Kapitel 2 (Musik des Black Swan Trailers)
Als McGee aufwachte, wusste er nicht direkt wo er war. Es war still und er musste sich zunächst an die Dunkelheit gewöhnen.
Er schaute sich um und stand auf. Das fahle Straßenlaternenlicht beschien den Hinterhof von zwei großen Gebäuden. Überall standen Müllsäcke herum und als er gen Licht taumelte, versuchte er nicht auf gebrauchte Kondome oder Erbrochenes zu treten.
Er hatte keine Ahnung, wo er sich befand und langsam tauchten die Erlebnisse der bisherigen Nacht bruchstückhaft und in Filmabschnitten wieder auf.
Er hatte sich von Tony überreden lassen, auf eine Party zu gehen. Sie hatten getanzt, getrunken. Alles wurde weiß und setzte sich zu einer neuen Szene zusammen.
Als McGee nach vorne im Zick-Zack lief, erinnerte er sich, dass eine der beiden Frauen ihm etwas in den Drink getan haben könnte.
„Nein", flüsterte er. Er war Special Agent und… stolperte gerade über eine Mülltonne. Er stand wieder auf und erreichte die Straßenlaterne. Alles um ihn herum drehte sich in Regenbogenfarben und wurde dann dunkelbraun.
Er ging nach rechts und kam zu einer Baustelle mit Gerüst. Er lief darunter her und erschreckte sich von dem Flattern der transparenten Folie im Wind.
Er lief mit schnellen Schritten weiter und hielt sich seinen Mantel weiter zu. Er blieb für einen Moment stehen, als er einen Schatten am anderen Ende der Baustelle ausmachte.
Als er weiter ging, sah er die Umrisse genauer und erkannte eine Frau. Er presste sich an die Wand, um sie vorbei zu lassen und bekam seinen Mund nicht mehr zu, als sie aussah wie Catwoman aus den Comics.
„Miau", machte sie und kratzte einmal durch die Luft. Er sah ihr hinterher, doch dann wuchsen ihr Fledermausflügel und sie flog hinaus in die Nacht.
McGee zuckte mit den Schultern und lief weiter. Es war eine dunkle und bewölkte Nacht, dennoch konnte er den Vollmond am Himmel sehen.
Als er eine Weile genauer drauf starrte, hätte er schwören können, ein Mondgesicht hätte ihm zugegrinst.
Er hastete weiter und kam in eine belebtere Gegend. Menschen standen mit ihm zusammen an der Ampel und er erkannte das Gebäude des großen Bahnhofs außerhalb der Innenstadt.
Doch als er aufblickte, tanzte das rote Ampelmännchen auf der Lampe umher und beugte sich zu ihm herunter.
„Gib's auf! Gib's auf!", schrie es und verbrannte dann zu Asche. McGee erschrak und taumelte nach hinten, wo er aber sofort wieder durch die laufende Menge nach vorne gedrückt wurde und die Straße überquerte.
Nun war das grüne Männchen zu sehen, welches aber in einem grünen Bett schlief. McGee schaute die Ampel verwirrt an, bis sie aus seinem Blickfeld verschwand.
Er ließ sich von der Menge leiten und fand sich innerhalb des Bahnhofs wieder. Hier war es immer noch voll und an den Seiten der Tunnel lagen die Obdachlosen und schliefen.
McGee schaute sich um, doch die Menschen, die neben ihm liefen und zu ihren Zügen hasteten, hatten keine Gesichter, sondern Fratzen.
Teufelsmasken, Ungeheuer aus der Unterwelt oder grinsende Vendetta-Pappen vor dem Kopf. Er taumelte vor Schreck von einer Seite zur anderen, wurde angeschnauzt von ihnen, er solle aufpassen, doch sie kreischten ihn nur an, schrille, laute Töne, sodass McGee sich die Ohren zuhalten musste.
Irgendwie stolperte er dann ein paar Treppen hinunter und fand sich in einem langen, leeren Gang wieder, der vermutlich zu einer Metro führte. Das grüne Neon-Licht an der Decke flackerte und McGee rannte vorwärts.
Er wollte weg von hier, das Kreischen hatte aufgehört, aber hier war unerträgliche, bedrückende Stille. Alles war in ein grünes Licht getaucht und fing an, in Einsen und Nullen zu verschwimmen.
„Die Matrix hat dich", flüsterte eine Stimme nahe McGee's Ohr und er wollte sie wie eine lästige Fliege verscheuchen. Doch dann begann die Stimme zu lachen, zunächst freundlich, dann bedrohlich, sie wurde immer lauter und verängstigender.
McGee sprintete den Korridor entlang, um mehrere Ecken, hinunter, immer tiefer in die Erde hinein. Irgendwann sah er ein blaues Licht am Ende des Tunnels.
Er rannte immer schneller, doch das Blau wurde immer kleiner und entfernte sich von ihm. Das Lachen kam näher und irgendwann fühlten sich McGee's Beine nur noch an wie Pudding und gaben nach.
Das Fliesenmuster des Bodens kam näher und wirbelte um ihn herum, bevor er das Aufschlagen eines Glases hörte und alles plötzlich still wurde.
Ja, hier sind Bezüge zu einigen Filmen, Comics und einer Kurzgeschichte von Kafka zu finden.
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