Disclaimer: Die Figuren und ihre Welt gehören auch heute noch JKR.

A/N: Hinter dem heutigen Türchen verbirgt sich Quidditch und ein ganz klein wenig Slash.


Das Training ist an diesem Tag nicht besonders unterhaltsam. Schneefälle und Wind verschlechtern die Sicht zunehmend und trotz Schutzbrille sieht Sirius nicht viel weiter, als seine Hand reicht. Zwei Mal wäre er schon beinahe mit Benjy Fenwick zusammengeflogen und drei Mal musste er im letzten Augenblick einem Klatscher ausweichen, den die Prewett Brüder unbeabsichtigt auf ihn geschossen hatten.

Kalt ist ihm auch. Die Finger spürt er schon seit einer guten viertel Stunde nicht mehr und vom Schnatz gibt es weit und breit nicht die geringste Spur.

Aber James will das Training einfach nicht abbrechen. Es ist eine gute Vorbereitung für Samstag, meint er, weil man ja nicht davon ausgehen könne, dass das Wetter besser werden würde. Also wären sie in jedem Fall auf das Schlimmste vorbereitet.

Sirius ist anderer Meinung. Er wäre jetzt viel lieber unter der warmen Dusche als hier draußen im Schnee, aber er ist keiner, der James kritisieren würde. Jedenfalls nicht vor dem Team. Also dreht er weiter seine Runden um das Feld, fliegt um Frank Longbottom und dessen Torringe herum und hofft, dass James zu schätzen weiß, was er alles für ihn tun.

„Das bringt gar nichts.", murmelt Sirius vor sich hin, während er weiter Ausschau nach dem goldenen Schnatz hält. Er will gerade zu James hinüberfliegen und ihn fragen, wie lange sie denn noch im Schnee erfrieren wollen, als er es sieht: ein goldenes Funkeln unterhalb von Franks rechtem Torring.

Sirius legt sich tief über den Besenstil und treibt seinen Besen an. Wenn er den Schnatz gefangen hat, wird James ja wohl erbarmen zeigen und sie alle ins Warme ziehen lassen. Sirius denkt schon an die warme Dusche. An das warme Wasser, das seinen kalten Fingern wieder Leben schenken wird. An James, der sich in der Dusche neben seiner aufwärmen wird, wie immer. Die Wassertropfen, die warm und funkelnd über James' Brust nach unten laufen und sich in dunklem Haarflaum verlieren… als Sirius plötzlich wie aus dem Nichts etwas von der Seite trifft und ihn fast vom Besen reißt. Er kann ich gerade noch so am Besenstil festhalten und damit einen Sturz aus gut sechs Metern Höhe verhindern. Der Klatscher zischt pfeifend weiter, als würde er Sirius auslachen.

Sirius versucht sich wieder auf den Besen zurück und in eine sitzende Position zu ziehen, aber ein Stich in der getroffenen Seite raubt ihm die Luft. Vermutlich haben ein paar seiner Rippen den Zusammenstoß mit dem Klatscher nicht ganz so gut vertragen. Wenn er Glück hat ist es nur eine Prellung.

Sirius bringt den Besen vorsichtig in den Sinkflug und legt eine recht unelegante Landung am Spielfeldrand hin. Er setzt sich in den Schnee, will erst mal versucht wieder anständig Luft in seine Lungen zu bekommen, als schon jemand neben ihm landet.

„Alles okay?", fragt James besorgt.

Sirius beißt die Zähne zusammen. „Klar.", sagt er, aber sogar in seinen eigenen Ohren klingt das sehr gepresst.

„Hat nicht gut ausgesehen.", sagt Marlene, die neben James gelandet ist. „Er war keine zwei Meter neben mir. Der Klatscher hat ihn fast vom Besen gefegt."

„Tut uns leid.", sagt Gideon ein wenig zerknirscht. Auch er, sein Bruder, Benjy und Frank sind mittlerweile neben Sirius gelandet.

„Ja." Fabians Miene spiegelt die seines Zwillingsbruders wieder. „Durch den verdammten Schnee haben wir ihn nicht rechtzeitig gesehen."

„Das Training ist beendet, würde ich sagen.", sagt James und reicht Marlene seinen Besen. „Tut mir einen Gefallen und räumt die Bälle und Besen weg, während ich Sirius in den Krankenflügel bringe."

„Das ist nicht nötig.", protestiert Sirius. „Ich hab doch gesagt es ist alles in Ordnung."

„Ich kenne dein alles in Ordnung.", sagt James und verschränkt die Arme vor der Brust. „Normalerweise endet es damit, dass gar nichts mehr in Ordnung ist. Du wirst jetzt gefälligst mit mir in den Krankenflügel kommen und keine Diskussion, Sturkopf. Kannst du aufstehen?"

Sirius nickt, kämpft sich hoch und beißt die Zähne zusammen. Der Schmerz ist schlimmer, wenn er sich bewegt.

„Soll ich dich lieber levitieren?", fragt James mit besorgter Miene. Ihm ist nicht entgangen, wie blass Sirius geworden ist.

„Nein, nicht nötig. Das Stückchen schaff ich schon."

James seufzt und schüttelt den Kopf. „So etwas Stures wie dich gibt es kein zweites Mal."

„Doch.", sagt Sirius und grinst ein bisschen. „Dich."

James schüttelt erneut den Kopf, grinst aber ebenfalls. „Na komm, bringen wir dich mal lieber in den Krankenflügel. Pomfrey kann dich sicher ganz schnell wieder zusammenflicken."

James leg eine Hand vorsichtig auf Sirius' Rücken. In Sirius' Bauch fühlt es sich an wie bei einer Achterbahnfahrt, aber das hat er ganz sicher auch dem Klatscher zu verdanken.

Ganz sicher.