Abreise
Etwas Helles kitzelte Lily an der Nase. Leicht hob sie die Augenlider und nahm schummrig ein stechendes Licht wahr. Sie blinzelte, denn es waren die gleißenden Strahlen der aufgehenden Sonne, die durch das große Fenster auf der anderen Seite des Raumes hereinstachen.
Verschlafen rieb sich Lily die Augen und setzte sich auf. Ihr Blick schweifte umher und sie wusste sofort, dass sie sich im Krankenflügel befand. Bei dem Versuch, sich daran zu erinnern, warum das so war, wurde ihr Kopf allerdings von einem glühenden Schmerz erfüllt, sodass sie aufgab und sich weiter umsah. In dem Bett neben ihr erkannte sie einen blonden Haarschopf, der vermutlich Colin gehörte. Er rührte sich nicht und schien zu schlafen.
Hastig drehte Lily sich um in der Hoffnung, dass Eric auf der anderen Seite liegen würde, doch dieses Bett war leer. Sie betrachtete jedes einzelne Bett genau, aber sie konnte ihn nirgends ausmachen. Irgendetwas sagte Lily, dass Eric hätte hier sein müssen und dass es ein schlechtes Zeichen war, dass er fehlte.
Plötzlich ging die Tür von Madame Longbottoms Büro auf.
„Ah, Lily, wie schön, dass du auch endlich aufgewacht bist", sagte diese und kam auf sie zu.
Madame Longbottom war groß und blond und lächelte. Eigentlich hatte Lily sie immer unter dem Namen Hannah gekannt.
„Wo ist Eric?", fragte sie deshalb und Hannah warf ihr einen besorgten Blick zu.
Erwartungsvoll blickte Lily zurück.
„Mr Bedloe hatte eine starke Vergiftung. Wir haben ihn deshalb vorübergehend an das St. Mungo übergeben", antwortete sie.
Lily versuchte von ihrem Bett aufzustehen und sich ihre Sachen zu schnappen, doch Madame Longbottom drückte sie sofort wieder zurück in die Kissen.
„Hör zu, ihm wird es bald wieder besser gehen", versuchte Hannah Lily zu beruhigen, „Bleib du erst einmal hier liegen!"
Sie warf Lily einen strengen Blick zu.
„Was ist mit Colin?", fragte Lily deshalb, um sie von sich abzulenken.
„Mr McKinnon ist bereits gestern Abend aufgewacht", sagte sie, „Er liegt nur noch zur weiteren Beobachtung hier."
Lily wollte gerade etwas erwidern, doch Madame Longbottom kam ihr zuvor.
„So, jetzt ruhst du dich etwas aus. Ich werde gleich deinen Eltern Bescheid geben, dass du aufgewacht bist", sagte sie, drehte sich herum und schritt wieder auf ihr Büro zu.
Erst jetzt bemerkte Lily den Berg an Süßigkeiten, der am Fußende ihres Bettes angehäuft war. Sie staunte nicht schlecht und griff hungrig nach einem Schokofrosch.
Am Nachmittag kamen ihre Eltern.
„Lily!", rief ihre Mutter voller Sorge und zog sie in eine feste Umarmung.
Ihr Vater setzte sich neben sie auf ihr Bett. Sie wusste nicht so recht, was sie antworten sollte und schwieg deshalb. Ihre Eltern hatten ihr Süßigkeiten mitgebracht, wovon sie zwar schon genug hatte, jedoch war ihre Mutter der Meinung, sie sähe schlecht aus und könnte sie sicher gebrauchen.
„Danke, Mum", sagte Lily daraufhin sarkastisch.
„Hannah sagt, du darfst nächste Woche wieder aus dem Krankenflügel heraus", wechselte ihre Mutter das Thema und Lily stöhnte innerlich auf.
Rechtzeitig zu den Prüfungen wäre das dann vermutlich und sie hatte dann sogar noch etwas Zeit zu lernen.
„Wie lange war ich eigentlich bewusstlos?", fragte sie nach einiger Zeit, denn ihr war aufgefallen, dass sie keine Ahnung hatte, welches Datum heute war.
