Disclaimer: Weder die Figuren, noch die darauf basierende Handlung meiner Fanfiction, gehören mir. Die Rechte an Harry Potter liegen ganz alleine bei Joanne K. Rowling. Ich verdiene hiermit kein Geld.
Vampire – Bite in the Hell of Feelings – Lucien
Malfoy antwortete für sich selbst, Hermione hätte es
auch nicht geschafft ein Wort über die Lippen zu
bekommen.
Genauso selbstsicher wie Lucien stand er ihm gegenüber
und betrachtete ihn mit einem kühlen Blick. „Ich bin Draco
Malfoy.
„Eine alte Zauberfamilie.", entgegnete Lucien wissend.
In einer anderen Situation hätten seine Worte vielleicht anerkennend klingen sollen, stattdessen aber war deutlich der Hass zu spüren, den er Malfoy entgegenbrachte. Diesen störte es aber wenig. Obwohl er einem leibhaftigen Vampir gegenüberstand, wirkte er locker, gelassen und ziemlich arrogant.
„Genau.", erwiderte er. „Was anderes war auch nicht zu erwarten, oder?"
Luciens Augen verengten sich zu Schlitzen und er sah wieder zu Hermione.
Hermione hob langsam ihren Kopf und erwiderte seinen Blick.
Schuldbewusst und entschuldigend. An seiner Fassade änderte dies
jedoch nichts.
„Was macht ihr hier?", wollte er schließlich
wissen.
„Ich wollte-", die Worte blieben Hermione im Halse
stecken. Es war komisch sich zu entschuldigen und noch komischer war
es, dies in Malfoys Gegenwart zu tun. „mich entschuldigen.",
brachte sie schließlich über die Lippen. „Ich habe...
letztes Mal einfach überreagiert."
In diesem Moment wurde Hermione zum ersten Mal bewusst, dass sie Lucien leibhaft vor Augen hatte. Kein Traum, sondern eher bittere Realität und wenn sie ehrlich war, musste sie zugeben, dass er noch besser aussah, als in ihren Träumen. Es ging aber nicht um das Aussehen, sondern eher um die Aura die er auszustrahlen schien. Besitzergreifend. Als wollte er jede Seele mit sich reißen, die ihm jemals begegnete.
Lucien wandte sich um. Aus den Augenwinkel heraus konnte Hermione
erkennen, dass Malfoy diese Situation wirklich zu genießen
schien. Das Grinsen auf seinem Gesicht wollte er nicht wirklich
verbergen. Ihr wurde klar, dass er schon von Anfang an darauf gesinnt
hatte und sie konnte sich nicht erklären, wieso sie nur so dumm
gewesen war es nicht zu merken. Am liebsten würde sie ihn jetzt
nach Timbuktu verhexten und dort ordentlich leiden lassen.
Schnell
aber zwang sie sich mit ihren Gedanken wieder zu Lucien zu kommen.
Noch immer nicht sah er sie an, sondern starrte gegen die Bäume
des Waldes.
Vorsichtig schritt Hermione näher an ihn heran. Sie zitterte,
als sie ihre Hand auf seine Schulter legte. Lucien allerdings gab
keine Reaktion von sich. „Lucien?", fragte sie vorsichtig.
„Lucien? Bitte... verzeih mir... alles, hörst du? Alles... ich
wollte..."
Er wirbelte so schnell um, dass Hermione erschrocken
zusammen zuckte und einen Schritt nach hinten machen musste. Wut
funkelte in seinen grünen Augen. Sie blizten nicht, aber
Hermione konnte die Elektrizität fast schon am eigen Leib
spüren.
„Verzeihen?", höhne er. „Hermione es gibt doch nichts
zu verzeihen, oder? Für dich bin ich nur ein Traum! Ein
Trugbild! Nicht Realität! Du wolltest das alles nicht, doch es
ist eben passiert, immerhin gibt es mich nicht!"
„Nein!",
rief Hermione hilflos.
„Was nein? Nein, mich gibt es nicht oder
vielleicht nein, ich bin die Wirklichkeit?"
„Ich... ich..."
Das Zittern wurde immer schlimmer. Wieder merkte sie wie langsam die
Tränen hoch krochen und drohten über ihre Wangen zu rollen.
„Er sieht aus wie du!", stieß sie plötzlich atemlos
hervor.
„Was?", schrie Lucien zornig. Von Sekunde zu Sekunde
schien er wütender zu werden.
