In der Winkelgasse
„Wer möchte zuerst gehen?", fragte Ginny, als die ganze Familie am nächsten Tag vor dem Kamin im Wohnzimmer stand.
Sofort lief James los, griff sich eine Hand Flohpulver, rief „Winkelgasse" und war verschwunden.
Als nächster wollte Albus gehen. Auch er hatte sich ein paar Sekunden später hinter den giftgrünen Flammen des Kamins in Luft aufgelöst. Nachdem auch ihre Mutter gegangen war, war Lily in der Reihe.
Natürlich war sie schon öfter mit Flohpulver in die Winkelgasse gereist und wusste deshalb sehr gut, wie es funktionierte, musste jedoch zugeben, dass es nicht die schönste Art zu reisen war. Sie nahm sich wie ihre Brüder und ihre Mutter zuvor eine Hand voll Flohpulver und sprach laut und deutlich: „Winkelgasse."
Sofort wurde sie von den Füßen hinein in das Flohnetzwerk gerissen.
Während sie an verschiedenen Kaminen vorbeisauste und versuchte in die Zimmer zu spähen, die dahinter lagen, bekam sie das Gefühl zu fliegen und schwerelos zu sein. Leider war sie zu schnell, als dass sie eines davon richtig erkennen konnte. Lily schloss die Augen vor der Asche, die herumgewirbelt wurde und wartete, bis sie schließlich an einem großen Kamin zum Stehen kam.
Wankend trat sie einen Schritt auf die Straße hinaus, die überfüllt war von Hexen und Zauberern. Sie sah sich um. Vor ihr standen ihre Brüder, die sich anscheinend mal wieder stritten, daneben ihre Mutter. Plötzlich wurde erneut Asche hinter ihr aufgewirbelt und auch ihr Vater kam aus dem Kamin.
„Ich will zu Weasleys Zauberhafte Zauberscherze!", verkündete James sofort.
„Später", antwortete Ginny ihm, „Vorher müssen wir zu Gringotts."
Ginny trat an Lily heran und versuchte ihr vor Asche geschwärztes Gesicht mit einem Tuch sauber zu machen.
„Lass das Mum", protestierte Lily und ihre Mutter seufzte bloß.
Schließlich machte sich die ganze Familie die Straße entlang geradewegs auf ein riesiges schneeweißes Gebäude zu, das weit über die anderen Läden der Winkelgasse hinausragte.
„Wenn ich dieses Jahr auch nach Hogsmeade gehen darf, bekomme ich dann auch mehr Geld so wie James?", fragte Albus.
Sein Vater lächelte und nickte dann.
Albus warf James einen triumphierenden Blick zu.
Als sie bei Gringotts ankamen, schritten sie eine weiße Steintreppe hinauf, die sie zu einem blank poliertem Bronzeportal führte, vor dem ein Kobold in einer scharlachroten goldbestickten Uniform stand und sie begrüßte.
Sie traten in das Gebäude hinein. Durch eine silberne Doppeltür, auf der ein Spruch eingraviert war, der Diebe ermahnte hier nichts zu stehlen, gelangten sie zu den Empfangsschaltern.
Lily sah sich wie immer, wenn sie hier war, um. Es hatte sich nichts verändert. Es schien sich nie etwas zu verändern.
Ihr Vater kramte einen Schlüssel aus seiner Hosentasche und legte ihn vor einem Kobold auf den Tresen. Der Kobold nickte nur und winkte einen anderen heran.
„Ragnuk wird Sie zu ihrem Verlies bringen", sagte er.
Irgendwas gab Lily das dumpfe Gefühl, dass die Kobolde besonders ihrem Vater misstrauten. Immer wenn sie hier hereinkamen, wurde er schief angesehen und Lily fragte sich, woran das liegen konnte. Eigentlich war er doch eher ein freundlicher Mann. Sie kannte niemanden, der ihn nicht mochte, abgesehen von den Kobolden natürlich.
Der zweite Kobold ging ihnen voraus und führte sie zu einer der Türen am Ende des Raumes, wo sich die Potters und Ragnuk hindurchquetschten.
Mit einem Fingerschnipsen ließ Ragnuk einen Karren anrollen, in den sie alle einstiegen.
„Festhalten!", rief er.
Schon ging die Fahrt los und sie fuhren immer tiefer unter die Erdoberfläche.
