Disclaimer: Weder die Figuren, noch die darauf basierende Handlung meiner Fanfiction, gehören mir. Die Rechte an Harry Potter liegen ganz alleine bei Joanne K. Rowling. Ich verdiene hiermit kein Geld.
Vampire – Bite in the Hell of Feelings – Verschmähte Liebe
„Oh nein", lächelte Lucien matt. „Genau das macht
sie so gefährlich. Eliza kann genauso handeln und denken wie ich
auch. Sie hat sich nicht verloren. Ich kann sie spüren. Irgendwo
ist sie und will sich rächen, ich weiß das sie bald kommen
wird."
„Aber was hast du ihr den getan, sodass sie sich rächen
will?"
„Ich..." Lucien seufzte und sah Hermione aufmerksam
an. „Eliza war meine große Liebe."
Hermiones Magen zog sich zusammen und sie musste nach Luft schnappen. Eliza, der Vampir, der ihn selbst zu einem gemacht hatte, war also Luciens große Liebe. Es war ein Schock, gleichzeitig belächelte sie sich auch für ihre Naivität. Lucien musste schon mehrere Jahrhunderte leben, natürlich gab es da noch andere vor ihr. Trotzdem war es auf irgendeine Art und Weise auch schmerzhaft.
„Und...", brachte Hermione dann hervor. „Wieso... will sie
sich dann rächen?"
Lucien musterte sie noch für ein
paar Sekunden aufmerksam und fuhr dann mit seiner Geschichte fort.
„Ich habe sie geliebt, doch das war zu der Zeit, als sie noch keine
Vampirin war. Ich weiß nicht wie es geschehen ist, eines Tages
jedoch wurde sie gebissen und kam zu mir. Verzweifelt und vollkommen
verloren wirkte sie, aber ich konnte ihr nicht helfen. Eigentlich
wollte ich ihr auch nicht helfen. Meine Angst vor dem Wesen, dass sie
nun war, war viel zu groß. Als Eliza das merkte, versuchte sie
mich ebenfalls zu beißen, aber ich entkam ihr."
„Jetzt bist du aber ein Vampir.", stellte Hermione fest.
„Ja,
natürlich hatte Eliza alles daran gesetzt ihren Willen zu
bekommen. Sie meinte, dass wenn ich ebenfalls einer werde, ich meine
Angst verlieren würde und wir gemeinsam bis in die Ewigkeit
leben können. Es gelang ihr dann auch. Sie tötete mich und
machte mich zu einem Blutsauger. Meine Angst ging auch verloren, doch
meine Liebe für sie war zerstört. Ich konnte sie nicht mehr
lieben."
Hermione wusste nicht, ob sie froh darüber seine sollte, dass
es Eliza gab oder nicht. Hätte es sie nicht gegeben, dann wäre
sie Lucien nie begegnet, doch wegen ihr musste nun auch Lucien
leiden. Es musste die Hölle auf Erden sein, zu existieren und
doch nicht zu leben.
„Und Eliza war so wütend darüber,
dass sie dich also schließlich verflucht hat."
„Genau."
„Wie
aber kann man dann diesen Fluch brechen und wieso soll er sich auch
auf deine Nachfahren auswirken, wenn du doch selbst keine Kinder
zeugen kannst?", wollte Hermione verständnislos wissen.
„Ich hatte damals einen Bruder. Seine Familie lebt bis heute
noch weiter. Ehrlich gesagt weiß ich nicht wirklich wie der
Fluch sich auf mich und meine Nachfahren ausübt, ich spüre
aber das sie kommen wird, um sich zu rächen. Bald werde ich 500
Jahre ein Vampir sein und in dieser Nacht zum 500ten Jahrestag wird
der Fluch über mich kommen. Bevor das aber geschieht muss ich
Eliza vernichtet haben, sonst werde ich von ihr vernichtet."
Hermione
zögerte etwas. Sie wollte nicht wirklich wissen wie viel Zeit
ihnen noch bleiben würde, aber trotzdem musste diese Frage sein.
„Wann genau... ist dieser Jahrestag?"
„In einer Woche.",
entgegnete Lucien.
Stille trat ein. Stille in der Lucien nur betrübt auf den
Boden starrte und Hermione sich leer und machtlos fühlte,
während Draco die beiden abschätzend betrachtete.
„Mein
Gott, dass kann doch nicht so schwer sein!", meinte er schließlich.
„Deine Chance steht 50:50 und du tust so, als würde in einer
Woche dein Leben enden. Außerdem verstehe ich nicht wieso
Granger dir dabei helfen kann. Sie ist ein Mensch und diese Eliza ein
Vampir. Meiner Ansicht nach kann Granger nicht gegen sie
ankommen."
„Das stimmt nicht ganz.", erklärte Lucien.