„Fünf Tage", antwortete ihr Vater sanft, während ihre Mutter ihm einen bösen Blick zuwarf.
„Fünf Tage?!", fragte Lily entsetzt.
Harry nickte bestätigend.
Wieder schwiegen sie und ihre Mutter musterte sie die ganze Zeit, Lily hatte das Gefühl, dass sie genau wusste, was sie bedrückte und dass sie vielleicht nun erwartete, dass sie ihre Frage stellte, doch Lily wusste nicht, wie.
Schließlich nahm sie ihren Mut zusammen.
„Dad?"
Ihr Vater sah sie an.
„Warum hast du uns nie erzählt, dass du es warst, der Voldemort besiegt hat?", fragte Lily ihn.
Ihre Mutter lächelte ihr aufmunternd zu, während ihr Vater jedoch aussah, als hätte man ihn überfahren. Er öffnete den Mund, schloss ihn danach jedoch sofort wieder und dachte noch einmal nach.
„Ich war der Ansicht, es wäre besser, wenn ihr nicht so aufwachsen müsst, wie ich damals", antwortete er schließlich.
Lily verstand es nur schwer.
„Ihr seid für etwas berühmt, das ihr nicht getan habt, für etwas, für das ihr nichts könnt", fing ihr Vater an zu erklären, „genau wie ich damals. Ich kam hierher mit der Narbe auf der Stirn und jeder schien mich besser zu kennen, als ich mich selbst kannte. Ich wollte nicht, dass es euch auch so geht und dachte, es wäre wahrscheinlich besser, wenn ihr nicht versteht, warum. Außerdem muss ich einfach eingestehen, dass ich den richtigen Zeitpunkt verpasst habe. Ich hoffe, du und auch deine Brüder, ihr könnt mir das verzeihen."
Ihr Vater strich Lily durch das vom Schlafen zerzauste dunkelrote Haar.
Selbstverständlich nickte sie, auch wenn sie sehr gerührt war und sie stark gegen Tränen ankämpfen musste, die plötzlich hochkamen.
„Aber wenn wir wieder zu Hause sind, erzählst du uns die ganze Geschichte", forderte sie leicht lächelnd.
Ihr Vater nickte und zwang sich offenbar zu einem Lächeln.
„Natürlich, ich glaube, das bin ich euch inzwischen lange schuldig", gab er zu.
Lily war erleichtert. Nun würde alles gut werden. Sie bot ihren Eltern Süßigkeiten an und ihr Vater nahm sie dankend.
„Übrigens haben James und Fred versucht, dir Filchs Katze zu schicken", erzählte er ihr lachend und Lily fiel in sein Lachen mit ein, während ihre Mutter nur böse dreinschaute.
Lily bekam schon ein wenig Mitleid mit James, da sie genau wusste, dass das ein Nachspiel für ihn haben würde und er sich schon auf Ärger gefasst machen konnte.
Das Gespräch mit ihren Eltern tat Lily gut, auch wenn sie sich immer noch nicht richtig an den Grund erinnern konnte, warum sie im Krankenflügel lag. Dennoch fühlte sie sich großartig. Sie lachten viel und Lily erzählte belanglose Dinge über Hogwarts, für die sich ihre Eltern aber sehr interessierten. Es war schön, bis Hannah hereintrat und Lily einen Trank verabreichte, der sie bald wieder einschlafen lassen würde und ihre Erinnerungen vielleicht wieder herbeirief.
„Sie kommt wohl ganz nach dem Vater", sagte Hannah tadelnd und Lilys Dad kratzte sich nur verlegen am Kopf, während ihre Mutter breit grinste.
Einige Wochen später war es so weit und Lily und Colin wurden endlich aus dem Krankenflügel entlassen. Bisher hatten ihre Mitschüler ihnen abwechselnd die Hausaufgaben vorbeigebracht und ihnen erzählt, was sie im Unterricht gelernt hatten. So fühlten die zwei sich recht gut auf die bevorstehenden Prüfungen vorbereitet. Vor allem Olivia hatte sie häufig besucht und ihnen erzählt, wie schnell Professor Longbottom ihr geglaubt hatte.