Unterwegs sah Lily mehrere Kobolde mit anderen Kunden vor Verliesen stehen. Das hier sah weniger einladend aus als die Räume davor. Kalt und steinig erinnerte es sie eher an eine Tropfsteinhöhle. Besonders James liebte diese Fahrten sehr und jubelte dabei. Er war sich sicher, dass es wie Achterbahnfahren wäre, doch Lily hatte keine Ahnung, was eine Achterbahn war. Sie wusste nur, dass James seit dem dritten Schuljahr sehr enthusiastisch Muggelkunde belegte.
Als sie ankamen und der Kobold das Familienverlies geöffnet hatte, sammelte Harry für jedes seiner Kinder einen Beutel voll mit Galleonen, Sickeln und Knuts. Lily war stolz, denn sie hatte soeben ihr erstes Taschengeld erhalten, auch wenn es vorläufig weniger als bei James und Albus war. Nachdem Harry nun auch noch ein Säckchen für sich gefüllt hatte, stiegen sie wieder in den Wagen und fuhren endlich zurück an die Oberfläche.
Nicht nur Lily, sondern auch alle anderen schienen froh, als sie Gringotts verlassen hatten und sich auf der Straße wiederfanden.
„Kann ich nun endlich gehen, Mum?", fragte James ungeduldig und Ginny sah auf die Uhr.
„In Ordnung", sagte sie, „Wir treffen uns dann um eins bei Mr Hamton's Eissalon."
Sie hatte den Satz gerade beendet, da war James schon verschwunden.
„Albus braucht neue Umhänge und einen Festumhang", erklärte Ginny ihrem Ehemann, „Ich gehe mit ihm zu Madame Malkin's. Kümmere du dich um Lilys Sachen."
Sie gab ihm die Liste von Lilys Büchern und Ausrüstungsgegenständen und verschwand mit Albus in dem Laden gegenüber der Zaubererbank.
„Dad, können wir zuerst einen Zauberstab kaufen?", fragte Lily hoffnungsvoll.
Harry nickte und sah sich um.
„Also zu Ollivander", antwortete er ihr.
Ollivanders Laden war ganz in der Nähe und ihr Vater hielt ihr die Tür auf, als sie ihn betraten. Von innen war der Laden sehr kühl und dunkel und überall standen Regale voll bepackt mit Schachteln, die hunderte oder tausende von Zauberstäben enthielten. Plötzlich tauchte Mr Ollivander aus einem Hinterzimmer auf.
„Mr Potter, Miss Potter", rief er erfreut und schüttelte erst ihrem Vater, dann Lily die Hand.
„Sie sehen ihrer Großmutter recht ähnlich", fügte er an sie gewandt hinzu.
Lily wusste nicht, ob sie etwas antworten sollte. Ihr erschien Mr Ollivander ein wenig merkwürdig. Warum genau erkannte er sie und ihren Vater überhaupt sofort?
„Weidenholz und Einhornhaar, zehneinviertel Zoll", sagte er.
„Ja, das war er, ein Jammer", seufzte Mr Ollivander und Lily fragte sich, ob er bedauerte, dass ihre Großmutter gestorben war oder ob es ihm eher ein Gräuel war, dass der arme Zauberstab nun keine Benutzung mehr fand.
Sie sah auf zu ihrem Vater und versuchte zu erkennen, was er gerade dachte, doch dieser verzog keine Miene.
„Haben Sie ihren Stab denn noch", fragte Mr Ollivander an ihn gewandt.
„Natürlich", antwortete er knapp.
„Stechpalme und Phönixfeder, elf Zoll", zählte Mr Ollivander auf und Lily wurde klar, dass er verrückt sein musste, dass er jeden Zauberstab ihrer Familienmitglieder aufzählen konnte.
„Ja, der war mächtig und dass er trotz des Bruches noch einwandfrei funktioniert, ist bemerkenswert, finden Sie nicht auch? Der Zauberstab ihrer Mutter", begann er erneut, „war aus Edelkastanie und Einhornhaar, zwölfdreiviertel Zoll. Gibt es ihn noch?" Wieder wandte er sich an ihren Vater.
„Ja, selbstverständlich", antwortete Harry.
Mr Ollivander nickte zufrieden und fuhr dann fort: „Ihr Großvater hingegen hatte Mahagoni und Phönixfeder, elf Zoll, sehr elastisch und hervorragend für Verwandlungen."
„Nun, der Zauberstab sucht sich den Zauberer aus, nicht andersherum", erklärte er, während er zu seinem Schreibtisch ging und ein Maßband hervorholte, das sofort begann, alle möglichen Maße von Lilys Körper abzunehmen.
