Hallo Sui, ja, ich hab es hier tatsächlich auf 200 Revs geschafft. Juhu...Und es geht nun dem Ende zu. Man kann die Story mit dem Kapi als abgeschlossen bezeichnen...könnte aber auch noch ein wenig hinzufügen. Mal sehen, ob es überhaupt noch jemand liest und Interesse an einem Epilog hat. Drück dich ganz dolle - Hi/Kaika-chan

Tallianna Vanamee: ein toller Name, echt!! Ich freu mich sehr, dass du noch dabei bist. Jetzt hab ich es endlich fertig geschrieben. Ich hab mir das Ende so lange überlegt, ob ich Kikyo noch was Schönes bescheren soll. Aber so passt es, denke ich. Danke für deine Treue. Bussi - Hi-chan

Bis ans Ende aller Tage

Die Priesterinnen ließen von Naraku ab. Das Leuchten erstarb, und vor ihnen lag ein alter, gezeichneter Körper. Die Haare schütter, die Haut von Brandwunden übersäht, war von dem einst so gutaussehenden und selbstgefälligen Naraku nichts mehr übrig geblieben. Hier lag nur noch der Dieb Onigumo. Kagome betrachtete den unbekannten Körper. Sie hatte den Dieb nie gesehen, kannte nur die schlanke Gestalt mit den langen, schwarzen Haaren und dem hübschen Gesicht. Dieses Wesen hatte sich alles gestohlen, seine Macht und auch sein Aussehen. Mit geröteten Augen schaute Onigumos verwirrt um sich. Er suchte die Umgebung ab wo er sich befand, dann fiel dein Blick auf die ältere der beiden Priesterinnen. „Kikyo, du bist hier? Pflegst du mich immer noch?" Kikyo blieb ganz ruhig und gefasst, sie schien erwartet zu haben, dass der Dieb sich an nichts erinnern konnte, was passiert war, seit er den Dämonen seinen Körper zur Verfügung gestellt hatte. Langsam setzte der ältere Mann sich auf und betrachtete die gut verheilten Wunden an seinen Armen. „Du hast mich geheilt." Etwas verängstigt betrachtete er die immer größer werdende Menge, die um ihn herum drängte und ihn beobachtete. Krieger, Fürsten, schwer bewaffnet, Dämonenjäger, Söldner, und jede Menge Dämonen erblickte er. Alle sahen ihn neugierig und nicht besonders freundlich an. „Kikyo, was wollen die von mir?" Verängstigt blickte er zu seiner Heilerin hoch. „Die sollen mir nichts tun…" Weinerlich klang diese Stimme, nichts war geblieben von der Arroganz und Überheblichkeit des früheren Halbdämonen. Die Menge fing an zu tuscheln, schaut abfällig auf den jämmerlichen Dieb. Der versuchte langsam aufzustehen, wobei die Knie ihm beinahe ihren Dienst versagten. Er hielt sich verzweifelt an Kikyos Schulter fest um nicht zu stürzen. Flehend waren seine Blicke wie die eines Kindes, das Angst vor einem Gewitter hatte. Kagome sah verächtlich zu dem widerlichen Kriecher hinüber. Das war der Mensch, der Ursprung alles Bösen, das sie so lange Zeit ertragen mussten? Angewidert trat sie einen Schritt zurück. Inu Yasha stellte sich zu ihr und legte einen Arm um sie, den anderen stütze er müde auf sein Schwert. Endlich war es geschafft. Die Macht war gebannt. Dieser Kerl würde niemandem mehr Leid zufügen. Aber was sollten sie jetzt mit ihm tun? Sollte er ihn einfach erschlagen? Alle Umgebenden spielten wohl mit demselben Gedanken, wie sie mit ihrem Widersacher nun verfahren sollten. Einige schauten mehr oder weniger mordlüstern auf den kriecherischen Wurm vor ihnen, andere wandten sich angeekelt ab. Kouga und Bankotsu wollten ihm am liebsten sofort die Kehle durchschneiden als lange zu warten, dafür sammelten einige der Fürsten bereits wieder ihre Streitkräfte. Aber alle warteten noch, was nun mit dem Dieb passieren würde. „Überlasst ihn mir!", befahl Kikyo mit ruhiger Stimme. Schon gezückte Schwerter wurden murrend wieder in die Gürtel gesteckt.