Auch James und Albus hatten mehr als einmal bei Lily vorbeigeschaut und, während James ihr zu ihrer neuen Berühmtheit gratuliert hatte, hatte Albus sie schwören lassen, sich nie wieder so in Gefahr zu begeben.
„Die ganze Schule spricht über dich!", hatte James aufgeregt gesagt, „Kaum ein Jahr hier und du bist bekannter als ich! Wirklich schlau gemacht, Lily!"
Albus schüttelte nur den Kopf über seinen törichten Bruder.
„Warum hast du denn nicht einfach James oder mir Bescheid gesagt?", fragte Albus.
„Genau, ein bisschen Ruhm hättest du wohl mit uns teilen können", ermahnte James sie scherzhaft und Lily kicherte.
„Hättet ihr mir geglaubt?", fragte sie an Albus gewandt und zog die Brauen hoch.
Natürlich ließen es sich auch sämtliche Weasley Cousins und Cousinen nicht nehmen, bei Lily vorbeizusehen, und so brachte ihr Molly täglich einen Schokopudding vorbei, den sie extra für Colin, Eric und Lily gemacht hatte.
Lucy war total aus dem Häuschen, als ihr die Geschichte erzählt wurde, und eigentlich hatte sie ursprünglich Lily danach gefragt, aber Colin hatte viel mehr Spaß daran, sie immer und immer wieder zu erzählen.
Lilys Erinnerungen waren inzwischen natürlich vollständig zurückgekehrt und Colin wusste ebenfalls noch alles, was sich tief unter der Schule ereignet hatte. Eric würde an diesem Tag nun auch endlich aus dem St. Mungo zurückkehren. Der Fluch hatte ihn wohl nicht allzu stark getroffen, da Colin und Lily vor ihm gestanden und das meiste abgefedert hatten. Es war hauptsächlich die Vergiftung von der Schlange gewesen wegen der er so lange ausgeknockt gewesen war.
Nach einer letzten Untersuchung ließ Madame Longbottom die beiden gehen und sie machten sich sofort auf den Weg zum Gemeinschaftsraum.
„Was meinst du?", fragte Colin, „Ist Eric wieder gesund?"
„Bestimmt, sonst hätten sie ihn sicher nicht entlassen", antwortete Lily, „Ich hoffe nur, er ist wieder der alte."
Die beiden gingen um eine Biegung im Gang und Lily stöhnte innerlich auf, als sie sah, wen sie dort vor sich hatte: Ruben Nott, Gregory Goyle und Vipera Flint.
Colin warf ihr einen Blick zu.
„Na, wen haben wir denn da, wenn das nicht unsere neuen Helden Potter und McKinnon sind", höhnte Nott und Goyle grinste breit. Lily verdrehte nur die Augen, blieb jedoch stehen.
„Na, wieder zurück aus dem Krankenflügel? Ich habe gehört, ihr habt etwas gegen den Kopf bekommen", lachte Vipera Flint schrill.
Sofern das Wort schrill bei ihrer tiefen Stimme angebracht war.
Colin verzog das Gesicht, als Flint ihre Zähne preisgab.
„Oh man, ich glaube, ihr habt nach eurer Geburt etwas gegen den Kopf bekommen", entgegnete Colin und Flint schaute nur dämlich drein, während Nott und Goyle eindeutig das Lachen vergangen war.
Bevor den dreien etwas einfiel, das sie erwidern konnten, griff Lily nach Colins Hand, zog ihren Zauberstab, rief„Fumus caeruleus!" und rannte mit Colin im Schlepptau, der komplett die Orientierung verloren hatte, an den dreien vorbei.
Eine dicke blaue Rauchwolke breitete sich hinter ihnen im ganzen Gang aus. Würden sie jetzt stehen bleiben, würde sie die Wolke einhüllen. Dann konnte es Stunden dauern, bis sich der Rauch wieder gelegt hatte und sie entkommen konnten, zumal Lily den Gegenfluch auch nicht kannte. Es war bloß der erste Fluch gewesen, der ihr eingefallen war, und auf die hübsche kleine Nachwirkung konnte sie auch sehr gut verzichten...
