Und vergesst nicht, auch die Musik bei jedem Kapitel zu hören ;D Die findet ihr ganz einfach auf youtube.

Kapitel 4 (Death is the road to awe – Clint Mansell)
Es war wieder Nacht geworden, als McGee endlich nach Hause fuhr. Die Straßenlaterne flackerte und zu allem Überfluss, ließ er seinen Schlüssel auch noch zweimal fallen.
Schließlich gelang es ihm, in seine Wohnung zu kommen, wo er argwöhnisch stehen blieb, als die Tür hinter ihm ins Schloss fiel. Jemand war hier gewesen.
Man hatte sich zwar Mühe gegeben, die Spuren zu verwischen, aber doch einige Sachen waren anders. Sein Computer war ausgeschaltet, vorher war er auf Standby gewesen.
Aber man hatte schlecht sein Passwort hacken können, er hatte zu viele Firewalls und Spywares installiert. Es sah ein wenig ordentlicher aus und die Bücher, die vorher nach Alphabet sortiert waren, standen nun teilweise vertauscht im Regal.
Nein, jemand wollte ihm wissen lassen, dass er hier gewesen war. Er seufzte. Wenn dieser jemand nicht gerade mit ihm in Kontakt treten wollte, dann sollte es McGee egal sein.
Jedoch musste er zugeben, sich einige Sorgen zu machen, als er seinen Rucksack auf den Boden fallen ließ und den Rechner hochfuhr.
Es gab eine kurze Warnmeldung über einen Trojaner, was ihn stutzig machte, aber sie verschwand gleich wieder und er hoffte, sich getäuscht zu haben.

McGee wurde dieses eigenartige Gefühl nicht los, beobachtet zu werden. Selbst dann nicht, als er am nächsten Tag zur Arbeit ging. Die anderen beiden Agents schienen sich ganz normal zu verhalten und Tony erkundigte sich noch einmal nach McGee's Zustand, weil er sich irgendwie schuldig fühlte.
„Was wissen wir?" fragte Gibbs schließlich und nippte an seinem Kaffee.
„Naja…nichts. Nur dass die vier Drogen geschmuggelt haben. Aber da die Akten nicht verzeichnet sind, wissen wir nicht, was sie beinhalten", fasste Tony schließlich zusammen.
„Streng vertrauliche Akten, die eigentlich hätten vernichtet werden sollen", meldete sich plötzlich eine Stimme von hinten und die vier Agents drehten sich um. Direktor Vance nickte ihnen zu und sie folgten ihm in sein Büro, dessen Tür er direkt danach verschloss.
„Ich habe gerade einen Anruf von einem sehr guten Freund bei der CIA erhalten. Er schuldete mir noch etwas, denn ansonsten würden wir jetzt immer noch im Dunkeln tappen.
Diese Dokumente enthielten streng vertrauliche Informationen über neueste Kampftechnologien auf dem US Forschungsmarkt. Es enthielt auch Beweise für eventuelle Nuklearausrüstung, die an neuen Kriegsschiffen der amerikanischen Flotte ausgetestet werden sollen."
„Ich verstehe. Und die sind nicht gerade glücklich darüber, dass solche Informationen einfach verschwinden", sagte Gibbs. „Aber wenn diese Akten gar nicht existieren, oder bereits vernichtet wurden, wie konnte jemand dann darüber Bescheid wissen, oder sie stehlen?"
„Das ist das Problem. Sie vermuten einen Spion."
„Wo?"
„Im NCIS. Hier."
„Bitte was? Das ist lächerlich!", lachte Gibbs.
„Ist es das?" Vance blieb todernst. Er schaute die vier Agents eine Weile an und setzte sich dann. Er wartete einen Augenblick, bevor er fortfuhr: „Was ich ihnen jetzt sage, ist streng geheim und erzähle ich nur, weil ich ihnen unter all den Agenten hier am meisten vertraue.."
„Und wenn einer von uns der Spion ist?", fragte Tony sarkastisch.
Vance hob eine Augenbraue, fuhr dann jedoch fort. „Dann haben wir Pech. Vor zwei Monaten wurden geheime Informationen aus einem Sicherheitslager des NCIS hier in Washington gestohlen."
„Hier gibt es ein Sicherheitslager für streng geheime Akten?", fragte McGee überrascht.
„Ja. Mein Freund in der CIA wollte keine genauen Angaben machen, wie sie das gemerkt haben und wieso wir nicht informiert wurden. Aber es scheint eine größere und eventuell internationale Angelegenheit zu sein.", erklärte der Direktor.
„Sonst wäre die CIA nicht eingeschaltet worden", bemerkte Ziva.
„Genau. Jedenfalls, so meinte er, waren sie noch nicht imstande gewesen, Spion, Mittelsmann für den Schmuggel der Daten außer Lande, noch Empfänger, vermutlich eine Organisation, zu bestimmen."
„Hat das Einmischen der CIA bei dem neuen Fall vielleicht etwas damit zu tun, dass jetzt erneut Informationen gestohlen wurden?" fragte Tony mit gerunzelter Stirn.
„Exakt", antwortete der Direktor mit ernster Miene.
Bevor Vance wieder seinen Mund aufmachte, herrschte für einen Augenblick Stille, die gebrochen wurde von dem plötzlich Zerbersten Fensterglases. Die Agents warfen direkt zu Boden, um Schutz zu suchen, doch als sich nichts mehr regte, war es ruhig, wie nachts auf dem Friedhof.
„Alles okay?", fragte Gibbs und die Agents antworteten mit leisem ‚Ja'.
„Direktor? Direktor Vance?", rief Ziva dann und krabbelte unter dem Schreibtisch hindurch. Sie erschrak und stieß sich den Kopf, als sie auf das erstaunte Gesicht des Mannes blickte.
Die Kugel war glatt zwischen den Augen hindurch geschossen worden, sauberer Eintritt, sauberer Austritt.
„Er ist tot", murmelte Ziva und verharrte in ihrer Position, bis Tony sie von dem Leichnam wegzerrte.

