Sweatpants, Ice Cream, and Runaways
- Kapitel 10/14 -
James starrte Robbie an. "Ähm... was?"
"Nein, ist er nicht", rief Lily James zu und dann wandte sie sich an Robbie. „Was zur Hölle tust du hier?"
"Ich habe dich seit zwei Monaten nicht gesehen", sagte Robbie. „Ich war auf Geschäftsreise, komme heim und erfahre, dass du weg bist."
„Ich wurde versetzt", meinte Lily und drehte sich wieder zu James um. „Sieh mal, wir s-"
"Das hättest du mir sagen können", unterbrach Robbie sie.
"Wir haben uns nicht mal verabredet", informierte Lily und dann seufzte sie. „Ich habe nein zu deinem Antrag gesagt."
James spitzte seine Ohren. „Darin wirst du noch mal richtig gut", murmelte er.
"James, ich-", setzte Lily an.
"Nur, weil du nein gesagt hast, bedeutet das nicht, dass wir uns nicht weiterhin verabreden können", argumentierte Robbie.
"Das bedeutet es aber für mich", erwiderte Lily. „Ich war nie deine Verlobte, Robbie, weil ich nein gesagt habe."
"Ähm... vielleicht sollte ich gehen", schlug James vor.
Lily wandte sich an James. „Nein." Dann meinte sie zu Robbie: "Du solltest gehen."
"Vielleicht sollte ich gehen", schlug nun auch Kyra vor.
"Warum hast du ihn reingelassen?", fragte Lily Zähne knirschend, wurde langsam verwirrt, zu wem sie alles sprechen musste.
"Ich werde nirgendwo hingehen", beharrte Robbie.
Lily atmete tief durch. „Robbie, es ist mir egal, was du mir sagen willst. Wir sind fertig miteinander. Ich habe Australien verlassen."
"Dann komm eben zurück", drängte Robbie.
"Ich mag mein Leben hier", sagte Lily und tat sich schwer dabei, Robbie nicht anzuschreien.
"Du hast dein Leben in Australien auch gemocht", entgegnete Robbie.
"Ich will wirklich nich-", begann James und versuchte, nicht wütend zu werden.
"Robbie!", schrie Lily. „Du kannst nicht einfach bei mir auftauchen und erwarten, dass ich vor dir auf die Knie sinke! Es ist vorbei und ich würde es wirklich schätzen, wenn du bitte verschwindest."
Robbie sah verletzt drein, aber er zuckte nur mit den Schultern. Er öffnete die Türe und ging, wie Lily gesagt hatte.
Lily wandte sich an Kyra: „Wir konntest du ihn bleiben lassen, während ich weg war?"
"Ihr habt euch sechs Monate lang verabredet", sagte Kyra. „Ich dachte, dass du ihn vielleicht sehen willst."
"Da dachtest du aber falsch", seufzte Lily. "Als er mir den Antrag gemacht hat, bemerkte ich, dass ich in der Beziehung nicht so weit wie er war. Also ging ich und kam hierher."
"Ich dachte, der Grund, warum du gegangen bist, war, weil du versetzt wurdest", wunderte sich Kyra.
"Na ja... darum auch", gestand Lily.
Kyra seufzte. „Sieh mal, es tut mir Leid. Ich wusste nicht, was ich tun sollte."
Auch Lily seufzte. "Schon okay. Es ist nicht dein Fehler." Kyra blickte Lily und James an, dann ging sie die Treppen hinauf.
Lily seufzte erneut und drehte sich zu James. „Also ich-"
"Nichts Ernstes, hm!", rief James. Dann stürmte er aus der Türe und schlug sie hinter sich zu.
"Nein, James!", schrie Lily und öffnete die Türe, um ihm hinterher zu rennen, aber er hatte bereits die Straße überquert. Lily ächzte und schloss die Türe.
Kyra kam die Treppen runter. „Du hast ihm ernsthaft gesagt, dass du nichts Ernstes hattest?"
Lily seufzte. „Es ist ja auch nicht so, dass ich dachte, Robbie würde so schnell in meinem Haus auftauchen."
"Warum hast du ihm das gesagt?"
"Weil er so nett zu mir war. Wir hingen zusammen ab und hatten Spaß. Ich dachte, wenn ich ihm sagen würde, dass ich mich mit Robbie verabredet habe, würde er wütend oder verletzt sein", erklärte Lily Achsel zuckend.
"Stattdessen hast du ihn angelogen?", fragte Kyra. „Weil ihn das nicht wütend machen oder verletzen würde oder so." Sie rollte mit den Augen.
"Okay, du bist mir so was von keine Hilfe", schnaubte Lily.
"Es ist nicht meine Aufgabe, zu helfen", neckte Kyra. „Mein Job ist es, hämisch zu sein und dich dazu zu bringen, dich schlecht zu fühlen."
"Na, herzlichen Dank auch", murmelte Lily. „Das wirkt."
"Warum sprichst du nicht mit James?", fragte Kyra.