Als der Rauch hinter ihnen langsamer wurde und sie schließlich um die nächste Ecke bogen, ließ Lily Colins Hand los und sie blieben stehen, um erst einmal wieder Atem zu holen. Nach einiger Zeit fing Colin an zu lachen und schließlich stimmte Lily mit ein.
„Ich freue mich schon auf ihren Anblick morgen beim Frühstück", prustete Colin hervor, doch plötzlich quoll weiterer blauer Rauch hinter der Ecke hervor und Colin erstarrte.
Abrupt riss er an Lilys Arm und sie setzten sich sofort wieder in Bewegung.
„Mal ehrlich, du solltest lernen deine Magie zu kontrollieren!", rief er, während sie durch die ausgestorbenen Gänge rannten.
„Besserwisser", entgegnete Lily.
Sie konnten nur beten, dass ihnen weder Lehrer noch andere Schüler entgegenkamen. Zusammen rannten sie bis zum Gryffindor-Gemeinschaftsraum. Die Fette Dame war positiv überrascht, die beiden wiederzusehen und erzählte ihnen, welche Sorgen sich alle gemacht hätten.
Nachdem die beiden das neue Passwort, nämlich „Gänseblümchen" genannt hatten, schwenkte die Fette Dame ihr Porträt zur Seite und gab das Loch frei, durch das Lily und Colin sofort hindurchkletterten.
Als sie den Gemeinschaftsraum betraten, fielen sich Lily und Eric sofort um den Hals. Endlich waren sie wieder alle zusammen. Eric erzählte den beiden von seinen Erlebnissen im St. Mungo, die jedoch nicht sonderlich spannend waren. Er hatte dort wohl auch andere Patienten getroffen und mehrere Autogrammkarten von einem Gilderoy Lockhart geschenkt bekommen, von denen er Lily und Colin je vier schenkte.
„Er wollte gar nicht aufhören, die zu verteilen", erzählte Eric, „Meinte, er sei berühmt. Kennt ihr ihn?"
Colin und Lily schüttelten die Köpfe.
Gut gelaunt betraten die drei Freunde am nächsten Morgen die Große Halle und setzten sich mit guter Sicht auf den Eingang und auf den Slytherintisch an den Gryffindortisch, damit ihnen das Schauspiel auch ja nicht entging. Zum Glück mussten sie auch nicht lange warten, schon wurden sie belohnt: Durch die Eingangstür traten drei kleine Gestalten, deren Umhänge zwar so schwarz waren wie die der anderen, der Rest von ihnen jedoch war blau, nur blau.
Während für ein paar Sekunden vollkommene Stille herrschte, fielen die Schüler kurz darauf in lautes Gelächter und Nott, Goyle und Flint sahen bloß grimmig drein, während sie beschämt zum Slytherintisch trotteten und sich dort ganz ans Ende setzten.
In den nächsten Tagen kam die halbe Schule auf sie zu, um zu fragen, was ihnen denn nun genau unter der Schule passiert war.
Während Lily und Eric bei der Wahrheit blieben oder so taten, als hätten sie Gedächtnislücken, erzählte Colin jedes Mal eine andere Version davon, wie er sich mit Walker duelliert hatte. Bei Garnet und Susanna schien er damit auch sehr gut anzukommen. Doch dann standen die Prüfungen bevor und schließlich hatten die meisten auch bessere Dinge zu tun, als Lily, Colin und Eric mit Fragen zu löchern.
Eines schönen Tages, als alle Prüfungen vorüber waren und die meisten Schüler es sich draußen am See in der warmen Sommersonne gemütlich gemacht hatten, kam der Schulleiter Professor Wennell zusammen mit Professor Longbottom zu ihnen.
Sie saßen gerade allein im Gemeinschaftsraum und waren froh mal ihre Ruhe zu haben, als die beiden ihre Köpfe durch das Porträtloch steckten, hereintraten und sich ihnen schweigend gegenübersetzten.