Onigumo atmete auf. „Danke, du beschützt mich. Du hast mich immer beschützt. Du hast mich geheilt, hast mich gerettet." Sein eingefallenes Gesicht strahlte als er es der kalten Miko zuwandte. Er schien sich tatsächlich an nichts mehr erinnern zu können. Dass er seiner Retterin zweimal das Leben genommen hatte, war nicht in seinem Gedächtnis geblieben. Dafür war etwas anderes auf seinen Zügen zu erkennen. Tiefe Dankbarkeit und Bewunderung, dem Wesen Naraku völlig unbekannte Züge, waren deutlich zu erkennen. „Kikyo, bitte bleib bei mir. Bitte, du hast mich gerettet, ich möchte dir mein Leben lang dankbar sein." Kikyo blieb stumm und betrachtete mit verschlossener Miene den bettelnden Mann vor ihr. „Bitte, Kikyo, ich liebe dich. Ich brauch dich, ich kann ohne dich nicht leben." Selbst Kikyo zog irritiert die Augenbrauen hoch. Er liebte sie? Sollte das wahr sein? Wenn dieses verbrannte Geschöpft fähig war zu lieben, dann musste er auch wieder ein Herz besitzen. Sie fasste ihn an die Brust, legte sanft ihre Hand auf die von Narben gezeichnete Haut. Tatsächlich. Dort wo eine leere Höhle vorher den Juwel der Vier Seelen beherbergt hatte, schlug wieder ein menschliches Herz. Dann hatte sie es geschafft, den Dämonen vollständig zu vertreiben. Dieses Wesen würde keine Gefahr mehr sein, für niemanden mehr. „Kikyo, liebst du mich?" Zitternd stellte er ihr die Frage, fasste dabei sanft, ja zärtlich den Arm, den sie nach ihm ausgestreckt hatte. Sie wollte ihren Arm zurückziehen, aber er ergriff ihre Hand, strich sanft über ihre Finger „Kikyo, bitte, bleib bei mir. Ich habe dich immer begehrt. Lass uns zusammen bleiben, für immer, Kikyo!"

Kikyo nahm zur Überraschung aller die andere Hand des Diebes. An beiden Händen hielt sie ihn nun und sah ihn nachdenklich an. „Ja, deine Liebe war der Antrieb für all deine Taten. Aber das hättest du nie tun dürfen. Komm..." Sie zog ihn mit sich, bahnte sich einen Weg durch die Menge, die ihr ehrerbietig Platz machten. Sie ging mit Onigumo, der sie glücklich anschaute, weg von dem Felsen zu einer kleinen Lichtung mit weicher Erde.

„Ja, wir bleiben zusammen, für immer. Bis an das Ende aller Tage." „Wirklich? Du kommst mit?" Sie nickte nur und fasste den mageren Dieb an den Schultern. „Es wird Zeit diese Welt zu verlassen, Onigumo" „Mit dir gehe ich wohin immer du auch willst." Dankbar lächelnd verschloss er die Augen und ergab sich demütig seinem Schicksal.

Um die bleiche Priesterin und den Dieb begannen Wirbel zu kreisen. Ein leichtes Leuchten umhüllte sie. Wo sie standen, begann sich ein Trichter in der Erde zu formen, der die Gestalten langsam tiefer zog. Kagome erschrak. Das hatte sie schon einmal gesehen. Damals als sie Inu Yasha bewusstlos gemacht hatte um ihn mit sich in die Hölle zu ziehen. Dahin war sie wohl jetzt mit dem unterwegs, was von Naraku übrig war. Die anderen Zuschauer blickten irritiert. „Was hat sie vor?"

Miroku trennte sich von Sango und Kohaku und trat einen Schritt nach vorne. Dort breitete er schützend die Arme aus. „Bleibt zurück, keiner darf sich ihnen nähern, sonst wird er mitgezogen. Sie geht mit ihm in die Hölle." Ein heftiges Tuscheln kam von den Beobachtern. Dieses Urteil schien alle zu befriedigen, zustimmendes Nicken war zu erkennen. Dort konnte er kein Unheil mehr anstellen. Und die bleiche Priesterin ging mit.

Sesshoumaru schaute nachdenklich auf das Gesicht der Miko, die immer tiefer mit ihrem Opfer im Boden versank. Nun sollte auch sie ihren Frieden finden. Zu lange hatte er sie beobachtet, wie sie zerfressen von Hass noch auf der Erde weilte und versuchte, sich an seinem Bruder zu rächen. Sie schien losgelassen zu haben und war bereit, ihr Ende anzunehmen.

Ihre langen, schwarzen Haare wurden weit über ihren Kopf gewirbelt, die weiten Ärmel ihres weißen Oberteils umflatterten sie. Halb verdeckt auch von den Wirbeln sahen die Mitstreiter noch, wie Onigumo seine Hände hob, zart den Kopf der kalten Miko fasste und sie küsste. Sie hielt die Augen geschlossen, und so fuhr sie mit dem Mann, der sie immer geliebt hatte, der wegen dieser Liebe die Dämonen zur Hilfe gerufen hatte und so Schmerz und Unheil über die Welt gebracht hatte, hinab in die Tiefen der Erde, hinab in die Hölle, wohin sie schon seit Jahren gewollt hatte. Kurz bevor die Erde sie verschlang, löste sie sich von dem Mann und griff schnell in ihren Ärmel. Dann warf sie blitzschnell etwas in die Höhe. Kagome griff zu, und hatte den leuchtende Kristall in ihren Fingern liegen.

Dann schloss sich die Erde wieder, nachdem sie die Beiden verschlungen hatte. Der Wirbel legte sich und ein Aufatmen ging durch die Reihen. Naraku war besiegt.