"Oh ja, er war wirklich in einer Gesprächslaune", schnappte Lily sarkastisch. „Als er mich angeschrieen hat und rausgestürmt ist, hat er so unmissverständlich klar gemacht, dass er bleiben und reden wollte."
"Natürlich ist er jetzt wütend. Gib ihm ein wenig Zeit, sich zu beruhigen", schlug Kyra vor.
"Letztes Mal hat es vier Jahre gedauert, bis er sich wieder beruhigt hat", flüsterte Lily. „Ich kann keine weiteren vier Jahre warten.
x-x-x-x-x
"Er trifft sich gerade mit ihr?", wollte Remus von Sirius wissen.
Sirius zuckte mit den Schultern. „Nach der Arbeit ist er zu ihr gegangen."
Remus seufzte. „Bist du damit absolut einverstanden?"
"Remus, du solltest dich wirklich mal in ihn hineinversetzen", sagte Sirius. „Das Mädchen, über das er vier Jahre lang nicht hinweggekommen ist, ist zurück in seinem Leben. Er hat eben keine Willenskraft, natürlich will er Zeit mit ihr verbringen."
Remus seufzte nochmals. „Und er kommt mit der Situation zurecht?"
"Er ist glücklich, Rem", sagte Sirius. "Das erste Mal seit vier Jahren ist er glücklich."
Remus zögerte. "Ich schätze, du hast Recht. Solange er glücklich ist, nimmt er keinen Schaden, wenn er sich mit Lily trifft. Außerdem hasse ich es, wenn er wütend auf mich ist."
Dann stapfte James herein. Remus blickte ihn von der Couch aus an. „Hey, James. Ich kann total verstehen, warum du dich mit Lily triffst und es tut mir Leid, was ich gesagt habe."
"Ich hasse sie!", rief James.
"... und zur Hölle mit ihr!", fuhr Remus fort. Sirius schnaubte, als Remus weitersprach: „Was ist passiert?"
"Sie ist eine verlogene, trügerische-", setzte James an.
"Okay, wir haben es verstanden (1)", warf Sirius ein. „Wie wär's, wenn du uns einfach sagst, was geschehen ist?"
"Sie hat einen Verlobten", knurrte James. „Sie hat mir gesagt, dass sie seit unserem Aus nichts Ernstes hatte, aber neeeiiin, sie hat einen Verlobten!"
"Bist du sicher?", fragte Sirius.
"Hm, nee, vielleicht habe ich mich verhört, als Robbie sagte, er wäre ihr Verlobter", schnaufte James ironisch.
"Ich kann mir eben einfach nicht vorstellen, dass sie es verschweigt, einen Verlobten zu haben", sagte Sirius.
"Oh, großartig, sei ruhig auf ihrer Seite", schrie James.
"James, ich bin auch niemandes Seite. Ich versuche nur, die Wahrheit herauszufinden", gab Sirius kund.
"Okay, vielleicht ist sie eine Lügnerin, wie du sagtest. Aber was ist mit dem trügerischen Teil?", wollte Remus wissen.
"Lass uns einfach sagen, wenn sie einen Verlobten hat, hat sie ihn betrogen", schnarrte James.
Sirius und Remus tauschten Blicke aus. „Mit... dir?"
James seufzte und ließ sich auf die Couch fallen. "Jep, aber dieser Robbie hat uns unterbrochen. Und vielleicht ist er nicht ihr Verlobter, weil sie sagte, sie hätte seinen Antrag abgelegt und dann... flüchtete sie nach London."
"Siehst du? Sie hat nicht gelogen. Sie hat keinen Verlobten", bemerkte Sirius.
"Aber der Punkt ist, dass sie mich angelogen hat", beharrte James. „Und sie lief weg, als er ihr den Antrag gemacht hat. Ich meine, bekommt sonst noch jemand das Gefühl eines Déjà-vus? Macht sie das immer? Sich verlieben und dann die Herzen der Leute brechen, die ihr einen Antrag machen?"
"James", rief Sirius aus. „Hast du sie danach gefragt?"
"Wozu? Damit sie mich noch mehr anlügen kann?", fragte James. "Ich will nicht mit ihr sprechen. Ich will nicht, dass sie in London ist. Ich hätte auf Remus hören sollen. Es konnte nichts Gutes bei meiner Freundschaft zu Lily rauskommen. Ich will, dass sie London verlässt und nie wieder zurückkommt."
"James, bevor du etwas Überstürztes tust, solltest du die Sachen von allen Seiten betrachten", empfahl Remus.
"Ich habe vier Jahre damit verbracht, Lily von allen Seiten zu betrachten", scherzte James. „Es ist an der Zeit, sie zu vergessen."
"Schon, aber-", fing Sirius an, aber dann klopfte es an der Türe. Sirius öffnete diese und Kyra stand im Türrahmen. „Kyra?"
Kyra küsste Sirius auf die Wange. "Hey, ich bin hier, um James zu sehen."
James sah auf und stöhnte. "Wenn du den Namen Lily auch nur erwähnst, verschwinde ich."
"Ooookay", sagte Kyra. Sie hielt inne und überlegte, was sie nun sagen könnte. „Da gibt es diese Person, deren Name mit einem L beginnt und mit ily endet-"
"Ich bin weg", murrte James und wollte schon aufstehen.