Lily, Colin und Eric mussten ihnen die ganze Geschichte, wie sie Walker verdächtigt hatten und ihm schließlich gefolgt waren, noch einmal erzählen, auch wenn Professor Longbottom den Großteil schon von Olivia gehört hatte.
„Ich muss sagen, ich habe ihn schon seit Jahren unter Verdacht, konnte ihm bisher aber noch nichts nachweisen", sagte Professor Longbottom, als sie geendet hatten.
„Dass er so etwas plant, hätte sich wahrscheinlich keiner von uns träumen lassen", sagte Professor Wennell gelassen, doch Professor Longbottom schaute nur skeptisch.
„Zum Glück hat Miss Abbott unseren Helden Professor Longbottom hier gewarnt", sagte er und Lily bemerkte, dass Neville sich irgendwie unwohl zu fühlen schien.
„Aber es war Zufall, dass Hagrid ausgerechnet an demselben Abend nochmal hinunter zu den Booten gegangen ist", sagte Neville, „Sein Hund ist wohl dorthin gelaufen und dann hat er festgestellt, dass zwei Boote fehlten. Erst hat er Mr Potter und Mr Weasley dahinter vermutet und ist zu mir gekommen, um es zu melden, aber Mr Potter war auf dem Ball, genau wie Mr Weasley und dann konnte eigentlich niemand mehr anders, als Olivia zu glauben und schließlich sind wir selbst hinuntergegangen."
„Danke, dass Sie Olivia gleich geglaubt haben", sagte Eric zu Neville.
„Natürlich", antwortete er, „Sie ist meine Nichte und ich kenne sie sehr gut. Sie würde sich so etwas nicht ausdenken."
„Und was ist jetzt mit Walker?", wollte Colin wissen.
Auch Lily interessierte die Antwort.
„Er hat nun eine hübsche, kleine Zelle in Azkaban", sagte Wennell und Eric runzelte nur die Stirn, offenbar wusste er nicht, was Azkaban war, und Lily erklärte es ihm kurz.
„Außerdem möchte ich euch gern noch einige Punkte zusprechen. Ich dachte mir 50 für jeden von euch", sagte Professor Wennell und zwinkerte ihnen zu.
Lily, Colin und Eric staunten nicht schlecht.
Er gab ihnen ein wenig Zeit, sich zu freuen, bevor er wieder sprach: „Nun denn, ich denke, dann ist alles klar, wollen Sie drei nicht nach draußen? Frische Luft würde Ihnen sicher guttun. Sie sehen blass aus."
Er lächelte ihnen noch einmal zu, stand dann auf und verließ dann den Gemeinschaftsraum zusammen mit Professor Longbottom durch das Porträtloch.
Die drei Freunde schwiegen noch eine Weile. Schließlich befolgten sie Professor Wennells Rat jedoch und machten sich auf nach draußen zum See.
Die letzte Zeit auf Hogwarts, bevor die Sommerferien beginnen würden, versuchten Lily, Colin und Eric noch so gut wie möglich zu genießen. Der Tag des Festmahls rückte immer näher und Lily hatte sich schon sehr darauf gefreut.
Obwohl Hogwarts ihr bisher zu einem zweiten Zuhause geworden war, freute sie sich mehr und mehr auf die Heimreise. Die Große Halle sah fantastisch aus und übertraf alle bisherigen Feste, die sie auf Hogwarts gefeiert hatte. Rote und goldene Banner zierten sich durch den ganzen Raum und an einer Wand hing ein riesiger Teppich mit einem großen Gryffindor-Löwen darauf. Auch die Tische waren wie immer festlich geschmückt und alles glitzerte und funkelte. Lily saß neben ihren zwei inzwischen besten Freunden und wartete darauf, dass der Schulleiter seine Rede hielt. Auch in diesem Jahr hatte Gryffindor es wieder einmal geschafft den Hauspokal und den Quidditchpokal zu erlangen. Die Euphorie war in der gesamten Halle (außer am Slytherintisch) zu spüren.
Schließlich trat Professor Wennell vor.
