verharrte gebannt, ob sie ihr Ziel auch erreichen würde.
Der Pfeil erreichte Naraku, der ihm völlig gebannt entgegen starrte und sich vor Überraschung nicht rührte. Dass ihm die kleine Priesterin gefährlich werden könnte, das konnte er sich einfach nicht vorstellen. Die Spitze mit den funkelnden Splittern durchdrang mühelos den Schutzschild und grub sich tief in seine Brust. Dort blieb der Pfeil dann stecken. Die ihn umgebende Schutzhülle verschwand vollständig, und so konnten Inu Yasha und Sesshoumaru wie geplant den Halbdämonen packen und festhalten. Der Körper des verhassten Feindes sank jedoch regungslos zusammen, und die beiden Hundedämonen ließen ihn auf den felsigen Boden gleiten. Kagome eilte sofort herbei, um die Eintrittsstelle des Pfeils zu untersuchen. Die üppig verzierte Rüstung war ihr im Weg, um die Brust genauer untersuchen zu können. Schnell öffnete sie die Lederriemen und entfernte sie, solange Naraku keinen Widerstand leisten konnte. Denn lange würde er nicht so verharren, das befürchtete sie schon.
Nachdem das ihre Sinne störende Metall entfernt war, konnte sie nun endlich in den feindlichen Körper hineinfühlen. Elastisch war sein Körper, überraschend weich und zart die Haut, die bleich und fahl unter dem Seidengewand hervorlugte Sie musste noch ein paar der endlos langen Strähnen von Narakus blauschwarzem Haar beiseite schieben, dann lag sein Brust entblößt vor ihr. Er wäre ein sehr attraktiver Mann, wenn er nicht durch und durch böse wäre. In ihm spürte noch ihren Pfeil mit den Splittern und deren positiver Macht, die aber bereits am Verklingen war. Sie hatte vermutet, dass Naraku ihre Macht äußerst schnell neutralisieren würde. Aber sie fühlte noch mehr, etwas, dass ihr Angst machte. Tiefer in der Brust, dort, wo andere Wesen ein Herz hatten, da spürte sie eine gewaltige Ansammlung negativer Energie, Miasma in einer so hohen Verdichtung, wie sie sie noch nie gespürt hatte. „Das Shikon no tama!", flüsterte sie. Er hatte es also immer bei sich. Er trug es in seiner Brust, tief in seinem Körper, und dessen pechschwarze Ausstrahlung verlieh ihm unendliche Macht. Naraku hatte die Energie des Kristalls völlig ins Negative verwandelt. Es glomm böse in der leeren Höhle seine Brust. Und der Pfeil mit den reinen Splittern schien sich dem Juwel zu nähern. Natürlich, es konnte sich vervollständigen! Und dann? Wie viel mächtiger würde es noch werden, wenn es vervollständigt werden würde? Kagome hing an der Brust des bewusstlosen Naraku. Inu Yasha und Sesshoumaru standen unbeweglich neben ihr, sie kniete nun neben dem regungslosen Körper. Die mächtigen Krakenarme lagen weit ausgebreitet um den Bewusstlosen herum, ebenso bewegungslos wie ihr Herr selbst. Es schien, als hielt die Welt den Atem an. Aber Kagome wusste, diese Ruhe war nur die Ruhe vor dem Sturm. Sie konnte sehen wie sich die Splitter weiter und weiter dem verseuchten Juwel näherten. Sie würde, sobald die Veeinigung stattgefunden hatte, mit der Reinigung beginnen.
Inzwischen hatten sich jede Menge Kämpfer versammelt. Kagomes gellender Schrei, den sie ausgestoßen hatte, als sie beinahe Inu Yasha getroffen hätte, hatten alle gehört und schnell waren sie zu der Stelle geeilt, von der er kam. Alle blickten gebannt auf ihre kniende Miko. Ihr Widersacher schien erledigt zu sein. Er lag regungslos auf einem Felsen, die beiden Hundedämonen neben ihm brauchten keinerlei Kraft um ihn festzuhalten. Hatte sie schon gesiegt? Aber die Atmosphäre war dennoch angespannt und daher hielten alle den Atem an. Was ging hier vor? Das Juwel der vier Seelen sollte sich im Herzen des Widersachers befinden, hatte sich schnell unter flüstern herumgesprochen. Und der Pfeil, den die Miko abgeschossen hatte, schien direkt in die Brust hinein gezogen zu werden, vielleicht von Kristall. Irgendetwas passierte da und es war nicht Gutes.