"Nein", meinte Kyra fest und hob ihre Hand. „Du wirst mir zuhören."
James wandte sich an Sirius: "Jetzt weiß ich, wer die Hosen in eurer Beziehung anhat."
"Furcht einflößend, was?", scherzte Sirius.
Kyra sah Sirius und Remus so an, als wollte sie sagen, sie sollten gehen. Sirius verstand den Wink. „Okay, okay, wir gehen." Sirius und Remus gingen in Sirius' Zimmer und schlossen die Türe hinter sich.
"Was?", fragte James müde.
"Sie und Robbie sind nicht zusammen. Sie waren es auch nie", erklärte Kyra. "Sie gingen ein wenig miteinander aus, aber sie war nicht bereit zu einer Beziehung und machte Schluss.
"Kyra", sagte James.
"Nein! Ich bin noch nicht fertig", warf Kyra ein. "Sie liebt Robbie nicht. Australien zu verlassen, war das Beste, was sie tun konnte. Sie musste von Australien wegkommen. Sie kam hierher, weil sie London schon immer geliebt hat. Es erinnert sie an gute Dinge. Es erinnert sie an dich."
"Das ist mir egal, Kyra. Ich habe genug von Lily. Sie hat mich ausreichend verletzt und ich bin es langsam leid. Es gibt noch reichlich andere Menschen auf der Welt, die nicht geboren wurden, um mich zu verletzen."
"James!"
"Nein! Ich will es nicht hören."
"Sie hat ihn verlassen, weil sie noch immer dich liebt!", brach es aus Kyra heraus und sofort bereute sie es.
James sah zu Kyra auf und zeigte keine Gefühlsregung. Er seufzte. „Lügt mich jemand, der mich liebt, immer und immer wieder an?"
"Sie hat sich nicht immer und immer wieder angelogen", erwiderte Kyra, "... sie hat dich einmal angelogen."
Offensichtlich war James nicht amüsiert darüber. „Kyra, wenn Sirius deinen Antrag ablehnen, nach Australien verschwinden und vier Jahre später zurückkehren würde, um dein Freund zu sein, aber dann lügt er dich an, dass er in einer Beziehung ist... würdest du mit ihm sprechen?"
Kyra hielt inne. „Nein... aber du bist viel offener." James starrte sie an. "... Oder auch nicht."
"Warum sagst du ihr nicht, sie solle nach Australien zurückkehren, wohin sie anscheinend gehört?", schlug James vor.
"Das meinst du nicht ernst", hauchte Kyra.
James seufzte. „Und wie ich das tue."
Kyra schnappte sich ihre Sachen und setzte zum Gehen an. „Fein", meinte sie stur. „Ich werde dich jetzt alleine lassen."
James sah sie einfach nur an, ließ keine Emotion durchblitzen.
Kyra seufzte. „Letztendlich wirst du nicht-"
"Nein."
"Wie wäre es mit-"
"Nein."
"Und wenn du-"
"Hörst du mir nicht zu? Nein."
"Aber-"
"Das nennst du, mich alleine zu lassen?", wollte James wissen.
Kyra grummelte. „Fein, ich werde dich jetzt wieder mit den Jungs sprechen lassen. Ich bin mir sicher, du wirst ihnen von diesem Gespräch berichten wollen."
James stand auf. „Das brauche ich nicht." Er öffnete Sirius' Türe und erwischte Sirius und Remus dabei, wie sie verlegen gegen die Türe lehnten. „Sie haben alles gehört."
Sirius wandte sich nervös an Remus. „Du hast Recht, das Holz der Türe fühlt sich großartig an meiner Wange an." Remus schlug ihn nur auf den Hinterkopf.
Kyra rollte mit den Augen und ging. Remus und Sirius kamen aus dem Zimmer. „Du lässt Lily die Angelegenheit nicht einmal erklären?"
"Was gibt es da zu erklären?", fragte James und setzte sich wieder hin. „Sie hat gelogen. Ende der Geschichte."
"Ich kann nicht glauben, was ich da gerade höre", klagte Remus. „Es hat zwar etwas Zeit gekostet, aber du hast mich letzten Endes davon überzeugt, dass es eine gute Sache ist, mit Lily abzuhängen. Und jetzt sagst du mir, dass es falsch war, mit Lily abzuhängen und dass du sie nie wieder sehen willst? Entscheide dich endlich mal!"
"Ich habe mich bereits entschieden", sagte James. „Jetzt... hast du meine Jogginghose gesehen?"
x-x-x-x-x
(1)
Im Original heißt es: "She's a lying, cheating,
running-" James started.
"Okay, I think you're running out
of ing adjectives," Sirius said.
Aber da sich dieses
-ing-Zeug nur auf's Englische bezieht, musste ich Sirius' Satz
abwandeln, sonst wäre es mehr als unlogisch gewesen. ;)
Soo, das war's auch schon wieder. Wie fandet ihr das Kapitel:)
Liebe
Grüßle
Dia