„Liebe Schüler, ein weiteres Jahr ist vorüber, ein weiteres kann beginnen. Doch zuerst müssen noch einige Sachen geklärt werden. Den Hauspokal gewinnt auch in diesem Jahr wieder Gryffindor mit genau 668 Punkten."
Ein ohrenbetäubender Beifallssturm brach am Gryffindortisch los, während die anderen Häuser mehr oder minder mit einstimmten.
„Auch den Quidditchpokal erhält Gryffindor", sprach Professor Wennell, als sich die Schüler wieder einigermaßen beruhigt hatten, doch sofort brachen sie erneut in großen Jubel aus.
„Und zu guter Letzt wünsche ich euch erholsame Ferien und hoffe, dass wir uns in zwei Monaten alle wohlbehalten wiedersehen."
Mehrere Schüler klatschten an dieser Stelle.
„Aber jetzt, gibt es nur noch eins zu sagen", ergriff Professor Wennell wieder sein Wort und machte dann eine kurze Pause, „Guten Appetit!"
Er klatschte einmal kurz in die Hände und schon erschienen tausende köstliche Sachen auf allen vier Häusertischen. Colin stürzte sich förmlich darauf und Lily und Eric warfen sich schmunzelnde Blicke zu.
Es wurde lauthals gefeiert. Lily, Colin und Eric redeten darüber, was sie in den Ferien machen würden und versprachen sich, sich gegenseitig zu schreiben. Alles in allem war es ein gelungener Abend und Lily kam erst spät wieder hinauf in den Schlafsaal, wo sie sich nur noch müde in ihr Bett fallen ließ.
Am nächsten Morgen stand sie früh auf, da sie noch all ihre Sachen in ihren Koffer packen musste. So wie sie eben war, hatte sie es immer aufgeschoben, doch viel Zeit blieb ihr nun nicht mehr.
Hastig warf sie alles einfach unordentlich hinein und zog den Reißverschluss zu. Heute trug sie den dunkelroten Umhang, den ihre Eltern ihr zu Weihnachten geschenkt hatten, denn vor ihr lagen zwei ganze Monate ohne Schuluniform. Schließlich schnappte sie sich Morgana, die auf ihrem Bett geschlafen hatte und ihren Koffer und machte sich mit Colin und Eric zwischen den anderen Schülern auf den Weg nach unten.
Im Zug suchten sie sich gemeinsam ein freies Abteil und nutzten ihre restliche Zeit, in der sie noch zaubern durften. Sie spielten Zauberschach und Zauberschnippschnapp und aßen jede Menge Süßigkeiten. Lily war überglücklich. Rein gar nichts hätte ihre Laune trüben können. Sie freute sich einfach über das gelungene Jahr und auf die kommenden Ferien, die sie zusammen mit ihrer Familie verbringen würde.
Als es endlich Abend wurde und der Zug langsam im Bahnhof King's Cross einfuhr, verabschiedeten sich die drei voneinander, während sie sich noch einmal versprachen, sich möglichst häufig zu schreiben.
Lily erblickte ihre Eltern sofort, als sie mit Morgana hinaus auf den Bahnsteig trat. Freudig lief sie zu ihnen hinüber und sie fielen sich in die Arme.
AN: So ihr Lieben, danke an alle, die diese Geschichte jemals lesen werden, wenn ihr nicht wisst, was ihr als Review schreiben sollt, dann lasst wenigstens gern eine Empfehlung da. Da ihr bis zum Ende dabeigeblieben seid, denke ich mal, dass euch die Geschichte gut gefallen hat. Bei Anregungen, Kritik und Wünschen, meldet euch immer gern. Ich hatte auch bei dieser Geschichte von einer Review-Schreiberin gesagt bekommen, ich solle Hugo besser einbauen, was ich dann getan habe. Wenn Figuren öfter vorkommen sollen, einfach melden. Das gilt auch für die Fortsetzung, von der die ersten Kapitel auch bereits online sind: [link href=" .de/s/4f9423d70001c314067007d0/1/Jahr-2-Lily-Potter-und-der-Spiegel-der-Rache"]Lily Potter und der Spiegel der Rache[/link]