Die Vorahnungen der meisten waren übel. Viele wussten von dem geheimnisvollen Juwel und auch, dass es sehr mächtig war. Und so, wie seine Macht mit den Splittern im Guten gebraucht werden konnte, konnte es auch für Böses verwendet werden. Das Juwel war geborsten, die Splitter waren im ganzen Reich verteilt gewesen. Kagome hatte allen gesagt, dass sie die letzten fehlenden Splitter besaß und verwenden würde, um sie als Waffe gegen Naraku einzusetzen. Das hatte sie jetzt getan. Was passierte nun? Würde das Juwel wieder vollständig werden? Und was würde danach geschehen?
Kagome atmete tief durch und legte dann beide Handflächen gegen die Brust des Feindes. Sie konnte die böse Macht spüren. Kein Herz pochte in dieser Brust, dafür pulsierte eine Welle übelster Macht durch diese Rippen. So wie Midoriko, die große Miko damals die Mächte von Gut und Böse in sich gesammelt und in ihrem Herzen gebannt hatte, so trug Naraku nun das Juwel in seiner Brust. Welche Macht es wohl besaß?
Die Priesterin schloss die Augen. Inu Yasha betrachtete seine Gefährtin besorgt. Noch rührte sich dieser Mistkerl nicht, aber er befürchtet das Schlimmste. Naraku beinhaltete eine Ansammlung der mächtigsten Dämonen. Und wenn Kagome erfolgreich sein würde, dann würden die versuchen zu fliehen, den Körper zu verlassen, der sie so lange beherbergt hatte. Das würde ein harter Kampf werden. Sesshoumaru betrachtete ebenfalls schweigend den unter ihm liegenden Körper. Seine Sinne waren auf das Äußerste gespannt. Nun kam es darauf an, dass Kagome ihre Kräfte einsetzte. Wie viel hatte sie gelernt, wie viel Macht hatte sie gewonnen? Konnte sie mit einem so mächtigen Gegner fertig werde? Er spürte den dunklen Kristall in der Brust des Feindes und dessen übermächtige Energie. Er konnte sich noch gut an die Zeiten mit seiner Mutter erinnern. Sie war eine der mächtigsten Mikos aller Zeiten gewesen, sie hatte das Juwel erschaffen, aber es hatte sie das Leben gekostet. Und er wusste, dass Kagome kaum eine Chance hatte. Aber ohne sie hatten sie überhaupt keine Chance. Er selbst konnte den Gegner nicht töten. Er konnte ihn verjagen, ihn zerstückeln und zerfetzen, aber er würde sich immer und immer wieder zusammensetzen und sich erholen. Sesshoumaru hatte das oft genug erlebt. Hier konnte nur die Priesterin mit der Macht des Kristalls helfen, damit der Gegner ein für alle Mal vernichtet werden konnte. Immerhin hatten sie seinen Körper ergreifen und lähmen können. Das war ein nicht zu verachtender Erfolg. Aber er fasste nach Tokijin in seinem Gürtel und wusste, dass er dieses Schwert noch brauchen würde.
Das kniende Mädchen konzentrierte ihre ganze Kraft auf ihre Aufgabe. Ihre Gestalt wurde in ein gleißendes Leuchten gehüllt, bis in die Handflächen glimmten violette Flammen, die tief in die Brust Narakus einzudringen schienen. Sie spürte, wie die Splitter von dem beinahe vollständigen Juwel aufgesogen wurden. Nur noch wenige Millimeter, gelich würden sie eintauchen in den tiefschwarzen Kern.
Jetzt! Sie spürte es deutlich. Eine mächtige Woge geballter Energie durchführ den Körper unter ihren Händen, der darauf hin zu zucken begann. Naraku war immer noch bewusstlos und bekam von dem Kampf in seiner Brust gar nichts mit. Sie musste jetzt schnell handeln.