„Mal sehen, welcher der Richtige für Sie ist", sagte Mr Ollivander entzückt.
Als das Band fertig war, ging Mr Ollivander zufrieden in sein Hinterzimmer und holte eine längliche Schachtel hervor. Er öffnete sie und gab Lily einen Zauberstab.
„Hier, probieren Sie diesen!", forderte er sie gespannt auf, „Erle und Drachenherzfaser, neuneinhalb Zoll."
Sie nahm ihn in die Hand und wedelte damit herum, doch nichts geschah. Sofort entriss Mr Ollivander ihn ihr wieder und reichte ihr einen anderen. Auch diesen schwenkte Lily hin und her, aber es passierte wieder nichts.
Es ging noch eine ganze Weile so. Die Zauberstäbe, die Lily bereits ausprobiert hatte, häuften sich auf Mr Ollivanders Schreibtisch. Lily war enttäuscht, doch Mr Ollivander wurde mit jedem Stab glücklicher.
„Nun, versuchen Sie es mal mit diesem", sagte Mr Ollivander, „Haselnuss und Einhornhaar, zehndreiviertel Zoll, mäßig hart, zäh und ausgezeichnet für Verteidigungen."
Lily nahm den Stab in die rechte Hand. Ein unbeschreibliches Gefühl durchflutete ihren Körper und der Zauberstab sprühte rote und goldene Funken aus.
„Das ist er!", erklärte Mr Ollivander zufrieden und Lily lächelte nun endlich zufrieden.
Harry zahlte zehn Galleonen für den Zauberstab, dann verließen die beiden den Laden. Mittlerweile war es viertel nach zehn. Die Sonne brannte und Lily schwitzte, während sie zu Flourish und Blotts liefen.
„Welche Bücher brauche ich denn?", fragte Lily.
Ihr Vater kramte die Liste aus seiner Tasche und gab sie ihr:
HOGWARTS-SCHULE FÜR HEXEREI UND ZAUBEREI
Uniform
Im ersten Jahr benötigen die Schüler:
1. Drei Garnituren einfache Arbeitskleidung (schwarz)
2. Einen einfachen Spitzhut (schwarz) für tagsüber
3. Ein Paar Schutzhandschuhe (Drachenhaut o. Ä.)
4. Einen Winterumhang (schwarz, mit silbernen Schnallen)
Bitte beachten Sie, dass alle Kleidungsstücke der Schüler mit Namensetiketten versehen sein müssen.
Lehrbücher
Alle Schüler sollten jeweils ein Exemplar der folgenden Werke besitzen:
- Miranda Goshawk: Lehrbuch der Zaubersprüche, Band 1
- Bathilda Bagshot: Geschichte der Zauberei
- Adalbert Waffling: Theorie der Magie
- Emeric Switch: Verwandlung für Anfänger
- Phyllida Spore: Tausend Zauberkräuter und Pilze
- Arsenius Jigger: Zaubertränke und Zauberbräue
- Newt Scamander: Fantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind
- Plinius Perkins: Sammlung der Verteidigungszauber aller Art
Ferner werden benötigt:
- 1 Zauberstab
- 1 Kessel (Zinn, Normgröße 2)
- 1 Sortiment Glas- oder Kristallfläschchen
- 1 Teleskop
- 1 Waage aus Messing
Es ist den Schülern zudem noch freigestellt, eine Eule ODER eine Katze ODER eine Kröte mitzubringen.
DIE ELTERN SEIEN DARAN ERINNERT, DASS ERSTKLÄSSLER KEINE EIGENEN BESEN BESITZEN DÜRFEN!
Lily las es sich aufmerksam durch. Als sie fertig war, standen die beiden vor Flourish und Blotts. Gerade wollten sie den Laden betreten, als ein älterer Junge herausstürmte. Lily rempelte ihn an. Der Junge ließ sein Buch fallen. Sich entschuldigend hob sie das Buch für ihn auf.
„Magiecontinatoren" hieß der Titel.
Hastig riss der Junge ihr das Buch aus den Händen und eilte davon.
Stirnrunzelnd blickte sie ihm hinterher.
„Mach dir nichts daraus", sagte ihr Vater und schob sie weiter vorwärts in den Laden.
Nach einer Viertelstunde kamen sie mit all Lilys Büchern wieder heraus.
„Lass uns nun in die Apotheke gehen", schlug ihr Vater vor.