„Er sieht aus wie ich? Was
ist das denn für eine Ausrede? Lucien es tut mir Leid, aber
durch den Schatten habe ich dich einfach mit so einem Freak
verwechselt?"
Er deutete in Richtung Malfoys und das war nun ein Grund für
ihn, sich in den Streit von Hermione und Lucien einzumischen.
„Hey,
hey, hey.", meinte er und schüttelte dabei den Kopf, während
er sich zwischen die beiden, vor Hermione, drängte und Lucien
lässig ansah. „Du willst mich doch nicht wirklich einen Freak
nennen, oder? Immerhin flieg ich nicht durch die Welt und sauge
Menschen das Blut aus!"
Hermione hielt es für gefährlich
Lucien zu provozieren, jedoch würde sie sich auch nicht
schützend in den Weg werfen, falls er ihm einen Faustschlag
verpassen würde. Ganz im Gegenteil. Sie war sich sogar ziemlich
sicher, dass sie ihm auch noch ein paar Ohrfeigen schenken würde.
Lucien aber verpasste Malfoy keinen Fastschlag. Er starrte ihn nur an, so, als würde er ihn mit seinen Blicken töten wollen. Schließlich wandte er sich wieder ab. Hermiones Herz durchfuhr ein Stich. Es war so, als würde sie spüren was Lucien in diesem Augenblick fühlte. Er war verletzt, unheimlich verletzt. Nicht aber wegen Malfoys Worte, sondern weil sie ihm weh getan hatte. Wie schon in ihrem letzten Traum ist sie nun eben wieder grundlos auf seinen Gefühlen herumgetrappelt. Dieser Schmerz fühlte sich genauso an, wie die Worte die er als letztes zu ihr gesagt hatte: „Ich dachte damals, du wärst vielleicht in der Lage mir zu helfen. Jetzt aber habe ich gemerkt, dass du vollkommen unfähig dazu bist."
Helfen... unfähig...
Erschrocken weiteten sich Hermiones Augen. Ihr war, als würde
sie einen Schlag abbekommen. In all ihrer Wut und Verletztheit hatte
sie überhaupt nicht mitbekommen, was Lucien ihr als letztes
gesagt hatte – welche Bedeutung seine Worte hatten!
„Lucien!",
stieß Hermione plötzlich hervor. „Du... du brauchst
Hilfe?"
Genauso wie ein paar Minuten zuvor wirbelte Lucien sich
wieder um. Jetzt aber wirkte er nicht wütend, sondern eher
entsetzt. „Wie?"
Hermione ging an Malfoy vorbei und trat
wieder näher auf ihn zu. „Du hast zu mir gesagt, dass wir uns
begegnet sind, weil du dachtest, ich könnte dir helfen. Wobei
brauchst du Hilfe?"
Nur langsam schwand das Entsetzen aus seinem Gesicht. Dann aber
schüttelte er mit dem Kopf. „Ich brauche keine Hilfe.",
entgegnete er ihr ablehnend.
Überrascht sah sie ihn an, dann
aber merkte sie, dass es keinesfalls ehrlich gemeint war. „Aber du
hast zu mir gesagt-"
„Nein, Hermione!", rief Lucien genervt.
„Ich habe viel gesagt und du hast auch viel gesagt. Aber du musst
aufhören irgendetwas in solche Worte hineinzuinterpretieren. Ja,
vielleicht würde ich Hilfe benötigen, doch dann ganz
bestimmt nicht von dir." Lucien sah an Hermione vorbei und
betrachtete Malfoy mit einem finsteren Blick. „Nicht nach dem."
Es
war verletzend. Genauso wie in ihrem letzten Traum, indem er ihr
gesagt hatte, dass sie unfähig dafür war, ihm zu helfen.
Dieses Mal aber tat es noch mehr weh, denn nun hatte er
wahrscheinlich recht. Sie würde aber nicht aufgeben. Wenn er in
Gefahr war würde sie alles tun, um ihm zu helfen.
„Bitte... Lucien...", murmelte sie leise. „Sag mir was los
ist, bitte. Ich will dir helfen!"
„Mensch Granger, kapier das
doch!", herrschte sie plötzlich Malfoy von der Seite gehässig
an. „Der Vampir will dich nicht mehr. Du hast verspielt,
Kleine."
Wütend wandte sich Hermione von Lucien ab und
funkelte Malfoy an. Noch immer war im die Schadenfreude deutlich
anzumerken, auch wenn er nun nicht mehr grinste. „Du bist doch an
allem Schuld!", schrie Hermione. „Nur wegen dir! Wenn ich gewusst
hätte, dass du von Anfang an nur versucht hast mir eins
auszuwischen, dann hätte ich dich Filch direkt in die Arme
geworfen!"