„Es gibt eine Möglichkeit. Nur ein Mensch, der mich um meiner
selbst willen liebt, schafft es, den Fluch zu brechen." Sein Blick
verfinsterte sich. „Allerdings gibt es diesen Menschen nicht."
„Doch!", rief Hermione kleinlaut.
Lucien hob wieder den
Kopf und sah sie aufmerksam an. Sie errötete unter seinem Blick
leicht.
„Ich... Lucien, ich kann dir helfen. Mir ist es egal was
du bist, ich liebe dich, Lucien."
Er musste schlucken. Für
einen Augenblick erwiderte er nicht. Schließlich stand er aber
auf und schüttelte dabei den Kopf. „Ich will dich nicht in
Gefahr bringen. Außerdem ist deine Liebe für mich nicht
groß genug."
„Aber-"
„Nein!", rief er. „Du
hast ihn geküsst. Erzähl mir also nichts von Liebe."
Seine Worte trafen Hermione wie Peitschenhiebe. Hart und ehrlich.
Sie wollte aber nicht glauben, dass er recht hatte. Es konnte nicht
sein. Malfoy hatte sich ihr aufgedrängt und außerdem besaß
er Ähnlichkeit mit ihm. Das war alles – es musste alles
sein...
Langsam trat Hermione ein paar Schritte von Lucien zurück.
Die Tränen wollten wieder über ihre Wangen. Er würde
sich nicht helfen lassen und das Schlimmste daran war, dass sie nicht
mit dem Gedanken fertig wurde, dass er vielleicht sterben
könnte.
„Wenn du meinst. Tja, dann wünsch ich dir viel
Spaß nächste Woche.", murmelte sie mit erstickter
Stimme.
Langsam wandte Hermione sich um und ging. Lucien hielt sie nicht
auf, sondern sah ihr nur kühl hinterher. Malfoy wusste für
einen Augenblick nicht was er tun wollte.
Schließlich griff
er dann nach Harrys Tarnumhang, den Hermione vergessen hatte, und
ging ihr hinterher.
„Warte!", rief Lucien ihm noch zu.
Malfoy
drehte sich wieder um.
„Wieso hast du sie geküsst? Du
liebst sie nicht und ich weiß, dass sie dich nicht liebt."
„Du
weißt viel.", entgegnete Draco ihm herausfordernd. „Genauso
wie du weißt, dass sie dich liebt und den Fluch brechen
könnte."
„Wieso?", knurrte er aber nur
nachdrücklich.
„Tja, es war eben so ein Gefühl."
Mit diesen Worten wandte er sich ab und holte Hermione nach ein
paar Minuten ein. Er hätte erwartet, dass sie weinen würde.
Tat sie aber nicht. Stattdessen starrte sie jedoch finster vor sich
her, so als würde sie jeden Augenblick die Bäume mit ihren
Blicken ausreißen wollen.
„Vielleicht sollten wir
apparieren? Immerhin kennen wir den Weg zurück nicht.", meinte
Malfoy beiläufig.
„Sag mir nicht was ich tun soll Malfoy!",
zischte sie kalt. Sie blieb stehen und sah ihn wütend an. „Du
bist doch an allem Schuld!"
„Wieso sollte ich Schuld sein,
wenn dein Vampir zu blöd ist um sich helfen zu lassen?"
„Ich
liebe Lucien und weil ich dich geküsst-"
„Nein,
Granger.", unterbrach er sie.
„Nein?", schrie sie aufgebracht. „Woher willst du wissen was
ich fühle?"
„Ich weiß das du ihn liebst und dieser
Vampir weiß es auch. Denkst du wirklich er will deine Hilfe
nicht, weil er denkt, dass deine Liebe nicht ausreicht?"
Stumm
sah Hermione ihn an. Ja, dass dachte sie wirklich, aber er schien
wirklich andere Meinung zu sein. „Willst du etwa nur eine Ausrede
suchen, damit ich nicht auf dich wütend bin?"
Er lächelte
süffisant. „Granger, mir ist es egal ob du auf mich sauer
bist. Leute die ich hasse, interessieren mich nicht. Trotzdem aber
sag ich dir, dass Lucien deine Hilfe nicht deine Hilfe will, weil er
denkt, dass seine Liebe für ihn nicht ausreicht. Er hat dir
nicht die ganze Wahrheit erzählt. Dieser Fluch und so - sicher
weiß er was dahinter steckt. Immerhin laufen verfluchte Leute
doch nicht Hunderte von Jahre durch die Gegend und wissen nicht
welcher Fluch auf ihnen lastet."