Lily war einverstanden und sie machten sich auf in den Laden nebenan.
In der Apotheke kauften sie Lilys Zaubertrankzutaten, Federn und Tinte. Auch ihren Kessel, die Kristallfläschchen, das Teleskop und die Messingwaage bekamen sie dort und sie konnten den Laden schnell wieder verlassen, auch wenn Lily von vielen Dingen dort sehr fasziniert war.
„Jetzt brauchst du nur noch deine Schuluniform", stellte Harry fest und er und Lily gingen in Richtung Madame Malkin's, wo auch Albus mit Ginny bereits gewesen war.
„Möchtest du allein hineingehen?", fragte ihr Vater, „Ich könnte so lange hier draußen warten."
Lily nickte und schob die Ladentür auf. Sofort wuselte eine stämmige Hexe auf sie zu.
„Hogwarts?", fragte sie.
„Ja", antwortete Lily schnell.
„Nimm doch bitte dort Platz."
Sie deutete auf einen der Stühle, auf denen auch schon ein Junge saß. Lily ging zu ihm hinüber und setzte sich.
„Wie heißt du?", fragte der Junge.
Er hatte blonde Haare und stechend hellblaue Augen.
„Lily", antwortete sie, „Lily Potter und du?"
„Ich bin Colin McKinnon", sagte er und reichte ihr die Hand.
Lily nahm an.
„Kommst du auch neu nach Hogwarts?", fragte er.
„Ja", antwortete Lily fröhlich.
Zwischendurch kam Madame Malkin und vermaß Lilys Körper.
„Ich habe einen Bruder. Er ist ein Jahr älter als ich und in Gryffindor", erklärte Colin, als sie wieder im Hinterzimmer verschwunden war, „Ich will auch am liebsten dorthin."
„Geht mir genauso", erklärte Lily und grinste innerlich.
„Hast du Geschwister?", fragte Colin.
„Ja, zwei Brüder, beide Gryffindor", antwortete Lily ein wenig stolz.
„Also auch eine Familientradition, hm? Ich hoffe, ich komme nicht nach Slytherin", sagte Colin und in seiner Stimme lag einerseits Abscheu und andererseits ein wenig Furcht.
„Ach was, bestimmt nicht", ermutigte Lily ihn und Colin lächelte.
„Sie sind beide fertig", sagte Madame Malkin, die plötzlich hinter ihnen aufgetaucht war.
Glücklich stand Lily auf und bezahlte ihre Uniformen. Zusammen mit Colin ging sie wieder nach draußen.
„Wir sehen uns dann am Zug", rief er ihr zu, während er hinüber zu Flourish und Blotts lief.
„Oder spätestens in Gryffindor!", winkte Lily.
Ihr Vater, der die ganze Zeit vor dem Laden auf sie gewartet hatte, trat zu ihr.
„Ach, hast du schon einen Freund gefunden?", fragte Harry amüsiert und Lily zuckte die Schultern.
„Ich hatte damals hier nicht so das Glück", erzählte er, „Erinnerst du dich an Draco Malfoy? Wir haben ihn und seinen Sohn letztes Jahr noch am Zug gesehen. Der Vater von Scorpius."
„Ah, ja", erinnerte sich Lily.
„Wir waren anschließend während der ganzen Schulzeit verfeindet", erzählte ihr Vater weiter.
„Und jetzt?", fragte Lily nun ehrlich interessiert.
Es hatte nämlich die letzten Male am Zug nicht so gewirkt, als wären sie das immer noch. Vor zwei Jahren hatte Mr Malfoy sogar zu ihnen hinübergenickt.
„Also Feinde sind wir sicher nicht mehr", versuchte ihr Vater zu erklären, „aber Freunde werden wir sicher auch nie mehr."
Lily nickte und überlegte, ob sie das verstand.
„Ich denke, es wird Zeit, dass du dein erstes Haustier bekommst", lenkte Harry nun vom Thema ab, „Komm, lass uns in die Magische Menagerie gehen. Dort gibt es alle möglichen Tiere. Oder möchtest du lieber eine Eule?"
Lily überlegte. Um Briefe zu schreiben, gab es in Hogwarts sicherlich genügend Schuleulen. Außerdem konnte sie sich bestimmt auch mal Albus' oder James' Eule ausleihen. Nein, sie wollte lieber keine Eule.
„Ich möchte eine Katze haben", antwortete Lily und ihr Vater nickte.