„Deswegen bin ich nicht mitgekommen, Granger.",
meinte er nur gelassen und zuckte mit den Schultern. „Es war eben
nur ein kleiner netter Nebeneffekt. Ich will ja nur meine Ruhe vor
dem!"
Malfoy machte eine abwertende Geste Richtung Lucien, wobei dieser
die Braune in die Höhe zog. „Ich habe dir noch nie irgendetwas
getan.", meinte er trocken.
„Nein, das vielleicht nicht. Aber
ich will das diese verdammten Träume aufhören. Ich will
nicht bescheuerte Liebesspielchen zwischen dir und Granger anschauen
müssen."
„Welche Träume?", fragte Lucien nur
sichtlich irritiert.
„Tu doch nicht so. Diese Träume die du
ihr immer schickst, damit ihr euch trefft, kommen auch zu mir und ich
will, dass das aufhört!"
Stille trat ein. Aufmerksam
betrachtete Hermione die beiden und sah wie Luciens Gesicht noch
finsterer wurde, während er allerdings auch auf einmal etwas
beunruhigt wirkten.
Schließlich schüttelte er aber den Kopf. „Ich habe
keine Ahnung was das mit deinen Träumen soll. Bis jetzt habe ich
nur immer versucht Hermione zu erreichen und ganz bestimmt nicht
dich."
Malfoy wollte etwas erwidern, doch Hermione fiel ihm ins
Worte. „Das alles ist jetzt auch egal!", rief sie aufgebracht und
zuckte den Zauberstab, den sie schließlich auf Lucien richtete.
„Lucien, ich will wissen wieso du Hilfe brauchst und gebe dir die
letzte Chance es mir zu erzählen. Tust du es nicht, kannst du
mir glauben, dass ich auch andere Mittel und Wege habe es aus dir
herauszubekommen. Ich bin nicht umsonst eine Hexe."
Lucien
betrachtete nachdenklich den Zauberstab in ihrer Hand und sah ihr
dann in die Augen. Langsam schüttelte er den Kopf. „Hermione...
ich bringe dich aber damit in Gefahr.", wisperte er eindringlich.
Sie aber verfestigte nur ihren Griff um den Zauberstab. „Das ist
mir egal! Sag mir endlich was los ist!"
Lucien brauchte eine
Weile. Er schien das Für und Wieder abzuwiegen. Nach ein paar
Sekunde aber ließ er sich schwerfällig und müde auf
den Stein nieder, auf dem zuvor Malfoy gesessen hatte. Erst jetzt
merkte Hermione wie fertig Lucien überhaupt aussah. Von außen
hin würde man denken, dass er vielleicht einfach nur
überarbeitet wirkte, doch wenn man viele Jahrhunderte nicht mehr
am Leben war, konnte es einen sicher mitnehmen. „Ich muss den
Vampir vernichten, der mich damals zu diesem Monster gemacht hatte.",
erzählte er schließlich. „Nur somit kann ich den Fluch
von mir nehmen, mit dem sie meine Nachfahren und mich belegt hatte."
„Du... du hast Kinder?", murmelte Hermione
geschockt.
„Dummkopf!", tadelte sie Malfoy hinter ihr.
„Vampire können keine Kinder zeugen."
Lucien nickte
bestätigend. „Wenn man nicht lebt, dann kann man auch nichts
produzieren. Hört sich blöd an, aber es ist so. Wenn ein
Vampir dich aussaugt, saugt er nicht nur das Blut aus deinem Körper,
sondern auch dein ganze Lebensenergie und pflanzt dir einen Art
inneren ‚Dämonen' ein, gegen den man ankämpfen muss, um
sich nicht selbst zu verlieren. Viele schaffen es nicht und handeln
dann nur nach dem primitivsten Instinkt, den ein Vampir besitzt.
Blut."
„Und der Vampir, der dich damals erschaffen hat, handelt nur
danach?"
„Oh nein", lächelte Lucien matt. „Genau das
macht sie so gefährlich. Eliza kann genauso handeln und denken
wie ich auch. Sie hat sich nicht verloren. Ich kann sie spüren.
Irgendwo ist sie und will sich rächen, ich weiß das sie
bald kommen wird."
„Aber was hast du ihr den getan, sodass sie
sich rächen will?"
„Ich..." Lucien seufzte und sah
Hermione aufmerksam an. „Eliza war meine große Liebe."
TBC