Die Worte klangen klar und nüchtern. So klar, dass Hermione
sich fast schon schämte, dass sie nicht selbst darauf gekommen
war. Immerhin war es nur zu logisch gewesen. Für einen
Augenblick dachte sie daran zu Lucien zurück zu gehen, verwarf
den Gedanken aber dann schnell wieder. Sie war zu verletzt, dass er
so wenig Vertrauen zu ihr haben zu schien und konnte ihn nicht sehen.
Malfoy vor sich stehen zu haben, war sowieso schon schmerzhaft
genug.
„Wieso...?", murmelte Hermione dann den Tränen
nahe. „Wieso will er nicht, dass ich ihm helfe?"
Bevor Malfoy irgendwie reagieren konnte, hatte sich Hermione schon
an ihn angelehnt und brach in Tränen aus. Verwundert, ja fast
entsetzt, sah er auf sie herunter. Bis jetzt hatte er sie noch nie
weinen gesehen, auch wenn er wusste, dass sie schon immer ziemlich
sensibel war, doch das haute dem Fass fast den Boden aus. Er hasste
sie, verspürte aber irgendwo Mitleid mit ihr.
Trotzdem würde
er nicht die Arme um sie legen und erst recht nicht trösten.
Also stand er da und wartete, bis sie sich beruhigt hatte. Sekunden,
die schließlich zu Minuten wurden, in denen sie nur bitterlich
schluchzte. Dann auf einmal löste sich Hermione wieder von ihm
und wandte sich schniefend ab. Mit einem Blick auf sein Hemd, stellte
er genervt fest, dass das Weiß auf ihm es nun fast durchsichtig
geworden war, dennoch aber schaffte er es, sich einen ärgerlichen
Kommentar zu verkneifen.
„Lass uns gehen.", murmelte Hermione
schließlich beschämt.
Sie griff nach seiner Hand und
apparierten zusammen.
Der nächste Tag war für Hermione der Horror. Nicht nur, weil sie die drei Stunden geschlafen hatte, sondern auch, weil der Unterricht an diesem Tag keine wirkliche geistige Abwesenheit zuließ. Doppelstunde Zaubertränke, Doppelstunde Verwandlung und schließlich eine Stunden Arithmantik – alle zusammen mit den Slytherins. Sie erwischte sich, wie sie dabei an Draco Malfoy dachte und daran, wie sie gestern die Kontrolle über sich verlor, als sie ihn küsste und sich schließlich zum krönenden Abschluss an seiner Brust ausgeweint hatte. Mit anderen Worten, es war die totale Blamage. Allerdings hatte es sie wirklich verwundert, als er kein Wort über ihren kleinen „nassen Aussetzer" verlor. Ganz im Gegenteil. Den ganzen Weg zurück nach Hogwarts hatte er geschwiegen. Sie war ihm sogar ziemlich dankbar dafür gewesen.
Die Sache mit Lucien allerdings saß immer noch tief.
Inzwischen aber war sie zu dem Entschluss gekommen, dass sie ihm auf
jeden Fall helfen würde. Egal was Lucien sagen oder tun mochte.
Allerdings würde sie dies wahrscheinlich nicht alleine schaffen.
Deswegen...
„Morgen", begrüßte Hermione Harry und
Ron trüb, die schon fleißig mit dem Essen beschäftigt
waren, und ließ sich zwischen ihnen nieder.
„Sag mal kann
das sein, dass du heute sogar noch vor dem Frühstück in der
Bibliothek warst oder hast du einfach nur verschlafen?", grinste
Ron munter, während er sie aufmerksam betrachtete. „Ich war
heute sogar schon vor die hier."
„Schön für dich, Ron.", murmelte Hermione, ohne ihm
einen einzigen Blick zu schenken. Stattdessen goss sie sich einen
großen Becker Kaffee ein und schluckte sie Flüssigkeit in
einem Zug hinunter.
„Vielleicht aber hat unsere liebe Hermione
auch nur die ganze Nacht nicht in ihrem Bett verbracht.", meinte
schließlich Harry.
„Was?!", rief Ron erschrocken und
wandte sich ihr zu. „In welchem Bett warst du stattdessen? Wer ist
es?"
Hermione sah ihn aber nur scharf an. „Ich war in keinem Bett,
Ron.", entgegnete sie ihm.
Ron musste grinsen. „Dann hast du
dich also endlich in die Bibliothek einschließen
lassen?"
„Verarsch mich auch noch, klar.", murrte sie. „Ich
war im Verbotenen Wald."
Ron schien mit allem gerechnet zu
haben, aber nicht damit. Er wirkte irritiert und ziemlich
verständnislos für diesen Satz. „Wieso warst du im
Verbotenen Wald?"
Hermione seufzte und erzählte ihnen alles
was mit Lucien zu tun hatte. Von den Träumen bis hin zu seinem
Fluch. Es gab nur zwei kleine Details, die sie nicht erwähnte.
Draco Malfoy und ihre Liebe zu Lucien.
TBC