Da, das Juwel vereinigte sich, und schon übermannte seine böse Aura die reine, helle Macht der Splitter. Ihr klarer Schein verglomm und wurde Teil des ursprünglichen, erloschenen Juwels der Vier Seelen. Nun war es wieder vereint, aber es war voll von der dunklen Seite der Macht, ein dunkler Kristall, voll böser Energie und drohendem Untergang. Kagome trieb ihre Energie hinaus in ihre Fingerspitzen, ihre Handflächen und durchdrang die Brust ihres Opfers. Sie prallte auf den Kristall, drang in ihn ein und versuchte, seine dunkle Macht zu verdrängen. Sie konnte kaum einen Erfolg verspüren, aber doch, in winzigen Stücken, konnte sie ihn reinigen, mit ihrer Reinheit die Dunkelheit verdrängen.
Ja, tatsächlich, wie eine bleiche Mondsichel erstrahlte der Rand es Juwels schon in einem hellen Licht. Kagome spornte sich noch mehr an und versuchte, noch mehr Kräfte zu mobilisieren. Sie atmete tief durch und schickte eine neue Welle tief in den Körper. Das Miasma des Kristalls war sehr stark, aber mit viel Anstrengung schaffte sie es, es immer weiter zurück zu drängen. Das Schimmern des Juwels wurde wieder etwas stärker. Mit geballter Kraft presste Kagome die Handflächen auf den Körper. Ihre Kampfgefährten standen gebannt um sie herum, jeder beobachtete angespannt die Szene. Alle wussten, dass nun alles von ihrer Priesterin abhing.
Weiter schob sie ihre Macht vor, schon die Hälfte des Kristalls war gereinigt und erstrahlte bereits wieder. Und sie spürte, wie der Körper unter ihr bebte. In ihm fochten die unterdrückten Dämonen ihre Kämpfe aus. Sie wurden immer noch beherrscht von der dunklen Macht des Kristalls, aber sie rührten sich schon. Viele waren wohl auch gegen ihren Willen in Naraku gefangen, und es war zu vermuten, dass sie die Schwäche ihres Meisters nutzen würden, um dieser Falle zu entfliehen. Sie mussten sich auf einiges gefasst machen, aber Kagome wusste auch ihre Freunde hinter ihr. Sie spürte richtig, wie Inu Yasha links neben ihr stand, und rechts von ihr spürte sie Sesshoumarus Präsenz. Auch er würde all seine Macht einsetzen, um die Dämonen zu besiegen, die wohl bald herausbrechen würden. Und Sango war da. Mit Kohaku, Miroku und Kirara. Sie konnte das Klingeln der Ringe an Mirokus Priesterstab hören und das leise Schnauben der riesigen Feuerkatze. Sie hörte das metallische Klingen von der Hellebarde Bankotsus, als er sie in den Boden stemmte und auf der gelehnt er bestimmt wieder betont lässig hinter ihr stand und auf seinen Einsatz wartete. Und Kouga befahl leise seinen Wölfen Ruhe zu bewahren bis sie loslegen konnten.
Kagome strengte sich noch mehr an und sie spürte, wie sie die dunkle Macht immer weiter verdrängen konnte. Aber was sie auch spürte, war eine lähmende Schwäche, die sich in ihr ausbreitete. Verdammt! War sie schon am Ende? Wenn sich diese Schwäche weiter ausbreiten würde, würde sie es nicht schaffen, den dunkeln Kristall voll zu reinigen. Noch mehr riss sie sich zusammen, biss die Zähne aufeinander und verstärkte das Glühen um ihre Gestalt. Wieder konnte sie einen Schub verzeichnen, spürte aber die Gegenwehr des Miasmas im Innern des Juwels. Sie hatte wohl eine Grenze erreicht, die nun nur noch sehr schwer zu überwinden war. Nun hielt sie die Luft an und presste mit aller Kraft ihre Energie in den Körper...aber nichts konnte nichts mehr bewegen. Langsam packte sie Verzweiflung. Sie stand so kurz vor dem Ziel. Das konnte doch nicht wahr sein! Nur ein kleiner innerer Kern des Shikon no Tama war noch dunkel, der Rest des Kristalls glimmte schon in sanftem Violett. Noch mehr strengte sie sich an, presste die Kiefer zusammen und verspannte sich zusehend. Tief atmend gab sie ihr Letztes…und sank auf einmal bewusstlos zusammen. Ihre Kräfte hatten sie verlassen.
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