Disclaimer: Die Figuren gehören auch heute noch JKR

A/N: Wie schon im zweiten Türchen beim Frühstücken versprochen geht es für die Jungs nun nach Hogsmeade.


Ich habe diesen Sommer die Tagebücher unserer Mutter gefunden, oben am Dachboden, auf dem Sirius und ich uns so gerne vor dem Kindermädchen versteckt haben, als wir noch klein waren. Ich bin gerne dort oben, wenn ich ganz für mich alleine sein will. Dort sucht mich niemand, nur Kreacher.

Und dort habe ich sie gefunden, verwahrt in einer Kiste. Fast so weggeschlossen wie ihr Herz.

So habe ich herausgefunden, dass der Junge, der dort drüben so ausgelassen im Schnee tollt, nur mein Halbbruder ist. Er ist der Sohn des ehemaligen Klavierlehrers, ich der des ehemaligen Duelliertrainers meiner Mutter. Den Mann, von dem ich dachte, er wäre mein Vater, war offenbar schon immer dazu verdammt, sich dem Willen meiner Mutter zu beugen und sie hat sich scheinbar auch immer schon so ausgelebt, wie sie es wollte, ohne jede Rücksicht auf irgendjemand.

Sirius weiß noch nichts davon. Wir haben nicht sonderlich viel miteinander gesprochen seit er diesen Sommer von zu Hause weggegangen ist. Er hat sich für ein anderes Leben entschieden, eine andere Familie. Es tut ihm sichtlich gut. Ich will es ihm nicht vermiesen.

Außerdem, wie beginnt man so ein Gespräch? Du hattest Recht. Unsere Familiengeschichte besteht eigentlich nur aus Lügen…

Nein, dazu ist es zu früh. Ich muss erst meine eigenen Gedanken sortieren, muss wissen, was ich von all dem halten soll. Der Familie, der Tradition, dem Lord, der immer mehr Macht gewinnt. Erst dann kann ich mit Sirius darüber reden. Ich bin kein Kind mehr, ich bin fünfzehn, ich schaffe das allein. Ich muss nicht am Umhangzipfel meines großen Bruders hängen wie ein Baby.

In diesem Moment sieht er auf von seiner Schneeballschlacht und mich genau an. Als hätte er gespürt, dass ich hier bin. Eine Verbindung, die wir früher hatten, als wir noch Kinder waren. Ich vermisse sie manchmal.

Sirius lächelt und hebt die Hand. Ich versuche das Lächeln zu erwidert, aber es wird nur ein kleines Zucken in den Mundwinkeln. Zumindest hebe ich die Hand und winke zurück. Sein Lächeln wird breiter und ich wende mich ab, weil ich das Strahlen des Wintersterns so weit weg von mir nicht mehr ertragen kann.

Ich schlage den Kragen meines Mantels hoch, stecke die Hände zurück in die Manteltaschen und setze meinen Weg nach Hogsmeade fort.