„So einen Abgang habe ich unserem Direktor nicht gewünscht", murmelte Ducky, als er sich die Leiche des Mannes ansah. „Erst Jenny, jetzt er. Dieser Posten scheint verflucht zu sein." Er stellte seinen Koffer ab und kniete sich auf den Boden.
„Deswegen habe ich ihn ja auch nicht angenommen", meinte Gibbs und stellte sich zu den vier Agenten am Fenster.
„Er muss gut sein. Das nahste Gebäude, von dem der Scharfschütze wahrscheinlich geschossen hat, ist über eine Meile entfernt", sagte Tony und zeigte auf das entfernte Industriegebiet.
„Wenn wir nicht davon ausgehen, dass es irgendwer vom NCIS war, wer hätte sonst Direktor Vance umbringen wollen? Die CIA wird doch nicht sofort jemanden erschießen, wenn er Informationen erlangt", sagt McGee.
„Findet es raus", forderte Gibbs auf. „Tony, McGee, ihr fahrt dort hin und sucht den Ort, wo der Schütze sich versteckt hat. Ich will wissen, wer das getan hat." Er seufzte. „Ziva, wir fahren zu der Familie. Ich will ihnen nicht am Telefon beibringen, was passiert ist."

Fünfundzwanzig Minuten später haben Tony und McGee ihren Tatort gefunden.
„Hat die Drogenwirkung eigentlich nachgelassen?", fragte der Agent besorgt, als sie die Außentreppe der verlassenen Produktionshalle hinaufstiegen.
„Ja, ich denke schon. Aber als ich gestern Abend nach Hause kam, hatte ich das Gefühl, jemand wäre in meiner Wohnung gewesen. Wir haben den Mädels nicht unsere Adressen oder so gegeben?"
„Nein…fehlt irgendwas?"
„Nein, ich habe nur ein eigenartiges Gefühl bei der Sache. Ich hätte es auch nicht gemerkt, wenn derjenige nicht so auffällige Spuren hinterlassen hätte. Mein Computer war heruntergefahren, Bücher standen vertauscht im Regal-"
„So etwas merkst du?", lachte Tony, als sie auf dem Dach angekommen waren.
McGee seufzte nur und zeigte dann auf etwas kleines, glänzendes am Rande des Daches. Schweigend liefen sie darauf zu.
„Eine Patronenhülse", stellte er fest und kramte eine Plastiktüte heraus.
„Ein Zeichen. Erinnerst du dich noch, als Ari seine Hülle zurückgelassen hatte?"
McGee nickte. Er wollte nicht an Ari erinnert werden. „Viele Scharfschützen machend das. Und er wollte uns auch nur ein Zeichen senden."
Das Beweismittel war eingepackt und beschriftet und der kurze Trip war schon vorbei. Sie kletterten wieder hinunter und fuhren zum NCIS Gebäude zurück.
„Hey, McGee…tut mir Leid wegen letztens…"
„Du hast ein echt schlechtes Gewissen, huh?", fragte der Agent und lächelte, als sie über die Brücke fuhren.
Tony nickte.
„Mach dir keine Sorgen. Das passiert immer mal. Weißt du noch das mit meiner Schwester?"
„Ah, die Drogen in der Pizza", lachte er. „Ja, das war gut…"
Als sie wieder im NCIS Gebäude ankamen, war Vance bereits in die Autopsie gebracht worden und die beiden wurden von Agent Fornell begrüßt. „Ich muss sie alle in den Keller bitten", erklärte dieser.
„Was? Um uns wieder alle einzeln zu verhören?", fragte McGee überrascht.
Fornell nickte. „Was wissen sie?"
„Das es einen Maulwurf im NCIS gibt."
„Pscht. Nicht so laut DiNozzo. Und behalten sie das beide für sich. Hat Vance ihnen das anvertraut?"
Sie nickten stumm.
„Dann ist das wohl der Grund, warum er umgebracht wurde."
„Aber wer?"
„Entweder der Empfänger der gestohlenen Informationen, der den Suchradius auf das gesamte Team ausweiten und auch sie in Verdacht ziehen wollte, damit wir es schwieriger haben, oder die CIA, der man sowieso nicht über den Weg trauen kann, und sie sind skrupellos genug, einen Direktor des NCIS zu erschießen, und eventuell auch den Informanten in ihren eigenen Reihen zum Schweigen zu bringen, wenn es um die nationale Sicherheit geht."
Nur war es keinem der drei bewusst, dass er sich mit beiden Vermutungen irrte.
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