Also bogen die beiden in eine Seitengasse ein. Sie folgten der Straße, bis sie einen Laden mit der Aufschrift „Magische Menagerie" sahen, den sie betraten.
In der Magischen Menagerie war es sehr laut. Überall saßen Tiere, die verschiedene Töne von sich gaben. Lily sah sich nach einer Katze um, doch sie konnte keine entdecken.
„Guten Tag", krächzte eine alte, buckelige Verkäuferin, „was kann ich für Sie tun?"
„Ich hätte gern eine Katze", antwortete Lily.
Sie konnte kaum über den Tresen schauen.
„Eine Katze?", fragte die Verkäuferin, als hätte sie noch nie von dieser Tierart gehört, „Dann komm mal mit!"
Die beiden folgten der Verkäuferin in ein weiteres Zimmer, in das man durch eine schmale Tür gelangte.
„Such dir eine aus", sagte sie und deutete auf die Katzen, die überall verteilt im Raum schliefen, spielten oder mit anderen Katzen kämpften.
Es gab viele verschiedene Arten in unterschiedlichem Alter.
Fasziniert blickte Lily umher. Während sie die Augen über die Regale schweifen ließ, drückte etwas Schweres aber Weiches an ihr Bein.
Lily sah hinunter. Zu ihren Füßen saß eine kleine weiß-schwarz getupfte Katze, die nun zu ihr aufsah und sie anmauzte. Lily nahm sie auf den Arm und streichelte sie. Leise schnurrte die Katze.
„Ich möchte die hier!", erklärte Lily ihrem Vater, der bei dem Anblick seiner Tochter lächelnd nickte, und sie gingen wieder zurück in den vorderen Teil des Ladens.
„Fünfundzwanzig Galleonen", verlangte die Verkäuferin.
Lilys Vater bezahlte und zusammen mit der Katze verließen sie die Magische Menagerie, während Lily überlegte, wie sie ihre Katze nennen sollte.
„Wir müssen uns beeilen", sagte Harry, „In fünf Minuten wollten wir uns schon im Eissalon treffen."
Hastig liefen sie den Weg zurück, den sie gekommen waren. Sie bogen um eine Ecke, gingen weiter geradeaus, bogen um eine andere Ecke, bis sie schließlich das Schild mit der Aufschrift „Nocturngasse" erreicht hatten, der Mr Hamton's Eissalon direkt gegenüber lag.
Lily war immer noch kein Name eingefallen, als sie sah, wie ihre Mutter, James und Albus bereits an einem Tisch saßen und genüsslich ihre Eisbecher schleckten.
Lily und Harry setzten sich zu ihnen. Neidisch starrte Lily auf den Schokoeisbecher ihres Bruders, der gar nicht allzu weit entfernt von ihr stand.
„Du kannst einen Schokofrosch haben", sagte James eilig, als er ihren Blick bemerkte und warf ihn zu Lily hinüber.
Wenig zufrieden entfaltete sie ihn. Schnell steckte sie den Frosch in den Mund, bevor dieser weghüpfen konnte. Dann sah sie nach der Karte.
„Morgana", rief Lily begeistert.
Natürlich sammelte auch sie die Schokofroschkarten und Morgana hatte ihr immer gefehlt. Glücklich steckte sie die Karte in ihre Hosentasche und streichelte ihre Katze, die auf ihrem Schoß saß und ebenfalls gierig auf James' Eisbecher starrte. Plötzlich wusste sie genau wie ihr Kätzchen heißen sollte: Morgana!
Die Bedienung kam und auch Lily bestellte sich einen Schokoeisbecher. Er schmeckte hervorragend und auch Morgana bekam etwas davon ab.
„Nicht doch, Lily!", tadelte ihre Mutter sie und gehorsam ließ Lily es bleiben.
Sie sah jedoch, wie James aus dem Augenwinkel grinste
Die Mittagssonne stand nun am höchsten. In der Hitze war es kaum noch auszuhalten, weshalb sich die Familie, nachdem alle aufgegessen hatten, zurück zum Kamin begab.
Als Lily endlich wieder in ihrem Zimmer saß, begann sie sofort all ihre Schulbücher auszupacken und ein wenig darin zu lesen. Morgana lag neben ihr zusammengerollt auf dem Bett und schlief. Den Tag ihrer Abreise konnte Lily kaum noch abwarten, dabei war es noch einen ganzen Monat hin. Sie wollte auch endlich nach Hogwarts gehen.
